Indiana Tribüne, Volume 23, Number 109, Indianapolis, Marion County, 7 January 1900 — Page 9
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süa Sie ZZüste. 3on Marcel Prevost. 2' ei den Wahlen vom Jahre 183. wählte die Gemeinde Larnay (Cher). bis dahin immer realtionär, zum er ftenrnal einen rep ublikanischen Gemein IvM). Tiefen iimschwunz verdankte man einem Grundtesicr des Ortes, H?rrn nernay-Teslaur, welcher Be zlch'.ingen zum Ministerium unterhielt, ui.d der die Wähler durch die Hoffnung aus e.ne strategische Eisenbahn beein fluvt hatie. die in Fricdenszeitcn den ürdcrfluß der Gegend an Geflügel, Ginn und Gemüse nach Paris tranZprrtircn würde. Herr Frcnay-TcLclaux war zum Eelieindepräsidcnten erwählt. G? hatte als !?eisiyende den Maurermeister Bar rachr und den Wirth Compaing. Der Gemeindepräsident stammte aus einer von alters her liberal gesinnten Familie und war der Regierung aufrichtig erge den. Tie Beisitzenden dagegen und die übrigen Mitgliede? des Gemein derathes, erst ganz neuerdings anderer politischer Meinung, hüteten sich, die selbe allzu offen zu zeigen. (Zs gab einige unter ihnen, die sich nicht wohl , fühlten, wenn man sie in's Gesicht Re publikaner" nannte. GinGreigniß gleich bei bereisten Si ung des Rathes ließ diese Lage deutlich erkennen. Ter ifarnin im Sitzungssaal war mit einer Äpsdüste geschmückt, und sollte man es glauben diese Büste war noch diejenige Napoleons III. . . . Mein Gott, ja! des Kaisers.. .. Tas Bild war am 4. September verschont geblieben und da es bei den Leuten, die bisher den Sitzungssaal eingenom wen, keinen Änstoß erregt hatte so hielt es sich auch nach dem Fall des Machthabers. Ter Gemeindepräsident erklärte nun, man müsse dieser Taktlosigkeit ein Gnde machen, und brachte den versammelten tadtrath ohne Mühe dazu, Napoleon III. auf den Speicher hinauf zu ver bannen. Als er jedoch zur Dekorirung des Kamins den Ankauf einer Büste d.r Republik auf Kosten der Gememde vor schlug, stick er auf harten Widerstand Schließlich mußte er versprechen, den Kunsteaenstand auS seinem Beutel, aus dem Beutel des Herrn Fernay'DeS clau; bezahlen zu wollen. Unter diesen Umständen einigte sich der Rath; man machte ab, em Schreiben an den Unter sträsclten zu richten, damit dieser her komme und die Büst? einweihe, welche sofort in Paris bestellt wurde. Ter Unterpräfclt antwortete telegra vhisch: .Ich schätze mich glücklich, die schöne Gemeinde Barna?, endlich der Reaktion entrissen, besuchen zu können. Fünf Tage später brachte der Schnell zug eine längliche Kiste für den Ge meinverath, überall mit den Worten amtlich- und zerbrechlich" bedruckt. Tie Büste war angekommen. Herr Fernay-Tesclaur rief sämmtliche disponible Eemeinderath'mitglie der zusammen. Die Kiste wurde in ihrer Gegenwart geöffnet. Sie enthielt viel Heu und Papier und unter d.eser Packung einen Haufen unförmlicher Gypsklumpen: die Büste war auf dem Wege herumgeworfen worden und zer brechen. Ter Eemeindecath war dadurch sehr unangenehm berührt. Nur Barrache, der erste BeisiZende, lachte in seinen Bart hinein und freute sich über das Unglück, denn er beneidete insgeheim den Gemeindepräsidenten um seine Stellung, die ihm Gelegenheit zu sol chen Freigebigkeiten bot. Tem Se meinbeprüsidenten genügte es, kalt blütig beizufügen: Tas Unglück ist bedauerlich, aber sehr leicht wieder gut zu machen. Tie Gisenbahngesellschast