Indiana Tribüne, Volume 23, Number 103, Indianapolis, Marion County, 31 December 1899 — Page 4
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jiWJtui mvuw itlrtirnf SLöflltsÜ llND KKT. , J r - Ät tägliche .Tribüne löstet dch den Xzlg i Xtnti per Woche, die ContaaNXrtdae'l int per Oo4. eid ,af ff U Tentti Ir et per Iftexte. Vr ihu - Sud z,z,schi i, 9maJtVKS fr Hit. O7?w,z 13 iMsSS GiS&Ük Indianapolis, Ind., 31. Dezember '99 SllUlllW-URÜMi. 1599 Iahr:'der christlichen Zeitrechnuvg find vorüber, und morgen 6c ginnt daS letzte deS Jahrhunderts. Wie ganz anders sah eS vor hundert Iahren in der Welt auS als heute Leim Beginn unseres Jahrhunderts waren eS dreißig Sahre her, daß JameS Watt eine brauchbare Dampfmaschine angefertigt hatte. WaS im Anfange unseres Jahrhunderts an Dampfmaschinen vorhanden war, va? kaum der ttede werth. Und heute? Wir dermögen unS kaum mehr ia eine Zeit h'neinzudenken, in der man ohne Dampfmaschinen fertig werden mußte, und auch fertig werden konnte. Denn wenn auch beute der Unbemittelte sich hundert Dinge beschaffen kann, die er damals entbehren mußte, zu essen und zu trinken hatte er so gut wie heute, nnd daS ist doch schließlich die Hauptsacht. Sin Viertel unseres Jahrhunderts war schon dahin, alS der Engländer Stevenson die erste Lokomotive baute Zir Zeit, alS man 1K01 schrieb, da hatte man keine Ahnung davon, daß man bloß hundert Jahre später in zwanzig Stunden von Indianapolis nach New Lork würde fahren können. Bon den drei Dingen, die dazu noth wendig waren, nämlich Indianapolis, die ttlsenbahn und New Lork fehlten die ersten beiden vollständig. Ander alS mit Pferd und Wagen konnte man damals nicht reisen, man reifte deßhalb auch nicht viel und blieb hübsch zu Hau bei Muttern. Dampfsch'ffe begannen damals gerade aufzukommen, aber eS waren kleine unansehnliche ft!uß)ampser. Unsere heimathmüden 2,adSleule kamen auf Skgtllch ff;n herüber und brauchten fcmu je noch Umständen fünf biS acht Wochen, manchmal auch noch länger. Bon den palastartigen Riesendampfern, welche heute die Reise in einer Woche machen, träumte man noch nicht einmal. DaS Leben bot damals nicht so diele Bequemlichkeiten wie heute. Hatte man doch nicht einmal Streichhölzer zum geueranmachen. Man behalf sich mit Slahl und Zunder, oder mit irgend einem stw:rfäll,gen Apparat, lieh wohl auch zur Vorsicht stetig ein kleines Feuer, oder ein L cht brenren. Talg lichte, oder ein Stückchen Baumwolle mischen den Handflächen zu einem Dochte gerieben und in Oel gelegt, gaben alles L cht, daS man damals brauchte. Wahrscheinlich ging man damal auch früher zu Bette alS heute, und bummelte nicht so viel. Vielleicht hatte man auch btssere Augen. Ich erinnere mich sehr wohl, daß ich meine Schalaufgaben bei einem Talgltchte machte. Bekam ich einmal zwei, so war daS eine besondere Vergünstigung Heute klagt man schon über schlechtes Llcht, wenn nicht mehrere Gatflammen, oder gar ein elektrisches Logenlicht vorhanden ist. Heute wessen wir, daß Geschwindigkeit keine Hj.'i ist. Am Anfange unseres JahryundertS glaubte man zwar im Allgemeinen auch nicht mehr an Hkrerei, aber wenn man behauptet hätte, daß man eine Nachricht über Hunderte von Merken hin in wenig mehr alS Sekunden gelangen lassen köane, so wäre man in Gefahr gewesen für verrückt erklärt zu werden. Wer hätte gebacht, daß man sich von seinem Zimmer auS mit Jemandem auf diele Meile Entfernung hin gemächlich un terhalten könne, oder gar, daß man die menschliche