Indiana Tribüne, Volume 23, Number 97, Indianapolis, Marion County, 24 December 1899 — Page 3
Die Jlfldje ößs Spaniers. Roman auZ der Zeit deS svanisch.ame rikaniscbkn Krieges. Von Karl Neu.'er.Kerger. Copyright 1899 by the Germao Press & Plme Co, (5. Fortsetzung.) Du bist wohl der Hallunke, der den junpen Mann da kalt gemacht hat, he?" Santa Meria, gewiß nicht, Sennor Capitano!" Xa lügst, Lump! Hier," wandte tx sich an zwei von seinen Leuten, Dringt ihn nach dem Polizeigewahrfern!" Bei der heiligen Madonna, Sennor Capitano," flehte Jose, ich habe es nicht gethan, ich war zusammen mit mehreren Freunden in Guiteraz' Albergo an der Calle d'Llgua, da kam ein vornehmer Hidalgo und bot jedem von uns zehn Pesetas, wenn wir einen jungen Mann züchtigen wollten, der ihn beleidigt habe. Und da ist es so gekommen. Sennor, aber wer es gethan hat, das weiß ich ichs, Sennor Capitano. ich war es nicht, gewiß nicht, ich schwöre es bei meinem Schutzpatron!" Der Beamte sann nach, und nachdem er sich durch einen lauernden Blick überzeugt hatte, daß Hunderte von Ohren die Aussagen des Verwundeten vernommen hatten, fragte er: Und wie kann ich mich davon überzeugen, daß Du die Wahrheit gesprochen hast?" Eilt zu Guiteraz Albergo, Sennor, dort wartet der vornehme Caballero auf uns!" Bueno. ich werde mich überzeugen. Ihr Beide da, Jago und Francesco, bringt den Heulaffen nach der Polizeistation und Ihr Uebrigen kommt mit mir."
12. Don Fernando di Vermenguez, der Polizeirichter des ersten Distrikts von Havana, ein Mann hoch in den Dreißigern, mit einem Mephistogesichte, hatte sich eben auf seinen Richterstuhl gesetzt. Nachdem er sich durch einen Blick auf seine kostbare goldene Uhr davon überzeugt hatte, daß es noch zehn Minuten bis zum Beginn der Verhandlungen seien, zog er ein elegantes Etui hervor, zündete sich eine Cigarre an und lehnte sich gemächlich auf seinen Stuhl zurück, die Rauchwolken in langen Zügen vor sich hinblasend. Dann gab er einem der demüthig harrenden Gerichtsdiener einen Wink, worauf ihm dieser die Liste der armen Sünder vorlegte, die heute vor ihm zu erscheinen hatten. Cr überflog die lange Reihe von Namen. Die meisten kannte er, es waren Cubaner. arme Teufel, die der Hunger zum Diebstahl und die Verzweiflung zu Friedensstörungen getrieben hatten. Auf einmal fingen seine Augen an zu funkeln und ein grausames höhnisches Lächeln umspielte seine Lippen. Er las den Namen Valeria Riffa. Er kannte die Trägerin, sie war eine Cudanerin. schön, jung, und ja und ihrem Gatten getreu, das hatte er zu seinem eigenen Schaden erfahren. Unwillkürlich strich er sich mit der Hand über die kleine Narbe an der linken Wange, wo ihre Fingernägel sich eingekrallt hatten, als er versuchte, sie zu umarmen, nachdem sie das Goldstück, welches er ihr reichen wollte, ihm vor die Füße geworfen hatte. Und jetzt sollte sie ihm vorgeführt werden als Diebin! Ha ha, er wußie, daß es noch so kommen würde, er hatte ja dafür gesorgt, daß ihr Gatte seine Stellung verlor und nirgends Verdienst finden konnte, daß das Gespenst des Hungers über kurz oder lang seine Krallen nach ihr und ihremKinde ausstrecken würde! Ah. er wollte sich rächen für die Schmach, die ihm, dem 'Polizeirichter Don Fernando di Vermenguez von dieser Cubanerin angethan worden! Er las weiter. Plötzlich stutzte er wieder. Sah er denn recht? Dort stand: Don Manuel Ramos di Larrinaga y Olano. Wie kam denn dieser stolze spanische Name unter die des kubanischen Gesindels? dachte er. Die Anklage lautete: Anstiftung zum Mord. Wer konnte das sein? Er kannte doch alle vornehmen Spanier der Stadt. Ein Räuspern seines Schreibers machte ihn darauf aufmerksam, daß es Zeit zum Beginn der Verhandlung sei. Er schleuderte die zur Hälfte gerauchte Cigarre fort, ergriff den vor ihm auf dem Pulte liegenden Hammer und schlug damit auf einen Marmorblock. Die Gerichtsdiener öffneten die schwere Doppelthür. Nicht lange bau erte es. da vernahm man das Klirren von eisernen Thüren, das rohe Gelächter der Polizeisoldaten, hr und da einen unterdrückten zornigenFluch oder ein leises Jammern. Einer nach dem Andern wurden die Angeklagten unter Begleitung zweier bewaffneter Polizeisoldaten hereingeführt. Der Schreiber verlas die Anklage, worauf das Urtheil sofort folgte. Eine Gelegenheit, sich zu vertheidigen, wurde den armen Teufeln gar nicht gegeben. Die Strafurtheile rangirten von dreißig Tagen bis drei Monaten Gefängniß, d. h. in den leichteren Fällen; wo ein ernstliches Bergehen vorlag, wurde der Angeklagte dem Kriminalrichter überwiesen. Das Urtheil wurde von einigen mit stumpfer Resignation, von anderen wieder mit verbissenem Ingrimm hingenommen. ' Valeria Riffa!" las jetzt der Schreiber. E!n junges Weib, ärmlich und düifiig gekleidet. Trotzdem das von verworrenen schwarzen Haaren um rahmte gelblich blasse Antlitz die Spurtr von Kummer und Entbehrung trug, war es doch immer noch schön zu nennen! Als sie die großen nachtdunklen Augen aufschlug und ihren Richter erkannte, schrak sie jäh zusammen und ein: leiste Aöthe flog wie ein Hauch
