Indiana Tribüne, Volume 23, Number 76, Indianapolis, Marion County, 3 December 1899 — Page 6
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cjcv giflpnnmflgcs. SPrnfielir Martin. ÜOenzd, Sie erinnern mich nächsten 'G'cnr.iaa, daran, daß ich zur Fahnenweihe geladen bin und daß ich dabei d?n Fahncnnazel nicht mitzunehmen vergesse!" Befehl, Herr Major!" Der Sergeant und VataillonZschreiber Wenzel nahm Stellung an oer SLtjüt und verschwand. Fertig zur Post!" So meldete sich der Gefreite Schneuzle hierauf beim Herrn Major. Aeb Sie können mal mit in meine Wohnung gehen und meinFrühstück holen; das habe ich zu Haus verSeilen!" 'Schneuzle wollte gehen. Halt, warten Sie's doch ab! .... Älso, Sie könnten auch mal mit daran denken, daß ich Sonntag zur Fahnenweihe des Militäroereins muß. Da hab' ich für das Landwehr - OfficierCorps einen Fahnennagel zu überreichen. Sie erinnern mich rechtzeitig daran. daß ich nicht etwa vergesse, den Fahnennagel einzustecken. Verstanien?" Zu Befehl. Herr Major!" J3V Morgen, lieber Schneider!" Der Herr Major erhob sich von seinem Platze und begrüßte den militärisch sich verbeugenden Bezirksoffil.ier Hauptmann Schneider mit einemHändedruck. Na. wie geht's zu Haus? Frau Gemahlin munter? Kinderchen auch? Na, das freut mich! ... Apropos, lieber Schneider, muß am "Sonntag zu der bewußten Fahnenweihe. Wollen Sie so gut sein und mich rechtzeitig erinnern, daß ich den Fahnennagel nicht vergesse? Ich werd's der Sicherheit halber auch noch meiner Frau sagen!" Zu Befehl. Herr Major!" Hierauf kam der Adjutant mit der Vefehlsmappe. Also .sonst liegt nichts weiter vor hm was ich sagen wollte: Ist der Fahn?nnagel für den Militärvert'in gekommen? Zeigen Sie mir ihn mal her! Hm, ganz passabel, ganz hübsch! Also Sonntag erinnern Sie mich, bitte, rechtzeitig daran, daß ich das Ding nicht einzustecken vergesse. Meinem Burschen werde ich's -auch noch einschärfen, aber auf den ist ckein Verlaß!" Der Sonntag kam heran. 'Der Herr Major war mit Anbruch 'des Tages von seiner Ehehälfte an den chochbedeutfamen Fahnennagel erinnert worden. Mit einem dankenden Brummen hatte er geantwortet. Dann hatte der Bursche Gelegenheit genommen, auch seinerseits den Herrn Major bescheidentlich, wie ihm befohlen, zu erinnern. Weiß schon!" antwortete der Majcr. An den Vormittagen von SonntaYen pflegte der Herr Major auf eine Viertel Stunde in's Bureau zu kommen. So auch heute. Kaum war er eingetroffen, trat Hauptmann Schneider ein. Wollte mir erlauben. Herrn Major an das Militärvereinsfest und den Fahnennagel zu erinnern." Danke sehr, lieber Schneider!" Dann der Adjutant: Herr Major wollten heute zum Militärvereinsfe fahren und denFahncnZiagel mitnehmen!" Tanke, werd' ihn gleich einstecken!" Hierauf erinnerte Sergeant Wenzel 'den Herrn Major ebenfalls an den .vielgenannten Fahnennagel. Weiß ich selber lauen Sie mich in Nuhe!" Schließlich kam auch der Gefreite Dom Ordonnanzdienst. .Fertig zur Post!" .Danke!" Äber Schneuzle blieb stehen. Was wollen Sie noch?" Herr Major haben befohlen Herr Major wollten erinnert sein Fahnennage! " Kreuzbombenelement! Unter Euch Sink soll doch gleich ein Kreuzmillionendonnerwetter