Indiana Tribüne, Volume 23, Number 34, Indianapolis, Marion County, 22 October 1899 — Page 6

Weis: Zunge. Ton Gustav Troz. Am Morgen, als ich mein Zimmer Erließ, sah ich seine und meine Stiefei vor der Thür stehen. Es waren kleine, etwas ausgetretene, nur infolge des Gebrauchs, dem er sie unterzog, ein wenig abgeschabte Lackstiefelchen. Am linken Fuß war die Sohle abgerissen, und an der äußersten Spitze des rechten Fußes drohte sich ein Loch zu entwickeln. Die Schnüre hingen rechts und links hernieder. Warum habe ich das alles im Gedächtniß behalten? Das weiß ich wirklich nicht, aber ich glaube noch jetzt die Stiefel des lieben Kleinen auf dem Teppich neben den Meinen zu seyen, zwei Sperlinge neben zwei Elephanten. Das waren seine Alltagsstiefeln, seine Spielkameraden, mit denen er in die Sandberge eindrang und Forschungsreisen in die Wafferpfützen unternahm. Neben diesen fröhlichen, gutgelaunten, gleichsam lachenden Stiefeln erschienen die Meinigen plump, grob, absurd, ungeheuerlich. Man sah es ihnen an, daß sie für das ernste Leben, die langen Besorgungen und die wichtigen eschäfte bestimmt waren. Der Contrast war ergreifend und die JLehre nicht unwichtig. Ich nähert: mich den kleinen Schuhen ganz leise, um den kleinen Mann nicht vj. wecken, der noch im Nebenzimmer schlief. Jcy betrachtete sie, drehte sie hin und her, betrachtet: sie von allen Seiten und lächelte froh. Nie hatte mir der alte, nach Veilchen duftende Handschuh, der sich im tiefsten Grunde meiner Schublade herumtrieb, eine so köstliche Empfindung bereitet. Die Vaterliebe hat wie jede andere Liebe ihre Schwächen, ihre Thorheiten; sie ist erhaben oder kindlich, sie läßt sich weder analysiren noch erklären, man empfindet, man fühlt sie eben und damit basta! Der Papa, der ohne Schwäche ist, werfe den ersten Stein auf mich, die Mamas werden mich schon rächen. Dieser ausgetretene und durchlöcherte Stiefel erinnerte mich an dieses herzige Füßcken. Ich stelle ihn mir vor. wenn ich ihm Abends die Strümpfe auszog und er mich lachend am Bart zog. Ich zählte eins, zwei, drei; dann flog der Strumpf lim so davon. Und nun erbeb sich eine wilde Freude, er warf sich in meinen Arm und seine nackten Beine strampelten in der Luft herum. Aus seinem Munde, in dessen Tiefen man zwei Reihen glänzender Perlen bemerkte, drang sein wildes, übermüihiges Lachen. Seine Mutter, die auch lachte, sagte schließlich zu ihm: Aber mein Engelchen, Du wirst Dich erkälten." Tann wandte sie sich zu mir: Aber so leg' ihn doch hin; willst Du wohl aufhören, Du kleiner Unart." Sie wollte schmollen, doch sie konnte angesichts seines dicken blonden Kopfes, den er mit glücklichem Lachen auf meine Knie legte, nicht ernst bleiben. Meine Frau blickte mich an und sagte: Es ist unerträglich! Mein Gott, dieses ungezogene Kind!" Ich erkannte, daß sie sagen wollte: ..Sie nur, wie schön, gesund und glücklich er ist. unser kleiner Sohn!" Und er war wirklich allerliebst, weAigstens kam er mir so vor. Ich besaß die Weisheit, jetzt, da 'ich weiße Haare habe, kann ich es ja sagen nicht einen einzigen jener schönen Augenblicke der Freude vorübergehen zu lassen, ohne ihn voll und ganz auszukosten; und ich habe wirklich daran recht gethan. Die Väter tbun mir leid, die es nicht verstehen, Papas zu sein, die es nicht verstehen, sich auf dem Teppich herumzuwälzen. Pferd zu spielen, den Wolf darzustellen, ihr Kind auszuziehen, das Geheul des Hundes und das Brüllen des Löwen nachzuahmen und sich hinter den Stühlen zu verstecken. Ich habe stets über die Leute gelacht, die mit verhängten Zügeln und unruhigen Augen durch's Leben rasen. Dir Gegenwart scheint ihnen die Füße zu verbrennen, und wenn man zu ihnen sagen wollte: Aber bleiben Sie doch einen Augenblick, steigen Sie ab, trinken Sie ein Glas guten Wein; plaudern wir ein bischen, lachen wir einen Augenblick; umarmen Sie Ihr Kind!" antworteten sie: Unmöglich, man erwartet mich da drüben. Da drüben werde ich plaudern. da drüben werde ich ein Glas Wein trinken; da drüben werde ich mich den Vaterfrcuden überlassen, da drüben werde ich glücklich sein. Da drüben." Und wenn sie zerschlagen und gebrochen da drüben anlangen, dann fordern sie schreiend den Preis für ihre Anstrengungen, und die Gegenwart lacht ihnen m's Gesicht und sagt: Mein Herr, die Kasse ist geschlössen." Die Zukunft verspricht die Gegenwart bezahlt, und man muß mit dem, der die Kasse führt, gute Veziehungen halten. Wir müssen vernünftig sein, die Hemdärmel aufstreifen, uns selbst mit unserer Küche beschäftigen und nicht verlangen, daß der Himmel sich die Mühe machen soll, unsere Mahlzeit zu bereiten. An all das dachte ich Abends, wenn mein Junge in meinen Armen lag und sein feuchter und regelmäßiger Athem meine Hand streifte. Ich dachte an die schönen und glücklichen Augenblicke, die der kleine Mann mir schon bereitet hat, und war ihm dafür dankbar. Wie einfach ist das doch, glücklich zu sein!" sagte ich mir, und was sür eine seltsame Manier haben manche Leute, daß sie nach China gehen, um sich zu zerstreuen." Hochmuth und Dummheit riachen einander oft den Platz streitig.

