Indiana Tribüne, Volume 23, Number 20, Indianapolis, Marion County, 8 October 1899 — Page 9

Fndiana Tribüne.

ellagE.

Üer lelzle Strauß. Von FransoiS MaS. ' 1. Fast beim Eintritt ins Leben Waise geworden, war Georges von Louvailles von den besten Freunden seines Vaters, Herrn und Frau von Verfange, aufgenommen worden und hatte bei ihnen die Liebe, Ergebenheit und Zuneigung gefunden, die ihm seine Eltern nicht zu bieten vermocht. Zu dieser Zeit hatte Frau von Versänge ihrem Gatten ein reizendes kleines Mädchen geschenkt, welches auf den Namen Blanche getauft wurde und einige Jahre später für den kleinen Georges eine richtige Schwester ward. Zusammen erzogen, hatten die beiden Kinder immer in der freundlichsten Eintracht gelebt, dieselben Spiele hatten sie gesßielt, dieselben Freuden hatten sie heiter und derselbe Kummer traurig gestimmt; die süsten Stunden des Lebens waren leicht und froh lich in der unschuldigsten Heiterkeit und dem naiven Reiz einer zärtlichen Kameradschast verflossen. Herr und Frau von Verfange hatten sich über die lebhafte Freundschaft Georges und Blanches sehr gefreut und nach und nach auf sie die Hoffnung einer künftigen Verbindung gegründet. Als Georges in das Jünglingsalter trat und dieser so zärtlich gehegte Plan sich zu verwirklichen schien, fing die Gesundheit Vlanches an. gewisse Besorgnisse einzuflößen. Sehr zart von Natur, schien das junge Mädchen, statt mit dem Wachsthum Kräfte zu gewinnen, im Gegentheil schwächer zu werden; hübsch und zart, bildete ihrGesicht nur ein sanftes Lächeln in dem bleichen Gold ihrer schönen, blonden Haare, doch ihr Gesicht entfärbte sich zuweilen in plötzlicher Blässe, und 'teS Lächeln ihrer Lippen erstarb in schwermüthigen Träumereien. Ueber diesen Zustand ihrer Tochter beunruhigt, befragte Herr von Versänge Aerzte, welche ihn beruhigten und den Zustand als vorübergehend erklärten. Trotzdem riethen sie ihm, mit Blanche aufS Land zu ziehen. Man trat gerade in die schöne Jahreszeit, und sie waren überzeugt, eine Luft Veränderung würde in kurzer Zeit eine vollständige Genesung herbeijüh nn. Herr von Lersange folgte den Nathschlügen der Aerzte; schnell traf man d:e nöthigen Vorbereitungen und verließ Paris, um bis auf weiteres in der Bourgogne auf einer prächtigen garni lienbesitzung zu leben. 2. In den innigen Beziehungen Vlanches und Georges war eine plötzliche Veränderung eingetrc'.en. So unzertrennlich sie früher ouch gewesen waren. so sehr schienen sie einander jetzt auszuweichen, und ihr einst so lebhasten Plaudereien wurden verlegen und gezwungen. Dieses neue Benihmen war Herrn und Frau v. Verfange nicht entgangen. welche sich mit lächelnden Mienen sagten: .Die Freundschaft macht der Liebe Platz, Bruder und Schwester verschwinden, und die Verliebten treten an ihre Stelle. Georges und Blanche waren weit entfernt, aus ihrer Verlegenheit dieselben Schlußfolgerungen zu ziehen. Unruhigen Herzens legten sie sich jeder dieselben Fragen vor. und die ungewißheit, in der sie schwebten, peinigte sie in entsetzlicher Weise, erhöhte noch ihre Schüchternheit und trennte sie je den Taa mehr. Trotz der Veränderung, die sich in ihnen vollzog, waren sie einander noch in derselben Weise zugethan, und Blanche beschloß eines Tages, der qualvollen Situation ein Ende zu machen. Georges hatte die Gewohnheit, sich jeden Morgen in einer einsamen le gend d:s Parkes auf eine Bank zu m . ' r rrt r i . 