Indiana Tribüne, Volume 23, Number 103, Indianapolis, Marion County, 31 December 1899 — Page 7
Weltschmerz.
w Con Paul Lang. Ich sitze am offenen Fenster, . In eine Schrift vertieft. ' ' . Darin es vom, Elend t LebenS ' In herben Klagen trieft. feä sei die Erde, so les' ich, Ein ewiges Jammerthal, Das aus den Stunden des Daseins Bannt jeden Freudenstrahl. Ein bunter Krairz vor: Schmerzen, Ein nie versiegender Born Von Leid sei unser Leben, Ein blüthenloser Dorn. Ich les' es und durch das Fenster Dringt goldener Sonnenschein, Dringt Lerchenjubel und Düfte Erblühender Rosen herein. llrid neben mir in den Kiffen 'Liegt, eben vom Schlummer erwacht. Mein Büblein und strampelt vorWonne Und schüttelt die Locken und lacht. Hrid aus den Handen leg' ich Das Buch voll Jammer und Harur And setze mein jubelndes Büblein Glückselig auf meinen Arm. Acr Zufall und Wode. Nicht allzu lange ist es her, daß die Frauen, welche ihren Tribut der Mode zollten, als eitel, hohl und putzsüchtig verschrieen wurden. Heutzutage spielt das Künstlerische mächtig in die Alltäglkchkeit hinein. Man sieht auf dem Standpunkt, daß die Frau die Aufgäbe hat, sich ihren Mitmenschen .als das Bild der Schönhöeit zu zeigen, sokveit e3 die von der Natur verliehene Anlage gestattet. Daher geben sich die Frauen nicht nur aus Laune, sondern bewußt der Mode hin, und es ist kaum möglich, daß eine einzelne ??rau die .Mode bestimmen kann, wie es ,m frü'heren Zeiten geschah. Die Geschichte -giebt eine Reihe interessanter Beispiele, in welcher Weise eine Mode entstand. Aus ihnn geht hervor, daß zum großen ) Theil der Aufall die Mode schuf. Die Malibran. die gefeierte Sängelin, will in London einem Feste beiLvohnen und läßt sich dazu eine Toilette aus Paris schicken. Der dazu passende Hut war ein Kunstwerk, ein Wunder aus Tüll und Phantasiestoffen, der .dernier cri", der" die Londoner Damenwelt in Begeisterung versetzen sollte. Die Sängerin, ist bereit; ihre Verehrer, welche den letzten Hantimngen der Künstlerin und ihrer Kammerfrau zugeschaut haben, wollen sie hinab zum Wagen geleiten, als man den kostbaren Hut vermißt. Man sängt an zu suchen, auf dem Bett, unter dem Bett, unter dem Sopha. Nirgends ist rr zu finden. Die Kammerfrau schwört, weint, sie habe ihn da oder dort hingelegt.DieMalibran entschließt sich, einen anderen Hut aufzusetzen. Nun erhebt sich der berühmte Sänger O-CfJt. V !l TJ j ir c S Aitunaoic, vzx mu Ileillzmuiy oem vs?u cyen zugejcyaut hatte, von seinem Sessel und siehe dr?, der Hut liegt verdrückt und zerknittert darauf. Die Künstlerin drückt ihn mit einer graziösen Bewegung auf ihr Köpfchen und steckt ihn mit zwei goldenen Nadeln lest. Sie sieht zum Entzücken darin aus. Die englischen Damen sind be.geistert von dem Chic der Pariser Modistinnen, und eine jede glaubt nur hübsch auszusehen in einem Hute h la Malibran. Die Putzmacherinnen hatitn -reichlich Mühe, einen Hut in den zerknitterten Zustand zu versetzen, aber gegen die plötzlich aufgetauchte Mode -waren sie machtlos, und Niemand ahnte, daß der Zufall ihr Schöpfer war. EinemZufall verdankt auch die Mode der Spencer, die sich jetzt wieder Bahn bricht, ihren Ursprung. Der Bater des berühmten Philosophen Spencer war an einem Wintertage nach Tisch am Kamin eingeschlafen. Sein Ueberzieher kam dem Feuer zu nahe und wurde von der Flamme ergriffen. Als Spencer erwachte, war nur noch der Obertheil unversehrt. Anstatt nun den Rock zu wechseln, ließ er ihn ringsum von seinem Diener verschneiden und ging damit auf die Straße. Die ßttgerl, welche ihn sahen, hielten solch eine Weste über dem Frack für die neueste Mode und ließen-sich Westen äla Spencer anfertigen. Die Frauen ahmten mit mehr Glück als die Männer die Tracht nach und haben sie natürlich in ttesserter und veränderter Auflage .'wieder in unseren Tagen populär gemacht... ?:Ibst .Goethe" wird von der Costümku. iSchopfer einer Mode bezeichnet. &,ii vnb der Sturm- und Drangpeciode hi.'ltin die sogenannt ten ZZrftgenles- tu: eines 5"'.:2. Menschen unwürdig, s!ch an d-'e Vorschriften der Mode :yi hzlt.'N. In recht unordentlicher fa'jftung gingen sie einher' Da crschi.l Goethe's Roman: 2 Leiden d?Z jungen Werther." Der Held träg t darin einen blauen Frack mit 1.'