Indiana Tribüne, Volume 23, Number 83, Indianapolis, Marion County, 10 December 1899 — Page 10

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Drschrist Täglich mh &lt täglich .Xtt&Äne" kostet durch cn Xxlt H Cent pr Woch. die oiintaa.XrUüri iotl per Wsch. Belb ,usV IS Tt iln ff t p, IEr.4. Per V'st irhli UM $jfti I ?,r,d,NS P J. fii iß CSd VZsKaMS Indianapolis, Ind., 10. Dezember '99 Briefstetter für ttricgsüyrense. Der Commandant der Voeren und der Befehlshaber der englischen Truppen hab'n, wie die telegraphischen Nachrichten melden, mitten im Kriegsrummel Zeit und Stimmung zu einem sehr freundschaftlich gehaltenen BriefWechsel gefunden, in welchem insbesondere der Boerengeneral seinem Abscheu vor dem Kriege Ausdruck gab. Wenn diese heitere Neuerung im modernen Kriegswesen Anklang finden sollte, dann dürfen wir hoffen, daß der sympathisch eingeleitete Meinungsaustausch zwischen den kriegführenden Friedensfreunden nachstehende Fortsetzung findet: Der englische General an den Boerengeneral: Sehr geehrter Herr Collega! Ich will nicht hoffen, daß diese Z;i len Sie beim besten Wohlsein untresfen. Eine solche Hoffnung auszusprechen verbietet mir die im Vertrauen gesagt alberne Instruktion, welche der hochweise Kriegsrath in London mir auf den Weg nach Transvaal mitgegeben hat. Die Herren am grünen Tisch betrachten es nämlich als meine Aufgabe, den Feind entweder zu vernichten oder wenigstens gefangen zu nehmen. Brauche ich Ihnen erst zu sagen, wie unwürdig und unmenschlich mir eine solche Misston erscheint? Ich freue mich darüber, in Ihnen einen Gesinnungsgenossen gefunden zu t: ben, und bitte Sie daher ein für allemal, allfällige Geschosse, die sich zu Jhnen verirren sollten, als mit meinem Wohlwollen nicht in Zusammenhang stehend zu betrachten. Ich schieße ge gen meine Ueberzeugung. Mit kameradschaftlichem Gruße Ihr General Plumpudding. Der Boerengeneral an den englischen General: Theuerster Lord Plumpudding! In höflicher Erwiderung Ihres werthen Feuers vom 22. d. M. habe ich mit umgehendem Kugelwechsel einige Shrapnells an Ihre werthe Adresse abgesendet. Sie sind wohl überzeugt davon, daß es meinem Zartgefühl widerstrebt, irgend ein Mitglied Ihres Corps zu beleidigen. Sollte sich dennoch der Erne oder der Andere Jh rer Herren durch die Shrapnells ver letzt fühlen, so bitte ich Sie, mich deshalb angelegentlich zu entschuldigen und mich über das Befinden zedes Ein zelnen auf dem Laufenden, wenn nö thig, auf dem Fortlaufenden zu erhalten. Ich schlage Ihnen vor, morgen nach der Schlacht eine gemeinschaftliche Protestversammlung unserer Truppen zu veranstalten, denen ich eine qeharnischte Ncsclution gegen den Krieg zur Annahme empfehlen wurde. General Eastrand. Der englische General an den Boe reageneral: Theuerster Freund! Ihr liebenswürdiqster Vorschlag ist mir gleichzeitig mit einer Bombe in's Zelt geflogen. Nach dieser Bombe zu schließen, sollten Sie eiligst ein Theaterstua schreiben: sie hat nämlich einae schlagen. Aber dieser Krieg es ist wirklich zu dumm - dumm raubt uns die beste Zeit für Beschäftigungen, die unserem Verstand und Gemüth viel besser anstehen, als diese gegenseitige Schießerei, bei welcher wir uns noch ernstlich entzweien könnten. Wie wäre es, lieber Freund, wenn Sie sich von mir gefangen nehmen ließen oder ich von Ihnen? Dann wäre entweder Ihr Präsident blamirt oder mein Lon doner Cabinet. Von einer gemein schaftlichen Protestversammluq ver spreche ich mir nicht viel, Sie wissen ja, Resolutionen bleiben auf dem Papier. Denken Sie also über meinen Vorschlag