Indiana Tribüne, Volume 23, Number 62, Indianapolis, Marion County, 19 November 1899 — Page 9
-
V-
Tzibüus.
V C IJ w. ' i M ZZcr Eittdrcchcr. Son R. Hording'TavlZ. - Der junge van Vibbcr Hatte sie auf dem Ball nicht getroffen, und so folate er Travers' Aufforderung, tu ir.'m Ningkampfe drüben in Jersey City beizuwohnen, der zwischen Dutchy Mack" und einem in Sportskreisen als der schwarze Diamant" bekannten Neaer ausgefochten werden sollte. Vorsichtig hüllten sie sich in ihre Pelze, um möglichst Frack und weiße Weste vor den Blicken der an solche Bekleidungsstücke nicht gewöhnten Zuschauer dieses seltenen NachtsporteS zu verbergen; dann nahmen sie sich einen gehörigen Vorrath von Cigarren mit; denn sie ahnten wohl, daß der Tabaksqm, in den sie gerathen würden, 'ihren an eine feinere Atmosphäre gewohnten Geruchsnerven nicht sonderlich zusagen würde; sicherheitshalber befestigten sie auch noch ihre Uhren an der doppelten Sicherheits - Schlüsselkette. Alph Alpin, der Besitzer des Lokals, glänzte förmlich vor Stolz, zwei so vornehm aussehende Herren in seinen Räumen begrüßen zu dürfen. Erbestand in ostentativerWeise darauf, daß sie neben ihm auf dem Podium Platz nähmen. Die Thatfache verbreitete sich schnell, daß die beiden feinen Herren in einer Equipage angekommen wären. Diese Neuigkeit, wie auch ihre tadellosen LacZftiefel machten sie bald zum Gegenstar.d allgemeinen und lebhaften Interesses, wozu freilich besonders das geradezu unglaubliche Genicht beitrug, sie hätten verschiedene blaue Lappen" auf den Schwarzen Diamanten" gegen dessen gefürchteten Gegner Dutchy Mack" gesetzt. Dies allein genügte, ihnen einen gewissen Respect zu verschaffen. Das ihm angebotene Ehrenamt eines Unparteiischen lehnte van Aibber wohlweislich ab, um statt seiner Andy Spielmann vorzuschlagen, den Liebling der applaudirenden Menge und bekannten Berichterstatter derSportswelt", dessen brillantenbesetzte Uhr ihn ja auch zum würdigen Bertrejer .einer so hervorragenden Rolle 'iraöeftlnitte. Es war 2 Uhr durch, als. Aulchy Macks' Freunde die betrübende. Thatfache zugeben mußten, einen ganzen Abend und ein gu'fs Stuck Geld verloren zu haben. Die Uhr schlug 3, als van Bibber und Travers sich der Stadt wieder näherten. Sie hatten außer dem waghalsigen und vielgeschmähten Unparteiischen noch einen anderen Reporter mit in ihren Wagen genommen, und da van Bibber bärenmäßig hungrig war und der Versuch, in so vorgerückter Stunde noch im Club etwas zu essen zu bekommen, wohl vergeblich gewesen wäre, folgten sie der Einladung eines Reporters zur Rachteule", wo sie bald über ein nach Fett und Zwiebeln 'ouftendeZ Rumpsteat herfielen. Gus. Mac Gowens Nachtfpelunke war ein schmieriges, verräuchertes Lokal. aber es war doch wenigstens behaglich warm drinnen, ungefähr eine Temperatur wie im Maschinenraum eines Mississippi Dampfers, und'das Rumpsteak wr wirklich gut durchgebraten und zerfloß wie Butter auf der Zunge.' Jetzt war's zu spät geworden. um noch zu Bett zu gehen, und so blieben sie. die Knie bequem gegen die Tischkante gestemmt, auf weit hintenübergekippten Stühlen sitzen. Van Bibber und Travers hatten. ihre Pelze abgeworfen, und ihre blendend weiße Wäsche strahlte in phantastischen Wechsellichtern die räucheriche Dämmerung der Oellampe und die rothe Gluth des öffenen Herdfeuers wieder. Sie unterhielten sich über das Leben, wie es Reporter führen; die jungen Lebemänner stellten thörichte Fragen, die die beiden Herren der Presse mit gewinnender Liebenswürdigkeit beantworteten, ohne sie merken zu lassen, wie thöricht solche Fragen waren. Wissen Sie. Sie erleben doch sicher alle möglichen .Abenteuer?"; warf van Bibber sondirend ein.' Na. erwiderte der Reporter, eigentliche - Abenteuer