Indiana Tribüne, Volume 23, Number 48, Indianapolis, Marion County, 5 November 1899 — Page 9
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ctla Pas schwarze lUciö. Dßpreußische Dorfgeschichte von Gertrud Liesen. Fried, mien S'ahn, ges nrt doch , bätle io drin!?. lies, Moderke, gliek. Xtz blonde Hüne schlug das Beil w den Hullotz. auf fcenx er eben Holz spaltete, tauchte den blechernen Schöpstecher in die Wassertonn?, die, dein Hsrde zunächst, in einer Ecke der niedrig:n Lehmstube stand, und trat an das Bett der Kranken. Na, cder, wie geiht di denn hüde Awend? Dat geiht, wie bat ömmer geiht, entartete die alte trau in stumpfe? Resignation, nachdem sie durstig ein paar Schlucke Wasser getrunken hatte. Mal mott dat wersch doch bäter Ware, kündete der Sohn ew; er hatte sich auf den Vettrand gesetzt und sah nachdenklich vor sich hin. i Dat Waid nu all nich mehr bäte?, ne, dat ward nich. Lat man, mien Sähn, schad't mischt. Oeck häbb christ. lich gelewt, öck bruk mi dor'tn Statwe nich to förchte. Man bloß dat n mücht öck so geem, ihre alten, dürren Finger krümmten sich um seine breite Faust, dat eenzigstö wönsch ock mi noch! Wat wällst denn. Moderke? fragte er cmtinütbia. Die Kranke warf einen änZstlich:n VIm nach der nur angeteynten ammertbür und saate dann leise und dringlich: Oeck mücht dat schwarzeKled antedne om Sarcö: dat schwarze Woll rwZkled. wat Lk mi domoalia. Tid kofft häbb. wie öck noch wat ve ,)eene tan'. Wat meenste, Fried, ward mi dat Kled woll late? Na, daromsweege starw man Ln Rud. Moder: da Kled kröaast möt öm Grass. Dat 's dien eegen, du hast di je bet Gold dorto gespoart. Dat habd ock, dat hadd ock, murmelte die Greisin mit inniger Befriediauna. Sefet öffnete siÄ die Kammertbü'r. eine frische, derbe Frau trat ein und aina naÄ dem erde, wo it htutx mate und auf eisernem Dreifuh die Abendmehlsuppe zu kochen .begann. Ein unfreundlicber Blick streifte das Lett, an dem ihr Mann noch saß, und sie murrte: Wenn Se dorckut 0N dorcball mo'tt wem sabbere (schwatzen) wolle. Moder, denn war öck de ole Wiewersch ut dem Dörp hoale; de Fried häwt kein Tid, de mott mi Holt kleen hacke. Na. na. dat 's niÄ so schlämm, Jufte, du warschi dien Holt morge alle finde, erwiderte der Mann, stand aber dock, auf und arna an die unterbrochene Arbeit zurück. Eine Weile hörte man nichts als das Aufschlagen des Bettes und das Prasseln d:s offenen Herdfeuers. ftirn brodelte die Suppe hoch auf und wurde in eine große irdene Schüssel gegossen. Die junge Frau holte Schwarzbrot und mehrere Holzlöffel und stellte alles zusammen auf den rohgebeizten Tisch, der vor dem einzigen Fenster an der Langwand der Stube stand. Sie rief die Kinder feiern, die bin! dem kaufe um den aroken Dunadaufen herum sich jagten, und die Familie setzte sich zum Essen. Kaum eine Stunde später war alles still in der dumpfen, kleinen Stube. Mann, Frau und Kinder lagen schon in festem Schlaf, nur vom Bette der Kranken her klang das leise Stöhnen bis lanae nach Mitternacht. In Ostpreußen finvet man auf dem Lc:nde nock bäufia Leute, die Äeit ibres Lebens derselben Herrschaft dienen, ja, oft verlassen ganze Generationen die liebg:wordene Scholle nicht. " Auch Gottfried WendlandS Eltern wohnten schon auf dem Rittergut Klaninken, I . . der kleine Fried hatte dort als Barfußi gee Bube die Schafe gehütet, war fpä ter zum Scharwcrt (Scharweiln: halbwüchsiger Drenstunge) gegangen und dann, als er vom Muit