Sischsang in der 'Zlordscc. Von H. Harz. Es war ein drückend heißer Tag, als wir den Elbstrom hinunterfuhren. Das hübsche Nordufer der Elbe mit seinen reichen Villen und Vergnügungsorten blieb zurück, das herrlich gelegene Dorf Blankenese zeigte sich uns noch einmal in prächtiger Beleuchtung, dann wurden die Ufer uninteressant und die aufkommenden Schiffe, die uns passirten, nahmen unsere Aufmerksamkeit in Anspruch. Große Frachtdampfer, schwer segelnde Ewer, flinke Fischkutter und sonstige Fahrzeuge aller Art begegneten uns. Flußmöwen schössen krach?end hinter unserm Dampfer her und haschten kleine Fische. Die Mannschaft war beschäftigt. Netze auszubesfern. Unser Dampfer war 110 Fuß lang, kutterartig gebaut, mit Maschinen von ca. 300 Pferdekräften, die ihm eine Geschwindigkeit von 9z bis 10 Knoten in der Stunde gaben. Das Fahrzeug, welches Raum für ca. 500 Körbe Fische 100 Pfund hatte, lag tief im Wasser, doch war das Deck durch eine feste, eiserne Schanzkleidung von 3 Fuß Höhe gegen die Wellen geschützt. Eine sehr große, aus festem Eichenholz gefertigte Commandobrücke bietet einen sehr geschützten Aufenthalt.

