Indiana Tribüne, Volume 23, Number 27, Indianapolis, Marion County, 15 October 1899 — Page 9

FVdisns Tribüne.

ags Der Saft. Von Marqui D. E. Pandolsi. So schritt er dahin durch die nachtliche Steppe, ohne des Regens zu achten, den ihm der Sturm in's Antlitz peitschte. Mit seiner ganzen Naturgewalt stemmte sich ihm der rauhe Nordwind entgegen; in wildem Spiele flatterten die triefenden Haare über das gebeugte, früh ergraute Haupt. Doch der Mann schreitet vorwärts, vorwärts, vor ihm das Unwetter, hinter ihm, ihn treibend und spornend, die Furien des Hasses und der Vergeltung. Ein Baumstamm liegt ihm im Wege er stürzt und rafft sich wieder auf, er spürt nicht den Schmerz des Falles, er geht weiter, weiter, weiter. Wohin? Die undurchdringliche Finsterniß gestattet kaum zwei Schritte weit zu sehen, was fragt er aber danach? Die Rache, die ihn vorwärts drängt, wird ihm schon den richtigen Weg weisen. Und er stürzt wieder, und wieder rafft er sich aus, keuchend, blutend; der Athem fliegt, die Pulse schlagen im Fieber, und weiter rast er, immer weiter, dahin, wo in weiter Ferne die blutigen Instinkte den Augen seiner Seele das erstrebte Ziel näher und näher zaubern. Es waren sieben Jahre her. Als er zum Militär einrückte, schwur ihm Kathinka ewige Liebe und Treue. Und als er zu Neujahr aus Urlaub nach Hause kam, fand er Kathinka all Braut des Starostensohnes. Er geberdete sich zuerst wie Wahn sinnig. Warum man ihm nicht rechtzeitig geschrieben? Ja, guter Gott, wer konnte denn schreiben in jenen Niederungen des Don? Der Pope etwa, vielleicht auch der Staroste und sein Sohn, der vor Jahren in der Stadt gewesen; nun die hatten wohl alle Ursachen gehabt, ihn nichts wissen zu lassen. Nachdem er seinen ersten Schme im Elternhause ausgetobt, beschlsg Danko die elende Verrätherin durch Gleichgiltigkeit und Verachtung zu strafen, um keinen Preis durfte sie ahnen, was er um ihretwillen litt. Am nächsten Sonntage war er darum der Erste am Tanzboden, der Tollste, der Munterste von allen, so ausgelassen froh, wie er es in der Zeit seines Glückes gewesen. Die Burschen und die Mädchen, sie sahen nicht sein blutendes Herz, die schmerzhaft zurückaeprehten Thränen die schüttelten die Kopfe, ihn mit Scheu und Staunen von der Seite betrachtend, wie ein Wunder, das man nicht begreifen, sich nicht erklären kann. Tags darauf kehrte Danko zum Regiment zurück. Anfangs ging es gut; die stramme Disciplin, die viele Arbeit ließen in ihm die trüben Gedanken nicht aufkommen. Je mehr aber der für Kathinkas Hochzeit bestimmte Tag herannahte, desto mehr verfinsterte sich des Burschen heitere? und ehrliches Gemüth, die frühere Ojsenheit wich allmählich einem bei ihm sonst fremden scheuen, grüblerischen Wesen. Am Hochzeitsmorgen fehlte er beim RapPorte. Im Heimathsdorfe wurde mittlerweile mit dem ganzen Gepränge des kleinrussischen Bauern die Hochzeit des StarostensohneS vorgenommen. Der Pope hatte die Brautleute gesegnet, an der Thür des neuen Heimes wurde soeben vom ältesten Knecht das traditionelle Brot und Sdz der jungen Frau dargereicht. Da ein Schrei Danko hatte sich unbemerkt der früheren Geliebten genähert, von ihrem bräutlich geschmückten Haupte reißt er Krone und Schleier, seine Hände tasten würgend nach ihrem mit dem breiten Kettenbande gezierten Hals, während unartikulirte, thierische Laute der Wuth und der Liebe den bleichen, blutiggebissenen Lippen entfallen. Als Danko wieder zur Besinnung kam, lag er im Lazarethe seines Garnisongefängnisses. Die zu der Verfolgung des Deserteurs ausgesandten Kosaken waren gerade noch zu Zeiten gekommen, um den halbtodt Geschlagenen den wüthenden Hochzeitsgästen zu entreißen. Abseits war unterdessen Kathinka beschäftigt, ihren zerzausten Kopfschmuck in Ordnung zu bringen. Nach vierzehn Tagen konnte Danko das Lazareth verlassen. 