Indiana Tribüne, Volume 23, Number 97, Indianapolis, Marion County, 24 December 1899 — Page 4

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Die tägliche .Tribüne- kostet durch tn Txl Ztnth per Woche, die & Mittag 9.Zrt Mast temtl per Oo4c Bett lüsterne 13 Centl kr nttl per XRtt. Per Pft irh,li U& igeschi i ,raßi,,hlnz V w Rl. cmi ia c& laess 2 3nitanapoliS, Ind.. 24 Dezember '99 SoiuitßQS JJsiittDßrßL Paradoxe sind immer unterhaltend, ob eö jetzt die von Max Nordau, oder andere sind. Deßhalb hole ich mir zuweilen NordauS Buch auö dem Schranke heraus, um darin zu blättern. Mag man über Nordau sagen, waö man will, daß er geistreich ist, kann man ihm nicht abstreiten. Daß er in seinen Paraboxen paradox ist, versteht sich wohl von selb. Aber ein Kern Wahrheit, und manchmal sogar ein sehr großer ist doch zuweilen darin. Wenn er z.B. sagt : Die Schule bereitet für alle andere eher vor, ali für den Erfolg, diese einzige Quelle deß Glück und der Zufriedenheit einer überwältigend großen Mehrheit. Die Ideale der Schule find von denen deö Leben vollkommen verschieden, ja ihnen entgegengesetzt. Der ganze Lehr- und Erziehungsplan scheint mit der Abficht auögesonnen, Menschen zu bilden, die im Getriebe der Wirklichkeit alsbald zur Welt- und Menschenverachtung gelangen, die sich voll Ekel auö dem Ringen um die staatlichen und gesell schastlichen Preise in eine friedliche und keusche Selbstbetrachtung und Anschauung von hehren Traumbildern flüchten, die mit einem Worte den Anderen, den Gemeinen, den Platz beim Gastmahl de LebenS ohne Kampf überlassen sollen." So liegt darin gewiß sehr diel Wahrheit. Selbstverftändlich hat das nicht mit den Kenntnissen zu thun, die man in der Schule erwirbt, sondern mit den Eigenschaften, selche dem Schüler eingepflanzt werden sollen. Eine der Aufgaben der Schule besteht ja augenblicklich darin, den Charakter zu bilden. Da wird man denn bei' kühler praktischer Beobachtung in der That finden, daß die Tugenden, welche in der Schule gelehrt werden, wenn irr. Leben geübt, gemeinhin nicht zum Erfolge beitragen, ganz sicherlich niit zum Erfolge der im Gelderwerb besteht. Man wird eö wohl alö eine unumstößliche Thatsache gelten lassen müssen, daß 'diejenigen Menschen, welche im Leben Erfolg haben, durchau nicht immer die besten sind. 3e zahrtfühlender der Mensch ist, desto geringer find seine Chancen für den Erfolg im Kamps de LebenS. Durch Leben dich durchzuschlagen, nimmt eine Portion Robheit, sagt Theodor Bischer. und er hat Recht. ES nimmt aber auch eine Portion Schlauheit und diese ist grundverschieden von Wlssen und Jatelligenz. 3e edlere Eigenschaften der Mensch befitzt, deno weniger eignet er sich für den Gelderwerb. ES mag ihm vielleicht gelingen, sich eine aukömmliche Existenz zu schaffen, darüber hinaus aber wird er eS schwerlich brin gen. Ein bescheidener Mensch z. B. mag ein sehr angenehmer Gefährte sein, aber daS Svrichwort: Bescheidenheit ist eine Zier, doch kommt man weiter ohne ihr", ist weit mehr wahr als geistreich. Der vertrauensvolle Mensch wird auf allen Seiten hintergungen, und gute Menschen werden fortwährend mißbraucht. Ein be scheidener Mensch taugt im Geschäftslechen nicht viel, nicht einmal dazu für fünf Cents Stiefelwichse zu verkaufen. Ein gutmüthiger Mensch mag ein sehr angenehmer Gefährte sein, aber er bringt eS selten zu großem Reichthum. Dagegen habe ich hartherzige Menschen gekannt, welche mit der größten GemüthSruhe ihren Nebenmenschen tat Fell über die Ohren zogen, sich dabei ein Vermögen erwarben, und avgesehene Leute waren. 