nach; wer von uns Beiden der Gefangene sein soll, darüber könnte das Loos entscheiden, und das wäre die beste Beruhigung für die Gemüther und für den Minenmarkt. Meinen Sie mcht auch? General 'Plumpudding. Die Antwort des Boerengenerals: Euer Lordschaft nehmen es hoffen! lich nicht ungütig, wenn ich Ihnen mit theile, daß ich soeben den strengen Auf trag erhalten habe, die englische Armee zu besiegen. Ich muß das leid'r mit Mitteln versuchen, die unserer Gesin nung widerstreben, werde es mir aber zur besonderen Ehre machen, Sie als meinen Gefangenen zu begrüßen. Um Niemandem wehe zu thun und. um die fatale Angelegenheit zu finalisiren, wie eö unseren friedlichen Empfindungen entspricht, bitte ich um Ihre freund liche Nachricht, ob Sie wünschen, daß ich Ihnen die bestellte Schlacht prompt liefere, oder ob Sie diese Lieferung nicht lieber storniren und sich mir freundlichst übergeben wollen. Zu Ge gendiensten stets bereit.. Ihr friedliebender General Eastrand. Nach den neuesten Nachrichten vom . Kriegsschauplätze ist zu schließen, daß der englische Kriegscommandant auf die menschenfreundlichen Intentionen .des Boerengenerals bereitwilligst ctn gegangen ist. H e i m g sch i ck t. ParvenueSGattin (bei einer Differenz mit ihrem Gatten): Moritz, ich werd' Dir gleich d Zähne zeigen! Er: Laß sie drin!" .... ..

Der pump-GWcr.

Von Freiherr v. Schlicht. Ueber allen Zweifel erhaben ist die noch von keinem Menschen auf der ganzen Welt geleugnete unv aucy nie bestrittene Thatsache, daß es Offiziere giebt, die sich das zum Lebensunterhalt und zu anderen schönen Dingen nöthige und erforderliche Geld pumpen. . . . .... r rr V - Aber es gibt Nicht nur Isiziere, vie sich Geld pumpen, es gibt sogar Solche, die Geld verpumpen. Gepumpt wird immer beim Militär, und da wird es Niemanden wundern, wenn ich sage: es gibt sogar Offiziere, die in höchst eigener Person verpumpt werden. Obne eine Blasphemie begehen zu wollen, frage ich: VerstehstDu auch, o geliebter Leser, was Du lasest?" Der Herr Oberlieutenant, um nicht zu sagen, Herr Ober sitzt im Casino und frühstückt. Der Mensch ist nicht zum Spaß aus der Welt und nur zum Svak ißt er auch nicht: gut gegessen ist eben so viel werth als gut getrunken, ! - f H I Ort - und so srUhjtuclt ver joer Mil erstand und Ausdauer. Bevor er sein Essen bestellte, hat er sieb von der Ordonnanz sein .Blaubuck" aeben lassen in dem steht für jeden Tag notirt. was er an Wein, Cigarren, Spiritussen, Essen und sonstigen Dingen verbraucht. Mit Hilfe des uniformirten Kellners hat er sich den Spaß" aemacht. den Unsinn emmal zusammenzurechnen das Resultat war ziemlich betrübend, sieoenundachtzig Mark für zwanzig Tage. Das war ihm verflucht viel vorgekommen, er hatte geglaubt, daß die Ordonnanz sich verrechnet habe, und hatte die Sache dreimal allein nachge rechnet, jedes Mal hatte er ein anderes Resultat bekammen und schließlich das Buch mit einem Na, es wird schon stimmen zurückgegeben. Siebenundachtzig Mark, das war schandbar viel Geld, da würde es wieder einen Rest am ersten geben, aber als homo sapiens war ihm das sch'6ne Wort eingefallen: Je nun, man trägt, was man nicht ändern kann", und er hatte beschlossen, von morgen an solide zu werden. Heute paßte es ihm noch nicht, heute hatte er zu großen Hunger und außerdem, ob siebenundachtzig Mark oder hundert, das gleicht sich bei dem WeltUntergang Alles wieder aus einmal will er noch ordentlich frühstücken und als Entree bestellt er sich einen Hummer und eme Flasche Sekt. Es kommt wirklich bei dem schlechten Leben nichts