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F i s ch d a m p f e r. Nach mehrstündigem Dampfen erreichten wir Cuzhaven. Der Wrndzeiger daselbst zeigte starken Wind, unser Dampfer begann schwerfällig zu stampfen und zu schlingern. Die immer heftiger werdenden Bewegungen des Schiffes ließen uns vermuthen, daß wir bald mit Poseidon bekannt würden. und wahrlich, unsere anfängliche Freude an der frischen Luft, dem bewegten Wasser und der herrlichen Wolkenbilduna wurde von ziemlicher ResigNation abgelöst. Helgoland kam in Sicht. Um UNsere Stimmung ganz niederzudrücken, begann es auch noch zu regnen. Wir schauten wehmüthig zurück nach der rothen Insel und taumelten dann auf dem schwankenden Deck nach der Kajüte. Nach stundenlangem Wachen fand ich endlich etwas Schlaf. Um 4 Uhr wachte ich wieder auf. Ich ging an Deck, die herrliche Luft erfrischte mich. Die See ging noch hoch, aber der Wind schien flauer geworden zu sein. Bis Mittag dampften wir ca. 80 Seemeilen nordnordwestlich von Helgoland, dann wurde mit dem Fischen begönnen. Am dritten Tage waren wir Passagiere seefest und genossen von dem ZeitPunkt an wirklich schöne unvergeßliche Stunden, da auch das Wetter für die nöthige Abwechslung sorgte. Das Aufziehen des Netzes, das Morgens um 4 Uhr, Mittags um 1 Uhr und Abends um 8 Uhr stattfand, bot uns immer wieder neue Reize. Wir halfen die Fische sortiren und naturforschten zwischen den sonstigen Meercsthieren, die das Netz aus der Tiefe herausgebracht hatte. Die Dampfer fischen mittelstGrundnetzen, je eins liegt an den Langseiten des Schiffes. Das Netz besteht aus dem eigentlichen Netz, das mit dem mächtigen ca. 50 Fuß langen Netzbalken verbunden ist und an dessen Ende sich zwei mannshohe eiserne Bügel befinden; diese werden auf dem Meeresgrunde entlang geschleift. An dem Unterende des Bügels ist das Grundtau befestigt, das. in der Länge des Netzbalkens liegend, mit diesem die eigentliche Oeffnung des Netzes bildet. Man kann selbstverständlich mit dem Grundnetz nur auf Land- und Schlickboden fischen; aus diesem Grunde können die Fischdampfer nicht in der Ostsee, die viele Felsen birgt, verwendet werden. Nachdem Tiefe und Grund festgestellt ist, fährt der Dampfer unter Volldampf vorwärts und steuert dann im Bogen nach 'Steuer oder Backbordseite Einholen des Netzes. aus. damit das nachtreibende Netz, welches in diesem Augenblick ausgewarfen wird und lang nachschleift, nicht in die Schraube gerathen kann. Jetzt rasselt klatschend erst das vordere und dann das Hintere Ende des Netzbalkens in's Wasser, die schweren eisernen Bügel ziehen den Netzbalken an den Grund, pfeifend schießt das doppelte Drahttau. das an den Bügeln befestigt ist, von der Rolle, bis ein langsameres Ablaufen zeigt, daß das Netz am Grunde liegt. Nach 25 Faden Länge vereinigen sich beide Drahttaue zu einem starken Tau; an diesem zieht der Dampfer das Netz während 8 Stunden unter halber Kraft hinter sich her. Das Einholen des Netzes ist wohl der interessanteste Augenblick der Fischere!. Das schwere Netz, das je nach Inhalt 5000 20,000 Pfund wiegt, wird mit der Dampfwinde 'gehoben,

erst das vordere, dann das hintereEnde des Netzbalkens auf Deck gebracht, und das eigentliche Netzende, in dem sich der Fang befindet, eingeholt, wobei alle Hände, vom Capitän bis zum Koch, helfen müssen. Dann wird eine starke Schlinge um das Netzende gelegt und dieses mit der Dampferwinde an Bord gehißt. Darauf wird das untere Netzende, das mit einer Schlinge zu-

