Indiana Tribüne, Volume 23, Number 76, Indianapolis, Marion County, 3 December 1899 — Page 3

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Die

Jtadje Des Spaniers. Vornan cuZ der Zeit des spamsch.ame rifanifcöen Krieges. Bon Karl Ncutcr-Kcrger. Copyright 1L99 by th Gtnwn Press & Plat Co (2. Fortsetzung.) 2. Eine Woche später. Manuel saß, mit dem Ausbessern eines Segels beschäftigt, unweit des Hauses seines Bruders unter einer schattigen Tanne. Sein Blick fiel auf die Fensterscheiben, welche die Strahlen der untergehenden Sonne in goldrothe Gluth tauchte. Erst jetzt fiel ihm das lange Ausbleiben seines Bruders auf. Derselbe war vor einigen Stunden nach dem Buena Vista Hotel geganzen, um seine Ordre für den nächsten Tag in Empfang zu nehmen. Er hätte längst zurück sein können, aber vielleicht hatte er Gelegenheit, ein wenig mit seiner Ella zu plaudern. Gerade als ir dies gedacht hatte, schlug das Geräusch von Schritten an sein Ohr und Juan erschien zwischen den Bäumen. Im nächsten Momente sprang Manuel auf. Santa Maria, Juan, was ist passtrt?" Ter junge Mann bot das Bild leidenschastlicher Erregung. Sein Antlitz war aschfahl, die Adern an seiuen Schläfen angeschwollen, die blutunterlaufenen Augen glühten unheimlich, sein Schritt war unsicher wie der eines Betrunkenen. Ohne seinen Bruder zu beachten, eilte.er in die Hütte. Erregt folgte ihm Manuel. Sprich doch Juan, was ist denn geschehen?" Dieser brach in ein wildes Gelächter aus und griff seinen Bruder krampfhaft am Arm. Jetzt haben wir ihn, Manuel, jetzt muß er sterben!" rief er heiser. Wer?" iWer? Ha ha. Du frägst r.och? Harald Ehester Ainsley!" Bei Nennung dieses Namens zuckte Manuel zusammen und fragte hastig: Woher kennst Du denn seinen vollen Namen? Das ist er!" Ja, das ist er!" höhnte Juan, das ist t r, der sich das Vergnügen gemacht hat, auch die Knospe zu brechen, die ich für mich bestimmt glaubte, die meinen Lebenspfad verschönern sollte, wie Anita den deinen ha ha, ist es nicht zum Lachen, Bruder? Aber ich habe keinen Schwur gethan, der mir die Hände bindet ich nicht!" Er riß sich von seinem Bruder, welcher in seiner Erregung seinen Arm ergriffen hatte, los. eilte in's Nebenzimmer und kehrte mit einem blinkenden Dolch in der Hand zurück. Juan." sprach Manuel strenge, und seine Stimme zitterte vor innerer Ausregung, willst Du nicht so gut sein und mir erzählen, was dies alles bedeuten soll?" Gewiß will ich das. Also höre. Ich ging nach dem. Hotel. Der Oberkoch war beschäftigt und ich mußte warten. Da ich Ella nirgends gewahrte, setzte ich mich draußen auf eine Bank unter der Veranda. Auf derselden saßen mehrere Gäste, junge Leute, lachend und plaudernd. Ich achtete nicht weiter darauf, was sie sagten, bis der Name Harald an mein Ohr klang. Da dachte ich an DeineGeschichte, stand leise auf, trat einige Schritte vor und lugte durch das umrankte Gitterwerk der Balustrade. Da saß auf einem Stuhle, die Füße mit den eleganten Lackstiefeln auf das Geländer gelegt, ein junger Mann mit hellem Schnurrbart, in der Hand mit dem funkelnden Diamantring nachlässig eine Eigarette haltend, das Original des Bildes, welches Du mir zeigtest. Er hatte etwas gesagt, was ich nicht verstand, worauf seine Gefährten in ein lautes Gelächter ausbrachen. Well," sprach dann einer von den jungen Leuten, unser Freund Harald Ehester Ainsley ist der richtige Don Juan, bei den Frauen und Mädeln hat der Mensch Glück colossal! Gestern erwische ich ihn, wie er die hübsche Blondine, eine von den Küchenfeen, verknutschte!" Wie?" rief ein anderer, die Ella? sieh mal an ein reizender Käfer, aber spröde; neulich wollte ich ihr ein Nüßchen rauben, da hättet ihr die kleine Katze sehen sollen, beinahe mit allen Vieren wäre sie mir in's Gesicht gesprungen. Also war das doch keine Tugendboldenhaftigkeit, sondern Haraldhaftigkeit!" Alle lachten. AproPos," sagte dann ein dritter, wenn ich nicht'irre. habe ich heute Morgen das hübsche Ding am Bahnhof gesehen!" Stimmt," entgegnen Harald, glaubt ihr Schlauberger denn, daß ich mir dies holde Täubchen entgehen lassen würde? Sie glaubte es mir ja so gerne, daß sie in New Orleans mehr verdienen und feiner leben könnte wie hier, ich gab ihr ein Empfehlungsschreiben an eine alte Freundin mit" hier lachte er laut auf eine Freundin, die sie für mich aufheben wird. Nächste Woche geht es wieder nach - der Halbmondstadt, das Leben in diesem Neste fängt an, 'eklig lanaweilia m werden. " Ich stand wie vom Donner gerührt und glaubte, wahnsinnig werden zu müssen. Am liebsten wäre ich auf die Veranda gesprungen und hätte den Schurken erwürgt. Beinah' hätte ich vergessen, meine Ordre entgegen zu nehmen. Als ich in die Küche trat, rief der Koch mir zu: Halloh, Juan, bist Tu betrunken oder krank oder was ist los?" Ich sagte ihm. daß ich grimmige Kopfschmerzen habe und erkundigte mich so nebenbei nach Ella. Aha. Du hast wohl Herzschmerzen sagen wollen." lachte der Fettwanst; ja, mein Junge, die Ella ist heute Morgen nach New Orleans abgereist, die ist nichts für Dich, die hat große Rosinen im Kopfe." Weiter wollte ich nichts