!essingknöpfen, ledergelbe Weste und Ebensolche gelbe Lederbeinkleider, Stiefkl mit braunen Stulpen und einen runden Hut. Das Eostüm kam unter btr.X Namen Werther Costüm in Mobe. ! Goethe selbst erschien darin am Hofe in Weimar, Herzog Carl August :n?: es, und dato folgte der ganze Hofstc: Es war ursprünglich eine englische Tracht, die durch die englischen k:!':bten Sentimentalitätsromane damals in Deutsche land und Frankreich Verleitung fand. Schon um 1634 war eine Mode durch einen Roman lacirt worden. Eine ganz Mlixmit Art von WestenAermeln tannie man ClinadU". Der Name r.: dem Titelhelden eines Romcril entlehnt, der damals sehr viel ''rUtn wurde und, in alle Sprachen Hat t lliploHA iIa Der jranzösische Coä-onist Lully ilh:. nur iirir . .niiiiini iiuir
nachte eine Oper auö dem Roman, und vom Theater hielt das Costüm des Amadis seinen Einzug in die Mode. Ein ähnlicher Vorgang ist in Paris bemerkbar. Der Roman und mehr noch das aus ihm entstandene Drama Die rothen Lilien" von Anatole France beeinflussen sichtlich die Mode. Die Lilie wird als Schmuckgegenstand, als Zeichnung für die Stickereien auf den Toiletten und als Blumendecoration allen anderen Mustern vorgezogen. Allzu auffällig ist es freilich nicht, daß die Lilie so zur Geltung kommt, denn sie ist schon seit langem ein Lieblingsmotiv unserer modernen Künstler. Haben wir bisher die Spuren verfolgt, welche der Zufall der Mode gewiesen hat. so können wir an einer Anzahl von Beispielen die Nothwendigkeit in dem Erscheinen vieler Neuheiten erkennen. Gegen Ende des elften Jahrhunderts kamen in Frankreich die gespitzten, geschnäbelten Stiefel -auf. Graf Fulko von Anjou soll ihr Erfinder sein. Er hatte mißgestaltete Füße, arge Frostballen und Gebrechen. Um diese Häßlichkeiten zu verbergen, zog er Stiefel mit langen Spitzen darüber. Er hatte damit eine Mode auf-, gebracht, die zu vielerlei Ausschreitungen Gelegenheit gab. Merkwürdigerweise waren damals die Deutschen geschmackvoller als ihre westlichen Nachbarn und ahmten sie nicht nach. Als Nothwendigkeit, das heißt als eine' vom künstlerischen Feingesühl dictirte Nothwendigkeit, kann auch das Tragen des Neifrockes, der Crinoline, angesehen werden. Ueber die Crilwline, über ihren Ursprung ist schon manches erzählt worden. Man schreibt sie der Kaiserin Eugenie zu, aber sie war bereits zu Maria Antoinettes Zeit bekannt. Gerade durch diese Königin gelangte der Reifrock zum Ansehen. Die Haarfrisuren wurden mit Hilfe von falschen Haaren zu einer kaum glaubhaften Höhe aufgebaut. Beinahe thurmartig wirkten sie und ließen die Figuren der Frauen zu schmal erscheinen. Um diesen Widerspruch aufzulösen, bot man ein Gegengewicht in der Crinoline. Der Gebrauch, in Gesellschaft ein Taschentuch an die Lippen zu drücken, welcher in der ersten Empirezeit en voue war, rührte von der Kaiserin Josephine her. Um ihre häßlichen Zähne zu verbergen, lachte sie stets hinttt ihrem Spitzentaschentuch. Die preußische Königin Luise trug zur V:rhüllung ihres Kropfes Tüll- oder Spitzenwolkcn um den Hals. Die duftige, gut kleidende Mode fand bei Hofe und in bürgerlichen Kreisen lebhaften Beifall. Zufall und Nothwendigkeiten schufen Moden, und die Menge mit geringem eigenen Urtheil und Geschmack" verbreitete sie. Auch heute gelten französische Schauspielerinnen als Urheberinnen der Mode. Gar phantastische Costllme entspringen ihren Köpfen. Dramen wirken bestimmend auf die Mode ein. Wir haben einen CyranoHut. und das Colorit der Schnitzler'schen Grünen Kakadus und vielleicht der Sardon'schen Robespierres wird bei unserem Zurückgehen auf die französischen Moden verflossener Tage nicht ohne Einfluß bleiben. Unsere Frauen gelten aber nicht mehr als blinde Menge. Sie sind erfüllt von der neuen Weltanschauung, von der Bedeutung des Durchringens des Persvnlichcn, und sie folgen ihrem eigenen Geschmack. Sie wollen eine graziöse Linie