ist für die Gegenstände verantwortlich, die man ihr anvertraut. Ich werde eine Gingabe machen nnd bin überzeugt, daß sie die Büste auf ihre Kosten ersetzen wird.Barrache glaubte daran nicht und trug den Kcpf hoch. Gr nährte die geheime Hoffnung, die Gisenbahngesell schaft werde die Forderung zurückweisen. G? wurde enttäuscht. Kaum war eine Woche verflossen, kam eine Kiste, die neue Büste enthaltend, in Barnay an. Sie wurde mit unglaublicher Vor ficht in Gegenwart de5 GemeinderatheZ aufgemacht. Als man Heu und Pa pier entfernt hatte, konnten die Räthe einen Schrei der Verwunderung nicht zurückhalten. DaS hehre Bild zeigte sich in blendender Weiße, auf dem Rücken liegend. Als aber der Eemeindeprüsidmt die Büste von ihrem Heulager aufheben wollte, siel sie plötzlich in drei Stücke auseinander.. Zwei feine Brüche, die Niemand zuvor gesehen hatte, liefen um die ganze Büste herum, der eine oben bei den Augen, der andere unen am Halö. Herr Fernay.TeSclaux war bestürzt über das Schicksal, das so hartnäckig seine Pläne vereitelte. Unbeweglich und schweigsam betrachtete er die Stücke der Republik. j Da sagte Barrache, der die Büste seit einigerZeit aufmerksam betrachtete. ; .Ich würde dieses Bildniß, wenn :an mir dasselbe anvertraute, wohl wieder in Stand setzen." .Ihr könntet das thun, Varrache V rief der Gemeindepräsident, indem er beide Hände seines Beisitzenden ergriff. Gi gewiß Gs fehlen ja keine Stücke. Ich lege die drei aneinander, stecke einen Steck in das Innere und gieße Gips hinein. Gs wird fester hal ten als zuvor, als eS hohl war !" Man übergab Barrache die Büste, der sie mit nach Hause nahm. Vor Abend brachte er sie, in Stand gesetzt.
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jn daZ, Gemeindehaus. Die Bruch, linien waren gänzlich unsichtbar. Man stellte sie im Gange auf, wo die ge sammte Gemeinde im Gänsemarsch vor beidefilirte: Die Bewunderung theilte sich zwischen Herrn Fernay'TeSclauz der sie bezahlt, und Varrache, der sie ausgebessert hatte. Die Reaktionäre kamen mit den übrigen ; da aber der frische GipS. den man hineingegossen einen eigenthümlichen, schwefligen Ge ruch verbreitete, erklärten sie verächtlich, die Republik deS Gemeindepräsidenten dufte übel. TagS darauf war der Geruch ver fchwunden, aber gegen Abend zeigte sich eine neue, eigenthümliche Grfcheinung. Tie Republik sprang überall auseinan der, auf der Stirne öffneten sich eine Masse Risse, ebenso auf den Wangen, auf der Kehle. Ter erschrockene ßf meindeschreiber lies, um Barrache zu holen. - .Ich weiß, woher daS kommt," mur melte der Maurer. .Der nasse Gips inwendig hat sich beim Trocknen ausge dehnt.... Man kann nichts thun, bis alles trocken ist. Nachher werde ich die Risse ausfüllen." Wie Barrache versprochen hatte, war das Unglück bald wieder gut gemacht. GZ blieben zwar noch einige Spuren auf dem Gesicht zurück, aber im ganzen befaß man immer noch eine recht an nehmbare Republik. DaS Datum der Ginweihung blieb auf den folgenden Sonntag festgesetzt. Um der Festlich keit mehr Weihe zu geben, bedeckte man die Büste mit einem Schleier von Lei nenzeug, den man unter dem Hals zu sammenknüpfte. Der Unterprüfekt sollte mit eigener Hand den Schleie? lüften. Am Vorabend der Ceremonie kam Barrache mit besorgender Miene zum Gemeindepräsidenten. .Gs wäre nicht überflüssig, wenn wir die Republik noch einmal besichtig