sind's gerade nicht. . Ich habe niemals was erlebt, das ich mir nicht erklären könnte, oder das nicht mit einer ganz alltäglichen Ursache, wie Armuth', Verbrechen oder Trunksucht in directem Cansalnezus gestanden hätte. Manchmal 'denkt man, na, da bist Du mal auf was ganz Romantisches gestoßen, aber, bei Lichte besehen, ist's so gewöhnlich wie das liebe Brot. Sie meinen vielleicht, daß Unsereinem im Weltgetriebe dieser Riesenstadt mal irgend etwas, was er sich partout nicht erklären kann, begegnen müßte, etwas ganz Geheimnißvolles, Ungewöhn liches, Sensationelles, wie etwa der famose Selbstmordclub; aber mir ist das nie pasnrt. Dickens erzählte einmal einem Freunde, die rn.erkwürdigste Legebenheit, die er jemals auf seinen weiten Irrfahrten durch London erlebt habe, sei ein zerlumpter Kerl gewesen, der, dicht an die Wand gedrückt, unter dem Fenster eines vornehmen Hauses kauerte, wo gerade ein Ball gegeben wurde. Plötzlich habe sich das Fenster über ihm geöffnet, eine schöne, elegante Frau habe sich herausgelehnt und habe ihre Blumen in die ausgestreckte Hand des Mannes gleiten lassen, der. die duftenden Rosen rasch unter ' seinem Rock bergend, mit kurzem Gruß eilig davongelaufen sei. Sehen Sie. meine Herren, das nenne ich interessant; aber wie gesagt, ich habe so was nie erlebt. Und trotzdem habe ich zu allen Stun)en der Nacht jeden Winkel dieler
iMhrtAO
CS. Tv 0
-4
Stadt dur'chsireist, unfc an Phantasie fehlt es mir gerade auch nicht. Wenn man Balzac. De Dusset und Steven'on liest, möchte man glauben, daß sie alle Abenteuer erlebt hätten, aber ln Wirklichkeit kommt das nicht vor. Alles ist so gewöhnlich, so trivial und endet doch meistens auf der Polijwache", oder im Schauhause"." Mac Gowen, der hinter seinem Schanktische sanst eingeschlummert war, erwachte plötzlich und rieb sich an seinen Hemdsärmeln die verschlafenen Augen. Ein Frauenzimmer hatte an die Seitenthür geklopft und um einen Schnaps gebettelt. Der Junge am Herd jagte sie fort. Man konnte hören, wie sie sich am Hause weitertastete, fluchend und schimpfend, bis sie am Ausgang der Gasse verschwunden war. Jetzt traten drei Kerle und ein Droschkenkutscher in's Lokal und luden natllrlich die Herren am Tische ein, ein Glas Bier mitzutrinken. Als die Letzteren diese Ehre ausschlugen, wurden die Rowdies unverschämt, worauf der aufmerksame Wirth die Störenfriede prompt und energisch an die Luft beförderte, um dann wieder, hinter seine Flaschenpyramiden zurückgewankt, in behaglichem Dusel weiterzuschnarchen. Sehen Sie," sagte der Reporter, so geht's immer. ' Das Nachtleben in einer großen Stadt ist weder pittoresk, noch theatralisch. Es ist einfach ruppig. oft brutal. Wenn es auch gewisser Aufregungen nicht entbehrt, notabene bis man sich daran gewöhnt hat, so ist doch schließlich alles über einen Leisten geschlagen; eI ist ja wohl mitunter dramatisch, aber die Pointe ist immer die gleiche, die Motive und Charaktere sind immer die bekannten. Bald darauf verkündete ihnen das Vorbeirollen der schwerbeladenen Milch- uud Marktwagen den Anbruch des nahen Morgens, und als sie die Thüre öffneten, blies ein frischer Wind durch das dlrchqualmte Lokal und mahnte sie, sich dichter in ihre Pelze zu hüllen. Travers und einer der Reporter machten sich auf den Weg nach einem türkischen Bad. während der Andere eine Nachtdroschke herbeiwinkte, um nach der Redaction zu fahren. Es war beinahe tageshell und eisigkalt. Van Bibber beschloß, ein Stück zu Fuß zu gehen. Er hatte das seltsamübernächtiqe Gefühl, das einen nach
