Indiana Tribüne, Volume 23, Number 41, Indianapolis, Marion County, 29 October 1899 — Page 7

Emmy's Krcund. ' r Von Leo Walde. Ja " sagte der TheatndireZtor, das Stück ist glänzend. Aber nur, wenn wir für die Rolle der Emmy die richtige Besetzung finden. Die Salden, die kann düs nicht machen, die Felsen ist auch gar nicht denkbar, und Sie werden sehen, die ganze Aufführung wird an der Besetzung dieser Figur scheitern." Hm, es käme da nur auf den 23er such an. Ich beispielsweise wüßte eine ganz vorzügliche Emmy." Sie wien eine?" Gewiß, und Sie kennen sie auch." Na, wer ist's denn. Schießen Sie los! .." Die Hinrichs!" Mensch," rief aber der Direktor. JÖie verfallen Sie denn auf die. Das ist ja alles vergeblich. Die kehrt nie wieder zur Bühne zurück. Das ist eben der Jammer, unsere besten Künstlerinnen schnappt die Ehe uns weg." Allerdings, aber die meisten kommen doch wieder." Die Hinrichs gewiß nicht." Es käme auf den Versuch an." Der ist doch schon tausendmal gemacht worden." Ja, aber nie auf die richtige Art." Wollen Sie vielleicht die Sache versuchen. Ja?" Weshalb nicht." Mensch, ist das Ihr Gcnfl? und Sie wollten das wirklich auch thun?" Mit Vergnügen." Und wann wollen Sie hin?" Der junge Mann zog seine Uhr. Jetzt ist es elf. Um 412 Uhr werde ich bei der Hinrichs sein Pardon, bei Frau von der Pfordten. Oder nein .... Wissen Sie was, Direktor, geben Sie mir das Buch her. So, und jetzt leiten Sie mich nur machen." Eine Stunde später erhielt Frau von der Pfordten folgenden Brief: Gnädigste Frau! Haken Sie Zeit, ein Stück durchzulesen, das ich für sehr interessant, nein mehr, das ich für ganz bedeutend halte. Namentlich die eine Gestalt kommt mir so neu, so wahr, so packend vor . . doch ich will ja Ihrem Urtheil nicht vorgreifen. Ich will hören, wie Sie darüber denken. Darf ich morgen wohl kommen und Sie danach fragen? Mit ergebenem Gruß Ihr Erich Schweter." Ein Stück! Weshalb nicht. Sie wollte es lesen. Und sie las es und ja, auch sie fühlte sich interessirt, gefesselt, gepackt. Und die eine Gestalt, die Gestalt der Emmy stand vor ihr da, plastisch, greifbar, eine Gestalt aus Fleisch und Blut. Ja, so, so nur mußte sie hingestellt werden auf die Bühne, dann mußte sie wirken mit unterjochender, mit bezwingender Gewalt. Am nächsten Tage war Schweter pünktlich da. Nun?" Und Frau von der Pfordten gab ihr Urtheil ab, so wie sie es fühlte. Und sie sagte ihm, wie sie glaube, daß die Emmy aufgefaßt werden müsse. Und sie entwickelte den Charakter Stück für Stück. Zug für Zug und man sah ihr förmlich die Freude und Bewegung an, das so schaffen zu können, was der Dichter gedacht und gewollt. Ja," rief denn auch der junge Mann. So müßte es sein. Aber wer, wer gnädigste Frau, könnte das Siück spielen, wenn nicht Sie." Ich?" und es war als kehre sie jetzt erst wie aus einem Traume in die Wirklichkeil zurück. Aber wo denken Sie hin. ich habe der Bühne doch längst entsagt, Sie wissen ja ... und dabei lächelte sie, wie nur sie zu lächeln verstand, ich habe doch jetzt einen anderen Beruf." Aber die Kunst, gnädigste Frau, die Kunst ist es, die Sie zurück haben will. Es ist ja förmlich wie ein Fingerzeig desSchickfals, daß dieses Stück gerade an uns kam, dieses Stück dessen Heldin nur eine Künstlerin auf dieser Welt kreiren kann, nur Sie allein." Ja ja, Sie haben recht, die Aufgäbe ist ja ungemein verlockend und wenn etwas, so könnte diese Rolle mich verführen aber . . ." Aber Sie werden es thun, nicht wahr? Sie werden nicht so grausam gegen sich, gegen den Dichter, gegen uns alle sein und sich versazen. Nicht wahr, ich lasse das Buch hier, ich schick Ihnen die Rolle und ich kann anzeigen, daß Frau von der Pfordten. die Hinrichs, daß unsere Hinrichs wieder zur Buhne zurückkehrt." Nein, nein ... wenigstens lassen Sie mir Zeit zur Ueberlegung ... ich muß mich berathen ... ich muß Jemanden fragen." Ihren Mann?" Nein. nein, der ist fort und tz ... ach. seiner wäre ich sicher. Aber ich hab' einen anderen, einen Freund . . . einen lieben, guten, herzigen Freund, den muß ich erst fragen. Herr Schweter, und wenn's dem recht ist dann will ich es thun!" Hurrah!" rief Schweter und küßte die ihm dargebotene Hand. Frohlocken Sie nicht zu früh. Erst siufc ich meinen Freund fragen." Und wann erfahren wir es." Kommen Sie morgen wieder." Nun?" Nein, lieber Freund. Ich kann es nicht thun. Mein Freund, von dem ich Ihnen gestern gesagt, der leidet es nicht." Er leidet es nicht? O, lassen Sie mich mit ihm reden. Wer ist es? Wo ist er? Seien Sie versichert, ich stimme ihn um!" Ich gsaube kaum." Sagen Sie mir nur, wo er ist." Wo er ist? hur. In meinem Zim citx dort." .