60 Knutenhiebe und die Versetzung in eine südsibirische Strafcompagnte, das waren die Folgen seiner Desertion, dann sieben Jahre eines LebenS, wie es die verbannten Verbrecher nicht schlechter haben konnten. Doch der Mann ertrug alles in stoischer Ruhe; in seiner Seele hatte nur ein einziges Gefühl mehr Platz der Gedanke an Rache und Vergeltung für all' das Elend, das er jetzt leiden mußte. Seine Mutter war unterdessen gestorben, der Vater war ' ihr bald nachgefolgt, und der Pope hatte ihm deren letzte Segenswünsche übersandt mit der eindringlichen Bitte, er möge vergessen und vergeben. Die ehrlichen Worte des guten Alten erreichten aber gerade das Gegentheil von dem, was er bezweckt; seine Schilderung vonKathinkas Glück, die Nachricht, sie sei Mutter geworden, stachelten Dankos Haß und Rachsucht zu immer höheren Flammen auf. Noch nie war in einer Strafcompagnie ein so eifriger und pflichtbewußter Soldat gewesen; denn noch nie hatte einer da? End der Strafzeit so herbeigesehnt wie er, um frei zu sein, um bald und vollständig seiner Rache fröhnen zu können.

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Vor einigen Stunden ist Danko im Heimathsdorfe angekommen, wo Niemand in dem früh ergrauten, gealterten Manne den fröhlichen Burschen von früher erkennen konnte. Im WirthsHause hat er sich nach Kathinka erkundigt, sie ist heute abwesend, im Nachbarorte, bei der kranken Mutter zu Besuche. Ihr Mann, der jetzige Staroste, ist allein zu Hause in jenem einsamen Steppengehöfte, zehn Büchsenschüsse vom Dorfe entfernt. Und dorthin eilt nun der Rächer; ja, das wird die teuflischste Rache sein morgen, wenn das Weib nach Hause kommt, soll es ihren Gatten, den heißgeliebten, in seinem Blute schwimmend vorfinden. Wird sie es wohl errathen, wessenHand es gethan? O ja. gewiß! Die Schuldbeladene muß es sich ja sagen, daß Mes die Vergeltung ist für den schnöden Treubruch, für die sieben Jahre Elend und Verzweiflung, die er für sie gelitten! Und rastlos tastet er sich weiter in der tiefen Finsterniß. vorwärts wo ihm die langersehnte Rache winkt! Der Instinkt des Hasses hat ihn richtig geführt. Grau von grau heben sich die Umrisse des alten, strohbedeckten Hofes vom nächtlichen, blitzdurchleuchteten Himmel ab. Noch einige Schritte, und er ist zur Stelle. Nun heißt es Vorsicht und schweigen, damit kein Kn?cht frühzeitig erwache, der seine langersehnte Rache vereiteln könne. Was später mit ihm geschehen wird, das ist ihm gleich Galgen oder Minen. was kümmert's ihn. wenn er sich nur rächen, endlich rächen kann. Da - ein niederes Fenster steht halb offen, wohl der schwülen Gewitterlust wegen; ein ganz schwaches Nachtlicht sieht man matt im Zimmer brennen. Leise stößt Danko den Laden völlig auf ein Schwung, und er ist am Fensterbrett, einen Augenblick später steht er im Zimmer. Hochklopsenden Herzenö hält er inne, horchend, ob Niemand das leise, von ihm verursachte' Geräusch vernommen hat. Nein, alles ist stille, nur die angefesselten Hofhunde heulen in die Nacht doch wer kümmert sich in der russischen Steppe um das Gebell der Hunde? Nirgends sonst ein Laut, nur das Klopfen seines eigenen Herzenö, das fieberische Schlagen seiner Pulse meint der Mörder deutlich hören zu können. Mit raubthierartigen Schritten, das Messer in der geballten Faust, gleitet Danko dem Himmelbette zu. er hat es erreicht und streckt schon die eine Hand aus, um den schweren Vorhang, diesen einzigen Schutz gegen Mosquitostiche. beiseite zu schieben. Der Athem pfeift durch die zusammengepreßten Zähne, die Augen leuchten vor Mordgier, grün wie die Augen einer Hyäne. Ein leises Athmen tönt ihm hinter dem Vorhanae entgegen dort liegt sein Todfeind, der Räuber seines Glückes, einen Augenblick noch, dann ist er an ihm. an ihr gerächt, arausam, wie er es seit sieben langen Jahren geträumt. Krampfhaft umfaßt Dankos Rechte das Messer, ein Ruck, und der Vorhang ist beseitigt. Aber das Bett ist leer, der Verhaßte ist nicht darin, nur in einer Ecke liegt ein niedliches, blondlockiges Kindchen in tiefem, ruhigem Schlafe der Unschuld.