3n der Schule lehrt man,'waö groß, schön, edel, erhaben ist. Im praktischen Leben giebt da Große, Schön?, Edle, Erhabene höchsten einen guten Unterbau für Lustschlösser. Kleinheit und Gemeinheit bringen eö da diel veiter, Habsucht weiter alö Uneigennützigkeit, Dünkel weiter al Stolz, Unverschämtheit weiter alö Bescheiden heit. Wie häßlich und niedrig man im GeschäftSleben denkt, beweift daS in nicht sehr elegantes Deutsch gekleidete Sprichwort : Handelschaft leidet keine Freundschaft". Mit anderen Worten : daS Geschäft hat nichts mit persönlichen Beziehungen zu thun. Pfui Teufel! Erwägungen dieser Art find eö, welche Nordau veranlassen zu sagen : Man kann seinen Weg in der Welt auf zwei Arten machen : entweder durch eigene Vorzüge oder durch die Fehler Anderer.' Die erstere Art ist die weit-

an? schwierigere und unsichere, denn

zunächst setzt sie voraus, daß man Vor züge habe, wa aber nicht Jedermanns Fall ist, dann ist sie an die Bedingung geknüpft, daß diese Vorzüge bemerkt und gewürdigt werden, waS ersahrungögemäß fast niemals geschieht. DaS Spekuliren auf die Fehler der Anderen gelingt dagegen immer. Statt also deine Zeit mit redlichem und strengem Schassen zu verlieren, gebrauche sie, um die Fehler der Menge zu fiudiren und auS ihnen Vortheil zu ziehen. . Ist daS paradox oder nicht ? Der Plauderer. pufa. Humoristische Erzählung ron Robert Kraft. Kennst Du Busa?" fragte mich Ali Pascha, welcher mich in die Geheimnisse Kairos einführte. Nein. Was für ein Feminium ist das?Es ist arabisches Bier." Nun will und muß ich Busa kennen lernen." Um nicht in den Verdacht zu kom men, ein Ausschneider zu sein, bedarf es erst einer Erklärung. Lange bevor die Orientfahrten Mode waren, hatte mich der Zug nach dem Osten erfaßt, und ich war gegangen, nicht als freier Passagier, sondern ich hatte mich der--kauft, mcht uls Chnstenstlave, sondern als Matrose, der ich überhaupt war. In Port Said musterte ich ab. ein junger Steuermann that desgleichen, und wir beide pilgerten nach Kairo, um dort unsere silbergefüllten Taschen zu erleichtern. Vom Eskanderich - Platze kommend, bogen wir in 'der Muski, die zweite, sich jäh absen kende Gasse rechts em. welche direkt auf den Eingang des Hitel du Nil zuführt. Als der elegante Portier uns mit dem Bündel auf dem Rücken anmarschirt kommen sah, wollte er schnell das Thor schließen; allein sein Schreck, daß wir das vornehme Hotel mit unserm Besuche beehren würden, war unnöthig gewesen, denn stolz bogen wir in die erste und einzige Gasse abermals ein und stiegen im Deutschen Gasthof" ab. Daselbst wohnen stellenlose Kaufleute, arbeitsscheue Handwerker, arbeitslustige Walfischfänger und