zurück kam, Gespannknecht geworden. :(jr war ein schöner, strammer Kerl, nicht 10 roh wie die andern Knechte, tüchtig oei der Arbeit und immer nüchtern. So eine? mubte den Mädchen wohl gefallen. . Die Juste Katuschat drehte auch jedesmal den Kopf nach ihm um, wenn er pfeifend und mit der drei Meter langen Peitschenschnu? knallend, vaß es wie Gewehrfeuer knatterte, über den Wirthschastshof fuhr. Bald wußte jeder, daß die beiden zusammen gingenl. Zum Jahrmarkt schenkte Fried seiner Liebsten eine unechte gölten Brosche", und sie stickte ihm ein Paar sehr hasche rothgrüne Tragbänder. - 1 Um die Michaeliszeit wurde eine Familienstube auf dem Gute lrn,: va bat Fried den gnädigen Herrn,... ?b er die Juste Katuschat heirathen dürfe. Der hatte nichts dagegen. So wurden sie ein Paar, unv ti ging ihnen gut, denn daZ Mädchen, das für zwei er .beiten und für drei sparen konnte, hatte einiges Hausgeräth, 'etwas Wä sche ui:d, in den Zipfel eines rothgewürfelten Tuches geknüpft, sogar ein paar Groschen Geld mit in die Wirth 'schaft gebracht. Frieds .'alte Mutter, d!e Wittwe war, wohnte bei ihnen. Sie half im Hause und verdiente auch nsch recht schönes Geld durch Tagefchn. ' Da hatte bor vier Jahren das Un alück es wollt, daß die Alte 'der Dreschmaschine zu nahe gekommen und schwer verletzt worden war. Seitdem kennte sie nicht mehr arbeiten,. kaum das Bett verlassen. Anfangs 'zeigte sich ' die ' Schwiegertochter freundlich und geduldig. Als aber Jahre vergingen, ohne daß die geringste. BesftrunS eintrat,-, traf mancher scheele
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Blick, ncxtyi bittere Wort die hilflos
Daliegende. War nicht so schon Arbeit genug im Hause, mußte man noch für Kranke sorgen? Und all' die schönen Federkissen wären so gut für die Kinder zu brauchen gewesen. Sogar einrn Webstuhl hat: man ausstel len und im Winter - mit Weden etwas verdienen können, wenn nicht das Bett soviel Raum in der Stube einnähme. Frau JusteZ Aerger darüber sollte nicht mehr lange währen. Wenige Tage nachdem sie da schwarze Woll. kleid sich als letzten Schmuck erdet:n hatte, fand Fried die Mutter, eines Morgens todt im Bette liegen. Sonntag wurd-e die alte Wendlandsche begraben. Am Morgen schloß Frau Juste den großen rothbraunen Kasten auf, der die esammten Habseligkeit:n der Familie enthielt, und suchte ein Paar Strümpfe und ein weißes Hemd daraus hervor. Fried, der Tannen und Kalmus in kleine Stücke schnitt, mit denen, der Sitte gemäß, die Die len des Trauerhauses bestreut werden mußten, fragte, wozu das Hemd sein sollte. Na, far d: Dode. entgegnete sie. Oes od. awersch nu teh ehr ok noch dat schwarte Wollkled an se häwt mr gesaggt. da se dat schwart Ried -an häbbe woll om Sarch. Die junge Frau blieb einen Au blick in sprachloser Verwunderung ste hen,' dann Ichlug sie mit der flachen Hand auf ihre breite Hüfte und eiferte in keifendem Ton: Wat! so'n scheenet, nu'et Kled on de Eerd gräwe? Du böst woll nich recht röchtig öm Kopp, Fried? De Moder häwt sock dat doch geWünscht, wendete er ein. - Wönsche wonscht sock mancher wat. meinte sie achselzuckend. Awersch dat wär doch ehr eegen Kled, beharrte der Mann, se hadd söck dat gekofft. Joa, se hadd et gekofft; on onZ häwt s: niem5?als wat betoahlt, far kein Wohnung tu Ete on Drinke, nuscht! De ole Fru häwt je nich vel gebrukt, begütigte er. Na, on sull öck denn rein gar nuscht arwe. far all -mien Möh on -Oarbeit, on de