I boren, ersucktc den Sckwäker mir m

sagen, was er gebrauche und hier bm ich." O wäre es doch erst Nacht!" fuhr er mit aufwallender Wuth fort, und erhob den Dolch, Du siehst die Sonne zum letzten Male untergehen, Harald Ehester Ainsley!" Halt!" donnerte Manuel, habe ich Dir nicht gesagt, daß das Leben dieses Mannes mir gehört, daß ich ältere Rechte habe? Vergißt Du meinen Schwur?" Was kümmert michDein Schwur?" entgegnete Juan rauh, dieser Dolch wird sein Herzblut trinken, das ist mein Schwur!" Manuel biß sich auf die Lippen, daß sie fast bluteten. Er dachte nach. Komm, setz Dich hierher zu mir!" sprach er dann. Juan ließ sich auf den Rand seines Bettes nieder. Höre Bruder," begann Manuel, ich muß Dir ein Ereigniß aus längst vergangener Zeit in's Gedächtniß zurückrufen. Erinnerst Du Dich noch des Tages unserer Flucht? Marietta war damals zwei Jahre alt, ein Kind schön wie ein Engel, das das Herz des Vaters ganz auszufüllen schien, so daß wir, seine Söhne, ihm immer gleichgültiger wurden. Freilich hatte unsere Stiefmutter, welche uns haßte, da ihre Hand im Spiele. Wie sehr sie uns verleumdete und anschwärzte beim Vater, kann ich nur ahnen. An jenem Tage, Du warst kurz zuvor vierzehn Jahre alt geworden, spieltest Du im Parke und kamst zu dem LieblingsPlätzchen unserer Stiefmutter. Sie ruhte in einer Hängematte und war eingeschlafen. Zu ihren Füßen auf schwellenden Polstern saß Marietta, die lustig in die Welt hineinjubelte und Dir lachend die Händchen cntgegenstreckte, als sie Dich erblickte. Da erwachte in Deinem Herzen die lange zurückgedrängte Liebe zu dem kleinen holden Schwesterchen. Die Mutter schlief, da konntest Du es schon wagen. Rasch eiltest Du zu dem Kinde, nahmst es auf Deine Arme und bedecktest sein Antlitz mit Küssen. Das Kind aber war diese stürmische Zärtlichkeit von dem sonst so scheuen Knaben nicht gewohnt und sing laut an zu weinen. Da erwachte die Mutter. Sie stieß einen lauten Schrei aus, stürzte wie eine Furie auf Dich los und entriß Dir das Kmd. Wre bei einem schweren Verbrechen ertappt, schlichst Du Dich auf Dein Zimmer. Dort fand Dich der Vater. Er war bleich vor Zorn und sinnlos vor Wuth. Mit der geballten Faust schlug er Dich zu Boden und wer weiß, vielleicht wäre er zum Mörder seines jüngsten Sohnes geworden, wenn ich nicht hinzugekommen wäre. Mit der Kraft meiner fünfundzwanzig Jahre riß ich ihn zurück und drückte ihn gegen die Wand. Da streckte er mit einem fürchterlichen Fluche die geballte Faust gegen uns aus und schrie: Fort aus meinen Augen, ich habe keine Söhne mehr!" Da gingen wir. Und als wir dann zusammen sortwanderten m die fremde weite Welt, die so sonnig und verheißungsvoll vor uns lag, ergriffst Du meine Hand und sprachest: Manuel. diesen Dienst vergesse ich Dir nie. wenn Du es willst, gehe ich für Dich durch's Feuer." Siehst Du, jetzt ist die Zeit gekommen, wo Du mir jenen Dienst vergelten kannst. Ich verlange nicht, daß Du für mich durch's Feuer gehst, ich bitte Dich nur, überlaß diesen Elenden, der unser beider Lebensglück vernichte: hat, mir. Warte wenigstens noch drei Tage, der Gott der Rache wird mir einen Wink geben, daß ich nicht zu kurz komme an diesem Buben: willst Du mir das versprechen. Juan?" Es sei," sprach Juan nach einem tiefen Athemzuge, aber nach drei Tagen gehört Ainsley's Leben mir!" Langsam versank , die Sonne, glitzernde Funken über das Wass streuend und die Luft mit Goldglanz erfüllend. Bald zitterte nur noch der blutrothe Rand aus dem Gluihmeer und dann war das Taggestirn verschwunden. Allmälig erloschen auch die Strahlenwogen, aber ein wundersamer Glanz leuchtete noch dort, wo die Sonne versank. Und hoch über dem schimmernden Halbkreis wurde ein Stern mit mildem Glänze, fast mit dem Lichtblau des Himmels verschmolzen, sichtbar. Mit der dustenden seuchten Dämmerung, welche sich um die Erde schmiegte, .erklangen die Harmonien der Stille und des Frieixns. die das Ohr nicht vernimmt, die das Herz nur empfindet. Doch zwei Herzen vernahmen diese Harmonien nicht. Manuel schritt schon über eine Stunde lang am Strande aus und ab. Zuweilen blieb er stehen und blickte mit seinen rachedurstigen Augen in die ziellose schimmernde Ferne, als müsse ihm von dort eineErleuchtung kommen. Juan saß in seinem Zimmer, in finsterem Hinbrüten versunken. Mechanisch spielte er mit dem glitzernden Dolch, den er in seiner Hand hielt. Als nächtliches Dunkel das Zimmer füllte, erhob er sich und zündete die Lakerne an. Eben wollte er sich nach seinem Bruder umsehen, als derselbe mit ungewöhnlicher Hast hereintrat. Ich Hab's Juan!" rief er mit blitzenden Augen, mach' Dein Boot fertig, wir fahren heute Nacht nach Ship Island!" Nach Ship Island?" rief Juan erstaunt, was wollen wir denn dort?" Unserer Rache gilt's, an Harald Ehester Ainsley!" Ich verstehe Dich nicht!" Nicht? Sagtest Du nicht, daß auf den dort liegenden Schiffen die furchtbare Seuche, das Gelbe Fieber herrscht?" Juan starrte eine Weile in das fahle Antlitz seines Bruders, in wel chem die dunkeln Augen dämonisch leuchteten. Jetzt verstehe ick Dich, ' sprach er dann langsam, aber setzest

