Indiana Tribüne, Volume 23, Number 20, Indianapolis, Marion County, 8 October 1899 — Page 3
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Noman uon K. ttlu (11. Fortsetzung.) Der Plan war so einfach, daß die Gegenpartei ihn nothwendig durchschauen mußte, und Werner vermochte nicht zu begreifen, daß sie trotzdem nicht das geringste that, seine Ausführung zu hindern. Während die Barrikaden noch im Bau begriffen waren, hätte es seiner Ueberzeugung nach mit Leichtigkeit und fast ohne Kampf geschehen können. Denn der regellose Haufe würde, solange es ihm an genügender Deckung fehlte, sicherlich schon bei dem ersten energischen Vorstoß geschulter und gut geleiteter Soldaten die Flucht ergriffen haben. Aber eben an dieser guten Leitung schien es auf der anderen Seite vollständig zu fehIcn. Die Herren Offiziere mochten, wie gewöhnlich in solchen Fällen, über die zu ergreifenden Maßregeln verschiedener Meinung sein, und darüber ließ man in unschlüssigem Zaudern den rechten Augenblick zum Handeln ungenützt verstreichen. Ein rasch näher kommender, tosender Lärm, ein wildes Durcheinander von Trompetengeschmetter. Schüssen und rufenden Menschenstimmen veranlaßte Werners Gefährten plötzlich, an die ihnen zuqewiesenen Platze zu eilen und sich kampfbereit zu machen. Aber seine Erwartung, daß die kriegerischen Ereignisse nunmehr ihren Ansang nehmen würden, hatte ihn für diesmal noch betroqen. Denn der Zug, der am Ende der langen Straße auftauchte, kam offenbar nicht in feindseliger Absicht. Die brausenden Hochrufe und das begeisterte Hüteschwenken, mit denen er von den Larrikadenmännern empfangen wurde, waren dafür Beweis genug. An der Spitze des Zuges ritt ein stattlich aussehender Mann in der glänzenden, goldstrotzenden Uniform einesGenerals der republikanischen Armee. Werner kannte ihn nicht, aber aus den Rufen seiner Umgebung erfuhr er. daß es der General Campos sei, und er hatte diesen Mann in der kurzen Zeit seines Aufenthalts schon so oft als einen der tüchtigsten Offiziere rühmen hören, daß er wohl anfangen mußte, diese Revolution nun doch was ernsthafter zu nehmen, wenn eine Persönlichkeit von solcher Bedeutung zu ihren Urhebern gehörte. Denn die wunderliche Gefolgschaft des schön geschmückten Generals ließ keinen Zweisei, daß es die Insurgenten waren, auf deren Seite er sich geschlagen. Offenbar war es ihm bisher noch nicht gelungen. einen größeren Theil der Solvaten für sich zu gewinnen, denn man sah nur vereinzelte militärische Uniformen in dem bunten Troß. Zwar war jeder von den Leuten, die ihm zu Fuß und zu Pferde folgten, mit einem ganzen Arsenal von Waffen ausgerüstet, aber es hatte ganz den Anschein, als ob jeder dieser Tapferen sich zu der Rolle eines Befehlshabers berufen fühlte, und als ob jeder einzelne der Tyrannei des verhaßten Präsidenten ganz allein ein Ende zu machen gedächte. Der General ritt bis dicht an die Barrikade heran, und nachdem es seiner nächsten Umgebung endlich gelungen war, das unsinnige Schreien so weit zum Schweigen zu bringen, daß kr sich verständlich zu machen vermochte, hielt Campos eine jener phrasenreichen Reden, wie sie eben nur aus dem Munde eines echten Porteno kommen können. Es war darin an begeisterten Hymnen auf die Freiheit ebensowenig Mangel, als an den kräftigsten Schmähungen der Gegner. Nachdem er seine Parteigänger mit der feierlichen Würde eines alten Römers noch einmal ermahnt hatte, Blut und Leben für die große Sache einzusetzen, wandte der General sein Roß, und ohrenzerreißend tönte das viva la libcriad (es lebe die Freiheit) der Zurückbleibenden hinter ihm drein. Daß irgend einer der zerlumptenBarrikadenmänner mit dem Begriff der Freiheit eine bestimmte Vorstellung verbände, schien Rod'wZldt mehr als zweifelhaft, denn er hatte schon hinlänglich Gelegenheit gehabt, zu erfahren, wie unsäglich viel in den südamerikanischen Republiken auf dieses leere Schlagwort hin gesündigt wird. Die Sonne stieg höher, und die Hitze wurde fast unerträglich. Da ein Entweichen noch immer unmöglich schien, war der junge Deutsche dem Beispiel seiner neuen Kameraden gefolgt und hatte auf den Treppenstufen vor einer verschlossenen Hausthür ein leidlich schattiges Ruheplätzchen gesucht. Eine Weile kämpfte er gegen die Müdigkeit, die sich schwerer und schwerer aus seine Lide? legte. Aber nach denAufregungen der letzten Tage und nach der schlaflosen Nacht forderte die Natur zuletzt gebieterisch ihr Recht; sein Haupt sank gegen denThürpfosten, und er schlummerte ein. Ein gewaltiges Krachen und Knattern schreckte