ten, sie könnte noch einen oder zwei Risse haben." Tesclaux stimmte bei. Sie begaben sich in den Sitzungssaal uift entfern ten den Schleier. Gin schreckliches Schauspiel bot sich ihnen dar. DaS ganze Gesicht der Republik, ihr Hals, ihre Kehle, die phrygische Mütze waren abwechselnd mit grünlichen Bläschen und fürchterlichen schwarzen Flecken bedeckt. Man hätte glauben können, eine jener Wachsfiguren auS einem medizinischen Museum vor sich zu haben, auf denen man die verschie denen Grkrankungen der Haut künstlich darstellt. Der Gemeinderath und der Beisitz
ende blickten sich an und waren wie vom Donner gerührt. .Kann man das entfernen ?" fragte der Gemeindepräsident. Ter Besitzende erwiderte, indem er mit dem Nagel eines der Bläschen weg kratzte .Nein, ganz unmöglich GS ist Schimmel, gerade wie auf emer Mauer. Das kommt von innen heraus." ' Aber dann sind wir ja verloren . . . Wir können doch ein solches Scheusal nicht einweihen.... Alles ist Eure Schuld, Barrache Ihr habt die Büste so ungeschickt reparirt. . . Jetzt haben wir nicht einmal mehr Zeit, eine andere kommen zu lassen Barrache fühlte sich schuldig und ließ den Kopf hängen. Plötztich hatte er einen Gedanken. Sagt mir doch, Herr Cemeindeprä sident, wenn man das alte Bild cinwei hen würde, das vorher dastand, daS deS verstorbenen NalserS . . . . " Die Büste des Kaisers?.... Ihr seid wohl verrückt? Wollt Ihr etwa eine Büste d:S Kaisers durch einen Unter Präsekten der Republik einweihen lassen!" Aaer nein; laßt mich doch ausreden. Herr Desclaur. Ich werde daS alte Bild holen, den Schnauzbart und den Ziegenbart wegschanen, ihm eine solche Nachtmütze aus den Kopf setzen, wie diese dahat daS würde doch schließ lich eine ganz gute Republik werden?" Der Gemeindepräsident glaubte nicht mehr an daS Talent Barrache'S und machte Ginwände; selbst ungeformt würde die Büste deS Kaisers niemals der Republik gleichen. .Hört", sagte Barrache. .Die Re publik ist keine wirkliche Person. Nie mand hat sie gesehen man wird daher nicht wissen können, ob daS Bild ihr ähnlich sieht oder nicht." Fernay-Desclaux war deS Streitens müde und willigte em. Man beschloß. niemandem von dem Versuch etwas zu sagen, aus Furcht vor einem Miß erfolg. Barrache schasste GipS auf den Svel cher des Gemeindehauses und arbeitete mit seinen großen Händen an der Büste des Kaisers, bemüht, dieser eine Aehnlichieit mit der anderen zu geben. Ter Abend brach herein und die Ar beit war beendet. Gr rief den Ge meindepräsidenten und zeigte vx sem Werk. Gewiß war diese Republik BarracheS mit ihrer tiefen Stirne, mit der gebo genen Nase, ihren starken, flachen Wangen eine merkwürdige Republik; aber die phrygische Mütze, genau nach dem Muster der anderen modellirt, rettete alles. Ter Gemeindepräsident, erstaunt über den Grfolg deS Maurer, rief auS: .Gure Büste ist wirklich nicht übel! Ich hätte niemals geglaubt, duß Ihr dessen fähig wäret." .Man thut fein BeiieS", antwortete der Besitzende, dessen Humor wieder erwacht war. Und indem er ein Päckchen in die Hod des Gemeindepräsidenten legte, fügte er hin '.u: .Hier. Herr Gemeindepräsident, das müßt Ihr irgendwo in Gueren Schub laden verwahren, eS kann uns viel leicht wieder einmal dienen.. .." Der Gemeindepräsident fragt: .WaS ist daS?...." .Gs ist der Schnauzbart und der Ziegenbart deS Kaisers.... Ich habe sie sehr. Uhx sorakültia abaenommeu..
