Indiana Tribüne, Volume 23, Number 83, Indianapolis, Marion County, 10 December 1899 — Page 3
Die Äadje Des Spaniers. Roman auZ der Zeit des spanisch.ar.:e. rikanischcn Krieges. Von Karl Ncutcr-Kergcr. Copyright iLgg by the Gerrnaa Pres & PUte Cob (3. Fortsetzung.) Am Nachmittage beschloß er, sich iwc) der Eisenbahnstation zu begeben. Er wollte sich erkundigen, wann der nächZte Zug nach New Orleans abfahre, liä war die höchste Zeit, die Spur Ainsleys zu verfolgen, denn jedenfalls hielt sich derselbe nicht mehr in Ccwn Springs auf, es sei denn, daß er gleich so heftig von dem Gelben Fieber befallen worden wäre, daß eine Reise ausgeschlossen war. Auch in diesem Falle mußte er ihn finden, er wollte sich an seiner Todesqual weiden. Es war ein stiller, sonniger Tag. Nur dann und wann milderte eine leichte Brise vom Golfe die drückende Schwüle. Es fiel Manuel trotzdem auf, daß so wenig Leben und Verkehr auf der Hauptstraße herrschte. Die Stadt schien wie ausgestorben. Sein Erstaunen wuchs, als er sich dem Bahnhose nabte. Die ganze Einwohnerschast schien auf dem Perron dersammelt zu sein. Ein schriller Psisf ertönte, graue Rauchwolken quollen hinter denVaumWipfeln auf, dann donnerte der Zug heran. Manuel zählte acht Waggons hinter der keuchenden Locomotive, die Vaggage - Ears nicht mitgerechnet. Kaum stand der Zug stille, da drängten schon die Passagiere mit ängstlicher Hast nach den Waggons, als fürchteten sie, nicht mehr mit zu kommen. . Als Manuel den Bahnhof erreichte, sianden nur noch der Stations-Agent und einige halbwüchsige Burschen auf ! em Perron. Der Zug setzte sich langsam in Bewegung. Halb neugierig, halb erstaunt, betrachtete der Spanier die Kopf an Kopf gedrängten Passagiere an den ossenenFenstcrn der Waggons. Plötzlich zuckte er zusammen. An einem Fenster des zweitletzten Waggons, einem eleganten PullmanSchlafwagen, tauchte ein blasses Mänuerantlitz mit blondem Schnurrbart auf. Es war Harald Ehester Ainsley. Auch er hatte den Spanier gesehen und wandte, wie von einem jähen Schreck durchzuckt, das Haupt zur
Mit einem dumpfen Wuthgebrüll sprang Manuel voran. Er sah aber gleich das Thörichte seines Unternehmens ein, denn der Zug nahm fortwährend an Fahrgeschwindigkeit zu, und als er kaum drei Schritte gemacht hatte, war der letzte Waggon schon vorbeigeflogen. Mit keuchendem Athem und vor Aufregung an allen Gliedern zitternd, blieb er stehen. Halloh, Sie sind wohl zu spät gekommen?" erklang die Stimme des Agenten. Manuel gab keine Antwort und wandte sich langsam zum Gehen. Plötzlich aber kehrte er um, trat zu dem Agenten und fragte: Wann fährt der nächste Zug nach New Orleans?" Der Agent lachte und sprach: Das kann noch einige Wochen dauern!" Einige Wochen?" Oder Monate!" Sir, wollen Sie mich zum Narren halten?" brauste Manuel auf. Ja, Mensch, sind Sie denn vom Mond gefallen?" fragte der Agent erstaunt, wissen Sie denn nicht, was hier in den letzten Tagen passirt ist?" Nein, zum Teufel, was denn?" Das Gelbe Fieber ist ausgebrochen!" Das Gelbe Fieber?" Ja, vor einigen Tagen bekam es einer von den Gästen im Buena Vista Hotel, richtig, vor drei Tagen war's, gestern lagen schon über ein Dutzend cn der schrecklichen Seuche darnieder, und heute Morgen hat die StaatsSanitätsbehörde vom Staate Louisiana strikte Quarantaine gegen Ocean Springs und alleGolfstädte im Staate Mississippi verhängt. Das war eben der letzte Zug nach New Orleans, kein anderer hält hier an, bis die Quarantaine aufgehoben worden ist. Auch dieser hätte hier jedenfalls nicht mehr angehalten, wenn nicht so viele reiche und prominente Leute von der Erescent Eity hier gewesen wären, die natürlich nicht Wochen und Monate lang in diesem Neste eingestöpselt sein wollten und die Pull" genug hatten, noch gleich nach Thoresschluß durchzuschlüpfen." Manuel blickte den Agenten eine Weile groß an. Und könnte man denn nicht zu Fuß über die Grenze gelangen?" Erst recht nicht, jeder Weg und Steg ist mit bewaffneten Wächtern besetzt und durch die Sümpfe können Sie nicht gehen." Verflucht könnte man auch nicht für Geld und gute Worte irgendwo durchschlüpfen." Mann, was denken Sie denn? Man würde Sie niederschießen wie einen tollen Hund!" Manuel entfernte sich, ohne noch ein Wort zu sagen. Er war mit der Lage der Dinge durchaus nicht zufrieden und verwünschte, daß er zehn Minuten zu spät auf dem Bahnhof angelangt war. Der Gedanke, hier Wochen und Monate lang unthätig zu weilen, während der Gegenstand seiner Rache sich vielleicht des Lebens freute, war ihm unerträglich. Unter solcherlei Gedanken erreichte er die Hütte seines Bruders. Als er dieselbe eben betreten wollte, blickte er zufällig in die Richtung der Vay. wo über dem Ufersande die weiße Segelstange des Bootes seines Bruders ragte. Ein Blitz des Triumphes überflog seine Züge. Daß er auch nicht eher daran dacht hatte, , aü den Weg' zu
Wasser; der konnte nicht abgesperrt werden. Mit dem Boote konnte er bis zur Mündung des Mississippi und diesen hinauf nach New Orleans gelangen. Mit den Küstengewässern des Golfstromes war er vollkommen dertraut, also frisch an's Werk und das Wogestück unternommen! Heilige Madonna," murmelte er, zwölf schwere Kerzen laß ich Dir zu Ehren anzünden, sobald ich glücklich in New Orleans ankomme!" Den Nachmittag verbrachte Manuel damit. Einkäufe zu machen und Proviant in das Boot zu schaffen. Sobald es Abend geworden, wollte er auf-brechen.
