Indiana Tribüne, Volume 23, Number 27, Indianapolis, Marion County, 15 October 1899 — Page 6
Aat ürchcn. Skizze aus dem Torflebcn von Josef Stuhin.
Er war Hausknecht und sie 'Stallmagd. Die Liebe war nicht sonderlich tief in ihre Herzen eingedrungen. Aber sie fanden, daß sie beide für einander paßten. Als Johann nach Wallingen kam, da vergingen anfangs einige Wochen, bis er mit Anna ein Wort sprach. Beide Karden sie vom übrigen Gesinde verspottet. Denn sie waren schüchtern und schweigsam. Und als eines Tages der "dickleibige Jochen, der ihnen immer was anhaben mußte, ironisch erklärte: Dat wär'n Pärchen!", stand Johann ruhig auf, ging auf Anna zu und sagte: Dat wullen wir ok sin, Anna, und Xütnn de dor krepiren!" Und Anna erwiderte: Dat wullen wir ok sin, Johann!" Seitdem hatten sie beide zusammen nur einen Namen: Dat Pärchen". Man verspottete sie, aber sie kehrten sich .nicht daran. Gegen Andere waren sie immer mtc trauisch, gegeneinander nie. Sie bestahlen beide ihre Herrschaft und theilten sich getreulich ihre Erfolge mit. Wenn Johann zur Stadt ging, gab ihm Anna einige Kleinigkeiten zu verkaufen mit: einen silbernen Löffel, ein Paar goldene anschettenknöpfe und Aehnliches. Und wenn Anna zu Markt fuhr, that J?hann das Gleiche. Mit den diskreten Absatzstellen in der Stadt waren beide vorzüglich verrraut. Eifersucht kannten sie beide nicht, besonders Johann nicht. Wenn das Junkerchen während der Ferien nach Hause kam und sich mit Anna herumzog. drückte Johann beide Augen zu und lachte. 2e ward dat all verstahn!" Und sie verstand es vorzüglich, dem .jungen Herrn" ein Thalerstück nach dem anderen abzulocken. Sie schlugen Alles zu Geld, legten sich ein gemeinsames Sparkassenbuchlein an, und als sie an die Tausend zusammenerspart, nahmen sie Abschied von ihrem Herrn und traten vor den 'Altar. Johann kaufte sich eine Häuslerei und betrieb nebenbei einen schwungvollen Geldhandel. Sie lebten in Frieden und Eintracht, oie empfanden sogar eine gewieZärtlichkeit für einander. Denn jedes dachte genau wie das andere und jedes wußtt, was es am anderen hatte. Sie galten als gute, ruhige Leute, obgleich sie schon so Mafien bis aufs Blut ausgebeutet hatten. Und sie heuchelten nicht. Denn was sie thaten, thaten sie eben aus Instinkt. Sie nahmen ihren Vortheil wahr, so gut es nur ging. Das war ja ganz natllrlich. . . De Büttel ward den erschien irich .betohlen. nich Johann?" Ja, Anna, dat glaw ik ok." ...Dann waren wir em verklagen." ..Ja. dann waren wir em vertloLkn." In fünf Jahren hatten sie bereits Änen Namen in der ganzen Umge- : gend. Wenn sein früherer Herr, der Rit'tergutsbesitzer v. Strehlen. manchmal 'ioj: Familiensorgen heimgesucht wur- ' ce, nahm er seine Zuflucht zu seinem '.früheren Hausknecht Johann, der nun -mit Freund Kübeling" angeredet wurde, und wenn Herr Hauptmann v. Sandern und v. Wirlingen eine Soiree -zu geben gedachte, verfehlte er nicht.acht 'Tage vorher Herrn Kübeling zu einem Gläschen Benediktiner einzuladen. . . 