Indiana Tribüne, Volume 23, Number 69, Indianapolis, Marion County, 26 November 1899 — Page 7
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Lis0ttyche. da ctrte alte SchwerenSther seim TagebLih . Wann mtx so dahin lebt, als än Tag wie de ärmere mer hat sei Geschäft, wo alle Fingers lang ebbes Dummes passirt un der Aerger nit ausgeht, die Kinner wern groß und mache em Sorge, ob se ach rechtschaffe denke un ebbes Ordentliches lerne do merkt mer lang nix, daß mer alt wird dabei . uf ämol is mersch. Die Leut sagens em nit grad ins Gesicht, wenn de aber die Gewohnheit m der hast, nach de Weibsleut zu gucke, do werschte gewahre wern, daß sich do im Allgemeinen ebbes ge'annert hat. Was die Zielbewußte stin, so von 19 bis 29, die doch sonst als des Köppche gedreht habe, die renne an der vorbei, als werschte Luft; un sinds bekannte Mädercheu, do schiele se hoch stens rüber mit steife Köpp un wolle e Kompliment gemacht habe, was se mit ere vornehme 'Senkung der allergnädigste Nasespitz erwiedern könne. Do denk ich mer, guck als Überzwerg, Nos mareinche, un geb acht, daß deim Ladstöckche nix passirt, wo de verschluckt hast. Ens aber ist drunner, das Lisbethche, des is ganz annerscht: des lacht schun von weitem, wanns mich sieht, und wanns dann näher kömmt, do läßt mer gar ke Zeit, daß ich meinHut runner thu, es gibt mer sei Händche und macht sei Knixche und frägt mit seim helle Stimmche: Gut Zeit Herr Röder, Sie sehe aber prächtig aus, wie geht's denn der Frau Schwester, ich hab se gar zu lang nimmer gesehe" und so weiter, daß mer gar nit zum Wort kommt vor lauter Freundlichkeit un Gebappel Wann ich dann so en windstille Moment benutze will und mei Complimente anbringe: was es für t lieb int gescheit Mädche wär", und was mer sonst als einfällt, wenn ich eisl so nah in fei sunnige Aage guck, do werd's ls e bische roth, aber thut nit zimperlich, es fregt herzhaft: .Is wahr, Herr Roder? Das freut mich, daß Sie so gute Meinung von nur habe, Herr Röder." Un fort is es wieder. Un ich -tapp halt nach weiter un summ dem alte Mendelssohn sei melancholisch Liedr Ach wie so bald verhallet der Neigen ? Des will mer seit e paar Woche ga,r nit mehr aus'm Kopp. Heut früh begegne ich dem Lisbeihche wieder emol in der Kreuzgaß, wies grad eu große Henkelkorb am Arm hat. Es geht uf der annere Seit von der Gaß. Wies mer aber so lieb zunickt, do Zeh ich zu em ruber und wunner mich-: Gelt Sie komme schon vom Markt, LiZbethche und habe recht eingekauft?" Do macht's sein Korb uf un zeigt mer allerhand gute Sache un obe druf die allerschönste Traube. .So," sag' ich, wer kriegt denn dle? so tän schöne hab ich ja des Jahr noch gar nit gesehe." Do Hots mich so e bische listig angeblinzelt und Hot gesagt: Gelt die sin schb! die sin heut form Papa sein Nachtisch, wisse Se, der will als ebbes zum Zuspitze.. un so lang's Traube gibt, is des es best." Do habe Se ganz recht," sag' ich, wenn ich nur äch so e lieb Tochterche hätt, des mer was Gutes vom Markt Harn' trägt!" Do is des lustig Lisbethche uf ämol ganz ernst worn und sägt: Ja gelt. Herr Röder, Sie wohne halt e bische weit drauße, un die Mägd wenn mer fortschickt, die komme gar nit mehr wider. Aber wenn Sie erlaube, Herr Röder, will ich als" Ja, das wär noch schöner, ich dank Jhne recht herzlich für Ihre freundliche Gesinnung un grüße Se de Papa und die Mama recht schön von I U I mir! Danke Herr Röder, wills ausrichte!" Und fort wars, das Lisbethche mit seim gescheite Gesichtche, seine liebeAuge und sein schwarze Löckelcher, un ich hab em noch lang nachgeguckt, bis e mit seim Marktkorb im Geschwindschritt um die Eck war. Des Lisbethche is nämlich die ältest Tochter von meim Freund, dem Professor Schmitt un ich hab's schon als Kind gekannt un immer gern gebabt. Seit zwei Jahr sag ich Sie" zu em, was es anfangs nit hat leide wolle. Wie ich's aber nit annerscht gethan hab, hat sich's gebe, is aber immer leich freundlich un herzlich gebliebe. Dehäm is es arig fleißig, springt wie e Wieselche im Haus rum un hilft seiner Mutter in der ctüch un in derHaushaltung. Es sin 6 Kinner, 4 Bube un zwa Mädcher von 20 Jahr bis zu 10 runner. un do hat der Vater gemänt, wo acht esse, do thäts nit viel ausmache, wenn noch e paar mitesse, un so halte se auch noch e paar Schüler. Das wär alles recht, wenn die Mutter nit als emol Noppweh hätt un Herzkloppe, wo