Schneeschnipper, die in Aegypten immer Beschäftigung auf ihre Profession suchen und keine finden, und ähnliche Leutchen, denen wir uns jetzt zugesellten. Die Lage ist so genau beschrieben, daß sich Jeder darin zurechtfindet, der neben dem Hotel du Nil logiren will. Die Besitzerin heißt Frau Anastasia Lotze, Wienerin, in ganz Kairo, sogar Aegypten, allgemein als die Eiferne" bekannt, weil sie eine eiserne" Natur, eine eiserne" Gesundheit, einen eisernen" Charakter, ein eisernes" Gottvertrauen u. s. w. hat, und sogar ein eisernes" Goulasch kochen kann. Im Uebrigen ist sie Pathin sämmtlicher deutschgeborener Kinder, von denen des Pastors an bis zu den Göhren des deutschen Backermeisters. Von hier aus unternahmen wir unsere Ausflüge. Als geriebener Dragoman diente uns Ali Pascha, welcher diese Herberge ebenfalls sein Heim nannte. Eigentlich hieß er Alois Nagel und produzirte sich in den Cafees als Schwertverschlucker schon seit dreißig Jahren, ohne davon satt geworden zu sein, war äußerlich' und innerlich bis auf seinen Wiener Dialekt und bis auf's Trinken zum Alttürken geworden und hatte den Namen Ali Pascha erhalten. Dieser hatte uns schon in alle Mysterien Kairos . eingeweiht, welche die Orientreisenden wahrscheinlich nicht zu sehen bekommen; Busa hatten wir aber noch nicht getrunken. Das Lokal, welches wir betraten, war eine Spelunke ersten Ranges; vier nackte Lehmwände, oben ein durchlöchertes Lattendach, unten Gottes Erdboden und eben führten die Gäste, nur Araber zweiter Güte, eine allerliebste Fantasia auf. Ausnahmsweise waren hier Holztische und Bänke aufgestellt. Zunächst wurde unsere Aufmerksamkeit durch etwas anderes gefesselt als von der Fantasia, die jetzt, übrigens aufhörte. Es war ein Vadeidyll, das sich uns bot. würdig für ein Sujet der modeinen Malerei. .In einem auf Beinen ruhenden Bottich, welcher mit einem weißen Brei angefüllt war,' sprangen zwei kaffeebraune Araber herum, sput terfasernackt, selbst ohne Badehose, mit Wollust trampelten sie in dem Brei und wenn er an ihren Lenden hinaufspritzte, so wischten sie ihn ab, schlenkerten ihn zurück oder zogen die Finger durch den Mund. Unten floß das Zeug durch ein Sieb ab und tropfte in ein großes Gefäß. Ehe wir Ali Pascha um Aufklärung bitten konnten, wurde dieser von einem nachgelaufenen Jungen geholt. Ein: Gesellschaft wolle ihn das Schwert verschlucken sehen, wahrscheinlich zum Reizen, ihres Appetits, denn eö war Mittagszeit. So waren wir uns selbst Lberlassen. Die Araber und Bajaderen umdrängten unsern Tisch, bewunderten uns und bettelten, der Wirth schob sie zur Seite und fragte nach unserm Begehr. Busa Auf den Tischen stand hier und da eine Schale mit jener weißen Suppe, daneben Kaffeetäßchen, und wenn Jemand durstig war, so nahm er ein Täßchen, füllte es und trank es langsam 'aus. Der Wirth ließ eine Schale unter dem Troge voll laufen, gerade da, wo es unter den trampelnden Füßen hervorquoll, setzte sie zwischen uns und daneben "zwei Täßchen. Kostete einen halben Piaster, zehn Pfennige. Ich drückte die Augen zu, um die nackten Brauer nicht zu sehen, und kostete aus dem Iäßcben.