schaffen und nehmen nur das von den Modevorschriften für das eigene Ich w Pacht, was zur Hebung und zur Vollendung dieser Linie beiträgt. Die erste JrauenBuchdruckerti. Ein bemerkenswerter Versuch der Frauenemancipation, wurde während der französischen Revolution unternommen. Es handelt sich um die erste Buchdrucker, in der Frauen thätig waren. Nach der Aufhebung der Privilegien versuchten die alten Corporationen, freilich vergeblich, sich in einer neuen Form wieder aufzuthun; vor allem andern wollten die Buchdrucker ihr Gewerbe abgeschlössen erhalten. Unter den Pariser Buchdruckern widersetzte sich indessen der Bürger Deltufe" diesemBestreben, eröffnete seine Werkstatt allen jungen Leuten, die das- Handwerk erlernen wollten. Dann richtete er , im Jahre 1794 eine originelle Petition an den Nationalconvent, in der er die Errichtung einer Buchdruckerschule fürFrauen vorschlug. Gegenüber der ptohrng, die Setzerkunst sei 5". rwierig, als d?ß sie JünaliN''? und Frauen erlerneil
tönnte er "auf die Erfolge hin, Vv. er mit seiner Buchdruckerschule gehabt habe. Die Petition hatte Erfolg. Deltufe erhielt eine Geldunterstützung vom Staate und ein stattliches Gebäude für seine Schule. So wurde denn die Frauenbuchdruckerei in der Folge wirklich mit Unterstützung des Nationalconvents eingerichtet, und sie bestand auch mehrere Jahre hindurch. Kürzlich hat sich eine Broschüre von 117 Seiten mit demTitel gefunden: .Der Triumph der Philosophie oder die wahre Frauenpolitik", die den Vermerk trägt: In der Buchdruckerei der Frauen unter den Ausspicien des Nationalconvents". Der Druck ist gut und sorgfältiger als die entsprechenden Drucke jener Zeit. 'Aus der Schmiere. J8el der jetzigen Theuerung, Herr Direktor, geht es bei Ihrer Truppe wohl etwas knapp her?- .Oh, durchaus nicht die Lebenömittel fliegen uns nur so zu." Voöhaft. Student: .Diese Nacht bin ich doch mit dem Bett durchgefallen!" Hauswirthin: .Dahaben Sie jedenfalls wieder vom Examen ae träumt!" .. . ! .
Durch das Tekepyon. . Von Charlek Bluut. An jenem Tage hatte Josias Blust) eine ganz verrüete Idee. Er wollte heirathen. Wen, das wußte er selbst nicht, war ihm auch ganz egal. Eine oder die Andere. Und da es ihm völlig egal war, so wollte er's auf den Zufall ankommen lassen. Von den nächsten zwölf Mädels, die ihm jetzt unterkamen, wollte er eines nehmen, falls sie ihn nur nahm. Und er stellte sich an's Fenster. Eine alte Dame ging zuerst vorbei, eine Dame mit ihrem Dienstmädel! Dienstmädels? nein. Dienstmädels waren keine Mädels für ihn und zählten daher nichts als solche. Dann kamen zwei, drei Frauen mit ihren Kindern, dann eine Dame,'so in die Dreißig, die konnte verh' irathet sein, oder auch nicht, ja, genauer besehen, sah sie verzweifelt unverheirathet noch aus, aber sie zählte nicht mit. Denn eine .junge Dame- in den Dreißigern kann man doch kein Mädel mehr nennen. ' Damit war's also nichts. Aber halt, d?rt trippelte eine. Na, schön war die gerade nicht, lang aufgeschossen und hager und spitz, nein, ein Lineal hatte er auf seinem Pulte schon liegen, da brauchte er kein zweites als Frau. Da war die da schon besser. Ein bischen zu klein, ein bischen zu dick, aber. . . nein, danke, sie hatte eben gelächelt, rechts und links fehlte ein Zahn, das war nichts für ihn. Und die Dritte?! Gott sollt' ihn bewahren. Da war die erste noch schöner! Die, die jetzt kam, allerdings... . ja. . . die konnt' es thun. . . aber oerdämmt, da ging ja Tom Jinkins gerade auf sie zu und grüßte sie und gab ihr die Hand und sie wahrhaftig, sie hing sich jetzt in ihn ein und beide gingen lachend davon. Also warten. No. 5. brr! Der Teufel weiß, woher die vielen häßlichen Mädels kommen. Da sind ja die verheiratheten Weiber, die vorbeikommen, noch viel hübscher. No. 6. Die ging an, aber die Mutter daneben! Die geborene Schwiegermutter, das sah man ihr auf sechs Meilen weit an. Trotzdem. . . Da, No. 7. Donnerwetter, wie zierlich, wie kokett. Ja, die könnte ihm passen.. Und wahrhaftig, ja, er wollte fchon Hut und Stock nehmen und hinausstürzen zu