'Die gnädige Frau Hauptmann sprach sogar insgeheim persönlich bei Frau Kübeliug vor. Jeder hatte einen gcn).iltlgen Respekt "vor Herrn Kübeling. Denn die Meisten brauchten ihn, weil er viel (Veld .hatte und bei der haute voUV angeblich hoch angeschrieben stand, und Diejenigen, die ihn nicht brauchten, dachten: man kann nicht wissen, was lommt. . . Eines Tages verschied der alte Bürgermeister. Die Bürgerschaft versaminelte sich zur Wahl eines neuen. Ein .Stzx von der Regierung erklärte: Herr .'John Kübeling dürfte als friedferti'ger und wohlhabender Bürger von unbescholtenem Lebenswandel ebenfalls in Betracht kommen. Und die Bürgerschaft, die größtentheils Herrn KübeZing verpflichtet" war, sah es ein und wählte ihn. Nun war er Bürgermeister und halte über das allgemeine Wohl zu wachen. Er begann selbst Dienstboten zu halten und schimpfte fortwährend auf ihre Ilneyrlichkelt. Früher ist es anders West, nich Anna? . ..Ja, Johann, früher is es anders West." stimmte die Frau Bürgermeisterin bei und verzog keine Miene. Als der Landesfürst eine Tournee durch sein Land machte, kam er auch nachWallingen und ward da, wie üoerall, vom Bürgermeister an der Spitze der Bürgerschaft empfangen. Ein biederes, ehrliches Gesicht!" Und als der hohe Herr nach Kanal anlagen und ähnlichem fragte, erwiderte der Herr Bürgermeister mit einem bäurischschlauen Lächeln: So weit wollen wir gar nicht sein, königliche Hoheit!" Und drei Tage darauf erhielt er den Verdienstorden IV. Klasse. Auf dem Hausball. Referendar: Hören Sie nur. wie schön Fräulein Meier jetzt singt. h?t sie nicht twas Reizendes in ihrer Stimme?" Lieutenant (Musikfeind): Gewiß, so etwas zur Wuth Reizendes."
Aic Deutschen in WeFico. Obgleich das einstmalige AztekenKaiserreich schon seit Humboldts Zeiten als eines der schönsten und Herrlichsten Länder der Welt allgemein bekannt geworden, so blieb Mexiko doch bis auf den heutigen Tag einer eigentlichen Germaneneinwanderung fast gänzlich verschlossen, besonders wohl, weil das Land das ganze Jahrhundert hindurch bis auf die letzten zwanzig Jahre eine stetige Sturm- und Drangperiode durchzumachen hatte, in der Revolutionen auf Revolutionen stattfanden, welche alle und jede kulturelle Entwickelung des Landes vereitelten. Unter solch' traurigen Verhältnissen war es überhaupt zu bewundern, daß die wenigen Deutschen, die sich seit Anfang der zwanziger Jahre jenes Jahrhunderts in Mexiko als Kaufleute, Gewerbetreibende etc. nach und nach niederließen, hier aushielten und trotz aller Widerwärtigkeiten und Störungen im Erwerbsleben es dennoch zumeist zu behäbigem Wohlstande bringen konnten. Die Zahl der heutzutage in der Republik Mexiko ansässigen Deutschen wird kaum sechstausend betragen. Sie sind in der Mehrzahl Kaufleute, Bankiers, Makler, Handwerker, Vergbau-Jngenieure und Plantagenbesitzer und nehmen eine gcachtete Stellung im Lande ein. Der Umstand, daß fast ausschließlich nur Männer aus Deutschland nach Meziko auswandern, hat sich für den Fortbestand und die Entwickelung des Deutschthums in diesem Lande sehr