ihn unsanft aus seinen Träumen auf. Und es war dafür gesorgt, daß er sich aus dieser schöneren Traumwelt sehr schnell wieder in die rauhe und unerfreuliche Wirklichkeit zurückfand. Die Führer der Regierungstruppen mußten sich endlich zu energischem Handeln aufgerafft haben, denn die Barrikade, die jetzt allerdings zu einer sehr starken Deckung geworden war, wurde von einer Abtheilung Soldaten mit großem Ungestüm angegriffen. An den Hausthüren, hinter den Mauervorsprüngen und theilweise sogar hinter mitgeschleppten Maulthierkarren nothdürftig Deckung suchend, eröffneten die Soldaten ein rasendes Schnellfeuer auf ihre Gegner, ohne ihnen damit indessen irgend welchen Schaden zuzufügen, denn die Ku-
geln gingen fast sämmtlich hoch über die Barrikade hinweg, um wer weiß wo in weiter Entfernung einzuschlagen. Die angegriffenen Insurgenten zeigten sich viel muthiger. als Werner es nach allem Vorhergegangenen von lhnen erwartet hätte. Jeder einzelne war sogleich an seinen Posten geeilt, und
I keiner erwies sich träge in der Erwidej rung des feindlichen Feuers. Obwohl j er mit seinem Herzen weder bei der ei- , nen noch cci der anderen Parte: war. suhlte der junge Deutsche doch ernen lebhaften Unwillen über die wahnwitzi ge Munitionsverschwendung, die au beiden Seiten getrieben wurde. Alle diese Leute hatten offenbar eine kindische Freude an dem Knallen ihrer Gewehre, und es kam ihnen einzig darauf an, eine möglichst große Anzahl von Schüssen abzugeben, unbekümmert darum, ob. dieselben irgend welche Wirkung thaten. Niemand dachte daran, zu zielen.und so war höchst wahrschem lich der Erfolg hier wie dort der gleiche. Wohl eine halbe Stunde mochte das seltsame Gefecht auf diese Art bereits gewährt haben, als sich etwas Unvorhergesehenes und für die Aufstandischen äußerst Niederschmetterndes ereignete. Während das Schießen von vorn her noch immer andauerte, erdröhnte nam lich zum namenlosenEntsetzen der Barrikadenmänner eine Gewehrsalve plötzlich auch in ihrem Rücken, eine zweite und dritte folgte, und mit betäubendem .Geschrei warf sich die Abtheilung der Regierungstruppen, der es gelungen war. die Barrikade zu umgehen, mit gefälltem Bajonett den so unerwartet zwischen zwei Feuer gerathenen Ausständischen entgegen. Wie ein Wirbelwind brachen die nun folgenden Ereignisse über Werner herein. Ehe er mit sich darüber ins reine gekommen war, was thun solle, hatte er von hinten her einen Kolbenschlag erhalten, der ihn halbbetäubt zu Boden streckte. Gleich darauf fühlte er sich emporgerissen und zwischen dem kleinen Hausen von entwaffneten Un glllcksgefährten, die bei der Ueberrumpelung Mit dem Leben davongekommen waren. Es mochten ihrer etwa dreißig sein; eine weitaus größere Zahl war bei dem ungestümen Bajonettangriff gefallen, und wohl nur wenigen war es gelungen, sich durch die Flucht zu retten. Daß jetzt nicht der rechte Augenblick war, Aufklärungen zu geben, sah Werner wohl ein, und er ergab sich ohne weiteres in sein Schicksal, als er hörte, wie der commandirende Offizier den Befehl zur Abführung der Gefangenen ertheilte. Wohin auch immer man ihn bringen mochte, er würde ja ohne Zweifel Gelegenheit finden, durch die wahrheitsgemäße Darstellung' seiner Erlebnisse seine sofortige Freilassung zu erwirken, und nachdem die Gefahr vorüber war. hatte er sicherlich gegründete Veranlassung, mit diesem schnellen Ende seiner kurzen Insurgentenlaufbahn zufrieden zu sein. 15. K a p i t e l. Inmitten des riesigen Gebäudevierecks, darin die Polizei und die StadtVerwaltung untergebracht sind, befinden sich auch die weit ausgedehnten Unt?rsuchungsgefängnisse. Dahin hatte man die Gefangenen geschafft, und unter Flüchen und Kolbenstößen wurden sie nun in einen zu ebener Erde gelegenen, niedrigen Raum getrieben, in dem es weder eine Bank noch eine Pritsche, sondern einzig die vier kahlen schmutzigen Wände gab, und der so klein war, daß auch nicht ein einziger der dreißig Männer Raum genug gehabt häite, sich niederzulegen. Ein winziges Fenster, das nicht durch Glasscheiben, sondern nur durch eine Anzahl von Eisenstäben verschlossen war, gestattete der freien Luft den Zutritt in die Gefängnißzelle. Aber bei der draußen herrschenden Schwüle war diese Luftzufuhr so gering, daß sich schon nach wenigen Minuten eine unerträgliche Hitze in dem von Menschen überfüllten Gelaß entwickelt hatte. Rodewaldt hatte durch einen glücklichen Zufall seinen Platz hart an dieser vergitterten Fensteröffnung erhalten, und konnte von dort aus den mit viereckigen, gebrannten Steinfliesen