ihr, da sah er zur rechten Zeit noch, daß sie nichts für ihn war. No. 8 war häßlich. No. 9 hübsch, aber sie hinkte. Merkwürdig, daß hinkende Mädels meistens so hübsch sind. No. 10 fuhr auf demTandem vorbei. Im Sattel hinter ihr saß Joe Linre. Das war also auch nichts. Blieben noch zwei. Aber schwül wurde ihm dabei. Ganz verdammt schwül. Trotzdem sah er weiter hinaus. Da um die Ecke bog eine Gestalt. War es ein Mädel? Wer weiß es? Er selber kam nicht dazu, es zu entscheiden, denn in demselben Augenblick klingelte es. Das Telephon. Die Erlösung. .Wer dort?" Er war mit einem Satze am Apparat. Ist dort Fred Rodgers & Comp.", fragte eine glockenhell weibliche Stimme. .Nein, nein, Fräulein, hier ist Josias Blush, von der Firma Blush & Comp." .0 Pardon, da sind wir falsch verbunden." Wie ein Blitzstrahl flog da ein Gedanke durch das Hirn von Josias Blush. Ein ganz verrückter Gedanke. .Falsch verbunden?" rief er. .Gar keine Idee. Wir sind vom Schicksal verbunden. Denn Sie sind die Zwölfte.Am Telephon kicherte es. .Die Zwölfte? Wie meinen Sie das?" .Gestatten Sie mir erst, daß ich mich Ihnen vorstelle. Wie ich heiße, wissen Sie schon. Wer ich bin, wissen Sie auch. Aber wie ich aussehe, wissen Sie noch nicht." Jn's Telephon hinein lachte es wieder. Er aber ließ sich nicht beirren. .Ich bin 27 'Jahre alt, blond, ein Meter 72 hoch, proportionirt, annehmbar hübsch, habe 2000 Dollars jährlich zu verzehren, paßt Ihnen das?" .Wozu?" fragte die hübsche, reizende lachende Stimme. .Wozu? Natürlich um mich zum Manne zu nehmen." ,12enN'ich.Sie nehmen würde, vielUiu':r i , Nein, ohne mich zu kennen." ' .Hm," klang es zlr2ck. Wer weiß. Vielleicht ja." .Dann bitte ich mir auch über sich Auskunst zu geben." ' . Wieder vor allem das i ' n dann die Antwort, der man bin -ngene Ernsthaftigkeit anhörte, c .,.mrrig klang der Ton, in dem die Uorie gesprochen. $ .Allen Duffley-Q'Clem,' achtzehn Jahre alt, auch blond, 1' eter 6 groß, auch proportionirt, ' auch an nehmbar hübsch, habe jäh.ch 1000 Dollars zu verzehren. Pat Ihnen das?" ; Famos!" entgegnete er.'; ' i .Wir sind also einig?" ' : .Vollständig." ; j ' Und wann heirathen wiu" Wenn Sie wollen, heute llfnd um acht Uhr." .Wo?" kicherte es wieder v' 'dem Telephon heraus. - Bei meinem Notar, Mr. I. Edison Square 1226." . -Sehr gut. Ich komme." N
,Aber noch eins, wir dürfen unL mcht eher sehen."
.Nicht eher, als wir Mann und Frau sind." .All right. Aber weshalb?" .Weil. . . weil es doch eine Enttäu. fchung abgeben könnte." .So, so. . ." .Ja, und nach der Hochzeit. . . nach der Hochzeit ist man ja auf Enttäuschungen mehr oder weniger gefaßt." Abends. Acht Uhr. Der Notar hat die ganzeSache verrückt gefunden, aber interessant. Bei ihm Alles dunkel. Josias Blush ist bei ihm, von dem man nichts sieht. So dunkel ist es. Nun klingelt es. Sie ist es. Ist sie's auch wirklich? Ja. Der Notar führt sie herein. Sie tappen herein. Er aber, Josias Blush, erkennt sie aner Stimme, am Lachen. Ist er da?" .Ja." Und sie lacht auf. Eine verrückte Idee das von Ihnen. Und Sie wollen wirklich?" Heirathen?. . . Ja und Sie?" "Q gewiß, Mama und Papa aber, was die dazu sagen werden. . .? Doch ich bin ja dann Ihre Frau, da hat ja Papa überhaupt nichts mehr zu sagen," und sie lachte wieder auf wie ein Kind. Also los!" sagte Josias. Und die Formalitäten begannen. .Ja." .Ja." So, jetzt kritzeln Sie Ihre Namen hierher. Ja." Und sie kritzelten. .So," sagte der Notar, drückte auf den elektrischen Knopf und das Licht überfluthete alles grell und blendend. So blendend, daß Beide die Augen erst zudrückten. Er aber machte sie gleich wieder auf. .0!" rief Blush, als er sie sah. Und da blinzelte auch sie. ' Oh!" sagte sie auch. Und meiner Treu, besser hatte ich gar nicht wählen können. Miß Ellen, ich schätze mich glücklich. . ." Sie aber sah sich um, als suche sie Jemand. .Ja, waS suchen Sie denn?" Die Miß Ellen, von der Sie reden." .Ja, sind Sie denn nicht. Ich? gar keine Spur, ich bin, soviel ich weiß, jetzt Mrs. Ellen, Mrs. Ellen Blush, und will's gerne bleiben, so lange es geht."