hinderlich erwiesen, indem die Mehrzahl der Deutschen sich mit Mexikanerinnen verheirathen und diese naturgemäß ihre Kinder als Mexikaner erziehen lassen. In den größeren Städten und Hasenplätzen Mexikos haben die Deutschen ihre eigenen ClubDas deutscheHaus. Localitäten, welch letztere beispielsweise beim Deutschen Verein" und Deutschen Hause" in Mexiko sehr komfortabel eingerichtet sind, auch fehlt es nicht an Turn- und Gesangvereinen. Unter dem Protektorat, des deutschen Gesandten, Baron von Kette ist eine deutsche Schule in der Hauptstadt errichtet worden, deren Leistungen der einer Realschule erster Ordnung und höheren Töchterschule in Deutschland ähnlich sind, wie man denn auch für deu Fortbestand dieser Schule keine Geldopfer scheut. Diese deutsche Schule ln Mexiko steht unter der Dlrektion eines vorzüglichen Schulmannes, des Professors Dr. Chr. Vogel aus Genf. Auf dem Gebiete der Pädagogik wirkt seit vielen Jahren in der Republik ein ausgezeichneter Gelehrter, Namens Heinrich Rebsamcn, aus Kreuzlingen, Kanton Thurgau, in der Schweiz gebürtig. Herr Rebsamen kam im Jahre 1883 nach Mexiko, trat im Jahre 1885 in den Staatsdienst von Vera-Cruz und gründete in Jalapa die Staats-Rormalschule, das erste derartige Institut in diesem Lande. Diese Schule bezweckt die Ausbildung von Lehrern und Lehrerinnen für Ele-mentar-und höhere Primar-Schulen; ihre mit dem Zeugniß der Reife entlasjenen Schüler sind als Lehrer heute über ganz Mexiko verbreitet. Präsident Porfirio Diaz veranlaßte es, daß Herr Rebsamen, dem als Fremdem" in diesem Lande von seiten einAltdeutsche Stube. geborener College gar manche Steine in den Weg gelegt wurden, auch in anderen Staaten der Republik NormalSchulen nach eigenem System einrichtete. Auf dem Gebiete der Malerei besitzt Mexiko Zn dem deutschen Landschastsmale'? August Lohr einen hervorragenden Künstler. Herr Lohr, ein Schüler Pilotys,' hat seine Studien auf der Münchener Akademie gemacht und bekam später einen Weltruf durch seine großen Schlachtengemälde von Sedan, Weißenburg. St. Privat und Vionville, die als Panoramen in Frankfurt a. Main, München. Dresden und Leipzig zur öffentlichen Ausstellung gelangten. Neben der Malerei ist die deutsche Bildhauerkunst durch einen hervorragenden Künstler, Ruperto Schmidt, der seinen dauernden Wohnsitz in' der Hauptstadt Mexiko genommen hat, würdig vertreten. Die ärztliche Wissenschaft ist durch sehr tüchtige deutsche Aerzte und Chirurgen vertreten. Auf dem Gebiete der Industrien verdankt Mexiko den Deutschen die Errichtung emer ganzen Anzahl Bier brauereien. Außer deutschen KaffeePlantaaenbesikern. Haziendados und Rancheros, welch erstere namentlich in den Staaten Oaxaka und Chiapas förmliche Colonien bilden, giebt es keine eigentlichen Ackerbau-Colonien in Mexiko, doch sind hierzu in letzterer 3eU geeignete Schritte gethan worden, d!e sicherlich von Erfolg begleitet sein
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werden. Die deutschen Firmen gehören zu den größten und solidesten Firmen des Landes. Entgegengesetzt den Deutschen in den Vereinigten Staaten, die hier stets Bürger ihrer Adoptivheimath werden, ist und bleibt der Deutsche in Mexikos Landen stets deutscher Staatsangehöriger, dessen Bestreben zumeist darauf gerichtet ist. so schnell als möglichReichthümer in Mexiko zu erwerben und wenn ihm solches, wie es meistens der Fall ist, gelungen, nach der alten Heimath zurückzukehren und dort die Früchte seiner 10- bis 20jährigen Thätigkeit in fremdem Lande in Ruhe und Behaglichkeit zu genießen. Aus den Zeiten der Pest. Das Erscheinen der Pest in Oporto ruft die Zeiten in Erinnerung, in dencn die entsetzliche Geißel der Menschheit, die früher so häufig auftretende Pest wüthete und ganze Länder entvölkerte. Unter einer der schlimmsten Pestseuchen hatte Wien 1679 zu leiden. Damals ging an der furchtbaren Epi-