gepflasterten Hof in seiner ganzen Ausdehnung übersehen. Zahlreiche Gruppen von barfüßigen Soldaten, der:n Uniformen durchweg schmutzig und mitgenommen waren, hatten sich's ganz nach ihrem Gefallen rauchend und schwatzend auf den schattigeren Plätzen desHofes bequem gemacht. Bor dem Eingang zur Wachtstube spielten an einem plumpen hölzernen Tisch einige Eorporale das, spanische Kartenspiel Biscambre", und ihr lebhaftes Schreien und Streiten war weithin vernehmlich. Werners Unglllcksgefährten verhielten sich merkwürdig apathisch und schweigsam. Nur wenige von ihnen wechselten hie und da kurze geflüsterte Bemerkungen in der Quichua, der Indianersprache. Keiner von ihnen jammerte oder klagte, obwohl ganz abgesehen von der Ungewißheit ihres Schicksals der Aufenthalt in dem fürchterlichen Raum ihnen Anlaß genug dazu gegeben hätte. Werner rief einen vorübergehenden Soldaten in spanischer Sprache an, um einen Trunk Wasser von ihm zu erbitten, der Mensch aber maß ihn nur mit einem großen, erstaunten Blick und setzte seinen Weg fort, ohne ihn auch nur einer Antwort zu würdigen. Etwa eine halbe Stunde später trat ein Offizier in den Hof. Im Gegensatz zu den so schäbig unlsormirten Mannschaften war er überaus elegant gekleidet. Er trug hohe glänzende Lackftiefel, hatte zwei große Revolver im Gürtel, und schleppte einen mächtigen Säbel klappernd hinter sich aus dem NttaÜs? be:. C&zzz'täücSi seine Ciaa-
rette rauchend, plauderte er cordial mit den Soldaten, die sich weder von der Erde, noch von ihren Schemeln erhoben, wenn er zu ihnen herantrat. Ja, einige streckten ihm sogar ihre Cigaretten entgegen, um sich Feuer von ihm geben zu lassen, ohne daß der Offizier darin etwas Subordinationswidriges
erblickt hätte. Allem Anschein nach j unterrichteten die Leute ihren Borgesehten von der Geanaennabme der 5nI surgenten, denn der Offizier ging piogitcn nrn großen cyruien aus oas Fenster der Zelle zu und fing an, die Insassen derselben in eingehenderWeise . , , r i - f , , r zu mustern. Dann rief er den Mannschaftcn einen Befehl zu, dessen Wortlaut Werner zwar nicht verstanden hatte, der aber jedenfalls von besonderer Bedeutung sein mußte, denn eine allgemeine Bewegung kam in den lungernden Haufen. Eine Anzahl der Leute ging nach der Wachtstube hinüber, um nach Verlauf einiger Minuten mit Gewehten bewaffnet zurückzukehren. Der Qssicier wählte zivölf Mann aus und stellte sie so in zwei Gliedern auf, daß sie einer Mauer, von dcx sie etwa sechs Schritte entfernt waren, das Gesicht zuwandten. Dann schrie er einen weiteren Befehl über den Hof hinweg, und alsbald näherte sich ein Corpora! der Thür des Gefängnisses. Die Insurgenten hörten einen Schlüssel knirschen, und von denen, die der Thür zunächst standen, und die von den Vorgängen auf dem Hofe nichts hatten wahrnehmen können, drängte sich eine Anzahl ungestüm ins Freie hinaus, glücklich, der uncrträglichen Stickluft ihrer Kerkerzelle entrinnen zu können. Wahrscheinlich würden sie es weniger eilig gehabt haben, wenn sie gewußt hätten, was draußen ihrer wartete. Aber als ihnen angesichts der getroffenen Vorbereitungen eine Ahnung ihres Schicksals kam, war es bereits zu spät, anderen den Vortritt zu lassen. Man hatte zehn der gefangenen Insurgcnten heraustreten lassen, und dann die Thür der Zelle wieder verschlössen. Mit rauhen Scheltworten und Stößen brachte man sie bis zu der Mauer, vor der die Soldaten mit ihren Gewehren aufgestellt waren, und als nun der Offizier den Unglücklichen befahl, niederzuknieen, gehorchten sie willenlos, ohne Klage und ohne eine Bitte um Gnade, wie Leute, die von der Unabwendbarkeit ihres Loses zu fest überzeugt sind, um noch irgend einen hofsnungslosen Versuch der Rettung zu unternehmen. Werner, der von seinem Platze am Fenster aus alles mit ansah, konnte nicht im Zweifel sein über das, was hier beabsichtigt war, und ehe er noch das erste lähmende Entsetzen abgeschüttelt hatte, hörte er schon das Knattern einer Gewehrsalve, welche seine bisherigen Genossen niederstreckte. Rodewaldt war Nicht schwachnervlg, aber der Anblick dieser Hinrichtung jagte ihm doch das Blut stürmisch wie im Fieber durch die Pulse. Er schloß die Augen, um das Bild der ubereinander hingestreckten Menschenleiber mcht langer sehen zu müssen, und so verrieth ihm erst das abermalige Knirschen des Schlüssels, daß die Tragödie noch nicht, zu Ende sei, und daß die Exekution offenbar ihren Fortgang nehmen sollte. Diesmal drängte sich niemand mehr ins Freie hinaus, als sich die Thur der Zelle öffnete. Der