vele Sa::reri mött de Kranke? Da aina er hinaus und warf die Thür hinter sich u. Er wollte noch mit den andern Dorfleuten über die Sache reden; aber auch diese meinten alle, es sei schade, das gute, theure Wollkleid in der Erde verfaulen zu lassen. Der Todten könne es nichts nützen, und für die Lebende sei es ein schöner Sonntagsstaat. DaZ mußte der Gottfried denn auch einsehen, und endlich gad er nach, wie er seiner Frau ste nachgegeben hatte. Mehrere Wochen waren nun, schon seit dem Begräbniß vergangen, aber der Fried, ging noch immer still und in sich gekeyrt umher, so ganz anders als sonst. Er that zwar nach wie vor fleißig seine Arbeit, aber mit den Gedanken war er nicht dabei. Einmal fragte ihn der Gu!inspector, wasihm eigentlich fehle, ob er sich denn noch um den Tod' der Mutter-grame? - Er seufzte tief auf und schüttelte denKopf: Ne, Herr Enspector. daromswege nich. Nach Feierabend saß Fried ti stundenlang müßig aus der Bank neden dem Hause und starrte vor sich hin. Baderke. an wat denkst? fragte sein jüngstes. Mädchen einmal. An diene dode Großmoder. Lieske, antwortete er. Großke häwt nu kein Schmerze mehr, säggt ons Herr Schollehrer, iöroßke häwt dat nu vel bäder wie vordem. entgegnete die Kleine altklug. Nu hör bloß. Ma7.n, lachte Frau Juste. de kleen Mergell LZ wahrhaftig tlöger wie du. Du nickst die rein tom Narre mött dien'Geseufze on Gesimmeleere. Es half nichts; was den Mann quälte, konnte er nicht abschütteln. An einem Samstag, nach dem Lohnemvkan'a. ließ sich Frled beim gnädigen Herrn melden. Er küßte ihm die Handj i i .si. ! . Cm.lT k.f . r I uno oreyie eine 'uuzut winu' Mütze zwischen den schwieligen Fäusten hin und her. ' , , Nun, wäZ wollt Ihr denn, Wendland. Ihr hat doch alles richtig, bekommen böi'der Auszahlung? Dat schon, gnä' Herr. Oeck komm man bloß mött 'ne Bödd. . ' Was für .eine Bitte? -. Oeck woll gttn mien. ol' Mod:r wedd'r tgraw.'5e; se sull dat schwart Kled möttlrieFe öm Sarch.Der gnädige Herr schien nicht gleich zu verstehen, und eifriger fuhr der Jnstmann fort: Dat schwart Wolltled. wat ehr gehärt, on wat wie ehr nich angetoage häbbe. - ' - Nun begriff der. Gutsherr endlich. Ihr seid nicht recht gescheit, Wendland, daS ist doch keine Ursache, um eine Leiche wieder- auszuladen: Glaubt mir nur. die Alte'ruht ganz sanft auch im Sterbehemde. Ne. ne. beharrte der große, blonde Mensch traurig. ' öck yadd ehr dersproke. dat se dat möttkriege. sull; on wenn se nu om Himmel bi ons' Lerr, ssJtt kömmt, on se häwt nich mal dat schwarte Korchekled anne. gnä' Herr, öck häbb mi-dat fest vörgenahme: dem Sarch lat öck noch 'mal opmake. on wenn mi dat' mien letzte Pfennich kost. , Der Gutsherr hatte bisher aelächelt, jetzt sagte er ernst und eschieden: DaS geht nicht. Wendland; aus sol. chem nichtigen Grunde darf kin Grab ceosfntf werden. Geht nur nach Haue zu Frau und Kindern, und schläft d:e unnützen Gedanken aus. : : . Gottfried ging, aber die Gedanken wurde er nicht los.- sie ließen ibm keine brühe. Immer war es ihm, als stände die Mutter.hinter..ihm und' verlange nach ihrem . Kleide. Wie 'sollte "er es denn nur anfangen, ihr dazu zu. derhelfen? Er. ginz. zum - Ortsschulzen :und sprach mit dem über die Sache Aber der lachte und meinte. ' f?raü " Juste