über ihre Wangen. Dann aber richtete sie sich straff auf, biß die Lippen fest zusammen und schaute den Nichte? finster und trotzig an. Der Schreiber las: Valeria Riffa ist angeklagt, aus dem Laden des Bäckers Juan Pandero ein Laib Brod
gestohlen zu haben." Drei Monate Gefängniß! kam eZ laut von den Lippen des Richters. Die Frau taumelte zurück, als habe sie einen Schlag in's Gesicht erhalten. Don Vermenguez," sprach sie dann mit bebender Stimme. Ihr scherzt wohl ich hatte das Brod ja nur genommen für meinen kleinen Diego, er hungerte so ich konnte es nicht länger ansehen, wie er weinte und mich immer wieder bat: Mutter, gieb mir Brod! Da habe ich" Schweig!" donnerte der Richter. Zu den Wächtern gewandt, sprach er dann: Führt sie ab!" Ehe sie von den Wächtern daran verhindert werden konnte, trat die Frau einige Schritte vor, fiel auf ihre Kniee nieder und flehte: Erbarmen großer Gott das wäre ja zu grausam Ihr wollt doch nicht der Mörder meines armen Kindes sein, Don Bermenguez? Wer soll denn für meinen Diego sorgen?" Sie hielt plötzlich inne. denn in dem grausam lächelnden Antlitz des Richters las sie, daß sie von ihm keine Gnade zu hoffen hatte. Mit einem Wehlaut ließ sie ihr Haupt auf die Brust sinken und schlug ihre Hände vor's Gesicht. Auf einen Wink des Richters rissen die Wächter die unglückliche Frau mit roher Gewalt empor. Mit einem wilden Ruck riß sie sich noch einmal los und die geballte Faust drohend erhoben, schrie sie mit gellender Stimme: Sei verflucht, Du elender Schurke, Du hast Weiter kam sie nicht. Einer der Polizeisoldaten stieß sie mit seinem Gewehrkolben in den Rücken, daß sie zu Boden taumelte, wo sie besinnungslos liegen blieb. Dann wurde die Unglückliche fortgeschleift und in die engste und dunkelste Zelle gestoßen. Der Name Manuel Ramos di Larrinaga y Olano wurde zuletzt aufgerufen. Dieser Angeklagte wurde aber nicht, wie die übrigen, in Begleitung von Wächtern hereingeführt, sondern ein Gerichtsdiencr geleitete ihn aus einem für die Zeugen reservirten Nebengemach. Mit ihm erschien der Polizeilieutenant, welcher die Verhaftung vorgenommen hatte, sowie Bill, der junge Amerikaner, und mehrere stumpfsinnig dreinschauende Cubsner, welche als Zeugen vorgeladen waren. Sind Sie Manuel Ramos di Larrinaga y Olano?" fragte der Richter. Si Sennor, das ist mein Name.Sie sind wohl noch nicht lange hier, sonst müßte ich Sie doch kennen!" Erst ungefähr vier Wochen, Sennor!" Ha und wo wohnen Sie denn?" Im Palazzo Santalo, Calle di Palma." Im Palazzo Santalo?" fragte der Richte? erstaunt, sind Sie dort als Gast?" Wie man es nehmen will, Donna Marietta Santalo ist meine Schwester." Ah." machte der Richter erstaunt. Dann nickte er mehrere Male langsam mit dem Haupte und sagte dann in ausgemacht höflichem und freundlichem Tone: Es schmerzt mich tief, Don Manuel. Sie in einer solchen unangenehmen Geschichte verwickelt zu sehen." Er räusperte sich und fuhr dann fort: Sie sind angeklagt, einen gewissen Jose Podiaz veranlaßt zu haben, einen gewissen Amerikaner, Namens John Miller, zu ermorden. Was haben Sie zu Ihrer Vertheidigung vorzubringen, Don Manuel oder . halt, wünschen Sie. daß ich den Fall verschiebe, um Ihnen Gelegenheit zu geben, einen tüchtigen Advokaten zu engagiren?" Zum Teufel mit den Advokaten!" brauste Manuel auf. Dann, sich besinnend, fuhr er ruhig fort: Die Anklage ist durchaus unbegründet. Dieser Vankeelümmel John Miller, oder wie er heißt, hatte mich beleidigt, gröblich beleidigt. Sehen Sie diesen braunen Fleck an meinem Beinkleide, Sennor? Dahin hat das Fankeeschwein mir seine Tabakslauche gespuckt. Ich hielt es unter meiner Würde, ihn persönlich zu züchtigen und engagirte einige Cubaner. das zu besorgen. Wenn die Kerle nun zu weit gegangen sind und der Bursche zuviel gekriegt hat. so ist das doch nicht meine Schuld!" Der würdige Richter schüttelte das Haupt. Gewiß nicht, Don Manuel, aber da Sie indirekt für den Tod des jungen Amerikaners verantwortlich sind, muß ich Sie bestrafen, das heißt, ein Urtheil fällen. Ich verurtheile Sie zu dreißig Tagen Gefängniß!" Bill war bis jetzt stummer Zeuge dieser Farce gewesen. Nun aber konnte er nicht länger an