fahren! Denkt Ihr denn, ich bin so gedankenlos und so fcumm. wie' Ihr? Schweren Sie sich zum Teufel und kümmern Sie sich nicht um ungelegte Eier!" Nachmittags war in dem Städtchen alles auf denBeinen. Auf dem Markte sollte die Fahnenweihe stattfinden und im Hotel zum Löwen" das Festmahl iz.genommen werden. Die auswärtigen Militärvereine kamen mit klingendem Spiel angezogen und stellten sich aus dem Markte auf. Ein lieblicher Duft von Kalbsbraten und Gurkensalat entströmte der Küche des Hotels zum Löwen" und ward begierig aufgesogen von den alten hungrigen und durstigen Soldaten. Die lange friedliche Festrede war zu Ende, das Hoch aus den Landessürsten erklungen, und die Ueberreichung der Vahnengeschenke sollte beginnen. Auf der von Ehrengästen besetzten Tribüne ward es lebendig. Der Herr Major trat vor die enthüllte Fahne, sprach von einem ehrenvollen Auftrage, der ihm geworden und dem er mit den besten Wünschen für ferneres Gedeihen des Militäroereins hiemit nachkomme u. s. w. Als äußeres Zeichen der Antheilnähme des Officiers-Corps des Land-wehr-Bezirks an den Bestrebungen des Militärvereins aber überreiche ich hiermit" hierbei fuhr seine rechte Hand mit der Gewohnheit eines Prestidigitateurs in die linke Rocktasche überreiche ich hiermit einen Moment, meine Herren " dann ein rascher Griff in die rechte Rocktasche und die beiden Brusttaschen Die Ehrengäste sahen sich fragend an. Dann wurden ein paar Tröpflein Schweiß auf des Majors Stirne sichtbar; er schlug die Augen nieder und flüsterte: Meine Herren, ich schicke ihn heute nch ab, den Fahnennagel, ich hab' ihn dämlich vergessen!"
per Wcoro-Aöend. In den meisten Provinzen Oesterreichs wird das Nicolausfest noch in ganz eigenartiger Weise gefeiert. Selbst iu den ehemaligen Vororten Wiens, mehr noch in den jetzt zur Großstadt gehörigen Orten werden die Gebräuche des Nicolofestes, wenn auch in einer weniger urwüchsigen Form, noch immer ausgeübt. Die volle ursprüngliche Volksthümlichkeit derselben wird jedoch nur mehr auf dem Lande und in fc:n Gebirgsorten gewahrt. Schon :Xt der ersten Woct des Weihnachtsmonles ziehen dort, wenn der Abend hereinbricht. die Nicoloknechte", die aanz in eine zottige Wildschur gehüllt sind und ihre Gesichter mit Ruß geschwärzt haben, von Haus zu Haus und fragen nach dem Betragen der Kinder. Sie rasseln mit der Kette, die sie mit sich tragen, vor der Stubenthür und ziehen, wenn die Kinder artig und folgsam sind, wieder ab, ohne dieStube zu betreten. Wenn aber die Mutter Grund hat. mit dem Betragen der Kinder unzufrieden zu sein, dann läßt sie die Nicoloknechte" auch in die Stube eintreten und die vorlautesten Buben und Mädchen klammern sich erschrocken an ihren Rock, um nicht von dem Nicoloknechte" in dieButte gesteckt zu werden. Manchesmal liefert jedoch die Mutter einen besonders vorwitzigen Sprößling dem Gefürchteten aus und er wird dann trotz seines Gezeters in die Butte gesteckt, um nach dem Niemersgraben" befördert zu werden, wo er an leeren Knochen nac,en muß. Erst wenn der kleine Trotzkopf verspricht, daß er in Zukunft brav und folgsam sein wolle, wird er, wenn die Nicöloknechte" Abschied nehmen, der Mutter zurückgegeben.