einer durchschwärmten Nacht befall als habe er einen Tag verloren. Ihm war, als hätte der Ball, den er.am Anfang des vorhergehenden Abends besucht.? vor langer Zeit stattgefunden, und als ob der Ringkampf in Jersey City weit zurück in der Vergangenheit läge. Er ging durch die kalte Dämmerung die endlosen Straßenreihen entlang. Die schweren, düsteren Hausermassen, deren öde Stille nur vom hallenden Echo seiire? einsamenSchritte unterbrochen ward, machten den unheimlichen Eindruck einer Todtenstadt. Weit und breit keine menschliche Seele, kein Thier zu sehen. Selbst die sonst so gewöhnliche Erscheinung des in einer Nische kauernden, in seine Kapuze gehüllten Polizisten fehlte in diesem Straßenbild. Er kam an ein großes Haus cm der Ecke der III. Avenue. Die Front des Hauses lag an ' der Avenue, und eine Steinmauer verband es mit einem Pserdestall, der an einer Seitenstraße lag. .' In dieser Mauer befand sich eine Thür, und als van.Biöber auf seinem einsamen Gang in die Seitenstraße einbog, wurde die Thür behütsam geöffnet, ein Mann streckte seinen Kopf einen Augenblick vorsichtig her-, aus, zog ihn jedoch blitzschnell zurück, und schlug die Thür zu. Van Bibber blieb stehen, betrachtete die Thür, dann das Haus und warf einen Blick durch die öde Straße. Das Haus war dichtverschlossen, als ob . es einen .Todten beherberge, und die Straße war noch immer leer. Van Bibber konnte sioh nicht vorstellen, daß in seiner Erscheinung etwas läge, was einen ehrlichen Menschen erschrecken könne, und so folgerte er, daß das Gesicht, das er soeben gesehen hatte, einem Unehrlichen angehören müsse.. Es ging ihn ja weiter nichts an, sagte er sich; aber er war neugierig geworden, und er brannte vor Verlangen, seinem neuen Freunde von der Presse zu beweisen, daß es doch noch Abenteuer zu erleben gäbe. . Er näyerte sich leise der Thür, sprang an ihr herauf, erfaßte die Mauerkante, trat mit dem einen Fuß aus die Klinke, stützte sich mit dem anderen auf den Thürklopser und blickte vorsichtig an der anderen Seite hinunter. . Er hatte dies Manöver so beHerde ausgeführt, daß nur das leise Knarren unter selnem Fuße hörbar geworden war. Der Mann innen, im Glauben, man versuche von außen die Thür zu öffnen, stemmte mit dem ganzen Gewicht seines Körpers dagegen. Van Bibber konnte von seinem Beobachtungsposten direct auf des Mannes Gestalt hinabblicken. Kaum zwei Fuß unter sich sah er den Kerl stehen, der einen Revolver in der Hand hielt,, während zwei gefüllte Sacke neben ihm auf der Erde lagen. Van Bibber bedürfte keines weiteren Commentars, um sich zu sagen, daß der Mann unten in' das große Haus eingebrochen war und sicherlich mit sei ner Beute sich aus dem Staube gemacht hätte, wenn er nicht gerade in dein Augenblick , herbeigekommen wäre. Sein erster Gedanke war. daß er doch kein Polizist sei, und daß ein Kamps mit einem Einbrecher doch nicht gerade zu seinen Lebensgewohnheiten gehöre. Dann aber dachte er bei sich, daß wenn ihm auch an dem rechtmäßigen Besitzer der unten liegenden Gegenstände nichts Besonderes gelegen sei. dieser als an ständiges Mitglied der menschlichen Gesellschaft mehr Anspruch aus' tv. Interesse machen dürfte, als der Mann mit dem Revolver. Die Thatsache, daß er Wohl oder übel da ohen auf htr ! Mauer thronte, und ba& der Einbre-
cher ihn im nächsten Moment herunter schießen konnte, wurde ausschlaggebend für seine nächsten Schritte. Vorsichtig und geräuschlos balancirte er über die Mauer, um sich dann direct auf des Mannes Kopf und Schulter fallen zu lassen und diesen mit sich zu Boden zu reißen. Im selben Moment entlud sich der Revolver, aber ehe der Einbrecher sich bewußt wurde, wie und woher sein Angreifer gekommen war, stand van Bibber schon über ihm, setzte seinen Absatz auf des Mannes linke Hand und schnellte die Pistole mit einem kurzen Fußtritt aus dessen Rechten. Mit einem raschen Satz sprang er hin, hob sie auf und sagte: So, noch eine Bewegung und ich schieße Sie nieder." Unwillkürlich wollte er hinzufügen: Und wahrscheinlich würde ich daneben schießen" aber er unterdrückte den lächerlichen Einfall, der weniger dem Ernst der Situation, als seinem Sinn für Humor entsprochen haben würde. 