1 1 .letzen; wenn er seinen ieist mazi mn Lectüre beschäftigte, so genoß er hier 'eine Stunde süßer Träumerei und verlor sich m die Betrachtung der Herrlich blühenden Natur. Blanche kannte die Gewohnheit des jungen Mannes, denn sie hatte ihn r r " n'.t mancymal aus i einem grünen üico llnaswinkel abgeholt, wenn er sich un willkürlich dort zu lange aufgehalten hatte. Eines Morgens befand sie sich etwas ' vor der Stunde ihres gewöhnlichen täglichen Spazierganges im Parke. pflückte emen Strauß weißer Rosen, legte ihn auf die Bank und wartete i. V i Tl. AI 'yinier einem aurnoiaiaji ocrixcai. lAeoraes erschien bald darauf. ' Das junge Mädchen hörte deutlich seine Schritte, sie hielt den Athem zurück und wagte kaum hinzublicken. Langsam trat er näher, in die Lectüre eines kleinen Buches vertieft. An der 'ö3ank angelangt, unterbrach er seine 'Lectüre und bemerkte an seinem L:cblingsplatze den Strauß weißer Rosen. Da er sofort errieth, welche Hand diese Blumen gepflückt, so ergriff er den Strauß, druckte ihn lange Zeit an seine Lippen, und seine Augen füllten sich mit Thränen. Blanche fühlte sich in ihrem Versteck einer Ohnmacht na'he, und sie betrachtete den jungen Mann, der jetzt, die Rosen noch immer an die Lippen halten, in einer andern Welt zu schweben schien. Dann kam er langsam zu sich. Sie inzwischen aus dem Gebüsch ge-

treten. Sie betrachteten einander, ohne ein Wort zu sprechen, doch ihre Seelen verstanden die schweigende Sprache

ihrer Thränen, und ihre Lippen verelnigten sich in einem langen Kusse. Das war ihr erstes Gestandniiz! Dock der krankafte Austand Blanches würd jeden Tag schlimmer und schlimmer. Die ersten und unklaren Symptome, welche ihre Eltern beunruhigt, wurden jetzt für sie zu einer schrecklichen Gewißheit, die sie zur Verweifluna brachte. Die Landluft, die Sonne, der Frühling und die .Blumen hatten bei dem armen mde nroji Das aedosfte Wunder zu Stande gebracht. Vergeblich hatte man alles versucht und versuchte noch alles, um ihr Gesundheit und Freude zurückzugeben; vergeblich waren alle Bemühungen verschwendet worden. Es war alles umsonst . Die reizende Blume der zu zarten Jugend entblätterte sich bei dem rauben Öauche des Lebens, und das Uebel, das mit schrecklicher und sicherer Langsamkeit an lyrer Wurzel träfe, war unausrottbar geworden. Während Herr und Frau von Versänge mit verzweifelten Blicken die Fortschritte der Krankheit auf dem blassen Gesicht ihrer angebeteten Tochter verfolgten, unterdrückte Georges mit äußerster Willensanstrengung den Schmerz, der seine Seele zerriß und wohnte schweigend dem Todeskampfe seiner Liebe bei. Als wenn er die kurzen Augenblicke, die der Tod ihm noch ließ, benutzen wollte, so verließ er seine Freundin jetzt keinen Augenblick mehr. Er brachte ganze Tage bei ihr zu, bewahrte aber nicht mehr die geringste Hoffnung und mußte oft mit aller Gewalt an sich halten. um nicht in lautes Schluchzen auszubrechen. Ein ohnmächtiger Zeuge, fühlte er, wie das Ende nahte und. den Geist von düsteren Visionen gequält, litt er ohne eine Klage die grausame Marter, seinen Traum, sein Glück und sein Leben in seiner verlorenen Liebe untergehen zu sehen. 