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Nicoloknecht. Die Gleichheit des Nicoloknechtes" mit dem germanischen Wodan wird durch einen besonders in den Orten des Traisengebietes üblichen Brauch erwiesen. Dort pflegen die Kinder für den Nicoloknecht" eine Schüssel voll süßen Rahm auf den Tisch zu stellen und neben dieselbe einen neuen, glänzenden Blechlöffel hinzulegen. Hier hat sich ganz unverkennbar der Brauch des Speiseopfers, das die heidnischen Germanen dem segenspendenden Wodan zum Julfeste darbrachten, erhalten. Am Vorabend des Nicolaustages (6. December) erscheint der NicoloHerr" selbst und betheilt die Kinder mit Geschenken. Obwohl nach der Mythe der Todestag des Bischofs von Myra St. Nicolaus (6. December) den Anlaß zur Entstehung des Nicolausfestes gegeben haben soll, läßt sich nur ein ganz äußerlicher Zusammenhang mit demselben nachweisen, der einzig in der Kleidung des Nicoloherrn, die dem bischöflichen Ornate nachgebildet ist. besteht. Dagegen verweisen die in seiner Begleitung erscheinende Nicolofrau", der Krampus" und die Habergais" auf die germanischen Götter Freija (Frigg), die Gattin Wodan's, und den Schirmer der Erde Donar (Thor), der die Bewohner gegen übermenschliche Feinde, Unholde und Riesen in Schutz nahm. Der Nicoloherr" und die Nicolofrau" sind ganz weiß gekleidet, und auch das Pelzwerk, das sie tragen, ist Nicoloherr und - Frau. weiß; der Erstere trägt auch Jnful und Stab, während sein Begleiter mit einer Birkenruthe ausgerüstet ist und am Arm einen Korb, in dem sich Aepfel, Nüsse und Backwerk befinden, hängen hat. Der Krampus" ist ganz in schwarze Schaffelle gekleidet und aus seinem Munde hängt eine glühendrothe Zunge heraus; auf dem Rücken trägt er eine Butte, in der sich die zum Vertheilen bestimmten Geschenke befinden. und in den Händen eine große Eisenkette und eine riesige Birkenruthe. Die Habergais", die eine ziegenähnliche Thiermaske trägt, auf deren Hinterköpf sich zwei große Hörner erheben und deren Schnauze durch eine Schnur auf- und zugeklappt werden kann, ist eine der früher sehr zahlreich Vorhändenen originellen volksthümlichen Thiermasken, deren Entstehung bis in die Zeit des vielgestaltigen heidnisch - germanischen Cultus zu verfolgen ist. In der Regel werden ein directer Hinweis auf den germanischen Cultus nur solche Kinder betheilt, welche den Nicoloherrn" noch nicht kennen, während diejenigen, welche bereits wisjen. wojer W Geschenke Wammen, von
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der Bescheerung ausgeschlossen bleiben. Die Ausgeschlossenen rufen dem Nicoloherrn", um anzudeuten, daß sie ihn kennen, oft spottend zu: Nicolaus, bist nn unser Moader, Hast an Bart wie unser Voader." Ein anderer Spottvers laute!: Nicolo, Nicolo, Kauf' ma mei' Prügerl a'. Woan D' mir's nit abkaufst. Wirf' i Dir's na'." Das angeführte Prügerl" wird in einzelnen Gebieten Niederösterreichs Die Beile" genannt und ist ein längliches, viereckiges Stäbchen, das vom Holze des Pfaffenkäppchenstrauches ge-
HabergaiZ und Krampus. schnitzt wird und als Beweismittel s::r das fleißige Beten der Kinder dient. Wenn der Nicolaustag heranrückt, mahnt die Mutter die Kinder, fleißig zu beten, und dieselben schneiden in das Stäbchen für jedes Gebet eine Kerbe ein. Diese Holzstäbchen sind offenbar auf die germanischen Runenstäbe zurückzuführen, denen die heidnischen Germanen eine große Kraft zuschrieben. Für den Nicoloabend werden auch eigene Brote, die sogenannten Gebildbro:e", gebacken, der Teig wird in der Form von verschiedenen Thieren, die bei den Heiden geopfert wurden, ausgeknetet und dann gebacken. Häufig wird auch die Figur des Krampus in Brot hergestellt; eine früher