Corpora! bezeichnete zehn der Gefangenen, indem er jedem von ihnen mit dem Finger auf die Brust tippte, als die nächsten Todescandidaten, und acht von diesen Unglücklichen leisteten in schweigendem Gehorsam dem Befehl, auf den Hof hinauszutreten. Folge. In den beiden anderen aber regte sich angesichts des unmittelbar bevorstehenden Todes der Selbsterhaltungstrieb doch so machtig, daß sie sich widersetzten und mitGewalt hinausgezerrt werden mußten. Als sie ihren Widerstand auch draußen auf dem Hof noch fortsetzten, machte man kurzen Prozeß mit ihnen und stieß sie mit den Bajonetten nieder. Einer von ihnen fiel auf das Gesicht und war nach wenigen Zuckungen todt, der andere aber schien nicht tödtlich getroffen, denn er hatte das Bewußtsein nicht verloren und jammerte in wahrhaft herzzerreißender Weise. Da er unmittelbar unter dem Fenster zusammengebrochen war, drang sein Stöhnen und Winseln mit schrecklicher Deutlichkeit zu den in der Zelle zurückgebliebenen Gefangenen hinauf. Aber man dachte so wenig daran, den VerMundeten fortzuschaffen, als es jemandem einfiel, seine Leiden durch einen mitleidigen Schuß zu enden. Der Offizier, den die grausige Massenhinrichtung nicht im geringsten zu bewegen schien, hatte sich während des Zwischensalles m aller Gemuthsruhe eine neue Cigarette gedreht, und erst, nachdem er sie umständlich rn Brand gesetzt hatte. ertheilte er die für die Erschießung der acht übrig gebliebenen Insurgenten erforderlich? Befehle. Rodewaldt vermochte nicht länger 2 sich zu halten, und unbekümmert um die erhöhte Gefahr, der er sich damit aussetzte, rief er dem Mordgesellen in spanischer Sprache zu: Herr, Sie überschreiten Ihre Befugnisse, und ich protestire gegen eine fslche Behandlung von Gefangenen. Nur ein ordeutliches Kriegsgericht darf eine Todesstrafe verhängen oder vollstrecken lassen!" Der Offizier drehte sich auf dem Absntz nach ihm um, aber er würdigte ihn keiner Antwort, und nachdem er ihn ein paar Sekunden lang mit höhnischem Grinsen betrachtet hatte, kehrte er ihm wieder den Rücken. Ein kurzes Commandowort, und abermals knatterten die Gewehre. Das entsetzliche Schauspiel von vorhin wiederholte sich mit allen Einzelheiten, nur mit dem Unterschiede, daß die Soldaten diesmal schlechter gezielt hatten, und daß rofc der aerinnn Distanz mehr als
dreißig Schüsse nothwendig waren, um die unglückseligen Opser 511 todten. Werner hatte mit dem eigenen Leben jetzt vollständig abgeschlossen; denn er sagte sich, daß es Wahnwitz sein würde, unter diesen Umständen noch auf Errettung zu hoffen. Wohl war er entschlössen, sich nicht stumpf und stumm hinschlachten zu lassen, gleich seinen Leidengenossen. Aber er wußte gut genug, daß der Offizier, in dessen Hand die Entscheidung über seinSchicksal gegeben war, sich um alle weiteren Proteste ebensowenig kümmern würde.
als um den ersten, und daß er sicherlich längst seinen letzten Athemzug gethan hatte, bevor einer von denen, die ihm Hilfe bringen konnten, auch nur die erste Kunde von seinem seltsamen Abenteuer und von seiner Gefangennähme erhalten hatte. Ein schneidendes Weh ging durch seine Seele, als er der Eltern in der fernen Heimath gedachte, und in wildem Schmerz krumpfte sich sein Herz zusammen, da Conchitas holdseliges Bild inmitten der Greuel, die ihn hier umgaben, in all seiner bezaubernden Llcolichkeit vor ihm aufstieg. Aber er wollte sich an Todesmuth und männlicher Fassung nicht von den armen Burschen beschämen lassen, die ein seltsames Schicksal zu Gefährten seiner letzten Augenblicke gemacht hatte, und für deren stoische Ergebung in ein unabänderliches Geschick er aufrichtige Bewunderung empfand. Fest und ruhig wollte er dem Ende entgegensehen, und wenn er auch gesonnen war, nachdrücklich Verwahrung einzulegen gegen ! . fti llt . 1 . 'f . vle ipcroainnai, vie man an iym verübte, so sollte ihm doch Niemand nachsagen dürfen, daß er sich im Angesicht des nahen Todes feige und schwach gezeigt habe. Er hatte erwartet, daß man unverzüglich nun auch ihn mit den letzten Gefangenen holen würde, und sicherlich hatte es so in der Absicht des Offiziers gelegen. Aber ein unvorhergesehener Zufall hinderte diesen, die begonnene Schlächterei sogleich zu Ende zu führen. Aus einer sehr lebhaften und heftigen Auseinandersetzung, in die er mit seiner Mannschaft gerieth, ging für Werner, wenn er auch nicht alles verstand, doch so viel hervor, daß den Vertheidigern der Regierungsgewalt vorläufig die Munition ausgegangen war. Alle Flüche ihres Vorgesetzten konnten daran nichts ändern, und der Offizier