hätte wohl die Schnapsbuddel' ntch: unter Verschluß gehalten, ihr Mann habe heut entschieden was im Kopfe. Da machte sich Fried eines Sonntags in aller Frühe auf den Weg nach dem Kirchhof. Den Todtengräber kannte er gut, der sollte ihm das Grab, öffnen, die Arbeit sollte bezahlt werden. Aber de? Todtengräber, der sonst gern ein paar Groschen Eztraverdienst einstrich, weigerte sich entschieden und sagte, eZ könne ihn um Amt und Brot bringen. Nun wußte der arme Mensch sich keinen Nath mehr. Er wurde immer grüblerischer, verschlossener. Er fiel ordentlich körperlich zusammen, die Augen irrten unstät umher, und die groven Fäuste machten oft zuckende Bewegungen, als müßten sie ein unsichtbares Phantom dericheuchen. NaaztS konnte er stundenlang nicht einschlafen. Ihn hatte früher das Stöhnen der kranken nie gestört, jetzt, wo es längst verstummt war, meinte er. es immer zu hören. Er wußte ja wohl, warum: sie meldete sich, sie ließ ihm leine Rübe, sie wollte ihr Eigenthum haben, ihr schwarzes Kleid. ..- .. . AIS. er es gar nicht mehr aushalten konnte, lies er zum Herrn Pfarrer und bat auch ihn, das Grab doch um Got teswillen offnen zu lassen. Der geistliche Herr hörte den ganz Verstörten, dem heller Angstschweiß vor der Stirn stand, mit 'herzlicher Theilnahme an und sagte milde: Ihr hättet damals, als es noch Seit war, cls die Erde nicht die Toot; deäte, 'ihren Wunsch v füllen sollen. Jetzt ist es zu spät. . ' Die frommen, tröstenden Worte, di: d?r brave Seellorger ' weiter sprach, glitten an demLhre des Gequälten- w leerer Schall vorüber, sie konnten ihm ja doch nichts helfen. Hell leuchtete der Mond über den
Kirchweg und die vielen stillen Hüg:l, als Zrieo endlich heimging. Zu Hause schlich er sich leise an den rotydraunen Kasten, fchloß ihn auf, nahm das schwarze Kleid heraus, wickelte es fest zusammen und knöpfte es unter di: Jacke. Dann ergriff er einen Spaten und entfernte sich eilig. Aber rau Justes scharfe Augen hatten - alles wohl bemerkt, laut scheltend lief sie hinter ihm her und entriß ihm das Päckchen wieder. Oes so wat lcoll de Mönschemäg lichkeit! Oeck glow, de Kerl os ganz doll. Wat lull venn dat nu bedüdei Er antwortete nicht, setzte sich mit ineinandergefalteten Händen auf den Hauklotz und starrte nur unverwandt uf das schwarzeKleid. das Juste auseinanderrollte. sorgsam glättete und wieder in den aen icog. iixn Schlüssel zog sie ad und steckte ihn in ihre Tasche. ... Da stand der Fried schwerfällig auf und ging zum Hause hinaus. Wat rennst denn nu noch foort? rief ihm die Frau .ärg-.rlick nach, öck bring deGrotz gliek op'm Dosch. Wöllst woll wedd'r vi dien Olscye noah'm Körchhoff gohne? Na, wenn du nich t Tid da böst, verwoahr..öck di kein Ete! Es bedürfte dessen auch nicht er kam nicht wieder. Als am nächsten Morgen der Hüte junge die Fohlen zur Tränke trieb, sah er einen menschlichen Korper zwischen dem Schilfe deö groNenGutstekches lic gen. . Der Jnspectr wurde gerufen, und es gab v:el Aufregung und Larm auf dem Hofe, als man d:u Fried erkannte. . Was konnte nur den jungen, kräftigen, nüchternen M:nsch:n zum Selbstmord getrieben haben? Ter In stector behauptete allerdings, mit dem zendland sei es schon längere Zeit nicht recht richtig gewesen, der habe sich wohl d:e Hitze rm Kopse durch's Waj ser kühlen wollen. .. - Der gnädig: Herr schimpfte gründlich über d:e ganze V:fchlte. Dergleichen machte, immer viel Schererei. Schreiberei und unnütze Kosten. Zum Glück, war die Juste Wendland ein forsches. hübsches Weib, sie würde sehr bald wieder heiraten, und das Gut brauchte dann wenigstens nicht Wittwe und mder zu