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sSS5gS P e st h a u s. demie halb Wien zu Grunde. Für die unglücklichen Pestkranken hatte man vor der Stadt besondere Pesthäuser errichtet, in welchen die unglücklichen ärmeren Kranken wie die Thiere zusammengepfercht wurden. Niemand kümmerte sich um die Elenden. Die PestHäuser standen weit vor den Thoren auf dem freien Felde und nur von Zeit zu Zeit fuhr der Pestkarren hinaus, um die dazwischen Gestorbenen au? den einsamen Pesthäusern aufzuladen und in eine Grube zu werfen. Als eine fernere Illustration der Zustände in Pestzeiten ist das Costüm der Pestärzte zu bezeichnen, die sich auf die sorgfältigste Weise vor der todtlichen Seuche zu schützen suchten. Unser Bild stellt einen romischen Pejtdoctor von 1656 vor. Die römischen Aerzte trugen. P e st d o c t o r. wie Figur zeigt, bei ihren Krankenbesuchen ein langes Kleid von Wachstuch, ibr Anaesickt war verlarvt. um keinen Pesthauch einzuathmen; vor den Augen hatten sie große krystallene Ärillen, uno auf der Nase einen langen Schnabel, wesbalb man ihnen den Namen der Schnabeldoctoren gab; der Schnabel war voll wohlriechender Spezreien. In den Händen, an welchen sie Handschuhe hatten, trugen sie einen langen Stab, um damit anzudeuten, was ver Kranke m gebrauchen und was er zu beobachten habe. Sie verwahrten sich & i w t rw n . l. vaourcy vor ver Anneaung uno ronnten obne Gefahr für ihr Leben iedem Kranken die erforderliche Hilfe leisten. Aus allen totranen rn ittom jay man so gekleidete Aerzte lausen, die so fürchterlich aussahen, daß die Kinder vor ihnen die Flucht ergrissen. Nobel. Frau (die eben ihren Namen in's Fremdenbuch eingetragen hat): Ueber unseren Namen steht Rentier Möhrle mit Dienerschaft"!" Mann: Schreib' hinter unseren Namen: Dienerschaft zu Hause gelassen!" Derb. Frau: Mann, was schneidest Du wieder für ein Gesicht?" Mann (zur Frau, die etwas häßlich): Wenn ich Gesichter schneiden könnte, hätte ich Dir schon längst ein schöneres geschnitten." Bauernlogik. Ortsschulze: Also Oberbauer. Ihr könnt mir den Langheinrich als tüchtigen und durchaus ehrlichen Menschen empfehlen?" Oberbauer: Nu. ehrlich muß a schon sei, fünfmal haben se ihn bei Gericht verklagt, emal wea'n Unter schlagung und denn wieder mal weg' was andern und allemal ist er freigesprechen worden." .... ...
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Die streitbaren Auren. Ueberaus kritisch ist die politische Lage in Süd Afrika, wo zwischen Engländern und Transvaal - Buren ein Krieg auszubrechen droht. Die Süd - Afrikanische Republik, gemeinhin Transvaal genannt, liegt vollständig innerhalb der Machtsphäre Englands; ihre Grenzen sind überall so ziemlich offen; die, ganze West- und Nordwest - Grenze entlang, ca. 600 Meilen weit, läuft hart an der Grenze die englische Eisenbahn vom Cap bis Buluwayo und von jedem Punkte derselben kann England in Transvaal einfallen. Allem Anscheine nach werden die Buren in ihrem eigenen Lande den Feind erwarten, aber wenn die Engländer auch einen verhältnißmäßig leichten Zugang haben, s werden sie dafür im Burenlande selbst desto härtere Arbeit bekommen. Die Zahl der wehrhaften Buren wird verschieden angegeben; die Schätzungen bewegen sich zwischen 20.000 und 40,000. In dem neuesten Staats - Almanach" (für 1899) wird die weiße Bevölkerung von Transvaal auf 166.400 männliche und 122.350 weibliche, zusammen 288,750 Einwohner beziffert. Bon den dienstpflichtigen Männern sind 15.696 im Alter von 18 bis 34 Jahren. 