se sich dann ins Vett lcge muß oder in de Lehnstuhl setze un warte, bis es wider vorbei is. Do hat denn des Lisbethche die groß Haushaltung allän zu besorge, was ebbes häße will für so e jung Mädche. Aber es graunzt nit, es krärt nit. es macht kä Gesicht; es denkt sich sei Sach schö zusamme. kommandirt des Mädche zur rechte Zeit zum Letter mache un Ufräume. un wird nit ämol err de ganze Morgent. Ja es hat noch Zeit, als emol nach seiner kranke Mutter zu gucke, un mächt er Umschlag UN tröst se, UN fragt se, ob se nix braucht. Um halber Ens steht die Supp' uf cm Tisch, uns Lisbethche steht dabei un schöppt jedem raus wie sonst als die Mutter. UN die Geschwister stumpe enanner mit de Elleboge un gucke em zu. Wie do rum Wirthschaft ufern Tilch
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uns M'aulche zampetzt zu ere mütterliche Amtsmiene. Das Alles hat ?ner letzthin sei Va ter verzählt, un wie er'sch nachher t bische gefoppt hat. Er hätt' als so mitem Löffel in der Supp' rumgeläppert un, als wußt er von nix, gefragt: -Wer hat denn heut die Supp' gemacht, ich meen, sie wär angebrennt." Angebrennt?" sägts Lisbethche, gelt. Du willst mich wieder emal utze, Papa? Aber es wär ke Wunner, wenn em ebbes passirt, weil mer kän Augeblick sei Ruh hat vor dene deibelseBube. Wie die Mutter de Rücke verwendt, wutsch. sind se in der Kllch un überem Kücheschrank." Wäßte Vater." sagt da der Aeltst. 'der Fritz, es hat heut so verdächtig gerappelt in der Kllch', da hab mer nachsehe müsse, was passirt is." Der Vater aber hält jetzt zur Tochter und sagt: Die Bube habe ämol nix zu thun in der Kllch', ob's jetzt rappelt oder nit rappelt." No, wenn mer doch Schuld sein solle," mischt sich da der zwät, der Ludwig, drei, dann därf mer ach sage, daß die Supp' heut gar nit angebrennt is, ich schmeck nix." No. sie passirt," sägt der Vater, und streichelt Töchterche über das Nasespitzche runner, daß es äch wider gut werd. So muß ich den ganze Morgent an des klä Mädche denke. Wie ich häm kumm. kommt mer mei Schwester, die Karline, die mer die Haushaltung führt, entgege un sägt: Grad war's Professors Lisbethche da, un hat en ganze Teller voll schöne Traube gebracht. Du th'atst scho wisse davon, hat's gesagt, un hat's recht pressant gehabt die klä Hex mit ihrem große Korb. Gelt Du bist em ufem Markt begegnet?" Da hab ich e Bedürfniß gesuhlt, t bische zu lüge, un sag: Ja freilich, es hat sich angebote, die Traube mitzunehme, weil mer so weit drauße wohne. Es hat e recht gut Herz des Mädche und thut äm gern en Gefalle." Ja, es is e interessant Mädche," sagt da mei Schwester, un's is jetzt scho in die zwanzig, da wunnnert's mich eigentlich, daß sich noch kä Liebhaber gefunne hat." No, es werd halt ach nitJeden wolle, denk ich mer. un guck als. im Vorbeigehn in deSpiegel un dreh de Schnurrbart und werbe! bei Tuze uf; un wenn ich mer ach sage muß, daß des nimmer so schö schwarz is wie vor 20 Jahr, un daß e dicker Bauch nit grad zu de Zierde des männlichen Geschlechts gehört, so stell' ich doch noch mein Mann mit eme heitern Gemüth un ere splendide Lebensart, was bei de Weiber nit ohne is. Mer kann ja gar nit wisse, wie derschiede die Geschmäcker sin bei dene Frauenzimmer, do kumme als die sei tenste Sache vor. Wer kann vor die Lieb'? Sis waZ 'Himmlisches un so e ganz uninteressirt Gefühl von Wohlgefalle, wo kä Menfch wäß, wo's herkommt und was eigentlich die Ursach is. Un wenn mer sich denkt, daß mer selber dadervon desZiel un der Gegenstand wär! Eh mer sich's versieht, hätt mer so e lieb Dingelche ufem Schooß sitze; des streichelt em un küßt em bald uf de Backe, bald uf's Maul, un bald uf die Glatze, un werd gar nit fertig mit allerhand Posse un äfällige Frage, von dene's scho lang die Antwort wäß. So Zeug rappelt mer als durch's Blut, wie ich nach Tisch von dene Traube eß, die des Lisbethche vorhin gebracht hat. Die Karline sitzt dabei un betracht mich als von der Seit un schüttelt de Kopp un weß nit recht, was se draus mache soll, deß se heut uf die allerinteressanteste Frage ke Antwort kriegt oder e recht überzwerge. Endlich sägt se: A spinn als" un geht naus. So um 3 Uhr, wie ich mei Mittagsschläfche gemacht hatt, kommt e telegraphische Depesch von meim Wilhelm aus Erlange: Doktor magna cirni laude gemacht, komme heute Abends 8 Uhr." Natürlich hole mer'n all am BahnHof ab