. . . Ihr Kind, und das seine das Kind seiner Feinde! Wie bewegt sich des Mannes Seele bei diesem Gedanken! Ja, das wäre eine Rache, der Tod ihres einzigenGeschöpfes wird den beiden Schuldiaen die furchtbarste Strafe sein! Aber ein Kind morden? Nun warum denn nicht, eö ist ja ihr Kind. Schlangenbrut! Die Hand mit dem Messer erhebt sich, da lächelt das Kindchen im Traume, einem schönen Bilde zu, vielleicht seiner Mutter! Die Mutter! Aus den zitternden Fingern des Rächers gleitet das Messer und fällt hart zu Boden. Das Kind aber schläft ruhig lächelnd weiter. Ja. so schlief auch er vor langen, langen Jahren, im Traume der Mutter zulächelnd, während diese bei seinem Bettchen stand, um über seinen Schlas zu wachen. Und wenn sie vom Felde zurückkam, welch jaucbzende Freudenrufe, welch lallend unverständ liche Worte der kindlichen Liebe! Nun war auch sie gestorben, vielleicht aus Gram über seine Entfernung, und dort oben vom Himmel schaute sie auf ihn herab mit zärtlichen Blicken auf ihn, ihren Liebling, auf ibn, ihren einzigen Sohn. Und er stand am Bette eines anderen Kindes und wollte eine andere -Slilit'.Z ihres größten KkeinsdcZ herauben! ' ' - C Aufstöhnend schlug Danko die Hande vors Gesicht. Die ersten Thränen seit Vielen Jahren entströmten seinen brennenden Augen, ein konvulsivisches Beben durchzitterte seinen Körper, und wie von einen höheren Gewalt gezwungen, sank er neben des Kindes Bette auf die Knie nieder. Da wachte das Kindchen auf; schlaftrunken, aber ohne Furcht, blickte eS auf den fremden Mann Hernleder, der zu feiner Seite kniete. Da hielt es Danko nicht mehr, einmal, zweimal, küßte er daö Kind auf Stirne, Lippen und Augen wie einst seine Mutter ihn geküßt, bis daS Kind ängstlich wurde und zu weinen ansing. Einen letzten Kuß noch, dann sprang er aus dem Fenster, und hinaus ging es wieder in die nächtliche Finsterniß, in Sturm und Regen, immer grade vor sich. aber nicht mehr vom Hasse getrieben, nicht mehr von Lurien gepeitscht: Mutter. Mutter, schrie er jauchzend, hade Dank, o Mur. ter! Mutter, hier bin ich, Danko, Dein einziger Sohn! Und als der Morgen graute, ging Danko zu einen Bauern und verdingte sich als Knecht. Und ausgelöscht war der wilde Haß in seiner Seele auö gelöscht für immer! . .....