ebenso der Steuermann, und ÄHI

sagten wir alle Beide. Ehe ich mich versah, hatte der Steu ermann die Schale zwischen den Händen und trank den halben Liter ohne abzusetzen aus. Allgemeines Staunen bei den zusehenden Arabern. Jnschallah!" ries der eine, Alschallah!" der andere, und die Weiber kreischten. Schon stand eine neue Schale zwischen uns, und die leerte ich auf einen Zug. Dieses Busa schmeckte einfach köstlich,, besonders wenn man beim Trinken die nackten Kerls nicht ansah: frisch, säuberlich, es prickelte auf der Zunge und noch lange im Magen, und die Dläflussigkeit hinderte nicht am Trinken. Wir bestellten zwei weitere Schalen. Die Rufe der Zuschauer mehrten sich, das Staunen wuchs, die Weib:r entsetzten sich vor uns, man schluz schon die Hände über den Kopf zusanmen. Ha, was wußten diese jämmerlichen Moslems, was ein Deutscher trinta kann, noch dazu ein Seemann! Prosc. Steuermann!" Prost, Maat!" Auch die zweite Schale verschwand. jedoch langsamer, denn dieses Bräu stopfte furchtbar. Wir gingen, und draußen merkten wir. daß wir auch ein klemes Rauschchen gefangen hatten. aber nur ein ganz kleines, nicht der Rede werth. Wir schlenderten gemüthlich dem Gasthof zu. In der Nähe desselben blieb der Steuermann plötzlich stehen, ich sah ihn wie ein junges Mädchen errothen, als er sagte: Du, mir wird so unheimlich dick zumuthe." Mir auch." Und mit einemmal begann der Steuermann zu laufen, was er laufen konnte, ich hinterher, aber ich konnte kaum noch, es war mir, als hinge sich eine Tonne an meinen Leib, erreichte den Hof mit Müh und Noth, und da lag schon mein Genosse am Boden und stöhnte und krümmte sich wie ein Wurm, und gleich darauf lag ich daneben und folgte seinem Beispiel. Um uns herum standen die Herbergisten, die Eiserne" rang jammernd die Hände, aber wir vermochten die Ursache unseres Leidens nicht mehr anzugeben. Etwa zehn Minuten wand ich mich in Todeskrämpfen. Was ich dachte? Ich weiß es nicht mehr. An die himmlischen Freuden jedenfalls nicht. Nur etwa so viel: jetzt platzest du wie ein Frosch, der vom Professor vollgepumpt wird. Ich wurde dicker und dicker, ich, ein windhundschlanker Jüngling, bekam ein Embonpoint, daraus wurde ein stattliches Bäuchlein, ein Schmeerbauch und ich sah im Geist die Bombe schon krepiren. Da beugte sich das ehrwürdige Gesicht Ali Paschas über mich. Na, was wird's denn holt san? An Liter Busa Hot a Jeder getrunken." Jessas. Jessas. Jessas," zeterte die Eiserne, Kinder, sad's denn nun ganz und gar verruckt im Koppe? Schnell an Feder und's Schmieröl." Die ' Gänsefeder wurde in die Schmierölflasche getaucht und mir in den Rachen. Und ich fand Erleichterung. Aber langsam, ganz langsam ging es. Ich trug mich noch immer mit Todesahnungen herum. Einen Liter Busa hatte mein Magen eingenommen und vier gab er zögernd wieder heraus. Das Zeug gährt mächtig nach. Nun wußte ich auch, warum die Araber so vorsichtig die Busa aus Kaffeetäßchen, Fingerhüten, tranken. Mit dem Steuermann war dieselbe Procedur vorgenommen worden, und als wir uns als neugeborene, normal gebaute Mensch: wieder gegenüberstanden, da reichten wir uns zum stummen Schwüre die Hand: einmal und nicht wieder. Ich habe erfahren, wie man Busa braut. Ich weiß nicht allein, daß nackte Menschen den Brei im Gährbottich mit den Füßen durch ein Sieb quetschen müssen, ich weiß jetzt auch, wie man das Korn, Durrha. behandelt, wie man es röstet, malzt, mit Milch begießt u. s. w.. aber ich verrathe nichts, absolut nichts, denn ich bin ein gutmüthiger Charakter. Heutzutage, wo die orientalischen Cafees wie Pilze aus der Erde schießen. in denen man Sorbet, Mastika. Mokka. tllrklscheKonfituren und Tschibuk erhält, last, not lcast, von Simili - Türkinnen präsentirt, könnte ein spekulativer Wirth leicht aus den Gedanken kommen, seinen Gästen auch arabisches Bier vorsetzen zu wollen, und liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Nein, davor möcht' ich auch meinen ärgsten Feind bewahren. Denn man konfus ist. Humoreske ron Paul Vliß. Herr Lehmann klingelte nervös und ries nach seiner Wirthin. Frau Walter! Frau Walter! Wo stecken Sie denn nur?" Endlich kam die dicke Frau angepustet.. 