sich halten und donnerte: Das ist eine Schande, ein Hohn auf jede Gerechtigkeit! Dieser Mann, der selbst zu feige war, die Blutthat zu begehen, miethete eine Bande betrunkener Strolche, die meinen armen Freund meuchlings ermordete, und dieser Mann soll nur mit dreißig Tagen Gefängniß bestraft werden? Ich protestire. ich werde mich an die Regierung der Vereinigten Staaten wenden, ich" Der Richter schlug heftig mit dem Hammer auf den Marmorblock und zischte: Das wirst Du nicht!" Laut rief er dann: Ich verurtheile diesen Amerikaner wegenMißachtung des Gerichtes zu drei Monaten Gefängniß, führt ihn ab!" Zwei Polizeisoldaten nahmen den Zungen Mann beim Arm. Er stieß einen wilden Fluch aus, riß sich los und versetzte dem einen der Wächter einen solchen wuchtigen Stoß gegen die Brust, daß er zu Boden taumelte. Der Richter schlug aus eine vor ihm stehende Glocke und . kaum roär der schrille Ton verhallt, als noch vier Po
lizeisoldaten herbeigeeilt kamen und stcb auf den wie rasend um sich schli genden Amerikaner stürzten, welcher bald von der Uebermacht überwältigt, zu Boden geworfen, gefesselt und nach dem Gefängniß abgeführt wurde. Die als Zeugen vorgeladenen Cubaner, welche dem Auftritt mit stumpfer Gleichgiltigkeit zugeschaut hatten, wurden auf den Wink des Richters vom Lieutenant aufgefordert, sich zu entfernen. was sie sich auch keine zweimal sagen ließen. Nachdem der Richter ein Weilchen mit dem Lieutenant geflüstert hatte, wandte er sich an Manuel und sprach lächelnd: Don Manuel, Sennor Martello wird Sie zu Ihrem Gewahrsam geleiten." Manuel verbeugte sich leicht, und folgte dem Beamten, welcher, an der Thür angekommen, ihm höflich den Vortritt ließ.
13. Eine halbe Stunde später saß Manuel in einem eleganten Gemache, dessen offenstehende Thüren und Fenster nach einem herrlichen, durch eine hohe Mauer abgeschlossenen Garten führten. Vor ihm auf dem Tische stand eine angebrochene Flasche Wein und neben dem geschliffenen Glase, in welchem der Rebensaft wie Rubin funkelte, eine Kiste Cigarren, von denen er sich eben eine angezündet hatte und den Rauch mit der Miene eines Kenners von sich blies. Er dachte über seine Situation nach und mußte sich sagen, daß dieselbe eine bedeutend angenehmere war, als wie er erwartet hatte. Als der Polizeilieuetenant ihn abführte, hatte er nicht anders geglaubt, als daß er ihn nach einer Gefängnißzelle bringen würd:. Statt dessen hatte er ihn durch einen langen dunklen Gang geführt, eine kleine Pforte aufgeschlossen, welche durch eine dicke Mauer in einen großen sonnigen Garten führte. Durch die Säulenhalle schlanker Palmen schimmerte im Hintergrunde ein weißes Gebäude, dessen flaches Dach mit einer buntfarbigen Blumenkrone geschmückt war. Eine breite Veranda mit einem von weißen Säulen getragenen Schutzdache umgab das Haus. Der Beamte führte ihn in ein elegantes, kühles Gemach, und lud ihn zum Sitzen ein mit der Ermahnung, zu thun, als ob er zu Hause sei. Dann entfernte er sich. Gleich darauf erschien ein Diener, welcher Wein und Cigarren brachte. Er fragte ihn, wo er sich denn eigentlich befände, doch der Mann that, als habe er seine Frage nicht vernommen und entfernte sich ebenso rasch und lautlos, wie er hereingekommen war. Manuel lächelte und brummte: Na, wenn das mein Gefängniß ist, werde ich den Richter ersuchen, meine Haft um einige Monate zu verlängern." Dann leerte er das Glas und mußte sich sagen, daß er selten einen solchen ausgezeichneten Tropfen gekostet hatte. Ein Geräusch von Tritten ließ ihn aufblicken. Es war Don Vermenguez, der Richter, welcher seinem Gast herzlich die Hand entgegenstreckte und rief: Willkommen unter meinem bescheidenen Dache. Don Manuel, verfügen Sie über Alles, was ich besitze, und betrachten Sie mich als Ihren ersten Diener, der sich glücklich schätzen wird, alle Ihre Wünsche zu erfüllen, so weit es in seiner Macht liegt." ' Manuel, der wegen seines langen Aufenthaltes in den VereinigtenStaaten an die schwülstigen HöflichkeitsPhrasen seiner Landsleute nicht mehr gewohnt war, konnte sich eines leisen Lächelns nicht erwehren. Ich danke Ihnen, Don Bermenguez," sprach er, es war eine ebenso große wie angenehme Ueberraschung für mich, anstatt in eine Gefängnißzelle in dies kosige Gemach geführt und wie ein Prinz bedient zu werden. Alle Achtung für Ihren Wein, Don Bermenguez. der ist das reine Wort Gottes!" Damit füllte er wieder sein Glas, trank aber nicht, sondern fragte: Mein freundlicher Wirth thut mir doch Bescheid?" Gewiß!" entgegnete der Richter lachelnd und ließ sich Manuel gegenüber an dem Tisch nieder. Im selben Momente erschien der