Ein gefallener Engel." ' Lon Hugo Ctobitzer. .Sehen Sie Jenen dort unter den Buchen?" fragte der mich geleitende Assistenzarzt der Anstalt, indem er auf eine nahe Gruppe von Bäumen wies, in deren Schatten ein junger Mann lag, eifrig beschäftigt, mit einem riesigen Schöpflöffel aus einem kleinen Wasserbassin das Wasser auszuschöpfen. .Ein trauriger Fall," fuhr mein liebenswürdiger Begleiter fort, nachdem ich seine Frage bejaht. .ein sehr trauriger Fall das alte, uralte Lied, aber con variationi" mit einem Ausgange, wie ihn wohl selten e?ne rein menschliche Schwäche, von der wir uns nur einen Augenblick lang vielleicht übermannen ließen, zur Folge haben dürfte." .Das alte Lied?" fragte ich erstaunt. Ja, wenn Sie es übrigens interessirt, kommen Sie, er mag Ihnen die Sache selbst erzählen. Wollen Sie nur, bitte, alle seine Fragen mit Ja beantworten!" Einige Schritte und wir standen einem jungen Manne gegenüber, einem bildschönen Menschen pon vielleicht 25 Jahren. Seine Kleidung, seine ganze Erscheinung, verriethen ihn sofort als den besseren Ständen angehörig, das tadellos gepflegte rabenschwarze Haar ließ das interessante, fein geschnittene Gesicht wielleicht bleicher erscheinen als es war, aus den tiefblauen, großen Augen sprach unsagbares Weh, um den schönen Mund zuckte es ab und zu flüchtig, wie von mühsam verhaltenem Schmerz. Nun, mein Lieber, noch nichts gefunden?" fragte mein Begleiter. ' Nein, Doctor, zwei Stunden bereits arbeite ich Sie hören doch, es singt ja immer da droben in den Lüften, sie muß tief, fehr tief ach so, der Herr " damit wandte er sich mit einem forschenden Blick an mich der Herr weiß ja gar nicht, wovon ich rede. Kommen Sie, ich will's Ihnen erzählen es ist eine lange, lange Geschichte." Langsam zog er mich an seine Seite. .Es war vor vielleicht drei Jahren nicht wahr, Doctor, so lange mag's her sein?" Der Gefragte bejahte also vor ungefähr drei Iahren, da kam ich, wie schon so oft vorher, zu meinen Eltern auf Ferien, ein junger, lebeslustiger Student; die alte Heimath, der alte Park Alle? fand ich wieder, wie ich's verlassen Alles beim Alten, nur nur drunten auf der Mühle, die zu meines Baters Gut gehörte, da war ein neuer Pächter eingezogen. Recht nette, liebe Leute und die hatten ein einziges Kind, eine Tochter Martha hieß sie Herr, haben Sie eine Liebe?" Dem Auftrage des DoctorS gemäß bejahte ich mit einem stummen Kopfnicken. So, dann verstehen Sie ja! Und die Martha war ein schönes Kind so schön, so jung und auch ich war zung es dauerte nicht lange wir Beide liebten uns. Herr, war daS ein ' Verbrechen?. Nein! Aber mein Vater hielt es für ein solches, Du, der Sohn des .. reichen Gutsbesitzers, und die hergelaufene Müllerdirne" saate er. .wenn das kein Ende
: immt, kannst Du gehen oder sie!" , . . '
Und ich ging auch, aber nicht fort, o nein zu meiner Martha ging ich wieder, hatte ich doch des Vaters hartesWort längst wieder vergessen! Herr, was thut man nicht Alles, wenn man jung ist und verliebt. Ich ging zu meiner Martha, Tag für Tag o, und das war so schön aber nicht lange, denn bald hatten es die bösen Leute meinem Vater wieder hinterbracht. Es gab argen Streit und das Ende war, daß er sagte: So und morgen gehst Du nach Heimhausen zum Onkel und von da weg werde ich Dich auf eine weit entlegene Universität schicken!" Eine entfernte Universität Heimhausen um des lieben Friedens willen war ich's zufrieden, was er damit wollte, wußte ich ja. In der Ferne sollte ich Martha unsere Liebe vergessen! Ich ging zu ihr, ihr das Alles zu erzählen. Sie war anfangs recht, recht traurig, als ich ihr aber sagte, uns Beide könne keine Zeit, keine Ferne trennen, Herr, da lachte das schöne Kind unter Thränen. Ich nahm Abschied von der alten Mühle, von den guten Müllersleuten und meine Martha geleitete mich auf dem Heimweg. Herr und das war ein Unglück wissen Sie, was die Liebe ist?' Abermals bejahte ich mit einem Kopfnicken. Nun ja, dann verstehen Sie ja! Das war an einem schönen Augustabend, Hand in Hand gingen wir den Weg zu meines Vaters Gut, durch wogende Felder vorüber an grünen Wiesen. Wir sprachen nicht viel, wir kitßten uns nur immer, es galt ja einen Abschied für Gott weiß wie lange. Und dann, dann kamen wir an dem kleinen