Indiana Tribüne, Volume 23, Number 62, Indianapolis, Marion County, 19 November 1899 — Page 6
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Herb?. Ton SKi:tlf Krf 'Cr5 wühlt der Fujj im braunen Laube, Gin tühler Hauch preist durch dein S)dic, Vorbei der helle rüfclin-SafaitSe Sin d.'s. was g,ro"3 und r):ilig war. 5Da hilft lein Wünschen und kein Wollen 533er Sommer ging, die Liebe blich tDu fühlst mit zornig dumpfem Grollen Das starre: Unabänderlich. Die Vläter wch'n, die Aeste frieren. Durch Alles blickt ein graues Licht, Ten Zug von Scheiden und Verlieren Trägt die Natur in dein Gesicht. Die Feucraugen blicken älter, Die einst dein junges rz durchglüht. Die liebste Hand, sie drückt dich kälter. And deine Sehnsucht ward so müd. And bei der Tämmerneöel Spinnen Ergreift dich grausam harte Lust, Daß ohne schönen Traum tief innen Du bitter dich erkennen mußt. Im harten Drang, dich selbst zu richten. Machst du gebeim dich dir vertraut. Ais ohne Färben und Vcschwichten Dir vor dem eigenen Schatten graut. D)u fühlst: Das ist die Lebenswende! 'Du fühlst: Kein Anderer führt wie du! .Nein Freund reicht dir die Helferhände, Slt'm Auge lacht dir Gnade zu. Das ist dein Herbst, du blickst in's Leere, Da liegt ein Weg, so hart und weit And lähmend ruht auf dir die Schwere Der großen Lebenseinsamkeit. FauT a Jarma. Enn E. Kotünvi. Das Unglaublichste geschah. .Laura Farina erröthete. Ihre bleiche, königliche Stirne überzog sich mit purpurner Gluth, die Lippen wurden ernst und schweigsam, wie von Gottes Finger ge.zeichnet. Das ewige Leuchten des Triumphes erstarb in ihren Augen, -und zum erstenmal zeigte sich in ihrem Gesicht, das gebrochen und hilflos aussah, der Schmerz. Um das zu begreifen, muß man Laura Farina kenneu, wie ich sie kannte. Sie war das -schönste Weib in Italien. Wo sie ging, schien die Sonne heißer, Heller .vom Himmel zu strahlen, wenn sie lachte, klang es wie der melodische Gesang der Nachtigallen, und wer in ihr Gesicht blickte, verlor für Augenblicke -seine Sehnsucht. Man drängte sich um ihren Wagen, warf Rosen und Ephcu in ihren Schooß und jubelte ihr zu mit der ganzen, naiven Begeisterung eines im Schönheitscultus erzogenen Volkes. La divirni" riefen sie ihr freudig entgegen, wenn sie mit kleinen, flüchtigen Schritten durch die Gassen -ging, und Männer und Frauen begrüßten sie und starrten ihr nach, bis das leuchtende, blonde Haupt ihren anMächtigen Blicken entschwand. Sie hat kein Gefühl für den Schmerz," sagten die Frauen und fügizn neidlos hinzu, sie ist aber zu schön, sie kann es nicht." Niemand hat sie jemals anders als heiter, stolz und triumphirend gesehen, Niemand und doch . Es war ein Nichts, eine kleine, unbedeuiende Laune, die der Zufall sich einmal -mit seinem verwöhntesten Liebling gestattete. Und dieses Nichts vollbrachte -7r.it einem jähen Schlage das, was die 'verwegensten Huldigungen und die niedrigsten Schmähungen in dem schönen, hochmütigen Gesichte niemals vermocht hatten. Und das kam so: Das erste Pferderennen hatte ganz Mom vor die Thore gelocki. Ueber Laura's Haupte wölbte sich ein pur--purner Baldachin, und sie saß in helle 'Irühlingsfarben gekleidet in einem "hochlehnigen, venezianischen Sessel, der mit Maiglöckchen förmlich überschüttet war. Der Federhut wallte, "die rothen Locken wirbelten im Winde -und sandten eine Wolke von Duft empor. Sie blickte lachenden Auges in it weifte, weite Nennbahn hinaus. In diesem Augenblick glitt ein kle'lueZ, vierjähriges Mädchen geschickt und listig von dem mütterlichen Schooße Herunter, - es machte einen