de neugebackene Herr Doktor. un wie er aussteigt, do is großer Jubel bei Alt un Jung. 5r selber aber kommt mer als e bische traumverlore vor, als ging em noch was ab. Nachem Nachtesse rückt er dann raus und sagt: Ihr werd mersch nit Übel nehme, aber ich muß heut noch ins Professersch nunner. ich hab en wichtige Auftrag auszurichte." A, mach mer kä Flause, des werd nit so Pressire. Wer werd denn bei der stockfinstere Nacht noch die Leut überfalle." No ich will Dirs nur sage, ich muß des Lisbethche noch sehe un ihm sage. wie mersch gange is." Dem Lisbethche?". Ja natürlich jetzt könnte mer ja unser Verlobung feiern ich weiß, ihr habt nix dagege. ihr habts ja auch gern." Ja do schlag doch e Vumme nei! Seit wann " , O wir sind schon seit zwei Jahr eimg Ja Vatter, was schüttelst denn de Kopp? is es nit e prächtig Kerlche, t feine Frau Doktorin?" Ja. Ja meinetwege als zuZ ich ärgere mich nur. daß ich so dumm war UN so lang nix gemerkt hab!" Un hämlich denk ich mer: Es Hot doch Alles uf der Welt sein begreifliche Zusammehang. Un eh mer an übernatürliche Ursache gläbt, soll mer sich immer zuvor uf die natürliche besinne. Wart' nor Lisbethche! DasSal'zderEhe. Mann: Aber, liebes Kind, ' die Suppe ist ja wieder vollständig versalzen!- Frau: .Ach. das Salz ist ja furchtbar billig!
Die Zreundin. Fin Märchen von Marie ConraRamlo. (5s war einmal eine dumme Frau. Die hatte einen Mann, ein Söhnchen und eine Freundin. Sie liebte alle drei, den Mann, das Söhnchen und die Freundin. Die Freundin hatte das Söhnchen sehr lieb, auch die Frau mochte sie leiden, aber besonders den Mann. Der gefiel ihr außerordentlich. Er war stolz und schön anzuschauen, groß und stark. Er war Richter im Gaue und weithin scholl seine Stimme, wenn es galt für Wahrheit und Recht zu kämpfen. Wahrheit und Recht" war sein Leibspruch. Er hatte ihn in schönen Farben an sein Haus gemalt. Er bildete sich viel darauf ein, daß er auch ein Künstler war. Das Altarbild in der Kirche war sein Werk. Es war gut gemalt, nur ein wenig zu derb für den damaligen Geschmack. Die Freundin kniete gerne vor dem Bilde. Nichts hätte sie noch je im Leben so zur Andacht gestimmt, wie dieses Bild! pflegte sie zu sagen. Sie verstand zu schmeicheln Und das erhebt den Künstler, das regt an zu neuem Schaffen. .Sie wußte alles so schön in begeisterte Worte zu kleiden, eher zu viel zu sagen, als zu wenig. Ja. das hört der Künstler gern Die Frau konnte das nicht. Sie lächelte, wenn die Freundin ihren Mann so sehr lobte, sie freute sich darüber. Sie sprach selbst wenig, weil sie eben dumm war, auch ein bischen scheu. Die Freundin war klüger oder schien es wenigstens, schöner war sie eigentlich nicht, aber anders war sie, darum gefiel sie auch dem Mann. Wenn eine nur anders ist. das genügt. Der Mann konnte so entzückend lächeln. Wenn er lachte, ging der Frau das Herz aus, das war für sie der Himmel. Weh nur, der V.er lacht," sagte sie dann zum Söhnchen, das ist ein Glück!" Der Mann lachte aber immer wen:ger, schließlich nur noch, wenn die Freundin da war. Sogar sein Söhnchen, sein Sonnenkind, vermochte nichtZ mehr über ihn. Komm." sagte dann die Frau, wi? wollen unsere Freundin holen, damit der Vater wieder freundlich ist und lacht." Dann holten sie die Freundin. Und waren alle glücklich. Manchmal gingen sie mitsammen fort in den Wald, der Mann und die Freundin voraus, die Frau mit dem Söhnchen hinterdrein. Oder sie stürzten sich in's Marktgewühl tief hinein. Plötzlich war der Mann und die Freundin verschwunden und die Frau mußte lange ängstlich suchen, endlich! Ach, da sind sie ja. Ach Ihr Lieden. Guten, ich war so in Angst um Euch." Wir haben Dir auch ein ZuckcrHerzchen mitgebracht. Du Süße," sagte die Freundin. Da lachte der Mann, und Alle waren glücklich. Ach es ist doch was Gutes und Herrliches um die Freundschaft! Hie und da blieb die Freundin zum Mahle da. Ach wie geschäftig war da die dumme Frau, ganz roth und erhitzt, es mußte doch was extra Gutes gekocht werden, da mußte sie selbst dabei sein. Es kam vor, daß die Frau viel im Hause zu thun hatte, dann ergingen sich der Mann und die Freundin allein auf weiter Flur. Die Frau steckte ihnen noch einen Imbiß und eine Flafche Asti zu, den mochte die Freundin so gern. Da wurde dann am schattigen Waldessaum gegessen und aus ein und demselben Becher Asti getrunken und