6. Neun Tage waren seitdem verflössen. Die Wogen des Golfes von Mexico schimmerten wie flüssiges Gold, denn die Sonne neigte sich eben zum Untergange und streute noch einmal verschwenderisch ihre Gluthgarben aus. Wie fahle, fast farblose Flecke, ruhten in diesem wogenden zitternden Geflimmer die Ehandeleur Islands, eine Gruppe von kahlen Sandinseln. Auf eine derselben erhob sich ein dunklerPunkt, welcher sich bewegte und sich als die Gestalt eines Menschen entpuppte. Es war Manuel. Am sechsten Tage nach seiner Abfahrt war er von einem furchtbaren Sturme überrascht worden, dem das leichte Fahrzeug nicht Stand halten konnte. Stunden lang kämpfte er verzweifelt mit den wilden Wogen, bis er plötzlich, als seine Kraft nahezu erschöpft war, festen Boden unter seinen Füßen spürte. Eine gewaltige Woge hatte ihn auf eine der Jnselchen, in deren Nähe sein Boot zu Grunde gegangen war, geschleudert. Zum drittenmale sah er die Sonne in der endlosen Wasserwüste untergehen, und noch immer war nirgends ein rettendes Fahrzeug zu schauen. Seine Wangen waren eingefallen und seine Augen unnatürlich groß. Hunger und Durst quälten ihn empfindlich und der Gedanke, daß er hier vielleicht einsam und verlassen zu Grunde gehen würde, ohne sein Rachewerk ausgeführt zu haben, wurde ihm zu einer wahren Folter. Die Sonne war versunken. Ein eigenthümlicher kupferfarbiger Schimmer ruhte noch fern auf den Gewäsfern. Langsam, unmerklich, aber doch immer wachsend, stieg im Südwesten eine blaufahle Bank empor. Als Manuel sie gewahrte, überflog ein Ausdruck des Erschreckens sein Antlitz. Er war zu vertraut mit allen Naturerscheinungen unter diesem Himrnelsstriche, um nicht zu wissen, daß diese immer höher steiZende unheimlich fahle Wolkenwand nichts Gutes bedeute. Und nicht lange dauerte es, da drang ein fernes dumps Brausen an sein Ohr und allerlei pfeifende und heulende Töne durchzitterten die Luft. Dann war der Sturm da. Schwarze Nacht umhüllte die tobenden Elemente, zuweilen von einem grellen Blitzstrahl erhellt, welcher Sekunden lang W brodelnden Wogenberge zeigte, deren weiße. Schaumkronen auch noch in der Finsterniß sichtbar waren. Das Knattern des Donners war in dem Brausen und Zischen und Heulen kaum vernehmbar. Erst als ein schwerer Regen niederrauschte, ließ die Wuth des Sturmes etwas nach. Manuel hatte sich auf dem Boden niedergekauert, um besser gegen die Gewalt des Sturmes geschützt zu sein. Bald aber schon mußte er sich wieder erheben, um nicht in den hohen Sturzwogen, welche sich über das Jnselchen Wälzten, zu ertrinken. Sein ganze Kraft, gestählt durch den Muth der Verzweiflung, mußte er einsetzen, um nicht von den sturmgepeitschten Wogen mit fortgerissen zu werden. Bald nachdem aber der Regen niederströmte, drangen dieFluthen nicht mehr so weit. Gänzlich erschöpft und entkräftet sank er zu Boden und sog gierig das ersehnte Naß ein, welches er mn seinem Rock auffing. Plötzlich sprang er wie elektrisirt empor. Ein leises Knacken war an sein Ohr gedrungen. Da sich inzwischen die schweren Wolkenmassen verzogen hatten und im Süden schon wieder die Sterne funkelten, gewahrte er in der matten Dämmerung einen schwarzen Gegenstand, welcher abwechfelnd aus den Wogen auftauchte und wieder verschwand. Er rannte bis zur äußersten Spitze des Jnselchens, hielt die Hä.ide zu einem Schallrohre geformt c.n seinen Mund und stieß ein weithinschallendes Ahoi!" aus. Er hatte sich nicht getäuscht, es war ein Boot, dessen Segel immer deutlicher auftauchte. Bald kam das Fahrzeug so ahe, daß er zwei Gestalten in demselben unterscheiden konnte. Halloh. wer ist da?" scholl tä herüber. Ein Schiffbrüchiger!" schrie Manuel. Das Boot kam näher, dann fragte wieder eine Stimme: Wer bist Du?" Manuel nannte seinen Namen und setzte hinzu, daß er von New Orleans komme. Er erhielt keine Antwort. Das Boot schoß heran. Aber anstatt daß es der Insel zuhielt, wandte es plötzlich seinen Kurs um eine halbe Wendung nach Nordwest. Ein Schrei der Enttäuschung und der Verzweiflung entfuhr den Lippen des Schiffbrüchigen. Hier!" brüllte er, hierher, hier bin ich!" Ein höhnisches Lachen erscholl, dann eine rauhe Stimme: Geh zur Holle, verfluchter Dago!" Manuel taumelte zurück, als habe er einen Faustschlag in's Gesicht erhalten. .Ein' heiserer. Wuthschrei ent- ' rang sich seiner Brust. Er stürzte auf