Du nicht Dein eigenes Leben auf'S Spiel?" Earamba, was ist mir denn an meinem Leben noch gelegen, nachdem ich mich gerächt habe?" Gut ich mache das Boot fertig!" '

Also morgen schon willst Du abreisen, Harald?" Unbedingt, übrigens warum willst denn Du noch länger in diesem langweiligen Neste bleiben, John?" Bom Wollen ist hier gar keine Rede, mein Alter verlangt, daß ich hier vier Wochen lang zu meiner Erholung bleibe und hat mir das Taschengeld so knapp zugemessen, daß es mir gar nicht möglich ist, einen kleinen Abstecher zu machen." Ach was, fahre mit, es soll Dir nichts kosten, etwas Amüsement muß der Mensch doch haben." Freilich, Du Glückspilz kannst Dir das schon leisten, was Dein Alter mit seinen Plantagen verdient, kannst Du ja aar nicht verputzen, selbst wenn Du es wolltest!" Na na, Du hast, scheint es, gar keine Ahnung, welch' ein riesiges Talent ich für das. Durchbringen habe, demnach dürfte ich schon mehrfacher Millionär sein." Daran wird doch nicht viel fehlen, sobald Dein Alter abgeht." Du vergibt, daß ich noch einen ältern Bruder und eint jüngere Schwester habe und ich das schwarze Schaf in der Familie bin. Aber Du hast ja noch meine F:a.e nicht beantwortet, gehst Du mit nach New Orleans? Ich hatte mich einige Wochen dort auf, theils zum Vergnügen, theils weil es meine Berufspslichi erheischt." All light. Harald, ah mache mit. Sobald der Zeitpunkt eintritt, wo Du Dich Deiner Berufspflicht zu widmm hast, kannst Du mir einen kleinen Wink geben und ich verschwinde. Sag' mal. Junge, ich habe Dich schon längst fragen wollen, warum bist Du denn eigentlich Advocat geworden? Nöthig hattest Du das doch nicht?" Well etwas muß der Mensch doch treiben, um eine Entschuldigung für seine Existenz zu haben. Da ich schon bei derWahl meiner Eltern große Borsicht an den Tag legte, braucht es Dich nicht zu wundern, daß ich bei der Wahl meines Berufes nicht minder vorsichtig war. Wo schaut denn da die Borsicht heraus? Du hättest doch gewiß etwas Besseres finden können wie die Rechtsverdreherei? Das verstehst Du nicht. John, em sogenannter Rechtsgclehrter hat das einträglichste Handwerk, das sich tonken läßt. Er lebt von den Dummen, und da dieselben bekanntlich niemals alle werden, muß er floriren, wenn er nur eine halbwegs anständig Dosis Unverfrorenheit besitzt. Und dann. Du hast keine Ahnung, was man da für interessante und pikante Sachen erlebt und erfährt!" In diesem Augenblicke erschien n Hoteldiener aus derBeranda des Buena Vista Hotels, aus welcher kurz nach Mittag obiges Gcspräch zwischen Harald Ehester Ainsley und einem seiner Freunde stattfand. Mister Ainsley, ein Herr wünscht Sie dringend zu sprechen!" Ist es einer von den Gasten? Nein, es ist unser Fischlieferant. ein junger Spanier!" Ein Spanier und der wünscht mich zu sprechen? Das kommt mir ja beinahe spanisch vor!" Laß ihn doch herkommen, Harald, dann wirst Du schon erfahren, was er will!" Du hast recht, John. Also führe den Spanier vor unser Antlitz." Der Bediente entfernte sich mit einer Verbeugung. - Gleich daraus erschien Juan. Mit niedergeschlagenen Augen, den Hut in der Hand haltend, trat er näher. Ich möchte Herrn Ainsley. den Advocaten. sprechen!" Der bin ich. was soll es sein?" Juan spielte seine Rolle vorzüglich. Mit demüthigen Geberden und ehrfurchtsvollem Tone sprach er: Entschuldigen Sie. Sennor, mein Bruder. der ki mir auf Besuch weilt, ist plötzItch schwer krank geworden und will sein Testament machen. Ich wußte nicht, wohin ich gehen sollte, da sagte mir der Koch hier im Hotel, daß Sie ein Advocat seien und ein solches Schriftstück aufsetzen könnten. Bitte kommen Sie mit mir, was es kostet, werde ich bezahlen, da ich der einzige Erbe bin!" Glückspilz Du," flüsterte John seinem Freunde zu, als dieser nicht gleich antwortete, da kannst Du wieder einen Schnitt machen, Du hast recht, Dein Profession ist nicht so übel!" Du denkst also, daß ich mit ihm gehen soll?" Aber natürlich Mensch einen solchen Job", Testamente abzufassen, bekommst Du nicht jeden Tag!" All riglit." wandte sicb Harald an Juan, ich aehe mit Dir, warte einen Augenblick, bis ich mein Schreibzeug hole." Das Bretterhaus am Strande war bald erreicht. Ainsley blieb zögernd stehen als Juan die Thür öffnete und ihm ein übler Dunst aus dem dunkeln Raum entgegenschlug. Mrt einem halblauten: Bitte Sen nor, dorr ist mein Bruder." schob Juan ihn in das Zimmer. Im nächsten Momente fiel die Thür in's Schloß und ein Schlüssel wurde herumgedreht. Der junge Advocat wandte sich überrascht um. .Warum verschließestDu die Thür? fragte er mißtrauisch und that einen Schritt voran. .Entschuldigen Sennor," sprach Juan in unterwürfigem Tone, die Klinke schließt nicht, ein Windstoß