Stimme ausbewahren und nach Jahren wieder hören köane ? In der Geschichte der Menschheit sind hundert 3adre doch nur eine kurze Zeit und doch, wrna Einer, .der vor hundert Jahren starb, heute wieder käme, toa! würde er für Augen machen ! Aber EineS fände er wie dama! : Arme und Reiche und die Arbeitskraft hit Sternen auLaebeutet durü die Reichen. Und wahrscheinlich würde er erstaunt sagen : Zu meiner Zeit brauchte in Schuster zwei bis drei 'Tage, um ein laar Schuhe zu machen nnd ein Schneider dielleicht eine Woche, um inen Anzug herzustellen. Und die Leute liefen nicht ohne Schuhe nnd nicht ohne Kleider herum. Jetzt macht ihr diese Dinge mit offenartiger Gejchwindigkeit ia großen Massen und doch habt Ihr Leute, die barfuß und in Rampen gehen. Und er bütU stau
nend den Kovf schütteln und dielleicht
denken: Wie sind die Men,qen lrog allebemso dumm !" Der Plauderer. , m 'S neui au$i. A niglnaglneu's Häusl Hat Uz Alti her'baut. Hat d' Schleg'lhaub'n aufg'setzt Und zum Fenster 'naus g'schaut. Gaßl auf und GaU abi. Ob Koaner net limmt. Ob Koaner net o'llopft Und 's Dezndl net nimmt. Gaßl auf und Gaßl abi San' d' Atiaben stclzirt Aba koancr hat o'klcpft Und 's Deandl hoamg'führt. Was hilft a' neu's Häusl, Des der Voda derspart, Wenn l' uralt! Tochter Auf's Heirath'n wart'? Das genest). Erzählung von I. Toran. Weißmanns Circus erregte Sensation in der Stadt Hohenberg. Ein Jeder sprach davon und wer ihn nicht gesehen hatte, wurde förmlich mitleidig betrachtet. Und wer war der Gtar", der diese Popularität aufzuweisen hatte? Ueber diesen Punk! war sich wohl die ganze Stadt einig und die Antwort lautete einstimmig: Fritz Thomas, der Clown. Der große Abend war gekommen. Nach dreimonatlichen, stets sich steigernden Erfolgen sollte der große Clown heute sein Benefiz feiern. Die Einlaßthüren wurden um sieben Uhr geöffnet und schon um halb sechs belagerten große Menschenmassen den Circus. Die BahnhofsstraZ'e lag nur wenige Minuten vom Circus entfernt und am vierten Hause dieser Straße deutete ein kleiner Zettel darauf hin, daß hier Wohnungen zu vermiethen waren. rau Linke, die Wirthin dieses vierten auses, kam eben von emem Besuch ei den Miethern im ersten Stock die Treppen herunter und trat mit trauriger Mien in ihre eigen? Wohnung. Nachdem sich die Thür hinter ihr geschlössen, sank sie unter wildem, leidenschaftlichen Schluchzen auf die Kniee. Dann versiegten die Thränen ebenso plötzlich, wie sie gekommen waren. Die Ursache dieser plötzlichen Veränderung war eine Frauenstimme, die von der oberen Etage rief: Wasser! Wasser! Gebt mir um (Hcttes willen Wasser!" Einen Augenblick später stand Frau Linke mit scheinbar ruhigem Gesicht in dem Zimmer im ersten Stock, wo am Fußende des Bettes ein Mann kniete, der schmerzbewegt die Hände faltete. Seine Lippen bewegten sich lautlos wie im Gebet, bis sich schließlich ein lauter Schrei seinem Munde entrang. O, Herr mein Gott, nimm sie mir nicht!Frau Linke lehnte sich jetzt über da? Bett und legte kalteCompressen auf die Stirn des armen Geschöpfes, das dort lag. Der Schrei schien die Kranke zu erwecken, denn Fritz murmelte ine leise, zärtliche Stimme. Der Mann, der am Fußende deS Bettes kniete, sprang schnell auf die ttüße md ein Gesicht, liebreich und freundlich wie das eines Engels lachelte ihm zu. . Der Mann aber, dem dises Lächeln galt, war in einfacher Circusclown. Geh' heut Abend nicht fort, Fritz! Nicht wahr, Du wirst mich heut nicht verlassen, nicht