Slliwere Zelten. Humoreske von Mathias Mayer. Mr. Richardson war nicht der Mann, ver viele Umstände machte. Es regnete. Mr. Richardson hatte keinen Schirm. Nachdem es am letzten Sonntagnachmittag des Monats war, hatte r auch kein Geld. ES rieselte zwar nur so fein, daß man es kaum merkte, aber Mr. Richardson hatte nun einmal den Entschluß gefaßt, nach Hause zu gehen, und lxiS ließ sich nicht mehr ändern. Er begegnete seinem Freunde Brothers. Wohin, Brothers? Komm mit auf meine Bude!" Mr. Brothers war nichi der Mann, der sich lange bitten ließ; er ging mit. Da trafen die Beiden ihren Freund Fox. Wohin, Fox? Komm mit auf meine Bude!" sprach Mr. Richardson. Mr. Fox war nicht der Mann, der sich zierte; er ging mit. Als die drei Capacitäten vor Mr. Richardson's Bude angekommen waren, gesellte sich auch noch Mr. Johnston zu ihnen. Mr. Johnston war nicht der Mann des Aögerns; tx beschlagnahmte den einzigen Sessel, der in Mr. Richardson's Bude zu finden war. Mr. Brothers und Mr. Fox belagerten das Richardson'sche Bett und Mr. Richardson machte sich auf dem Fensterbrett ansässig. Man sprach über dies und jenes, boxte, rauchte, sang und unterhielt sich prächtig. Da fiel es Mr. Johnston ein, daß Freund Hurst in der Nähe wohnen müsse. Sollte man den Armen, der sich gewiß langweilte, nicht auch einladen? Natürlich! Selbstverständlich! Nachdem Mr. Fox den meisten diplomatischen Schliff hatte, wurde er beauftragt. Mr. Hurst einzuladen. Mr. Fox brachte den Collegen Hurst sammt dessen beiden Complicen Carter und Kite. Mr. Carter und Mr. Kite betraten als Gäste zuerst die Bude und ließen sich neben Mr. Brothers auf dem Richardson'schen Lager heimisch nieder. Sodann folgte Mr. Hurst, der mit erstaunlichem Scharfblick einen Reisekofser unter dem Bett entdeckte, denselben mit dem Zeigefinger hervorangelte und sich darauf ansiedelte. Als endlich Mr. Fox das Gemach betrat, war bereits alles Sitzbare vergriffen. Da erinnerte er sich eines Feuereimers, welchen er in der Hausflur gesehen hatte; er holte denselben herein, kippte ihn um und ließ sich darauf häuslich nieder. Nun war die Gesellschaft complet. Man sprach über dies und jenes, boxte, machte hypnotische Experimente, rauchte, sang und unterhielt sich famos. Mr. Richardson erzählte von einer Tigerjagd und da wurde es fünf Uhr. Mr. Brothers erzählte ein Abenteuer mit Klapperschlangen und da begann es bereits zu dämmern. Mr. Fox erzählte von einem Falschspiflej und da wurde es immer finste-rer.

Es werde Licht!" declamirte Mr. Richardson und zündete eine elektrische Unschllttkerze an. Ein bescheidenes Lichtmeer fluthete durch den allerdings sehr kleinen Saal. Die Gesellschaft bestand aus lauter Mannern. welche die Welt gesehen hat ten. Markante Gestalten! Jeder Zoll ein Lezikon! Das Bett hatte sich unter der dreifachen Last bedenklich geneigt, aber es saßen Männer daraus, welche bereits die schwersten Prüfungen des Lebens mit philosophischer Seelenruhe bestanden hatten und daher über derartige kleinliche Bedenken erhaben waren. Als das Bett zusammenbrach. saßen sie einfach um zwölf Zoll tiefer als vorher; das war die ganze Consequenz. Auch unter dem knochenschweren Ge rüst Mr. Hurst's bogen sich die Sei--tenwande des Koffers deutlich ausemander. Was konnte ihn das rühren? Erstens gehörte der Koffer nicht ihm und zweitens hatte sich unter ihm schon so manches Andere gebogen. Die Unschlittkerze flackerte noch ein mal hell auf und