9050 im Alter von 34 bis 50 Jahren, und 4533 im Alter von unter 18 und über 50 Jahren. Bon einer regulären Armee ist bei den Buren freilich nicht die Rede. Ihr stehendes Heer ist sehr klein; es ist eine Art Lehrcorps und enthält die technischen Stäbe. Die Hauptwehrmacht der Buren, die Streitkraft aller waffenfähigen und dienstpflichtigen Männer kann man als sogenannte berittene Infanterie betrachten, das heißt jeder waffenfähige Bur hat sein Pferd und seine gute Mauser - Büchse, mit der er nie das Ziel verfehlt; auf dem Pferd führt er
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1 " '&ehh,tn'ti lltöim. muMmmmm Bewaffnete Buren. außer der Munition noch Proviant für ein paar Wochen mit sich, so daß auch die Berproviantirung des TransvaalHeeres keine sehr schwierige Sache ist. Die Taktik der Buren besteht nun darin, daß sie in losen Abtheilungen den Feind angreifen; sie stürmen plötzlich daher, geben wohlgezielte Schüsse ab und richten ein förmliches Blutbad an; ist der Feind zu stark und kehrt sich das Gefecht zu ihrem Nachtheil, dann verschwinden sie ebenso rasch, wie sie gekommen waren, um in der nächsten Stunde den Feind, wenn er sich dessen am wenigsten versieht, aufs Neue zu überfallen. Diese Taktik, deren Wirksamkeit dadurch erhöht ist, daß die Buren ihr eigenes Land mit allen Pässen und Schlupfwinkeln genau kennen, ermüdet den Feind und schwächt ihn, noch ehe es zu einem entscheidenden Gefecht kommt; sie verbreitet außerdem Schrecken und Furcht unter jenenTruppen, die nicht wie die Buren für ihren Herd und ihre Freiheit, sondern nur auf Befehl der Engländer kämpfen. Bon dieser Taktik haben die Engländer in ihren früheren Kriegen mit den Buren sehr betrübsame Erfahrungen gemacht und sie werden sich besonders vorsehen müssen, wenn sie sich keine Freiwilligen - C-avallerie. neuen Schlappen holen wollen. Die Buren verfügen ferner über etwas Artillerie, nämlich acht Feldbatterien mit 42 Schnellfeuer- und einigen MaximKanonen, sowie moderne Festungsgegeschütze in den Forts, durch welche die Hauptstadt Pretoria und Johannesbürg geschützt sind. Die Artillerie der Buren wird von holländischen Officieren befehligt und soll sehr tüchtig sein. Der oberste Chef der Streitkräfte ist der General-Commandant P. I. Joubert. Eine wichtige Frage für die Buren ist, ob sie den Oranje - Freistaat zum Bundesgenossen im Kriege haben werden; der Freistaat könnte ihnen mit L000 Mann und einer guten Abtheilung Artillerie zu Hilfe kommen. Man weiß nicht sicher, ob zwischen beiden Staaten ein Schutz- und Trutzbündniß für den Fall des Krieges existirtV Manche Buren rechnen auch aus die Hilfe ihrer Stammes- und Gesinnungsgenossen im Capland. I m Restaurant. Haustrer: Kaufen Sie für Ihre Braut e schönes Portemonnaie, junger Herr!" Herr (ärgerlich): Machen Sie, daß Sie fortkommen, das ist nicht meine Braut !" Hausirer: Na. warum gleich so auwregt .... sei'n Sie doch froh!"
