Indiana Tribüne, Volume 23, Number 13, Indianapolis, Marion County, 1 October 1899 — Page 9

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rfi&4'&34;3&4 itvuuM Zier GardcroveKorv. Bon Sophie Aannee. .Ein Eilbrief. Fräulein!" rief meine die Wirthin mir entgegen, als ich von einer Proö: nach Hause kam. Ein solder Brief überrascht stets, also öffnete ich schmll. Liebe Collegm! Wo!Un und können Sie Montag auf Jhrer Durchreise nach Berlin bei mir in Nauheim als Madame Bonivard gastiren? Halbe Einnahme; es wäre mir sehr lieb. Bitte Drahtanwort, Ihr alter v. M." Das paßt ja famos, dachte ich bei mir; denn an dem letzten 9sfinV TrrtTTa TrrnfiTTsf Hsf trt (5n V W Q ß tzagementö sollte ich diese Rolle zum Abschieds spielen, und über Bad Nauheim mußte ich so wie so meine Heim reise antreten. Also hin zum Telegraphenamte, ma, komme 9 Uhr 10 Uhr Probt." Am Sonntage war die letzte Vorstellung. Morgens war Probe bis 2 Uhr, dann wurden die Toiletten für den Abend gerichtet (eö toaren außer einem Balletcostüm noch d.e andern Kleider nothig), es wurde gespielt, Gage in Empfang genommen, nach Hause gefahren, alles für die Abreise gepackt, einige Stunden geschlafen, und um 5 Uhr Morgens ging's mit dem Schnellzuge fort. Meinen Korb, worin die gute Madam Bonivard verpackt w-ar, hatte ich als Perscnengut aufgegeben, er mußte also mit . mir zugleich ankommen. Im CoupS legte ich mich müde in die Kiffen zu rück, in der Hoffnung, ein wenig schlafen zu können. In Nauheim angekommen, übergab ich meiner Freunbin, die mich erwartete, meinen Gepäckschein mit der Anweisung, sich einen Wagen zu nehmen und mit dem Korbe nach Hause zu fahren. Ich selbst fuhr mit unserem Theaterarzte, der zusällig auf der Bahn war, nach dem Hotel, in dem die Direction wohnte. Nach freudiger Begrüßung und einem kleinen Frühstück ging's auf die Probe, die um ein Uhr beendet war. Bis'dzhin ging alles gut. Aber man denke sich meinen Schreck, als ich nach Hause kam und mein Freundin mir sagte, daß m-ein Korb nicht mitgekommen sei. Das ist ja unmöglich, rief ich aus, ich selbst habe ihn doch aufgegeben, er muß da sein! Bitte., geh' doch noch ein mal zur Bahn, er ist jetzt gewiß da!" Sie ging, und ich tröstete mich mit dem Gedanken, 'daß es .nur' ein Irrthum sei.. Nachdem ich zu Mittag gespeist, streckte ich mich ermüdet auf dem Sopha aus und schlief sofort fest ein. Sophie, steh' aus er ist nicht ' da!Mit diesen Worten wurde ich unsanft geweckt. Erschreckt sprang ich auf. Der Korb ist nicht da? Ja, was soll denn nun werden, - ich Hais ja nichts Anderes bei mir, als was ich auf dem ZtiU trage, und die Bonivard will sich doch als Valleteuse photograpyiren las sen; ich kann mir . doch kein Balletcostüm auS der Erde stampfen. ' garnicht von den anderen Toiletten zu sprechen." Inzwischen ist tl drei Uhr geworden. .Wann kommt der nächste Zug aus Frankfurt?- , Drei: Uhr vierzig Minuten. Schnell entschloß ich mich zur Bahn zu fahren, natürlich m größter Auf regung, die noch durch die Mittheilung verstärkt wurde, daß der Erbgroßher zog aus Darmstadt sich im Theater angesagt hatte. Der Bahnhof war 20 Minuten von uns entfernt. Ich war in einer schauderhasten Ausregung. Der Vorverkauf war ausgezeichnet. 