4. An einem schönen Sommermorgen starb Blanche. Seit langer Zeit dem Grabe verfallen, schlössen sich ihre schönen Augen für immer zum ewigen Schlummer, langsam, ohne Schmerz. wie eine Blume, welche still verwellt. Obgleich die Krankheit ihrer Tochter ihnen seit langer Zeit nicht die gering sie Illusion gelassen und sie im Gegen theil eine ebenso baldige wie unvermeldliche Trauer voraussahen, versetzte ihr Tod Herrn und Frau Verfange in die tiefste Verzweiflung. Das Herz ist nie bereit, das zu verlleren, was es liebt. Beim letzten Seufzer derjenigen, die er von ganzer Seele anbetete, wurde Georges nach einem heftigen Wemkrampf von einem so fürchterlichen Verzwelflungsanfall ergriffen, daß man ihn mit Gewalt vom Lager seiner theuren Braut fortreißen mußte. Von der, der er leidenschaftlich ge liebt, die er mit aller Kraft seiner Seele angebetet, blieb jetzt nichts weiter uorlg, als ein abgemagerter Leich nam, mit fast durchsichtigem Antlitz, mit auf ewig geschlossenen Augen und Lippen, die so bleich wie die weißen Rosen waren, jene sansten Blumen, dtt die ersten Fürsprecher ihrer schuch ternen Zärtlichkeit gewesen und seit dem ihre Lieblingsblume geworden wa ren. Man hatte denLeichnam Vlancheö eben in ihre letzte Toilette gekleidet. Jetzt ruhte die arme Todte in einem schonen weißen Kleide, wie eine Braut auf ihrem ganz mit Blumen übersäten Bett, wo sie der Tod getroffen, und von wo man sie bald ms Grab fort bringen sollte. Neben ihr brannten zwei große Kerzen und färbten mit dem Reflex ihrer zitternden Flammen ihr unbewegliches Gesicht. Einer um gen Märtyrerin ähnlich lag sie da und hielt in ihren gefalteten Händen nicht eme Plame sondern emen kiei nen Strauß weißer Rosen, den Geor ges dort hingelegt zur Erinnerung an das Gestandniß ihrer Liebe, die jetzt schon in der Vergangenheit begra ben lag. Leichenblaß, die Augen von Thra nen geröthet, auf den Zügen denStem pel eines entsetzlichen Leidens, zeitweise aufschluchzend, einer Ohnmacht nahe, an den Möbeln sich festhaltend, um nicht zu fallen, trat der junge Mann m das Sterbezimmer. Lange Zeit küßte er seine arme Se liebte auf die Stirn, kniete am Bette nieder und ließ, daö Gesicht in den Händen verbergend, den Thränen, die ihn erstickten, freien Lauf. In diesem Augenblick war er allein bei dem Leichnam. In dem Nebenzimmer versuchten ei mge Freunde der Familie durch ihre Gegenwart die tiefe Trauer der Eltern zu trösten. Georges lag noch immer auf den Knien und weinte bitterlich. Plötzlich, während sein ganzes Wesen im Schmerze aufging, lösten sich die Hände des Leichnams, die die Todtenstarre ie denfalls noch nicht für immer vereinigt hatte, nach und nach, und die eine von ihnen, welche den Rosenstrauß hielt, legte sich, von ihrem eigenen Gewicht fortgerissen, am Körper herunterfallend, auf den gebeuten Kopf des jungen ManneS. Bei dieser Berührung hielt sich Georges entsetzt für die Beute eines fürchterlichen Traumes, sprang empor und betrachtete die Todte. Blanche hatte jetzt die Arme ausg' breitet. Der eine halb geöffnet, schien ihm noch eine letzte Umarmung zu bieten, und der der andere, dessen Hand sich auf sein Haupt gelegt, hielt ihm als letzte Huldigung das Rosenbouquet hin. Bei diesem Anblick stieß Georges einen lauten Schrei aus. Emahm den Strauk. betrachtete mij freit aufaml-

senen Äuaen starr den Leichnam und

