Indiana Tribüne, Volume 23, Number 83, Indianapolis, Marion County, 10 December 1899 — Page 6

Air lvnrmcn Wurste. 2?on ?lug. sUoj. Soll ich ober soll ich nicht?" .'brummt er immer wieder vor hin. ix sitzt in gedankenvoller Haltung in: PpfrnfhifiT nrn Ynrrrmim S)i?n iinS hni

" I V MtV m vti v V J w o:n Zeigefinger an cer Wae. ou ich oder soll ich nicht?" Die Sache war allerdings zu beben ken! Da ist erstens er," der Registrator .Haselmann, ein Junggeselle in den besten Jahren also um die Fünfzig 'herum äußerlich gerade kein Adonis, aber auch nicht abschreckend hählich, dabei anerkannter Biedermaier, in sicherer Stellung mit nettem Einkorn men. Da ist zweitens sie." Fräulein JuZie, genannt Schilli Bendele, Verstorfcenen Oberlehrers Tochter, wohl Ende 'der Dreißiger, aber gut conservirt mit zwölftaujend Mark Vermögen. Seit sechs Wochen wohnt er" mit ihr" unter dem gleichen Dache, im .gleichen Stockwerk als Miether be: verwittweten Frau Stadtumgelder Äraps. Der Herr Registrator Haselmann hat sich bis dato für einen unverbesserlichen Hagestolz gehalten, aber wie tx sich jetzt offen bekennt aus reiner Unkenntnis der Vorzüge der holden Weiblichkeit. Seit ihm die Hausfrau" täglich sämmtliche Tugenden. Talente und edlen Charakterzüge . von Frl. Schilli mit feuriger Begeisterung zu Gemüthe führt, seit er die bei seinem 'Anblick jedesmal hold errathende .Jungfrau des öfteren auf der Treppe begegnet, beginnen seine Grundsätze zu wanken. Soll ich oder soll ich nicht?" Draußen stürmt und schneit es, am warmen Ofen aber, da ist es behaglich, und wie behaglich wäre es jetzt, wenn man mit einer lieben, netten Frau so recht gemüthlich 'was Gutes zu Abend speisen könnte, anstatt bei diesem Hundewetter noch bis zum schwarzen Bären" hinaus wandern zu müssen, wo es doch wieder höchstens ZZalbshären oder saure Leber gibt. Der Sturm wird immer heftiger, Herr .H7.selmann wird immer schwankender und seine sonst nicht eben lebhafte ' Phantasie malt ihm allerlei liebliche Bilder einer glücklichen Häuslichkeit vor. Plötzlich jedoch wird r durch laute, offenbar streitende Stimmen, welche aus der nicht sehr fernen Küche an seine Ohren tönen, gestört. Da die . Hausfrau" und Frln. Schilli um diese Zeit sonst einträchtig ihr gemeinsames Abendmahl genießen, öffnet der etwas unsanft aus süßem Träumen gerittene Registrator seine Thüre, um .zu erfahren, was der ungewohnteLärm Hedeute. Frau Kraps und Frl. Schilli stehen sich mit dunkelrothen Gesichtern am 5lüchentisch gegenüber