Schloßweiher droben am Waldsaum, noch einmal wollte ich hinuntersehen auf die liebe Mühle, die Zeugin der vergangenen schönenStunden und Tage, langsam ließ ich mich in's Moos nieder und zog die wiVerstrebende, erröthende Martha an meine Seite. Glitzernd und blendend lag die kleine Wasserfläche vor uns, den blauen Himmel wiederspiegelnd mit seiner Sonne und den kleinen, weißen Federwölkchen; die Wasserrosen nickten und schwankten im Abendwinde, gierig haschten sich über den Fluthen die blauen Libellen, berauschend dufteten die Waldblumen und über und um uns da rauschten und wogten die Waldbäume und jubilirten die Vöglein. Wie war doch Gottes Erde so schön so schön für Alle und wir, wir Zwei sollten da Abschied nehmen von einander, Abschied auf lange! Und da, ich weiß nicht, wie es gegangen da kam's über uns der Schmerz der Trennung die Hoffnung auf die Zukunft die Allgewalt der Liebe die Versuchung die Martha war ja so schön, und wir Beide so jung und hatten uns so lieb ja, damals, da kam's über uns und wir wurden schwach " Der Redende machte eine Pause, gespannt lauschend sah er hinauf in die dunklen, wogenden Aeste lange lange dann schüttelte er müde Len Kopf und ein Seufzer rang sich aus seiner Brust. Ach so fuhr er, schwer athmend mit trauriger Stimme fort, indem er uns anblickte, als wären wir vorher gar nicht dagewesen. Ach so Sie verstehen doch Herr als wir aus unserem Liebesrausche erwachten, da ging's bereits auf Abend lnge sah mich die Martha an mit großen, fragenden, angstvollen Augen o, ich meine sie heute noch zu sehen, diese Augen! Dann küßte sie mich noch einmal, es war ein heißer, wilder Kuß, wie sie ihn mir vorher niemals gegeben und dann dann war ich allein. Traurig ging ich heim, und Alles kam, wie es der Vater gesagt hatte. Er glaubte, ich sollte die Müllerstochter draußen in der Welt vergessen, nein, Herr, das konnte und durfte ich nun aber erst recht nicht wir Beide schrieben uns oft, jede Woche dreimal, und da da kam einmal ein Brief von ihr mit verwischten Buchstaben und Worten, wahrscheinlich von den Thränen, ein Brief voller Klagen und Bitten was hatte ich doch gethan? O Herr, jener Abend, jene turzen Stunden und nun das arme, arme Kind! Ich sandte ihr, was ich an Geld hatte und auftreiben konnte, gab ihr gute Rathschläge und gelobte ihr zum so und so dielten Mal, sie müsse und werde mein Weib werden, nun erst recht und ihre Antwort sagte mir auch, daß sie vernünftig, ganz vernünftig fein wolle o,' wie war ich doch da so glücklich. Aber wenige Tage darnach, da kam ein Brief von meinem Vater und was stand darin? Er wisse Alles, er habe der dummen Müllersdirne den Kopf zurechtsetzen wollen und ihr Geld angeboten, so viel sie wolle und brauche, nur solle sie schweigen und mich lassen und am selben Abend, da sei meine Martha dann in's Wasser gegangen. Herr, hören Sie aber auch, was ich Ihnen da erzähle?" Ich sah in seine dunklen Augen, die im Fieber glänzten, ein leises Ja" kam über seine Lippen. Ja. Herr in's Wasser! So weit konnte ich den Brief lesen weiter nicht am nächsten Abend war ich in meiner Heimath. Zum Vater wollte ich nicht gehen der hatte sie in's Wasser getrieben zum alten Müller konnte ich doch auch nicht den Ersten, dem ich begegnete, fragte ich: Wo ging Müllerö Martha in's Wasser?" Wie eh dabei ausgesehen, daS weiß ich nicht ich weiß nur, daß der Mann den Kopf schüttelte und mich ganz sonderbar ansah dann sagte er, droben am Schloßweiher" und dann ließ er mich stehen. Also droben am Schloßweiher da droben vielleicht an der Stelle, wo Wie ich hinauf kam, weiß ich nicht, und als ich droben stand, da war Alles, wie damals Herr Alles nur