sehr beliebte Darstellung des Krampus aus getrockneten Pflaumen, die als Zwetschkenkrampus" bezeichnet und massenhaft verkauft wurde, ist jetzt seltener geworden. Die Gebildbrote", wie der Zwetschkenkrampus werden an die Kinder vertheilt und dieselben sehen daher dem Nicoloabend mit großer j Freude entgegen. Wenn es dunkel zu werden beginnt, stellen die Buben ihreMützen, die Mädchen Schuhe oder Teller auf die Fenster und legen in dieselben ihre Gebetstäbchen" (Beilen) hinein; sie stellen D a s A u f st e l l e n. auf", sagt der Volksausdruck. Wenn die Kinder am Morgen darauf erwachen, gilt ihr erster Weg dem Fenster, wo sie aufgestellt haben und nun neugierig schauen, was ihnen der Nicolo bescheert hat. Mit Jubel betrachten sie die rothbackigen Aepfel, die Nüsse und die Gebildbrote, die sich in den Mützen, Schuhen und Tellern vorfinden. Diejenigen aber, die statt der geträumten Herrlichkeiten mit einem ruppigen Wirkenrüthlein bedacht worden sind, machen recht betrübte Gesichter. Doch nicht allein für die Kinder ist der Nicolotag ein Festtag, sondern er war es auch für die Schiffleutc auf der Donau. Am Nicolaustage wurde früher die Schifffahrt auf der Donau eingestellt, da um diese Zeit die Eisbildung einzutreten pflegt, und die alten Schiffleute begingen daher diesen Tag in überaus festlicher Weise. Seitdem die Dampfschifsfahrt eine immer bedeutendere Rolle im Wasserverkehr zu spielen begönnen hat, sind jedoch die Niclasfeste der Schiffleute mehr in Vergessenheit gerathen und heute findet man nur mehr einzelne Spuren d?von. Geschäftsgeist. Moritzche, spielst Du mit uns Feuerwehr"?" Jfl. Ich werd' aufnehmen die Feuerversicherungen !" Ueberschreit ung. A.: Donnerwetter, waren Sie aber gestern bezecht! Wo waren Sie denn eigentlich?" V.: Ich war zu einem Glase Bier eingeladen." Alles für den Sport. Frau: Aber, Mann, es ist schrecklich, wie Du einhergehst! Früher hast Du Dir doch wenigstens dieFlecken aus den Kleidern ausgerieben." Mann: Ja. das kann ich jetzt nicht mehr. Ich brauche alles Benzin für meinen Motorwagen." Verrathen. Ein Hochzeitsgast erhalt während des Mahles einen sogen. Hochzeitsstrauß in Form eines mit Papier umhüllten Kistchens. Die Rückseite ist mit blauer Verschlußmarke beklebt. Der Empfänger versucht einen Spaß zu machen und sagt: Das Ding hier an dem Packet sieht aus wie ine Pfandmarke!" O nein, Papa," bemerkt sein kleines Töchterchen, .die sind ja roth!"
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Huer durch Siviricn. Colonisationsbestrebungen vieler Staaten haben es mit sich gebracht, daß in den letzten zwei Dezennien zahlreiche Gebiete erforscht und cultibirt wurden, und vielleicht war es gerade diese Erforschungssucht, die das Augenmerk von einem riesigen Terrain ablenkte, welches wegen seiner natürlichen Reichthümer, nicht minder aber in ethnologischer Hinsicht im höchsten Grade Interesse verdient; dieses Terrain ist Sibirien. Unsere heutige Kenntniß des Landes ist eine höchst lückenhafte und man ist noch stets geneigt, Sibirien als eine große Verbrechercolonie zu betrachten. Die Bestrebungen Rußlands, seine asiatischen Provinzen zu cultiviren, treten besonders deutlich durch den Bau der großen transsibirischen Eisenbahn zu Tage, die als eines der größten technischen und kulturellen Werke unseres Jahrhunderts bezeichnet werden muß. Es läßt sich gar nicht so obne weiteres ausdrücken, von welcher Tragweite eine Schienenverbindung sein kann, die vom Stillen Ocean an den Ural führend, ersteren indirekt mit dem Atlantischen Ocean verbinde! und außerdem die unermeßlichen Naturreichthümer eines Riesenreiches, wie es Sibirien ist, der ganzen cultivirten Welt zugänglich macht.