und die erstere schüttelt energisch ein ziemlich trübes, dampfend h.'ißes Masser aus einer kupfernen Wärmcflasche in eine große -Schüssel. Es geht nicht !. ... es geht nicht! wir bringen sie nicht heraus! " xut sie ärgerlich. Aber ich begreise gar nicht ich 'begreife gar nicht sie sind doch so leicht hineingegangen!" klagt Frl. Schilli und reißt die Bettflasch: an sich, um sie ebenfalls energisch zu schütteln und immer wieder zu jammern: ...... sie wollen eben nicht heraus! ... .sie wollen einfach nicht heraus!..." Jetzt erscheint der Registrator auf er Bildfläche und erkundigt sich theilnehmend was denn nicht heraus .wolle?" Die Würste!... Die Würste. Herr ! Registrator!" ruft händeringend Frau .Kraps denken Sie nur, Fräulein Schilli hat sie in die Wärmeflasche gesteckt zum Wärmen weil wir nicht extra heißes Wasser machen wollten und wir essen so gern warme Schützenwürsie und hinein sind sie -ganz leicht gegangen aber heraus! heraus bringen wir sie nicht mehr!" Des Herrn Registrators Blick fällt auf das recht verlegen aussehende Fräulein Schilli. dann auf das, der hinterlistigen Bettflasche entflossene Wasser, welches aussieht, als ob es schon den ganzen Winter über dazu gedient habe, das Lager der holden Jungfrau zu erwärmen und gewaltam unterdrückte der Ehcstandscandi'bat ein nicht eben sehr anständige Kraftwort, das sich ihm unwillkürlich iuf die Lippen drängt. Wärme dehnt die Körper aus! mein? Damen! .... Das hätten Sie bedenken sollen!" ... meint er dann -.ironisch. Es wird Ihnen wohl nichts anderes übrig bleiben, als die gefangenen Schützenwürste innerhalb ihres Gefängnisses zu zerlegen und sie stückweise herauszubesördern. Im übrigen wünsche ich gesegnete Mailzeit!" Sprach's und wanderte dann von allen .Zweifeln und Seelenkämpfen auf immer befreit, schnurstracks dem schwar.zen Bären" zu. wo es diesen Abend eitun feinen Hasenbraten mit Lebcrknö.dein gab. Der Herr Registrator ist heute noch Junggeselle und wenn etwa im Wirthshaus ein glücklicher Ehegatte -von delikater Hausmannskost" flunkert. so hat er für den Schwärmer höchstens ein mitleidiges Lächeln. Gerechte Entrüstung. Richter: Der Angeklagte hat auch eintn Bestechungsversuch gemacht, als Sie ihn verhaften wollten; was bot er Ihnen an?" Nachtwächter (entrüstet): Ein Exemplar seiner GeRichte!" - Beruhigend. Dame (ängstlich): Der Mann vorhin schrie ja so furchtbar; thut das Zahnziehen sehr weh?" Zahnarzt: Ach wo, gar nicht.... dem hatte ich nur die Kinnlade etwas u$ZtzinltlM