die Bäume rauschten anders ganz anders g.anz sonderbar wie ich sie vorher rne gehört hatte. Und wissen Sie, was sie. sangen, die TannenWipfel und'die Lüfte? Herr ein Lied, von einem gefallenen Engel, ein Lied von der Sünde, die ich begangen und die sie in's Wasser getrieben. Ja ich und das Wasser Herr, hören Sie es noch da droben, das Lied in den Bäumen gelt, Sie hören es " Hastig hatte er die letzten Worte gesprochen, nun schwieg er und lauschte dann traf mich ein Blick, traurig, müde aus seinen schönen, großen Augen, dann wandte er sich von uns ab und als wäre Nichts gewesen, nahm er seine Thätigkeit wieder auf Löffel um Löffel schöpfte er aus dem kleinen Bassin zu seinen Füßen, nur ab und zu machte der Unglückliche eine kleine Pause ein banges Lauschen und mit erneutem Eifer setzte er seine Beschäftigung dann wieder fort. Der Doctor gab mir ein Zeichen, Thränen in den Augen ging ich von dem Armen weg. Und wissen Sie, was das Sonderbarste an der ganzen Sache ist?" fragte mich der Arzt. .Jenes Weib ist nämlich gar nicht todt! Wohl ging sie damals in's Wässer aerade an der von ihm bezeichneten Stelle aber hätte der Unglückselige den Brief seines Vaters zu Ende gelesen vorüberkommende Holzknechte retteten das arme Ding und nachdem sie einige Tage mit dem Tode gerungen da wurde des alten Gutsherrn Herz weich er schrieb es seinem Sohne in jenem Briefe stand es er solle in Gottes Namen seine Martha haben aber was nützte das? Von jenem Tage an, wo. wie er Ihnen ja eben erzählte, er an dieStelle am Welher gekommen war von dem Tag an, da war's aus mit ihm. Abends brachten sie ihn heim, fieberkrank und phantasirend, und als er wieder erwachte, da sprach er nur mehr von einem Lied, das er immer höre, einem Lied von einem gefallenen Engel und dann ging er hinaus an den Schloßweiher ihn auszuschöpfen, um seine Martha zu suchen. Zwei Wochen nachher kam er zu uns. Leider keine, gar keine Aussicht trotz Allem!" .Wiesö. trotz Allem?" fragte ich gespannt. .Seine Martha, von der er Ihnen erzählte, die ist bei uns in der Anstalt, bereits seit zwei Jahren ihr Kind wird auf dem Gute seines Vaters erzogen sie pflegt ihn, wie nur ein liebendes Weib Pflegen kann, aber" der Doctor athmete schwer auf aber 1 er kennt sie nicht mehr. Die richtige sei todt,. sagt er, und mit dieser wolle man ihn nur betrügen." .Der Arme!" sagte ich und wandte mich nochmals um nach dem Unglücklichen, er lag noch immer an derselben Stelle aber an seiner Seite, da kniete ein junges, wunderschönes, blondhaariges Mädchen und sah mit traurigen Augen auf den unermüdlich Schöpfenden nieder seine Martha, der gefallene Engel, die der Arme nicht mehr kannte. Als ich wenigeMinuten später durch die dichten Laubgänge des Gartens dem Ausgangsthor der Anstalt zuschritt, da sah ich sinnend hinauf zu den uralten, dichten Laubkronen war's möglich? Dieselbe Luft, dieselben Zweige, die uns glücklichen, gesunden Sterblichen Frieden und Freude in's Gemüth rauschen dieselbe Luft, dieselben Zweige, sie sind die Marterwerkzeuge für den umnachteten Geist jenes Unglücklichen sie mit ihrem unheilvollen Sang von gefallenen Engeln".
Komische Namen. Humoristischer Natur sind viele alte Straßburger Namen, die einen Einblick in die fröhliche Lebenslust des 14. und 16. Jahrhunderts gewähren. Da finden wir in der Kalbsgasse einen Schuhmacher Hans kumme noch hie nacht (komme noch heute Nacht), eine Redensart, mit der er wohl seine Kunden häufig mag vertröstet haben. Auf dem Roßmarkte wohnte um 1550 der Hufschmied Diebold Spring in. die Schmid, am Schiffleutestaden der Wirth Elias Sparschuh, der wahrfcheinlich viel barfuß umherlief, in der Langen Straße ein Schmied Mornhinweg (Morgen hinweg), ein Name, der im Badischen und Württembergischen heute noch vorkommt. Ein andcrer Schmied hieß Schenk und drink, ein Bäcker Schür die Geiß (Schere), die Gaiß (Ziege). Der Name Schenkbecher ist ein Satzname, den wahrschcinlich ursprünglich ein Wirth trug, ebenso Zuckerwert, Zucksschwert, d. i. Zücke das Schwert, Gerathewohl, Habellltzel. d. i. Habewenig, wie Habenichts gebildet. Schüttenüt ist vermuthlich auch ein Wirthsname in dem Sinne: Verschütte nichts (oderSchütte ihn aus.) 1466 finden wir einen' Schuster Hans Durchdenwind, einen Weber Undundumb. Der heutige Name Küßwieder lautet allerdings ursprünglich Kiesewetter, d. h. siehe nach dem Wetter. Ach so! Gerichtsvollzieher: .Na, Meester, Sie haben ja jestern Abend unten in der Destille erzählt, daß Sie in letzter Zeit ville Jeld verdient haben, da können Sie wohl heute bezahlen?" Meister: .Hm ja ick hatte 'ne Jeldstrafe, und die habe ick abjesessen!" Im Restaurant. Gast: .Aber zum Donnerwetter, der Fisch ist ja schon ganz eiskalt!" Kellner: .Na, deswegen brauchen Sie sich nicht I lo aufzuregen; Fische gehören doch zu V f ftllfiltHlmrt ffc?!' vv utivtukiktt yittfci.