fe&If YrTtfP- " ii ! ii; in n :i ftf i t ri Station 0 6. Der Schienenweg reicht von Tscheljabinsk im Uralgebirge bis Wladiwostok am Stillen Ocean und durchquert somit ganz Sibirien in einer Länge von etwa 7000 Kilometern, wobei er in seinem westlichen Theile der Hauptsache nach dem alten Trakte, jener mächtigen Straße folgt, auf der Waaren und Verbrecher vom europäischen Rußland in das Innere. Sibiriens und umgekehrt transportirt wurden. Die Bahn ist beinahe bis zur Stadt Jrkutsk einerseits, andererseits von Wladiwostok bis zur Stadt Zizrchar in der Mandschurei demVerkehre übergeben und dürfte auch der übrige Theil in einem Zeitraume von 45 Jahren Kaufhaus in Blagowjesch tschevsk. fertiggestellt werden. In politischer Hinsicht ist es für Rußland von unschätzbarem Vortheile, daß der Schienenweg bei Zuruchaituj in Transbaikalien abzweigend und über Zizikar nach Wladiwostok führend, etwa 2000 Kilometer auf Mandschurischem Gebiete liegt, wodurch Rußland eine nicht zu unterschätzende Gewalt in cultu-. reller Hinsicht über China eingeräumt bekommt. Der Vahnbau. dessen Gesammtkosten mit 330 Millionen Rubeln (ca. 190 Millionen Dollars) veranschlagt sind, wurde im Jahre 1891 begonnen. In seinem westlichen Theil?, wo er blos weite Steppen durchquert, bestanden die technischen Schwierigkeiten lediglich in denVrückenbauten. die in Anbetracht der mitunter sehr breiten und reißenden Ströme durchaus massiv und in modernster Eisenconstruktion ausgeführt werden mußten. Besondere und große Brücken sind zu erwähnen und zwar über die Flüsse: Tobol. Jschim, Jrtysch, Ob und Tom, die mit einem Kostenaufwande von durchschnittlich eine Million Rubel per Brücke errichtet :tm fevja Bauernhof. wurden. Die ganze westliche Strecke wurde verhältnißmäßig rasch gelegt, denn man machte täglich 4 5 Kilometer, was in Anbetracht dessen, daß die Materialien so weit herbelzuschaffen waren, ein sehr günstiges Ergebniß zu nennen ist. Der Bau der Bahn machte mehr Arbeitskräfte nöthig, als erhältlich waren, und so blieb nichts Übrig, als nach der Insel Sachalin verschickte Verbrecher aus dieser benachbarten Diebes- und Mördercolonie in Massen auf das Festland herüberzuholen. Manchem von diesen Zwangsarbeitern gelang es. die schwere Kette, mit der er an seinen Karren geschmiedet war, zu sprengen, seinem Wächter zu entfliehen und durch allerlei Greuelthaten die Bewohner von Wladiwostok sowie die Reisenden auf dem siblrischen Trakt" zu erschrecken und zur beständigen Bercithaltung des Revolvers zu zwingen. Die Bedeutung der Bahn für Cultur und Handel ist geradezu enorm. Ganz Weststbirien ist in agricultureller Beziehung einer der reichsten Erdenstriche und besonders die Viehzucht ist es. die von den dort lebenden Kirgisen mit Erfolg betrieben wird. Die Städte Kurgan. Petropawlowsk und Omsk dienen dem Absätze von Talg und käuten als 5)auvtmärkte: iährlich werden enorme Mengen dieser er . c i i i.ü!r(ini oyprooulle naaz oem euroui"
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Rußland eingeführt, und auf den Bahnstationen der westsibirischen Bahn herrscht ein reger Verkehr von Kamelkarawanen, die die Waaren aus den Steppen herbeibringen. Natürlich heben sich infolge des günstigen Verkehrs auch andere Industriezweige, so besonders die Goldwäscherei, die Holzund Torfindustrie u. a. m. Die Stadt