Schritt vorwärts und starrte voll jähen Stau?iens in das schöne, strahlende Gesicht. Dann wandte sich die Kleine um und sah ihre Mutter an, die im schlichten, schwarzen Kleide freundlich verloren vor sich hinträumte. Und jetzt wanderten die Blicke hin und her, prüfend, wägend, voll grenzenlosen, räthselhafitn Staunens, die runden Blauaugen wurden größer, und etwas wie ein Fragen, Suchen und Nichtverstehen lag in den forschenden Kinderzügen. Und auf einmal drehte sie sich um, trippelte mit kleinen, unsicheren Schritien zur Tribüne hin, wo Laura saß, Xlieb stehen und sah empor. Ein kokettes Lächeln schürzte die -rothen Lippen. Laura wie'' hinab und sagte heiter: Sieh doch, wie putzig. . . Wie heißt du denn?" fragte sie dann mit ihrer weichen, klingenden (Stimme und beugte sich zu der Kleinen nieder, die noch immer in stummem Erstaunen emporstarrte. Aber was Tausende entzückt und begeistert hätte, das ließ das Kinderherz ungerührt. Die Kleine trat einen Schritt zurück und fragte plötzlich kalt -und mißtrauisch: Du bist Du denn auch eine Mama?" Und in Diesem Augenblick geschah es. Laura Farina verstummte, sie, sank einen kurzen Augenblick in sich zusaminen, dann schlug eine flammende R'öthe in ihr Gesicht, und zum ersteninal sah hinter der göttlichen Maske Das menschliche Elend hervor. Aber die kleine Richterin wandte sich um und trippelte eilig und ängstlich zur Mutter zurück. Häßlicher als der Haß ist jtiur die Liebe wenn sie erheuchelt ist.
AZildcr aus Süd-Afrika. Seit das Goldland Transvaal die Augen der Welt auf sich gezogen hat, steht die Stadt Johannesburg im Mittelpunkt des Interesses. Denn dort hat sich eine so rapide Entwickelung vollzogen, wie sie in der Geschichte wohl einzig dasteht. Da, wo vor kaum fünfzehn Jahren öde .Heide sich erstreckte, nur vom Fuße des Kaffern betreten oder vom schwerfälligen Ochsenwagen des Buren durchkreuzt, erhebt sich heute die reichste Stadt im reichsten Lande der Welt. Als die ersten Ankömmlinge hier ihr Lager aufschlugen, nannten sie es Ferreira Camp; im Jahre 1886 machte die ransvaalregierung die Ansiedlung zur Stadt, nannte sie Johannesburg und gab ihr eine anfangs recht primitive Berfassung. Damals standen dort Hütten aus Lehm und Buden aus Wellblech, heute erheöen sich nicht nur stattliche Häuser aus Stein und Eisen, sondern zahlreiche palastähnliche Gebäude wetteifern miteinander in der Pracht der Ausstattung. Und zwar sindet man sie
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" H ' '--nriArrt ' -i t-i 7 Naadzaal. (Pretoria.) nicht allein in den Hauptstraßen, in der Commissionerstreet. der Rissikstreet, der Foxstreet, sondern sie sind allenthalben in der Stadt verstreut. Johannesbürg zählt heute 120.000 Einwohner; fast alle Nationen der Welt sind hier vertreten. Die Stadt liegt in der Ebene und erstreckt sich zwischen den Vorstädten Frdsburg und Jeppestown, die durch die Hauptstraße, die Commissionerstreet, verbunden sind, über eine deutsche Meile. Die Vorstädte dagegen ziehen sich zum Theil malerisch an Hügeln hin. Allen anderen voran zeichnet sich die Vorstadt Doornfontein durch ihre liebliche Lage am Fuß einer Hügelkette sowie durch die mit vielem Geschmack erbauten Villen und die herrlichen Gärten aus. deren Erhaltung enorme Summen verschlingt. Die Vorstädte Vraamfontein und Hospital Hill verdanken ihre landschaftlichen Reize den Braamfonteinhügeln, auf deren Rücken sie angelegt sind; am westlichen Ende dieser Hügel erhebt sich jetzt das neue Fort, das mit seinen Geschützen die zu Parlamentsgebäude. (Bloemfontein.) Füßen des