unterhalten. Lennoch! Von ClizabeZh Kuylenstterna.' .Na, ich will meinen, daS sieht nach CilüUa '. au?, Magaie! Solch prachtige Karten habe ich noch nie ' gesehen jedenfalls ein Neujahrsbi! - aus TidaSjö,' Herzblättchen, 'und da Eckstein-König obendrein der junge Lieutenant natürlich. - hm, hm!" . .Karin; schwatze leinen solchen Unsinn. Willst Du -wahrsagen,' dann wahrsage ordentlich." Energisch sazüttelte Maggie das dunkelgelockt'e Köpfchen Karin 'sah mit einem schlauen Blick ihrer blinzelnden blauen Augen auf, ' sie waren' klein und hell wie ein Paar unreife Bickbeeren, hatten aber einen Ausdruck reinster Herzensgüte. . Für .mich, für' ken'und fur'S HauZ für daswaS' gefchehea wird" Karin theilte bei diesen Worten mit einer "gewissen. Gewandtheit, die von langjähriger Uebuvz zeugte, ein Spiel Karten, in vier Theile und legte die verschiedenen Stöße' neben einander hin. . Y . - . . Z, ' ' Was geschehen wird, möchte ich am allerliebsten erfahren," virsicherte Maggie. -, ' : - - " ' . . . . ' ' . . ,.Na. ich will meinen das sieht erst recht vielversprechend aus. Ich kann mir nicht helfen: -Herzblattchen dort liegt ein Perlobungsring. -Maggie stellte sich ärgerlich, si: warf .mit ihren kleinen weißen Hangen die Karten durcheinander . , und - ließ die ganze niederschmetternde Verachtung ihrer siebzehn , Jahre übe? - Karins Wahrsagerkünste aus, die doch eine ganz besondere Anziehungskraft aus sie ausübten. - V- - . .Es trifft fd nie ein,'waö Du pro
.'vbueibL.-Karin: eZ iü.alfo rdäi viel - ' ' V v r-s, .
haxln", sagte sie und brückZe sich fest in die Ecke des So'phas, gleichsam um ge gm den Sturm Schutz zu suchen, der aai den alten Linden vor dem Fenster rüttelte.' Und vor dem-Herbstregen, der gegen die Scheiben schlug. .Hier Zn Mamsell Karins Stübchen war es warm und traulich.' Von der Küche her vernahm man ein lustiges Klappern mit Kochgeschirr" und das laute Lachen der Mägde über irgend einen witzigen Einfall des Bedienten. Durch die Thür links gelangte man in einen langen Gang, der in die Vor rathskammer führte. Das war Mam sell Karins Welt; hier hatte sie seit dreißig Jahren die Gläser mit Eingemachtem in zierliche Reihen gestellt und, wieder . heruntergenommen, hatte die Zuthaten zum Kuchenbacken abgewogen, den Teig geknetet und ausgerollt. hier war sie Alleinherrscherin, und eö war nur Klein-Maggie. die jüngste Tochter des reichen ' Hauses, die es wagte, der Macht der alten Wirthschafterin zu trotzen und sich allerlei gegen sie herauszunehmend Aber Mamsell Karin war kein mür rtscheZ'altes Mädchen, im Gegentheil; ihr Lachen konnte man mitunter bis m die Wohnramne'Waü hören, so daß die gnädige Frau unwillkürlich lächeln mußte bei onn Eedanken, was die bei den wohl wieder da unten vorhatten. - .Mamsell KarinZ. Stübchen war alt modisch eingerichtet, mit ' perlfärbenen Möbeln ausgestattet, die hübsch ordent lich. an den Wänden entlang standen, hellen Tapeten, weißen filirten Ga'rdi nen,' einer Kommode mit ausgenähter Decke und überfüllt mit allerlei Segen ständen. Vasen, kleinen Büsten. Lau de Cologneflaschen, Kästchen "und dergltt chen mehr. Hier war es, wo Maggie sich so wohl fühlte und wo sie getrost auf dem Hai-