'Zu tnTTi größten Erstaunen machte der Verbrecher nicht .den geringsten Versuch, sich zu erheben, sondern blieb ruhig mit über dem Knie verschränkten Händen sitzen und antwortete: Schießen Sie los. Es wäre mir gerade recht." Dabei biß er seine Hähne aufeinander, und seine Züge wiesen einen Grad von verbitterter Hoffnungs, losigkeit auf, wie van Bibber sie nie für möglich gehalten hätte. Na, nur zu," wiederholte der Kerl herausfordernd, warum schießen Sie nicht, ich halte still." Die Situation wurde im höchsten Grade ungemüthlich. Van Bibder fühlte, wie seine Hand sich lockerte, und er verspürte eine kaum zu unterdrückende Reaung, die Waffe niederzulegen und sich die Geschichte des Verbrechers erzählen zu lassen.. Na," sagte van Bibber, Courage haben Sie gerade nicht, und für einen Gauner kommen Si5 mir recht erbärmlich vor." Wozu auch," entgegnete der Mann trotzig. Dorthin gehe ich nicht zurück. Lebendig kriegt mich keiner mehr dorthin. Ich hab' g'rad lang genug in dem verdammten Loch gesessen. Wenn ich noch mal dahin muß, so, hol' mich der Deibel, mache ich einen Wärter kalt, und wenn ich dafür baumeln soll." Wohin denn zurück", fragte van Bibber nicht unfreundlich und voll Interesse, in's Gefängniß?" Jawohl, in's Gefängniß", schrie der Mann heiser, xjbci in's Ärab, wenn Sie's genau wissen wollen. Hier sehen Sie her, mein Gesicht, meine Sfraazt, sagen die Ihnen nicht, wo ich gewesen bin? Keine Kraft, kein Saft im gan zen Körper. 'Haben Sie blos keine Angst, ich thue Ihnen nichts. Ich bin ja ein Gerippe, schwach wie ein Kind. Ich könnte keine Katze umbringen. Jetzt wollen Sie mich dorthin zurückschicken, für den Rest meines Lebens. Diesmal giebt's 20 Jahre in dem öden, finsteren Loch! Und ich hab' mich doch in all der Zeit so brav gehalten und so schwer gearbeitet." Van Bibber ließ die Pistole von einer Hand in die andere gleiten und maß sein Gegenüber mit zweifelhasten Blicken. Wann wurden Sie entlassen?" .fragte er ihn, indem er sich auf die Küchen treppe fetzte. Ich kam gestern raus," sagte der Mann. Van Bibber hob die Pistole ein wenig und sagte: Viel Zeit haben Sie gerade nicht verloren." Nein," erwiderte der Andere dumpf, das stimmt; ich kannte dies Haus und ich brauchte Geld, um nach dem Westen zu fahren, zu meiner Familie. Die menschliche Gesellschaft sagt, ich soll warten, bis ich mir's verdient habe, ich hab' keine Zeit zu warten. Seit sieben Jahren habe ich weder Weib noch Kind gesehen. Sieben Jahre, junger Mann! Bedenken Sie, sieben Jahre! Wissen Sie wohl, was das heißt? Sieben Jahre ohne Weib und Kind zu sehen, und die sind ehrliche Leute. Als ich eingesteckt wurde, ging meine Frau nach dem Westen, nahm einen anderen Namen an, und mein Mädel hat nie erfahren, wo ich steckte. Sie glaubt, ich sei auf See. Später sollte ich wieder zu ihnen kommen, so war's geplant. Freilich, jetzt wollte ich ja zu ihnen gehen. Ich glaubte, ich könne hier genug einsacken, um meine Reise zu bezahlen. Und nun er bedeckte sein Gesicht mit den Händen jetzt soll ich dorthin wieder zurück! Ich hatte mir so fest vorgenommen, ein ehrlicher Mensch zu werden, wenn ich erst nach dem Westen gekommen Ware. Bei Gott, ich wollt's. Jetzt ist . alles egal, es liegt mir auch nichts dran, ob Sie mir glauben oder nicht", fügte tr trotzig hinzu. Ich habe ja noch gar nicht gesagt, ob ich Ihnen glaube oder nicht", antwortete van Bibber mit ernster Theilnähme. Für einen Auaenblick bet5cchtete er sich den Mann, der seinen