seine Slnlt nieder, zerraufte sich die Haare und stieß wilde Flüche und Verwünschungen aus. Die rechte Hand zum Schwüre zu den funkelnden Sternen emporstreckend, sprach : Wenn ich jemals lebend diese Insel verlasse wehe euch, ihr herzlosen Amerikaner!" Ein Gefühl der Schwäche durchzitterte seinen Körper. Das Rauschen der Wogen drang wie aus weiter Fern: an sein Ohr. Dann war es ihm, als stehe er auf dem Verdecke eines schwankenden Schiffes, welches sich zu einem Berge verwandelte, der immer höher emporwuchs und bald über die Wolken ragte. Er stand auf der höchsten Spitze. Tief unter ihm lagerten grauschwarze Wolkenmassen. Ueber ihm aber leuchtete der blaue Himmel und weit, weit schwebte eine zarte, weiße, flockige Wolke, die den Eingang zum Himmel verhüllte. Der zarte Vorhang wurde zur Seite geschoben, und in der Oeffnung erschien Anita, süß lächelnd. In der Hand hielt sie eine Rosenknospe, und die leuchtete wie ein blutrother Stern. Sie ließ die Knospe fallen, die langsam, wie ein rosiger Strahl, niederflatterte. Jetzt war die wunderbare Blüthe ganz nahe, er wollte mit der Hand danach greifen, da verlor er seinen Halt und stürzte tiefer, immer tiefer, in eine endlose Finsterniß. Und dann schwanden ihm die Sinne.
6. Eine der fruchtbarsten und blühendsten Gegenden im südwestlichen Theile des Staates Louisiana ist unstreitig die, welche der Bayou Teche, der dei Morgan Eity in den Golf mündet, auf seinem kurzen Laufe in mannigfachen Windungen durchschneidet. Einen imposanten Anblick gewähren dt mächtigen Lebenseichen an beiden Ufern an deren Aesten und Zweigen das silbergraue Bartmoos wie riesige Fransen, drei bis acht Fuß lang, niederhängt. An der linken Seite des Flusses gibt es noch stellenweise dichten Urwald und Sümpfe, an der rechten jedoch dehnen sich weite Zuckerrohr- und Reisfelder, in welchen hier und da hinter lieblichen Baumgruppen die Dächer und Kamine der Plantagengebäude emporragen. Jedenfalls die größte und angesehenste Plantage im Jberia Parish war die einige Meilen von L . . . . ville entfernte London Plantage", Eigenthum des Eolonel George William Ainsley. Von den größtenteils aus Ereolen bestehenden Bewohnern der Umgegend freilich wurde die Plantage noch immer hartnäckig die Mon Bijou" Plantage genannt. So hieß sie bis Ende des Bürgerkrieges, als noch der galante und ritterliche Lucien de Broussard Eigenthümer des großen Vesitzthums war. Auch er wurde durch den Bürgerkrieg, welcher den Verlust seiner zahlreichen Sklaven zur Folge hatte, fast an den Bettelstab gebracht. wie so viele andere Sklavenbarone. Er überlebte diesen harten Schlag nicht lange. Seine beiden Söhne, die an Arbeit und Entbehrung nicht gewöhnt waren, schätzten sich glucklich, als sie ein Jahr nach dem Friedensschluß in George William Ainsley, einem Vankee", einen Kauser fanden, welcher für das große Besitzthum mit seinen zerfallenenGebäuden eine hübsche Summe zahlte. Daß das Gut das zehnfache des Kaufpreises werth war, ahnten die leichtsinnigen jungen Manner Nicht, welche in dem damals trotz den eben überstandenen schweren Zeiten doch noch lebenslustigen New Orleans bald ihr Erbe durchbrachten und dann in dem Strudel der Metropole des Südens spurlos verschwanden. Mister Ainsley, damals ein energischer junger Mann, gab der Plantage den Namen der Heimathsstadt seiner Eltern, welche von England eingewandert waren und sich im Staate Maine ein Vermögen erworben hatten. Lange Zelt war er der bestgehaßte Mann in der ganzen Gegend und nur seiner Kaltblütigkeit und seinem unerschrockenem Muthe hatte er es zu verdanken, daß Niemand es wagte, sich thätlich an ihm zu vergreifen. Unbeirrt ging er seiner Wege, ließ die zerfallenen Gebäude wieder aufbauen, viel größer und stattlicher wie zuvor, brachte überall Verbesserungen an und bald konnte seine Plantage in jeder Hinsicht als ein Muster dienen. Dies trug nun freilich nicht dazu bei, ihm bei 'seinen ausschließlich französisch sprechenden Nachbaren, welche den alten Schlendrian weiter gingen und anstatt voran, zurück kamen, beliebter zu machen. Wer weiß, vielleicht hätte er doch den allseitigen Anfeindungen auf die Dauer