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Sträfling bei der Arbeit. Petropawlowsk, die einst von großer Bedeutung für den Karawanenverkehr zwischen dem europäischen Nußland und dem fernenOsten. hat heute naturgemäß ihre Wichtigkeit verloren. Sie wird größtentheils von Tataren bewohnt. Mehr Interesse verdient Omsk, eine durch und durch civilisirte Stadt mit einer einst mächtigen Festung einer Kadettenschule, Gymnasium und mehreren anderen staatlichen Unterrichtsanstalten, unter denen eine technische Schule und eine weibliche GeWerbeschule die ersten Platze einnehmen. Der Schiffsverkehr auf dem Jrtysch ist sowohl oberhalb als auch unterhalb der Stadt ein höchst reger und vermittelt besonders den Waarenverkehr mit Tobolsk. Südlich von der Stadt Tomsk, die eine Universität, Klinik Gymnasium und Theater besitzt, vorbeifahrend, gelangt der Reisende nach Krasnojarsk, einer Stadt, die in Bezug auf Cultur den Vorerwähnten nicht viel nachsteht. Lange wird es nicht mehr dauern, daß man die Bahn bis nach Jrtusk, den Sibirischen Paris", wird benutzen können. Panzcrzüge. Wie die Franzosen während der letzten Belagerung von Paris die deutschen Cernirungstruppen mit Panzerzügen zu durchbrechen versuchten, haben auch die Engländer gegen die Boeren solche Züge in's Feld gesandt. Von wesentlichen Erfolgen ist bisher allerdings nicht die Rede gewesen, ja die Engländer haben nicht einmal die Zerstörung wichtiger SchienenverbindunEinPanzerzug. gen zu verhindern vermocht. Die Panzerzüge der Engländer bestehen aus einer gepanzerten Locomotive mit mehreren ebenso geschützten Waggons, die mit leichten Geschützen armirt und von Infanterie besetzt sind; einem wirksamen Artilleriefeuer der Angegriffenen dürften dieselben kaum Widerstand zu leisten im Stande sein. Truppen aus Natal. Die britische Colonie Natal hat zum Kampfe gegen die Boeren in ihren Carbineers" ein Contingent gestellt, das bereits Beweise seiner Tüchtigkeit abgelegt hat, namentlich im Aufklärungsdienste. Ihre Feuertaufe erhielten die Carbineers", die sich ausschließlich aus Freiwilligen, nach Art Natal-Carbineer. unserer Milizen, zusammensetzen, im letzten Zulukriege. Sie waren auch in dem jetzigen Kriege die Ersten, gegen welche der Ansturm der Boeren sich richtete, nachdem dieselben aus den Drakensberg - Pässen ihren Vormarsch gen Ladysmith richteten. Die Effect!v'tät wird durch ein Maxim-Detache-ment bedeutend erhöht. Mancher fühlt sich unverstanden und ist blos unverständlich. Malitiös. Fräulein Florence hat auf der Katzen - Ausstellung den ersten Preis bekommen." Sie selbst, das war zu erwarten." Ein Bedauernswerther. Der Müller hat wohl eine schlimme Frau gekriegt?" Ja, schon dessen Honigmonat war sauer." Nach der Consultation. So mein Honorar beträgt $10. Entschuldigen, das hab' ich nicht." Na, so zahlen Sie, was Sie können!" Ich hab' gar nix zum Bezahlen!" Ja, warum müssen denn Sie sich dann gerade an den theuersten Spezia listen wenden?" Entschuldigen Sie, für meine Gesundheit is mir mx theuer!" ...