macht die Thüre auf und der Arzt hat gesagt, kein Luftzug dürfe in's Zimmeri Bitte, gehen Sie zu meinem Bruder, er wartet schon lange auf Sie!" ' Ainsley schritt zu dem Bette. Zwei dunkle Augen auS gelblich fahlem Antlifc starrten ihm entgegen, so unHeimlich und räthselhaft. daß ihn ein leifer Schauer überlief. Zögernd folgte

er dem Winke des Kranken, näher zu retcn. Juan stellte ihm diensteifrig einen Stuhl an's Bett, worauf er sich niederließ. Ihre Hand, Sennor, geben Sie mir Ihre Hand!" flüsterte der Kranke heiser. Em seltsames Verlangen, dachte Ainsley, aber wie beherrscht von dem dämonischen Blick, streckte er langsam seine zarte weiße Hand mit dem f'mkelndenDiamantring auf die schmr'jige Decke. Zwei braune knochige Fäuste griffen darnach und umkrallten sie so fest wie ein Schraubstock. Au! rief der junge Mann halb zornig, halb erschrocken, Du thust mir weh!" ' Eine dunkle Gluth schoß m die Wangen des Kranken, seine Zähne knirschten aufeinander, dann lachte er auf. so schrill und heiser, daß es dem Advocaten durch Mark und Bein drang. Du thust mir weh ha ha ha das sagte ja auch Anita!" Und wieder das gräßliche Lachen. Bei Nennung dieses Namens stürmte eine Fluth verworrener Gedanken und Erinnerungen auf dem zungen Mann ein, aus welchen ihm eine furchtbare Ahnung aufdämmerte. Wie um Hilfe suchend, blickte er sich um. Da träumte er denn? Dort stand der Mann, der ihn hergeholt hatte, mit einem blinkenden Dotche in der Faust und einem Ausdruck teuflischer Freude und wilder Nachsucht in den bronzenen Zügen. Dem Advocaten traten die dicken Schweißtropfen auf die Snrn. Er war kein Feigling, aber er fühlte, daß er entweder in die Gewalt von Wahnsinnigen oder Todfeinden gerathen sei. Was wollt ihr?" stammelte er. Sprich nicht zu mir, zu dem da sprich, später rechne ich mit Dir ab!" donnerte Juan. Was ich will?" zischte Manuel, komm her, Du Hund, ich will es Dir sagen!" Und mit unwiderstehlicher Gewalt riß er den jungen Mann vom Stuhl und mit dem Oberkörper auf's Bett, nahe zu seinem Gesichte, so daß sein heißer, übelriechender Athem die bleichen Wangen streifte. Was ich will?" fuhr er fort, eine Geschichte will ich Dir erzählen, aber Du brauchst sie Nicht zu Papier zu bringen, wahrend der kurzen Zeit, die Du noch lebst, wirst Du sie gewiß mcht vergessen! Da war einmal ein schönes junges Mädchen. Sie hieß Anita. Ein ehrlicher Mann mit ehrlichen Absichten liebte sie mit der ganzen Gluth seines Herzens, das keine Falschheit kannte und noch an Treue glaubte. Er wollte Anita zu seinem Weibe machen, sie aus seinen Händen tragen und alle Dornen von ihrem Lebenswege fern halten. , Sie sollte die dustende Blume sein, die ihm die Erde zum Paradiese machen würde. Da kam ein leichtsinniger, ehrloser Schurke, pflückte die Blume und nachdem er mit Wollust ihren Duft genossen, warf er sie achtlos zur Seite. Dieser Hallunke warst Du, Harald Ehester Ainsley, und mir, Manuel Ramos dl Larrinaga y Olano hast Du die Blume geraubt. Du hast Anita in den Tod getrieben! Ja, zittere nur endlich hat die Stunde' der Vergeltung geschlagen. Sie wäre schon eher gekommen und Deine Gebeine längst vermodert, wenn ich Anna nicht in ihrer Sterbestunde geschworen hätte. nicht das Blut des Elenden zu vergießen, den sie geliebt hat bis zum letzten Athemzuge. Nein, ich werde Dein Blut nicht vergießen aber Du wirst sterben qualvoll und verlassen denn wisse, ich habe das Gelbe Fieber! Was Du hier einathmest, sind die Keime des Todes, die ich gesammelt habe. Hah ich wollte, ich könnte es noch sehen, wie wilde Schmerzen Dein Inneres zerreißen, wie Deine Freunde Dich fliehen und Deine derpestete Nähe meiden. Doch meine Tage sind gezählt aber ich sterbe gern, da ich weiß, daß Du mir folgen wirst." Der Kranke hielt inne und ließ die Hand des jungen Mannes los, welcher mehr todt als lebendig auf den Stuhl zurück sank. Geh' aus meinen Augen, Du Schurke fort!" schrie Manuel nun mit heiserer Stimme und ballte seine Fäuste. Doch ehe sich Ainsley noch erheben konnte, trat Juan zu ihm, packte ihn am Arm und riß ihn mit einem wilden Ruck empor. Auch ich habe noch ein Wörtchen mit Dir zu reden wo ist die blonde Ella Schurke wo ist sie?" Er schüttelte hierbei den Advocaten so heftig, daß ihm der Hut vom Kopfe flog. Wisse." fuhr er dann fort. Ella war mir, was Anita meinem Bruder war verstehst Du mich jetzt? Und das schwöre ich Dir, wenn das Fieber nicht Deine Gebeine zerfrißt, dann werde ich Dich zu finden wissen Du Hund!" Die Wuth übermannte ihn und er schlug den jung:n Amerikaner mit der ftau t in's Ge M. Ainsley taumelte gegen die Wand. Das Blut kochte in seinen Adern ob der ibm widerfahrenen Schmach. Eines harten Gegenstands in seiner Süftentasche sich erinnernd, denselben. einen R?volver, herausreißt, war das Werk eines Augenblickes. Mit glühenden Augen, todtenblei chem Antlitz und fest zusammengebis senen Lippen erhob AinSley den Revol der und in rascher Reihenfolge knallten fünf Schüsse.