gutgeschulte Diener mit einer zweiten Flasche und noch einem Glase. Nachdem die beiden Männer angestoßen und getrunken hatten, sprach Manuel: Don Vermenguez, erklären Sie mir jetzt, bitte, in welcher Situation icy mich eigentlich befinde. Ich bin zu dreißig Tagen Gefängniß verurtheilt, habe ich meine Haft bereits angetreten?" Caramba, das ist ein guter Witz." lachte der Richter, Sie denken also, daß Sie sich bereits in Hast befinden?" Ich bitte um Verzeihung, Sennor, das wollte ich gewiß nicht sagen, dann müßte ich ja undankbar sein wie ein Teufel, oder verwöhnt wie ein Gott. Was ich wissen möchte, ist, welchem Umstände ich es zu verdanken habe, daß ich von Don Vermenguez. dem gestrengen Richter, mit einer solchen Milde behandelt werde?" Weil Sie ein Sohn der glorreichen spanischen Nation, ein Abkömmling eines seiner ältesten Geschlechter sind und ein Bruder der schönen Donna Marietta Santalo." Ah Sie kennen meine Schwester und verkehren in ihrem Hause?" Der Richter seufzte. Wer kennt denn nicht die schöne unnahbare Donna Marietta Santalo? Das Glück, in ihrem Hause verkehren zu dürfen, habe ich leider noch nicht. Aber ich hoffe, daß Sie, Don Manuel, mir zu diesem Glücke verhelfen können Sie wissen ja, ein Dienst ist des andern werth." Er hüstelte und füllte die Gläser. Aber gewiß, Don Vermenguez" sprach Manuel eifrig, ich lade Sie ein, uns recht oft die Ehre JhreS Besuches zu erweisen!" Ich danke Ihnen, Don Manuel,
leer tvl? dies GlaS auf daS Aohl de? schönen Donna Marietta!" Die Gläser klangen zusammen und nachdem sie geleert waren, fuhr der Richte? eifrig fort: Glauben Sie aber nicht. Don Manuel, daß dies etwas damit ZU thun hätte, daß ich Ihnen eine so geringe Strafe zudiktirte. Ein Richter muß unparteiisch und gerecht urtheilen. Was hatten Sie denn gethan? Sie wollten einem frechen amerikanischen Lümmel einen Denkzettel geben, das war alles." Aber warum wurde ich denn überHaupt verurtheilt?" Ach, das war ja nur Formsache, um den verdammten Amerikanern Sand in die Augen zu streuen. Die Kerle glauben ja wahrhaftig, daß sie ebensogut und sozusagen auch Menschen sind wie wir Söhne Spaniens. Wenn man so ein Jankeeschwein blos schief anschaut, gleich gibt es Spektasei; aus der Mücke wird ein Elephant gemacht, grausige Geschichten werden nach Washington berichtet, von dort droht man mit Sendung von Kriegsschiffen, und wie die Verhältnisse gegenwärtig liegen, wo uns die verfluchten Rebellen genug zu schaffen machen, müssen wir, vorläufig wenigstens, vermeiden, mit diesen Barbaren in Conflikt zu gerathen. Darum habe ich Ihnen dreißig Tage Gefängniß zudiktirt. Wann Sie dieselben aber antreten sollen, habe ich nicht gesagt, es steht bei Ihnen, damit bis zum Ausgange des nächsten Jahrhunderts zu warten, das heißt, wenn Sie bis dahin nicht im Himmel oder sonstwo sind." Sie scheinen die Amerikaner wohl nicht zu lieben. Don Vermenguez," fragte Manuel lauernd. Diese Hunde, ich hasse sie!" sprach der Richter heftig. Manuel fprang auf. Ist das Ihr Ernst, Don Vermenguez?" Mein voller blutiger Ernst!" Geben Sie mir Ihre Hand. Don Vermenguez, im Hasse gegen die Amerikaner können Sie keinen besseren Verbündeten finden wie mich, und darum wollen wir Freunde sein, gilt es?" Es gilt!" entgegnete Bernnguez und schlug in die dargebotene Rechte. Und jetzt wollen wir dies Glas Rebenblut auf unsere Freundschaft leeren!" Und auf das Verderben der Amerikaner!" fetzte Manuel hinzu. Halt, das kömmt später, zuerst auf unsere Freundschaft. So! Ah. Don Manuel, Ihr seid der Mann, den ich schon lange gesucht habe, ein Mann des Hasses und der That. Solche Männer gebrauchen wir. Ihr müßt nämlich wissen," fuhr er mit gedämpfter Stimme fort, daß ich das Haupt eines geheimen Clubs bin, dessen Bestreben es ist, die herrliche Perle der Antillen Spanien und uns zu erhalten, und nicht nur gegen innere, sondern auch gegen äußere Feinde zu schützen. Unser Wahlsruch ist: Wer nicht mit uns ist, der ist gegen uns, und wer gegen uns ist, den verderben wir." In letzterer Aeit machen von unseren Feinden die Amerikaner sich besonders bemerkbar. Den Aankeeschweinen geht es zu wohl und sie denken, ihren Rüssel überall hineinstecken zu dürfen. Don Manuel, Ihr müßt ein Mitglied unseres Clubs werden. Morgen Abend findet unsere regelmäßige Versammlung statt, ich führe Euch ein, seid Ihr mit dabei?" Ich bin dabei, Don Vermenguez!" Gut. So. dies Glas auf das Verderben aller Feinde und Gegner Spaniens!" Die Gläser klirrten zusammen und keiner von den beiden Männern ahnte wohl, daß der dunkelrothe Rebensaft gleichsam derSamen sein sollte zu einer schrecklichen Bluternte.