heraus. Der Herr Ober frühstückt und er fühlt sich wohl und glücklich. Heute Abend um sechs Uhr ist er zu einem Schlemmerdlner geladen, die Diners bei seinem Gastgeber, dem MillionenConsul, sind berühmt, nur sranzostscher Sekt und Cigarren, das Stück nicht unter einer Mark. Mit Schrecken und Schaudern denkt er an das Kraut, das er in seiner Cigarrentasche spazieren trägt na, er wird sich nachher eme Import bestellen was sie kostet, soll ihm heute einerlel sein, er bezahlt sie ja doch nicht gleich. Dem Hummer folgt ein Rebhuhn Du großer Gott, wozu leben denn die Thiere, wenn sie nicht geschossen und gegessen werden sollen? Jeder ist sich selbst der Nächste ißt er den Vogel nicht, so ißt ihn ein Anderer na, da fuhrt er ihn sich lieber selbst zu Gemüthe. Dem Rebhuhn folgen Butter und Kase, und da die Flasche Sekt leer ist. bestellt er sich noch eine halbe. Dann folgt der Kaffee mit der Upmann, und wahrend er den Rauchwol ken nachsieht, denkt er darüber nach, daß es doch manchmal sehr schön ist, Offizier zu sein. Trüge er nicht den Lunten Rock, so hatte er das schöne Frühstück gleich be zahlen müssen, und da er das nicht ge konnt hätte, hätte er sich den Hum mer und das Rebhuhn sparen müssen. ach es hat so schon geschmeckt. Ordonnanz, bringen Sie mir noch einen Cognak, aber den besten. Der Herr Ober sieht nach der Uhr, es ist eins. Jetzt werde ich nach Hause gehen", sagt er sich, und mich etwas schlafen legen. Dienst habe ich ja Gott sei Dank mit Rücksicht auf die Gesellschaft nicht. eigentlich sollte ich turnen lassen na. oa amustrt sich der Vice-Feldwebel heute für mich. Bis fünf Uhr werde ich schlafen und mich dann in Gala werfen." Er erhebt sich, um dem Entschluß die That folgen zu lassen, ist munter, sehr munter, selbst ein Lieutenant trinkt .... - .ri ri c n r lliigeurasi ein uno eme yaive fiairne Sekt und zwei Cognak. Er wendet sich zum Gehen, da er tönt hinter ihm die Stimme der Or donnanz: Herr Lieutenant, das Parolebuch." Das Parolebuch muß der Offizier unterschreiben ob er es liest, ist seine isacye. So unterschreibt er denn zuerst sei nen Namen und schon will er das Buch der Bücher zuklappen, als er denkt: Na, willst doch mal sehen, was die Tlntenspione heute für einen Unfug vesoyien haben. Aber die gleichgiltige Miene, mit der er die verschiedenen Befehle liest, ver wandelt sich plötzlich in den Ausdruck starren Entsetzens: nicht nur seine Augen weiten sich, sondern auch der Mund öffnet sich, die theure Upmann fällt zur C.'Ul r Jl Vjri ..... ... viitc mw et vlllli nq Nillji einmal, UNI it aufzuheben. Hat er zu viel Sekt trunken oder ist keine optische Täuschung, was er da neu . Für einen erkrankten Kameraden ist er bis auf Weiteres" ant Dienstlei hing bei .einer anderen Comvaanie

commandNt und sein neuer 'Haupt-

mann hat nicht unterlassen, ihm für heute Nachmittag Dienst anzusetzen. Heute Abend uns drei Viertel Uhr Abmarsch mit den alten Leuten zu einer Nachtselddienstübung im Oelwald." Ne, lange werde ich mich nicht draußen in der freien Natur aufhalten", sagt er sich, wenn der Hauptmann nicht kommt, kann er sich darauf verlassen, daß ich spätestens nach einer Stunde wieder zu Hause bin, ich lege auf solche Nachtfelddienstübungen ab'olut gar keinen Werth. Aber mit einem Mal fallt ihm ein. daß er ja um sechs Uhr zu einem Diner eingeladen ist das hatte er im Augenblick ganz vergessen. Gehen Sie sofort hin und rufen Sie mir den Feldwebel", befiehlt er und die Ordonannz verschwindet. Nach fünf Minuten erscheint die Mutter der Comapgnie: Hören Sie einmal. Feldwebel, das