nicht Stand halten können, wenn er, da er seine Nachdaren nicht zu Freunden machen konnte, sie nicht zu seinen Verwandten gemacht hätte. Er heirathete nämlich eine Tochter des Herrn Alcide-Judice, eines der angesehensten Kaufleute und Postmeister des nächstenStädtchens, welcher fast mit jedem Plantagenbesitzer näher oder entfernter verwandt war. Die Ehe war eine sehr glückliche, doch ein vollkommenes Glück ist keinem Sterblichen beschicken. Vier Kinder, starben ihnen kurz nach einander an einer ansteckenden Krankheit und nur das älteste, George Alcide, und die beiden jüngsten. Harald Ehester und Alice blieben ihnen. Es war anfangs November, mitten in der Grinding"-Saison. Auf der London Plantage herrschte ein reges Leben und Treiben. Hunderte von Negern waren mit dem Schneiden des Zuckerrohrs beschäftigt, welches auf die kleinen Waggons geladen, die auf den durch die Felder gelegten schmalspurigen Geleise standen, von leichten Locomotiven nach den Plantagengebäuden gebracht wurden. Dort kam das Rohr in die ,Grinding"-Maschine oder Walzpresse, wo er bis zum letzten 'Tropfen ausgepreßt wurde. Der
süße 'ocst floß dann direki in die großen, Bottich ähnlichen Pfannen, die er als Rohzucker und theilweise als Molasses verließ, um dann nach den Rasfineriecn geschickt zu werden, wo er oen letzten Proceß durchmachte. Eben trat aus dem heißen Maschinenraume ein junger, schlanker und doch kräftig gebauter Mann auf die Platform hinaus, welche sich an der Nordseite des Gebäudes hinzog. Er zog ein Taschentuch hervor, stieß den lochten Strohhut etwas in den Nacken zurück und wischte sich den Schweiß von der Stirne. Eine stattliche Erscheinung war es, die selbst in den blauen Arbeitskleidern zur Geltung kam. Goldfarbige lockige Haare quollen unter dem Strohhute hervor, ein wie. Seide schimmernder röthlicher Schnurrbart harmonirte mit der frischen gesunden Gesichtsfarbe. Dazu die regelmäßigen Gesichtszüge, die strahlenden, ausdrucksvollen blauen Augen. Kurz, Alfred Linden war in jeder Hinsicht eine schöne interessante Erscheinung. Alfred Linden war der Ingenieur de? Werke, er beaufsichtigte und leitete das Sieden des süßen Saftes, und von diesem, dem Sugarmaker", hängt in nicht geringem Maße der Erfolg der Zuckerrohrernte ab. Dieser Posten ist deßhillb nicht nur ein wichtiger, sondern auch ein gut bezahlter, dessen InHaber sein Geschäft gründlich verstehen muß. Und Alfred Linden verstand sein Geschäft gründlich. Als Sohn einesGrundbesitzers in Westfalen hatte er eine gute Schulbildung genossen, das Technikum in Braunschweig, die bedeutendste Zuckerindustrieschule Deutschlands, besucht, und seine vollständige Ausbildung in diesem Fache auf der im Jahre 1895 in New Orleans gegründeten Zuckerschule", die mit einer Versuchsplantage verbunden ist, erhalten. Dort hatte Eol. Ainsley den tüchtigen jungen Mann kennen gelernt und ihn sogleich für die ganze Saison engagirt. Alfred Linden blickte angelegentlich nach den herrschaftlichen Gebäuden, welche jenseits des geräumigen Hofes hinter einer Gruppe hoher prachtvoller Magnoliabäume sich erhoben. Das imposante Wohnhaus mit seinem von weißen Säulen getragenem Balkon schien eine besondere Anziehungskraft auf den jungen Mann auszuüben. Kein Auge wandte er von dem Hause und nachdem er sich nach einer Weile davon überzeugt hatte, daß im Kesselräume noch alles in Ordnung sei, nahm er seinen Posten wieder ein. Plötzlich leuchteten seine Augen auf und eine leiseRLthe stieg in seine Wangen. Auf dem Balkon war die Gestalt eines jungen Mädchens erschienen, das sich leicht auf das Geländer lehnte und augenscheinlich die Blicke über den wohlgepflegten Garten schweifen ließ, in welchem die Rosen noch in voller Blüthe standen. Aber schon nach einigen Minuten trat sie wieder in's Haus zurück. Ein Zug der Enttäuschung flog über das Gesicht des jungen Mannes. Hastig zog er seine goldene Uhr aus der Tasche, und sein Gesicht verdüstertc sich noch mehr. Er sah, daß die Zeit schon vorüber war, zu welcher Alice Ainsley gewöhnlich ihren Nachmittagsspazierritt machte. Was mochte vorgefallen sein? Das Wetter war doch mild und schön und krank war sie augenscheinlich auch nicht. Gewöhnlich machte sie einen Ritt in's Feld und mußte dann das