Indiana Tribüne, Volume 23, Number 69, Indianapolis, Marion County, 26 November 1899 — Page 10
Mdiava Tribüne.
eilctae. Jlctm Gchsenbralen. Von Susi Wallner. .Volksfest nach Münchner Art täglich Äraten ines acht Centner schweren Ochsen" steht auf einem ansehnlichen Plakate fett gedruckt zu lesen, das ein Dienstmann durch die Straßen von Linz und jene der mehr oder minder verträglichen Schwesterstadt Urfahr trägt. Auf diesem wandelnden Plakate ist nebst dem wohlgetroffenen Brustbild eines Ochsen auch die Bude mehrmals aufgezeichnet, in der nicht nur Ochsen, sondern auch zahlreiche Spanferkeln auf dem Spieße gebraten werden können. Das Ganze ist mit rothen, secessionistischen Flammen auf schwarzem Grunde sinnvoll umzüngelt. Ganze, gebratene Ochsen hat man in Linz-Urfahr bislang noch nicht gesehen. Das zieht: erstens die Neugierigen, zweitens die Lustigen und drittens die Feinschmecker. Ich gehöre vorerst zu denErsten und nachher zu den Zweiten. In den Verkehrsadern Urfahrs prickelt außergewöhnlich erregtes Leben, als ich meinen Weg zur Poschacher Vierhalle" nehme, wo das besagte Volksfest stattfinden soll. In der Rudolfstraße begegnen mir schon zweispännige Bierwagen mit leeren Fässern. Sie zeugen besser als jegliche Worte von dem ewig deutschen Durste in den nachbarlichen Städten an der blauen Donau. Mit langgezogenem Hooopp" mahnen die wackeren Rosselenke? einen achtlosen, breiten Menschenschwarm immer wieder auf die ordnungsgemäßen .Vürgersteige". Denn was sich .nach Münchner Art" belustigen will und kann, ist heute auf den Beinen; Groß und Klein, Alt und Jung, Männer mit Frauen und Kindern, sogar mit Schwiegermüttern und allenfalls auch noch m Begleitung des jeweiligen Schipserl" oder .Belli". Das Ende der Rudolfstraße weist eine mit Tannreis umwundene Allee von Fahnenstangen auf. Vor der .Bierhalle" stehen in Reih und Glied, nummerirt und beaufsichtigt, die rastenden Zweiräder, daneben rastende Dreiräder, Bicycles und Kinderwägen friedlich nebeneinander, indem .Starkes sich und Mildes" harmonisch zu paaren sucht. Unter den alten schattigen Castanien des Gastgartens und aus der angrenzenden Wiese geht es fröhlich-laut und bunt genug zu. Aus dem Gesumme und Gemurmel tönt oftmals ein Helles Lachen auf. Oder eine der emsigen Bieibeamtinnen in schwarzem Kleid und weißer Latzschürze, die schwäbische Bandmasche im Haar, läßt den Siret:en'.uf hören: .Bier g'fälli'?" .Ich sehe ein farbenreiches Durcheinander von Frauenkleidern, weißen, gelben, rothen, blauen, von Uniformin, Säbeln, Kopftüchern, Federhüten, Cylindern, Radlerkappen. Das flattert, blitzt, blinkt, schwenkt und nickt Und die nahe dem Eingange postirte Musikcapelle paukt, trompetet und geigt frisch und munter in die Welt hinein: .Menschen, Menschen san wir alle." Außerhalb "der dicht umlagerten Tischreihen, in dem schmalen Durchgange, ist in lebhaftes Gewoge von Hlätzeheischenden, Herumschlendernden, Sichsuchenden und Grüßenden. .Servus! Du auch da?" .Brod Brod " .Lotte, Lotte, wo bist denn?" .Caro, da herein!" .Habe die Ehre " .Aber Hansi, bleib doch bei der Mama." .Drei Paar Würsteln!" Nur vor einem Manne theilt sich die Menge stets willig und disciplinvoll: vor dem Manne in den Hemdärmeln, mit der weißlichen Schürze um die umgürteten Lenden, vor dem Manne, der leere Fässer von hinnen, volle nach vrinnen rollt: .Aufg'schaut, aufg' schaut!" Auf einem kleinen Podium violinspielt, guitarrt und ziehharmonirt ein Terzett: .Das hat ka Goethe gschrieb'n, das