Blick finster u nußtrauisch erwiderte, ohne emeHhUr ti, Öffnung in seinen ZügernoHdre. loseste Bitte um Gnadr. iti:: uiübrui dieses Gesichtes, oder war's der Gedanke an die Frau und das Kind, was van Bibber bewegte, was auch seine Motive waren, er handelte rasch. Ich glaube immerhin"..sagte er wie im Selbstge spräch. ich sollte Sie lausen ' lassen." Ich gehe nicht lebendig dorthin zurück", versetzte der Einbrecher ruhig und bestimmt. Ja, da l ist schlimm", meinte van Bibber. ich kann ja sittlich nicht wissen, ob Sie lügen, und was Ihren Vorsatz betrifft,', daß Sie tu ehrlicher Mann werden wollen, so be zweifle ich das, und zwar sehr stark. Trotzdem will ich Ihnen die Reise, be zahlen bis zu Ihrer Frau. Ich brmqe Sie selbst an den Zug. An ver ,ia sten Station können Sie dann freilich wieder aussteigen und morgenNacht bei mir einbrechen, wenn Sie Lust haben. Warfen Sie diese Säcke da in die ftü chenthür, daß die Dienerschaft sie sin det, ehe der Milchmann kommt. jUfl dann vor mir her, vorwärts,' marsch. Die Sande in die Tascben und keinen
Fluchtversuch, Sie wissen, ich habe Ihren Revolver." Der Mann setzte die Säcke in die Küche hinein, und mit einem mißtrau!schen Blick nach seinem Wächter ging er auf bti Straße und marschirte, wie ihm geheißen, in der Richtung, nach dem Central - Bahühof. Van Bibber blieb ihm dicht auf den Fersen und überlegte hin und her, was er wohl mit ihm anfangen solle. , Er konnte an keinem Polizisten vorübergehen, ohne ein unbehagliches Schuld - Bewußtsein zu verspüren, aber der Gedanke an das Weib und Kind da draußen, die ehrliche Leute sein sollten", beruhigte etwas sein Gewissen. Wohin", fragte van Bibber, als sie ; am Billetschalter standen. Helena, Montana", erwiderte der Zuchthäusler, erleichtert aus. athmend.- Van Bibber löste das Billet, und händigte es dem Einbrecher ein. Sie wissen natürlich, daß Sie dieses Billet irgendwo drunten in der Stadt für die Hälfte des Preises versilbern können.". Jawohl, das weiß ich", sagte der Mann. Bis zum Abgang des Zuges war noch eine halbe Stunde, und van Bibber nahm seinen Scbützlina nach dem
Wartesäal. wo er ihm eine Mahlzeit kommen Ueß. Gierig verschlang der Mann die Speisen, noch immer scheue Blicke um sich werfend'. Daraus gab ihm van Bibber noch ein paar Dollar Reisegeld, sagte ihn, er möge sein Versprechen halten, und. reichte ihm die Hand.. Der. schwere Junge" nickte ihm freudig zu, und als der Zug aus der Halle fuhr, riß er ehrerbietig feinen Hut vom Kopf. Van Bibber ging zur Stadt zurück, im frühen Gewühl der Ladenmädchen und jungen Commis auf dem Wege zur Arbeit, und immer und immer fragte er sich, vb er auch daS Richtige gethan habe. -Zu Hause angekommen, nahm er ein'-Bad. zog sich um und ging zu Delmonico frühstücken. Während der Kellner den Tisch deckte, durchflog er die - Spalten des. 'Morgenblattes. Gleichgiltig durchlas er die conventionellen Notizen Aus der Gesellschaft" über e'n Ball des vorhergehenden Abends und bemerkte feinen Namen unter. den Anwesenden"; mit große rem Interesse las er den Bericht über den 'Kampf zwischen Dutchy Mack" und dem schwarzen Diamanten", dann'-Verfolgte mit gesteigerter Auf merksamkeit die Nachricht, daß Abe Hubbard, aliaS Jimmy,"' der Ehrenmann", ein berüchtigter Sträfling aus dem Zuchthaus in Jersey 'City ausge brachen und daß seine Spuren bis New Aörk verfolgt seien." Es folgte eine genaue Beschreibung des Mannes und van Bibber athmeU. schwer bei dieser Lectüre. " Die Geheimpolizei". hieß es in dem Zeitungsbericht, hat eine Spur von seinem Verbleib." Ist er noch in der Stadt, so glaubt sie sicher zu sein, seiner wieder habhaft zu werden. Immerhin liegt die Befürchtung nahe, daß dieselben Freunde, die ihm bei seinem Ausbruch aus