oute es emmai geschehen, daß hie Republik Ihr versteht mich mit aller Achtung vor Gurer Amts würde.. .. daß die Republik Über den Hausen geworfen wird nun, dann nehme ich dem Bild die Nachtmütze weg. klebe Schnauz, und Ziegenbart
wieder an, und wir haben unsern Kai ser auf dem Kamm, ohne daß es die Gemeinde einen Gentime gekostet hat !" Drei Alorde. Von Hialmar Söderberg Gs siebt schrieben: Du sollst nicht todten! Wir wissen wohl Alle, daß es oft nothwendig ist, zu todten. Aber v elle ckt l eat ldennocd etwas m vem alten Worte. Trotz Itx Staubschichte. die der stete Kriegszustand .üti aseins im Laufe der Jahre über mein Gewissen gebreitet hat, geschieht es zuwetten noch, daß ich einen cyaun küble, wenn ick an einwe der Morde !denke, die ich begangen habe. Ich erinnere mich nicht an Alle. Ernrge davon waren auch nothwendig unv uver it fühle ich keine Reue. Aber unter den Geschöpfen, die ich aus Böswilligkeit oder Laune getödtet. entsinne ich mich vor allen anderen eineS kleinen Vogels, einer Spinne und eines Fuchses. Die meisten Kinder sind schlecht. Als ich ein Kind war, ging ich eine Zeitlang mit einem Buben um, der noch schlechter war als ich.. Er lehrte mich, mit einer Schleuder schießen. Als die 'Sommerferien kamen, gingen wir jeden Tag mit unseren Schleudern in 'denWald; und wir konnten keinen kleinen Vogel sehen, der aus einem Ast saß und zwitscherte, ohne sogleich einen Stein in die Schleuder zu legen und loszuschießen. Aber wir trafen fast nie. Die Vögel hcrben wie alle anderen Thiere gelernt, aus ihrer Hut gegen den Menschen zu sein, und wir hatten kaum gezielt, so war der Vogel auch schon wie ein Punkt im Blau versckwunden. Dieses beständige Pech machte unS so wunderlich böse, daß wir es schließlich als eine Ehrensache ansahen. einen kleinen Vogel zu tobten, auf welch Art es auch sein mochte. Da aesckab es eineS TaaeS und das war nicht im Walde, sondern in einer Ecke des Gartens, der zu unserer Villa gehörte, daß wir in einem Gebüsch ein kleines Vögerl erblickten, das noch nicht fliegen gelernt hatte, sondern nur von Zweig zu Zweig hüpfen konnte. Ohne uns einen Auoenblick m bedenken, schlichen wir uns so nabe als möalich heran und drückten unsere Schleudern ab. Das Vögerl fiel zu Boden: aber es war nicht recht todt. Es lag dort im Grase mit weit offenem Schnabel, und in dem Schnabel bewegte sich die kleine Zunge. Auch die Lluaen lebten. Wir standen ratblos. blutroth vor Scham und sahen uns an. Was sollten wir thun? Sollten wir es tödten? Und dann, was thaten wir mit emem todten Aogeri k .Es stirbt sckon bald von selbst. saate mein Kamecad. "5ta" antwortete ich. .es kann nicht lange leben Wir suhlten, daß einer von uns vencuiy hatte, es zu berühren. Die Sonne hatte sich nicht umwölkt und die Vogel sangen noch immer in den Bäumen. Aber wir 'schlicken uns fort, ohne uns anzusehen, und spielten . ce. T3l.a Nie meqr in oiezer ces Mariens. 