14. In ihrem mit verschwenderischer Pracht ausgestatteten Boudoir saß Donna Marietta Santalo, die junge Wittwe, ein Weib von berückender Schönheit, mit großen, träumerischen, unergründlichen Augen. Eben hatte Pepita, die alte Duenna, die Haare ihrer Herrin losgelöst, die nun in langen, glänzenden, schwarzen ! Strähnen die in ein elegantes weißes Morgengewand gehüllte zierliche Gestalt umflossen. Pepita, welche ebenso alt und häßlich war. wie ihre Herrin jung und schön, begann mit einem schweren in Goto gefaßten Kamm die dichtenHaarwellen zu durchfurchen. Donna Marietta, welche einem großen Spiegel gegenübersaß und in demselben ihre alte Dienerin beobachten konnte, fragte plötzlich: Was ist Dir. Pepita?" Mir? Nichts, gütige Herrin!" Pepita, glaubst Du denn, Du könntest mich täuschen? Dazu kenne ich Dich zu gut. Dein Gesicht ist mir ein offenes Buch und was ich gerade jetzt darin lese, gefällt mir nicht. Irgend ein Kummer nagt an Deinem Herzen, was ist es, Pepita?" Ach, meine Herrin ich habe schlecht geträumt." Ein silberhelles Lachen klang durch das Gemach. Ach, wenn es weiter nichts ist was hast Du denn geträumt. Pepita?" Von meinem Pedro. Herrin!" Ah. von Deinem Sohne, und was träumtest Du von ihm?" Ich sah 'eine lange, hohe, graue Mauer und darauf waren dunkle Flecke. An dieser Mauer wandelte ich ' entlang, um Jemand zu suchen. Aber wen ich suchen wollte, das wußte ich nicht, und hatte eine große unheimliche Angst, weil ich es nicht wußte. Ich schritt immer weiter und grübelte nach, . wen ich suchte. Plötzlich wußte ich es: meinen Sohn Pedro. Zugleich wußte ich auch, daß er an der andern Seite der Mauer weilte, und nun wurde meine Angst noch größer, denn in der endlosen Mauer war nirgends eine Pforte zu erblicken. Auf einmal sah ich, daß die dunkeln Flecke an der
Mauer Zkut waren und da bin Zch vor Schreck aufgewacht. Mein armer Pedro. mein armes Kind oh, ich sehe ihn gewiß niemals wieder." Aber Pepita, sei doch vernünftig, wie oft schon habe ich Dir gesagt, die Träume kommen aus dem Magen und haben nichts zu bedeuten!" O meine Herrin, ein solcher Traum hat was zu bedeuten. Damals, als mein Paolo, mein seliger Gatte starb, träumte ich drei Tage vorher " Ach, Pepita, den Traum hast Du mir wenigstens schon hundertmal erzählt. Schau, was sollte Deinem Pedro denn passirt sein? Er ist ein friedlicher Guajiro (Kleinfarmer) und wohnt jenseits der Jucaro - Moron Trocha, nicht?" Das stimmt, Herrin, aber " Siehst Du. Pepita, östlich von genannter Trocha in den Provinzen Puerto Principe und Santiago de Cuba sind die Cubaner noch frei, dort gibt es noch keine Concentrados (wo die Reconcentrados dem Hungertode preisgcgeben werden), und ich wette. Dein Pedro wohnt friedlich auf feinem Campo (Gute) und läßt sich von Deinen dummen Träumereien nichts träumen." Die alte Duenna seufzte tief auf und sprach: Möge die heilige Madonna geben, daß meine Herrin recht hat, aber mein' Traum " Pepita, sei still mit Deinen Träumen," fiel ihre Herrin ihr streng in's Wort, Du weißt, ich glaube nicht daran! Und Du vergißt darüber ganz Deine Arbeit!" Die Alte seufzte noch einmal tief auf und begann dann eifrig, die schwere Haarlast kunstvoll aufzustecken. Sag' mal, Pepita, wie gefällt Dir mein Bruder?" fragte Donna Marietta nach einer Weile unvermittelt. Pepita riß ihre Augen weit auf und ihre Blicke begegneten denen ihrer Herrin imSpiegel. Letztere lachte laut auf, aber es klang etwas gezwungen. Pepita, Du machst ja ein Gesicht, als hätte ich gesragt: wie gefällt Dir der leibhaftige Gottseibeiuns?" Die Alte bekreuzigte sich und sprach halb ängstlich, halb verweisend: Wie könnt Ihr nur so gottlos reden, Donna Marietta?" Das ist keine Antwort auf meine Frage, Pepita!" Ich weiß nicht, wie ich die beantWorten soll, Herrin, ich kenne Don Manuel ja kaum " Keine Ausflllchte,Pepita. Du willst es nur nicht sagen, aber