Tßitbc in Sud-Asrika. In dem Kriege zwischen England und den Boerenrepubliken darf man die Haltung der farbigen Eingeborenen nicht unterschätzen, die, ungefähr 2 Millionen stark, den etwa 800,000 Weißen in Südafrika gegenüberstehen. Der Kampf kann sogar leicht in einen doppelten Rassenkampf ausarten, in einen Kampf der Boeren gegen die Engländer durch ganz Süd-Afrika und in einen Kampf der Weißen gegen die Farbigen. Sollte es dahin komnun, so dürften wir uns auf Greuelscenen schlimmster Art gefaßt machen. Denn dann wird der gerade den Eingeborenen Süd-Afrikas eigene bestialische Zug, die Lust am Martern und Morden, am Rauben und Brennen, die durch die Herrschaft der Weißen nur gedämpft und niedergehalten, aber nicht erstorben ist, mit all seinen Schrecknissen auf einmal erwachen.

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Zulu. Die ganze große Masse der autochthonen Farbigen durch alle Schattirungen von hellbrauner bis tiesschwarzer Hautfarbe, all de Stämme und Stämmchen, die Rassen und Spielarten Süd-Afrikas im allgemeinen und der beiden Boerenrepubliken Transvaal und Oranje-Freistaat im besonderen zerfallen in zwei große 5zauptgruppen. in die A-Bantu-Bolksgruppe, d. h. die verschiedenen Kaffernstämme, und in die Koi-Koin, d. h. die Hotten-totten-und Buschmannvölker. Die Kaffern (also die A-Bantu-Stämme) sind im allgemeinen größer, schwarzdunkel, zuweilen aber auch kupferfarbig. Die Formen sind runder, die Lippen wulstiger, die Augen rund. Die Hottentotten und'Buschmannet sind kleiner. Bei den letzten kommen Zwergstämme in der KalaZulu in Kriegsrüstung. hari-Wüste vor. Die tiefschwarze, sowie die Kupferfarbe fehlen. Die Haut ist lederfarbig. Die Augen sind geschlitzt. Die Körperformen sind eckiger, die Backenknochen treten mehr hervor. Die Lippen sind wohl auch breit, aber nicht so wulstig wie bei den Kaffern. Die Kaffern (A-Bantus) gliedern sich wieder in zwei große Abtheilungen, in die Ama-Zulu-Stämme und Verwandte und in die BetschuanenStämme. Zu den Ama-Zulus gehören die Zulus im engeren Sinne, die im eng lischen Zululande in Natal und im Südostzipfel Transvaals zwischen Natal, Zulu- und Swazi-Land wohnen, also in dem Theile, in oder an welchem die Schlachtfelder von Laing Nek und Majuöa Hill liegen. Zuluzauberin. Nächst den Zulus ist der große Stamm der Swazi der wichtigste unter den Ama-Zulus, der das seit 1895 der Transvaal-Republik einverleibte Swaziland bewohnt. Im Typus sind Zulus im engeren Sinne und Swazis oft überhaupt nicht zu unterscheiden. Auch die linguistischen, ethnographischen und trachtlichen Unterschiede sind sehr geringfügiger Art. Mcr jetzt während des Krieges kann es sich ereignen, daß die Zulus zu den Boeren, die Swazis zu den Englandein halten, weil zuletzt (18841885)

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den Zulus von den Boeren gegen die Engländer geholfen, die Swazis erst 1895 gewaltsam zur Anerkennung der Transvaal-Republik durch Piet Joubert gezwungen wurden. Der dritte wichtigste und ebenfalls kriegerische Ama-Zulu-Stamm der Matabele fehlt als Volksstamm m Transvaal und wohnt nördlich vom Limpopo im Matabele-Lande, dem Südtheile Rhodesias. Diese drei Zulu-Stämme, Zulus, Swazis und Matabele, bilden den kräftigsten, größten und schönsten Menschenschlag unter allen Kaffern. Unter ihnen kommt auch am häufigsten die kupferfarbene Hautfarbe vor. Dagegen stellt sich der 1834 aus der Natal- und Zululand-Gegend vertriebene, nach dem Kap-Lande eingewanderte Stamm der Ama-Fengu als ein ethnographisch degenerirter ZuluStamm dar, der kaum die Waffen in einer etwaigen Erhebung der Schwarzen gegen die Weißen ergreifen wird. Den schlankeren, knochigeren und doch in gewissem Sinne schöneren Ama-Zulus stehen die im ganzen gedrungeneren, häßlicheren, in den Formen weicheren Betschuanen-Stämme gegenüber. Unter ihnen ragen in erster Linie die Basutos hervor, die wieder in viele Unterstämme und Zweige auseinander