5 5 Warum habe ich die Spinne getöd tet? Das war nicht aus Böswilligkeit, es geschah rein impulsiv, weil sie mich erschreckte. Es war in Hanburg. Ich saß allein in einem Hotelzimmer und las meinem Buch. Das elektrische Licht fiel weiß und kalt auf die weißen Blätter mel nes Buches. Ich hatte alle Glühlampen im Zimmer angezündet. ES war still um mich, kein anderer Laut als der der Pendule, die auf dem Kachelofen fries tickte, und 'der Blätter, die ich umwendete. Es war em nebligerHerbst abend; alle ungesunden Dünste der Stadt drangen ins Zimmer und vergifteten meine Laune. Hie und da sah ich vom Buche aus, zum Fenster hinaus: Die todte leere Alster im Nebel, die Gasflammen auf der Lombardbrücke Mit einem Male spürte ich etwas, das meine Hand berührte. Es war eine riesengroße Spinne, haarig und fett, die über meine Hand kroch und hinab in das Buch, das ich las. Als sie sah. daß ich sie betrachtete, begann sie zu laufen. Ich sprang vom Stuhle auf und warf das Buch weit von mir, bleich vor Entsetzen Aber die Spinne war schon über mein eines Bem gesprun gen und hinunter auf den Boden; wie ein Garnknauel rollte sie gerade übers Zimmer, mit einer Geschwindigkeit, als hätte sie Feuer in den Hinterbeinen. Ich mußte sie todten; ich empfand das als einfach Nothwehr. Ich ho) das Buch vom Boden auf, schleuderte es über die Spinne und zermalmte sie Wie ist eS, gibt eö nicht einen alten Aberglauben, der gebietet, daß man nie eine Spmne todten soll? Ich wagte es nicht, daS Buch anzu rühren. Ich habe seither nie darin ge lesen. Ich mußte einen Menschen sehen... Ich ging zur Thüre und klingelte dem eüner. Als er kam, starrte ich ihn verblüfft an, bevor ich mich aufraffte zu sagen: Berschafsen Sie mir etwas Cognac." Den FuchS tödtete ich. weil ich eine Büchse in der Hand hatte, als ich ihm begegnete. Es kam mir sonnenklar vor, daß ich einen Fuchs todten mußte, wenn ich ihn im Walde traf und eine Büchse in der &rnd iatU
's war im Winter. Es schneite je-
den Tag, und jeden Tag ging ich in den Waw mit einer schlechten alten Büchse und einem schwarzen Pudel, Namens Gustav. Ich jagte nicht. Manchmal schoß ich auf Tannenzapfen, um mich zu zerstreuen und um Gustav zu amüsiren, der bei jedem Schuß in die Höhe sprang und vor Entzücken über den Knall laut bellte. Er erschrak nicht davor, denn er hatte noch nicht erfahren, daß eine Büchse ein Mordzeräth ist. Eines Tages, als es schon zu d'ämmern begann, begegnete ich einem kleinen Fuchs. Er war in Privatangelegenheiten unten im Dorfe gewesen und befand sich jetzt auf dem Heimweg, eine gesprenkelte Henne im Maul. Ich stand hinter einem Wachholderbusch versteckt, und er sprang dicht an mir vorbei, ohne mich zu sehen. Ich legte an und schoß. Warum? Man pflegt es so zu thun. Der Fuchs lief noch einige Schritte vorwärts, als sei nichts geschehen. Dann blieb er plötzlich wie erstaunt stehen und ließ das Huhn fallen. Und mit einem schwachen ängstlichen Laut streckte er sich auf dem Schnee aus und starb. Gustav, der schwarze Pudel, der noch ein ganz junger Hund war. stürzte in wildem Entzücken mit seinem muntersten Bellen hinzu und zupfte ihn scherzend an einem Ohr. Aber im nächsten Augenblick begriff er, daß das fremde Thier todt war. Ein unbegreiflich scheuer und rathloser Blick trat in seine schwarzen glänzenden Augen. Endlich schlich er sich mit eingezogenem Schwanz dicht an mich und wimmerte sachte ... Ich ließ den Fuchs , liegen und ging heim, denn ich fror. Am nächsten Tag wanderte ich denselben Pfad entlang, denn das war mein Lieölingsweg. Ich ging leise pfeiferd weiter und dachte nicht mehr an das. was am