Dann lassen Sie mich nur zu fhxs hin." und er stand auf. Lächelnd öffnete Frau von der Pfordten die Thüre: Da ist er." Und ein jubelndes Stimmchen ertönte: Mama, Mama!" und ein kleiner Blondkopf, den die Wärterin hielt, strampelte der Mutter entgegen. Sehen Sie," sagte diese, sich an Schweter jetzt wendend, das ist der gute, herzige Freund, von dem ich gestern gesprochen, und sagen Sie selbst, qlauben Sie, daß er mich von sich läßt?" Nein," sagte Schweter gerührt. Ich werde eine andere Emmy suchen..."

ZZcim Zlmzug. Skizze von C. Wellner. Die Familie Keller war am Sonnabend umgezogen. Am Sonntag sollte Herr Keller die Bilder aufhängen, wozu er aber gar keine Lust hatte. Er fand allerlei Ausflüchte aber es half ihm nichts Ich möchte heute 'mal in die Kirche gehen," sagte er beim Frühstück zu seiner Frau. Wa as? Du bist doch sonst so selten gegangen?" versetzte Frau Käthe erstaunt. Du Du das sieht mir verdächtig aus. Bist Du krank oder " sie tippte bezeichnend auf ihre Stirn. Keins von beiden," sagte er gelassen. Aha, ich hab's," meinte sie anzllglich. Du willst Dich nur aus dem Staube machen, weil Du Bilder aufhängen sollst! Komm, Hans, sei nicht so hinterlistig. Das viele Geld für den Tapezirer können wir wirklich sparen. Und ich kann doch die schweren Bilder nicht heben " Hans dachte ebenfalls an die schweren Bilder und stöhnte laut. Wir haben aber doch keine Nägel, keine Schnur, kein Werkzeug!" entgegnete er. Oh ja, es ist Alles da!" fiel Käthe ihm in's Wort. Ich habe für Alles gesorgt ich habe in der alten Wohnung überall die Nägel ausgezogen." Ich habe für halb zwei eine wichtige Verabredung, da lohnt es sich doch nicht, erst anzufangen." Das wird nichts so Wichtrzes sein. Du kannst ruhig zu Hause bleiben es kommt jetzt ohnehin so selten vor, daß wir einen ganzen Tag allein für uns haben." Das eheliche Barometer zeiJte aufsteigende Thränen a. Du lieber Gott, Herr Keller hätte ja herzlich gern einen Tag mit seinem lieben, reizenden Weibchen allein verlebt, aber das Bilderaufhängen puh ihm graute davor! Um seine liebe Käthe aber nicht ! ernstlich zu kränken, ergab er sich endj lich in sein Schicksal. Käthe hatte noch einige Besorgungen zu machen, ehe die Läden geschlossen wurden. Als sie fort war, erschien Anna, das Mädchen für Alles, und bat weinend um die Erlaubniß, auf einige Stunden fortgehen zu dürfen, ihre Mutter sei so krank. Natürlich erlaubte es Herr Keller, denn er war ein herzensguter Mann und konnte Niemand weinen sehen. Nun begab er sich in sein Zimmer, legte sich in den Schaukelstuhl, zündete eine Cigarre an. Paffte mächtigeNauchwölken in die Luft und las die Zeitung. Nach einer Weile erschien Frau Käthe. Komm doch, Hans, sei nicht so ein ! Dickkopf! Wenn wir nicht endlich anfangen, werden wir m Leben nicht fertig!" Seufzend ließ er die Zeitung sinken. Wo sind denn die Bilder?" fragte er brummig. In den beiden Kisten auf dem Corridor." Und die Haken und Schnuren?" Hier " sie zeigte auf einen Kasten, den sie im Arme hielt. Auch der Hammer?" Jawohl." Wir haben keine große Leiter!" Ich habe gestern eine gekauft!" Ach, Du " kam es gedehnt über seine Lippen. Heftpflaster muß auch besorgt werden, im Falle ma:: sich verletzt." Wird geholt." erklärte Käthe kaltblutig. Es half Alles nichts. Verstimmt, daß er keine triftige Ausrede fand, wollte er die Zeitung wieder aufnehmen. Doch im nächsten Augenblick wurde sie bei Seite geschoben, zwei weiche Arme schlangen siaz um seinen Hals und eine sanfte Stimme flüsterte: Lieber, lieber Hans! Sei doch nicht so ein Faulpelz!" Endlich stand er auf. Wie ein zum Tode Verurtheilter folgte er seiner Frau, die vor zwei mächtigen Kisten auf dem Corridor Halt machte. Mit einem Ausdruck tiefster Resignation setzte sich Herr Keller auf die eine Kiste. Käthe brachte ihm nun einen PatentNagelzieher, den er mißtrauisch von allen Seiten betrachtete. Endlich erhob er sich und machte sich an die erste Kiste. Er setzte das Instrument an und zu seiner Ueberraschung hatte er im Nu den ersten Nagel heraus. Jetzt machte ihm die Sache Spaß. Wie geschickt Du bist!" schmeichelte feine Frau, als er ebenso mühelos den zweiten und dritten Nagel holte. Das Ding ist wirklich ganz famos," entgegnete er freundlich. Doch im nächsten Augenblick schleuderte er das Werkzeug wüthend beiseite, er hatte sich aus Versehen den Daumen damit aufgeschlagen. Mein armer, lieber Hans." rief Kä:hc h:ftig erschrocken. Thut es sehr weh?" Na, es macht sich. Aber so ist's mit solchem neuen Zeug. Hol' mir 'mal den Feuerhaken!" Aber Hans wozu ist denn der Patent " weiter kam sie nicht. ,Hol' den Feuerbaken, sonst "

Käthe lief schon davon. Nach einer j