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Bergen des Fanges. sammengehalten wird, gelöst, worauf sich, je nach dem Fang, der Inhalt von zappelnden und wühlenden Fischen über das Deck ergießt. Sobald ein Netz eingezogen, wird das andere an der anderen Seite ausgeworfen, und die Bergung des Fanges beginnt. Um sich ein richtiges Bild von der Schwere der Arbeit zu machen, muß man immer bedenken, auf welch schwankemGrunde die Fischer diese verrichten, und sich ausmalen, wie diese Arbeit im Winter bei dem eisigen Wasser von Statten gehen mag! Das Sortiren und Ausnehmen der Fische wird gleich an Bord besorgt. Die Leber wird sorgfältig aufgehoben und gesammelt; es wird daraus Thran bereitet. Ist der Fang geborgen und im Schiff verstaut, wobei die Fische aufgeschichtet werden und Eis zwischen sie geschüttet wird, so werden die kleinen Fische, deren Verkauf sich nicht lohnen würde, nebst allem anderen vom Netz heraufgebrachten Seegethier, als Schnecken. Muscheln. Seeigel. Seesterne u. s. w. über Bord geschaufelt, der Stückzahl nach vielleicht ebenso viel als der geborgene Fang. Daß die ganze Art des Fischfangs ziemlich unrationell betrieben wird, ist wohl sicher. Es ist eine Raubfischerei, aber da die See bis auf einige Seemeilen an der Küste Jedermann zugänglich zum Fischen ist. so muß man sich gedulden, bis vielleicht die abnehmende Ergiebigkeit der Fischerei einmal internationale Fischereigesetze nothwendig macht. Vorerst sind einige Zahlen lehrreich, welche die Summen zeigen, die von den einzelnen Staaten aus der Seefischerei gezogen werden. Deutschland gewinnt ca. 5 Millionen Mari, welche Summe Frankreich allein aus seinem Muschelverkauf vereinnahmt. Der GesammtgewinnFrankreichs beträgt ca. 15 Millionen Mark. Norwegen erbeutet an Fischen ca. 20 Millionen Mark, und weit übertrifft England alle Nationen, da es ein Einkommen von ca. 145 Millionen Mark aus seiner Fischerei gewinnt. Die wirtschaftliche Bedeutung der Hochseefischerei liegt nicht Ausnehmen der Fische. allein in dem Fischfang selber, sondern der Bau der Schiffe, das Anfertigen der nöthigen Netze und Gerätschaften gibt vielen GewerbenBrot und Beschäftigung. Der Preis eines vollständig ausgerüsteten Fischdampfers beträgt über 100.000 Mark. An den späteren Tagen hatten wir Gesellschaft von anderen Fischdampfern, ich zählte einmal 26, die langsam die See mit ihren Netzen durchpflügten. Der Kapitän erzählte uns, daß er im letzten halben Jahre sehr glücklich gefischt, 24 Reisen gemacht und ca. 600.000 Pfund Fische zum Verkauf gebracht habe. Das ist das Ergebniß eines Dampfers, in Deutschland sind ca. 110 heimisch, und zwar hauptsächlich in Geestemünde undHambürg - Altona. Am siebenten Tage wurde das Netz um 4 Uhr zum letztenmale eingeholt, dann ging es beim herrlichsten Wetter heimwärts. Wir hatten 250 Körbe, ca. 25.000 Pfd. Fische, gefangen, meistens Schellfische, dann Schollen. Seehechte. Kleiste, KnurKhähne u. s. w. Während der ?ahrt auf dem Elbstrome wurde das Schiff seitens der Mannschaft gereii und wo nöthig, gemalt. Nachmittags landeten wir wieder an unserem Ausgangspunkt in Altona und am anderen Morgen wohnten wir der Auktion der Fische bei, die wir- gefangen hatten. Unerwünschte Auffass u n g. Mutter: Eine meiner Töchter malt, die andere spielt Klavier, die dritte singt und die vierte fährt Velociped!" Junggeselle: ) Sie arme Mutter. Es hat also doch jedes Kind irgend eine schlechte Angewohnheit!" Ein Gewissenhafter. Der Herr Lehrer Klexelberger benützt die Blätter alter Eztemporalienhefte seiner Schüler als Fidibusse. Neulich will er sich eben mit einem solchen seine Pfeife anstecken, überliest aber noch schnell die Seite und bemerkt zu seinem Entsetzen, daß er einen Fehler überlöhen hat. Gewissenhaft greift er zur tothen Tinte, corrigirt den Fehler und steckt sich dann erst mit dem Blatt seine Pseife an. .