Tage vorher gefchehen war. Plötzlich zuckte ich zusammen und hielt an: Auf dem Boden vor mei nen Füßen lag ein todter Fuchs. Die Krähen hatten in das blutbesprengte. aufwärts gewendete Auge gehackt. Ich blieb einen Augenblick stehen und betrachtete den Fuchs, während ich zuhörte, wie zwei Baumäste vom Winde an einander gerieben wurden. Ein lebender Fuchs ist schöner als ein todter . sagte ich zu mir selbst. und ich juchte dann andere Wege. Wie ein Tanz eutsland. Au den bevorzuatesten Modetän,en des 18. Jahrhunderts gehörte in Frankreich em Tanz, dessen Muuk den Titel führte: Les Sauvages dans les indes galantes". Man tanzte ihn bei Hofe, in den vornehmen Cirkein und auf den Bällen des Volkes. Die Geschichte seiner Entstehung ist eigenartig interessant. Der Comvonist Rameau liebte Mademoiselle alle, d berühmte Prima-Ballerlna von der großen Oper. Das schöne Mädchen übte neben denKünsten Tervsichorens auch die der Musik. Sie sang und spielte ebenso fertig wie gemuthvoll. Eines Tages kam ihr die Idee. auch componiren zu wollen. Sie bat ihren Anbeter, ihr darin Unterricht zu ertheilen. Der verliebte Compornst rief: Nichts leichter als das, wir können sofort beginnen." Er reichte seiner Schönen eine Nadel und ein Notenblatt und bat sie, die Linien regellos zu durchstechen. Sie that wie er geheißen; als sie fertig war, nahm Rameau das Blatt, verwandelte die Nadellöcher in Noten, ohne auch nur Eines zu ändern, verband sie durch Bogen und Striche und setzte die Schlüssel davor. Der Tanz, nach dem sich bald ganz Paris im Kreise drehte, war fertig. Die Kenner rühmen ihm eine eigenthümlich pikante Melodie" nach. Die ,hohe Jagd" am Eongo. Die Neger am Congo sind unermü'oliche Jäger, nur fehlt ihnen das nöthige Wild. Doch sie wissen sich zu helfen. Sie haben die Ratten auf's Korn genommen. Zwanzig oder dreißig Neger, mit alten Gewehren ausge rüstet, ziehen in martialischem Zuge auf die Jagd. An einer Stelle, wc man reiche Jagdbeute erhofft, wird Halt gemacht und ein großes Fevei angezündet. Durch den beißenden Rauch werden dieRatten aufgescheucht; sie laufen entweder in die Flammen oder werden geschossen, um später alk willkommenes, leckeres Jagdmahl ver zehrt zu werden. Außer den Ratten macht man auch auf Affen Jagd. Ein größerer Trupp von Negern umstellt den Baum, auf den sich der Bierhän der geflüchtet hat. Dann werden gräß liche Schreie auögestoßen; betäubt fäll: der arme Affe zu Boden und wird vz-. barmunasloS niedkraeknallt. ch n . i o i .3 z Geante1 i e. liud.airi: i?tiü nicht, daß ich immer so t;a i.iza6 jahrci. muß ..." ieuieiüiu: l'Uiirnia, Blitzmäkl!" & orn Kasernenhof. Unterofficier (zu einem Einjährigen. Doctor der Philosophie, der hufio an. Reck hängt): Na, jetzt wird er wol endlich einsehen, wie weit er mit seinei Philosophie kommt!" Ein F r ii ch t l. .Mir lönna di nimma länger unterstützen. Du mußt eben jetzt zelber a öi'l zualanga. Zu welchena Arbeit hätt'st denn am meisten Freud'?" Zu dera. wo du 't Podagra davon kriagt hast." Sein Bedauern. Frau Schulze: Es ist merkwürdig' datz du Männer so gern Söhne haben wollen. Mein Vater bedauerte immer, daß ich kein Junge geworden bin." Herr Schulze (seufzend): Das bedaure ich aucb!" '
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