dem Zuchthaus hehülflich gewesen sind, ihn auch weiter unterstützt haben, um ihn nach dem Westen zu bringen." Ja, daö mögen sie vielleicht gethan Habens murmelte van Bibber vor sich hin. und ein malitiös zufriedenes Lä cheln-umspielte seinen Mund. Zum Kellner gewandt, sagte er dann: Wie gewöhnlich, ein Paar Eier, etwas Obst und'Naffee." Oelgerkönig und Friseur. Wahrend eines skiner Besuche in Zondon ging der Geigerkönig Joachim in einen Friseurladen, um sich rasiren zu lassen. Die Bekanntschaft des Barbiers mit berühmten Musikern hielt 7ich in bescheidenen Grenzen und auch von'Joachim hatte er weder etwas gehört noch sein Bild gesehen. Haar schneiden, Herr?" 'fragte der dienstfertiae Gehilfe, totem er Joachim's wal lendeS Lockenhaar mit prüfendem Auge betrachtete. ..Der. Künstler gab ihm 'zu verjtehen, er wäre mit der Lange semer Haare durchaus zufrie den, aber der Barbier ließ sich so leicht nicht abschrecken. ' Hinten sind sie em wenig zu lang, mein Herr," meinte. er diplomatisch. . Joachim bedeutete ihm vontteuem, daß er sie gerade so liebte lndl'der Barbier war em. Welchen sttlfc' Die Haare sind auf dem Scheitel ziemlich dünn." bemerkte er dann und ehielt Joachim einen kleinen Vortrag dab es verkehrt sei. die Dichtigkeit 'des Haares seiner Länge zu vpfern. aber Joachim sah ihn nur an und schüttelte seine Kllnstlermähne. DerBarbier rasirte ihn mürrisch und unzufrieden weiter, aber er konnte die Hoffnung immer noch nicht aufgeben. Soll ich nicht wenigstens die Spitzen abschneiden, ernen halben Zoll etwa? Joachim blieb hartnäckig. Da riß dem Barbier,, dessen Erfindungsgabe er schöpft, war. die Geduld. Nun gut.' sagte er und . in seiner Stimme lag !. m l ß0 . liefe Aeracyrunz, wenn &te ourcyaus aussehen wollen wie ein deutscher Mu siker. so laßt sich darüber nicht weiter reoen . . . ,,,,. Sieveutmgt. In der Regel kommt der Mensch als Einling- zur Welt. Zwillinge und Drillinge sind schon seltener, aber doch nicht so ungewöhnlich, alS daß hiervon viel Aufhebens gemacht' würde. Vierlinge oder Fünflinge werden schon als eine Art Naturwunder angesehen; aber Siebenlinge, das kann sich .die Schöpfung nur alle paar Jahrhunderte einmal leisten. Der. letzte bekannte, wie man annehmen kann, verbürgte Fall dieser Art ist in der guten, Stadt Hameln vorgekommen. Noch heute ver1ünd!t dort eine steinerne Abbilduno nebst Inschrift, die beide in einem Hause eingemauert sind, der staunenben Nachwelt, daß im Jahre 1660 am 11. Januar sieben Kinder eines Ehe-
R ifrfPm ßmM Ur&Sfizm
ux v.;
3nincrn o ' - ' o ,u viel Arbeit und Vergnügung, n im Freien kühlen lr uaA zu rasch ab, nd als Resultat leiden wir an Steifheit der Glieder.
Die Anwendung on C5 1 DI. bringt schnelle und
mmibjf'' I
Eienzel Brothers, Ro. 1 Weft Washington Strafte, (Merchants National Bank.)
si .Mauz.ix.i rr 1 . a. .iH iuu'vui wwohtochi.
fangen auf alle Städte Europa?. Schiffsscheine nach und von Europa. An.
und erkauf ausländischen Geldes. paauz äugiiiu, oas cityt oer 5vett erblickten, leider aber fchon neun Tage später sämmtlich wieder starben, nachdem sie zuvor, wie die Inschrift weiter meldet, die Taufe erhalten haben. Nach frommer Sltte der damaligen Zelt sind die Siebenlinge zu Füßen des Gekreuzigten liegend dargestellt, umgeben von lyren Litern, und rmanvten. xz (n.iMiM 1.' sCttA n ! ci 4 . At VlUlHCil UClUCl VdUCWl UIU 1 11 V?UIU (111 gehauen, der übrigens wieder renovii worden .ist, und neben den an die Ma von dem Ratienfanaer erinnernden Häuserdenkmalen eine Merkwürdigkei der altbekannten Weserstadt bildet. Aoshaft. Pfarrer (öi Trauungsrede halten): Was ist Hoch zeit? Hochzeit ist die hohe Zeit: ja (mi einem Seitenblick auf die zu den spaten Mädchen gehörende Braut), es ist sogar dle.hochste