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Z u l u z w e r g. gehen. Die Süd-Basutas stehen unter eigenen Häuptlingen, denen die britische Regierung noch ziemlich weit gehende Rechte gelassen hat. Ihre Seelenzahl betrug nach dem letzten Census von 1891 218.903. Kriegelisch, die besten eingeborenen Reiter, gut beritten mit der besten eingeborenen Pferderasse (sie verfügen über 30,000 Reiter) und gut bewaffnet, bedeuten sie eine große Gefahr für den anstoßenden Oranje-Ffeistaat, der über sie früher in bedrückender Weise die Herrschaft ausübte. Die Nord - Basutos bewohnen stammweise Mittel- und Nord-Trans-vaal und sind nicht beritten. Einzelne Stämme haben aber auch den Boeren und den Engländern viel zu schassen gemacht, besonders Ende der 70er Jahre die Bapedis unter dem Häuptlinge Schukuni und neuerdings die Basutos unter der als Negenzauberin durch ganz Süd-Afrika berühmten Königin Mudechadcchi. die Piet Joubert mit Oberst Schiel und dem Berliner Missionar Reuter theils auf kriegerischem, theils auf friedlichem Wege unterjochte. Von sonstigen Vasuto-Stämmen Transvaals genügt es, die Schaugans zu nennen, die im Nord-Osten sitzen, sowie die Bakhatla und Bakuena im Centrum und Westen des Landes. Zwischen diesen schiebt sich im NordTransvaal und im Zoutpansbergr, : : - -;.-- , Swasi - Kaffer. Subdiskikte die Spelonken" der Stamm der Magwamba oder Knopneusen, d. h. die Knopfnasen", ein, der für ein Kreuzungsproduct aus Zulus und Basutos angesehen wird. Dafür sprechen Nassen-Typus, Sprachenund Sittenverwandtschaften. Sie empfingen ihre Namen von den Schmucknarben, mit denen sie ihr Gesicht und andere Körpertheile zu verzieren, bezw. zu verunzieren pflegen. Endlich sitzt noch im äußersten Norden und Nordosten in eigenartiger Betschuanen - Stamm, die Bawendas, die sicher vor einigen Jahrhunderten aus dem Kongo einwanderten. Denn ihre Sprache enthält eine beträchtliche Anzahl Worte, die allen übrigen Eingeborenen Transvaals fehlen, sich aber bei einigen Kongo-Stämmen wiederfinden. Unter den Betschuanen, die rings um Transvaal herum,-im Süden und Westen sitzen, ist der Stamm der Baralongs einer der wichtigsten. Von den Hottentotten - Stämmen, die in diesem Umkreise stellenweise die Betschuanen - Kaffern überwiegen, seien als die wichtigsten die Korana, Griqua und Namaqua genannt. . Die Buschmänner - Stämme, die zum Theil gar nicht civilisirbar sind und eher aussterben als sich der Cultur fügen, haben sich, so weit sie nicht schon assimilirt oder vernichtet werden, in schwer zugängliche Höhlen und Gebirge und besonders, in die Kalahari-Wüste zurückgezogen. Sie kommen' daher bei

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diesem Völkerbilde kaum in Betracht. Sie sind menschenscheu im höchsten Grade, nähren sich von Wurzeln, Früchten, Wild, Würmern und Heuschrecken. Selbstverständlich erschweren im einzelnen allerlei Kreuzungen der Stämme unter einander, die von Jahr zu Jahr zunehmen, immer mehr die anthropologische Diagnose. Sonnensignale. Ausgedehnte Anwendung findet in dem gegenwärtigen Boerenkriege der Heliograph oder Sonnentelegraph,' eine von dem Engländer Henry Nance erfundene Vorrichtung zur Uebermittelung von Signalen im Felde. Bei derselben kommen mit der Hand drehbare' Spiegel in Verwendung, um durch Re-