Auf dem Aricdyos. Lon 5Z. Not. Auf einem Grabe des stillen Krrch Hofs lag ein Kranz von Schneeglockchen. Es hatte die Nacht vorher gereg-' ' net, und an den feinen Blättern der zarten Blüthen hingen die Regentrc pfen wie Thränen. Horch! Ist nicht ein leises Geflüster aus dem Sichneigen und Wiegen, der. Halme zu vernehmen? Richtig! Dort das kleine zartePflänzchen neigt sich seiner Nachbarin zu, als suche es eine Stütze an dersclben. Der Blumenkelch öffnet und, schließt sich, und ein Tropfen kryflallenen Wassers gleitet am Stengel zur Erde nieder, und leise flüstert oaSBlümlein: Oh, hätte ich nie das Licht dieserWelt erblickt! Es liegt wie rn Alb auf mir, matt und gebrochen fühle ich mich." Du hast recht", entgegne!e daZ Nachbarblümchen, ein lieblichesPflänzchen, wir Blumen hier auf dem Kirchhof lernen nur das Leiden derMenschenkinder kennen. Die Nähe ccs Todes hat auch mich bereits ergriffen.. Oh, was habe ich gestern an einenr Tage nur all für Leid und Schmerz sehen müssen! Als sie gestern in den Mittagsstunden den schon Jahre lang kranken, jun-. gen Ehemann hier hinausbrachten undan seiner offenen Gruft die Wittweam Arme eines guten Freundes stand' und nicht viele Thränen dem verloren nen Gatten nachweinte, haöe ich die' Bitterkeit des Todes nicht so empfunden. Die junge hübsche Wittwe wirdein Jahr äußerlich trauern, und dannnächstes Jahr, wenn unsere Schwestern..ihre Blüthen erschließen, wird sie be--reits einem Anderen anhangen. Siehst.' du, dieser Todte war gut aufgehoben. Er war siech und matt, nur auf KriU cken und am Arme Anderer konnte er sich fortbewegen, feinem lebenslustigen. Weibe war er vielleicht schon lange zurLast, was er innerlich schmerzlich enPfand, bis der Tod ihn erlöste." Eine Weile tiefes Schweigen. Dann begann das Geflüster wieder: Als einige Stunden später wiederdie schweren Tritte der Sargträgervernehmbar wurden, unterbrach lautesSchluchzen unsere Stille hier. Ein. greises Elternpaar folgte dem Sarge der einzigen Tochter, die ihres Alterst Hoffnung und Stütze gewesen war -2ann brachten sie einen Familien--vater heraus, der eine Frau mit sechs unmündigen Kindern mittellos hinter--ließ." Da knarrte die Kirchhofsthür. Da5. Schneeglöckchen richtete sich höher. Die: Thür war bereits weit geöffnet; drau--ßen stand ein schwarzbehängter Lei--chenwagen und wenige Kutschen. Wer wird es sein?" flüsterte t ängstlich. Jetzt erst gewahrte es. wieganz in ihrer Nähe eine offene Gruft, war. Der Sarg wurde gebracht und ander Gruft niedergesetzt. Der Prediger, einige junge Leute, anscheinend Studenten, und eine Diakonissin gruppirten sich um das Grab, gerade gegenüber von 'den beiden Schneeglöckchen. Aufmerksam lauschten, letztere den Worten des Predigers. Es war ein armer, einsamer Student, der fern von der Heimath gestorben, dem die Worte des Geistlichen, galten. O, dieses junge, hoffnungsvolle Leben!" flüsterte das Schneeglöckchen,, während der Prediger dem Dahinge schiedenen die üblichen drei HändeSand nachwarf. Ging es nicht eben wie ein Seufzen durch die Creatur? Oh, da lag unser krankes, mitleidsvolle Schneeglöckchen zertreten am: Boden. Einer der Todtengräber hatteachtlos mit seinem schweren Fuß barauf getreten. Die Diakonissin, die treue Pflegerin? des jungen Verschiedenen in den letzten Tagen, hatte sich ein wenig zurücke gezogen, jetzt näherte auch sie sich dem Grabe und sandte mit stillem Segensspruch den letzt'.n Gruß in die Grufb hinab. Beim letzten Aufheben desSandes gewahrte sie das zertreteneBlümchen, betrachtete es eineWeile mitleidig und warf es dann mit hinab. Bald ist es ganz still auf dem Friede Hof. Plötzlich fängt auf der kahlen: Trauerweide ein Spätzlein leise an zur zwitschern. Da hebt auch das Schnee glöckchen, das seine Nachbarin verloren hat, sein Köpfchen wieder, das es m tiefem Schmerz um die verlorene Schwester gesenkt hatte. Dank Dir, kleiner Sänger, für Dein Liedchen", nickt es dem Vogel zu und läutet dann, wie zu stillem Grabgesang. mit seinem Köpfchen hin und her, als riefe es den beiden Schläfern dort unter der kühlen Erde ein letztes. Lebewohl zu.
w e f cy ä f t s g e i st. Cohn jun. (in der Zeitung lesend): Vaterleben, morgen kommt der große Ko met!" Cohn sen.: Häng' sofort t Schildche an's Fenster: Totaler Aus. verkauf wegen Untergang dr Welt! U n t e r A e r z t e n. Der altere Arzt: Es ist merkwürdig, Herr Collega, wie rasch Sie fast populär geworden sind und in den vornehmsten Kreisen, speziell zu den feinsten Da--men geholt werden. Wie stellen Sir denn das an?" Der Jüngere: Ich habe dasür gesorgt, daß meine Patienten zu allererst die neuesten Modekrankheiten bekommen." Im Spezialitätentheater. Direktor: Was ist denn dn hinter den Coulissen für ein Hüllenskandal?" Regisseur: Ach, de? Mann mit den zwei Köpfen macht -Spektakel, jeder von seinen beik. " - T . Y r , c 4tc? jcn iriu zuerr rann roeroen. '