ten Sopha mit dem rothkarirten Ueber zug saß.-. Auf dem Tisch vor ihr stand, wie immer, etwasNaschwerk, die Dam rnerstunde zu versüßen; und wenn die Lampe angezündet wurde, verwandelte Mamsell Karin sich in eine würdige Sibylle. . Jetzt indeß saß Maggie ganz still da, ihre saönen sinnenden Augen betrachteten mit träumerischem Aus druck den flackernden Widerschein des Feuers, daS im Ofen brannte. .Wörän denkt' mein - kleines Fraulern?" Maggie gegenüber nahm Karin eS in der Regel mit der Betitelung nicht ge nau, halte sie das junge Mädchen doch -vom Tage seiner Geburt an .gekannt. '.Ans ?eb:n. Karin." ' .DaZ ist ja entsetzlich tiefsinnig. Ich denke daran, ob es wohl zu früh sein sollte, , mein Kaffeetöpfchen auszu setzen.- - MaggieS rothe Lippen kräuselte sich verächtlich, plötzlich aber erheiterte sich ihr liebliches '.jugendliches Gesicht wie bei einem ganz neuen, interessanten Gedanken.' : -: Mit strahlendenAugen sah sie Kari an und fragte dann hastig: Karrn, bitte, erzähle! Ueb::end streichelte sie die dicken. runden Arme Karins, und ihr Sand chen stahl sich in deren ; große, rauhe yano. die me Liebkosung zärtlich er widerte. ' -ine Geschichte? Das ist . nicht der Rede werth, Herzenskind: die Zeit 1 m. I wiro aucy azon o geyen, uno es loyn: sich nicht, von dem zu sprechen, was ge Wesen istZ'vörüw ist vorüber." - arm laffltc, 10 oaft . rce wemen. schöngeieihten Zähne zum Vorschein ramen, . - ? Ser nun lieb, Karin, und. erzähle! An etwaS wirst Du Dich schon erin nern, und gewiß warst Pu nicht immer so gelassen und mit allem so zufrieden -wie fetzt?".: ; ' -JD nein, - auch ich hatte meinen Traums aber ich hatte kewe Zeit, lange zu träumen.- : Da siehst Du!" rief Maggie trium phirend. Nun erzähle, bitte!- . Ach. so etwas wird mein Herzblatt schon selber erleben, nur viel seiner und vornehmer 'dies waren nur die In spektoren. - Die Inspektoren?" Maggie sah ganz verdutzt aus. . Hattest Du sie alle gern?" ' - ' Erst einen und dann einen andern, natürlich." Karin lachte etwaS ver legen. Wenn sie hierherkamen und in der Gegend noch unbekannt waren, da waren sie immer sehr artig gegen mich; ich sorgte auch gut für sie; und wenn Weihnachten herankam, erhielt. icb von der Herrschaft immer etwaS zur AuZ siattung. Ich sparte und gab einen Theil rneines Lohnes in die Sparkasse; ehe ich miYs versah, wollte aber der erste der Inspektoren nicht länger bleiben, er hatte eine Anstellung in seiner Heimath bekommen. Ich weinte ein wenig und dann war das vorüber. . Der zweite blieb auch nur kurze Zeit; er hatte selbst ein Gut gepachtet und so ging auch er" - Jetzt hielt Karin ein wenig inne. 7 Nun, waren, kine.mehr?" fragte Maggie eifrig. Ja, eö war noch einer da. MS er kam, hatte ich mir eben daS Träumen abgewöhnt, aber es hielt nicht schwer, wieder in daS alte Geleise zu kommen. Ich trug mein Geld in die Sparkasse, ordnete meine p.ar Silbersachen und meinen kleinen Wäscheschrank, kochte und buk wie gewöhnlich, war aber nicht recht bei der Sache. Dann kamen Handwerker, die die Wohnung des In, JpektorS vergrößerten. Immer zuverichtlicher legte ich mir vie Sache zurecht, ich Aermste. ch erinnere mich dessen noch, daß er mich einmal fragte, welche Tapeten er für die gute Stube Wahlen solle, und daß ich antwortete: Diese, mit den rothen Rosen, denn ich denke,, wir wollen rothe und weiße Vorhänge h.aben.- w , " -
: arm. hast Du me e: beschichte gehabt? ich meine. Z' eine Jugend, geschichte? .Er?Wi. liebste, beste
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Utt, lann flch daraus vkrlassen, tat kage und Lkber nicht ti Ordnung sind. Dr. Avgost Köüig's Hamburger Tropfen vuliren die Lkber und riknigt den Magr.