Als der Pulverdampf sich etwas der-

zogen hatte, sah Ainsley den jungen Spanier röchelnd in seinem Blute auf dem Boden liegen und wie von Furien gepeitscht, stürmte er hinaus. Manuel saß halb aufgerichtet in seinem Bette, wie gelähmt infolge der Aufregung und beim Anblicke des urchtbaren Schauspiels, welches sich so rasch vor seinen Augen abspielte. Erst als das Röcheln seines Bruders matter wurde, endlich ganz aufhörte und eine grauenhafte Stille eintrat. am wieder Leben m ihn. Er stieß eine.l furchtbarenSchrei aus, der nichts menschliches an sich hatte. Als sei hiernlt der Bann gebrochen, entrang sich seiner Brust ein wildes Schluchzen und große Thränen Uten über seme nngesunkenen Wangen. Er faltete seine Hände und betete: O heilige Madonna, bitte für mich armen Sünder, daß icy noch nicht sterbe, daß ich meine Kraft wiedergewinne!" Nein," fuhr er nach einer Pause fort, ich will nicht sterben ich muß leben, ich muß! Auch das Blut meines Bruders schreit um Rache! O Gott, wenn Du ein Gott der Gerechtigkeit bist, so mußt Du auch ein Gott der Rache sein, und dann kannst Du, darfst Du mich jetzt noch nicht sterben lassen!" Und siehe, die gewaltige Willenskraft, welche der Rachedurst in dem Kranken entfachte, übte eine Wirkung, die Manuel für ein. Wunder hielt. Er fühlte sich stark genug, aufzustehen und sich anzukleideii. Auch die heftigen Schmerzen waren verschwunden. Er trat zu dem Wandschrank, holte die Eognakslasche hervor, aus welcher er einen langen Zug that. Der feurige Trank übte bald seine Wirkung, Manuel fühlte sich, als ob neue Kraft durch seme Adern ströme. Harald Ehester Ainsley," rief er mit blitzenden Augen. der Gott der Rache hat mein Gebet erhört, Dein Leben liegt in meiner Hand!" Sein Blick siel aus vie Leiche seines unglücklichen Bruders, welcher, das Antlitz nach unten, aus dem Boden lag, auf welchem eine dunkle Blutlache langsam sich ausbreitete. Er drehte ine Leiche um und versuchte, sie auf das Bett zu tragen, aber dazu reichten seine Kräfte mcht aus. Nun holte er alle Kissen herbei, die er finden konnte und bettete darauf das Haupt des Todten. Dann füllte er eine Schüssel mit Wasser, nahm ein Tuch und reinigte das starre Antlitz von Staub und die Kleider von dem Blute, welches aus den Kugelwunden in der Brust gedrungen war. Nachdem er dann die noch wie rm Zorne weit ausgerissenen Augen zugedruckt hatte, stellte er einen Stuhl zu Häupten des Todten, kniete nieder und verrichtete n stilles Gebet. Auf dem Sims in einer Ecke stand ein Crucifix, woran ein Rosenkranz hing, an jeder Seite eine Kerze. Diese Gegenstande stellte Manuel aus den Stuhl und zündete die Kerzen an. Jetzt spurte er aber, daß seine Kräfteerschöpft waren, seine Knie fingen an zu zittern. Mühsam schleppte er sich zu dem Bette und streckte sich auf dasselbe nieder. Bald darauf verfiel er in einen tiefen, wohlthuenden Schlaf. 4. Als Manuel erwachte, drang der Schimmer des Morgenrothes durch die halberblindeien Fensterscheiben. Verwundert rieb er sich die. Augen und mußte sich erst besinnen, wo er sich befand. Erst als sein Blick auf das. blasse Antlitz des Todten fiel, traten. mit Blitzesschnelle die Ereignisse des vorhergehenden Tages vor seinen Geist. Hastig richtete er sich auf und fühlte nun, daß die Krankheit wirklich von ihm gewichen war, er spürte wieder die alte Kraft in seinen sehnigen Armen. In überquellender Dankbarkeit sank er vor dem Bilde des Gekreuzigten aus seine Knie nieder und sandte ein Gebet empor. Nachdem er die abgebrannten Kerzen durch neue ersetzt hatte, die er in einem Wandschranke fand, ajj er etwas, verriegelte die Thür und setzte sich zur Todtenwacht nieder. Stunden lang saß er da, unbewegt lich, düster vor sich hinstarrend. Dana wieder wurden seine Züge weich und er sprach zu dem Todten zärtliche Worte, als könne er ihn verstehen. So hielt Manuel zwei Tage und zwei Nächte lang die Todtenwacht bei seinem Bruder. Als sich am dritten Tage die Sonne gen Westen neigte und der Schatten des Tannenhaines die Hütte umhüllte. trat Manuel durch die Küchenthür, di: er vorsichtig hinter sich verschloß, in's Freie. In dem mit allerlei Gerumpel, Werkzeugen. Geratbschaften und einem Handwagen gefüllten Anbau fand er einen Spaten. Damit schritt er durch den Hain und als er einen freien ylatz nahe am Strande erreichte, ber . ri r. ... t ' gann er, em irao zu graocn. Trotzdem der Boden weich und san dig war, nahm es doch eine geraume Welle bis zur Vollendung des braves. Er mußte öfters ausruhen und sich die dicken Schweißtropfen von der Stirne wischen. Endlich, als die ersten Sterne in dem lanasam sich verdunkelnden Himmels blau auftauchten, schritt er wieder dem einsamen Häuschen mit seinem stillen Bewohner zu. Manuel war nach reiflicher Ueberlegung zu dem Entschluß gekommen, seinen Bruder selbst zu begraben mrt sei nen Tod sowie die Ursache desselben geheim zu halten. Er scheute sich, mit amerikanischen Behörden in Berührung zu kommen. Was nützte es ihm auch, wenn Ainsley verhaftet und urttx die Anklage des Mordes gestellt wurde? Ueber die Gerechtigkeit, wie sie hierzulande den Reichen und Angesehenen gegenüber gehandhabt wird, hatte er seine eigenen Ansichten nd war überzeugt, dab der Mörder mit ein leich-