hat ka Schiller dicht "; Mütter wiegen ihre Kleinen im Tacte auf dem Arme, rauhe, ungeschulte Männerstimmen summen mit Liebespaare flüstern miteinander Und dann lacht man wieder, wenn ein Hund bellt, ein Kind lallt man lacht lacht lacht! Die Sorgen in den Wind das Heute lebe! Dort, wo ein .blauer Ruck" aufgeht, schaart sich aber doch Alles am dichtesten. Dort dreht sich am Spieße langsam und bedächtig der ideale Ochse, der sich für das Vergnügen so. Vieler hinopfern ließ. Er hat den Kopf verloren. Sein feister, gewaltiger Leib trieft von .Salbung", die er immer wieder zurückbekommt. Von .oben" träufelt der Segen des Salzes herab, aus einem ausgebreiteten, dunstenden, mit Salz eingeriebenen Tuche. ' , .Segn's, Luise da is er," sagt eine lichtäugige edle Weiblichkeit zu einer andern, dunkeläugigen Die ..Luise" schaut scharf herum. Sie ist nicht blaß wie eine Limonade, doch scheint sie Liebe sowohl als Kabale zu kennen. .Wo is ?" . .Na. da, vor Jhna." .Aber i siach'n net." .Gengan's! Da! Er wird ja eh elleweil schöner " , ,S5, Mutie, i sag soviel: Dös geht
Jhna gar nix an. ob mein Schatz schöner wird oder nöt i leid's not " .Jessas, Sö Oafarb (fade Person) i moan ja 'n Oien" .'n Oxen? Ah so aber ös is a Ding i leid's nöt!" .Du, Herr Meier, verstehst, hast g'hört," spricht ein kurzer Mann mit einer langen Uhrkette zu einem dicken Herrn zurück, mit grauem Hut und röthlicher Nase: .Du das is guat jetzt; jetzt drahn's an die brat'na Ozen !n's Maul verstehst, hast g'hört trotz den vierzehner Paragraph." .Haben's a Karten, Herr?" .A Karten? Versteht sie " .Wo denn?" .Wo? Ja da fragn's den beim Eingang, der was ma's abg'nomma hat." .Sö müass'n a Karten zum Ozen hab n," erklärt der Barriörenwächter, .gengan's nur wieder z'ruck! Dort steht's eh? bitte Kart'n lösen eine Portion Oxenbraten dreißig Kreuzer." .Was? Du, Herr Meier, verstehst, hast g'hört: a so is die Sach? Na! Wann i an Volksbelustigungsozen nöt umsunst hab'n kann jann pseif' i d'rauf. Verstehst, hast g'hört? " .Sie drücken Sie doch nicht so!" hochnäselt ein Dämchen. .Entschuldigen's. I kann net anders. I bin von an Druckerg'schäft. Druck i Jhna a z'viel, Fräulein?" fragt er mich. .Na," sag ich. .Ich kann mir nie q'nug druckt werdn. Ich bin a vom Geschäft." .Ach. was seh' ich Frau Oberbureauvorstandin guten Tag..Recht guten Tag. Frau Oberinspectorin. Das ist schön. Sind Sie schon wieder hier? Erholt hab'n Sie sich ja prächtig. Da wird der Herr Gemahl eine Freude haben " .Nöt so viel nöt so viel aufamal!" mahnt wieder der Barriörenwächter. .Sie sehen ja auch blühend aus, Frau Oberbureauvorstandin, und die lieben, theuern Kinderlein?" .Dreißig Kreuzer kost' a Portion dort steht's eh." .Danke, danke, liebe Frau Oberinspectorin " .Sö, Herr Barricadenwachter, dö zwa Fraun da versperr'n ma mit ihnara Süaßigkeit en Weg. Dö müass'n Zuckersteuer zahl'n." .Was? Sie frecher Mensch" .Karten vorzeig'n nur langsam, aner nach dem andern langsam" Und indessen dreht sich der Spieß mit der Wichtigkeit einerWeltkugel und der wolkige Dampf webt dem Münchner Kindl auf dem Dache der eisernen Bude ein Schleiergewand. Auf der mälig ansteigenden Wiese ist es friedlicher. Was auf Bänken. Stühlen. Kisten nicht mehr Platz gefunden, das ruht auf dem Schooße der Mutter Erde: Männlein, Weiblein; Steinkrüge, Hunde, Käseteller und Kinder. Die Schiffsschaukel am obern Ende ist in voller Thätigkeit. Die vollbemannten Schiffe machen eine Luftreise nach der andern. Dazu quiekt in die Weisen der