Weue kam sie zurück mit dem Feuerhaken, den ihr Mann nun zwischen Kiste und Deckel stemmte und Stück für Stück des Deckels abbrach. Auf diese Weise öffnete er die beiden Kisten, dann setzte er sich erschöpft auf einen Stuhl. Ich glaube, ich muß einen Cognac trinken, ich fühle mich recht matt," Bleib nur hier, ich hole Dir einen," versetzte Frau Käthe. Sie schien ihm nicht recht zu trauen vielleicht wollte er wieder auskneifen. Er trank den Cognac mit sichtlichem Behagen, dann packten sie miteinander die Kisten aus und stellten die Bilder in buntem Durcheinander die Wände entlang. Wo hängen wir nun zuerst auf?" fragte Herr Keller. Ich denke, im Salon." Schön, also los!" Damit nahm er die Leiter und trug sie hinein. Du suchst jetzt die Bilder für den Salon aus," sagte er dann. Frau Käthe wählte zehn größere und kleinere Bilder, die Hans ebenfalls in den Salon schaffte. Weißt Du. jetzt stellen wir die Bilder auf den Boden, an den Platz, wo sie oben hinkommen sollen," schlug Frau Käthe vor. Dann gehen wir mit der Leiter rund herum und flugs sind wir fertig." Wenn nichts dazwischen kommt," brummte Herr Keller in den Bart. Was sagst Du. Schatz?" Nichts. Also suche die Plätze aus für die Bilder." Frau Käthe stellte sich in die Mitte des Raumes und schaute mit Fc-ld-Herrnblicken um sich. Was meinst Du, Hans, paßt die große Landschaft besser neben den Kamin oder neben das Fenster?" Das ist mir einerlei." knurrte er. So sage doch, welche Stelle Du passender findest!" Na, meinetwegen neben dem Kamin!" Also Probiren wir!" rief Frau Käthe. Halte noch einmal das Bild hin." Herr Keller schleppte die Leiter an den Kamin, stieg hinauf und hielt das Bild an die Wand. Ich weiß nicht recht " meinte seine Frau. Nun Probire mal, wie sich's neben dem Fenster ausnimmt." HanS stieg herunter, schleppte die Leiter an's Fenster und hielt das Bild dort an die Wand. Nein, neben dem Kamin macht es sich doch hübscher," entschied Käthe. Ihr Mann stellte also das Oelgemälde dorthin und sah seine Frau fragend an. Das Aquarellbild, meine ich.' bringen wir hier, das große Oelbild da, die zwei Radirungen dort und den großen Kupferstich über der Thür an. Sag' mal, Hans, glaubst Du, daß das Jlgdstück eigentlich in den Salon paßt?" Warum nicht? Mir ist das ganz gleich." In verhältnißmäßig kurzer Zeit waren die Plätze für die Bilder ausgewählt und aufgestellt. Siehst Du, wie schnell das geht?" munterte Käthe ihren Gatten auf. Und Du glaubtest, es wäre eine so furchtbare Arbeit!" Erlaube mal," fiel er höhnisch ein, bis jetzt ist noch nicht ein einziger Nagel eingeschlagen außerdem haben wir noch drei andere Zimmer " Ach, das ist Alles nicht so schlimm," erwiderte sie. Also, nun an's Nageln!" Dabei gab sie ihm einen Kuß, den er gleichgiltig, ganz entgegen seiner sonstigen Liebenswürdigkeit in solchem Falle, hinnahm. Nun stieg er die Leiter hinauf und schlug den ersten Nagel ein, er fiel herunter. Das geschah fünfmal, ehe das erste Bild fest hing. Er stieg herunter. Hans," tadelte Käthe, das Bild sitzt ganz schief, links muß es höher " Also wieder die Leiter hinauf und das Bild gerückt. Mehr nach rechts das ist zu viel mehr nach links noch etwas höher etwas tiefer ich glaube, Du mußt den Haken etwas anders klopfen " Hans pochte an dem Haken herum, neigte sich zu weit nach vorn und pardauz fiel mitsammt der Leiter um und in die zwei Radirungen hinein, die natürlich total entzwei gingen, außerdem zerschnitt er sich mit den Glasscherben die Hand. Mit ärgerlichem Ausdruck arbeitete er sich aus den Trümmern hervor und blickte vorwurfsvoll auf seine Frau, die sich vor Lachen ausschütten wollte. Du Du botest einen so komischen Anblick," entschuldigte sie sich. Es ist ja recht gefühlvoll, Jemanden noch auszulachen, wenn er sich verletzt hat, versetzte er grimmig. Dann setzte er sich auf den Fußboden da kein Stu" in derNähe war und zog die Glassplitter aus der Hand, diese dann mit Heftpflaster verklebend. In diesem Augenblicke ward die Thür aufgerissen und der siebenjährige Fritz stürmte herein. Aber Fritzchen, wo kommst Du denn her? Du solltest doch bei Großmama bleiben!" schalt die Mama. Großmama schläft da bin ich eben ausgerissen!" berichtete der Kleine keck. So das ist aber sehr unartig von Dir. Dafür wirst Du Deine Schularbeiten noch einmal machen! Hans, Du weißt ja, wohin die Bilder sollen. Ich muß mich jetzt um Fritzchen bekümmern." Will keine Schularbeiten machen," heulte Fritz. Um Gotteswillen, laß den Jungen, Käthe!" Fritz war unausstehlich, wenn er weinte; er entwickelte dann eine so schrille, mißtönende Stimme, daß man hätte davonlaufen mögen. Du verziehst den Jungen ganz und gar. wenn Du ihm allen Willen läßt," eiferte Käthe.