gelacht, gelacht, gelacht! Schade, daß die dumme Frau das nicht gehört hatte, die würde sich gefr5Üt haben. Manchmal wurde auch das Söhnchen mitgenommen. Es ging dann Arm in Arm mit der lieben, guten Freundin. Hier sind Blumen für Euch, von der Mutter," sagte das Kind. Die Freundin lachte: Ach sieh doch, Minneblumen! ach die kleine Frau!" Oft kam der Mann spät Nachts 'erst nach Hause, da durfte die dumme Frau nie fragen, wo er gewesen, sonst hätte er ihr eine bitterböse Antwort gegeben. Und wie brummig und ungerecht konnte er jetzt manchmal sein mit ihr und ihrem Söhnchen, immer öfter, so daß die Frau dachte, er muß krank sein. Und wie unwirsch war er, wie zerfallen mit sich selbst. Ja, er ist trank, da muß man Nachsicht haben." Du, Dein Mann ist krank. Behandelst Du ihn auch richtig?" fragte die Freundin. Verstehst Du überHaupt Deinen Mann? seine Künstlerseele?" Ich? jawohl, ich kenne ihn lange, und habe ihn lieb. Sei nur still, man muß ihn jetzt ganz gehen lassen wie er will, dann wird es schon wieder gut." Immer konnte sie nicht schweigen. Manchmal siel es ihr doch ein, daß sie als deutsche Hausfrau sich nicht alles gefallen lassen mußte, da brummte sie dann auch, aber nicht sonderlich. Ja, ja, von Zeit zu Zeit waren sie sehr zweierlei Meinung, die Frau und ihr Mann. Und es war ganz merkwürdig, wie wenig Widerspruch er von der Frau vertrug. Die Freundin sprach doch viel mehr, und oft recht selbstherrlich und absonderlich, aber ach! Das war ja Alles köstlich, reizend, erfrischend! meinte der Mann. Die Frau war jetzt doppelt froh, solch eine aute Freundin zu haben. CHntß Tages sagte der Mann zur Frau: Ich mag nicht mehr mit Di leben. Ich geh' fort, Du kannst im Hause bleiben mit Deinem Sohn." Die Frau war bleich, starr. Aber Dein Sonnenkind!" brachte sie endlich mühsam hervor. Ach was. der Benael!" j .
Und ich glaubte, Du hast m:ch :
lieb." Ja, ja, aber Du drückst meinen Geist nieder. Du hast so ein Wesen das nicht paßt für einen Künstler und ah pah, Worte! ich gehe." Ich kann Dich nicht lassen." sagte sie. Ach was. Du wirst schon können. Es geht eben nicht anders. Ich hab' Dich ja lieb" einen Augenblick that sie ihm doch leid, aber ach, an die Luft,' an die Luft." Vor dem Hause blieb er stehen, sein Blick streifte den gemalten Leibspruch: Für Wahrheit und Recht", ein lieh wenig wurde er roth. Ach was, man lebt nur einmal, sagt die Freundin, sie hat recht!" Die dumme kleme Frau lag ooen, die winzigen Hände fest zusammengekrampst auf die tobende Brust gedrückt. Ach wie liebte sie diesen Mann, wie liebte sie ihn! Und sie hat ihm nichts zu leid gethan, nur für ihn gelebt und für sein Kind. Dann erhob sie sich, rang die Hände den ganzen Tag und wußte sich nicht zu helfen. Die Freundin kam wohl und tröstete sie, aber die Worte drangen diesmal nicht bis an's Herz. Es schien ihr, als wäre ihr Mann vom Teufel besessen, das Opfer eines Hexenzaubers, weil er so ganz ohne Grund, so plötzlich das Schreckliche thun konnte und sein Sonnenkind! Hat er nicht immer gesagt: Nur der ist ein Mann, nur der ist ein richtiger Mensch, der ein Kind hat. Das Kind ist das Wunderbare! nur das Kind! Und nun geht er von seinem Einzigen. Ach so viele schöne Sprüche von ihm fielen ihr ein, dann mußte sie an seinen Leibspruch decken: Für Wahrheit und Recht." Ja, er ist gewiß besessen. Da ging sie hinaus in den Garten zur heiligen Buche und rief den Hausgeist an. Er erschien, in lichten Nebel gehüllt. Was willst Du dumme, arme Frau?" fragte er milde. Sie breitete die weißen Arme aus und ließ sie wieder sinken. Sieh mich an, Du weißt es ja." Er zuckte mitleidig die Achseln. Setze Dich da auf die Rasenbank. Willst Du die Gewalten Deiner Seele sehen? Vielleicht kannst Du sie leichter lenken, sie Dir Unterthan machen, wenn Du sie siehst. Willst Du?" Ja." Was für Gewalten fühlst Du in Deinem Innern?" Sie besann sich. Nur eine." Welche?" Die Liebe." Für Deinen Mann?" Ja." Und für Dein Kind?" Die Beiden sind eins. Das Kind ist ein Theil des Mannes, ich kann mir eines ohne das andere nicht denken." Und keinen Stolz?" Sie besann sich wieder. Ja." Blick hieher!" Da stand plötzlich wie aus der Erde gewachsen eine mächtige, leuchtende, rosengeschmllckte Gestalt: Dle Liebe. Und daneben eine ganz kleine behelmte Erscheinung: Der Stolz. Das sind sie!" Die dumme Frau sah gespannt hin. Der Stolz wehrte sich mit