unfern spielenden, zweiten Musikbande ein töneschwindsüchtiges Werkerl tapfer hinein. ), mein lieber Augustin," schnarrt das letztere. .Du lieberHimmclvater!" tönt's von unten elegisch herauf. Und wenn der Leierkasten versichert: .Der Laudon rückt an. rückt an." so gibt von unten ein Waldhorn im Brustton der Ueberzeugung zurück: .Weil i a alter Draher bin." Darob streichen sich die alten Herren die Bärte und freuen sich, dasselbe geWesen zu sein. Und die jungen streichen sich .Weanersechser" in die Schläfen und freuen sich, dasselbe noch zu werden. In einer der Gondeln schaukelt sanft ein Liebespaar; sie ist ängstlich und er folgsam. In einer andern siken junge Burschen: heidi höher geht's nimmer; dieRockschöße fliegen die Wangen glühen. Ein junges Mädchen, ganz allein in einer dritten Gondel, thut's ihnen gleich. Die frohen Augen blitzen, der geschmeidig, schlanke Körper beugt und streckt sich, seiner junaen Kraft bewußt und der Lust des Genießens. .Na, Fr'aul'n. hutschn ma a amal?" fragt ein schneidiger Artillerist eine noch alleinstehaide Jungfrau. .Aber, was glauben's denn; glauben's ich bin eine solchene" .Aber na! Weg'n amal hutsch'n; sagen's ja g'schwind!" .Nein, mir schleint's gar nicht." .Aber ja, das glaub' i schon. Nur amal hutsch'n. Segn's 's Lustig sein is das Best auf dera Welt" Er ist ein hübscher Bursch. Sie sieht aus begehrlichen Augen. Er wird siegen. .Ringer! werfen, meine Herren!" ladet eine Messerbudenbesitzerin ein. -, .Na, seit i mit der Meinigen Ringerl g'worfen hab', mag i Zimmer." Eine alte Frau sitzt nicht weit ab. Sie siebt blaß und leidend aus. aber sie lächelt zu all' dem bewegten Treiben und nippt ab und zu stillvergnügt an ihrem Bierkrügel. Durch eine äugenblickelange musikalische Pause tönt halbvertragen dieStimme eines Volkssängers: .Ja. ja, sie kommt nicht mehr; schön ist die fugend, sie kommt nicht mehr." Unten, unter den alten Kastanien beginnt es zu dämmern. Lampions werden angezündet. Das Auerlicht flammt auf. Der Ochse hat seine Schuldigkeit gethan. . Er ist aufgezehrt, das stattliche Rippengerüste allem noch übrig geblieben. .Und kein neues Leben blüht aus den Ruinen," , seufzt ein junger, literarisch gebildeter Mann, der keine Bra tenvortion.mehr bekommen konnte. - D! Reiben der Zwei- und Dreirader lichten liest- . ; ' '
Kühl s5efft Ne Abendluft über die erhitzten Wangen. - Die Volkssänger sind heiser, die Musikanten müde. Aber noch sind die Fröhlichen nicht satt am Lachen, die N:uzierigen nicht zu Ende mit Sehen; und für die Feinschmecker perlt noch immer vorzüglicher Stoff in den Steinkrügen. Leben, genießen! Genießen, leben! Die Fahnen flattern munter im Winde: .Morgen wieder lustik!" Ich gehe nach Hause unter den Musikklängen: .Jessas, jessas, wie solid " . Als ich in eine Seitengasse abbiege, huscht etwas über meinen Weg. schattenhaft über die Straße, gegen die .Bierhalle" zu es war ein großer, schwarzer Kater. Ein Vcsuch bet einer JUircu Zamilie. Von Jda Mcierfeldt. Meine Freunde in ZarachaibiZ wollte ich schon lange besuchen; es war eine Burenfamilie, Mr. Schlemmer und Frau Ellen. Nun war da noch ein Söhnlein angekommen, jetzt mußte ich also mit Handschlag versprechen, der junaen Mutter und dem kleinen Stammhalter einen Besuch zu machen. Mr. Schlemmer stand vor m'.r und ließ nicht eher nach. .Gewiß, Mr. Andres, ich komme," so entließ ich den braven jungen Familienvater, lle Taschen hatte er vollgepfropft ul der so beliebten Capschen Medicin, alö da sind: HoffmannStropfen, Harlemer Od, rothes Pulver, Krampftrcpfen und wie diese Universalmittel alle heißen. Er war von Keetmanshoop gekommen, dort hatte er extra diese Medicin geholt, weil doch eine Wöchnerin im Hause, und obgleich Mutter und Kind sich wohl befanden, so mußte doch Medicin da sein; die Buren und die Mischlinge haben ein blindes Vertrauen zu den kleinen Flaschen mit dem geheimnißvollen Inhalt. Andern Tages ließ ich die Pferde einfangen; denn sie laufen in SüdwestAfrika stets ohne Aussicht auf der Farm umher. Sie kommen täglich ganz von selbst an einem bestimmten Brunnen zur Tränke und werden dann nach Bedarf eingefangen. Morgens, eine Stunde vor Sonnenaufgang, standen sie fix und fertig zum Abreiten bereit. Abraham, ein Hottentotte, mein Reitknecht, hatte sich auch nicht lange nöthigen lassen; zum Besuche machen war er fix labet. Etwas zum Essen und eine Flasche voll Kaffee wurden auch mitgenommen; denn es waren vier gute Reitstunden nach Zarachaibis. Noch allseitig ein: .Auf Wiedersehen heute Abend" und fort ging es. Sobald wir den Bergabhang hinunter waren, fielen die Pferde in einen flotten Trab, am Bergesvorsprung vorbei und nun entschwand das Wohnhaus unseren Blicken. Vor uns lag die offene-. Vlakte", umsäumt von den Tafelbergen der HaZberge. an deren glattem Gestein jetzt die aufgehende Sonne ihre zitternden Strahlen brach. Links zogen mäßig hohe Hügel sich hin. Der Weg war gut, so griffen denn die Pferde scharf aus. Die Sonne stieg schnell hoch, und obgleich es Winter war, so konnte ich doch bald meine Jacke ausziehen, die ich des Morgens der empfindlichen Kühle wegen mitgenommen. Bald bot rin liebliche Oase mit hohen Akazien, Dornbäumen, wie sie dort genannt werden, dem Auge freundliche Abwechslung. Es war Omarwib, eine Kolk, die in der Regenzeit stets Wasser hat; jetzt lag sie trocken da; doch grünten die Baume und Sträucher ganz prächtig. Wir bogen rechts ab und verfolgten einen wunderbar schönen Weg, mit Akazien und Ebenholzbäumen bestanden. Vor uns lag Ariamab, eine Durchbruchstelle des Nugannib durch die Hasberge. Das Flußbett und das ganze Thal, welches südlicher sich mehr und mehr verengte, war so dicht mit Bäumen bestanden, daß man glaubte, einen Laubwald vor sich zu haben. Wir mußten jetzt abbiegen und den Perc; hi'laufreiten. Oben vassirten wir bit Grenz? der. Farm Jnachab, die bald hinter, uns lag. Rechts das Tafelgebirge, links das Flußbett mit seinen jäh abfallenden, steilen Uferwänden. Etwa eine halbe Stunde ritten wir im Schritt über die glatte, gleichsam ans einem Stein bestehende Fläche. Dann ging es sonst bergab über Sanddürn, die der Wind einst hier vorgelagert, 'hinab ins Thal. Links das Flußbett des Nugannib, das durch vorgelagerte Hügel meinen Blicken entschwunden war; er mündet weiter südlich in den Koankib. an dessen Ufern Zarachaibas liegt. Wir machten Halt, kniehalfterten die Pferde, nahmen einen kleinen Imbiß, und dann wollten wir weiter. Jetzt ritten wir stets im Schatten der Tamarisken,. die Zeugniß ablegten, daß der Boden salzhaltig war; wie ich denn auch an manchen Stellen eine knisternde Erdoberfläche fand. Bald wechselten die Tamarisken mit Akazien ab. wir waren jetzt schon in dem außerordentlich breiten Flußbette des Koankib. Lehm mit stark sandhaltigem Boden machte den Weg 'angenehm für die Pferde, so daß wir rasch nach einstündigem Ritte, um eine Ecke kommend, die kleine AnNedlung, unser Zie!, - vor uns sahen. Wie m einem, deutschen Walde ein Försterh'zus, nur etwas kleiner,, so ganz entzückend lag das Anwesen vor uns. Man hatte mir schon erzählt von diesem schönen Fleckchen Erde in GroßNamaland, aber ich war in der That doch noch angenehm überraschte Große und kleine Dornenkraale waren da, für ctühe, Pferde und Schafe. In einem kleinen Kraal waren dieKälher untergebracht; die Kühe umstanden thu brüllend, sie wollten ihre Milch loswerden. In einem anderen Kraal waren die Jungen beschäftigt, die kleincn Lämmer abzusondern, sie sollten