Inwiefern lasse ich ihm denn allen Willen? brauste ihr Mann auf. Bring' den Bengel blos fort ich bin schon ganz nervös!" Ja. das merke ich," entgegnete sie spitz. Komm, Fritzchen." Sie zog den heftig sich sträubenden Knaben mit sich fort. Ihr Gatte machte sich von Neuem an das Bilderannageln. Nun ging es flott vorwärts nur noch einmal hatte'er Pech, noch einBild ging entzwei, weil der Nagel in der dünnen Wand nicht hielt und mitsammt dem Bilde herunterfiel. Endlich hingen alle Bilder. Mit zufriedenem Lächeln schaute er auf das Werk seiner Hände da plötzlich stutzte er. Ein verdächtiges Geräusch draußen vor der Thür ließ ihn aufhotchen. Er öffnete die Thür da stand sein hoffnungsvoller Sprößling mit den: Patentnagelzieher in der Hand. Fritz hatte entdeckt, wie das Instrument zu handhaben war, und erprobte nun seine Geschicklichkeit an einem großen breiten Goldrahmen mit kunstvollen Verzierungen er hatte schon ein be trächtliches Stück des Rahmens demolirt. Was machst Du denn da?" herrschte ihn der Vater an. Vor Schreck ließ der 5tteine das Instrument fallen auf einen am Boden stehenden kostbaren Aufsatz von Meißner Porzellan, der natürlich in tausend Stücke zersplitterte. Na warte. Du Vandale " damit trat Herr Keller auf sein Söhnchen zu. (W mm --s Ae a a a a ging es da los. In demselben Augenblick kam Käthe aus dem Nebenzimmer gestürzt Herr Keller hielt sich entsetzt die Ohren zu. Was ist geschehen?" fragte seine Frau angstvoll. Da sieh selbst!" Das Erste, was die liebende Mutter that, war, daß sie ihr Kind auf den Arm nahm und es herzte und küßte. Was fehlt Mamas Lieblina? Hat

er sich weh gethan?" fragte sie. Dann, ihren Gatten anblickend: Auf welche Weise hat er sich denn verletzt?" Er hat nur sein Gesühl verletzt in der Vorahnung der Prügel, die er kriegen soll, wenn Du mit Hätscheln fertig bist." Du wirst das Kind nicht schlagen, ich leide es nicht!" erwiderte sie aufgebracht. So das wollen wir mal sehen sieh nur gefälligst hierher das ist sein Werk! Hier Nummer eins der Goldrahmen hat sechzig Mark gekostet! Und da Nummer zwei der kostbare Tafelaufsatz!" Ach Gott!" jammerte Käthe, indem sie niederkniete und die Scherben auflas. Der theure Aufsatz! Kann man ihn nicht kitten lassen. Hans?" Haha das müßte gut aussehen," höhnte Hans. Fritzchen bekam nun trotzdem seine Prügel, was zu einem heftigen Meinungsaustausch des Ehepaares führte sie zankten sich, wie es in ihrer gan'zen Ehe nicht vorgekommen war. Endlich aber versöhnten sie sich wieder. Herr Keller begab sich in's Eßzimmer, blieb jedoch betroffen auf der Schwelle stehen. Käthe," sagte er dann ziemlich kleinlaut, denke Dir, der Frühstückstisch ist noch nicht abgeräumt und es ist doch schon dreiviertel zwei Uhr." Frau Keller eilte spornstreichs in die Küche. Nach einer Weile kam sie mit entsetztem Gesicht zurück. Denke Dir nur. Hans, es ist keine Menschenseele in der Küche keine Vorbereitungen zum Mittagessen getroffen und ich habe es doch für zwei Uhr bestellt! D1 ist mir ein Räthsel! Wo Anna nur steckt?" Ach, Käthe, daran bin ich am Ende wohl Schuld!" entgegnete Hans mit schuldbewußter Miene. Heute Vormittag, als Du fort warst, bat mich Anna, auf ein paar Stunden zu ihrer kranken Mutter gehen zu dürfen ich erlaubte es ihr sie heulte nämlich jämmerlich. An die Folgen habe ich leider nicht gedacht. Es thut mir sehr, sehr leid " O, diese Männer!" rief seine Frau handeringend. Nun, Du hast auch die Folgen Deiner unüberlegten Erlaubniß zu tragen, Hans. Du bekommst eben zu Mittag weiter nichts als Schinken und Eier." Dann unternahm Frau Käthe eine Entdeckungsreise in Keller und Speisekammer und brachte eine Büchse Oelsardinen, Schinken, Eier, Brot und Butter und eine Flasche Hochheimer auf den Tisch. Alle Drei Hans, Käthe und Fritz, der sich inzwischen wieder