Höhenzuges ausgebreitete Stadt beherrscht. Jenseit von Fordsbürg ist das Kaffernviertel. wo alle Kaffern, mit Ausnahme der in den Diensten Weißer befindlichen, Wohnung nehmen müssen. Am entgegengesetzten Ende hat sich in den letzten Jahren Jeppestown zu einer hübschen Vorstadt entwickelt. Den Oranje - Freistaat durchquert von Nordost nach Südwest die Eisenbahn Viljoens Dcift-Rorvals Pont, die die Verbindung zwischen der Südafrikanischen Republik und der Capcolonie herstellt. Der Schienenweg führt fast ununterbrochen durch eine Hochebene mit endlos sich ausbreitenden Grasflächen, die Heerden von Pferden und Rindern, Ziegen und Schafen sowie zahlreichen Trupps hier gezüchteter Strauße fette Weidegründe bietet. Selten nur und dann stets in der Nähe von Gehöften taucht eine Baumgruppe auf. Inmitten grüner Gärten und freundlicher Anlagen liegt auch Bloemfontein, die von der Eisenbahn berührte Hauptstadt des Oranje-Frei-staates. in einer Meereshöhe von 4500 I Fuß. Nach der Zählung von 1892 ! r? . . i r" r L!. !.." c. . i. oezifseri tcn oie eoonerung oer iao: auf 3817 Einwohner, von denen 3113 der weißen Rasse angehören, während der Rest Schwarze sind. Von dem Aufschwung derStadt zeugt eine ganze Präsidentengebäude. (Vloemsontein.) Rk'he öffentlicher Gebäude, so die , durchaus massiv aufgeführt: AmtsWohnung des Präsidenten der Repu- ; blik, ferner das neue, hübsche Postamt, ; zir.i Markthalle, die niederländisch-re-j formirte Kirche, der neue Raadzaal" (Haus des Volksraths) u. s. w. Das aus einem steil aufsteigenden Hügel über der Stadt thronende Fort ist stark armirt und birgt in seinen Schuppen und Waffenkammern zahlreiche Krupp'sche Schnellladegeschütze und kleinkaliberige Gewehre. Die Befestigungen wie die Casernements, Ställe, Geschützschuppen und LagerHäuser sind Schöpfungen des MajorS
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Albrecht, der, vormals Wachtmeister im preußischen 2. Garde-Feldartillerie-regiment, auch die Artillerie, die einzige stehende Truppe des Freistaats, nach deutschem Muster organisirt und
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Stadthaus. (Pietermaritzburg.) uniformirt hat. In Bloemfontein, das Sitz eines deutschen Consuls ist, genießen die Deutschen ein hohes Ansehen; befinden sich doch unter ihnen nicht wenige, die zu den Vätern des Freistaats zählen, an dessen Begründung sie sich betheiligt haben zu einer Zeit, da die Vortrecker" sich hier niederließen. Die britische Colonie Natal ist wie der Oranje-Freistaat und die Südafrikanische Republik zuerst von Buren besiedelt worden, die hier im Jahre 1833 einen glänzenden Sieg über den mächtigen Kaffernihäuptling Dingaan erfochten. An die tapferen Führer in jenen Tagen. Pieter Rettes und Gert Maritz, erinnert noch heute der Name der Hauptstadt Natals, Pietermaritzbürg. Die Stadt liegt in einer Ebene am Flüßchen Umsin-Dusi in 2000 Fuß Meereshöhe und an der Eisenbahn, die Staatsraths-Gebäude. (Pietermaritzburg.) vom Hafenplatz Durban nach Ladysmith führt und dort westlich nach Harrismith im Oranje-Freistaat abzweigt, während der Hauptschienensträng über Glencoe und Newcastle den Anschluß an das Bahnnetz Transvaals bei Volksrust findet. Pietermaritzbürg hatte 1891 eine Bevölkerung von 12.317 Einwohnern, worunter 4000 Kaffern und 800 indische Kulis waren. Die Stadt treibt einen ansehnlichen Handel mit Häuten, Wolle, Straußfedern, Elfenbein und Getreide; alle diese Exportartikel gelangen über Durban zur Ausfuhr. Zwei der schönsten Bauten der Metropole Natals sind das Sitzungsgebäude des Staatsraths (Legislative Council House) und das Rathhaus. Das erstere, aus rothem Backstein erbaut und in der Front durch eine Säulenhalle korinthischen Stils belebt, wurde mit einem Kostenaufwand von 25.000 Pfd. St. aufgeführt und im Jahre 1888 vollendet. Vor der Faade erhebt sich ein Standbild der Königin Victoria im Krönungsornat, gelegentlich des öOjährigen Regierungsjubiläums der Herrfcherin errichtet. Noch großartiger ist das Stadthaus, das 1893 vollendet Schanzen bei' Kimberl.ey. wurde und einen Aufwand von 38.000 Pfd. St. erforderte. Der imposante Bau ist aus rothem Backstein unter reichlicher Verwendung von SandsteinVerblendung aufgeführt. Das nach einem regelmäßigen Plan angelegte Straßennetz ist mit schattigen Baumalleen versehen, und ein öffentlicher Park ladet zu Promenaden ein.. Weltberühmt ist die Diamanten stadt Kimberley. welche dem Diamantenkönig Rhodes, dem schlimmsten Feinde der Boeren, als Wohnung dient. Kimberley ist jetzt, nach Zerstörung der Eisenbahn bei Modderrivier von seiner Verbindung mit dem Süden abgeschnitten und von den Boeren cernirt. Nach den letzten Nachrichten befanden sich in Kimberley Truppen mit neun Maximkanonen und zwölf Feldgeschützen. Die Freiwilligen bestehen meist aus Beamten und Arbeitern der de Beers-Gesellschaft. Rings um die Stadt herum befinden sich fünfzig bis sechzig Fuß hohe Haufen, aus Minenschutt bestehend, die man mit Geschützen besetzt und sonst zur Vertheidigung hergerichtet hat. Von diesen Stellungen aus beherrscht die Besatzung, da die Umgegend vollständig slach und unbedeckt ist, das Gelände nach allen Richtungen hin auf große Entfernung. Eine Erstürmung Kimberleys würden die Buren also nur mit großen Opfern durchfüh-
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ren können. Die Frage ist also, ob die Stadt mit Lebensmitteln genügend versehen ist und eine längere Belagerung aushalten kann. Darüber ist indeß nichts bekannt. Man nimmt nur an. daß die dortigen Behörden sich vorgesehen haben. In gewöhnlichen Zeiten bezieht Kimberley alle seine Proviantmittel aus dem Oranje-Frei-staat. Die Stadt hat durchaus keine eigenen Hilfsquellen und besitzt auch in der unmittelbaren Umgebung nicht einmal Farmen, die ihr Lebensmittel liefern könnten. Das Geschick Kimberleys hängt also mehr an der Proviantfrage, als an der Frage der Vertheidigungsfähigkeit. Sollten sowohl Kimberley'wie Mafeking sich ergeben müssen, so würden bedeutende Burenabthcilungen frei werden und in der Lage fein, in Rhodesia einzudringen und Buluwayo und Salisbury zu zerstören. Was die Buren thun können, um Rhodes zu sangen und sein Werk zu vernichten, das werden sie sicher thun. Ihr tief gewurzelt Haß gegen diesen Mann, der ihnen Kimberley um der Diamanten willen raubte, wird sie nicht vor den allergrößten Hindernissen zurückschrecken lassen. Auf dem Kricgsthcatcr. Der blutige Krieg, in den frevelnd: Eroberungssucht die Engländer gestürzt, hat denselben Schlappen gebracht, die ihren Stolz auf das Tiefste beugen müssen. Der militärische Spaziergang", von dem sie träumten, ist zu einem kläglichen Rückzug geworden, nachdem sie, unter großen Verlusten an Todten, Verwundeten und Gefangenen, wiederholte Niederlagen erlitten haben. Die bisherigen kriegerischen Ereignisse haben sich in Natal, olso.auf englischem Gebiete, abgespielt. Wie aus der beigeführten Karte ersichtlich, zieht sich von Durban, wo sammtliche Truppen- und Munitionstransporte landen, die Eisenbahn über Pie-