ten Strafe davonkommen, wenn nicht

freigesprochen werden wurde. Dann auch konnten ihm die langwieriger Gerichtsverh lndlungen einen Strich durch seme Raa evlane mamcn. oder dock die Ausführung derselben auf lange Zeit!,! hinausschieben. Er wollte die Rache in seine eigene Hand nehmen und sie sollte eine furchtbare sein. Als die Mitternachtsstunde nahte. erhob sich Manuel, um seinem Bruder den letzten Liebesdienst zu erweisen. Er holte das Gesäß mit Weihwasser aus der Ecke, besprenkelte damit die Lerche, die er m em weißes Laken eingewickelt hatte, und schüttete den Rest des Weihwassers in eine" Flasche, die er einsteckte. Dann trug er die Leiche auf den Handwagen. Langsam fuhr er mit seiner stillen Last zu dem Grabe am Strande des rauschenden Golfes. Das dämmrige Mondlicht leuchtete ihm bei seiner traurigen Beschäftigung. Gebete murmelnd. schüttete er das geweifte Wasser m die offene Grube und ließ dann die Leiche vermittelst des Lakens langsam in die dunkle Oeffnung hinab. Dann breitete er ein Tuch über das bleiche Antlitz des Todten, deckte mehrere zu diesem Zwecke mitgenommenen Bretter über denselben und begann, das Grab zuzuschaufeln. Tann kniete er eine Weile neben dem Hügel zum Gebete. Zu, Hause angekommen, stärkte ersieh durch einen tüchtigen. Schluck aus der Flasche und begab sich dann gleich zur Ruhe. Die Sonne stand schon ziemlich hoch am Himmel, als er erwachte. Nachdem ,er einige Bissen genossen hatte, öffnete er den Koffer seineS Bruders. Derselbe war bis oben mit Kleidungsstücken gefüllt, die er herausnahm und auf das Bett warf. Auf dem Boden des Koffers stand eine bleche ssette, die er vermittelst eines Schlüssels, den er in der Tasche der Weste fand, die Juan zuletzt, getragen hatte, öffnete. Wie Manuel vermuthet hatte- enthielt die Kassette nebst mehreren Briefen und quittirten Rechnungen dieErsparnisse desBerstorbenen, sechshundert Dollars in Papiergeld. Er beschloß, für die Hälfte der Summe heilige Messen für das Seelenheil seines Bruders lesen zu lassen, und die andere. ?2lfte wollte er behalten., das Geld konnte ihm die Ausführung seines Racheplanes erleichtern helfen. Im Zimmer umherschauend,, gewahrte er auf einem Brette an derWand, auf welchem eine Alarmuhr stand, zwei Photographien. Er nahm, sie zur Hand. Die eine war das Bildseines Bruders und die andere stellte ein junges hübsches Mädchen mit kecken Zügen und lichten- krausen Stirnlöckchen dar. Er betrachtete es einen Augenblick, riß es dann nr. Stücke, warf sie zu Boden und trat mit den Füßen darauf. Die. Photographie seines Bruders wickelte er in ein seidenes Tuch und steckte sie ein. In diesem Augenblicke wurde an dieThür geklopft. Manuel erschrak. Sollte es vielleicht bekannt geworden sein, daß in. diesem Hause ein Mord verübt, wurde? Als noch einmal und diesmal heftiger geklopft wurde, öffnete er die Thür und athmete erleichtert auf; es war nur der. Briefträger. Wohnt hier Juan Ramos di Larrinaga?" fragte letzterer. Ja." entgegnete Manuel nach kurzem Zögern," aber er ist augenblicklich nicht hier, ich bin sein Bruder!" Wollen Sie das Schreiben IhremBruder bei seiner Rückkunft, einhändigen?" Gewiß!" . Der Postbote gab ihm den Brnf : und entfernte sich. Von Marietta," murmelte Manuel, nachdem er die Handschrift ge--sehen hatte. Er öffnete den Brief, unk las halblaut vor sich hin: Theuerer BruderÜ Du scheinst nichb viel mehr-unr Deine Schwester zu geben, ich harrei noch. vergeblich auf Antwort aus meinen Brief, den ich Div vor drei Monaten schrieb. Immerhin bist Dir noch zu; loben im Vergleich zu Deinem Bruder.Manuel, von dem habe ich fast seit; drer Iahren' nichts mehr gehört. Diesmal habe ich Dir eine traurige Nachricht mitzutheilen. Ich bin seit zwei Momiterr Wittwe. Hast Du Dich noch nicht entschlossen zu kommen', Juan ?' 5cch fühle mich sehr einsam und sehne mich nach Dir. Ich bin reich,, sehr reich, mein guter Gatte hat nur- alles hinterlassen. Ich brauche Jemand, dernur rathend zur Seite steht. Saum5 nichts nran Bruder, und komme. Drr sollst eine gute Heimaty hier haben, ich will Dich zum Aufseher meiner Plcnrtagen machen, wenn Du es willst, und meinen Reichthum mit Dir theilen. Schreibe mir umgehend, wenn ich Dich warten kann und wenn Dn nicht genügende Mittel hast, laß es mich wissen und ich schicke Dir das Reisegeld. Antworte gleich und komme bald. Deine treue Schwester Marietta Santako. I. & Kennst Du die Adresse Deines Bruders Manuel? Wenn so, schreibe ihm. oder noch besser, suche ihn auf und bringe ihn mit. Auch für ihn ist Platz genug unter meinem Dache, auch ihm kann ich ein sorgenfreies Dasein bereiten. Marietta. Eine Weile starrte Manuel auf den Brief, las ihn dann noch einmal durch und steckte ihn &m. (Fortsetzung folgt.) E s l i ch t e t sich leichter auf den Kopsen, als m den Kopsen. AusderSchule. Wieviel Zähne hat der Mensch?" fragt der Lehxtx den kleinen Hans; pünktlich ant wortet dieser: .Das ganze Maul voll: Zweifelhaftes Lob. Sagen Sie aufrichtig, wie gefällt Jh nen mein: Braut?" 0, für Ihre Braut ist sie ganz hübsche

Für die Luche.