HrHeliographcorps. fleze der Sonnenstrahlen Lichteindrücke von kürzerer oder längerer Dauer auf große Entfernungen hervorzubringen. Durch entsprechende Gruppirung der durch einfache Aenderung der Neigung des Spiegels mittels eines kleinen Tasters und die dadurch bewirkte Ablenkung des reflectirten Strahles hervorgebrachten, zwischen den Lichtblicken liegenden, kurzen und langen Verdunklungen am Empfangsorte wird, ähnlich wie beim Morse-Apparat aus Punkten und Strichen, ein Alphabet gebildet. Bei sehr klarem Wetter arbettet der Heliograph bis auf 100 Meilen Entfernung. TaS Fahrrad im Kriege. Die starke Cavalleric und neugebildete Fahrradabtheilungen der Buren gestatteten diesen, die rückwärtigen Verbindungen des in Ladysmith cerrnrkn Gegners alsbald ernstlich zu gefährden. Die im Transvaal vor einigen Wochen errichtete FahrradabtheiBicyclesoldat. lung besteht großenteils aus naturalisirten Europäern und Ausländern, die ihre Dienste der Republik zur Verfügung gestellt haben. Soweit es die Wegeverhältnisse Südafrikas gestatten, sollte diese Truppe im Aufklärungsund Meidedienst Verwendung finden. Unsere Abbildung zeigt einen jungen Oesterreicher, der die Staatsangehörigkeit Transvaals erworben hat. Am Rade ist in geeigneter Weise das Mannlichergewehr befestigt, und aus dem über Brust und Schulter sich schlingenden Patronengürtel lugen die schmalen Stahlmantelgeschosse hervor. SeineAuffasfung. Theaterkassirer: Alles aüsverkauft." Bauer: Net übel; itzt machen s im Theater a no' 'n Ausverkauf." Schneidig. Elsa (fünsjährig): Mama, der Papa will mir die Puppe'nicht kaufen! Droh ihm doch mal mit der Ehescheidung!" Armer Kerl. Hausherr: Frau Maier. Teppiche dürfen Sie des Nachts keine mehr klopfen!" Frau Maier: Teppiche?? Das war ja mein Mann!" Maßstab. Richter: Wieviel Krüge hatten Sie getrunken, als die Rauferei begann?" Angeklagter (lachend): Herr Nichter. das soll ich wissen? Mehr als 12 Krüge waren's, denn bis 12 Krüge spür' i kan Curasch!" Gewissenhaft. Richter: Dieses Mal erhalten Sie als rückfällig eine bedeutend höhere Strafe!" Angeklagter: Jawohl; das letzte Mal hab' ich 4 Monat' g'habt heut' macht's 7 Monat!" Richter: So genau kennen Sie Ihr Schicksal?" Angeklagter: Natürlich! Glauben Sie denn, Herr Gerichtshof. Unsereins stiehlt so in den Tag hinein?!"

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Gegenwärtig lenkt wieder Venezuela die Aufmerksamkeit der Politiker und noch mehr der Handelswelt auf sich. Die Vereinigten Staaten von Venezuela" umfaßten bisher neun Staaten, vier Territorien und den Bundesdistrict und grenzen östlich an Columbien, südlich an Brasilien, westlich an Britisch Guyana, nördlich an das amerikanische Mittelmeer. Das Gebiet von Venezuela liegt in der heißen Zone, fast bis zumAequator reichend, erstreckt es sich bis zum 12. Grad nördlicher Breite. Es zerfällt in Gebirgsland und Tiefebene; drei Gebirgssysteme geben einem beträchtlichen Theile des Landes durch namhafte Erhebung ein gemäßigteres Klima, als die Lage erwarten läßt. Die Verzweigungen der Kordilleren haben Gipfel bis zu 4600 Metern, das Kllstengebirge