wahr, Fritz?" Es hatte bereits sieben Uhr geschlagen und doch hielt Fritz die schwache Gestalt noch immer an seine Brust gedrückt; er wagte nicht, sich loszureißen und sich zu entfernen. Und doch mußte er fort war heut nicht sein Benefizabend? Dabei war ihm die Einnahme zleichgiltiz, obwohl ihre geringen Erparnisse durch die lange Krankheit ast aufgezehrt waren! Gehen mußte er, und zwar um ihretwillen; doch er wollte nicht lang bleiben. Heute Abend wollte er sich auf keine Zugaben und Dacapos verstehen. Er wollte dem Direktor die Sache erklären und alles würde erledigt sein. Er 5 klopfte unten an die Thür, das Dienstmädchen öffnete geräuschlos einige Worte wurden in leisem Tone gevechselt und einen Augenblick später lal Fritz Thomas einen Zettel des Directors, der die gebieterischen Worte enthielt: Kommen Sie sofort, daS Publkkum verlangt nach Ihnen!" Die Kranke beobachtete ihn ängstlich und alS er sie wieder anblickte, war ihr Gesicht geisterhaft bleich. Du wirst mich heute nicht verlassen. Fritz heute nicht heute nicht, Fritz, heute nicht!' Fritz Thomas mußte an sich halten, um die Thränen zu unterdrücken, dann stammelte er: Ich bleibe nur wenige Minuten, mein Herz. Ich will nur hingehen und dem Director erklären, wie hier die Sache steht. Ich komme sofort zurück. Gieb mir noch einen Kuß, mein Lieb, und beunruhige Dich meinetwegen nicht. Adieu, mein Herz, adieu! Wenige Minuten später betrat der Clown die Arena des Circus und in donnernder Empfangsapplaus begrüßte ihn. Er nahm den Beifall theilnahmslos entgegen und verneigte sich mechanisch, denn eine leise, fchwache, flehende Stimme tlang ihm in den Ohren und übertönte selbst haZ Geschrei der tausend Stimmen, die ihm zujubelten, die Stimme, die gesprochen hatte: Geh' heut nicht fort, Fritz. Du wirst mich heut nicht verlassen, Fritz ? Nur in einem kleinenTheile des großen Naumeö wurdeaStimm laut.
die icö Nicht an dem alemelnen Jravorusen und Beifallsklatschen bethei ligten. Dort saß in einer besonders für ihn reservirten Loge Kurt Blohm, der Sohn des reichen Fabrikanten, mit dem jungen Rittergutsbesitzer von Ralau und drei anderen seiner Freunde. Ralau war hochgradig erregt und seine Stimm erhob sich zeitweise über die seiner Umgebung, die dem beliebten Clown zujubelte. Er stritt sich mit Blohm und der Gegenstand ihres Dispuis war Niemand anders, als der Clown selbst. Der Wortnxchsel, der bereits die Aufmerksamkeit der Umsitzenden erregt hatte, wurde plötzlich durch das Erscheinen des Directors unterbrochen, der in die Mitte der Arena trat und folgende Worte an das Vublikum richtete: Meine Damen und Herren! Wie Sie alle wissen, ist heute das Benefiz unseres talentvollen Freundes Tho mas (begeistertes Klatschen), der, hocherfreut über Ihr so zahlreiches Erschtt nen, uns heute mit zwei neuen, durchaus originellen und schwierigen Nummern erfreuen wird. Zuerst wird er auf dem Rücken eines Pferdes, das im Galopp durch die Arena läuft, durch einen kleinen Ring, den ich hier in meiner Hand halte, springen und sich dann wieder auf den Rücken des Pferdes hinaufschwingen, ohne daß die Gangart des Thieres auch nur einen Augenblick verlangsamt wird. Das ist, wie Sie mir zugeben werden, schon sehr schwer, doch der zweite Trick ist noch schwerer, denn Herr Thmas wird von der Erde sich durch einen Doppelsalto auf das Pferd schwingen, dann wieder durch einen kleinen Ring, den ich in der Hand halte, springen und sich endlich auf dem Rücken des weiter