geht nicht, das geht absolut nicht, der Hauptmann hat mir da für heuteNachmittag Dienst angesetzt und noch dazu zu einer Stunde, in der wohlerzogene Soldaten überhaupt Nichts mehr thun. Um sechs Uhr bin ich zu einem Diner eingeladen, ich habe zugesagt und kann es zetzt nicht mehr rückgängig machen. schicken Sie, bitte, sofort zu dem Herrn Hauptmann, noch lieber wäre es mir allerdings, wenn Sie selbst hingingen. Schildern Sie ihm meine Lage und bitten Sie ihn, ob die Uebung nicht morgen Nachmittag stattfinden kann bis dahin ist der andere Herr hossentlich wieder gesund. Das glaube ich schwerlich, Herr Lieutenant" widerspricht der Feldwebel, so schnell wird das nicht gehen." Na, das laßt sich dann . nicht andern," meint der Ober, dann danke ich Ihnen schön, bitte, gehen Sie jetzt zu dem Herrn Hauptmann und schicken Sie mir dann Bescheid." Aber der Feldwebel bleibt unbeweglich stehen: Der Herr Hauptmann ist auf Jagd gefahren. Herr Lieutenant, und vor heute Abend um neun Uhr kommt er ganz sicher nicht zurück. Der Herr Ober sinkt aus einen Stuhl, aber gleich springt er wieder in die Höh' und rast im Zimmer auf und ab: Wo ist der Hauptmann? Auf Jagd? Natürlich, das kann man sich ja denken, die Vorgesetzten amusiren sich und die Untergebenen können sich für ihre Groschen todt arbeiten. Aber Feldwebel, Menschenkind, nun sagen Sie doch auch einmal etwas? Was machen wir da denn nur? Kein Mensch kann doch von mir verlangen. daß ich wegen dieser blödsinnigen Nachtselddienstübung von dem Diner fortbleibe, ich kann doch durch eine plötzliche Absage meine Wirthe nicht vor den Kopf stoßen, das müssen Sie doch selbst einsehen. Feldwebel!" Aber die Mutter der Compagnie hat nur ein Amt. doch keine Meinung, und selbst wenn sie eine Meinung hatte, so wäre diese absolut nicht maßgebend. Aber Feldwebel, zum Donnerwetter, so sagen Sie doch auch einmal etwas", grollt der Ober nun schon zum zweiten Mal, und der Untergebene kommt diesem Befehl mit den qeistreichen Worten nach: Ja, Herr Ob:r'ieutenant. da ist ja nun schwer etwas zu sagen; was befohlen ist, das ist befohlen, und dcr Herr Hauptmann hält sehr streng darauf, daß das. was befohlen ist, auch gemacht wird." Der Ober hört gar nicht zu, er denkt nur darüber nach, wie er sich von dem Dienst drücken kann: Könnten wir dem Herrn Hauptmann nicht telegraphiren?" Aber auch das geht nicht, Niemand weiß, wo der Häuptling jagt auch dieser Vorschlag findet nicht die Zustimmunz des Feldwebels: Wenn ich mir ganz gehorsamst erlauben dürfte, Herr Oberlieutenant, meine eigenste subjektive Meinung zu äußern, so geht die dahin, daß Herr Oberlieutenant ganz ruhig den Dienst abhalten der Herr Oberlieutenant brauchen ja nicht zu lange draußen im Gelände zu bleiben, wenn der Herr Lieutenant um zehn Uhr wieder zurück sind, ist es lange genug." Der Ober sinkt erneut in einen Stuhl und stöhnt: Bis zehn Uhr soll ich draußen bleiben? Da wäre ich ja verrückt, da verdiente ich ja unter Curatel und unter Polizeiaufsicht gestellt zu werden. Bis um zehn Uhr eine so späte Stunde gibt es ja überhaupt gar nicht für wachende Menschen, da pflegt man doch schon lange im Bett zu liegen. Wie kommen Sie denn auf diese mitternächtliche Stunde?" Der Herr Hauptmann hat sie bcfohlen." , Der Herr Ober läßt das von Sorgen, anderthalb Fluschen Sekt und zwei Codnaks recht schwere Haupt auf die Brust sinken er ist ein geschlagener Mann, dem Wort: Der Hauptmann hat's befohlen" gegenüber, gibt es keinen weiteren Widerstand. Er muß sich fügen, außerdem ist er müde und will schlafen. Na. Feldwebel", schließt