beruhigt hatte ließen sich das einfache Mahl prächtig schmecken. Nach Beendigung desselben wollte Frau Käthe die übrigen Bilder noch aufgehängt haben, aber ihr Gatte weigerte sich ganz entschieden. Er ergriff sein Frauchen bei der Hand und führte sie stumm vor die zerbrochenen Bilder und Scherben. Drei Bilder und Glasscheiben und Nahmen total zertrümmert, ein kostbarer Goldrahmen demolirt, ein theurer Meißner Aufsatz zersplittert, eine zerschnittene Hand, ein gequetschter Dem men unser schönes Mittagessen unser häßlicher Zank und Fritzens Prügel: ich meine, daran haben wir übergenug! Und morgen lassen wir den Tapezirer holen!" Bitterer Vergleich. Wie ist denn unser neuer Vorgesetzter?" O, der? Der ist der reinste Radler!" Wieso?" Nun. nach oben macht er einen krummen Buckel, nach unten tritt er!" Vom Kasernenhof. Unteroffizier: Was ist denn Ihr Vater, Nüßler?" Rekrut: Aufseher im zoologischen Garten!" Unteroffizier: Na, daß Sie im zoologischen Garten zur Welt gekommen waren, daö leimt ich nur doch gleich denken!" .

pertanschtcsGuarticr. Humoreske von M. Kossak. In dem Grünen Adler", der Kneipe der Textonen, ging's heute trubjelig genug zu. Das war aber die Regel seit mm schon einer vollen Woche, mit anderen Worten, seit der Studiosus Blau auf den Befehl seines ernsichtslosen Oheims die Nachbaruniversitat h-att; beziehen müssen. Er war sozusagen die Perle der Verbindung gewesen, unschätzbar durch seine im vermutliche frohe Laune und seine philosophisch-behagliche Lebensauffaslung. Man mochte durch die Perspective des doch einmal zu machenden Examens geängstigt sein, keinen Draht" mehr sein eigen nennen oder eben eine von gereizten Worten begleitete Rechnung erhalten haben, sobald man in des biederen Blau röthliches Vollmondsgesicht sah, welches sagen zu wollen schien: Kinder, was hilft das Trauern, alles ist eitel außer dem Trinken, trinkt und vergeßt Euren Schmerz," so fühlte man sich schon getröstet. Die Corpsbrüder hatten ja dies, sein Universalrecept, gegen alle Kümmernisse des Lebens auch gelegentlich der Trennung von ihm angewendet, und die Folgen zeigten sich deutlich genug in ihren Zügen und ihrer Sprache, aber von jener olympischen Heiterkeit, welche die Alten mit der Bezeichnung des Gottes voll sein", zu benennen pflegten, verrieth ihre Stimmung nichts, absolut nichts. Die Einen brüteten weltschmerzlich vor sich hin. und die Anderen suchten Händel, jedoch nicht mit jener herzerfrischenden Kampfeslustigkeit, die den echten Mann ziert, sondern in .einer nörgelnden Weise, welche etwas unstreitig Verdrossenes an sich hatte. Einer aus dem trauten Kreise, der Studiosus phil. Grün, schlief sogar tief und fest. Wohl ihm, daß er schlafen konnte! Es war ihm zu gönnen, denn er hatte am meisten verloren, er, des abwesenden Blau Intimus, den man abwechselnd seinen Pylades, Jonathan oder Dämon zu nennen liebte. Einschalten will ich an dieser Stelle noch, daß Blau und Grün nicht die wirklichen, sondern die Kneipnamen der beiden Freunde waren; der Erstere hatte den seinen erhalten, weil er an jedem Tage ohne Unterschied blau" zu machen pflegte, und Grün nun, der war eben noch sehr grün, was sich schon darin zeigte, daß er zuweilen vom Ochsen" sprach und meist schon nach dem zehnten Seidel in die Todtenkammer gebracht werden mußte. Ob der Blau wohl in dieser Stunde auch so daliegen mag?" fragte der Senior der Verbindung, ein bemoostes Haupt von zwanzig Semestern, mit einem Blick auf den friedlich Schnarchenden. Das. versteht sich," entgegnete ein junger Textone, dessen stark verglaste Augen davon redeten, daß er bald Grüns Beispiel folgen würde. Zwischen den Beiden ist die Sympathie so stark, daß sie immer im nämlichen Augenblick dasselbe thun. Ich sehe ihn ordentlich vor mir, wie er in der Sophaecke lehnt, die Augen