Du weißt es gerade so gut wie ich. daß er Dir nicht gefällt!" Aber Donna Marietta " Still, ich kenne Dich zu gut, Du alte treue Seele, wie ich Dir schon vorhin sagte. Dein Gesicht ist mir ein ofsenes Buch und es nützt Dir nicht, zv leugnen, was ich darin lese. Wozu auch? Es gibt eben Menschen, die uns nicht sympathisch sind, in deren Nähe wir das Empfinden haben wie beim Anblick einer Schlange, und wenn wir uns auch nicht fürchjzn, so ist es doch ein unbehagliches Gefühl, das sich endlich wohl in Haß verwandeln kann." Sie hielt plötzlich inne, als fürchte sie, zuviel zu sagen. Schau mich doch nicht so merkwürdig an, Pepita," sprach ste dann nervös. Du bist ja wohl endlich fertig?" Sie erhob sich, warf einen prüfenden Blick auf das Spiegelbild und begab sich nach dem Speisesaale. Dort saß Manuel, eine Cigarette rauchend, in nachlässiger Haltung am offenen Fenster, die Füße auf die Fensterbank gestreckt. Beim Eintreten seiner Schwester erinnerte er sich daran, daß er sich nicht in den Vereinigten Staaten befinde, und brachte die Füße auf den Boden. Dann erhob er sich und begrüßte seine Schwester mit einer höflichen Verbeugung. Sie erwiderte den Gruß mit einem freundlichen Ncigen ihres Hauptes. Die Geschwister ließen sich an dem mit glitzernden Silber- und Krystallgeschirren bedecktenTisch nieder. Donna Marietta schlug leicht an die Tischqlocke. worauf das aus Früchten, Eiern. Milch und Brod bestehende leichteMorgenmahl aufgetragen wurde. Gestern habe ich eine interessante Bekanntschaft gemacht, Marietta," degann Manuel nach einer Weile dasGespräch. Ah ich hatte geglaubt, mein sinsterer Bruder sei gänzlich unempfindlich gegen die Reize einer Tochter Eva's!" Es ist auch keine Dame wo denkst Du hin? sondern ein Herr, Don Fernando de Vermenguez!" Und das nennst Du eine interessante Bekanntschaft?" fragte Donna Marietta spöttisch. Eine sehr interessante sogar," entgegnete Manuel, und ein eigenthümliches Lächeln umspielte seine Lippen; übrigens solltest Du den Herrn doch kennen, jedenfalls kennt er Dich und bedauert lebhaft, nicht das Glück zu haben, zu den Gästen des Palazzo Santalo zu zählen." Manuel hatte ert.iartei. daß seine Schwester hierauf antworten würde, aber das that sie nicht, sie schien ihre ganze Aufmerksamkeit auf die saftige Feige concentrirt zu haben, deren rostges Fleisch sie bedächtig verzehrte. Polizeirichter Vermenguez ist doch eine einflußreiche Persönlichkeit, denkst Du nicht, Marietta?" fuhr Manuel lauernd fort. Ich habe mich so wenig um diePer sönlichkeit dieses Herrn bekümmert, daß ich es wirklich nicht sagen kann," entgegnete die junge Frau kühl. Und das scheint meinem Freund großen Schmerz zu bereiten, daß meine schöne Schwester so wenig Interesse für ihn hegt." Marietta blickte ihren Bruder erstaunt und forschend an. Wie kömmst Du dazu, Don Vermenguez Dem Freund zu nennen?" ... - . . Aus dem tinsachen Grunde, weil er eS ist. dn mir einen großen Freund-
schaftsdienst erwiesen hat. Als Marietta nicht antwortete, fuhr er fort: Nicht wahr, Schwesterchen, Du hast doch nichts dagegen, wenn ich ihn einlade, ich muß mich doch revanchiren für den Dienst, den er mir erwiesen hat." Donna Marietta zog die Brauen finster zusammen und sprach nach kurzem Nachdenken: Es thut mir leid, Manuel, daß wir auf e!n so heikles Thema gekommen sind. Ich wünsche, Du hättest nicht eine solche Bitte an mich gerichtet, denn ich kann sie nicht erfüllen, ich kann Don Vermenguez nicht ra meinem Hause empfangen. Es gibt Menschen, die uns unsympathisch sind, in deren Nähe wir das Gefühl haben wie beim Anblick einerSchlange; wir fürchten uns zwar nicht, aber " Sie hielt plötzlich inne und erröthete leicht, denn es fiel ihr ein,, daß sie dieselben Worte erst kurz vorher ihrer Duenna gegenüber gebraucht hatte. Manuel, welcher ihr Erröthen ganz anders deutete, sprach lächelnd: Wenn Du anders nichts