galoppirenden Pferdes niederlassen.' EinSturm des Applauses folgte der Ankündigung des Directors und ein Schauder der Aufregung durchlief das Publikum. Der Streit zwischen Ralau und dem jungen Blohm wurde wieder aufgenommen. Ich sage Euch, eS ist einfach Uebunassache," behauptete Ralau. Blohm machte eine abweisende Bewegung. Nein, man muß auch Muth und Energie dabei entwickeln," erklärte er. Natürlich kommt auch die Uebung stark dabei' in Betracht. Nehmt zum Beispiel diese beiden neuen Tricks; glaubtJhr etwa, daß man diese schwierigen Produktionen, bei denen der kleinste Fehlgriff verhängnißvoll werden kann, ausführen könnte, wenn man nicht eine eiserne Kraft der Nerven und eine unerschütterliche Energie besitzt?' . Ralau beharrte noch immer auf seiner Meinung. Ich behaupte, die Nerven haben lichts damit zu thun. Der Mann hat rine Tricks so oft vorgeführt, daß sie hm nicht mehr die geringsten Schwierigkeiten machen. Hat eine Maschine vielleicht auch Nerven?Aergerlich und erregt nahm Kurt Blohm einen Hundertmarkschein aus seiner Brieftasche und legte in vor sich auf die Logenbrüstung. Wir wollen uns deutlich verständigen, Ralau," erklärte er dann in ruhigerem Tone. Ich behaupte, daß solche Kunststücke, wie sie Thomas hier' oft vorgeführt hat und in wenigen Minuten wieder vorführen wird, mehr als einfache Uebung nämlich Ruh: und starke Nerven erfordern, nicht wahr?" Ralau nickte zustimmend. ,, Gut denn, ich bi,'te Dir hier eine Wette, daß ich mit Hilfe einiger Worte seine Nerven so erschüttern werde, daß
er nicht im Stande sein wird, seine Haupttricks aufzuführen. Hältst Du die Wette?" .Gewiß, alter Junge! Ich wette mit Dir um 500 Mark, wenn Du willst!" versetzte Ralau. Blol)m war damit einverstanden und die Einsäße wurden einem aemeinschaftlichen Freunde übergeben. Wenige Minuten später schrieb Kurt Blobm eimae Worte auf ein Bla t. das er aus seinem Notizbuche gerissen, zeigte dieselben Ralau einen Augenblick und verließ dann den Circus. Kurz darauf tauchte er von einer Sei, tenthür wieder auf und rief einen Stallknecht heran, der eben vorüber ging. Gehen Sie damit in die Garderobe, fragen Sie nach Herrn Thomas und übergeben Sie ihm sofort diesen Zet tel!" Inzwischen befand sich das Publi kum in der fröhlichsten Laune. Jeder behauptete, Thomas wäre noch nie ss lustig gewesen und seine geringsten Be wegungm riefen Stürme von Geläch ter hervor. Schließlich war der Au genblick gekommen, da der Clown seine . 1.11-!. s m -f r . Hllupllilas zur norsuyrung vrlngen sollte, und Thomas verließ die Arena, um sich zu der schwierigen Production umzukleiden. ' In diesem Augenblicke händigte ihm der Director einen Zettel ein, den der Clown verwundert öffnete. Im näch sten Augenblick stand er sprachlos, keu chend da, sein Gesicht war leichenblaß und seine weitaufgerissenen Augen starrten wild umher. Er taumelte zuw- - .rrr.' ii- c ' rua uno wäre gesauen, lzaiie oer xJi rector ihn nicht gehalten. Thomas," nef er ihm zu. wa$ aibt's denn? Silke! Um Gottes wil. len, bringt Wasser!" . DaS Wassn brachte den Ohnmacht! gen wieder zum Bewußtsein und schnell steckte er den.verhangnißvollen Zettel wieder in die Tasche. DaS erste rt.'X. l . es i rt r r ocicn ciionic. ilg .yomas lrnicn r c m . . 1 iirn voll lanolg gefaßt zu vaoen. nur sein Gesicht war aschfahl. DaS zweite Klingelzeichen ertönte. D Clown schritt zu der Ausgangsihür, um noch einen Augenblick frischk Luft zu schöpfen, bis ibn das drittl Zeichen in die Arena rief. Ueber der Tbür brannte we belle Flamme:
scyneu zog er das zusammengeknitterte Papier aus der Tasche und las seinen Inhalt noch einmal durch. Lieber Thomas,- lautete es darin, verzweifeln Sie nicht allzusehr, aber die arme Emilie hat kurz, nachdem Sie fortgegangen waren, ihren letzten Seufzer ausgehaucht. Anna Linke." Einen Augenblick später trat Thomas in die Arena. Das Pferd wurde hereingeführt' und der Clown lies ü5mell hinter ihm her. Dann trat der Direktor mit dem schmalen Ring m der Hand, durch den der Clown springen sollte, in die Mitte der Arena und bat das Publikum um die äußerste Ruhe. , Die Production, meine Damen und Herren, ist in der That äußerst schwierig," erklärte er, doch er hätte ebenso gut den vier Winden predigen können, denn Fritz Thomas war. nachdem er vergebliche Anstrengungen oemacht, sich auf den Beinen zu halten, hilflos zu Boden gesunken, doch der Knall von des Directors Peitsche hatte ihn schon wieder aufgescheucht. Wieder setzte er sich in Bewegung, schwang sich auf den Rücken des Pferdes und galoppirte schnell durch die Arena. Schließlich raste das Thiel förmlich durch den Raum und Thoma! kniete im Sattel nieder. Der Director trat schnell auf die andere Seite der Arena, bestieg eine kleine Platform und hielt den Ring in die Höhe, durck den der Clown,' während das Pferl durch die Manege lief, springen sollte. Als er sich dieser Platform näherte, sprang .Thomas auf di Füße, und während das Pferd in wildem Laufe weiter galoppirte, sauste sein Körper wie. ein Pfeil durch die Lust, schoß durch den , Reifen und landete einen Augenblick später wieder im Sattel des jetzt ruhig durch die Manege lausenden Pferdes. Nun wurde das Pferd mit seinem kühnen Reiter fortgeführt, um sich zur zweiten, noch schwierigeren Production vorzubereiten. ' Das Publikum erhob sich wie ein Mann und ein Jubel brach los, wie er die Luft nie vorher .durchbraust hatte. Ralau sah Blohm triumphirend an, dann drehte er sich um und nickte vergnügt seinen Freunden zu. .Blohm aber beachtete ihn nicht; vielleicht ihm allein war es aufgefallen, daß der Clown sich schwer auf den Arm seines Directors gestützt hatte, als er unter dem Beifallsjauchzen des Publikums die Arena verließ. Wieder ertönte das erste Klingelzeichen, dann das zweit: und wieder wurde das Pferd in die Manege geführt. Dann klingelte es zum dritten Male und in . demselben Augenblick sprang der Liebling des Publikums in die Arena und blickte sich im Auschauerraume um.' Sein Gesicht war womöglich noch blasser als vorher, doch sein Schritt war fester und sein Xi erschien kühn und herausfordernd, all er die Augen über die Menge schweifer. liek. Plötzlich lächle '"Jemand im Publi(um es war eine Dame. Thoma! starrte sie an, als hätte ihn der Blifc getroffen, dann wankte er im Satte: hin und her und sank schwer u Boden Der Director trat näher und riß .ihn dem erschrockenen Pferde aus dem Weg, doch im nächsten Augenblick stand er wieder auf den Beinen. Das Publikum wartete schweigend und ängstlich. Doch als sein Liebling ruhig dik Hände in die Taschen steckte und hinter dem Pferde hermarschirte, brach es in lautes, schallendes Gelächter aus. Der Clown stand jetzt in der Mitte d Manege und schluchzte und weinte wi ein Schulbuh, während der Directoi ihn scheinbar mit dem Stiel seine: Peitsche schlug, und die Heiterkeit der Zuschauer kannte, so lange diese Scene dauerte, keine Grenzen. Bald hörte das Schluchzen auf, der Director trocknete dem Clown mit seinem Taschentuch die Augen und aus ein Zeichen Thomas' wurde das Pferd wieder hereingeführt. Ein n:uer Sturm deö Beifalls durchbrauste die Luft, denn der Clown hatte sich mit einem wunderbarm Salto mortale auf den Rücken des Vferdes geschwungen. Wieder stieg ha Director auf die