M i n u t e n - S u p p e. Ein halbes Pfund derbes Rindfleich wird fein gehackt, ebenso 'eine Carotte, eine Zwiebel, eine Steckrübe, etwas von einer Sellerieknolle und die Hälfte einer GeWürznelke. Alles dies thut man mit dem nöthigen Salz in die Kasserole, gießt ein Quart kochendes Wasser darüber, setzt es auf das Feuer, schäumt es zur rechten Zeit gut ab. und läßt es dann noch eine halbe Stunde kochen. Darauf nimmt man die fertige Bouillon vom Feuer und giebt sie durch ein Sieb in die Terrine. Wer es liebt. Reis oder Fadennudeln in der Suppe zu haben, bindet hiervon etwas in ein Leinwandsäckchen und legt es nach dem Abschäumen zu dem Fleisch in die Kasserole. Ist die Bouillon fertig, so bindet man das Säckchen auf. schüttet den Inhalt in die Terrine und gießt die Suppe darüber. Eine halbe Stunde Kochzeit ist hinreichend für diese vortreffliche Bouillon. Wer sich von dem Fleisch und den Gemüsen noch ein Gerücht bereiten will, stovt einige feine Kräuter in Butter, schwitzt hierin etwas Mehl und verrührt dies mit so viel. Bouillon, daß es eine dicke, säumige Sauce wird, in welcher man alles obige Gehackte nochmals heiß werden läßt. Beim Anrichten werden Spiegeleier obenauf gelegt. Bratenresre mit. Setzeiern. Eine gute) Abwechslung bringende. Abendspeise zu Thee oder zu jeder Sorte Saiai ist folgen:: Man schneidet Bratenreste jeder A:; in feine Stückchen,, salzt sie und bratet das Geschnittene in flacher Pfanne mit einem Stückchen Butter ganz flüchtig. Nun schlägt man einige frische Eier behütsam auf das Fleisch, und ist, das Weiße fest,. träufelt man auf den Dotter einige Tropfen Maggi und streut, etwas Salz und Pfeffer darauf. Das Ganze läßt man auf eine erwärmte Platte übergleiten und servirt sofort.. .Hirnschnitten. Man nimmt ein schönes, volles Hirn und häutet es behutsam, ehe es. in heißem Wasser blanschirt wird. Nun wiegt man etwas Schalotten und Petersilie sehr fein und giebt das Hirn mit einem Ei und etwas Salz, Pfeffer und frischer Butter, alles gut vermengt, in ein Töpf-. chen und dämpft es. Eine Messerspitze' voll Liebigs Fleischeztrakt erhöht sehr den Geschmack.. Nun schneidet man Semmeln, der Hirnmasse entsprechend, in feine Schnitten, zieht sie schnell durch Milch, bestreicht dieselben mit dem Brei, taucht sie in gequirltes Ei und Semmelbrösel und bäckt sie in heißem Butterschmalz oder frischer Butter. RagoutvonH am m e l f l e i sch m i t K ü m m e.l. Bon einem jungen Thier, Halsgrat, und Schulter, theilt man rn nette Stucke und kocht diese in leichtem Salzwasser. mit einer Zwiebel halb weich. Nun. macht man aus gutem