seinem Schwert in der Kinderhand und kämpfte und kämpfte wie rasend. Die Liebe wuchs und wuchs wahrend des Kampfes, hoch, bis in den Himmel hinein. Sie streckte nur sanft die Hand aus, wenn der Stolz auf sie einhieb, und der wurde immer kleiner, kleiner, fast unsichtbar. Die Frau war auf der Rasenbank zusammengesunken. Den Kopf auf den schlanken Armen. Nun erhob sie sich mühsam. Da siehst Du selbst!" rief sie dem Hausgeist klagend zu. Dir ist nicht zu helfen", seufzte dieser voll Mitleid, aber ich werde Dich rächen!" Und Alles war verschwunden. Da lag die Frau todtbleich und es war ihr, als ob ihr Herz weinte. Sie fühlte die glühenden Tropfen. Ich muß ja verbluten, ich muß. Er will es so. Ich muß. Er wartet ja nur darauf." Und eines Morgens nach qualvoller Nacht war sie todt. Da kam der Mann und war erstaunt, daß ihn das dodjlo verwirrte. Kann ich denn jetzt noch glücklich sein?" fragte er leise. . Da erschien ihm ungerufen. im grauen unheimlichen Dämmerlicht, der Hausgeist. Der Mann erschrak, :um? Furchtsam war er doch sonst r.ichi. Du! Deutscher Mann", sing der Hausgeist drohend an, mit dem LeibZpruch Für Wahrheit und Recht" hast Deine arme Frau belogen Tag für Tag. Du hast sie getödtel. Und warum? Weil Du deutscher Mann ein Weiberknecht geworden bist, weil Du keine Selbstzucht geübt an Dir, die Du doch Anderen so oft gepredigt. Du ließest Deine buhlerische Freundin in Deinem heiligen Heim mit Weib und Kind verkehren in Lug und Trug. Pfui, schäme Dich. Gewaltiges, Seltenes, Höchstes wolltest Du erstreben und verlorst Dick in Seufzen, gittern und Minnegesäujel wie ein unreifer Schüler. Weißt Du. denn nicht, daß nur der Großes leisten kann, der frei von Leidenschaften, vcn Verblendung ist? Alles was Du je Weises und Schönes in die Welt gerufen, widerlegst Du durch Dein eigenes Thun. Dafür sollst Du auch die fürchterlichste Strafe erdulden, die Dich treffen sann, sie ist so groß, daß sie Dir die Ruhe Deiner Nächte und die Selbstachtung rauben wird." Und mit schrecklicher Stimme fuhr er fort: Du' soll dir Mann Deiner Freundin werden." Ein Donnerschlag wie diabolisches Gelächter. Der Geist verschwand für immer. . Der Mann schüttelte sich leise. . .
Der englisch'transvaal'sche Krieg (Originalberichte WippchenS".) Ladysmith, Ende October 1899. Der Vorabend großer Ereignisse, den wir noch vor vierzehn Tagen gemeinsam verlebten, hat längst dem folgenden Morgen Platz gemacht. Damals zitterten die Engländer für die Boeren, denn sie sagten sich: Wenn sie uns vor die Mündung unserer Uebermacht kommen, so kommen sie alle mit dem Tode davon, und wenn wir auch heute noch nicht wissen, wie der Letzte der Boeren heißen wird, wie wir längst wissen, daß der letzte der Tribunen noch dann und wann unter dem Namen Rienzi aufgeführt wird, so ist es doch heute schon sicher, daß uns Südafrika zufallen wird wie die Thür einer Mausefalle." So saßJohn Bull alsPythia aufdem verzeihen Sie das harte Wort! Dreifuß,aber statt zuweissagen schwarzsagte er, wie dies ja auch oft genug von der obengenannten Priesterin in Telphi geschehen ist. England siegte, aber mit ch. Statt Victoria schießen zu können, kann die gleichnamige Königin nur hoffen, daß das Kriegspech dem Jnselreich den Rücken kehre und sich in das beliebte Kriegsglück verwandle. Es ist immer eine mißliche Sache, wenn ein Land, welches mit eisernen Würfeln knobelt, und ein vermeintlich schwächeres Volk in einen Mars derwickelt, keinen Augenblick daran denkt, daß alles in der Welt schief gehen kann wie der Bau des Thurmes von Pisa. Der Krieg ist und bleibt eine Lotterie. In der Trommel, die zum Kampf gewirbelt wird, liegt allerdings das große Loos. Wer zieht von den Gewinnen den größten? Wer weiß, wer den Kürzeren zieht? Oft genug verliert ein Volk bei der Ziehung Alles, was nicht niet- und nagelfest ist. Der Sieg ist wie ein Pferdebahnwagen : wenn man ihn erwartet, so kommt er entweder nicht, oder er ist schon, besetzt. Man werfe einmal einen Blick in das Jahr lte2 zurück und zwar an das Eap. Was sieht man? Die ersten Buren siedelten sich dort an. Das ist nun 247 Jahre her, und seit jener Zeit hatten die Engländer sie auf dem Strich, oder machten ihn ihnen durch die Rechnung. Sie schwebten ihnen immer zwischen Lipp' und Kelchesrand wie der finstern Mächte Hand. Mehr Beine als die Boeren, hatten die Enländer Knüppel, die sie