brach plötzlich in ein entsetzliches Lachen aus. Herr und Frau v. erange kamen herbeigelaufen, von den ytzo nen begleitet, die sich bei ihnen befanden. G?oraes lachte unaufhaltsam und streute die weißen Blätter der Rosen auf das Gesicht seiner geliebten Braut. Der Unglückliche war wahnsinnig! Die Komödie des Todes. .Die Komödie des Todes- nennt Wilhelm Liebknecht eine Begebenheit aus dem Leben, die 30 Jahre zurück, liegt und die ihm alte Papiere zurückriefen, die er während seiner legten Strashast im Charlottenburger AmlSgerichtsgefangniß durchmusterte. W. iebkuecbt erklärt die Borgänge, die er in der Neuen deutschen Rundschau" erzählt, als durchaus dem Leben entnommen, sie enthüllen eine Höhe der Etandhaftigkeit bei einer Frau, die mit Staunen erfüllt, nnd rechtfertigt daö Wort des Dichters, daß das Leben seltsamer arbeitet al3 die Dichtung. Die Frau, welche die Komödie des Todes oder vielleicht genauer die des Lebens spielte, war die Gattin des ersten Arzles einer reichen Universitätsstadt, der selbst von Billroth in kritischen Fällen hx Rathe gezogen wurde. Seine Frau, selbst die Tochter eines ArzteS, hochgcbildet, schön und sanften Charakters, paßte vortrefflich zu ihm es war eine jener seltenen Ehen, wo beiderseitige Neigung und die Gunst der Berhältnisie zujammentreffen: Drei Kinder: zwei Töchter, die ältere mit einem jun gen Privatdozentm verlobt, die zweite auf der Malerschule in München das Talent hatte sie von der Mutter geerbt der Sobn. als Student der älteren 'und neueren Sprachen sich für den Lehrerberus vorbereitend alle gesund und gut geartet. Ta zeigte sich plöi) lich ein Wölkchen an dem bisher so sonnig heiteren Himmel. Bei dem Arzt, den Liebknecht Dr. Bernhardt nennt. zeigen sich die Anfänge herannahender Taubheit. Seme leitbare Leocnshal tung war durchaus auf fein Jahresein kommen, das bis zu 100,000 M. ging, basirt. Mit Schrecken sah er dem drohenden Verlust seiner Praxis und damit semeS Einkommens entgegen. Die Bernhardtfchen Eheleute bereiteten sich ökonomisch auf dm drohenden Schicksalsschlag vor. Aber er kam von ganz anderer Seite. W. Liebknecht er zählt: Meine Frau, als älteste Freundin, war im Vertrauen; sie kannte die ganze Lage, kannte jede Einzelheit dieser ge Heimen Familientragödie; und als Frau Doktor Bernhardt unerwartet in 3 'Am mer trat, glaubte sie, es handele sich um irgend eine plötzliche Wendung lm Be finden deS Mannes. Doch dem war Nicht so. Und der merkwürdige Aus druck im Gesicht der Besucherin, der Ton der Stimme, eine ungeheure Be lastung des Gemüths verkündend, ließ aus etwas Außerordentliches schließen, so daß meine Frau ganz erschreckt war. Sie dürfen nicht erschrecken!" sagte die Freundin, sich zu ihr aufs Eofa seiend, ich rechne auf Ihre Festigkeit; ich habe Ihnen etwas zu sagen, aber halten Sie mich nicht für verrückt ich bin so ruhig wie Sie fühlen Sie meinen Puls (und der Puls war ganz regele mäßig, sie war weit ruhiger als meine Frau, deren Anqst durch diese Einlei tung natürlich noch gesteigert ward). Und, meiner Frau ruhig ins Auge sehend, sagte sie ruhig, fast kalt: Ich muß sterben! Ich habe soeben mein TodeZurtheil gelesen!" Meine Frau wollte aufspringen. Hören eie nur. Sie wissen, ich bin die Tochter eines Arztes und die Frau eines Arztes ich habe mich immer sur Medizin lnteres sirt und viele Bücher aus der Bibliothek meine ManneS gelesen, so daß mir manches bekannt ist, was oern Laien fremd bleibt. Vor etwa einem halben Jahre verspürte ich in meiner Zunge ein sonderbares Prickeln, das indeß wieder verging und dann wieder von mir vergessen ward. Toch das Prickeln kehrte zurück; verlor sich wieder, kam abermals zurück, und als mir eines Tages daS AuSsprechcn eines Woltes Schwierigkeiten machte, schoß mir wie em Blik der Gedanke durch das