am Atlantischen Ocean hat eine mittlere Höhe von 1650 Metern bei einer Breite von 110 bis 120 Kilometern. Berge von 2700 bis 2800 Metern. Die Tiefebenen Venezuela's zeigen dieEigenart der Llanos, die Alexander von Humboldt in wunderbarer Plastik geschildert hat, in der trockenen Jahreszeit eine Wüste steinharten Lehmes, verwandeln sie sich in der Regenzeit zu einem Grasmeer. Venezuela's gesummtes Gebiet wurde früher auf rund 1 Million Quadratkilometer geschätzt, die Ansprüche, die Venezuela selbst erhebt, reichen aber weiter. Zwischen England und Venezuela schwebte seit Jahrzehnten ein Grenzstreit in Guyana. England hatte 1840 durch den Ingenieur Schomburgh einseitig die westliche Grenze seines dortigen Besitzes feststellen lassen, was Venezuela aber nicht anerkannt, da es seinerseits das Gebiet der linken Zuflüsse des unteren Präsident Andrade. Essequibo beanspruchte. Lange Jahre blieb die Frage in der Schwebe, bis sie 1895 einen drohenden Charakter annahm. Da die Ver. Staaten damals Venezuela zur Seite traten, ließ sich England nach anfänglicher Ablehnung Ende 1896 zu einem Vertrag herbei, durch den die Entscheidung einem Schiedsgericht übergeben wurde. Dieses hat erst kürzlich in Paris unter dem Vorsitz des russischen Rechtsgelehrten Professor von Mariens einstimmig seinen Spruch zu Gunsten Venezuela's gefällt, der demselben ein Gebiet von etwa 180,000 Quadratkilometern zuweist. Die Bevölkerung Venezuela's, 2 Millionen, besteht nur zu zwölf Hunderttheilen aus Weißen spanischer Sprache, zu dreißig Procent aus Indianern, zur Hälfte aus Mulatten, Mischlingen zwischen Weißen und Negern, und Zambos, Mischlingen zwischen Negern und Indianern, der Nest sind Ausländer. Die Hauptstadt Caracas liegt in einem schönen Thal am Guairafluß, am Fuß des 2632 Meter hohen Monte Avila. nur 37 Kilometer vomMeer und dem Hafen von La Guaira, mit dem sie durch eine kunstvolle Gebirgsbahn verbunden ist. In den breiten, unter rechGeneralGuerra. ten Winkeln sich schneidenden Straßen und an den großen Plätzen erheben sich stattliche, moderne Gebäude und mehrere Denkmäler; doch fehlt es auch nicht an unansehnlichen, stockhohen Häuschen aus ungebranntem Lehm. Die Zahl der Einwohner wird auf 70.000 angegeben. Der Hafen La Guaira hat nur 9000 Einwohner, sechs europäische und zwei New Jorker Handelslinien landen hier. Der Handel wird großentheils von deutschen Häusern betrieben. Hambürg und Bremen liefern neben England die Einfuhrgegenstände; La Guaira ist auch der Sitz eines deutschen Consuls. Ueberhaupt ist in Venezuela viel deutsches Capital angelegt, besonders in der großen Eisenbahn zwischen Caracas und Valencia und in den neuerdings angelegten großartigen Plantagen der Venezuela - PlantagenGesellschaft. Das stehende Heer zählt 6500 Mann, davon 450 Generäle, über 600 Oberste und 2000 sonstige Officiere. Der gegenwärtige Präsident von Venezuela ist Dr. Ignacio Andrade, seit Anfang 1893. Schon bald nack seinem Amtsantritt brach eine revolutionäre Bewegung gegen ihn aus. General Jos6 Manuel Hernandez war bei der Präsidentenwahl unterlegen, er - behauptete,