zwischen sie warfen, ja, mehr als das steinreiche Land Steine barg, schleuderten die Engländer den Boeren in den Weg. 1806 nahmen sie ihnen das Capland vor der langen Nase weg, und die Boeren zogen mit solcher ab und gründeten sich in Natal ein neues Vaterland. Dieses entrissen ihnen die Engländer in der Schlacht von Congella, und die Boeren schufen den Oranjefreistaat, den ihnen dann die Engländer in der Schlacht bei Boomplaats zu Wasser machten, worauf dieBoeren die Transvaalrepublik errichteten. Der Leser versetze sich einmal in die Lage der Boeren und gründe einen Staat nach dem andern, der ihm dann regelmäßig von Einbrechern ausgeräumt wird. Eines Tages fanden die Boeren Gold, das sonst ja auf der Straße, hier aber unter derselben liegt. Wenn England etwas vom Gretchen hat, so sind dies die Worte: Nach Golde drängt, am Golde hängt doch Alles! Ach, wir Armen!" und da das Gold der Boeren fast noch weniger stank, als uns Buchmann versichert, so stellte seit .dieser Zeit England fortwährend den Geduldsfaden der Boeren auf die Probe, bis dieser nun endlich so gerissen ist, wie es die habgierige Politik Englands immer und ewig gewesen. Diesmal aber hat sich England geirrt. Dies Irren ist nun wenigstens menschlich, wie jedes andere Errare. Unmenschlich aber ist es. 247 Jahre lang ein friedliches Volk fortwährend vom häuslichen Heerd in die Enge zu treiben, sich an seine Stelle zu setzen und ihm nichts zu lassen, als das Nachsehen. Davon aber kann kein Volk leben, und wenn es daher endlich aus der Haut fährt und sich derselben wehrt, so soll jeder rechtlich denkende Mensch kein Opfer scheuen und Bravo sagen. Das ist nicht mehr als billig. Die Siegesfanfaren, welche die englische Presse verbreiteten, haben sich fast alle in Hiobsnachrichten verwandelt. Wenn die Engländer flohen, so telegraphirten sie: Wir laufen, was wir können, um ein Siegestelegramm abzusenden", und wenn sie von den Boeren verfolgt wurden, so lautete die Depesche: Die Boeren sind derart auf's Haupt geschlagen, daß sie an einer GeHirnerschütterung leiden und statt rückwärts vorwärts laufen." Als sie sich von Riverton aus Kimberley zurückzogen, verbreiteten sie aus Kimberley die Nachricht: Es ist erreicht!" Die Boeren nahmen Mafeking. Kaum aber hatten sie hier die englische Fahne herabgepflanzt, als die Engländer überall verkündeten: Wir haben die Boeren aus dem freie Feld nach Mafeking hineingejagt und umzingelten sie aus weiter Entfernung." Aber solche Enten haben noch kürzere Beine, als gewöhnliche Unwahrheiten, und je mehr im Kriege so gelogen wird, daß sich die Balken biegen, desto weniger Balken hat das Wasser, zu welchem die Siegesfreude wird. Die volle Wahrheit ist, daß ein großer Theil des britischen Afrika den Boeren in die Hände fiel, daß die eingeborenen Kaffern und Hottentotten nabe daran sind, sich -zu erheben, und daß so die eine Decke nicht fern ist, unter welcher die c.esammten Völker Südafrikas gegen Englanv spielen werden. Wahr ist. daß an der Westgrenze große Theuerung herrscht. Das billigste Lagerbier kostet 2 Mark die Flasche, eine FlascheSodawasser 2$ Mark. Wer also, wie s, Vttle, kein Sodawasser genießt, kann allabendlich sehr viel
Gelb sparen, selbst wenn er drei Flaschert Larbier trinkt. Auch in anderer Weife ist das Leben in den BierHäusern sehr vertheuert worden. Ein Würfelbecher mit nur drei Würfeln kostet 10 Mark, ein neuer Zahnstocher 60, ein alter 30 Pfg., ein bunte Postkarte 2.20 Mark, eine Abendzeitung 75 Pfg., eine reine Serviette 2 Mark, ein Platz für den seidenen Regenschirm 60, für den baumwollenen 30 Pfg., Hilfe beim Paletotanziehen 1 Mark, ein Griff um die Taille der weiblichen Bedienung nach Belieben, aber nicht unter 60 Pfg., ein Schwefelhölzchen zum Anzünden der Cigarre 20 Pfg., eine volle Cocusnuß mit Cognac 6 Mark, eine Portion Capkäsc mit Brod und Margarine 1.50 Mark. C'est la guerre! Ich muß es den Boeren lassen, daß sie weder im Nahesten, noch im Entferntesten daran denken, durch ihre Erfolge übermüthig zu werden. So habe ich hier noch nicht ein einzigesMal Nach London" schreien hören, auch blasen ihre Musikcorps keinen Londoner Einzugsmarsch oder richtiger: es ist ein solcher nicht componirt worden. Sie denken" gar nicht daran, die Engländer bis nach London zu verfolgen. Gelingt es ihnen, sie vom Boercnboden zu verdrängen, so werden sie ganz