er die Debatte, dann hilft es ja weiter nichts, dann nur Muth. Aber das sage ich Ihnen, Feldwebel, allzu groß ist daZ Vergnügen. Lieutenant zu sein, ja überhaupt nicht, aber Pump-Offiziel zu sein, so gewissermaßen eine Aus Hilfefrau, die bald hier, bald dort in Sold undLohn steht, das ist unwürdig, man ist doch schließlich kein Regen schirm, der verliehen wird, dessen Lauf es sozusagen gewissermaßen ist, verpumpt zu werden. Ich aber bin ein Lieutenant, sogar ein Oberlieutenant." DaS klingt sehr stolz, und es würde auch entschieden Eindruck machen. wenn der Herr Ober picht vlötzlich.an-

singe, etwas zu wanlen ünd zu tan

meln. Sagen Sie selbst. Feldwebel, denn Sie scheinen mir ein sehr verständiger Beamter zu sein, der die Maßnahmen der Regierung mißbilligt, auch wenn er sie nicht kennt ist es nicht klaglich, sich verpumpen zu lassen, heute bei ver ersten, morgen bei der zweiten und übermorgen bei d?r dritten Compagnie Dienst zu thun? Was? Ist das icht ein Wahnsinn? Was soll ich denn mit Ihren Kerls im Gelände? Ich kenne die Brüder nicht, ich habe keine Ahnung. was Ihre Unteroffiziere leisten, ich bin nicht darüber unterrichtet, in welcher Art undWeise Ihr Hauptmann den Dienst gehandhabt wissen will. Das Gcscheidteste, Feldwebel, wäre wirklich, Sie ließen mich ruhig zu meinem Dmer aehen. dann wäre uns Allen geholfen. Glauben Sie. daß der Herr Hauptmann grob werden wurde, wenn ich den Dienst einfach ausfallen ließe?"? Der Feldwebel glaubt es nicht nur. er weiß es sogar positiv und er redet dem Herrn Ober seine thörichten Gedanken aus. Na. denn also heute Aben fünf drei Viertel Uhr. Feldwebel, ich will jetzt schlafen. Gute Nacht." Gute Nacht. Herr Oberlieutenant." Eine Viertelstunde später liegt der Herr Ober im Bett, er hat seinen Burschen zu seinen Gastgebern geschickt und sagen lassen, er wäre zu seinem lebhaften Bedauern im letzten Augenblick dienstlich verhindert worden, der so liebenswürdigen Einladung Folge zu leisten, und nun liegt er in seinen weichen Kissen und flucht das Blaue vom Himmel herunter. Er ärgert sich so. daß er trotz seiner Müdigkeit nicht schlafen kann. Aber sich zu ärgern und zu fluchen hat beim Militär noch nie etwas genlltzt. und so zieht der Herr Ober denn auch pünktlich zur befohlenen Zeit mit seiner Heldenschaar in das Gelände. Es ist wirklich, um einen Schlaganfall zu bekommen," flucht er, während er an der Tete seiner Mannschaften marschirt, es gibt auf der ganzen Welt keinen Stand, der ein derart!ges Sklavenleben führt, wie wir. Wie kann ich sagen: ich will letzt dies, jetzt jenes thun ich muß immer darauf gefaßt sein, daß die Herren Vorgesetzten mir einen Strich durch die Rechnung machen und zwar einen sehr dicken Strich. Dem Lieutenant wäre wirklich besser, er wäre Nie geboren. Was nützt es mir, wenn der Hauptmann mir einen dienstfreien Nachmrttag zubilligt und dann plötzlich ein an derer Hauptmann den Oberbefehl über meine Person erhält und mir nicht nur am Nachmittag, sondern auch in der Nacht Dienst ansetzt? Jeder andere Sterbliche hat seine bestimmten Arbeitsstunden oder kann sich seine Thätigkeit einrichten, wie er will, aber der Lieutenant ist den ganzen Tag über im Dienst, er muß ieden Augenblick für etwaige Befehle zu finden sein, und Befehle wird es geben, so lange es Vorgesetzte gibt, und Vorgesetzte wird es geben, so lange die Erde noch rund ist. Ach ja, verpumpt zu werden, ist für einen Offizier nicht angenehm. In einer Garnison war einmal ein Lieutenant, der hatte, wie das ja zu weilen vorkommen soll, ein kleines Mädchen sehr