'Mein Himmel! Sie werden mir noch die Klingelschnur abreißen! Was soll ich denn nun schon wieder?" . Liebste, beste Frau Walter, ich kann ja keinen reinen Kragen mehr finden!" rief der Zimmerherr, der halb angekleidet umherlief. Nanu! Wie ist denn dis möglich? Ich habe Ihnen doch erst gestern die neue Plättwäschc gebracht." Suchend ging die Hausfrau im Zimmer herum, wo alles bunt durcheinander geworfen war. Na. hier sieht's ja wieder mal nett aus! Als ob die Wilden hier gehaust hätten! Wie können Sie denn nur alles so durcheinander wühlen. Herr Lehmann!". Herr Gott, ich habe eben Eile. Maq erwartet mich im Club. Heute ist ja der große Herrenabend.Na wenn fäon! Deshalb brauchen

Sie hier doch noch nkchl so zu hausen? Da hab' ich ja 'ne Stunde zu kramen. bis ich da wieder Ordnung 'rein kriege." Liebe Frau Walter, halten Sie mir nur jetzt keine große Pauke, sondern schaffen Sie mir lieber einen reinen Kragen." Sehr gut! Ich soll wissen, wo Sie Ihre Kragen hingelegt haben!" WUthend durchsuchte die gute Frau alle Kasten und Schubfächer, aber die Kragen fand sie nicht; plötzlich wie von einer höheren Eingebung geleitet kehrte sie auch den Korb mit der schmutzigen Wäsche um, und siehe da, unter den abgelegten Hemden und so weiter lagen, sein säuberlich eingewickelt, die vielgesuchten reinen Kragen.

Na, da Hort doch aber alles auf. rief voll Entrüstung die Wirthin. Sie werden ja von Tag zu Tag konfuser! Wirft die reinen Kragen in denWäschckorb hat man dafür Worte!" Herr Lehmann aber ließ sie ruhig weiter schelten, nahm seinen Kragen, beendete seine T5ilette und rief endlich: Adieu. Frau Walter! Morgen früh lassen Sie mich gefälligst ausschlafen!" So, so, die Nacht soll wieder durchgebummelt werden das ist schon ein nettes Leben!" Aber Herr Lehmann hörte nichts mehr, denn er war bereits auf der Treppe. Alsbald machte sich die Wirthin kopfschüttelnd daran, in dem Zimmer Ordnung zu schaffen, so gut es in aller Eile gehen wollte. Kaum aber war eine Minute vergangen, als die Thur auf gerissen wurde und Herr Lehmann wie der in's Zimmer stürzte. Frau Walter bekam einen heillosen Schreck. Was ist denn nun schon wieder los?" fraate sie zitternd. Herr Lehmann war ganz außer sich. Denken Sie doch, das hätte ich ja beinahe vergessen: Heute kann ich ja gar Nicht zum Herrenabend gehen! Heute ist ja das große Souper beim Regierungsrath, und meinem Chef darf ich doch keine Entschuldigung schicken!" Die Wirthin schüttelte nur von Neuem den Kopf; was sollte sie auch zu solcher Zerstreutheit sagen! Also, beste Frau Malier, nun emp fehlen Sie sich gefälligst, damit ich Toilette machen kann. Jetzt sah Sie ihn fragend an: Toileite wollen Sie machen?" Na, selbstverständlich! Zu einem solchen Souper kann ich doch nur im Frack gehen. Frau Walter lachte hell auf. Sie sind doch wirklich der geborene Confusionsrath. Herr Lehmann! Wissen Sie denn gar nicht mehr, daß Sie Jhren Frack versetzt haben?" Donnerwetter!" nun war er consternirt. Was nun anfangen? Schaffen Sie Rath, liebste, beste Frau! Ich muß emen Frack haben. denn das Souper darf ich nickt versäu men! Das würde