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Zm Dienste der Aoeren. Der bisherige Capitän Adolf Schiel, der General - Adjutant Joubert's und Chef des Gefängnißwesens der südafrikanischen Republik, der jetzt zum Obersten und Commandeur des deutschen Freicorps in Transvaal befördert wurde, ist ein Deutscher von Geburt und hat eine reichbewegte Vergangenheit hinter sich. Kaum mehr als zwanzig Jahre alt, quittirte er als Husarenlieutenant den preußischen Dienst und ging nach Süd - Afrika. Nachdem er eine Zeitlang mit seinem mit Ochsen bespannten Wagen Transport- und Fuhrgeschäfte durch ganz Süd-Afrika betrieben hatte, trat er mit dem Zulukönig Dinizulu in Verbindung und wurde dessen Rathgeber und Minister. Auf Anrathen Schiel's rief der König die Boeren in's Lano, mit deren Hilfe er die übrigen Zuluhäuptlinge besiegte. Durch diese und andere Kämpfe war die Regierung der süd-afrikanischen Republik auf die Tüchtigkeit und Unsicht Schiel's aufmerksam geworden und ernannte ihn infolgedessen zum Eingeborenen - Commissar für NordTransvaal. Hier gründete er sich einen

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Oberst Schiel. eigenen Herd, erbaute die Farm Roßbach, zeichnete sich wieder in verschiedenen Kämpfen aus und wurde zum Adjutanten Piet Joubert's befördert. Später berief man ihn nach Pretoria, ernannte ihn zum Chef aller Gefängnisse von Transvaal und zum Artillerie - Capitän und sandte ihn von Staats wegen zu seiner weiteren artilleristischen Ausbildung nach Preußen. Nach dem bekannten Jameson'schen Einfall entwarf Schiel den Plan zum Fort von Johannesburg und leitete persönlich den Bau. Bis Anfang dieses Jahres war er auch Commandant des Forts, das jetzt von Eloff, dem Schwiegersohn Paul Krüger's. , befehligt wird und das mit Krupp'schen Festungsgeschützen großen Kalibers und neuester Construction armirt ist. Besonders der Präsident Paul Krüger hält große Stücke auf den früheren deutschen Husarenofficier, der dem Land der Boeren bereits so wesentliche Schiel's Farm. Dienste geleistet hat. Vor einigen Iahren beabsichtigte Schiel, die deutsche Heimath wieder zu besuchen. Aber die Regierung Transvaals konnte ihn nicht entbehren. Schon damals drohte ein Krieg mit den Engländern, die die Delagoabai in Besitz nehmen wollten. Die englische Regierung ging jedenfalls mit einem Plan um, der dann aufgegeben wurde. Jetzt ist der verdiente Kämpfer zum Obersten ernannt und mit der Bildung und Führung des deutschen Freiwilligen - Corps in Transvaal betraut, das man bis auf 4000 Mann Stärke zu bringen gedenkt. Der Pantoffelheld. Karl (zu seinem Vater, der sich unter das Bett versteckt hat): Papa, jetzt darfst Du bald vorkommen, wir stehen mit Mama schon in FriedensunterHandlungen!" Stoßseufzer. Hilda, einst warst Du mein Schneck. jetzt bist Du mein Schreck!" Das Corpus delicti. Freund: Willst Du Dir denn das Ohr nicht wieder anheilen lassen, das Dir Sonntag bei der Rauferei abgeschlagen worden ist?" Bauer: .Ja. ich möcht' schon . . . aber des ist halt noch bei den Acten!" '