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SpiegekscheiLen. Lange hat sich die Technik vergeblich bemüht gehabt, ein Verfahren zu erfinden, welches es ermöglichte, Spiegelscheiden von mehreren Quadratmetern Fläche fehlerlos herzustellen. Noch vor zwanzig Jahren wäre eine Spiegelscheide von dem Umfange, wie sie jetzt jedes bessere Geschäft in einer Provinzstadt aufzuweisen hat, entweder gar nicht oder doch nur erst nach großen Schwierigkeiten und mit enormem Kostenaufwande anzufertigen möglich geWesen. Endlich aber vervollkommneten sich die Gießereiverfahren des gewöhnlichen Glases zunächst und bald darauf auch die des Spiegelglases derart, daß man zu immer größeren Dimensionen in den herzustellenden Produkten übergehen konnte. Heutzutage bestehen in Deutschland, in der Schweiz und in Belgien bedeutende Etablissements, die sich speziell mit der Herstellung solcher Riesenscheiben befassen. Frankreich,
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ReibenundMischen. das auf diesem Gebiete ebenfalls sehr leistungsfähig ist, hat seine älteste und berühmteste Glasgießerei zu St. Gobain, (Departement Aisne). Im Jahre 1692 erfolgte die Gründung der für die Entwickelung der Industrie und des Kunstgewerbes hochbedeutsamen Anlage. Die französischen Königsschlösse?, in erster Linie Versailles, später auch St. Cloud, die Tuilerien u. s. w., sowie die meisten der Herrschaftssitze des reichen Landadels schmückten sich mit 'Erzeugnissen aus der Anstalt. Die Fabrik in ihrer gegenwärtigen, mit sämmtlichen modernen maschinellen Anlagen versehenen Ausstattung liefert fast alle Erzeugnisse der Glasindustrie für den Handel; ihre weitaus bedeutendste Leistung ist indessen die Herstelung riesiger Spiegelscheiben aus einem Guß. Ein derartiger Guß gehört auch für den Laien zu den interessantesten Schauspielen. Unsere Abbildungen veranschaulichen einen solchen bemerkenswerthen Vorgang. Noch stehen in den riesigen gasgeheizten Oefen die Töpfe von verschiedener Größe, gefüllt mit flüssiger Glasmasse. Von Zeit zu Zeit werden ihnen Proben entnommen, um die Dünnflllssigkeit zu prüfen. Endlich hat die Masse des eirn Topfes den erforderlichen Grad erreicht. Ein mächtiges, zangenartiges Instrument faßt den glühenden Topf und zieht ihn LoffelmrtGlas. auf dem Ofen auf einen kleinen davorgeschobenen Wagen. Das glühende Gefäß strahlt eine unerträgliche Hitze und ein blendendcsLicht aus. das einen stechenden Schmerz in den Augen verursacht. Jetzt schieben Arbeiter, die sich stets in vorsichtiger Entfernung halten, den Wagen unter einen Krähn, der bestimmt ist, den Topf zu heben und an den Gußtisch zu führen. Dieser Tisch hat die Größe der zukünftigen Spiegelplatte und ist mit einem erhöhten Bord versehen. Schwebt der Topf am geeigneten Platz über dem Tische, so wird er mit Hilfe von Handgriffen umgestürzt. Die etwas träge fließende Masse wird mit einer Walze gleichmäßig vertheilt und jede sich bildende Blase sofort zerstört. Die Dicke der Glasscheibe läßt sich bestimmen durch die höhere oder tiefere Stellung der Walze. Nach dem Guß werden diePlatten wieder in einen Ofen geschoben, wo sie unter allmälig sinkender Temperatur mehrere Tage bleiben. Kleinere Schnbcn werden aus einem Löffel gegossen. An die GeVerladenvonScheiven. wandtheit und Geschicklichkeit der Arbciter stellt insbesondere das letztgenannte Verfahren sehr hohe Ansprüche. Dabei sind die Manipulationen selbst stets mit großerGefahr verbunden; das kleinste Versehen, ein Ueberspritzen der colossal erhitzten flüssigen Glasmasse kann nur zu leicht Leben und Gesundheit der in der Nähe Stehenden auf das Ernstlichste bedrohen. Auch das Reiben und Mischen der Glasmassen ist ein: schwierig? und mühselige Arbeit,
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die große Routine erfordert. Und selbst wenn alle diese und noch zahlreiche andere nothwendige Manipulationen und Einzelvorrichtungen glücklich vonStatten gegangen sind und nun eine solche Scheibe in funkelnder Helligkeit strahlt, so vereitelt schließlich die Zerbrechlichkeit des Materials häufig alle die aufgewendete Arbeit und Zeit. ' Darum wird namentlich beim Verladen mit der allergrößten Vorsicht verfahren. . Vesonders construirte Hebevorrichtungen, sinnreich erdachte Kammerneintheilung in den Wagen, welche die Platten befördern, sorgfältige Emballage und noch so manches andere kommt zur AnWendung; kein Kratzer darf beim Ankommen an dem oft Hunderte von Meilen entfernten Bestimmungsorte aus der Scheibe zu sehen sein. Auch die von dem Wechsel der Temperatur abhängige Ausdehnungsfähigkeit des spröden Glases muß beachtet werden. Es ist also ein sehr complicirter Proceß nöthig, bis eine der modernen Niesenscheiben an Ort und Stelle zurVerWendung kommt.und auch da noch kann ihr ein Versehen in der Ausladung oder Anfuhr, in der Einspannung oder dem letzten Nachpolieren ein vorzeitiges Ende bereiten. Mit Elektricität.