Platform, wieder raste das Pferd durcy die Manege. Fritz Thomas stand bereit und betrachtete den schmalen Eisenreifen, durch den ex jetzt springen sollte. S)as Publikum saß athemlos da, als der Clown zum letzen Male seine Blicke über den dichtgedrängten Circus schweifen ließ. Viele behaupteten nachher, ein Lächeln hätte auf seinen Lippen geschwebt, doch dieses Lächeln erstarb, als sein Auge auf des Pferdes Rücken fiel. Jedenfalls um ihm eine Freundlichkeit zu erweisen. hatte Jemand ein schneeweißes Kissen auf den Sattel geschnallt. Einen Moment schwamm eS - ihm wieder vor den Augen, dann aber sammelte ex. seine ganze Energie nh sprang wie ein Pfel empor. ' . Bei dem ersten Salto fjes e? wieder auf den Rücken deö Pferdes zurück, doch als r sich wieder zum Sprunge, anschickte, glaubte er ein geliebtes Gesicht auf dem Kissen ruhen zu sehen. Anstatt der Peitsche des Stallmeisters vernahm er eine geliebte Stimme, die in flehendem Tone, die Worte sprach: Geh' nicht, heut' AbendFritz! Du wirst mich heute nicht verlassen, - nichj wah?. Fritz?" , Dann verschwamm dje Arena vor seinem Blick, sein' kraftloser Körpex, schwebte einen Augenblick ig der Luft und sank dann mit dumpfem tfna!J,in den Hand der Mnea.enje, der. . . Wieder ergriff der Director daS Wort: ... 'Meine Damen und .Herren! . Der arme Fritz ThumaS hat seinen letzten Sprung gethan. Der lustige Mund, der so fröhliche Scherze zu plaudern wußte, ist verstummt für immer. Unser armer Liebling hätte heute dem Cir is In! soll. CtX3
oom Vett seines sterbenden Weibes und die Einnahme des heutigenAbends sollte die Doctor- und Apoth?kerkosten öezahlen. da die Ersparnisse unseres zrmen Freundes von der langenKrankheit aufgezehrt worden waren. Meine Damen und Herren! Diese Frau lebt noch. '?ch das Geschick ihres Gatten muß ihr geheim gehalten werden, und wer geneigt ist, ihr Leiden zu l'ndern, mag beim Verlassen des Circus sein Scherflein in eine Büchse thun.. Die Einnahme dcs heutigen Abends soll ihr ungeschmälert zufließen. Der Geist des Mannes, der heut: Abend star!' und der &'u so oft erörterte, wird dl: freundlichen Gel:: umschweben un. Ihre Cllie wird Ihnen hund:rtma. vergolten werden. Der Director verneigt: sich und der ließ tieferschüttert die Arena, wällend sich das Publikum nur langsai. entfernte. Als man die Büchse leerte, die dic Gaben aufzunehmen bestimmt war fand man unter den Gold-, Silbct' und Kupfermünzen ein , seltsames Dokument. Es bestand aus einem Stück weißen Papiers, das augenscheinlich aus einem Notizbuch herausgerissen war und auf dem die Worte standen: Mag Gott Ihnen helfen und mir vergeben! Das war alles; keine Unterschrift: doch auf der Rückseite war mit einer Stecknadel ein Fünfhundertmarkschein