gegen ihn hast, Schwesterchen, dann ist es nicht so schlimm; Don Vermenguez ist in jeder Hinsicht eirc Caballero und wenn Du ihn erst näher kennen lernst, wird er Dir schon gefallen." Nie!" rief Marietta mit blitzenden Augen, ich kenne ihn nur zu gut, er ist ein herzloser Wüstling, ein grausamerTyrann. dessen Urtheilsprüche jeder Gerechtigkeit Hohn sprechen!" Manuel lachte gezwungen auf. So, fo, das ist ja sehr schmeichelhaft für meinen Freund und für Deinen Bruder. Warum nennst Du ihn grausam? Weil er diese cubanischenHunde nicht mit Glace-Handschuhen anstlßt?" Du scheinst zu vergessen, Manuel, daß auch mein seliger Gatte ein Cubaner war, daß Du unter seinem Dache wohnst und von. seinem Reichthum zehrst!" Caramba, erinnere mich nicht daran!" rief Manuel grimmig, bist Dir nicht eine Spanierin? Hast Du Deinem Gatten nicht mehr gegeben, wie er verdiente? Gabst Du der alten Ruine nicht Deine knospende Jugend, Deine blühende Schönheit für seinen Reiche thum?" Die junge Frau war abwechselnd blaß und roth geworden. Du beleidiqst mich," sprach sie mm heftig, r spricht kein Gentleman!" Er lachte höhnisch auf. Ha ha, ich bin Dir nicht fein genug, das weiß, ich. schon lange. Um mich hat sich unser Vater auch nicht so bekümmert, wie um Dich, Du wurdest zu Deiner Ausbildung nach Paris geschickt, lerntest fremde Sprachen sprechen, musizieren., malen und dergleichen Firlefanz, Dir lerntest es. weil es Deine Mutter so wollte und der Vater schwach genug,, war, ihr zu Liebe alles zu thun., selbst seine beiden Söhne hinauszujagen in. die fremde Welt !" Manuel!" Sie war aufgesprungen und mit blitzenden Augen vor ihn getreten. Vergiß nicht, daß ich Herrin bin in diesem Hause und mich nicht beleidigen lasse von einem Fremden, denn das bist Du. wenn Du dergißt,. daß Du mein Bruder bist!"" Manuel blickte seine Schwester erstaunt an. Soviel Energie hatte er ihr nicht zugetraut. Dann zündete er sich eine Cigarette an und sprach in gleichmüthiqem Tone: Nun, wenn c Dir leid thut. Deinem einzigen Bruder ein. Plätzchen unter Deinem Dache angeboten zu haben, so sage tS. nur, dann gehe ich!" Sie sah ihn mit ihren großen strahlenden Augen ernst an und spräche Du willst mich nicht verstehen. Manuel. und verstehst mich, doch ebenso gut wie ich Dich. Du weißt, daß Du ein. Heim unter meinem Dache hast und esimmer haben wirst, wenn Du es nicht durch eigene Schuld verscherzest. Worte wie Du ste eben gesprochen hast, will ich nie wieder hören. Und Du mußt mir auch nicht zumuthen, daß. ich einen Menschen empfangen soll, den ich verabs cheue!. Manuel biß sich cmf die Lippen. Einen solchen festen Widerstand hatte er nicht erwartet. Er war wüthend, denn waS würde sein neuer Freund' von ihm denken, wenn er sein Vers.prechen nicht hielt? Er mußte es halten!' Aber er las auch in den entschlossenen Zügen seiner schönen Schwester, daß sie nicht nachgeben, noch sich einschüchtern lassen würde. Es blieb ihm nur noch übrig, sich auf's Bitten zu verlegen. Marietta. Schwesterchen, nimm doch Vernunft an und sei gut sprach er und versuchte, einen weichen, bittenden Ton in seine Worte zu legen, be denke doch, ich habe.on Vermenguez eingeladen, wie kann ich ihm denn nun sagen, daß er nicht kommen soll?" Du hast ihn eingeladen. Manuel? Nun gut. das Recht steht Dir zu, aber vergiß nicht, daß in diesem Falle Deine Gaste nicht meine Gäste sind." Also darf er kommen?" Um Dich zu besuchen ja. Manuel. Und jetzt, bitte., reden wir nicht mehr über dieses unerquickliche Thema. Du erlaubst wohl, daß ich mich zurückziehe?" Damit wandte sie sich und schritt hinaus. . Mit einem wüthenden Caramba" schleuderte Manuel feine Cigarette zu Voden und begab sich auf sein Zimmer, um die Zeitungen zu lesen. (Fortsetzung folgt.)
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treu bleiben?" Soldat: Der Nitter Togzenburg war d:r t::r.t D:n Zuan Lezen mich."