mußte sich wohl oder übel entschließen, die zur Erfüllung dieser Aufgabe benöthigten Patronen herbeizuschaffen. Fluchend kehrte er seinen Leuten den Rücken, um säbelrasselnd und sporenklirrcnd über den Hof zu schreiten. Der junge Deutsche zweifelte nicht, daß es nur eine kurze Galgenfrist sei, die er damit gewonnen; aber er war doch noch nicht so lebensüberdrüssig, daß er nicht angestrengt hätte darüber nachdenken sollen, wie sie sich vielleicht zu dem Versuch einer Rettung nützen ließe. Wenn es ihm gelang, eine Botschaft an Henninger abzufertigen, und wenn sein Gesandter den Prokuristen sogleich antraf, durfte er wohl hoffen, daß es der kaltblütigen Entschlössenheit des mit den hiesigen Verhältnissen so wohl vertrauten College möglich sein würde, ein Mittel zur Abwendung des ihm drohenden Schicksals zu sinden. Wie aber sollte er es anfangen, sich hier einen solchen Boten zu verschaffen? Er rief einige in der Nähe befindliche Soldaten an, aber es wurde ihm entweder gar keine Erwiderung, oder nur eine Antwort in Gestalt roher Schmähungen zu theil. Da näherte sich ihm einer seiner Mitgefangenen, ein zerlumpter Mestize und sagte mit ehrerbietiger Höflichkeit: Sie wünschen Wasser zu haben, Senor, nicht wahr? Natürlich denn Sie werden ja nicht weniger durstig sein als wir. Aber bemühen Sie sich nicht. Unter einem Peso (etwa vier Mark) ist hier kein Tropfen davon zu haben. Ich weiß es, denn ich bin schon mehr als einmal im Untersuchungsgefängniß gewesen. Einmal ließen diese Unmenschen mich drei ganze Tage dürsten. Wenn Sie ihnen kein Geld zeigen können, ist all Ihr Rufen umsonst." . Werner schalt sich thöricht, daß er nicht schon früher auf diesen bei den hiesigen Verhältnissen so nahe liegenden Einfall gekommen war. Er entnahm seiner Börse ein Goldstück und hielt es empor, indem er der zunächst befindlichen Gruppe von Kartenspielern zurief, ob einer von ihnen Lust habe, es sich zu verdienen. Schon nach Verlauf einiger Sekunden standen nicht weniger als drei der zerlumpten K:rle unter dem Fenster. Er reichte einem von ihnen das Geldstück, indem er ihn ersuchte, eine genügende Menge von Trinkwasser dafür herbeizusaffen, und es würde ihn unter anderen Umständen gewiß erheitert haben, zu sehen, eine wie seltsame Wirkung der Anblick des gelben Metalls auf das Benehmen der eben noch so brutalen Burschen übte. Sie zeigten sich überaus höflich, und während der eine sich eilig entfernte, um den Wunsch des Gefangenen zu erfüllen, versicherten ihm die beiden anderen, daß sie gern erbötig wären, ihm Pulque oder Fleisch zu besorgen, wenn er im Stande sei, es zu bezahUn. Ich danke euch", sagte Werner, ich bin nicht hungrig, aber ich könnte wohl einem von euch Gelegenheit geben, zehn von diesen Goldstücken zu verdienen, wenn er einen kleinen und leicht auszusührendenAustrag für mich übernähme." Die Augen der beiden Soldaten glitzerten vor heißem Verlangen nach dem Gewinn der für ihre Verhältnisse so gewaltigen Summe, und minutenlang schrieen sie in dem Bestreben, bei der Bewerbung einander auszustechen, unter den heftigsten Gestikulationen so lebhaft auf Werner in, daß es diesem ebenso unmöglich war, sie zu verstehen,
als' sich sbnen verstänklllö m inackien.
Wahrscheinlich würde de: edle Mettstreit die Erfüllung seiner Hoffnungen !i.n . ?' l , uunz uciciicii yaoen, loenn nicni gilllllicherweise einer der beiden Rivalen von einem Corpora! abgerufen worden wäre. Sckimvfend und murrend leistete der Mann dem Befehl Folge, nachdem er zum vierten- oder fünftenmal wiederholt worden war. und Werner konnte dem Zurückgebliebenen nun rr. rn . . . 1 1 r -. !li uuti jiuyc mittheilen, um was es ich handle. -(Sie sollen eine offene Karte in die Calle San Martin zu einem Herrn " vrmgen. Denen namen ny Ihnen ausschreiben werde. Ich verspreche Ihnen, ri. t. 1 . . :i - k" k iTji uu5 vic uvti uinc lücucres junf 19010stücke bekommen werden, und wenn Sie hierher zurückkehren, solange ich noch am Leben bin, werden Sie von mir fünf weitere erhalten." Beweisen Sie mir erst, Senor, daß Sie das Geld wirklich haben," sagte der Soldat, ein Mischling von schmutzigbrauner Gesichtsfarbe. Wer so viel verspricht, macht sich immer verdachtig. gar nichts zu haben." Werner wiesihm seine Börse, in der sich noch etwa ein Dutzend der werthvollen lyolfcmurnen befand, und in der Tbat erklärte der Mann nun sofort, er werde seinen Corpora! um die Erlaubniß zur Uebernahme des Auftrags bitten. Aber er fügte mit einem bedeutsamen Augenzwinkern hinzu, es werde gut sein, wenn er auch dem Vorgesetzten