mir mein Chef furchtbar krumm nehmen! Kunststück! Jetzt soll ich Rath schaffen! Meinen Sie etwa, daß ich einen Frack hatte?" Wir müssen meinen auslösen!" Jetzt um acht Uhr? Das Leih Haus ist lange geschlossen." Teufel, Teufel, was mach' ich denn blos!? Hin muß ich unter allen Umständen." Händeringend lief er im Zimmer umher. Da hatte Frau Walter Erbarmen. Warten Sie md, ich werde mal zu memem Schwager 'rüber gehen, der ist Kellner und hat Ihre Fiaur viel leicht borgt mir d:r einen." Sie sind ein Engel. Frau Walter! Na. na. ereifern Sie sich nicht zu früh! Erst haben und dann lachen! Damit ging sie hinaus. Inzwischen machte er sich daran, die übrigen Toiletten - Gegenstände herauszusuchen. Natürlich war er wieder so nervös und so konsus, daß er alles durcheinander warf, so daß die Stube nach wenigen Minuten wieder einem Trödelladen glich. iznoiicy gelangte er .aucy zum Schrank, um die Frackhose herauszu nehmen. Er suchte und suchte, aber die Hose war nicht da. Was war denn das nun wieder? Er setzte sich hin und grübelte nach. wo er die Hose wohl gelassen haben könnte, aber umsonst, er besann sich auf mcnls. Dann begann er von Neuem alle (?cken und Kasten durchzuwühlen, aber alles war umsonst, die Hose fand sich Nicyr. Plötzlich aber besann er sich doch er hatte ste gestern Nachmittag einem iyreunoe geborgt! Also schnell da hin. und dem Freunde das kostbare Stück wieder abgejagt. In der nächsten Minute war er bereits unterwegs. Und er hatte auch Glück. Der Freund war nrcht daheim. Dann nahm er schnell entschlossen seine Hose an ich. sagte der Wirtbln des ftreun des den nöthigen Bescheid und rannte spornstreichs seiner Wohnuna zu. Inzwischen war auch Frau Walter qon zurück. Sie hatte wirklich einen Frack bekommen und hob ihn freudig hoch. Ne, ne, lassen Sie man. für so was bin ich jar nicht!" sagte sie und lehnte seine Umarmung ab. Also nicht! Na, dann werd' ich Ihnen ein Stück Baumkuchen von der Gesellschaft mitbringen!" Da die ordnungsliebende Wirthin ihm beim Toilettemachen nicht gut helfen konnte, so war er nun auf sich allein angewiesen und die Folge davon war, daß der Raum - innerhalb fünf Minuten einem Lage? glich, in dem Wandalen gehaust halten. So nach und nach fand er denn doch alles zusammen. was er brauchte, bis er nach einer qualvollen Viertelstunde endlich so weit fertig war, daß er nur noch den Frack anzuziehen brauchte.

Er schlupfte yinein und war seyr

erstaunt, daß er ihm so gut paßte, alü ob er für ihn gemacht wäre; als er daraufhin das elegante Kleidungsstück aber ein wenig näher besah, da glaubte er seinen Augen nicht zu trauen, denn er erkannte seinen eigenen Frack, den er vor eimgen Monaten versetzt hatte. Sofort rief er Frau Walter herein und theilte ihr die Neuigkeit mit. Das ist wohl wieder einer Ihrer bekannten Irrthümer." meinte lächelnd die Wirthin, wie sollte denn mein Schwager wohl zu Ihrem Frack kommen?" Das fraae ich Sie! Denn es ist kein Irrthum von mir. ich kenne meinen Frack ganz genau!" rief er jetzt aufgeregt. Nun wurde auch Frau Walter ausgeregt. Sie glauben doch nicht etwa, daß mein Schwager " Nichts glaube ich! Eins nur wein ich bestimmt: das ist mein versetzter Frack!" Halt!" rief da d:e Wirthin. uchcn Sie mal Ihren Pfandschein vor. vielleicht klärt sich's dadurch aus." Nach langem Solchen fand man das Papier, und da stellte es sich denn heraus. daß der Frack nicht beim Königlichen Leihhaus, sondern bei einem TrödZer in der Nähe versetzt und daß der Termin der Einlösung schon längst abgelaufen war. Frau Walter lachte und sagte: Das haben Sie wieder von Ihrer Vergeblichkeit. Denn jetzt ist ja alles klar: der Trödler