Maschinengebäude Passiren. Wenn sie dann den ehrfurchtsvollen Gruß des deutschen Ingenieurs mit einem freundlichen Neigen ihres Hauptes erwiderte, fühlte sich der junge Mann hoch beglückt. Denn Alfred Linden liebte Alice Ainsley mit der ganzen Gluth einer ersten großen Leidenschaft. Sie war schön, bezaubernd schön. Von ihrer Mutter hatte sie die zierliche graziöse Gestalt und das kastanienbraune, wie Seide schimmernde dichte Haar' und von ihrem Vater die klare, w.iße Haut, die wie ausMarmor gemeißelten, edlen Züge und die schimmernden, stahlblauen, unergründlichen Augen. Sie besaß eine gutgeschulte, seelenvolle Stimme, war eine Virtuosin auf dem Piano, eine kühne Reiterin und die Armen der Umgegend priesen ihr gutes Herz. Ihr holdes Bild schwebte dem jungen Mann in seinen Träumen vor, ihr galt sein erster Gedanke beim
erwachen und er zahlte die stunden bis er sie wiedersah. Zum erstenmale seit vielen Wochen sollte er heute ihr süßes Antlitz nicht schauen. Es war ihm. als sei mit einmmale aller Sonnenglanz aus der Welt entwichen und die Zeit bis zum nächsten Nachmittage dünkte ihm eine Ewigkeit. Der scharfe Klang einer fremden Stimme weckte ihn aus seinem Sinnen. Aufblickend, gewahrte er einen Mann, welcher mit einem übe? den Hof kommenden Neger sprach. Alfred konnte sich nicht erinnern, den Fremden jemals aus der Plantage oder in der Nachbarschaft gesehen zu haben. Er trug einen breitrandigen schwarzen Filzhut. Das ledcrfarbige Gesicht mit den vorstehenden Backenknochen, von einem struppigen, schwarzen Bart umrahmt, und die tief in den Höhlen liegenden dunkeln, stechenden Augen machten einen unheimlichen, abstoßenden Eindruck. Er gestikulirte heftig mit den Händen, während er aus den Neger einredete, schien aber keinen befriedigenden Bescheid zu erhalten, denn er wandte sich plötzlich und eilte raschen Schrittes in der' Richtung der Felder davon. Alsred hatte keine Zeit, den Fremden weiter zu beobachten oder den Neger zu fragen, was er gewollt habe denn ein eigenthümlich zischendes Geräusch mahnte ihn daran, daß die brodelnde Masse in den Kesseln zu hoch stieg. Rasch eilte er in den Maschinenräum, drehte an einem Ventile und
gleich senkte sich die braune Schaumkröne, welche sich über dem Rand der großen Behälter wölbte. Das Abendessen, welches Alfred in Gesellschaft der Vorleute und Aufseher der Plantage einnahm, wollte ihm nicht recht munden. Dem banalen Geschwätz und den plumpen Späßen der Tischgesellschaft konnte er erst recht keinen Geschmack abgewinnen und so erhob er sich schon vor Beendigung des Mahles und begab sich auf sein Zimmer. Dasselbe befand sich in einer kleinen Eottage, in welchem auch noch drei von den Aufsehern schliefen. Nachdem er sich eine Cigarre angezündet hatte, nahm er einen Stuhl und setzte sich auf die das Gebäude umgebende Veranda. Die Füße auf das Geländer gestreckt, blies er bedächtig die Rauchwolken der Cigarre vor sich hin und schielte nach dem Herrschaftshause, welches in der Abenddämmerung matt durch die dunkle Baumgruppe schimmerte. Jetzt wurden in dem Gebäude die Lampen angezündet. Auch im südlichen Flügel, wo sich die Gemächer der Tochter des Hauses befanden, flimmerte ein Licht auf. Dem jungen Manne erschien es wie ein heller Stern am Himmel seines Glückes. Seine Augen leuchteten schwärmerisch und ein sehnsuchtsvolles Lächeln umspielte seine Lippen. Plötzlich stieß er ein kurzes, leises Hohnlachen aus. Es galt seinen eigenen, kühnen, thörichten Hoffnungen. Denn wenn er der Stimme seiner Vernunft Gehör schenkte, so mußte er sich sagen, daß ihm wohl niemals ein so großes Glück zu Theil werden würde. Auch gar nichts hatte er aufzuweisen, was ihn einigermaßen ermuthigen konnte, seine Augen zu der schönen Tochter des stolzen Millionärs zu er-, heben. Sie selbst kam ihm zwar freundlich entgegen, aber nicht freundlicher wie den andern auch, und er war ihr noch gerade so fremd, wie am Tage seiner Ankunft. Ihr Vater, welcher eine große Rolle im politischen Leben spielte, war selten zu Hause und hielt sich meistens in Baton Rouge, der Hauptstadt des Staates, in New Or--leans oder in Washington auf. Die Leitung des Geschäftes lag vollständig in den Händen des ältesten Sohnes, George Alcide Ainsley. Trotzdem derselbe