8er Erogrokberzog wollte in's Töea ter kommen und ich war ohne Costüme. Das Stück konnte nicht stattfinden. wenn der Korb mcht ankam. Die Col leginnen waren mir alle fremd, auch faßten mir schlecht fremde Sachen, da ich etwas in die Breite gegangen bin. Endlich war der Bahnhof erreicht Warten Sie!" Der Zug war noch nicht da. Ich eile zum Jnspector. .Um Gotteswillen. Herr Jnspector. wo ist mein Korb?" Ja, gnädiges Fräulein," antwortet er in so ruhig-em Tone, daß ich ihn hätte dafür erwürgen mögen, .der Korb ist nicht da; er Icr.n aber jetzt oder um 5 Uhr 40 Minuten ankommen." Tröstliche Aussicht ! Spätestens um 7 Uhr mußte ich in die . Garderobe, da die Vorstellung um 8 Uhr begann. Und dabei immer der .. Gedanke: Was wird der ErbZrokh-:r zog sagen, wenn die Bonivard nicht tanzen kann! Da fährt der Zug eh. zum Gepäckwagen: J$l das Gepäckstück No. 36 aus Frankfurt da?' Man immer ruhig, Freileinken sagt der Packmeister, wollen mal se hen!" Ein Koffer wird auSaeladen, j ewige Näder, eine Wiege und da v?. n l l r . tenolill) mein noro; ucu-i iuani, oa ist er ja! .Nee, Freileinken, d:r hat art andere Nummer und kommt nicht auS Frankfurt, und weiter is für hier nichts da!- Die Thüre deö .WagenS wird zugeschoben, ein Pfiff, 'und der Zug dampft ab! Meine Ge danken fangen langsam an, zu tagen. WaS sollte ich thun? Vielleicht weih die Direction einen Ausweg. Ich fahre zum Director und platze m sein Zim 'mer. .Mein Korb mit meiner G-arde jrobe für heute Abend ist mcht anoekom exn. waS fanaen wir an?- brackte ick 'in größter Aufregung heraus. .Und verErogrotzherzog will doch m's Thea "kr kommen.- So schnell deö All ivaltigen lange Beine, und er hat die Ti v?- jt. taugten, ot 7 ie geieyen, es nauo ten, sprang ti auf. .WaS.- schreit er mich an, .waS, nicht mitgekommen? Vtt Frauenzimmer machen doch nichts sISDummheiten! .Erlauben Sie .Schweiaen Sie,- fährt er mich an, aU ob er auf der Probe eine. Statisten vor sich hätte. - .DaZ ist ja zum wx

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rücktwerden, und der Crbgroßheri zog 1- Wein Gott, was ist denn hier los,- fragte die sanfte Frau Rest, aus dem anderen Zimmer kommend, ist denn ein Unglück passirt?- Die Bonivard ist unterwegs verunglückt, d:e Sophie hat keine Kleider, und ohne diese kann sie doch nicht spielen, um so mehr, da der Erbgroßherzog !" .Nur ruhig, Kinder, nur ruhig, va müssen wir überlegen, was zu thun ist. Fahrt beide zu Fräulein Krüger, die ist sicher so liebenswürdig, uns aus der Noth zu helfen und der Sophie Kleider zu leihen." .Aber die ist a lang w:e eine Hopfenstange, und Sophie ist rund wie 'ne Hügel, das ist ja unmöglich!" Wir garniren alles mit Tarlatan." t a m r r . ?i .n erwloer! rau viti im lansieuem Tone, ich hzlse. Vielleicht bringt der nächste Zug den Ausreißer auch noch mit." Ich saß. während die Zwei nach Aushilfe suchten, wie zum Tode verurtheilt da. Also nun ging's zum FräuleinKrüger. Das ist ja schreckuch," sagte sie mitleidsvoll, nachdem wir abwechselnd ihr unsere Noth geklagt, .na, wollen mal sehen." Und