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Höeure Höjcciive. Trotz der großen Entwickelung de? Glasindustrie und der verhältnißmäßig niedrigen Preise des besten GlaseS sind photographische Objective seh? theuer. Es liegt dies an der Schwierigkeit ihrer Herstellung. Zuerst werden die fingerdicken, 4 Zoll breiten und 10 Zoll langen rohen Glasblöcke, welche auch beim Durchblick in der Längsrichtung vollständig klar sein müssen, zerschnitten. .Hierzu dient ein Kreissäge, deren Rand mit Diamantsplittern besetzt ist. Ein zweiter Arbeiter bröckelt mit einer Zange von den zerschnittenen Glasstücken die Ecken ab und gibt ihnen ungefähr eine kreisrunde Form. Nun kommen die Glasscheiden in rotirende Metallschalen, wo sie geschruppt", d. h. roh mit feinem feuchten Sand geschliffen werden. Danach erfolgt das Feinschleifen mit stets feiner werdendem Schmirgelpulver, und endlich das Poliren mit Pariser Roth. Hierzu werden die Linsen mit Siegellack an einen Stiel gekittet und gegen die rotirenden Schleifschalen gepreßt. Bei größeren Linsen kann dies durch automatische Maschinen erfolgen. Die Prüfung während des Polirens geschieht durch fein gearbeitete Probegläser, auf welche die Linsen genau passen müssen. Treten statt eines gleichmäßigen Farbentones die sogenannten Newton'schen Farbenringe oder gar Verzerrungen auf, so sind die Linsen fehlerhaft. Die guten kommen nun in die Centrirerei, wo sie auf eine exact laufende Drehbank aufgekittet und an den Rändern abgeschliffen werden. Da di: meisten Ob-

Schneiden des Glases. jektive aus mehreren zusammengekitteten Linsen bestehen, der Goerz - Doppelanastigmat z. B. aus zweimal drei Linsen, so werden sie nach Bedürfniß zu zweien oder dreien mit Canadabalsam, der in dünnen Schichten von 1s30 Millimeter aufgetragen wird, zusam-mengekittet.-Nun erst kommen sie in die von der mechanischen Werkstatt hergestellte Messingeinfassung und von da zu den Graveuren. Schließlich wandern sie in den Prüfungsraum, wo sie auf einem complizirten Apparat eine scharfe Controle durchmachen; eventuell müssen die zusammengekitteten Linsen anders gefaßt oder gar verworfen werden. Bedenkt man. daß zum Prüfung der Linsen. Schleifen und Poliren einer Linse ein Arbeiter durchschnittlich einen Tag braucht, ferner daß ein Doppelanastigmat aus 6 Linsen besteht, die mit verschiedenen Krümmungen, je nach den Anforderungen, die man an das Objektiv stellt und nach den Eigenschaften des Glases geschliffen werden müssen, so wird der hohe Preis eines guten photographischen Objektives erklärlich. Trost. Schusterjunge (der von seinem Meister Prügel bekommen): Aber ich bin's ja gar nicht qewesen!" Meister: So? Na dann sieh' 'mal. so viel Prügel bekommst Du schon, wenn Tu's nicht gewesen bist; nun kannst Du Dir ungefähr vorstellen, wie ich Dich verhauen hätte, wenn Du's gewesen wärest!" Nicht v e r l e g t n. Backfisch: Mama, wenn ich einmal vcrheirathet bin " Mama: Ach, Dich nimmt überhaupt kein Mann, Du bist ja in der Schule immer die Letzte!" Backfisch: Na, da heirath' ich einfach wieder einen Letzten!" '

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Wctterschicßen. Es rst noch gar nicht so lange her, daß viele Leute ungläubig und wohl gar mitleidig die Köpfe schüttelten, wenn man ihnen von der Möglichkeit redete, durch Schießen in die Wolken Urcwetter zertheilen zu können. Es stand dergleichen für die skeptischen Leute ungefähr auf, gleicher Höhe mit der Idee, durch Ausgießen von Oel die erregten Wogen beruhigen zu wollen. Und doch haben praktische Bersuche nach beiden Richtungen hin recht achtbareResultate ergeben. In heutiger Zeit sind es besonders Oberitalien und Steiermark, die Versuche mit Hagelschießen, und zwar zum Theil in ganz systematischer Weise, angestellt haben. Es ist festgestellt worden, daß diejeni-