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In Gefangenschaft. Auf dem Kriegsschauplatz in SüdAfrika wben sich die englischen Husaren bisher nicht bewährt. Wenngleich das coupirte Terrain, in welchem sie zu operiren hatten, ihren freien Bewegungen naturgemäß sehr schwer zu überwindende Schranken setzte, so durften sie sich doch nicht von den Boeren in oer Meise überrumpeln lassen, daß sie wie eine Herde Schafe in Gefangenschaft
Husarenvedette. getrieben wurden. Die Schuld an dieser schmachvollen Affaire wird freilich mehr bei den Officieren als den. Mannschaften zu suchen sein. Die Letzteren bestehen aus vorzüglichem Menschenmaterial und sind vorzüglich beritten; auch den Ersteren wird man nicht Mangel an persönlicher Bravour zum Vorwurf machen können, es ist vielmehr nur die Ausbildung als Führer, die ihnen fehlt. Thecrjackcn an Land. Die mehr als gefahrvolle Situation, in welcher sich die Engländer nach den Siegen" von Glencoe und Dundee sahen, machte es nothwendig, auch von Matrosenabtheilung. den im Hasen von Dunbar liegenden Zlriegsschiffen Verstärkungen heranzuziehen. Unsere Abbildung veranschaulicht eine Abtheilung von Theerjacken, die im Begriff stehen, eine Landattacke zu machen. Schlechte- Ausrede. Aber Willi, jetzt ist's zwölf Uhr und Du wolltest doch nur ein einziges Glas Wer trinken!" Ja. denke Dir so'n Pech. Der Wirth konnte mir nicht auf einen Dollar herausgeben und da hab' ich das Geld absaufen müssen!" Im Pensionat. Lehrerin: Elsa, sagen Sie mir: was ist ein Vulkan?" Backfisch: Etwas, was man im Herzen fühlt!" Freche Hasen. tt .Nun. Herr Baron, keinen Hasen a,? troffen?" 5tets qetrofftn. JJIZ' felliges Pack fühlt sich aber nie tmiteni Es gibt Leute, bei denen uns nur die Maske interessirt; demaskirt gefallen Sie uns nicht mehr. Der genügsame A d o -n i s. Drei Millionen Bräute könnt' ich haben, Maud." Und ich that'Z mit einer Drei-Millionen-Braut!"
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ErsterGebanke.
Wittwer (der spät Nachts, stark bekneipt, aus dem Wirthshaus heimkommt): Alle auten Geister meine selige Alte geht um!" Feine Sorte. m t . i Director (hinter den Eouliffen einem Vorgang auf der Bühne zusehend, wo ein Schauspieler eine Flasche Wein auszutrinken hat): Das ist ein echter Schauspieler er verzieht, nicht einmal das Gesicht dabei!"' Anzüglich. A ', ' I 1 iXiW-Av k&m Sie. rufen Sie doch 'mal Ihren miserablen Köter!" Was. miserabler Kot:??. .. Sind Sie vielleicht schon vier M5 prämiirt worden?!" Boshaft. yJt':--4-ys 'ÜXr$ 'v4lK!tm , 4i l r-jf : vV-lVjVC-v ' MM'.K Wirth: Ich möchte auf meinen Wein-Etiquetten gern einen passender. Sinnspruch anbringen lassen! Können Sie mir nicht etwas Geeignetes vorschlagen?" Gast: O ja! Setzen Sie auf dieselben: Ds Lebens ungemischte Freude Wird keinem Irdischen zutheil!" Beim Heirathsvermittler. mm ysyjyn k,"55ö A . ' T '' Vi .: V. 7vv:igi'. XI'.T v r .v tQifwmm w'y SX ',' X T 'f'fS H? v"i? ' - ' Ich möchte gern eine reiche, ehrbare Frau haben!" Wünschen Sie mehrEhr' oder meh: Baar?" Vorsichtig. Mutter: Hast Du Papa Dc!n k--nlzeuanlk kinkinaebrackt?" : ' - ' Zj V i) Söhnchen: Ich Hab's ihm unter der Thüre hineingeschoben!" ;: Kindlich. Mama, weih der Spatz auch, daß er Sperling heißt?" Wie üblich. Student: Zum Teufel, bringt mir der verwünschte Schneider meinen neuen Winterrock nicht und ich brauch' ihn so nothwen dig zum Versetzen!" .
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