hatte aufgehört zu sein. Man saß wieder im tiefsten Dunkel. Mr. Kite. der gerade ein galantes Abenteuer mit einer polnischen Gräfin erzählte, ließ sich nicht beirren und log im Dunkeln weiter. Es wurde noch so manches erbauliche Erlebrnß geschll dert, als man plötzlich ein halbunterdrucktes Gähnen vernahm. Bald darauf gähnte wieder einer, aber deutlicher. Dann aaynten zwei aus einmal. Man rüstete sich zum Aufbruch. Man hatte sich ohne Geld ganz famos unierhalten. Man sollte öfters solche .Zusammenkünfte veranstalten! Natürlich sollte man daö! Vielleicht nächsten Sonntag! Natürlich nächsten Sonntag! Mr. Richardson dämmerte ein g'öttliche? Gedanke. ,Wie wäre es." ließ er sich vernehmen, wenn jeder etwas mitbringen würde: der eine einen Laib Brot, der andere Schinken, Tabak oder Käse, der dritte eine Flasche Rum u. s. w., das wir dann gemeinschaftlich verzehren, vertrinken oder verrauchen könnten?" Daö Wäre nicht Übel! Wie 'aber, wenn sich der eine oder der andere zuCITY? ir trllliA rmn 1111 mrnWait 1k.. UUl III fllUIUUiVU Ol llttylllll IllU VI' inden sollte? O. wir nehmen es nicht o aenau! Es aenüat. wenn der Betreisende einfach eine kleine Wurst, oder einige Cigaretten, oder auch nur eine Schachtel Zündhölzer beisteuern wird. Dafür bringt vielleicht ein anderer um so mehr und das gleicht sich dann auö. Darf man auch kalten Braten, z. B. ein schönes Lamm - Viertel bringen? Na türlich! Auch eine Tonne Heringe? Selbstverständlich! Auch einen Kängu ruh - Schwanz? Freilich, es soll ja ein Ulk werden! Je exotischer die Beiträge, desto besser! Auf allgemeinen Wunsch wurde -die Zusammenkunft für nächsten Sony-,

tag Abends 8 Ubr anoeräumk. Nachdem es immerhin möglich wäre, daß sich derjenige peinlich berührt fühlen könnte, der infolge pccuniärer Schwierigkeiten die kleinste Gabe gebracht hätte, machte Mr. "Richardson den Vorschlag, man möge ihm gestatten, zu der 'anberaumten Stunde das Licht auszulöschen, damit jeder im Schutze der Finsterniß das Zimmer betreten und seine Gabe unbemerkt auf den Tisch legen könne; erst wenn sich alle ihrer Gaben entledigt haben werden, '.vird Licht gemacht und erst dann wird man sehen, was gebracht wurde, ohne zu wissen, wer das oder jenes beige steuert habe. Natürlich, das ist das Beste! Die Gäste stolperten, da es stockfinsier war und Mr. Richardson keine Kerze mehr opfern wollte, zur Thüre hinaus Mr. For. der den ausgeprägtesten Ortssinn hatte, stolperte voran und die anderen stolperten ihm nach, indem einer den anderen als Leitham mel benützte und sich an die Rockschöße seines Vordermannes klammerte. Mr. Richardson rieb sich vor Vergnügen die Hände. O, er kennt seine Leute! Natürlich wird einer den anderen übertrumpfen wollen! Mr. Kite ist schon im Stande, ein gebratenes Kalb zu bringen der hat schon viel ärgere Sachen getrieben! Auch Mr. Fox könnte man ohne Weiteres eine Tonne Heringe zumuthen der hat seit jeher einen Spleen gehabt! Nun, wie eö auch immer sein wird, so viel steht fest, daß man jedenfalls viel mehr beisteuern wird, als man wird verzehren können, und daß Mr. Richardson nicht nur am Sonntag, sondern vielleicht eine gane Woche hindurch ein Gratis-Nachtmahl haben wird; denn so schmutzig wird Niemand sein, den übrig gebliebenen Theil seiner Gabe wieder nach Hause zu tragen. Jawohl, Mr. Richardson, das hast Du schlau angestellt! Der Sonntag kam. Abends Punkt 8 Uhr löschte Mr. Richardson das Licht aus. Es klopfte. Herein! Wer