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Mörserbatterie. gen Gebiete Oesterreichs und Italiens, in denen dasHagelschießen in Gebrauch gekommen ist, schon seit drei Jahren nicht mehr vom Hagel heimgesucht wurden, und so bilden sich denn in diesen Ländern überall Gesellschaften zur Anschaffung von Hagelmörsern. Unser Bild zeigt zwei dieser Apparate, einen derselben in Thätigkeit. Die Mörser sind in einen Holzsockel eingelassen und bestehen aus einem mehr als 2 Meter langen trichterförmigen Rohr aus Eisenblech. Die Schießladung ist nur Pulver. etwa 100 Gramm für jeden Schuß. Man sagt, daß ein Mörser einen Umkreis von etwa 000 Meter wirksam schütze. In Oesterreich besteht jede der Schießstationen aus einem hölzernen Gebäude, in dem zehn schwere Böller aufbewahrt werden: die dazu gehörige Munition befindet sich in einer etwas abseits gelegenen Pulverhütte. Ein Corps von umwohnenden Winzern besorgt freiwillig bei herannahenden Gewittern das Abschießen der Böller. Jede Hütte wird von sechs Mann bedient. Neuerdings macht man auch Versuche, durch Raketen, die mit einer Sprengladung versehen sind, jene Lufterschütterung zu erzielen, die eine Zertheilung der Hagelwolken bewirkt. Dies Versahren würde falls es sich bewähren sollte wegen .größerer Billigkeit vielleicht vorzuziehen sein. Schätzle und Wcible. D' Frau Nachtigall hat g'sunga Im Wald mit süßem Schall, Des hat in unsre Herzla Laut g'funda Wiederhall. Und eh' mer uns hant b'sonna, Bist Du mei' Schätzle g'wea: O Sommer, lieber Sommer, Wie du ist nex so schöa! Der Sommer is verganga, Der Winter ist im Land. Und hinter'm Ofa sitzet Wir Beide Hand in Hand. Imnr r. c V , i - v -ßfsyt . ,, ?Vi tz'' ir -ryyiTf I Du bist mei' liaö's. liab's Weible Un i'. i' bi' Tei' Ma': O Winter, liaber Winter, An di' ka' gar nex na!! Ueberzeugungen ändern ist oft nicht Inkonsequenz, son dern Lebensweisheit. Immer d e r Gleiche. Protz (als ein Besucher eilig eintritt): ..Gott, fallen S' nur nicht gleich mit dem Portal in's Palais!" S o kann's kommen. A.: Wie. Sie haben gar keine Kinrder?" Mann: Nem, das leidet unstt Dienstmädchen nicht!" ; ,

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Gigerl (zuschauend, wie sich ein Bauer mit seiner Frau prügelt): Jotte doch, is det cene intensive Schäseridylle!" Darum. ÄV Ä L3 V-L) ..R ruL 4 Du mußt Dich wohl oder übel mit dem Gedanken vertraut machen, daß Du dieses Jahr kein neues Kleid bekommst!" So, so also deßwegen habe ich meinen schönen Mädchennamen mit dem Namen Meyer vertauscht!" Ein Schwerenöther. ... Du warst also schon mit beiden Töchtern des Rathes verlobt?!" Ja, diese Saison verlob' ich mich so ein bischen durch die Stadt, um mich hier einzuführen!" Unverbesserlich. Aber Hiesl! Mußt Du denn alle Tag' Dein' Rausch hab'n! Schau', das liebe Vieh weiß, wenn's genug hat!" Beim Wasser müßt' i' aa', wenn i' g'nua' hab!" Beweismittel. Mensch, wie siehst Du denn im Gesicht aus?" Ja weißt Du, da hat mir ein College einen Topf mit Oelfarbe an den Kopf geworfen, und die will ich nicht eher abwaschen, bis die Gerichtsver Handlung gewesen ist!" Unverfroren. Kunde (wüthend): Als ich Ihren Rock zum ersten Mal zuknöpfte, platzte hinten der ganze Rücken!" Kleiderhändler: Da sind wahr scheinlich die Knöpfe zu fest angenäht gewesen!" Freundliche r E m p f a n g. Schnorrer: Herr Tulpenblüth,'ich bin von Ihnen e' entfernter Verwandter!" Bankier (seinem Diener schel. lend): Gleich werden Se sein e' entfernter entferntes Verwand? ti" ,w

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