Die Neue Berliner Omnibus-Ge-sellschast hat das Verdienst, die Hauptstadt des Deutschen Reiches um ein neues Verkehrsmittel, den elektrischen Omnibus, bereichert zu haben. Bisher hat sich derselbe gut bewährt, namentlich rühmt man seine geräuschlose Arbeit, seine geringen Erschütte EleltrrfcherOmnibus. rungen und vor- Allein seine treffliche Lenkfähigkeit Der Accumulator, der unter dem Wagen eingebaut ist und das Aussehen eines Koffers hat, benöthigt erst nach Zurücklegung einer Wegestrecke von 55 Kilometer frische Ladung. Bürde der Vornehmheit. ooOo A. (zum reichgewordenen Hausknecht): Nun, jetzt geht's Ihnen halt zut?" Es wäre schon ganz schön, aber s' Dümmste ist, daß ich jetzt erst um vier Uhr essen soll!" A u f U m w t t tu 1. Schauspieler: Was. der Komiker Wäuchle, der bei uns immer durchgefallen, hat nun doch sein Glück gemacht?" 2. Schauspieler: Ja! Er hat sich bei einem Bauern als Knecht verdingt und tritt jetzt im Bauernthcater auf!" EinGedankenleser. - Kaufmann: .... Wenn Sie jetzt nicht bald machen, daß Sie 'rauskommen. dann passirt Ihnen etwas, was Ihnen noch nicht passirt ist!" Reisender: Wie haißt? Woher wissen Sie, daß es mir noch nicht Passirt ist!" Selbstgefühl. Dein Stück ist also durchgefallen? Armer Kerl, ich bedaure Dich!" Warum? Meinst Du, ich schreibe für die Mitwelt!?" Poesie undProsa. Bräutigam: Geliebte, ich werde Dich auf den H'inden durch's Leben tragen!" Braut: Ach. weißt Du. kauf' mir lieder ein elegantes Automobil!" Aus einem Brief (des Studiosus Pumper an seinen Onkel Reich) Und, lieber Onkel, bei der vortrefflichen PostverbindunF zwischen unseren Wohnorten ergreife ich die Gelegenheit. Dich zu bitten, mir 100 Wart Men.- -
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Im Dusel.
!!,! Sin ich froh, daß ich zu Haus' ... O Jegerl, noch eine Treppe .... Itj ßy ' vn &h m ! - Ayf i-V rs&? V 5 .... Gott sei Dank, daß ich oben bmr Hinderniß. Schmock,,der ein? Anklage wegen.betrügerischen Bankerottes zu erwarten hat, fragt Schmuck, ob er ihm am Ort einen in solchen Dingen tüchtigen Anwalt nennen könne. Leider nicht," lautet die Antwort, wenn mer einen tüchtigen hier hätten, hätt' ich's auch schon 'mal gemacht!" Ent.schrrldigung. Gouvernanrrte: Wie oft Habs ich Dir gesagt, die Nachbarkinder sind keine.- passende Gesellschaft für Dich!" Otto: Ich verkehre ja nicht, mit ihnem ich hau'' sie nur!" Gemüthlich. Aber wie können Sie denn meinen Mann in so betrunkenemZustande nach' Hause bringen!" Wenn's Ihnen nicht paßt, können wir unser'n Freund ja wieder mitnehmen!"
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Modern.
Sie waren ja mit Ihrem Fräulein Tochter im Seebade! Hat's geholfen?" Gewiß! Sie ist sogar schon wieder geschieden! Erkannt. Herr Prinzipal, soeben bekomme ich Nachricht, daß meine Schwiegermutter gestorben sei; ich muß zu deren Beisetzung und bitte um Urlaub!" Donnerwetter, hören Sie 'mal, Müller. Sie gehen mir aber gar zu ost zum Vergnügen!-
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