befestigt. Wer der Geber war, wußte Niemand. Tante Krüger. Die Gattin des Transvaal - Nräsi. denten Krüger ist die Verkörperung yausiicyen zuzezens. In ihrem Aeußern, ihrer Haltung und ihrer Rede ist sie so anspruchslos wie die Z?rau i des einfachsten Farmers; sie ist auch ebenso sparsam und mäßig. Ohm Vaul iit Besitzer eines gronen Vermögens, . uno dad er dieses har zusammenbringen können, verdankt er vor allen Dingen auch der Frau, die fast in halbes Jahrhundert, für ihn geborgt, gestrebt und gespart hat. Oym aui war Farwer, Schäfer, Soldat, Geistlicher, Gesandter und' Präsident, und in jeder Phase dieser wandlunasreichen Laufbahn hat Tante- Krüger unbedingten Glauben an. ihren Gatten gehabt und ihm stets ergebene Bewunderung entgegengebracht, die fast etwas Pathetisches hat., Paul Krüger ist heute nach ihrer Meinung der größte Mann, den es gibt. Der strebsame, ehraeiziae ??arli i mer fand einen Schatz, als er , daö anfte, blauäugige Madchen fragte, ob ie ihn heirathen wolle, und sie schüchern zu Boden sah und saate: kann backen, kochen, reinmachen und scheuern." Noch heute backt, näht' und scheuert die erste Frau in Transvaal. Wenn der Präsident zu Hause ist, kann man sie jeden Morgen um 5 Uhr sich über einen kleinen Küchenofen beugen sehen, um ihrem Gemahl seinen Tlou . genkaffee zu bereiten. Im Kaffeeköchen ' in - 1 m A " i rr i m nie ruzer unuoerirossen, uno Pranoenk ruger veyauptet, datz jie mit weniger Kaffee bessere Erfolge erzielt, als jede andere Hausfrau in Transvaal. Wenn Frau Krüger ihren schweren Pflichten für den Haushalt nachgekommen ist. zieht ste ern schwarzes Alpaccakleid an, setzt sich gemüth lich in ihr kleines Wohnzimmer 'und stopft Strümpfe. Jedes Kleid, das sie trägt, oder in den letzten Jahrzehnten getragen hat, ist von ihr selbst angefertigt. Die Frau des Präsidenten der Südafrikanischen Republik hat niemals mehr als drei Kleider auf einmal gehabt, und alle sind schwarz. Sie, begnügt sich auch mit zwei Hüten, die wie die Kleider von ihr selbst garnirt werden. Der für besondere Gelegenheiten reservlrte Hut. der zum Besuchemachen oder Kirchengang mit dem Präsidenten benunt wird, ist in Pretoria ebenso, bekannt, wie Ohm Pauls unveränderli-t cher Cylinder. Einer ihrer vielen guten Charakterzüge ist ihre Liebe zu Thieren. Sie beklagt die Mode, Vögel oder Federn zum weiblichen Kopfputz zu tragen, und hat sich niemals . einer 'olchen Unsitte schuldig gemacht.' Als ür ihren Gatten in Standbild errichet werden sollte, besuchte der BildHauer Frau Kruger, um ihre Meinung über die Entwürfe einzuholen. Die Zeichnungen stellten den Präsidenten in seinem VUtagsanzug mit dem unvermeidlichen Cylinder dar. Bescheiden bat Frau Krüger darum, daß der Hut oben ausgehöhlt würde, so daß' die Vögel daraus trinken könnten, wenn es regnete Dieser Wunsch wurde erfüllt, und bei den seltenen Gelegenheiten, wenn eS in Transvaal regnet, kann man einen kleinen Schwärm Vögel um den Hut des Krügerstandbildes flattern. aus der Höhlung trinken und sich in dem Wasser baden sehen. chön' gesagt. ' Lieütenant A.: Sehen Sie mal Kamerad, der Oherlicutenant da drüben hat sich nun. doch mit der Tochter vom Com. merzienrath verlobt; ging nicht m:!?r, brauchte Geld!- L'.:utenant SS.: .Ah. verstehe, jleichsam auS Verzweiflung zur Braut jegrifsen.Kindermund. Ella: Mama, ich glaube, du bist nicht so hübsch wie meine Vonne.- Mama:. Wie kommst du denn darauf. Kind?" Elly: Mir sind doch über eine Stunde im Thiergarten spazieren gegangen, und nicht ein einziger Soldat hat dir einen Kuß gegeben. ' . Modern. Schriftstellerin (im Begriff, ihrem Mann eine Gardinenpredigt zu halten): . . . und nun.will ich dir ganz kurz meine Gedanken über unsere Ehe sagen,'... das heißt, nein, ich kann diese Gedanken auch ganz, gut ,u einem Feuilleton brauchen (Sie acht ab, um das Feuilleton zu schrei. '. CÄ . . - - IL
Gin MMlicuter NMtcur geeilt öuch Pc-ru.ua.