lieb, aber sie liebte ihn nicht wieder, wenigstens nicht in dem Maße, daß sie semen Herzenswunsch, ihm ein Rendez-vous zu gewähren, erfüllte. Aber, so behaupten ja die Lleu tenants, wir sind unwiderstehlich, und so kam, was nach seiner Meinung auch unbedingt kommen mußte: eines Tages sagte sie doch ja" und versprach am nächsten Nachmittag präzis sieben Uhr an dem von ihm vorgeschlagenen Ren dez-vous-Platz zu sein. Aber ich warte nicht eine Minute. Herr Lieutenant, wennSle mcht Punktlich da sind, gehe ich sofort wieder nach Haus." Er schwur zehn Eide, wenigstens eine Viertelstunde vor der verabredeten Zeit an Ort und Stelle zu sein, um sie zu erwarten,aber als er am nächsten Nachmittag, getragen von den Flügeln der Sehnsucht und den Fittichen der Liebe, sich auf den Weg machen wollte, erschien das Unglück in Gestalt einer Ordonnanz und brachte ihm den Befehl, sur emen Kameraden, der plötzlich auf Urlaub hatte fahren müssen, die Wachen zu revldiren. Auf der einen Seite winkte der kö nigliche Dienst, auf der anderen Seite lockte Frau Minne, die schönste der Frauen, die Wahl war schwer, sehr schwer, aber endlich sagte er sich: Die Wachen werden erst nach vier undzwanzig Stunden abgelöst, meine coeur-Dame aber wartet nicht emmal eine Minute, um die Wache zu rev':diren, komme ich immer noch früh ge nug." Aber er hatte Pech der Kampf zwischen Liebe und Pflicht hatte zu lange gedauert, er kam zu spat zum Rendez-vouS und auch zu spät zu den Wachen. Am nächsten Morgen mußte er melden, warum er als Offizier vom Orts dienst die Wachen nicht pünktlich zur be ohlenen Zeit revidirt hätte. Den wahren Grund konnte er nicht angeben, einmal um seiner selbst wü len nicht, dann aber auch um ihretwil len nicht lügen aber wollte er auch nicht, so hielt er denn den Mund und blieb die Antwort schuldig. . . Das nahm der Herr Oberst aber sehr übel, denn zum Spaß" richten solche Herren keine Fragen an ihre Untergebenen, und so wurde der junge Lieutenant dann drei Tage ein gesperrt. Endlich schlug für ihn auch wiedcr dieSunpe.der Befreiung aber als er

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oann oer arne seines Herzens auseinandersetzte, warum er vor einigen Tagen zu spät zum Stelldichein gekommen sei. da lachte sie ihn einfach aus und meinte, er wolle sie wohl zum Besten haben, so etwas käme doch beim Militär garnicht vor. so etwas sei doch unmöglich! Da faltete er die Hände und seine Lippen sprachen: JOh Du ahnungsloser Engel. Du! Glücklich der Mensch, dessen Glaube so rein und unschuldig ist. daß er beim Militär irgend etwas für unmöglich hält!" in P e 5) v o g e l. ü machst ja ein furchtbares Gesicht, hast Du Malheur gehabt?" ..Jc.-ivie g:wohnlich, jetzt bin ich vi:rzchn Tagc derheirathet, nun gewinne ich das große Loos." Auch ein Grund. 51".: Endlich sehe ich Dich wieder sag' mir, was fiel Dir denn ein. Dich zu verheirathen?" 53.: Ja, weht Du mich hc:t das Lebcn ohnehin nimmer g'frcut!" Aas beste Zeugniß. Ist denn die verwittwete Näthin wirklich eine so vorzüglich; Ges-llschastcrin?" Freilich, großartig, die ist ja schern dreimal wcg:-n verlcumderizchn B:!eibittimt n rt-nS-nf1 Kuffee MMen neuester Konstruktion. Blumenständer. Laternen aNer Art. Vo&mgut Hardware Co. 120124 OS WMnglonstr. r?g?-gjcjg- ! 0nCf .TRIE0, A0SE0 l BAR FIHTUREÖ, BOARDS AftDt Tta. 2Ir.3. Orecs. Ceppcn ucri end cn rcitenca end Ftetcd Dicnclte CcUoocU r.lcrblcFcr csfaln. Etc cinßjw.jiorrMAr 28 Eact Waiute3 nt- UouuiAMim. jciR-iffiHa' ro, jj Zu verkauf in QpetZek

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