zuFrieden sein. Das wird allerdings noch viele Arbeit kosten. Denn man darf sich die Flucht, welche die Engländer ergriffen haben, doch am Ende nicht so wild denken, daß sie nicht doch noch zu zähmen wäre, und es könnte doch sein, daß sie alles Fersengeld bis auf den letzten Schilling bereits gegeben haben und nun keinen Schritt niehr zurückweichen. Die eigentliche englifche Armee schwimmt ja noch, und wenn sie eintrifft, werden sich die Bo:ren vor eine Nuß gestellt sehen, deren Härte ihren Zähnen, und hätten sie auch 'noch mehr Haare auf denselben, viel zu knacken geben wird. Der Rückzug der Engländer von Glencoe (sprich: Glencoe) unter General Aule war von einem sich einstellenden Nebel begünstigt, sonst wäre es wohl den Fliehenden schlechter gegangen, als ihnen dabei geworden ist. Die Engländer benutzten den Nebel zu
einer Kriegslist, welche sich mehr für einen Polterabend eignen dürfte, aber sich für einen ernsten Krieg, am allerwenigsten schickt. Sie stellten nämlich Vogelscheuchen auf, welchen Soldatenmäntel angezogen waren, fo, daß die Boeren in dem herrschenden Nebel nicht sehen konnten, daß es sich um einen Maskenscherz handelte. Sie bombardirten also die Mäntel zwei Stunden lang und stürmten sie dann. Die Boeren sahen nun, daß die Engländer nur ihre Schwäche bemäntelt hatten, verfolgten aber den Feind, indem sie, die einen guten Spaß wohl verstehen und ungern verderben, lachend weiterschössen. So wird den Engländern wohl die Lust an weiteren Späßen vergehen. Und das ist ihnen auch aufrichtig ?u rathen. Denn es handelt sich wirklich um eine sehr ernste Sache, und zu schlechten und guten Witzen wird erst Zeit sein, wenn der Schlüssel der Janusthüre umgedreht sein wird. Aber ich fürchte, es wird bis dahin noch manche Drehung der Erde stattfinden. Nun, wir werden ja sehen, vor Allem aber: Xous, qiri virra verrons! Em Mieöcrfclzcn. Von Julius Berger. Es war in der Mitte der achtziger Jahre, als ein auffallend schöner, schneidiger Offizier des Probaschenskischen Regiments, der in Rußlands Metropole der Mittelpunkt der höchsten Gesellschaftskreise war, plötzlich von der Bildfläche verschwand. Schade! Er war von hohem Adel und sehr reich gewesen, knauserte mit seinen Hundert-Rubelnoten nicht und nirgends und schien mancher Familie mit weiblichen Nachkommen eine glänzende Partie. O, daß Seifenblasen, wenn sie auch noch so wundervoll schillerten, platzen müssen! Hier giebt's immer nur einen Wassertropfen, anderswo mögen ungezählte Thränenperlen aus schönen Augen fließen: und doch ist's mit der bunten Seifenblase vorbei! Vorbei, ja, vorbei war es auch damals mit mancher Hoffnung, wenn anderes sie auch mochte berechtigt geWesen sein: Adel zu Adel, Geld zu Geld, dann Liebe zu Liebe! Wo war er hin? Verschwunden? Nun, was Bosko unter dem Worte verschwinden" verstanden haben mag oder besser, seinen andächtigen Zuschauern zu verstehen gegeben, das paßte damals nicht als Definition. Im Gegentheil, .wie nach und nach, trotz strengster Diskretion. Tropfen auf Tropfen durchsickerten, stellte sich's zum Schluß heraus, daß Fürst-Papa seinen Fürsten Sohn auf den Familiengütern etwas auf hohes Futter gestellt hatte. Warum? 0u est la senime ! Aber so was! Die ganze Gesellschaft schüttelte mit dem Kopf und nannte den Vater einen Thoren, der weaen einer barmlosen Liaison mit ei ner Gouvernante seinen Sohn mitten aus dem Leben, aus seiner Carriere gerissen hatte. Doch das Faktum war nicht zu ändern. Man lachte, amüsirte sich schließlich .... bald war die ganze Asfaire vergessen .... eine Seifenblase .... die Hochfluth großstädtischer Ereignisse Petersburgs spült immer neue Sensationsperlen an Land So weit die Oeffcntlichkeit .... mehr war nicht für sie. Eingeweihte erzählen Folgendes: Fürst P. hatte für seine jüngeren Kinder eine Gouvernante gewählt, aus gu. ter Familie, geistreich und hochgebildet, als brillante Pianistin selbst in größeren Kreisen gefeiert, dabei jung, blut-