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Kriegsschauplatz. termaritzburg und Ladysmith nach dem Gebiete des Oranje-Freistaates bezw. der südafrikanischen Republik hin und an diesem Schienenwege liegt die Opeationsbasis der Engländer. Nach der Schlacht von Glencoe zur RückwärtsConcentration" auf Ladysmith gezwungen, sind die Engländer somit in ihrer Operationsbasis auf das Schwerste bedroht. Der Befehlshaber, welcher in einer officiellen Depefche die Verantwortung für all' dieses schwere Mißgeschick übernommen hat, ist der General Sir George White. Als Oberst des Gordon Highland-Regi-ments hat er in Egypten, im Sudan und in Indien sich in so hervorragender Weise ausgezeichnet, daß die Engländer von ihm eine schnelle Beendigung des Krieges erwarteten. Und General White. dies nicht mit Unrecht, denn in der Niederwerfung des Aufstandes der Afridis hat er gezeigt, daß es ihm an Bravour nicht fehlt. Um so größer ist mithin die Enttäuschung. General White war erst vor Kurzem zum Gouverneur von Gibraltar ernannt worden, doch wurde er vor Aniritt dieser Stellung nach Süd-Afrika geschickt. Er steht im Alter von 03 Jahren. Kasernhofblüthe. Unterofficier: Sind Sie aber faul, Meyer! Ich glaube, Sie würden als Turteltaube, nicht einmal turteln!" W i e die Alten sungen etc. etc. Lehrer: Was, Moritzchen, Du kennst nicht das Gedicht: die Bürg-schaft!"?-Moritz: Herr Lehrer, oleiben Se mer weg mit 'ner Bürgschaft!" Schnellbesonnen. Der Herr, der g'rad' is vorbeigegangen, kommt mer bekannt vor . . . Halt, den kenn' ich! Das war ja der Müller, dem ich schuldig bin 40 Mark! Ich glaub' alleweil, ich kenn' ihn doch nicht!" S ch ö n e r T i t e l. Die Kaffeeschwester: Die Frau Krause kommt wohl auch heut'? Die Wirthin: Ja. aber bitt' schön: Frau Krause" dürfen S' ja mt sagen; der ihr Mann hat an Anstellung kriegt, die ist jetzt Frau Bedürfnißansialtsinspector!" Backfischchens Kochtun st. Onkel: ' Nun. liebe Nichte, was macht die Kochkunst? Hast Du schon selbstständig etwas geleistet?" Nichte: O ja, ich habe heute meinem Papa einen Teller Suppe vorzüglich wärmt!"
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Eine Wusteranstakt. Das Fest eines Theil - Jubiläums, das hundertjährige Bestehen einer der beiden Lehranstalten, aus deren Leischmelzung sie im Jahre 1879 hervorgegangen, feierte dieser Tage die technische Hochschule zu Berlin - Charlottenburg. Es war im Herbst 1799, ls die neubegründete Bau - Academie" in der alten Münze" ihren Unterricht eröffnete. Als solche hat die Anstalt unter wechselnden Schicksalen bis vor 20 Jahren bestanden, wo sie mit der Gewerbe - Academie", die ihren Ursprung bis zum 1. November 1821 zurückleitet, zur gegenwärtigen Technischen Hochschule" vereinigt wurde. Bei ihrem Entstehen hatte die junge Bau - Academie, deren erste Anfänge bis auf die Gründung der Kunst-2lca-demie im Jahre 1693 zurückgehen, nicht ihres Gleichen. Als vorbildlich konnte in manchen Zügen höchstens die 1794 gegründete Ecole Polytechnique" in Paris gelten; doch diente letztere mehr militärischen als bürgerlichen Zwecken. Die Folge dieses Mangels an Vorbildern war ein anfänglich mehr tastendes als sicheres Vorgehen, ein häufiger Wechsel der Organisation nicht blos, sondern auch der Ziele, welche der Lehrthätigkeit vorgezeichnet wurden; aber gerade diese von fremden Einflüssen freie Entwickelung hat die Lehranstalt zu ihrem Vortheil ganz aus sich selbst gestellt und sie die rechten Wege finden lassen, auf denen sie in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts sich zu einem Muster - Institut erhob, das seinerseits nun zum Vorbilde bei Errichtung ähnlicher Lehranstalten wurde.