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Hon. Hobart Brooks, Hon. Hobart Orooks, Herausgeber und Eigenthümer deS Washington .Capital", 15J3 Pennsylvania Avenue, N. W., Washington, D. C., sagt in einem Briefe an Dr. Hartman: Werther Herr! ES macht mir großes Vergnügen, die Vorzüge von Peru-xa besiätigen zu können. Nachdem ich über ein Jahr an Katarrh gelitten hatte, begann ich Pe-ru-na zu nehmcn. Ich nahm eine Flasche und die Wirkung war eine so große, daß ich rasch besser wurde und mich jetzt guter Gesundheit erfreue. Allen, die an irgend einer Schwäche leiden, empfehle ich Pe-ru-na als ein sehr werthvolles Toic. Hobart Brooks. Prof. I. F. Turner, Edgefield. Tenn. Prof. I. F. Turner. Prinzipal H. V. Hochschule, Edgefield, Tenn., sagte vor Kurzem in einem Brief: Jch litt seit neun Jahren an Katarrh, und nachdem ich ver schiedene Medizinen genommen, gab ich es auf, und war überzeugt, daß es für mich keine Heilung gäbe. Ich sah so viele Zeug risse von prominenten Leuten in Bezug uf Peruna, daß ich beschloß, eine Fla sche zu Probiren, und erwartete kaum irgend welche Hülfe. Ich kam ferner zu dem Schluß, daß alle Katarrh - Heilmit tel Schwindel seien, aber Ihre Medizin Peruna ist das großartigste Universal Mittel der Zeit für jene, die mit Katarrh bebaftet sind. Ich zögere nicht eS zu em pfehlen. Ehe ich eine Flasche gebraucht L B
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von Washington, D. & hatte, bemerkte ich eine bedeutende Besse rung und vier Flaschen heilten mich voll kommen. Ich möchte nicht für Alles ohne Pe-ru'na sein. ' Die Ursache, weshalb so diele Leute a chronischem Katarrh leiden, ist, daß die Krankheit sich festsetzt, ehe sie recht erkannt wird. Sie täuschen sich selbst dadurch, daß sie ihr irgend einen anderen Zllamen beilegen, als den rechten Namen Ka tarrh. Wenn Leute einen akuten Katarrh haben, so nennen sie eZ Erkältung. Wenn sie akuten Nesen.Katarrh haben, so nennen sie ihn Eoryza. Endemic Katarrh reißen sie Influenza und epidemischen Katarrh nennen sie La Grippe. Wenn der Katarrh den HalZ erreicht, so ist eö Tonsilitil oder LaryngitiZ. Katarrh der Luftröhren vird BronchitiZ genannt? Lungen ' Katarrh beißt Schwindsucht. Irgend eine innerliche Medizin, die, Katarrh an eine Plae heilt, heilt ihn auch an irgend einem anderen Platz. DaS ist eZ, wekhalö .ye ru'na so berühmt ist in der Heilunz dou katarrhallschen Krankheiten. ES heilt Katarrh wo immer er sich festgeset' hat. Seine Heilung ist dauernd. Yeru-r lindert nicht nur, sondern eZ heilt. ' , Herr W. Q. Steffy, Slouster. Ohio. schreibt: .Ich war mit erblichem Katarrh beuaftet und wurde immer schlimmer, je al ter ich wurde, bi mein ganzes System ergriffen war. Nachdem ich viele Aerzte konsultirt hatte und verschiedene positive (?) Heil. Mittel probirte, hatte ich fast jede Hoffnung Herr 23. 8. Steffi), Eloufter, D. aufgegeben, als ich veranlaßt wurde, Pe ru-na zu versuchen. Nachdem ich eine Flasche versucht hatte, fühlte ich mich all. gemein gestärkt in meinem System und nach einigen Monaten, während welche ich Peru'na gebraucht hatte, dar ich ge heilt. DaS war vor zwei Jahren. Ich gebrauche sedes Frühjahr Pe-ru,na, so daj ich mein System für den Sommer ia gu tem Zustand habe." . uFür ein freieL Quü adressire man 3 Dr Hartman, Eolumouö, Ohio. 1 1 il, Abzahlung ach Belieben ; niedrigste t Schneidet die? auZ CcnponJo. 16 S aearrelktt. und gehtk jrdeS einzelne iit ctjor und schickt! Order
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