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der rechtmäßig Gewählte zu sein, und zog mit einer Reiterschaar gegen Andrade. Bei seiner Bekämpfung fand General Crespo, damals OberbefehlsHaber der Truppen, seinen Tod. Seinem Unterführer Ramon Äuerra gelang es dann. dieAufständischen zu zerstreuen und den General Hernandez gefangen in das Kastell San Carlos bei Maracaibo abzuführen. Zum Dank hierfür wurde General Ramon Guerra zum Gouverneur einer eigens für ihn durch Theilung des Staates Mirand geschaffenen Provinz Guarico ernannt. Diese Theilung entsprach jedoch nicht dem Wunsche des alten, ehrgeizigen Generals, der den

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Aufständische. ganzen Staat beherrschen wollte, und als er sah, daß Präsident Andrade seinen Ansprüchen nicht entgegenkam, erklärte er der Centralregierung den Krieg. Nach verschiedenen kleinen Gefechten wurde indessen diese Bewegung niedergeschlagen, und Ramon Guerra zog sich über die kolumbianische Grenze zurück. Kaum war die Ruhe wiederhergestellt, als das vom Präsidenten Andrade im Congreß durchgebrachte Gesetz, nach welchem sämmtliche Staaten getheilt werden sollten und die Macht der bisherigen Gouverneure und Beamten verringert wurde, einen allgemeinen Aufstand der mißvergnügten Präsidenten der einzelnen Staaten hervorrief. Der Gouverneur der Provinz Los Andes, General Cipriano Castro, zog sich mit seinen schnell einberufenen und gut bewaffneten Anhängern, zu denen sich später noch die Anhänger Ramon Guena's und dieser selbst ge sellten, in die unwirthlichen Gebirge der Anden zurück und fing an, die Regierung in Caracas zu bekämpfen. Präsident Andrade sandte seine besten Truppen gegen ihn, welche jedoch in einem mörderischen Treffen, in dem über 200 Todte, darunter fünf Generäle blieben, geschlagen wurden. Nun begann der inzwischen in Freiheit gesetzte General Jos6 Manuel Hernandez in Caracas selbst gegen den Präsidenten zu intriguiren, und ferner zog der auf Curaao in Verbannung lebende General Jos6 Jgnacio Vulido ebenfalls Leute zusammen und landete auf der Halbinsel Coro, um sich mit Castro, sowie den Anhängern Hernandez' zu vereinigen. Die Rcgierungstruppen erlitten wiederholt Niederlagen, während die Verluste der Aufständischen nur gering waren. Nach den neuesten Nachrichten haben die Letzteren wieder Schlappen erlitten. Die Ver. Staaten sowie Deutschland und England haben zum Schutze ihrer Interessen Kriegsschiffe nach La Guaira entsandt. Zu gesund. Ist die Luft hier auch gesund, Herr Medicinalrath?" Gewiß, meine -Gnädige! Hier können Sie in kurzer Zeit 100 Jahre alt werden!" Verschnappt. Ach, das reizende Rosenbouquet!" Ja. 's gnä' Fräul'n haben aber auch heut' von allen Damen 's schönste 'kriegt!Boshaft. Ehemann: Nun, was sagst du zu meiner Frau?" Archäologe: Hm, wo hast du die denn ausgegraben'S" Auch eine .Pachtung. Fremder: Was war das für ein H:rr. der diesen Morgen all: Betten revidirte?" Hotelier: Ach. der Besitzer eines Flohtheaters . . . dem habe ich nämlich hier die Jagd verpachtet!" NeueKrankheit. Junger Zhemann: .,. . .Zu machen ist da Nichtmeine Frau krankt an meiner Schwiegermutter!- Frau: Geh' zu, Eine krankt an der Mutter, die Andere an der Tante ganz gesund ist .:.., rfvniin

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. Richter: Nachdem der Zeuge das Unglück hatte, das rechte Ohr zu verlieren. haben Sie ihm bei der Rauferei das andere auch noch abgerissen! Können Sie einen MilderungZgrund angeben?" Angeklagter: O ja. Herr GerichtsHof es hat gar so schlecht ausg'schaut!" DerPantoffclheld. A (auf dem Heimweg von der Kneipe): Donnerwetter, rennen Sie doch nicht so vielleicht schläft Ihre Frau schon." Das nütz: mir nichts ich muß sie weckm, wenn ich aus der Kneipe nach Hause komme!" Eingegangen. Ä.S. r mi Wenn es Euch recht ist. lieber Neffe, dann bleibe ich die paar Tage bei Euch wohnen; ich spare dadurch das kostspielige Uebernachten im Hotel!" Ei versteht sich, lieber Onkel. Wir schätzen es uns zur hohen Ehre, Dich beherbergen zu dürfen, und werden Dir den Aufenthalt so angenehm wie nur möglich machen aber nicht wahr, ich darf Dich um ein kleines Tarlehen von fünfzig Mark bitten wir haben nämlich gerade das Gastbett im Versatzhaus!" Darum! Professor (dem ein Herr vorgestellt wird): Haben Sie bei uns studirt, mein Herr?" Herr: Nein, Herr Professor ich bin WeinreZsender!" Professor: Ah, darum ah ich Sie nie im Colleg!" Unverfroren. Ich bin der Mann, den Sie geftern vom Tode des Ertrinkens gerettet haben!" Schon gut Sie wollen inir dan ken. ." Nee, aber Sie haben sich doch jedenfalls bei dem Rettungsgeschäft den Anzug verdorben, und da that' ich halt fragen, ob Sie mir den nicht schenken wollten!" Einwand. Professor: Das ewige Nein von dir empört mich. Das Wort wird meist völlig überflüssig ge braucht. Die Römer z. B. kanun ohne dies ganz Aut aus.- Frau:., Und die Römennnen?!? . .

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