Kür die Küche. französische Geflügel. s u p p r. Von zwei Hühnern schneidet man Kopf, Flügel und Füße ab, putzt diese sehr sauber und setzt sie mit Un Hühnermagen Lebern, etwas Suppengrün einer halben Zwiebel, Salz und dem nöthigen Wasser zu und läßt die Suppe ungefähr eine Stunde kochen. Danach seiht man die Brühe klar ra einen Topf, thut drei bis vier geschälte und länglich geschnittene Kartoffeln hinein dann die gleichfalls fein geschnittenen Leber und Magen nebst dem von den Knochen gelösten Fleische. Sind die Kartoffel weich (zerfallen dürfen sie nicht) so schöpft rrnm ein wenig von der Suppe ab. mischt sie mit einem nußgroßen Stück Butter, einigen Eßlöffeln voll gutem Rahm, einem Kochlöffel voll Mehl und verquirlt dies in die Suppe, so daß diese seimig wird, jedoch keine Knollen entstehen, und läßt Alles nochmals aufkochen, die Suppe ist dann fertig, und schmeckt sehr gut. Kartoffel - Sandwiches. Man vermischt auf einem- mit Mehl bestreuten Brett abgekochte und gtry bcne Kartoffeln mir einem Eidot.r cmf sc ein Pfund Kartoffeln. Diese Masse wird dünn ausgerollt. Nun legt man, irr regelmäßigen! Abständen, Schnitten von gebratenem- Fleisch, am besten Roast-Beef. auf die Kartoffelunterläge, bestreut dasFleisch mitPfef ftr und Salz'. gewiegter Petersilie und gehackter Zwiebel (wenn man letztere liebt Darüberlegt man-eine zweite Lage ausgerollten Kartoffelteigs und schneidet die Fleifchsiücke mit den Kartvffellagen in niedlichen Scheiben aus; doch muß die Kartoffelmasse das Fleifch überragen:. Die fo- erhaltenen Sandwiches werden- mit Eii bestrichen, mit Semmelmehl bestreut und in heißenr Fett' goldbrauw gebacken. Man läßt' sie auf Löschpapier abtropfen und servirt sie mit gerösteter" Petersilie; sie schmecken auch sehr gut. zu'. Spinat und Blumenkohl:. Wilde (Sntt:. Eine- gerupsie und ausgenommene- Ente- wird ' inwendig mit Salz, gestoßenem Pfeffer und einer- gestoßenen- Nelke eingerieben; und dresstrt. Dann läßt man halb Butter,- halb Rindernierenfett heiß werden, legt die Ente hinein- gießt eine Tasse. Milch und eine Tasse Wasser und später, wenn die Scruce eingekocht ist, abwechselnd einen LösfelMilch unv einen Löffel Wasser dazu und läßt die Ente mit einigen Champignons braun und glänzend braten. Wildenten müssen bald verbraucht werden, damit sie nicht thranig schmecken. Aus diesem Grunde zieht man ihnen auch die Haut ab und spickt sie. Gedämpft sind sie am zartesten: Dazuiüberkoche man sie, theile sie in Stücke und überbrate dieselben. Rothwein., Soja, Pilze u. s. w. erhöhen den Geschmack. H a s e n p f es ser. Nachdem der Hase in Stücke geschnitten und in ein irdenes Geschirr- gelegt ist, wird daS Blut mit einem Glas voll Essig gemischt, eine Flasche Rothwein daran gethan, diese Beize aus den Hasen geschüttet, zwei Lorbeerblätter, zwei zer schnittene Zwiebeln, Nelken und Petersilie dazu und so-2Tage mariniren las sen. Sieben Unzen in Würfel geschnittener Speck und zwei zerschnitteneZwiebeln werden mtt dem abgetrockneten Hasen geröstet, bis er eine schöne Farbe hat, mit vier Kochlöffel voll Mehl bestreut' und tüchtig durcheinan-der-geschafft. Die zurückgebliebene Beize wird mit einem Pint Fleischbrühe zu- dem Hasen gefchüttetv Salz-, Pfeffer, zwei Citronenscheiben beigegeben und gar gekochte. Der Sauce werden glacirie Zwiebeln, Champignonund Würfelspeck beigegeben., K'crlbsleberpcrstete Eine Kalbsleber wird gewässert, abgehäuter und durch die Fleischmaschine getrieben. Daran kommen fechs Eier, ein Viertel Pfund geriebene- Mandeln, ein Viertel Pfund geriebener Milchbrodchen, ein Viertel Pfund gewiegterSperk eine Handvoll gekochte;, gewiegte Pilze, eine gewiegte Zwiebel, Salz, Pfeffer kraut. Muskatnuß- Thymian. Citronenschale und ein halber Theelöffel voll Streuzucker. Die Pastete wird in gebutterter, ausgestreuter Pudding, form drei Stunden gekocht. Nach dem Erkalten mit Schmalz zugegossen. An einem kühlen Ort hält sich die Pastete wochenlang. Fischmcryonnaise. Man nimmt jeden beliebigen feinen Fisch, richtet ihn vor schneidet ihn in gleichmäßige Scheiben., die vorher aus Haut und Gräten gelöst fad, und schwitze diese in Butter, mit Salz und Crtronensast und etwas Weißwein gar, um sie dann kalt zu stellen. Dann schwitzt man Mehl in Butter ab. thut döeFischbrühe. etwas gute Bouillon von Liebigs Fleischextratt und noch etwas Weißwein hinzn und kocht dies zu dicker Sauce, die man gleichfalls erkalten läßt. Ein Viertel Quart seinsteZ Provenceröl wird fo lange gerührt, bis es weiß um dick wie Butter wirö, drei Eigelb und soviel der gekochten kalten Sauce allmälig hinzugesetzt, als man Sauce braucht, und nun dse über die zierlich angerichteten Fischstücke gefüllt. Der Rand wird mit harten halben Eiern, aufgerollten Sardellen, Aspik würfeln und Kapern zierlich garnirt. Gedämpfte Ganseleber. Man nimmt mehrere kleine Lebern, wäscht sie und spickt sie mit gesalzenem Speck. . Sodann macht man Butter in einem Tiegel heiß, rostet Zwiebel. Petersilie und ein wenig gelbe Rübe, alles sehr fein gewiegt, darin, gikbt die Leber hinein und dämpft sie auf starkem Feuer zeh Minuten lang. Vor . dem Weichwerden giebt man ein wenig Wein daran und etwas feingewiegte Citronenschale. Zuletzt kommt Pfess. ser und Glz dazu. Du Leber wird mit der Gauce ar.gerZ iltt; vm Iti C?:t: crtofseln bcu.