Die technische Hochschule. Auch die Gewerbe - Academie hat eine ganz ähnliche Entwicklung genommen. Auch sie war eine Schöpfung aus dem Drang der Umstände und des unabweisbaren Bedürfnisses heraus und ganz ohne Vorbild. Ihrer älteren Schwester gleich wurde sie durch wcchselnde Anschauungen über das, was Noth thue, öfters von dem richtigen Wege abgelenkt, um sich wie jene immer wieder zurechtzufinden und von der Mitte des Jahrhunderts ab den Entwickelungsgang zu nehmen, der vor 20 Jahren zur Gründung der Technischen Hochschule führte. Ihre Aufgabe war der jüngeren Anstalt aber unendlich mehr erschwert, als der älteren weil die Fortschritte der Technik während der 53 Jahre des Bestehens der GewerbeAcademie so stürmisch waren, wie sie auf keinem anderen Gebiet stattfanden und außerordentliche Anstrengungen nöthig waren, um die Lehrthätigkeit der voraneilenden Praxis anzupassen. Auch hier bedürfte es bei dem Mangel an Vorbild.-rn einer schöpferischenThätigk'it, die n2r bei eingehender DarleDie Gewerbe - Akademie. gung der Geschichte dieser Anstalt gehörig und nach Verdienst zu würdigen ist. In den Jahren 18781884 erfolgte die Errichtung des Prachtgebäudes der nunmehrigen Technischen Hochschule zu Charlottenburg, ein Werk, mit dem die Namen Lucae, Hitzig und Naschdorff ehrenvoll verknüpft sein werden. In den seither verflossenen 15 Jahren hat die Entwickelung der Technischen Hochschule einen solchen Aufschwung genommen, daß die auf 2000 Besucher berechneten Räume bei Weitem nicht mehr zureichen; denn die am 1. April 1879 nur 1200 Studirende betragende Frequenz ist gegenwärtig auf 3800 gestiegen. Große Neu- undErweiterungsbauten sind deshalb zur Zeit im Gange. De? Lehrkörper besteht gegenwärtig aus 135 selbstständigen Lehrern (79 angestellten Professoren und Dozenten und 56 Privat - Dozenten, ungerechnet 182 ständige Assistenten. Sprachlehrer etc,). Groß ist die Zahl der Sammlungen und Lehrmittel, welche dem Institut zur Verfügung stehen, vortrefflich eingerichtet sind seine Laboratorien, die chemischen, der elektrotechnische und dasjenige für Maschinenbau. dem noch vor zwei Jahren eine Ueberweisung von Maschinen imWerth von 120.0) Mark seitens des gegenw'ärtigen Rectors. Geheimrath Prof. Riedeler zugeflossen ist. AllesGeschäft Wie, Ihr Schwiegervater hat Ihnen bis jetzt keine Mitgift ausgezahlt?" Nrnt, ich habe ihm feine Tochter auf Credit abgenommen!" Zweifelhaftes Complim e n t. Nun, Herr Doctor, ich habe mich wohl während Ihrer Abwesenheit sehr geändert?" Durchaus nicht, meine Gnädigste, immer die Alte!"
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Ottomar Mcrgcnthalcr. Nach längeren Leiden ist in Valtimore, Md., Ottomar Mergethaler, der Erfinder der Linotype - Setzmafchine, im Alter von nur 45 Jahren aus dem Leben geschieden. In Mergcntheim, Württemberg, am 10. Mai IM als der Sohn eines Lehrers, geboren, war er ursprünglich ebenfaUZ für das Lehramt bestimmt, doch bekundete er schon als Knabe ein so ausg:sprochenes Talent für Mechanik, das; ihn sein Vater bei seinem Onkel Hahl in Bietegheim die Uhrmachern erlernen ließ. Als 18jährigcr Jüngling kam Mergenthaler nach Amerika und trat in Washington, D. C.. bei einem Vcttcr Hahn, der elektrische Apparate anfertigte, in Arbeit. Dort eignete er sich eine solche Eeschicklichkeit an, daß er innerhalb von zwei Jahren die feinsten Instrumente für den Bundes -'Signal-dienst herzustellen im Stande war. Als im Laufe der Jahre das Hall'sche Geschäft nach Baltimore verlegt wurde, siedelte Mergenthaler ebenfalls dorthin über, errichtete aber im Jahre 1881 ein eigenes Geschäft. Die erste Idee zu