eine kleine Belohnung in Aussicht stellen dürfe, da er ihn sonst schwerlich fortlassen würde. Werner zöaerte natürlich nicht, die gewünschte Ermächtigung zu ertheilen und drängte ibn. keine Zeit aii verlieren. Der Mann entfernte sich, um schon nach Verlauf von !aum zwei Minuten in Begleitung seines Corporals, eine Mulatten, zurückzukehren. Dieser zeigte sich bereits von allem unterrichtet und war auch über die zu fordernde Entschädigung schon mit sich ins Reine gekommen. Ohne Zögern verlangte er eine Belohnung von fünf Goldstücken. für die Beurlaubunq seines Untergevenen, und die Vereitwilligkeit, mit der ihm diese Summe von dem jungen Deutschen zugestanden wurde, weckte in seinem Herzen augenscheinlich ein leohaftes Bedauern, nicht mehr gefordert zu haben; denn er wandte sich plötzlich an den Soldaten mit der Erklärung, daß er auch von dem Votenlohn die Hälfte erhalten müsse. arn aber zeiate sick der andere keineswegs ohne weiteres bereit, und es entwickelte sich zwischen ihm und seinem Voraesekten alsbald ein hitziges Wortgefecht, das nahe daran schien, in Thätlichkeiten überzugehen, als der Soldat sich plötzlich entsinnen mochte, dak ibm bei solcher Zeitvergeudung möglicherweise der ganze Verdienst entging. Er gab mit verdrießlicher Miene nach, und nachdem Werner dem orvoral seine fünf Goldstücke ausaehändigt hatte, war die' Angelegenheit endlich so weit geordnet, daß der Avfertlgung des Boten nichts mehr im Wege stand. freilich kamen dem Mulatten noch im letzten Augenblick allerlei dienstliche Bedenken. Er erklärte, daß er die Karte nur dann befördern lassen wurde.wenn sie in spanischer Sprache geschrieben sei, und wenn sich außerdem unter tv ner Renten jemand finde, der im Stande sei, ihm den Inhalt der Mittbeiluna vorzulesen. In seiner hilflosen Lage mußte sich Werner auch dieser Bedingung fugen. Er versah eine seiner Biiltenkanen auf der Vorderseite mit Henningers Adresse und begnügte sich, auf die Rückseite in spanischer Sprache zu schreiben: Ich befinde mich im Untersuchungsgefängniß, wohin ich infolge einer Verkettung unglücklicher Umstände als vermeintlicher Insurgent gebracht wurde, und schwebe in höchster Gefahr, ohne Prozeß und Urtheil erschossen zu werden. Interventen Sie sofort! Es ist keine Minute zu verlieren." Der Corpora! nahm die Karte in (Zmvfana. betrachtete sie wie einen höchst bedenklichen Gegenstand mißtrauisch von allen Seiten und machte sich dann auf den Weg, um unter den auf dem Hofe herumlungernden Soldaten einen des Lesens kundigen Gelehrten zu suchen. Glücklicherweise gelang ihm dieses schwierige Unternehmen schneller, als es zu erwarten gewesen war. Werner sah von seinem Fenster aus wie der Mulatte aufmerksam der offentbar recht mühselig von statten gehenden Vorlesung lauschte, und er hatte Mühe, einen Ausruf des Zornes zu unterdrücken, als ihm das wiederholte mißbilligende Kopfschütteln des Mannes verrieth, daß sich da irgend welche neuen Schwierigkeiten ergeben hatten. Ich bin nicht gesonnen, Senor, mich hintergehen zu lassen erklärte der Corporal, nachdem er wieder an das Fenster getreten war. Diese Karte ist gegen die Abrede! Sie haben die Hauptsache vergessen. Hier steht nichts von den fünf Goldstücken, die der Ueberbringer erhalten soll, und nichts davon. daß die Hälfte der Summe mir zukommt. Wenn Sie nicht eine solche Bemerkung darauf schreiben, werde ich niemals meine Einwilligung zur Beförderung der Karte geben." Werner erwiderte nichts.denn er fühlte, daß er mit seinerSelbstbeherrschung beinahe zu Ende war. Stumm streckte er die Hand durch das Gitter, um sich die Karte zurückgeben zu lassen, nd nachdem er den von dem Mulatten gewünschten Zusatz gemacht, hatte er endlich die zweifelhafte Genugthuung, zu sehen, wie sich einige Minuten später der Mestize durch das Thor des Gefängnißhofes entfernte. Auf seine Mitgefangenen, die dem Gang der Verhandlungen natürlich mit gespannter Aufmerksamkeit gefolgt wären, hatte der Reichthum ihres Un
glucksgefährken offenbar großen Einbrück gemacht. Sie betrachteten ihn mit sehr respektvollen Blicken; in den Erfolg seiner Bemühungen aber schienen sie kein großes Vertrailen zu setzen. Denn statt ihn um seine Protektion au