eine französische Creolin zur Mutter hatte und im sonnigen Süden das Licht der Welt erblickte und auch theilweise erzogen worder. war, konnte er doch als ein typischer Yankee" gelten. Alfred fühlte, als ob es gar nicht möglich sei, daß er seinem Chef, vor dessen kaltem, strengen Blick ihm jedesmal ein leises Frösteln überlief, jemals näher treten könne, daß derselbe, falls er auch nur im entferntesten ahnen sollte, daß er es wagte, seine Augen zu seiner Schwester zu erheben, ihn fortjagen würde, wie irgend einen gegen seine Instruktion handelnden Neger. Seine Liebe war eine hoffnungslose und doch, er konnte sie nicht aus seiner Brust reißen und er wußte, daß, er das herrliche Mädchen lieben würde bis zu seines Herzens letztem Schlage. Die Sterne, die begehrt man nicht," murmelte er wehmüthig. Das Nahen seiner Hausgenossen, weckte ihn aus seinen Träumereien. Er mochte sich nicht mit diesen prosaischen Seelen in ein langweiliges, gleichgültiges Gespräch einlassen, deßhalb begab er sich auf sein Zimmer. Aber in dem dumpfigen Raume hielt er es nicht lange aus, er fetzte seinen Hut auf und schritt hinaus in's Freie. Er wanderte dem Ufer des Bayou Teche zu, welcher unten an den Maschinengebäuden vorbeifloß. Trotz der vorgerückten Jahreszeit war der Abend still und warm. Auf der Drehbrücke, welche über den Fluß führte zu den Meilen weit sich ausdehnenden Zuckerrohrfeldern, blieb Alfred stehen und blickte, auf das Geländer gelehnt, auf die murmelnd vorbeihastenden Fluthen tief zu seinen Füßen. Vom andern Ufer klang Gesang und Gelächter und Stimmengewirr herüber. Dort befand sich ein Negerdorf, ausschließlich bewohnt von Arbeitern der London Plantage. Glückliche Menschen kinder," murmelte Alfred vor sich hin, sorglos lebt ihr in den Tag hinem und kümmert euch nicht um morgen euer Lachen und Singen kommt von: Herzen, ihr kennt keine Standesvorurtheile und wenn zwei Herzen sich in Liebe finden so gehören sie einander." Eigentlich hatte er einen Spaziergang in die Felder machen wollen, aber eine magnetische Kraft schien ihn zurück in ziehen. Ehe er sich noch recht bewußt war. wr'. er dahingekommen, befand er sich in den Gartenanlagen. Ob das Betreten derselben erlaubt sei. wußte er nicht, kümmerte sich auch nicht darum. Der Gedanke, daß ihr zrerlicher Fuß täglich auf diesen mit weißen Muschelschalen bedeckten Pfade wandele, daß er den Duft derselben Rosen einathm?, aus denen ihre bezaubernden Augen geruht hatten, erfüllte ihn mit heimlicher Wonne. Immer näher kam er dem Hause und schien wie ein Falter von dem Lichter angezogen zu werden, welches mild au? den Fenstern im südlichen Flügel strahlte. Jetzt war er so nahe, daß er deutlich ein Oelgemälde an der Seitenwand erkennen konnte. Plötzlich ging die Thür auf. Erschrocken eilte er nach der andern Seite des Hauses, in dessem Theile Dunkelhcit herrschte. Auf einer Ruhebank, welche unter einer dunkeln Baumgruppe stand, ließ er sich nieder. Wohl eine Stunde lang hatte er dort gesessen und wollte sich eben entfernen, da er die Hoffnung aufgegeben hatte, heute Übend noch daS Antlitz des geliebten Mädchens zu schauen, als in dem Zimmer gerade vor ihm ein heller Lichtschimmer auftauchte. Zugleich gewahrte er den Schatten mtx weibliffin rtUstrtTt nvtR ifrn üerjtnlnhl frrfi
1VII iV.., "7 u "7 auf die Ban! zu Men wodurch es
ihm möglich wurde, in das Zimmer zu blicken, in welchem er trotz den weißen Spitzenvorhängen jeden Gegenstand deutlich erkennen konnte. Und da, von hellem Lampenlichte umflossen, stand Alice AinZley, das Haupt sinnend geneigt. Er verschlang die liebliche Gestalt förmlich mit seinen Augen und Preßte seine Hand unwillkürlich auf die Brust, als könne er damit das stllrmische Pochen seines Herzens dämpfen. Da seine Augen wurden größer und seine Wangen erblaßten. Im Hintergrunde war die Gestalt eines Mannes durch die dunkelrothen Portieren getreten. Alice trat ihm lebhaft mit ausgestreckter Hand entgegen, die er galant an seine Lippen führte. Dann zog er sie an seine Brust, küßte sie auf die Stirn und preßte ihr Köpfchen an seine Schulter. Alfred hatte genug gesehen. Seine Wangen brannten in heißer 'Scham, hier als Eindringling das Herzensgeheimniß der Tochter seines Chefs profanirt zu haben, wie