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Da sah er micy ganz sonverdar an, so erstaunt! , Als alles fertig war, ver. reiste er auf einige Wochen, und als er wiederkam, sah ich. . wie Jemand die Blumen im Fenster ordnete;, ein blon des Köpfchen kam zwischen den Vor hängen zum Vorschein. Er war verreist gewesen, um Hochzeit zu machen, verstehst Du, Maggie?" . Aber wußtest Du denn nichts er verlobt war, Karw? TruZ er keinenNing?" Nein, einfach: 5aZe thun daS nicht immer." ' Wie iötlhte ex aber so mit Dir spiecn, Karin?.- Das war schlecht von -tim. Er spielte nicht mit mir; ich habe wohl nur sein artiges Wesen falsch ge-deutet.-Aber grämtest Du Dich da nicht entsedlich?". Gewiß, ich grämte mich; aber das war nur ln der Vorrathskammer. Da habe ich meine bitteren Thränen geweint. Doch die Zeit verstrich; bald wurde ich mit seiner jungen Frau befreundet, und die Herrschaft schenkte mir zu Weihnachten Kleiderstosfe statt etwS zum HauShalt." War daS Alles.' Karin?" fragte Maggie etwas enttäuscht. Ja. siehst Du.. Herzenskind, ein Leben ohne Liebe ist eben wie Kaffee, der nicht abgeklärt wurde, man kann ihn trinken, aber trübe und' uüschmackhaft ist er. Aber ' nun, mein Herzblatt, sollen wir abgeklärten Kaf.fee. trinken das sagen mir die Kar'i. 1 : 4U ... . ; Dabei strich Karin Maggie die-dunk 'len Locken aus der. Stirn und lachte in ihrer frischen, herzgewinnenden Weise. ?ca cy oer Analogie t n e r Mitroe. die einen neuen Mann suchte, ' K ' dem v leider ihres , Seilgen" patz ten, hat der Gesangverein .Eintracht in Fort Wahne, Jnd bandelt. Der, selbe erstand die Vereins sahne des vor längerer Zeit in den Vereinshimmel eingegangenen Arwn bei emenz Trödler, und nennt sich jetzt im Ein klang -mit der Stickerei auf der Fahne .Arion". . ' 5 W. in babe in Stüat nnh SSaut. trf&m r- v r i lebe, gute Hausfrau mit gerechtem Stol. Da htft vn?tttr tt. m?.. tallwaaren in kürzester Zeit und für die läng'Se Dauer blitzblank und glänzend wie einen Spiegel zu machen, ist die "v. ?sUsk ?AZts, di von der altbekannten u. bewahrten Firma George W. Hoff man, 649 Ost Washington Straße, in Indianapolis hergeftellt wird. Mtr Gattmtrtb ift da altbewSdrt ut. miuel The Barkeepers' Friend von vsiben Firma HttftnieUt, iurn Pu?en der Var Zsinures :c. einfaa, unentbedrlia und wer es einmal gebraucht Hat. roird es tt. !. U-t . ca a " ii rv . unun vvica. .vui jicrpti jjnenö" das Unnabe;rliche, ist überall in Apotheke tz ssrn. W. GIE RKB, '
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