zugehen, wie es doch in solchem Fälle das Nächstliegende gewesen wäre, baten sie ihn mir, ihnen ein wenig Branntwein und etwas zu eilen zu kaufen, da sie sehr hungrig seien und da wie der Sprecher mit einem acwissen Galgenhumor hinzufügte der Offizier mit seiner Munition möglicherweise noch eine aute Weile aus sick, warten lasse. Obwohl die bisberiaen Erfabrungen ihn zu der Erkenntniß geführt hatten, daß er mit seinem Geldvorrath möglichst haushälterisch umaeben müsse, war Werner doch nicht hartherzig genug, den armeir Burschen ihre Bitte abzuschlagen, und er mukte nickt weniger als zwei weitere Goldstücke opfern. oamuiever seiner Schicksalsaenossen einen kleinen Kuchen von der Art, wie sie in Buenos Aires an den Straßenecken feilgehalten werden, und eine ge ringe Quantität Pulque erhielt. Man. hätte für die gespendete Summe bequem die hundertfache Menge dieser Genußmittel kaufen können, aber Werner wußte ient bereits zu Kenllae. welcher besondere Preistarif hier im Untersuchungsgefängniß Geltung hatte. Mit Erstaunen und tiefem Mitleid sah. er, eine wie ungemessene Freude seinegeringfügige Spende bev den Gefangenen hervorief. Armseliges Gesindett"' grinste der unter dem Fenster stehende Mulatte. .AVer vielleicht befehlen Senor für m selbst eine Flasche Wein und ein Stück raten? Es ist alles zu haben, wenn es auch sreülch erntete Mube verursa chen wird." Werner schüttelte ablebnend den Kopf. Er war der Erpressungen müde und fühlte überdies nicht das aerinast5 Bedürfniß leiblicher Erquickung. Wenn Sie mir einen Dienst erwersen wollen. Corvoral". saate er. Ja schaffen Sie diesen Verwundeten hier vom Fenjter fort und lassen, ihn durch einen Gnadenschuß von seinen Qualen erlösen." Der Mulatte zuckte mit den Achseln. ,Was wollen Sie. Senor? Der Mensch hat es sich selbst zuzuschreiben, wenn es mit ihm länaer dauert als ihm lieb sein kann. Weshalb beging er die Dummheit, sich zu widersetzen? Ich habe keinen Befehl ihn zu tödten,und er stlrdt auch, ohne daß wir noch eine Kuael an ibn verschwenden. Aber wenn sein Gewinsel Ihnen lästig ist, will ich ihn da drüben zu den anderen werfen latten." Wirklich ertheilte er einen dabinaehenden Befehl, und ein paar Soldaten, die ssch nur unaern in ibrem Kartenspiel hatten stören lassen, führten ihn rajch aus. Werner lehnte sich an das Fenster. so daß er den sckrecklicken Winkel mit den übereinander geworfenenMenschenlnoern nicht zu sehen brauchte, und harrte, in trübe Gedanken verloren, der kommenden Dinge. 16. K a p i t e l. Eine halbe Stunde, die sich dem Wartenden zu einer Ewigkeit ausgedehnt hatte, war verstrichen, ohne daß sich das Bild auf dem Gefängnißhofe irgendwie verändert hatte. Da tz tönte mit scharfem Klänge die Glocke am Eingangsthor, die jedesmal gezogen werden mußte, wenn Jemand von draußen Einlaß begehrte. Wie ein elektrischer Schlag durchzuckte es Wer ner. Das konnte ja kein anderer sein, als Henmnger, denn rn der langen Zeit hätte man den kurzen Weg bis zur Calle San Martin und nach dem Gefängniß zurück bequem dreimal machen können. Mit verhaltenem Athem starrte er unverwandt nach der Thur hinüber, aber eine furchtbare Enttäuschung war es, die ihm zu theil wurde. Die da eintraten, kamen gewiß nicht. um ihn zu befreien. Er erkannte den betrunkenen Offizier, der vorhin die Erecution befehligt, und dem sich inzwischen noch ein anderer, nicht minder elegant und theatralisch aufgeputzter Kamerad angeschlossen hatte. Hinter ihnen aber wurden zwei barfüßige, zerlumpte Soldaten sichtbar, die schweißtriefend einen großen Kasten schleppten. Auch wenn Werner noch im Zweifel darüber gewesen wäre, was diese Kiste enthielt, würden ihn schon die ersten, weithin vernehmlichen Worte des uniformirten Henkers mit nur zu grausamer Deutlichkeit davon unterrichtet haben. veraus Mlt den schu tigen Aevoiu tionären!" schrie der Offizier, wir haben Patronen genug, um sie vom Kopf bis zu den Füßen mit Kugeln zu spicken." Langsam und verdrossen stellten q die Soldaten der blutbespritzten Mauer gegenüber auf. Die Gefangenen, die stch's inzwischen nach Möglichkeit auf dem gepflasterten Fußboden ihrer Zelle bequem macht hatten, richteten sich schweigend auf; die Thür wurde geöff- ' . . , .it..... net. und der elve orporai, mn oem Werner vorhin unterhandelt hatte, erschien auf der Schwelle. Vorwärts! Macht euch fertig!" rief er in barschem Tone den Gefangenen zu. Dann aber sich an den zungen Deutschen wendend, fuhr er sehr höflich und mit einem Anfluge artiqen Bedauerns fort: Es ist vorbei, Senor! Ihr Freund ist offenbar vernünftig genug, sich nicht in eine Sache zu mischen, die ihm nur Ungelegenheiten verursachen könnte. Es thut mir leid, aber ich hatte Ihnen im Vorhinein sagen können, daß es so sein würde. Jetzt läßt sich in Ihrer Angelegenheit leider nichts weiter machen." ' (Fortsetzung folgt.) Inder traurigsten Lage mach man oft die besten Witze. .