ryv ''sa--i fts:. a C-J 'IM' feVä AM ; . V-, w, J JVi' V JQ t, : -ivfi' O. Mergent Haler. seiner epochemachenden Erfindung, der Linotype - Setzmaschine, hat Mergenthaler, wie er selbst einräumte, von einem Schotten Namens James Ogilvie Clephane empfangen. Er erhielt nämlich eine von diesem Manne construirte Schreibmaschine zur Reparatur und diese Arbeit regte ihn ZU dem Entwurf einer derartigen Maschine au, worauf er die Herstellung einer Setzmaschine plante. Seine erste Setzmaschine wurde im Jahre 1834 einer Probe unterworfen. die sehr erfolgreich verlief. ' Das ganze folgende Jahr wurde von dem Erfinder mit Verbesserungen zugebracht, und da die von ihm organisirte National Typographie Company" keine Mittel hatte, wurde die Mergenthaler Printing Company" mit einem Actiencapital von 1 Million Dollars incorporirt. Die erste Schriftsetzmafchine Mergenthaler's wurde im Juli 1886 in der New Yorker ..Tribune" aufgestellt und seitdem hat sie sich über die ganze civilisirte Welt verbreitet, die Schriftsetzerei vollständig revolutionirend. Wie fast allen Erfindern, so erging es auch Mergenthaler bei der praktischen Ausbeutung seines Werkes. Die Capitalien, welche imJahre 1891 die Mergenthaler Linotype Company" mit einem Capital von Z5.000.000 gründeten, schöpften den Rahm ab und ließen ihm nur ein verhältnißmäßig geringes Entgelt. Die Wirren mit der Corporation und seine Kämpfe gegen Angriffe seines Patentes verbitterten dem Manne in den letzten Jahren das Leben vollständig, und er ist zur Unzeit gestorben, da er eine neue Corporation in den letzten Wochen ganisirt hat, um noch eine bedeutend bessere Maschine herzustellen. Unter den deutschamerikanischen Erfindern aber wird sein Name stets mit Ehren genannt werden. Unerwartete Bestätigung. Frau Hauptmann: . . .Ja, es ist Thatsache: ein treues Mädchen, sindet man heute nicht mehr!" Bursche: Nee!" Gute Auskunft. Tourist: Du Kleiner, wo kann man denn im Dorfe am besten speisen? Bauernbub: No, allwei' beim Herrn Pfarrer." I n d e r R e d a k t i o n. Redalteur (zum Reporter): Sie müssen geistreichet lügen, Herr Flecksl." Selbstverständlich. Im Vertrauen, hat Deine Braut Geld?" Selbstverständlich; zum Vergnügen heirathe ich sie nicht!"
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!li L ß ! bst? Mö '.'X'" i ! y W 'i V A "Ci K ' Vl äpc y i : y i 'L v Der Elektrotechniker Schlzuniann l,at das Klavier seiner Frau auf eir.:r e!ekirischen Versenkung ausstellen lassen. Sobald ihm das Spiel u viel wird, drückt er auf einen Knpf und der Marterkasten" verschwindet in die Tiefe. EinfreudigesEreigniß. . miwyi ytiS&ivy 4, J - WWMS ('A sfy -rn?V'V 'NMS ?x infM v w v- ' i-r a i MilmWs? j (MmfjMc: ? i;h . nli ;V f. HU Y QJ'W r ) fr i i filjUAisfr v iiJ: '''l-! r -i --z.--' rr Na, Kinderchen, wo geh!' ihr' denic hin?" Zum Onkel Moritz gratulirem" Ah. der hat wohl Geburtstag?"' Nein er hat Pleite gemacht."' MibglückteZSelbstlob.. ... .Ich bin grundsätzlich gegen, dasPumpen! Sehen Sie, ich hätte so drin--gend einen neuen Hut nöthig, ehe aber, der vom vorigen Jahr nicht bezahltiist,. denke ich nicht daran!" Schlau. MÄÄÄ, 11M i'SW Feldwebel: Sagen Sie 'mal. offta und ehrlich, was soll das heißen? Siesind der beste Schütze der Compagnie und heute beim Preisschieen treffen Sie gar nichts; auch gestern fehlten: Sie stets! Das muß einen GrundHaben! ... Na, es soll Ihnen, mchtspasstren!" Reservist: Dann will ich's Herrn: Feldwebel sagend Unser neuer Herr Neservelieutenant, der unser Amtsrichte? daheim ist, hat mich schon, zwei Mal in so Jagdgeschichten freigesprochen;wenn ich jetzt immer trefs, dann. qeht's mir halt das nächste Mal schlecht vor Gericht!" Erklärung. 'l'yS sfjmä? ( zsä: . äX-L-iVttV. Ist Fräulein Anna denn leidend, ")Oß sie die Kneiplur durchmacht?" Nein, aber sie hat so wunderhüb Zche. kleine Füßchen!" In der Mädchenschule. Lehrer: Was ist süßer alsZucker?" Klärchen: Die Liebe!" VomExercierplatz. Un ierofficr: Kerl, Sie machen beim Exercieren ja solch' eine unglücklichtFi gur wie'n Eskimo in der Sahara
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