bist Du?Ich bin Dein Freund Brothers!" Also gut; trete drei Schritte vor, lege Deine Gabe auf den Tisch und komme dann her zum Fenster!" Mr. Brothers trat drei Schritte vor. legte etwas auf den Tisch und kam zum Fenster. Dieser Vorgang wiederholte sich bei jedem neu ankommenden Gaste. Als alle beisammen waren, gruppirten sie sich um den Tisch und Mr. Richardson zündete die bekannte elektrische Unschlittkerze an. Auf dem Tische lagen sieben Sckachteln schwedischer Zündhölzchen sonst nichts. Von dieser betrübenden Thatsache wurde geziemend Kenntniß genommen, ohne ein Wort zu verlieren. Mein Gott, es waren lauter Männer, welche die Welt gesehen und so manche Enttäuschung erlebt hatten! Man war einfach erhaben über derartige kleinliche Unbekömmlichkeiten. Man nahm Platz, erzählte, rauchte und politisirte, aber die Unterhaltung wollte nicht in den rechten Fluß kommen. . Plötzlich erinnerte sich Mr. Carter. daß zu Hause auf seinem Schreibtisch zwischen seinen Papieren eine brennende Cigarre lag, welche er vergessen hatte; er rannte wie besessen davon. Mr. Brothers klagte über Kopfweh und erklärte, einen Spaziergang in der frischen Luft machen zu müssen. So ging einer nach dem andern, bis Mr. Richardson allein war. Wehmüthig betrachtete er die sieben Schachteln schwedischer Zündhölzchen. Wie kläglich sind seine Hoffnungen gescheitert! Aber er war ein Mann, der die Welt gesehen und schon so manche bittere Enttäuschung erlebt hatte und schließlich, etwas hatte er doch profi tirt: er war für eine geraume Zeit mit Zündhölzchen versehen. Indem er sich derart tröstete und die Schachteln zu. sammenraffte, kam es ihm vor. als ob

dieselben außergewöhnlich leicht wa ren. Von dunkler Ahnung erfüllt, öff nete er eine Schachtel. Die Schachtel war leer! Auch die zweite, dritte, vierte, fünfte, sechste Schachtel war leer. In der siebenten Schachtel befand sich zwa? noch ein einziges Zündhölzchen, aber das hatte keinen Kopf! Angenehme Ruhe, Mr. Richardson! In Vandsburg (Ostpr.) hatte eine Frau Holz gestohlen und sollte dafür 1.20 Mark Strafe zahlen oder einen Tag Hast verbüßen. Zah lung erfolgte nicht und die Zwangs Vollstreckung fiel fruchtlos aus. Daher mußte die Frau demGericht vorgeführt werden, da sie nicht gutwillig ging Der Gemeindediener wurde beauftragt die Frau es war seine eigene zur Abbußung der Strafe vorzufuhren Dies geschah. Dafür ließ sich der Mann 1.50Mark Transportkosten zah len: von diesent Betrage zahlte er nun jene 1.20 Mark, so daß ihm noch 20 Pfennige übrig blieben. EinfrecherEisknöayw raub wurde auf der Strecke Wirballen. Eydtkuhnen verübt. Einer von Amerika kommenden Russin, welche sich zu ihren Verwandten nach Mariampol begeben wollte, wurden im Eisenbahnabtheil eine Tasche mit 2000 Rubel Inhalt, sowie die goldene Uhr nebst Kette gestohlen. Auf einer vor Wirballen gelegenen Station stieg nämlich ein elegant gekleideter Herr in das Coupe ein, in dem die Dame saß, und knüpfte mit ihr ein Gespräch an. Im Laufe der Unterhaltung bot derFremde seiner als Raucherin bethätigten Reisegefährtin eine Cigarette an. Kaum hatte die Russin einige Zuge gethan. als sie in einen tiesen Schlaf verfiel, aus dem sie erst bei der Ankunft in Wirballen durch den Schaffner aufgerüttelt werden mußte. Zu ihremSchreck gewahrte sie nun. daß nicht nur der fremde Herr, sondern auch die genannten Werthgegenstände verschwunden waren. ,

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