Zeit!" Eltern freuden. Frau Silbersack: Gott, sieh doch nur. was ha das Baby schon ä krummes Nasche." .Herr Silbersack: Nu. was ä Häkche' werden will, krümmt sich schon bei Zei Uni" Tragisch. A.: .Weshalb sieh man den Doktor Fischer nie bei der Bt erdigung irgend eines . ferner Patienten?" B.: .Sehr begreiflich. Er furchtet, der Autor konnte gerufen werden. Schlaafertiq. Dame: Was muß ich sehen? Schämen Si L t t i tcn oenn nictjt, vinna, einen Schatz zu haben?" Mädchen: Im Gegentheil. schämen wurde ich mich, wenn ich keinen sya ha!!? unsere Dienstmädchen. .Warum da,! Du denn Deiner Situ I schaff g:tündigl Ich bitt' Dich, de: einer solchen Gnadiaen kann es ei. besseres Mädchen doch unmöglich aus C f 1 j'i . yanrn; iic yai ja man einmal ein Modejournal abonnirt." cm einziger Erwerb. Sehen Sie. Herr Commercienratb. Sie haben mir die Hand Ihrer Tochter verweigert und jetzt habe ich mir doch ein Vermögen von einer halben Million Mark erworben." So, so. haben (bic also doch geheirathet ? ' Ein Neugieriger. Aha! Habe ich Sie erwischt? Sie graben die Kupferdrähte aus. um si zu. stehlen!" Oba gar la G'spur! Ich hab' V, t. . 2.1.1 ..C. (T.l i.i. u yy", uuß iiiun jcgi uijiic ijiam leie. phoniren thuat und "da schau i halt nach, ob unser Telephonamt a wirkl,' mit'n Zeitoeist fortschreit'!" zu haben in Küqe und Sau?, erfüllt lede gute Hausfrau mit gerechtem ctolz. Da, beste Mittel. al?e Metallvaaren ia kürzester Zeit und für die längste Dauer blitzblank und glänzend vie einen Spiegel zu machen, ist die. ?sUsK ?asts, die vo der altdekannten u. bedährten Firma George W. Hofftnan, i 649 Ost Oashington Straße. i Jndianapoli hnaeftellt wird. Für Saftwirtbe itt da altbewSbrte ttufe. etttrt The Barkeepers a Friend do derselben Firma Hergevellt, zum Putzen der var Firwr ,e. einfach unentbehrlich und xm ti einmal gebraucht hat, wird es CrtS tokUt boten. JOat Stttntt'i ftrienfc
I'.-.'ö . WWk
da5rwSt5ltche, tft überall w Opotheken zh2i.
f) f 7 f)
5llN0v8 WCl sichere Heilung. on.ir.f rr i if . r . . cacrniei, t&xeouDrme uno vottanmet' ST. ANTONIUS 5anitarium, Mr. Jackson. Erfolgreiche Behandlung von Rheumatismus ' ' Hattleibigkeit, Leberleiden, Dysvepsia, Nerven., Blut., Nieren, un mag.. Seiten. Dieses Wasser enthält einen aröker, Vro. zentsatz heilender Bestandtheile, wie irgend ritt nrrirs im Via. ' Bäder sind von 8 Uhr Vormittags bis 9 Uhr Abends ,u haben. Erfahrene und zuvorkommende Wärter. eperate Ab Heilungen für Damen uvd Herren. Patienten erhalten Kost und LogiS ju oiuigen evmgungen. usute Küche. iicoe eaueml'chkttt für Patrenten. Versuche Sie ein Glas Waff im St.I .tu-u oii: , ... ' , T "" ' uiyvuy uiinui aniiarillNl. 3129 W. Washington Str. geg. dem Irrenhaus. LA ULER BROS., Eigenthümer und Managers. ?is ctafferson Haus 115-119 Ost South Straße, ist eine Herberge nach deutscher Art. Dn! Durstige findet einen kühlen Zxunl der ungnge emen reich besetzt Tisch, der SVAfca tM . m.u c i i n
uvfc tu tyutcp itiutp uno ilOn U)ttlTTiA slanltal "Nat.innal Pont 9t Q
eine zuvorkommende Behandlung, oft und! r & I ogts cetrn icag oder bei der Woche. Jedermann ist freundlich eingeladen. Geo. Peter Harnrnerle. T -if.f O uemulyttlyen &at" Wemmost-Fedemeißer Haup?quartier des Skatttubs Hatte mer nor Geld."! Skatabende Dienstag und Donnerstag JOMN WEBER, Ecke Noble und Market St. New Telephon 2011. JZrnxicLxin."Q;c33l3Z3. Saloon u. Billiard-HaU Ko.l9Z Oft Washington 0tr. gokn Meitacherz Äiatbvme? TKLrrm T7PT.imiygsg 431 Süd Delavare Straße. (Zum Btoger Loch.) Die feinstm Mosel, und Rbeintoeine i d laor. Leverzlt etn ernte la Zbier. ...'.' .17--Pool und Billiard. Alles erster lasse. Zu zahlreichem Besuche ladet ein . Heinrich Kurz, 431 Süd Delaware Str. I 401 und 408 Virginia Ave.