Hirn. daß ich von einer der furch!barstcn Krankheiten, welche die ärztliche Wissen schaft kennt und von welcher im Ge spräch meines Mannes mit einem Kolle gen kurz vorher die Rede gewesen war: von Zungenlähmung ergriffen sei. Die Zunge stirbt von der Spitze an bis zur Wurzel langsam ab, bis die nähigkeit deS Schluckens aufhört und schließlich durch Schwellungen im Hals, wenn nicht vorher Erstickung eintritt, auch die künstliche Ernährung unmöglich wird, und der Palient bei vollem Be wußtfein das ist das Gräßliche verhungert. Hungertod oder Ersticken das sind die zwei eisernen Griffe dieses Dilemmas, das. wie eine Zange, was es gepackt hat, nicht wieder losläßt. Ten schrecklichen Gedanken konnte ich nicht wieder los werden; je mehr ich meinen Zustand mit den Merkmalen der Krankheit, soweit ich mich deren ermnerte, verglich, desto wahrscheinlicher wurde mir. daß ich richtig vermuthete. An meinen Mann, den Bernfensten in jeder Beziehung, konnte ich mich natür. .iaj Nicyk wenoen. litte konnte ich das furchtbare Leid, das auf ihm lastete, noch vergrößern zu seinem Elend noch das meinige hinzufügen? An einen fremden Arzt mich wenden das widerstrebte mir. Aber eS wur eir.es neuen Werkes Erwähnung geschahen. daS von dieser Krankheit handelte. Ich holte daS Buch hervor und fing an zu lesen. DaS war vorgestern Abend. Ich las und las, prüfte die Abbildun gen, und je mehr ich las, prüfte, verglich, desto mehr fand ich mich in meiner Annahme bestärkt, desto mehr wurden die Zweifel 'zurückgedrängt. Volle Gewißheit erlangte ich iedoch noch mcbt. ES war 2 llbr Nachts aewor.

den. Mein Mar durch mein langes

Wegbleiben beunruhigt, rief mich. Ich mußte die Eipfangnahme deS Urtheils über Tod und Leben auf den folgenden Tag verschieben. Es war ein Tag un tef dem Bcil der Guillotine. Und Viie. mand, dem ich mein Herz ausschütten konnte! Im Gegentheile ich mußte noch die Trösterin sein. Gestern Abend sekte ich die Arbeit fort. Ich war jcfct so weit unterrich tet,'daß ich die Punkte, auf welche es ankam, genau kannte. Ich ging me thodisch zu Werte. Tie entscheidenden Symptome stimmten sämmtlich; und eine Untersuchung meiner Zunge, die ich mit Hilfe einer Lupe und eines Spiegels vornahm, beseitigte den leh ten Zweifel. Ich war zum Tode ver urtheilt. Mechanisch fiel mein Auge auf die Wanduhr, als ich mir das Ur theil sprach. Ich glaube, ich sprach eS laut. ES war halb 2 heute Morgen. Die Krankheit dauert durchschnittlich anderthalb Jahre; doch die unmittel baren Anfangsstadien sind dabei einzu rechnen. Ich habe ungefähr noch drei Vierteljahre zu leben." Sie täuschen sich gewiß." hatte Frau Liebknecht gesagt; aber die Arme hatte nur zu richtig prophezeit. Aber um ihren so schwer tämpfenden Mann zu schonen, verbarg sie ihm und der gan zen Welt das schreckliche Geheimniß mit erstaunlichem Heldenmuth und noch er staunlicherem Raffinement. Tr. Bernhardt, der berühmte Tiag nostiker. dessen sicherer Blick im Elken nen der Krankheiten bewandert war. hatte leine Ahnung von dem Zustand seiner rau. Sie klagte nicht, sie lobte umgelehrt ihre Gesundheit das war seit langen Iabren der erste Winter, in dem sie von der bösen Grippe verschont geblieben war: sie verrichtete all ihre Arbeiten und war eher beweglicher und flinker als sonst und das verrätheri' sche Anstoßen der Zunge oder Lallen. in welchem die furchtbare Krankheit sich äußerte, blieb ihm. infolge seiner Schwerhörigkeit verborgen. Die