aus der Werft bleiben, wäyrcnd v Schafe und Zicgenmüttcr tagsüber sich ihre Nahrung auf dem Felde suchten, unter der Obhut der einheimischen Diener. Alles eilte geschäftig hin und her. Es war 9 Uhr, eigentlich schon spät, aber im Winter darf das Kleinvieh nicht eher auf die Weide, bis die Sonnenstrahlen den Thau abgetrocknet, der namentlich für die Schafe schädlich ist. Frau Ellen begrüßte mich lebhast erfreut, ihren Stammhalter auf dem Arme. Mr. Schlemmer eilte herbei und belobte mich, daß ich Wort gehalten. Sie führten mich in ihr Häuschen, das Mr. Schlemmer ganz eigenhändig so sauber und nett aufgebaut, ohne ein importirtes Stück dabei, außer Nägel. Auch Thüren und Fenster hätte Mr. Sch.. selbst gemacht, was ich noch ganz besonders bewundert habe. Die Buren machen ja bekanntlich alles selbst, sogar Wagen, ich konnte mich davon überzeugen; denn Sch. war eben dabei, aus zwei alten Wagenrädern einen Karren zurechtzubauen. damit seine Frau damit einmal nach Bethanien zur Kirche fahren könnte. Da stand auch schon eine Schale Kaffee vor mir - man trinkt dort wenigstens zehnmal täglich Kaffee. Nur Abends wird bei den meisten Buren ein Gericht gekocht; gewöhnlich Rind- oder Hammelfleisch mit Reis oder Knollen, die man auf dem Felde sucht. Zur Regenzeit sprießen allerlei saftige Blätter, die dann von den Buren mit Milch als Gemüse gekocht werden. All dies habe ick abgesehen und in gleicher Art zubereitet; es mundete auch den Deutschen vortrefflich. Dann trinken die Buren sehr viel Milch, süß und als Dickmilch. Auch Butter bereiten die Burenfrauen, die meist zum Fleischbraten verbraucht wird, oder zum Kuchenbacken. Aber nicht so wie bei uns. Man nimmt einfach Mehl, grob oder auch fein, rührt es mit Wasser zu einem dicken Teige und nun wird davon mit einem Löffel in heißes Fett gelegt, diese Kuchen nennt man dort: .Fettkukis". Das ist die Hauptnahrung der Buren in GroßNamaland. Als ich dann noch eine Weile mit dem Ehepaar geplaudert, besah ich die Werft. Einen Brunnen mit SchöpfVorrichtung hatte Sch. mit großer Mühe sehr schön hergerichtet. Der Sand ist beim Graben immer wieder eingefallen, sa daß der Brunnen rundum ausgemauert werden mußte. Dann ging es in den Garten, in dem jetzt zur Winterszeit allerlei Arten Kohl stand, und Weizen, den die Pferde aber, der niedrigen Umzäunung halber, schon einmal abgefressen hatten. Dasselbe geschah dem Weizen auch einmal, als er in Blüthe stand und Sch. zur Bai war. worüber Frau Ellen ganz untröstlich gewesen sein soll. Dann kamen die possirlichen Lämmer an die Reihe. Das Jahr war ein gesegnetes, die Ziegen hatten fast alle Drillinge zur Welt gebracht, wovon das dritte mit Flasche und Kuhmilch aufgezogen wurde, weshalb die Thierchen auch von der größten Anhänglichkeit waren. Die Füllen, die der Leoparden wegen (dort auch Tiger genannt) beim Hause gehalten wurden, waren auch garnicht schU. Schon vier Füllen waren von Leoparden zerrissen worden. Nicht weit von Zarachaibis liegen die Hunsherge, in deren