es ihm dünkte. Mit einem Blicke hatte er gesehen, daß der Mann da drinnen hübsch, jung und elegant war, dem gewiß ihr ganzes Herz gehörte und daß ihm auch der letzte, leise Schimmer der Hoffnung für immer erblichen war. Wie ein gehetztes Wild stürmte er davon und verlangsamte erst seineSchritte, als er sich auf dem offenen Felde befand. Ein dumpfer, stechender, fast physischer Schmerz durchzuckt: seine Brust und er fühlte, daß er von dieser Herzenswunde niemals ganz genesen würde. Während seines stundenlangen, ziellosen Umherirrens faßte er allerlei Pläne. Seine Vernunft sagte ihm, daß es das Beste für ihn sei, seine Stellung sofort aufzugeben, damit, ferne von ihr, die Wunde leichter heile. Aber sein Herz rebellirte dagegen und sagte ihm, daß er seinen Contract nicht brechen und seinen Posten nicht vor Ende der Saison verlassen dürse. Und sein Herz siegte. Nachdem er den Entschluß gefaßt hatte, zu bleiben, fühlte er sich bedeutend erleichtert; der Gedanke, ihr süßes Antlitz nie mehr zu sehen, war ihm unerträglich, er wollte zufrieden sein, wenn er nur .in ihrer Nähe bleiben und sie zuweilen sehen durfte. Als sich Alfred endlich nach seiner Behausung begab, war es schon spät. Ueberall herrschte nächtliches Schweigen' und die Stille wurde nur unterbrochen durch das laute Schnarchen der drei Männer, die mit ihm unter demselben Dache schliefen. Wohl noch eine Stunde lang wälzte er sich ruhelos auf seinem Lager, ehe er in einen tiefen, traumlofen Schlaf fiel. 7. Der folgende Tag war ein Sonntag. Die Kirche in L . . . . . ville war mit Andächtigen gefüllt, welche sich eingefunden hatten, dem Hochamt beizuwohnen. Brausender Orgelklang erscholl, dann begann die heilige Handlung. Auch Alfred Linden befand sich unter den Andächtigen. Er war zwar kein Katholik, besuchte die Kirche auch nicht aus Neugierde, zum Zeitvertreib oder weil leine protestantische Kirche in der Nähe war, sondern einzig darum, weil er hier die beste Gelegenheit hatte, heimlich die Göttin seines Herzens zu verehren. Wie groß aber war seineEnttäuschung, als der Stuhl, in welchem Alice Ainsley nie zu fehlen pflegte, leer war. Eine bittere, quälende Eifersucht zog in feine Brust. Also selbst den Gottesdienst versäumte sie, nur, um in der Nähe, des Geliebten zu sein. Am liebsten wäre er hinausgeeilt, um in Gottes freier Natur den dumpfen Druck los zu werden, welcher sein Herz umkrampfte. Aber da er so weit vorne saß. mochte er kein- Aufsehen erregen. - Resignird lehnte, er. sich gegen die Wand und starrte finster, vor sich hin. Eine Weile hatte, er so gestanden, als er instinktiv fühlte, daß er beobachtet wurde. Aufschauend, begegnete er dem forschenden Blicke zweier dunkler,, stechender Augen und
er erkannte derr Fremden,, den er am Tage vorher gesehen hatte. Wer mochte er sein? Seinem Typus nach gehörte er unbedingt, der romanischen Rasse an. Nun., ihm kannte- es gleichgültig sein, ihn. ging der Fremde, nichts an. Trotzdem konnte er es nicht lassen, immer wieder die von starken Leidenschaften durchfurchten. Züge zu betrachten. Endlich erklang das Ite missa est". Alfred war einer der ersten, welher die Kirche verließen. Er beschloß, da es noch über c'uit Stunde bis zum Mittagessen war,, einen Umweg am Ufer des Flusses entlang zu machen. Er wollte allem sein, mii seinen quälenden. Gedanken. Er war noch nicht sehr weit, als er das Geräusch von. rasch näher kommenden Schritten hinter sich vernahm. Zu seinem nicht gerade auMrehmem Erstauneu erkannte: dm unheimlichen. Fremden, welcher ihuu mit der Hand Winkte. Alfred blieb stehen. Entschuldigen Sie. stud Sie nicht. Herr Harald Ehester Sttnllcv?" Ich? Hamld Ce: Ainsley?" Verzeihirng. (Bcsmot. ich sehe, ich habe mich abirrt. Aber vielleicht tönnen Sie mix sage, ob der junge Her? schon hier angekoVMm ist?" .Von welche Zungen Herrn reden Sie denn eigentlich ?" .Von Harald Ehester Ainslcq!" Ja zum ich sagte Ihren doch gerade daß ich den Herrn nicht kennet Alfred hatte eS in barschem Tone gesagt und wandte sich dann zum Gehen, denn der. lauernde Blick dxs Fremden gefiel ihm gar nicht. (Fortsetzung folgte Monolog eZnesStrolch t s'. So'n Pech, hab' ick bet Jlück. een Zwanzigmarkstück zu finden, un wie ick et mir icnau besehe is et falsch."