sie fing an, ihre Körbe und Kofser zu durchstöbern. Also zuerst können wir ein Morgenkleid von mir nehnn, welches mir sehr weit ist sie mustert mich mit kritischen Blicken. Nur zu, denke ich, mir ist alles gleich. .Bitte, ziehen Sie es einmal an, Fräulein." .Ja, aber der Director " Ich gehe so lange raus!" Großes Stillschweigen. .Paßt es?" ruft der Director ängstlich durch dieThür. Na, es geht, d:e Hauptsache ist das zweite, das Balletccstüm," meint Fräulein Krüger überlegend. Ja, das ist die Hauptsache. .Ihre hohen gelben Lederstiefel müssen Sie zu diesem Costüm anbehalten, denn Balletschuhe habe ich nicht. Wir nehmen einen kurzen wei ßen Atlasrock aber die Taille?" wieder dieser kritische Vliä .ja. was machen wir da? Halt, ich habe eine rosa seidene Tricotuntertaille, wenn wir die .Um GottesioiUen, das geht ja nicht," rufe ich entsetzt aus, .wenn der " .Natürlich geht es." ruft der Director durch die Thürspalte, .der rosa Tarlatan wird darüber drapirt!" Na, denn also! .Als drittes Costüm wird das Morgenkleid wieder angezogen, aber nun das Reisekleid !" Weder der kritische Blick. Ein pensöeseidenes, halbmodernes Kleid mit Schleppe und halblangen Aermeln wird endlich als das passendste er wählt. Der Rockschluß vaßte nicht, die Taille war viel zu eng, so daß ich mich nicht rühren konnte; aber in der Noth ist man nicht wählerisch die seidene Ballayeuse wurde unter dem Rock herausgerissen, und damit sollte alles" verdeckt werden! Plötzlich sehe ich nach der Uhr. .Director es ist schon viertelsechs, schnell fahren Sie zum BahnHofe, vielleicht ist der Korb da!" Eine bange halbe Stunde vergeht. Nichts ! ! Also der Erbgroßherzog mußte sich mit gepumpten Kleidern zufrieden geben. Die Sachen werden in ein großes Tuch geschlagen, und ich fahre nach Haus:. Ich weiß nicht mehr, wie ich angezogen wurde, ich lieh mich schmücken wie ein Opferlamm. Wenn auf der einen Seite die Steck nadeln und der rosa Tarlatan ihre Schuldigkeit, thaten, riß auf der an deren Site wieder alles auf, und dabei mußte der Balletumzug in zwei Minuten vollendet sein. .Sind Sie fertia. Fräulein?" wird gerufen. .Ja," klang es todesmuthig zurück, und .Auf in den Kamps" sang tcb mit Galgenhumor. Um Gotteswillen, ich glaube der Rock rutscht, ich kann mich nicht umdrehen, flüsterte ich dem Director zu, als ich im Balletcostüm erscheine. .Nee, es sitzt noch aU les, nur muthig weiter. Ich tänzele unter Todesqualen, bald an den fallenden Rock denkend, bald pickt durch die Unzahl Stecknadeln. Endlich tanze ich spanisch ab unter allgemeinem Ap plaus. Ach daS Publikum ahnte nicht, daß dieser wie Hohn m meinem ugr klang. Endlich kam die Erlösung, daS Stück war aus! Ohne mich um irgend etwas zu kümmern, schlich ich '. m rr i 1 nach Hause; otzne zu uno zu irrn ken. aina ich in's Bett. Nur ein Gedanke tröstete mich: .Trotz alledem hast Du vor 'dem Erbgroßherzog gespielt, und nun ist alles vorüber. Die stacht träumte ich nur von Körben in unendlichen Dimensionen. Beim Erwachen fiel mein erster Blick auf meinen Korb, der mitten tm Zimmer stand. Der Jnspector ließ mir sagen, daß man ihn statt nach Bad Nauheim, nach