Kür die Küche. Coteletten in Wein. Marr ni.Mt schöne Kalbscoteletten, entfernt Haut und Sehnen, stutzt sie zurecht, salzt 5e und bestreut sie leicht mit Mehl. Dann brät man sie auf jeder Seite je drei Mmutcn, gießt zwei GläserRheinwein an, bestreut die Stücke mitKapern und dämdft sie langsam eine Viertelstunde. Man richtet die Coteletten zierlich an, verdickt die Sauce mit Kartoffelmehl, daS man kurze Zeit damit kochen läßt. Tomate n-M ayonnaise. Ein halbes Dutzend schöne große Tomaten werden geschält. Mit einem Messer schneidet man nun oben ein Stück heraus. Nun bereitet, man die Mayonnaise und füllt die Grube so voll wie möglich damit. Die Tomaten werden auf eine mit Salatblättern ausgelegte Platte gesetzt, hart gekochte, in Scheiben geschnittene Einer mögen auch rings herum gelegt werden. Die Mahonnaise. 3 rohe Eidotter, ein halber Theelöffel Senf, 1 Theelöffel Zucker, eine Priese Cayenne und ein Theelössei Salz werden so lange gut gerührt, bis es recht, leicht und dick ist. Die Schüssel, in der man die Mayonnaise macht, setzt man am besten in eine große Schüssel mit kaltem Wasser. Anfangs gießt man das Oel sehr langsam und behutsam daran, immerwährend rührend, dann aber rascher. Ein Pint Oel ist reichlich. Nachdem das Oel all: darin ist, schlägt, man die Mayonnaise noch einige Minuten lang und thut endlich einen Theelöffel Essig und den Saft einer Citrone daran. Dann setzt man sie auf das Eis, da sie kalt in die Tomaten gefüllt, werden, muß. Nindfle ischgedünstet. Man schneidet zwei bis drei Pfund Nindfleisch vom Schwanzstück in fmgerd'e Scheiben, ebenso ein viertel bis e:i; halbes Pfund rohen Schinken, doch wird in feinere Scheiben geschnitten. Man braucht einen flachen Teller vcll davon. Endlich schneidet man ncch eine Scheibe Pumpernickel oder anderes schwarzes Brot in große Stücke. Dies alles ordnet man in einen Knetzcschen Schnellbrater und begießt es mit so viel kaltem Wasser, daß es davon, bedeckt wird. Man giebt Salz hinzu, schließt den Schnellbrater und setzt ihn auf langsames Feuer, wo es 2 . Stunden stehen bleibt. Man rich:ct es dann auf einer runden Schüssel an. indem man die sehr schmackhafte Sauce darüber gießt. Gereicht wird es mit gekochten oder gebratenen Kartoffeln und Sauerkraut oder Specksalat. Es schmeckt auch kalt ganz vorzüglich, ja fast noch besser als warm. Um Schimmel an Würsten. Schinken und anderen aufzubewahrenden ??leisckwaaren vorzubeuaen oder
ihn, wo er eingetreten ist, zu beseitigen, ist nichts empfehlenswerther, als gewöhnliches Kochsalz in einem Teller nur mit so viel Wasser zu übergießen, daß eine breiartige Lösung des Salzes erfolgt. Wenn man schimmelige Würste. mit diese Salzbrei anstreicht, verschwindet der Schimmel sofort, und nach einigen Tagen überziehen sich die Würste mit überaus feinen Salzkrystallen, die jede weitere Schimmelbildung unmöglich machen. Falscher Hase. Aus einem Pfund Kalbfleisch, zwei Pfund 5)ainmelfleisch, einem guten Stück Speck, einigen Zwiebacken, zwei Eigelb und ?twas Pfeffer formt mar, nachdem alles feingehackt wurde, einen Hasen oder eirunden Kloß. Gespickt brät man ihn drei viertel Stunde im heißen Ofen. Zum Beiguß gießt man sauren Rahm zu. Dieser Braten ist bei weitem wohlschmeckender als solcher von Rindund Schweinefleisch. HammelrückenIa Kritanne, Man klopft einen recht alt geschlachteten Hammelrücken, knickt an beiden Seiten die Rippen ein, rollt sie mit den Dünnungen zusammen unter den Sältel, umschlingt diesen einige Male mit Bindfaden und legt ihn in eine BratPfanne, deren Boden mit scheibig geschnittenem Hammelfett bedeckt wurde. Man bratet den Rücken in einer Stunde gar, nur allmählich einige Tropfen Wasser zugießend, unbedeckt, um ihn recht croquant zu machen. Beim Anrichten löst man die beiden Fleischmuskeln vom Knochen, tranchirt sie in Schrägstreifen, legt diese wieder zu ihrer ursprünglichen Form zusammen, bestreicht sie mittels eines Pinsels mit aufgelöstem Liebigs Fleischextrakt und kräftigt mit demselben eine Jus, die man dazu reicht. Die Garnitur steht aus weißen Bohnen, die mit Salz, einer Zwiebel, einem Stück Sellerie in Wasser gekocht und zum Ablaufen aus ein Sieb gelegt worden sind. Nachdem man einige Zwiebeln in 3 Unzen But. ter bräunte, verrührt man mit denselben 2 Löffel Mehl, gießt etwas starke Bouillon aus Fleischextrakt, einen Eßlöffel Estragonessig dazu, kocht die Sauce klar, treibt sie durch em Sieb und vermischt sie mit den Bohnen, diese recht heiß werden lassend. Kaiserschmarn. Man rührt sechs Eßlöffel Mehl mit einem halben Pint Milch und drei Eiern, sowie ein wenig Salz zu einem Teig gut an. macht in einerPfanne reichlich Schmalz heiß, giebt den Teig hinein, läßt ihn anziehen und bäckt ihn. indem man ibn inzwischen mit der Schaufel in beliebige Stücke zerstößt und umwendet, zugedeckt goldgelb, bestreut ihn gut mit Zucker und bringt ihn mit Compott zu Tisch. ZwiebelnalsGemüse. Man schneidet die Zwiebeln und kocht sie mit Kümmel in Wasser weich wie Weiß- ' frmtf 9ur Same wird etwas von er Brühe genommen oder auch Fleisch"t. -..r.c::ru Msliitt OIUljc uuycuui unw iwjw. mit einer Mehlschwitze verdickt und das Ganze zu Rindfleisch oder Braten ge nicht. .-- - ' - 4