Kür die Küche. cö Mockturtle Suppe. Zu dieser wohlschmeckenden Suppe verwendet man x:a besten die Knochen , und h'äuti gen Abgänge einer Kalbskeule. Diese hackt man klein, röstet sie mit ein wenig Fett, Wurzelwerk, Thymian, Mayoran, Lorbeerblatt, Pfefferkörnern und einem Schinkenknochen braun, füllt mit Wasser auf und kocht' die Brühe drei Stunden. Sodann bereitet man ein recht gleichmäßiges braunes Mehl, füllt es mit obiger Bouillon auf und läßt die Suppe wcitere drei Stunden kochen, wobei man sorgfältig allen Schaum und alles Fett abnimmt. Zum Schluß würzt man sie mit Madeira und Cayennepfeffer und giebt als Einlage würflig geschnittenen. gekochten Kalbskopf und wohl auch Trüffeln und Champignons. Kalter Citronenpudding. Man rührt sechs Eigelb mit sechs Unzen Zucker weiß, sowie als Zuthat die sehr feingewiegte Schale einer Citron: und deren Saft. Hierauf löst man eine halbe Unze weiße Gelatine in einer halben Tasse kochenden Wassers auf, vermischt sie mit der Masse und giebt zuletzt den steifgeschlagenenSchnee der Eier dazu. Man läßt die Creme in einer Form erstarren und bringt den Zitronenpudding mit Fruchtguß auf die Tafel. Mayonnaise. Vier Eigelb, vier Löffel Olivenöl, drei Löffel Essig und zwei Löffel Wasser quirlt man tüchtig. Mit etwas Salz, gestoßenem Zucker, Pfeffer und Citronenschale würzt man die Masse. Nun setzt man das Gefäß mit dem Gequirlten in kochendes Wasser und quirlt so lange fort, 'bis die Tunke dick wird. Erkaltet giebt man noch zwei Löffel Olivenöl unter beständigem Rühren daran und ganz zuletzt vier große Eßlöffel sauern Rahm und etwas Schnittlauch. Spanisches Fleischgericht m i t T o m a t e n. Man nimmt dazu meist Ochsenfleisch, kann aber ebenfalls Hammel- und Schweinefleisch verwenden. Auf ein Pfund Fleisch nehme man drei große Tomaten und zwei große Zwiebeln, zerkleinere beides und schwitze es in einer emaillirten Pfanne, bis es ganz trocken ist; dann gebe man Butter oder Schmalz dazu und lasse es braten, bis es schön gelblich ist. Nun thue man, das in großeWürfel geschnittene Fleisch in einen Kochtopf, bedecke es mit Wasser, gebe dazu die Tomaten, einen Eßlöffel Essig, ebensoviel Zucker, dann Pfeffer, Salz; bei eingemachten Tomaten anfangs keins. Die Spanier nehmen auch einen Zahn. Knoblauch daran. Wenn das Fleisch gar ist, gebe man die Sauce durch ein Sieb und mache sie mit Kartoffelmehl fertig. Ente mit rothen R.üben. Rothe Rüben, die kleinen, runden sind die feinsten, werden in Wasser gar gekocht, gleich darnach abgestreift und dann, wenn sie erkaltet sind, in längliche Stückchen geschnitten Hierauf schwitzt man einige feingeschnittene Zwiebeln in frischer Butter gar, wobei sie keine Farbe annehmen dürfen, gießt Pint Bouillon, welche mit einem Theelöffel, Kartoffelmehl durchgequirlt ist, dazu und läßt dies zu einer sämigen Sauce einkochen, um nun unter vorsichtigem Rühren die rotherrRüben hinein zu schütten und heiß werden zu lassen. Wenn dies geschehen ist, wird eine halbe Obertasse dicke, saure Sahne und gestoßener Zucker nach Geschmack dazu gegeben, das Ganze noch gehörig durchgeschwenkt . und dann das Gemüse angerichtet. Die auf gewöhnliche Art gebratenem Enten werden in 6 bis 8 Theile gefchnitten und-letztere rings um das Gemüse acleqt. Gesülzter Hase. Mawreibe einen schönen. Hasen mit Salz ein, spicke ihn und leg: ihn in eine- große Kasserolle, übergieße in mit ein Quart Wasser und ein Quart Weinessig, gebe Zwiebel', Mohre, Sellerie-, PetersilienWurzel und' eine-kleine Handvoll weiße Pfefferkörner daran und koche ihn so ganz, langsam weich, nehme ihir. heraus und lasse? die Brühe noch' etwas' einko chen; bringe sie andern Tags wieder-zu Feuer, kläre sie mit ein paar- Eiweiß und gieße, sie. durch eine Serviette'.. Das Fleisch des Hasen, wird ausgelöst,, in schöne- Stückchen geschnitten und in eine tiefe- Schale gethan (nicht, gestürzt), die noch flüssige Brühe: darü be? gegossen und zum Sulzen- kalt gestellt. Bor dem Servieren verziert man es mit zierlich ausgeschnittenen Citronem-,. Rothrüben- unrr Gurtenscheite und- reicht folgende Sauce dazu:. Man-rühre? zwei Eßlöffel.' Senf mit einem Eßlöffel Oel, bis es. sich bindet, verarbeite: dann-sechs Theelöffel gcsiebten Zucker darin, bis man ihn anu Löffel nMmehr spürt, und füge,-den: Saft von zwei! Citronen hinzu.. Geisiprctter Sau-e-rb raten. Man- lege- dt3 Fleisch iir. eineir iirdenen Tops.' und übergieße es ein prr Tage lang' täglich einigemal mit jedesmal heißaemachtem rothenn Wein.. Schneide dann, ern Dutzend fingerlang? und fingerdicke Stückchen Speck und wende sie in einem Gemisch vm gesiebtM Weißixoi, Gewürz uni allerlei grünen Krautern um, steche-mit nern Messer tiefe Locher in das Fleisch und schieb: in jedes Loch ein Stück Speck vollstän dig hinein, so daß es rucht mehr sicht bar ist. Bringe das Fleisch nun mit dem Wein, wc?in es gelegen, und mit Wasser zu Feuer, brate eS schon hxaxs und gebe es lalt aufgeschnitten. Mohrrüdensalat. Man locht gelbe und weiße kleine Rüben in SalzWasser weich, schält die Häutches ab und treibt die Rüben zusammen durch ein Sieb. Ebenso zwei bis drei hart gekochte Eier nebst einer gut Hand voll Küchenkräutern.' Alles wird nun mil den Rüben vermengt und der ganz: Lrei sodann mit Pfeffer. Salz. Elsts und Oel wie Salat angemacht. ;
c