Mannheim gesandt hatte, und von dort wäre .Morgens m aller Frühe ange kommen. Traurig besah ich die Klei der und dachte: Ach hätte der Erbgroß herzog Dich darin gesehen ! ! Gegen Mlttaz kam der Director, sich nach meinem Befinden zu erkundigen. Danke der Nachfrage, sagte ich, .so ziemlich. Aber sagen Sie mir vor alken Dinqen. waS machte denn der Erbaroßherzog für ein Gesicht gestern Abend?" Der Erögroßherzog? Der war garnicht im Theater ! l" erwiderte er lachend. Der zehnte Stuhl. ko Heinrich Le. .Thomson! Na, wieder aUrignt?" sagte der Agent erfreut, als plötzlich Thomson wieder in sein Bureau trat. Thomson sah noch etwaS blaß auS. Er hatte acht Wochen im Krankenhause gelegen, in GipS. Er hatte Malheur gehabt, er hatte sich .wehgetban", wie der Artist sagt, wenn ihm etwaS zustößt, daß er davon inS Liegen kommt. Als .Brotherö Thomsonhatten er und ein College zusammen Parterrearbeit gemacht Thomson als .Obermann". Bei einem Doppelsalto auf die Schulter dieses seines Untermanns war er falsch gelandet, gestürzt und hatte sich dabei den Schenkel verletzt. Jetzt war er also wie der beraestellt. WeniaÜenS so gut wie

Hergestellt. Nur im Knöchelgelenk ,'in

der Sehne war noch eine Schwäche zurückgeblieben. .Dann warten Sie doch noch!" sagte der Agent. Thomson lachte. Warten! Er hatte eine schwindsüchtige Frau und ein zweijähriges Kind. Im Krantenhause war sein letztes Geld darauf geganzen. Er mußte wieder anfangen und zwar sofort! Uebrigens sprach er mcht englisch, sondern deutsch. Thompson war nur sein Cirkursname. Parterrearbeiter, namentlich Springer, 'sind fast immer Deutsche. Es handelte sich also um ein sogleich anzutretendes Engagement. Nur noch ein paar Tage Probiren" das heißt Ueben und Thomson war vollkommen wieder üt. Er wollte wie früher wieder allein" gehen. Um sich wieder mit einem Collegen zusammenzuthun, dazu war, weil man sich erst mit einander einzuaroe:ten hatte, keine Zeit. Er wollte also wieder als Springclown gehen. Naturlich nur m em erstes Geschäft. ! Das ist rech blos die Eitelkeit bei Ihnen, Thomson", sagte der Agent firTT rrtrrf hnrft tritt V r n .tuiti wiv mtuy uvxf uitt Vfeii Geschäften zufrieden. Dort ist doch blos noch die Pantomime was. Denken Sie denn, die machen sich was aus Ihnen? Da hab ich die Ferrons gehabt, es sind die besten Reiterinnen der Welt und haben den Namen. Bor zwanzig Jahren hatte Renz noch wer weiß was für sie gezahlt. Heute fragt Niemand nach ihnen wenigstens dort nicht, weil das Publikum nicht danach fragt. Und das sind doch noch Weib:? und dakei brillante Crsche nua. gen. Ich wurde Ihnen überhaupt dorschlag:n, in kein Geschäft mehr, sonoern ln's Banete zu gehen. Wenigstens ist die Sage doch noch besser." Das ging selbstverständlich nicht. Thompson war eben vorläufig allein. Zum Variete hätt er noch mindestens einen Collegen gebraucht. Der Ageni blcitterte in einem Buch. .Wie wär's mit Schneider?" fragte er. .Der hat doch ein Tent!" Allerdings. Schneider war nur ein herumziehender großer Zeltcirkus. So etwas paßte Thomson nicht. Er bildete sich nun einmal ein, daß er für ein Tent zu gut sei. Hätten Sie noch