ffOSSTS
J. P. SCHILTGES,
WijlS'NWM
von Indianapolis. Pianos und INusikalien. Cariin & Lennox, 5-9 Ost Market St. Landwirthschaftl.Geräthe u.U)agen Holten W. B. Mfg. Co., 339 Ost Wasn. II. T. Conde Iraplement Co., 27 JN. CapltOl AT6. Winter & Hummel, 221 W. Wasn'gton Zuckerwaaren (Wholesale.) Daggett & Co., 18 West Georgia St. Schnittwaaren. Murplir, Hibben &Ca, 135S.Meridlan Havens & (iedües ua, 20ö ö. Menaian Grundeigenthum und Versicherung Spann John S. & Co., 86 Ost Market Feuerversicherungsgesellschaften. Indiana Insurance Co., Chas. Schurman, Pres. ; Thoa. 13. Llnn, bec'jr (Eisen und Blechwaaren, Gewehre. Layman & Carey Co., 111-115 S.MeriL Ceber, Treibriemen, packmaterial. Hide, Leather & Belti ng Co. , 227 S. Meridian au lvundärzttiche Instrumente. W. II. Armstrong & Co., 224 S. Merid. pumpen, Wasserleitung, Fahrzeuge Cornstock & Coonse Co., 371 S. Merid. Gbst und Produkte Kommission. Syerup & Co., 22-24 S. Delaware SU 3ce Cream. Furnas R.W., 212 N. Pennsylvania St Bauholz. Ooburn Henry, Georgia St, , Weißblech. Tanner & Sullivan. 216 S. Meridian St Putzwaaren. Fannley & McCrea, 240 S. Meridian SL Backereien. Z. s The Parrott & Taggart Bakery, : leL Cw. Bryce's Bakery. 14 Ost South, St hüte, Handschuhe etc. Hendrickson, Lefler&Ca, 131 & lleril Eisen und Schmiederoaaren. Clemens Vonnegut. 134 & 186 O. Wasn. Eisen und Stahl.! I Holliday w. j. & ckx., 107 s. Meridia I Autschen und Reparaturen. Robbin9 IrYin & Ca 220.6er?i. su I Spiele und Spielwaaren. Mayer Charles & tkx, 29 w. Wailrgt Druggisten (lvholesqle.) Indianapolis Drag Co., 21 0. Marjlini Ward Bros. Drag Co., 120 S. Merid. St. Sägen und Werkzeuge. I & C Atkins & Co., 402-410 3. IlUaol I T"Z r I .ru,i'-?mpag?,,eii. Tnrt,n Trnst.sVi JfcSafptT Vonlf I ' Lebensversicherung. American Central Life Ins. Co.. 8 Ost Market St., E. B. Martind&le, Fre. Capital 1200.000. . Safe Depoftt Vaults. Fletchers Safe Deposlt, 30 Ost W&sh. Boxes $5.00 und aufwierts. Lamenhändler. Huntington & Page, 130 Ost Harket und Stiefel (Wholesale.) D. Cooper Shoe Co., 127 S. Merid. Banken. I Meridian 8t. M. & WUson, Pres. MM . I " . x. unurenman, uassier. Leickenbestatter I Grinsteiner Bros. , 622 Ost Market St. -C'. fkort TT n tt f I .v.., vv.v iiv Viu. The A. BurdsalCa, 102 S. Merid UnSt Indianapolis Palnt & Color Co.,240 248 MassachussetU Are. Grocers (N)holesale.D Ceo. 17. Stout, 207 S. MeridianSt. - Bnnlcmeyer, Kunn Co., . ?. 211 S. Meridian 55 fc. Severin & Ca. 51 S. Meridian St. O'Connor & Ca. 47 S. Merldltn. J. a Perry & Ca, 23 W. Geori Stv DaS Deutfch.Veriksuift n QGljtsbiiFeau l Ooforiat on ; H.HARCKWOBTII, 532 Vine St, Cincinnati, O., ist anerkannt bal teste, veitverbrei teste und uverlasfigfte w CssrCa: und Deutschland, und 2e rstte aus Erbschaften und Rech!?, kann man vertrauensvoll t sei Hände legen, und versichert frta,fe die kleinsten, die d iröjt Vollmachts-Aufträg s mit gleichem Eifer und genau Eti kenntniß prompt und gnstgenZLst ts ledigt werden. . Dt,ffi,il2Lift vsrrziiter IZrdoQ i I II ii mb si4BlILi I Utftm ItH l5Ss35f2XrrEI5Z CARL PINSPAIIS Oeutschs - ; Buch - chandlmx) . 7 Süd Nlab-a Otrsie.. Vestellnngen und OsnnementI eüs ale t In nd LuSland erscheinenden O2ch n Zettschriften werden anzensmm nd pri abgeliefert.
Qn und verkans elr " CcatSifchtginT.