geschlossen und die Lippen, denen die bekannten melodischen Sägetöne entströmen, leicht geöffnet ein Bild erfüllter Pflicht und eines guten Gewissens." So, so!" Des Seniors Augen starrten mit einem nachdenklich grübelnden Ausdruck in sein Bierseidel. Dann hob er es an den bärtigen Mund und trank es funditus. So. so!" machte er noch einmal. Die anderen Textonen stießen sich an. Was nur der Blaubart haben mag?" flüsterten sie sich zu, den Genannten scheu von der Seite betrachten, ohne zu wagen, sein Nachsinnen zu stören. Schließlich wurde die Sache ihnen aber doch zu langweilig. Du, Blaubart" fragte der (Situ, ihn anstoßend . warum interessirt es Dich eigentlich so, ob der Blau seinen Jammer schon ausschläft?" Warum?" Der Senior fuhr auf und sah sich mit glänzenden Augen im Kreise um. Das will ich Euch sagen. Diese Verstimmung muß nämlich ein Ende haben, und dafür taugt am be sten ein kleiner Ulk. Das bringt Leben in die Bude. Mir ist eben ein genialer Einfall gekommen wir lassen den Blau und den Grün sich gegenseitig besuchen heute noch aber so, daß sie sich nicht sehen." Wie? Was? Daß sie sich" I, ja, hört nur. Und nun entwickelte der Blaubart den aufmerksam Zuhorchenden seinen feinen Plan. Sie zeigten sich allseitig damit einverstanden, ja mehr noch, sie waren geradezu enthusiasmirt von der Idee. Vorsichtig wurde der schlafende Grün aufschoben und in einen Wagen getragen, den man durch den Kellner rechtzeitig hatte besorgen lassen. Blaubart und ein zweiter Textone, Rebhuhn genannt, setzten sich zu ihm. Dann ging's im schärfsten Trabe nach dem Bahnhof, wo man noch rechtzeitig ankam, um mit dem nächsten Zuge nach der Nachbarumversität abzufahren. Glücklicherweise fanden die beiden Textonen ein leeres Coupö, wo sie es sich mit ihrer Bierleiche bequem machen konnten. Eine Stunde später langten sie an ihrem Ziel an, ohne daß Grün auch nur die leiseste Absicht, erwachen zu wollen, kundgegeben hatte. Etwas schwierig gestaltete sich die Weiterbeförderung in der kleinen Stadt, in der es keine Droschken gab' schließlich auf gutes Zureden, unterstützt durch einen Gefühlvollen Händedruck, erklärte sich der Kutscher eine.? Hotelomnibus bereit, die Freunde nach der Kneipe zu fahren, in der sie Blau, sanft in Morpheus' Armen ruhend, erwarteten. Zu ihrer Enttäuschung erfuhren sie aber, taß der Gesuchte sich nicht mehr dort befand. Der Hausknecht hatte ihn vor nunmehr zwei Stunden .bereits nach seinem Logis

tragen und dort zu Bett bringen müfsen. Der Herr Studiosus pflegt leicht 'n bischen über den Durst zu trinken," meinte das ehrliche Gasthausfactotum, das während Blaus Anwesenheit in seiner neuen Residenz schon ein paar Mal die Ehre genossen, ihm den erwähnten Liebesdienst zu leisten. Die beiden Textonen warfen sich verständnißinnige Blicke zu. Daran erkannien sie ihren Blau. Es war nicht schwer, den Hausknecht zu bestimmen, daß er den schlummernden Grün auf den Rücken nahm, ihn nach seines Intimus Quartier trug und Letzteren dann wieder in der . nämlichen Weise zur Bahn brachte. Er war eben zu lang Bediensteter in der Studentenkneipe gewesen, um Spielverderber bei so gelegentlichen kleinen Scherzen der wissensdurstigen Söhnen der Alnia mater zu sein. Es erledigte sich denn auch alles nach Wunsch. Weder Orest noch sein Pylades erwachten bei den verschiedenenManipulationen des AuSresp. Anziehens. Nachdem man Grün, schnarchend und steif wie ein Besenstiel" in Blaus Bett liegend, verlassen, trat man mit Blau die Heimfahrt an. Da man den Wagen vorsorglich an die Bahn bestellt hatte, so war es weiter kein Kunststück, den lieben langentbehrten Blau nach seines Busenfreundes Wohnung zu bringen, wo er entkleidet und sorglich gebettet wurde. Am nächsten Morgen zu vorgerückter Stunde, als die Zimmerwirthin bereits zum sechsten Mal