hat Ihren Frack verkauft und mein Schwager, der sein Kunde ist. bat ihn somit redlich erworben. Herr Lehmann konnte jetzt nicht mehr widersprechen; betrübt sah er sei nen Frack an und sagte: So müssen wir zwei uns wiedersehn! Da schlug die Uhr neun. Na, jetzt ist es aber die höchste Zeit. daß Sie zu Ihrem Souper kommen. rief Frau Walter. Haben Sie denn noch weit zu aeyen? Und wieder war Herr Lehmann in Verlegenheit. Ja so, wo wohnt de Alte doch gleich?" ächzte er. wo habe ich denn nur die Einladungskarte ge lassen?" Von Neuem wurde das Zimmer durchsucht, bis man endlich die Karte fand. Die Wirthin nahm sie und las. Plötzlich bekam die gute Frau einen wahren Lachkramps. Was ist denn los?" schrie er entsetzt. Sie aber, Thränen lachend, entgeg nete: Sie sind doch, weiß Gott, der konfuseste Mensch, den ich kenne!" Na. was haben Sie denn nur?" Das Souper ist ja erst heute über acht Tage!" Nicht möglich!" Hier, bitte, lesen Sie doch selber. . . Mittwoch, den 18. October! . . . Und er las und sah ein, daß seine gute Wirthin wieder mal Recht hatte. Also war die ganze Hetzjagd um sonst!" Da soll doch ... !" Aber rasch fand er seinen Humor wieder und sagte: Na, dann ist ja alles gut, denn nun kann ich doch noch zu unserem fidelen Herrenabend gehen!" Sprachs, zog schnell denFrack wieder aus. schlüpfte in den gewöhnlichen Rock und ging dann seelenvergnügt in den Club, nicht ohne zuvor in der Zerstreutheit doch noch nach der Straße zu laufen, in der sein Chef wohnte. Aus dem Leben. Für die Straße wie für's Leben Geltung hat der Satz: Bummler und Nichtsthuer brauchen Stets den meisten Platz. Erklärlich. Dein Schatz ist Dir untreu geworden?! Was war er denn?" Trompeter!" - Ja so 'n Schmetterling halt q Nicht lange bei emer Blume auf!" AufderStraßevonMe delsheim nach Altheim fand der Postillon eine umgestürzte Chaise, irnter welcher Hr. Hizuck aus - Schweyenc. Mhle und Ki'.ischr: Schmitt ausWol ünfl.r ilrM l-'tp. - In Jicin lebten seit diel.'n Iahren zwei Schwestern. Anna '.lnd Jostpha S.. die ehemals Besitzerinnen eines dortigen Hauses waren und. nachdem sie ihr Haus verkaust hatten, zusammen eine Wohnung mietheten. Kürzlich sah ein Briefträger die Anna S. in einem solchen Zustande oer Schwäche, daß er es für angezeigt hielt, die Polizei davon zu verständigen. Als am folgenden Tage ein Wachmann in die Wohnung entsendet wurde und die Thür gewaltsam geöffnet werden mußte, fand man im Zimmer nebeneinander beide Schwestern auf einem Haufen von Bettzeug auf dem Boden liegend. Die jüngere, Josepha. war todt, die ältere zeigte schwacheSpuren von Leben. Fach ärztlichcm Ausspruche Ut die jüngere Schwester Hungers gestorben und hie ältere zur völligen Kraftlosigkeit ausgehungert. Auf dem Transport in's Krankenhaus starb auch die ältere Schwester. Beide hatten schon das Alter von 70 überschritten und selten die Wohnung verlassen. Warum sich vas Schwesternpaar so kümmerlich ernährte und schließlich nichts mehr zu sich nahm, ist umso unerklärlicher, als beide von ihren Verwandten genügend unterstützt wurden und man in ihrem Nachlasse ein auf 3300 Gulden lauten des Sparkassenbuch fand. ktt jd leidend tarn r1ätr toic fneu sie ton Vcblrniuttnleii d. Lnchiebe, '(fcmmtsaTtai Ottnftniattonta, neitrn $lufc ctt. t'dntt wcrtra ttnn, crft( 44, irgend inet tamt.ci darum schreibt, mit mgtfcntfetr PeÄ, t ctatm n siegelte Pnket. eint 90 Untl Lchach, tcl einem riafaditm H,mtl tu senden, elcke ich ach jtzr ange keid, ,eheilt bat. kiab, iolut eftmtrri. tittribt ch rutc, tut euch ftUft tbcx Ut fratmbtm. Adresse : L?rS. L. Hudnnt, Vonth end, Ind.

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