jung, von bczucnder azönheit 'nd Anmuth .... zu schön für dieser Welt", soll der fürstliche Graukopf oft gesagt haben.Daß er die Dame allenthalben bevorzugte. kann unter solchen Umstän den nicht Wunder nehmen; er, die Kinder, das ganze fürstliche Haus trugen sie auf den Händen, nicht feinet-, nein ihretwegen. Und einer trug sie im Herzen .... der Offizier, und sie ihn. Er mußte - auf Papa's Wunsch Die Garnison wechseln .... hm, warunr denn nicht? So kam er nach Peters--bürg. Aber seine Gesinnung wechselte er nicht. Dahinter war der Alte ge-. kommen, der alte Fürst, in dessen Her-. zen selbst die heilige Flamme zu denr' göttlichen Weib erglüht war, welch' letzteres sie freilich durch ein kurzes energisches niemals" in etwas ge- ' dämpft hatte. Gedämpft? O Menschenherz, du warst, du bist, du bleibst ein Näthsel! Erst schlägt aus deine? tiefsten Tiefe ein göttliches Feuer, beglückt in seinem Zauberschein kniest du nieder und betest inbrünstig für .... sie! Und wenn du nicht erhört wirst, dann zischt und züngelt die Flamme Eifersucht, Haß, Neid und Vernichtung empor und wo du betest, fluchst du ... . cwiges Räthsel! Das schöne Weib verließ plötzli das fürstliche Haus, der schöne Offizier ebenso plötzlich seine PetersburgerGarnison; wie schon gesagt, hatte ihrr Papa zu sich gerufen. Wo war sie? Es wußte es Niemand .... auch der Geliebte nicht. Nun, einer mußte es doch wissen . . . der aber sprach nicht. Nach einer fast zweijährigen unfreiwilligen Jnternirung ging der Sohn, laut Papa's Wunsch auf Reisen. Um. die Welt .... Wenn Liebe sich einmal gefunden dann sucht sie sich auch. Um die Welt ging der junge Fürst nicht .... sein Vater war alt geworden, recht alt in den beiden letzten Iahren .. . . und die Männer lassen sich leicht täuschen .... Allmächtiger Gott .... in einer Moskauer Irrenanstalt fand er sie wieder, umnachtet, für dieses Leben. verloren, wie ihm die Aerzte sagten. Nichts half der Aermsten sit hatte zu viel gelitten. Ueber ihrem immer noch herrlichen Körper lag eire. stummes, ein schreckliches Weh der Tod sah aus ihren feuerlosen Augen .... doch immer kommt er nicht soschnell.... Die Begegnung zwischen Vater und Sohn soll eine furchtbare gewesen sein. Man besinnt sich, daß unweit Mos--kau auf einem fürstlichen Gute inu Jahre 1891 der alte Besitzer, FürstP., der Administrator und eine Wirthschafterin ermordet worden sind. Irr der darausfolgenden Nacht brannte der größte Gutstheil nieder. Man hatter auf der Brandstätte ein Individuum, festgenommen, das anscheinend der Thäter gewesen; es machte den Eindruck eines Wahnsinnigen. Den henkt: man nicht nach langen, kostspieligen Verhandlungen kürzerer Prozeß, .... Sibirien! Ein Jahrzehnt geht zu Ende, em Jahrhundert neigt sich bald vor denr Glockenschlage der ewigen Weltenuhr . . . . Vor wenigen Wochen klopfte inr Moskauer Irrenhaus ein Mann an, die Thür, dem man es ansah, daß er nicht auf Rosen, nicht einmal auf Stroh gebettet, sein Leben dahin ge bracht. Er fragte nach jener Irren, ..... man blätterte in den Anstaltsbüchern nach .... man fand nichts, osolut nichts .... da ließ eine alte Wärterirr sich hören: Sie ist lange todt bald nach ihrer Einlieferung war sie eines Mädchens genesen, das man auf Wunsch eines Fürsten fortgebrachthatte. Kurz vor ihrem Tode verlangtedie Aermste ihr Kind . . . lichte Momente waren ihr wiedergekommen sie bat flehentlich, das Kind hier zu behalten... mit dieser Bitte starb sie! Und das Kind das Kind?" fragte jener. Hier ist es. ich pflege sein." D mein Gott . ... ich bin sein, bin Dein Vater." Der Mann brach zusammen vor denr Kinde, das nichts . ahnte, nichts verstand das Änstaltspersonal hob einen Todten vom Boden auf. Aha! A.: Sind -Sie denn schon lange verheirathet?" B.: ). schon viel zu lane! " Unentbehrlich. Gerichtsvollzieher: Bevor ich zur Pfändung schreite, mache ich Sie darauf aufmerkfam, daß zum Leben unentbehrliche Gegenstände von der Pfändung ausgeschlössen sind. Haben Sie dergleichen Gegenstände?" Student: Ja, mem Etammseidel!" Boöhaft. Dichterling: Was soll ich wohl für ein Costüm zum Maskenball wählen?" Herr: Gehen Sie doch als Papierkorb!" Mißverstanden. Pfarrer: Sepp, Sepp, schon wieder finde ich Dich im Wirthshaus und daheim läßt Du Dein krankes Weib!" Sepp: Aber Hochwürden, i kann do net mer krankes Weib mitbringe!" Kindliche Frage. Karlchen: Papa!" Papa: Was denn. Junge?" Karlchen: Papa, fällt mein Haar auch ab, wenn es reif ist, so wie Deines?" Letzter Versuch. Photograph:Frau, wenn Du mich noch lange ärgerst. Photographire ich Dich r?al vor Deiner Morgen - Toilette!" V a r i a n t e. A.: Ihre Tochter Johanna ist ja im vorigen Jhr' beinr Nadfahren verunglückt. Fährt sie noch ammer Rad?" V.: Nein, Johanna. jcht und niemals fährt sie wieder