an die Thür gepocht hatte, um zu fragen, ob ihr Mether noch immer nicht den Kaffee wünschte, erwachte Blau aus tiefen Träumen. Es war ihm gewesen, als ob er unter Assistenz seines theuren Grün einen Nachtwachter Menuett tanzen gelehrt und dann schließlich noch bei einigen ehrsamen Bürgern der Stadt an der Nachtklingel gerissen hätte. Ganz gerührt durch dies Gesicht, das ihn an mannigfache Abenteuer aus seiner und Grüns Vergangenheit erinnerte, fuhr Blau auf und sah die Zimmerwirthin an. Kaffee! Ganz recht, ich will Kaffee." brummte er und drehte sich wieder nach der Wand zu. indeß die Frau ihn verließ, um das Verlangte zu holen. Donnerwetter!" dachte er. D:e Frau sah mir heute ganz anders aus als sonst. Ich meine, sie war früher lang und hager, und nun ist's eine kleine rundliche Person. Na, der Schlaf mag mir wohl noch auf den Augen liegen." Wenige Minuten später kam die Wirthin mit dem Frühstück. Auch sie fand, daß ihr Miether heute ganz anders aussah, als sonst, aber das späte in der Kneipe Sitzen und Trinken verändert die Gesichter auch sehr," reflectirte sie und zerbrach sich nicht weiter den Kopf wegen ihrer Wahrnehmung. Doch der gute Blau kam heute nicht aus seinem Staunen heraus. Wie fremdartig ihm sein Zimmer nur an diesem Morgen erschien! Er war ja in der Woche, die er nun schon an dem Ort weilte, in wachem Zustande nicht viel in seinen vier Wänden gewesen, aber immerhin, Morgens und in der Nacht doch jedesmal ein Viertelstündchen, und das sollte am Ende genügen, ihn in seiner Umgebung zu orientiren. Nachdenklich gestimmt trank er seinen Kaffee, badete seinen Brummschädel in der Waschschüssel und zog sich dann an, um zum Frühschoppen zu wandern. Na, Gott sei Dank" sagte er sich, als er aus die Straße trat das alte Nest wenigstens, ist unverändert geblieben, ich fürchtete fchon, daß es sich ebenfalls verwandelt haben möchte. Da rechts steht das Rathhaus, links die Kirche und Teufel noch 'mal!" unterbrach er sich. Das stimmt freilich alles, aber ich selbst ich wohne ja nicht mehr hier. Ich bin doch schon seit acht Tagen von hier fort wir haben meinen Abgang ja noch mit einem großartigen Abfchiedscommers gefeiert, und dann brachten mich die Commilitonen, indem sie das Uebliche nun ade, ade, ade" sangen und ich zwischen Grün und dem Blaubart voran schritt, indeß die leere Droschke mit meinem Gepäck hmtennach fuhr, zur Bahn. Sollte ich das alles am Ende auch geträumt haben?" Unter diesen Erwägungen langte er in seiner Kneipe an, wo er die Commilitonen bereits vollzählig versammelt fand. Sie gaben bei seinem Erscheinen keinerlei Erstaunen zu erkennen, was ihn noch mehr in der Annähme bestärkte, daß ein Traum ihn genarrt hatte. Wie man auch so lebhaft träumen kann!" dachte er. Wo ist denn der Grün?" fragte er, da er den Genannten nicht unter ven Anwesenden zu entdecken vermochte. Der Grün?" fragte das Rebhuhn verwundert. Na. der Grün, der ist doch in " und nun nannte er den Namen derNachbarumversität. Weißt Du das denn nicht mehr?" Aber natürlich ja natürlich weiß ich's," entgegnete Blau. Wie sollte ich's vergessen haben? Ich war nur momentan ein wenig zerstreut." Kein Wunder! War euer) 'ne hollisck schwere Sitzung aestern." lachte rer Blaubart. Hätte nicht gedacht, daß Du Dich so früh schon aus den Federn machen würdest. Wir mußten Dich ja gestern nach Hause tragen, das Rebhuhn und ich." Blau nickte mit einem grüblerischen Ausdruck. Es war ihm nichts weniger als behaglich zu Muth. Die Sache lag ja klar auf der Hand er hatte sich mit seinem Freunde Grün verwechseit. Der hatte die Nachbaruniversität bezogen, nicht er, so stand es. Aber daß Einem dergleichen Irrthümer passiren konnten, schien .immerhin bedenklich. Gott im Himmel, es war doch am Ende in seinem Kopf nicht aber nein, das wollte er nicht denken.