unzug'änglichenSchluchten die Raubthiere ihren Wohnsitz haben. Dann kamen die Kälber an die Reihe, die mir stolz gezeigt wurden. Endlich gingen wir ins Haus, wo es zur Feier des Tages schon Mittags um 1 Uhr, statt wie sonst am Abend, die Hauptmahlzeit gab. Nachmittags kam noch Besuch. Sophie Szaak. mein früheres Hausmädchen, wollte mich begrüßen, weil sie von meiner Anwesenheit gehört hatte; da ihre Eltern nur 20 Minuten entfernt im Koankib wohnten, ließ sie sich die Gelegenheit, Mich zu begrüßen, nicht entgehen. Der Tag verging mir gar zu schnell. Eine Stunde vor Sonnenuntergang brachte Abraham die Pferde gesattelt vor das Haus, wo wir in gemüthlichem Plaudern beisammen saßen. Er mahnte, daß es Zeit sei. nach Hause zu reiten. Noch eine Schale köstlicher Milch wurde zum Abschied geleert, dann begleitete Frau Ellen mich noch eine Viertelstunde weit zu Pferde. Aus Wiedersehen!" klang es von beiden Seiten, und nun ging es im Galopp nach Hause. Als wir auf Aria mab kamen, wurde es dunkel; doch hatjen wir einen ebenen Weg vor uns, aus dem die Pferde sicher und tüchtig ausgreifen konnten. Bald sahen wir die Lichter von Jnachab, wo man mit dem Abendessen auf mich gewartet hatte. Nach meinenEindrücken gefragt, konnte ich nur GuteS von diesen anspruchslosen, genügsamen Menschen erzählen, die zwar keine große Schulbildung, aber umsomehr Herzensbildung besitzen, .
Der Banditenchef Giu seppe Musolino, der Ende April auö dem Kerker in Neapel entsprang, hat inzwischen lf neue Mordthaten begsngen. Vierzig verkleidete Carabinieri verfolgen ihn jetzt. Nach der Heimkehr. Mann: .Du hast mir doch geschrieben, daß du draußen dem Verschönerungsverein beigetreten bist und 10 Gulden gezahlt hast." Frau: .Daö hab' ich auch!" Mann: .Schad um die zehn Gulden! Bei dir hat der Verein nichts g'wirkt!" Der Naturforscher. .Das Huhn, das Sie mir vorgesetzt, war genau zwölf Jahre alt, als es geschlachtet wurde.' .Wieso erkennen Sie das. Herr Professor?" .An den Zähnen, mein Lieber." .Hühner haben doch keine Zähne?" .Aber ich babe solche." . . .......
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sungen auf alle Städte Europas. Schiss5scheine nach und von Europa. An.
und Berkaus auölanblschen Geldes. Kannibalen höflichkeit. Gefangener: .Aber warun wollen Sie mich denn schlachten, Sie haben doch noch ein Schwein da Kannibale: .Aber wir werden Ihnen doch nicht ein Schwein vorziehen!" Andere Auffassung. Vater (auf eine Rüstung zeigend): .Siehst Du Fritzl. solche Rüstung trugen die Ritter, wknn sie in den jZamps zogen." Fritzl: .Die müssen aber furchtsam gewesen sein." Kaffee . Mnhlen neuester Construktion. Blumenständer. Laternen aller Art. Vronegiit Hardware Co. 120-124 Oft Washingtonstr. . ' - 1 ' k Nlpn. NVM..N5M i . ww M m SCAfr FCrrURESj, ; : OQAIsJ BOARDS AttDt . Tto Zins Dreso Cappen Clcicnd cU ttltehca end Pfctcd UiGfiÄlfe , 4cxtood. C.lcrtJöoPQj g ootsln Et& esonca wu. iioffmau mm BiuMn 44 r!, R SC3tAtxUrMitiatoii8ftaoiAMAe)ut. TllP niR.ifFFPPnc pninrn i3 - kM MIW 1 iuuiui n BaES2$s5as22sasass2si Zum Verkauf in Apotheke 55 Cent per Vfund. EllPAMS TAUBIHES re intended kor rkNren. ladici tad &II who preJcr i rnedidnejftsgubed zs coiw sectioncry. They inaynow belad (put. ? !ft Tin Boxes, $evtnrytw6 iaa bo pnee. rwenry-uve ccn!. or 6ve boxet tot jll A i . . . . i vuvuviw. mj aruOTsi wiu rci wen :r i jvu ,N, io incy may &iwyi 0S ebtained by remitting the pricc tcv 1 VSMin xmz&ljMi VmW !- t u "
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