Kin der, denen die stockende, veränderte Aussprache der Mutter aufzufallen an fing, wußte sie durch das Märchen zu beschwichtigen, ste habe, was jedem Menschen dann und wann einmal ae schieht, sich in die Zunge gebissen. Die Ausrechterhaltung der Täuschung ward allerdings schwerer von Tag zu Taa. Einmal, weil die Finger des Tode sich immer tiefer einkrallten und das Lebens mark zerstörten, fo daß immer größere WlUenölstarke erforderlich war, den zu nehmenden Schmerz und die zunehmen de Schwäche zu überwinden. Und zweitens, weil die Zungenlühmuna in ihrem unaufhaltsamen Fortschreiten das Sprechen immer undeutlicher machte. Ihrem Mann ließ sich das verbergen. Sionnte er sie nicht ver stehen, so trug sein Gehörleiden die Schuld, und sie schrieb ihm, was sie zu sagen hatte, auf eine Tafel. Nicht so leicht war es mit den ttindern. Als eS sich gar nicht bessern wollte und stets schlimmer wurde, tonnten die AuS flüchte der Mutter nicht mehr beruhigen. Tie Kinder befragten einen befreunde ten vlrzt. Tiefer kam. Die Armerschrak, sie sah ihr Geheimniß bedroht, doch sie faßte slch schnell, bat die Kinder, sie bei der Konsultation allein mit dem Arzt zu lanen, führte ihn auf ihr Zini. wer und sagte die Wahrheit, (n wollte ihr zuerst nicht glauben, mußte sich aber überzeugen, daß sie die Wahr heit gesagt und daß sie nur noch wenig Monate zu leben hatte. Endlich kam der Tag. wo die Krüst: erschöpft waren, ci? brach zusammen Ohnmächtig wurde sie zu Bett geschasst. Tcm Mann, der im Egoismus des eigenen vergleichsweise aer'nafüaiaer Leidens das Hiiiechen feines Weibes nicht wabrgenommen halte, fluthete nun mit einem ale die ganze Wahr heit entgegen. Er war niederaefchmet tert. Sie tonnte nicht mehr schlucken und war schon halb verhungert, ai ste zusammenbrach. Es mußte sofort mit künstlicher Ernährung versucht wer den. Tas ging zwei Tage lang. Au die Tafel kritzelte sie noch mit zitternder Hand: Vergebt mir!- Ein paar Minuten darauf ein ttrampf, ein Röcheln und Cornrnedia finita ste war zu Ende," so schließt W. Lieb knecht seine Darstellung. ..diese Komö die des Todes gespielt von der iebe". Größte Sparsamkeit. Du Seppl. unser Nachbar, da drüben hat doch keimn Hund und in seinem Gehöft ist deZ Nachts ein Gebell, daß wir nicht schlafen können." Jakob, waßt du denn das nit? Unser Nachbar macht des Nachts alle Stunden einen Rundgang und bellt selbst, damit er die Hundesteuer spart." Die Stille ist diel eindringlicher.als dr Lärm. Die klugen Redner reden um so leiser, je nehr Aufmerksamkeit ste erregen wollen. Wer Ehrliche. A.: Was hast denn da für einen schönen Maß krug?" V.: Ja. da hab' ich vorhin in einem Haus im 4. Stock was z'thun gehabt; wie-:' wieder 'runter geh', seh' i' im 3. Stock am Fensterbrett! den wunderschonerrMaßkrug steh'n. Schau. schau, hab' i' mir denkr, de? schöne Krug; den nimm' r gier mit, sonst wird er Zi'lekt noch afto&'.'itl" Bei der R e i t U b u n g. Wachtmeister: Einjähriger, wie kann man so oft vom Pferde fliegen? Was haben Sie für einen Beruf?" Einjähriger: Ich bin Mediciner." Wachtmeister: Da haben Sie sich wohl selbst Sandbäder verordnet?" Na also! Gatte: Ich glaube. Du begehst eine Dummheit, wenn Du das Mädchen miethest. Nach ihrem Dienstbuch ist sie in einem Jahr auf zehn Stellen gewesen." Gattin: Eben darum! Denke Dir nur, was sie von den zehn Familien alles erzählen kann!-

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