! es wäre zu schrecklich gewesen. J.ndes-

sen, man kannte Fälle, zumal ver etwas lockerem Lebenswandel hm, ja! Das wird doch nicht das Dc liriurn trnnens sein?" fragte er sich entsetzt. Durch Viergenuß sollte allerdings nicht hervorgerufen werden aber wenn man zwischen die einzelnen Seidel mehrere kleine Schnäpse legt, so Furchtbar, unaussprechlich furchtbar! Was sein Onkel wohl dazu sagen würde, wenn er die Schreckenskünde hörte? Er würde ihn natürlich' enterben; hatte er ihm doch schon kürz-" lich damit gedroht, als der hoffnungsvolle Neffe sich nicht dazu verstehen wollte, seine alte Universität zu verlassen, in der nach des alten Herrn Ansieht die Freunde ihn zum Bummeln verführten! Aber Donnerwetter das war er ja nicht gewesen, dem man die Alternative enterot werden oder von hier fort gehen", gestellt hatte, daswar ja Grün. Dann war jener ir kel am Ende auch gar nicht sein, sondein Grüns Onkel. Aber er hatte er denn überhaupt keinen Onkel? Wie mochte das nur sein? Der Grün erhielt seinen Wechsel von seinen Eltern, und da er der Grün war, so nun, so waren dessen Eltern seine ElternMerkwürdig nur, daß er sich gar nicht darauf zu besinnen vermochte wie sieaussahen! Man kennt doch seinen, leiblichen Vater und seine leiblicheMutter. Nun, jedenfalls durfte er sich freuen, daß er keine Waise war, wieer immer angenommen. Wenn nur? diese heillose Verwirrung nicht in sei--nem Kopf gewesen wäre, diese Unklarheit über die allereinfachsten, ihn betreffenden Thatsachen! Nur nichts, merken lassen!" ermähnte er sich. Vielleicht war diese Verwechselung seineseigenen Ich mit dem des theuren In--timus nur eine Folge des momentanenJammers und hörte demnach mit die--sem auf. Also vorsichtig, vorsichtige damit er sich keine Blöße gab. Unterdessen nahm der Frühschoppen fröhlich seinen Fortgang. Man trank viel recht viel sogar, und Blau am meisten. Wer durfte es ihm verdenken, daß er sich mit Gambrinus Gabe über den traurigen Zustand seines Geisteszu trösten suchte! Bald befand er sich denn auch wieder in der nämlichen. Verfassung wie gestern. Nachdem die Textonen sich überzeugt' hatten, daß er fest schlief, wiederholtesich der Vorgang vom Abend zuvor. Blau wurde aufgepackt, auf die Bahn' und von dort per Dampf nach der Nachbaruniversität spedirt, wo man: ihn mit Grün vertauschte. Der Letz--

tere, welcher ganz Aehnllches erlebt wie sein Intimus, mit dem Unterschiede nur, daß man ihn in der Kneipe überhaupt nicht gekannt und zuerst für: einen Hochstapler und dann für einen. Irrsinnigen gehalten hatte, befand sich noch im Kreise der beim Frühschoppen: sitzenden Studenten schlafend un,d schnarchend natürliche Man verständigte diese von dem Vorgefallenen undentführte ihren Besuch, der nunmehrnach seinem Wohnort, in seine Zimmertransportirt wurde. Als die beiden Freunde am nächsten Morgen erwachten, der Eine hübenv. der Andere drüben und sich in der Umgebung befanden, in die sie diesmal nun wirklich gehörten, glaubten sie:selbstverständlich, daß ihre jüngstenErlebnisse ein Traum waren. Das hatten sie freilich am gestrigen Tageebenfalls geglaubt, aber diesmal schien, eine Täuschung denn doch nicht möglich. Alle Erinnerungen aus ihrerVergangenheit stimmten mit den ge--genwärtigen Verhältnissen, nirgends gab's eine Lücke. Gott Lob, so hatten sie an ihrer Vernunft doch nicht Scha den genommen! Als Blau und Grün sich jedoch einmal besuchten und beim Glase Bier sich, ihre Herzen öffneten, da ja, da er--staunten sie doch über die Gleichartia keit ihrer Träume. Ein Licht fing an ihnen aufzudämmern, ein Licht 1 Nur ' nicht zu den Commilitonen. von jener Geschichte reden!" mahnten sie sich gegenseitig. Wozu sollen wir eingestehen, daß wir uns von ihnen, haben zum Narren halten lassen? DaS Vergnügen machen wir ihnen nicht nun und nimmer." Und so geschah's denn auch. Nie erfuhren die Textonen, daß die bei.den Freunde die Wahrheit über jene famose Angelegenheit durchschaut. Der Blau und der Grün sind doch ein paar rechte Schafsköpfe," meinte der Blaubart. Wie geschaffen, um sich einen Ulk mir ihnen zu machen. Was sagt Ihr dazu, Kinder, wenn wir bald wieder so waS Aehnliches mit ihnen unternähmen? Passendere Objecte für dergleichen gibt es nicht. Was? Die Textonen nickten beistimmend. und dann tranken sie ihre Seidel fun--ditus, um sich für die Aufgabe zu stär ken. die ihr verehrter Senior ihnen ge stellt hatte. Ermahnung. Sohn: Ich habe die kleine Ella besungen." Aristokrat: Vesinge-doch nicht bürgerliche Geschöpfe, Du mußt standesgemäßer dicbten!" Der Verkauf des HauptHaares von jungen Mädchen ist besonders in einigen Theilen Frankreichs ein blühendes Geschäft: die Tepartements, die am häufigsten von HaarHändlern aufgesucht werden, sind Eorreze, Creuze, Allier, Eher Dord?2ne und Haute Vienne. Ter Durchschnittspreis für ein volles langes Haar beträgt ?2 bis 56. Die a'.:ß.:rcrden!lich armen Mädchen jener Gegend schneien in der Regel das Haar nur vorn nicht ab und verbergen den Hinterkopf durch ein geschickt drapirtes Tuch. ' Ein schlauer Beobacht e r. Gast: Warum halten Sie denn so wenige Zeitungen?" Wirth: Ja wissen S', wenn die äst' zuviel zum Lesen haben, nachher trinken s' zu tt mg ...