Fett, zwei Kochlöffeln Mehl und der Hammelsbrühe eine leicht gebundene Tunke. Mit, ein wenig Essig, Pfef fer und ziemlich viel Kümmel würzt man dieselbe und kocht dann darin das Fleisch vollends gar. Ein wenig Maggi erhöht den seinen Geschmack der Tunke. Kartoffelklöße oder. Spätzle, passen sehr gut dazu. Uzrgarlsche- Topfenfle cke rn. Man schlage vier Eier in eine Schüssel, nehme etwas Wasser dazu und so viel Mehl,, als es aufnimmt, und knete das Ganze zu einem harten, glänzenden Teig, walke es auf doppelten Messerrücken stark aus, zupfe davon:mit,dem Finger kleine Fleckerln ab. die man in gesalzenem heißen Wasser aufkocht. Dann schöpfe man sie heraus,lasse das Wasser ablaufen, gebe sie nun in heißes Schmalz.. hierauf auf die Anrichtschüssel;, oben, herauf kommen frische Topfen, und. schön, geröstete Speckkrammelm. Austern - Paste t ch e n.. Sobald die Austern aus' den Schalen genommen sind, werden sie.mit Seewasser (wo solches nicht' zu haben ist, kann man auch Salzwasser vermischt mit einer kleinen, Quantität Scewasser, welches jede Auster: in ihrer Schale hat, nehmen) in eine Pfanne- gethan und vier feingehackte Sardellen, der Saft einer halben Citrone, 2 Unzen Kapern, nebst etwas Muskatnuß dazu gegeben. Nun macht man von Mehl und 1$ Un zen Butter eine helle Mehlschwitze, verrührt diese mit. der Brühe, worin die Austern liegen, zu einer sämigen Sauce und- läßt Alles bis 5 Minuten auskochen Inzwischen belegt man kleine-Formen nnt Butterteig, thut in jede derselben 2 bis 3 Austern mit ein wenig; der dazu gehö renden Sauce., schließt sie mit einem Teichdeckek. sticht) rn diesen kleine Oeffnungen und bäckt die Pastetchen iui'. Ofen gar Schwarz Krottorte. Ein. Viertel' Pfund altbackenes, geriebenes Schwarzbrot wird fein gestoßen und. mit etwas Rvthwem angefeuchtet. Da rauf rührt man 12 Eidotter mit 11 Unzen Zucker eine halbe Stunde und . füge ein halbes Pfund geriebene, nicht abgezogene Mandeln, etwas Citronen schale zu Würfeln geschnitten.Succade, feinen Simmt. Nelken, das Br ein kleines Gläschen Arrack, zuletzt deit. Schnee der 12 Eiweiß hinzu, Sackt die Torte etwa eine Stunde lang und gibt folgenden Guß darüber: Mn rührt ein Viertel Pfund Zucker mit. einem Ei weiß recht lange und fügt, dann rtne Unze geriebene Chokolade,, etwas Ei tronensaft und etwas Ariack hinzu. Fataler Hndent. Ehef: Weshalb arbeiten Sie nicht? Ich hab' Sie schon öfter müßig sitzen sehen und faulenzen.- Buchhalter: Verzeihung! Das ist nämlich noch eine alteGewohnheit von mir aus der Zeit da ich stlhst Chef war

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