drei Tage Z-it?" fragte endlich der Agent, .wenn Sie wollen, geb ich Ihnen einen Vorschuß!" Drei Tage konnte Thomson allenfalls noch warten. Für den Vorschuß dankte er indessen. .Ich werde also telegraphiren. Bleibt Ihre Nummer so?" Der Agent meinte Thomsons alte und in Artistenkreisen wohlbekannte Sensationsnummer. .Ja," erwiderte Thomson. Haben Sie noch ein Litho?" Thomson zog aus seiner Brusttasche eine zusammengefaltete große buntfarbige Lithographie hervor, worauf er mit dieser seiner Nummer abgebildet war. Zehn Stühle standen hintereinander gereiht und Thomson flog im Rückwärtssalto über die ganze Reihe hinweg. Sehr häusig läßt sich der Artist auf seinen Lithos in Uebertreibungen ergehen, und die daraus illustrirte Nummer ezistirt nur in der Phantasie. Was Thomson jedoch versprach, das hielt er. Zehn Stück?" fragte der Agent. J.Der Agent behielt das Litho da, und Thomson verabschiedete sich vorläufig. Thomson wohnte mit seiner Fami Ire charnbre garni. AIS er nach Hause kam. saß seine ZZrau, das Kind auf dem Schooße haltend, am Fenster. Sie hatte ihn schon kommen sehen. Thomson erzählte, daß er in drei Tagen Bescheid erhalten würde. -Er nahm sein Kind auf dcn Arm und küßte es. Frau Thomson hustete. Bekomm' ich Vorschuß", sagte Thomson von Lißmann wollt' ich keinen nehmen, obwohl er nur welchen angeboten hat dann geschieht, was der Arzt gesagt hat. . Dann reist Du nach Italien, gleich, noch bevor es kalt wird..Wenn eö dazu reicht," erwiderte Frau Thomson sanftmü'thig. Ich geh' dcch nur in ein ersieS Ge. schäft und mache meine alte Nummer wieder auf," entgegnete Thomson bestimmt .Lißmann hat mir dummes erzählen wollen. Wenn ich die alte Nummer wieder aufmach', sie ist jetz wieder so gut wie neu, bekomm' ich auch die Gage danach. Dann wird ek tUz .imbjujm r-'h D'l." Me? Dem Fuß! Fr ist zu d:? 5cummer doch noch zu schwach!.Schwach! Er schmerzt blos noch. etwaS. Darauf kommt's'nicht an. Sieh mal, wie sie sich freu!!". Thomson meinte sein Kind. ES war ein Mädchen. Er hielt es 'hoch in die Höh', und daS Heine Ding jauchzte vor Lust. . .Sie wird zu wild.' Nachher schläft sie nicht," sagte Frau Thomson, und ihre Augen leuchteten in Mutter glück. Drei Tage später hatte Thomson sein Engagement. Genau eins, wie er es 'sich gewünscht hatte. Der Agent sagte. Thomson hätte eben ein riesiges Glück. .Drei Monate. Den Monat 600 Francs. Eontrakt nach dem Probeabend!" Thomson reiste mit seiner Familie ab. Am nächsten Morgen bei der Vormittagsprobe stellte er sich seinem neuen Herrn vor. Er hatte, bevor der Direktor Notiz von ihm nahm, ein wenig zu warten. Der Direktor hatte gerade mit einem Dferde an tbun. .

" .Ach "so," sag, er dann .der sind Sie! Ich hab' ie schon für morgen auf den Zettel gesetzt. Selbstverständlich haben Sie auch Stallmeisterdienste zu thun und überhaupt, sobald es nöthig ist, überall mitzuarbeiten, DaS paßt Ihnen doch?" Gewiß das verstand sich von selbst. Der Direktor nickte und wandte sich mit seinem blitzenden - Cylinderhute und den Peitschen, die ihm der Stalldiener reichte, wieder dem Pferde zu. An den zwei folgenden Nachmittagen war Thomson in der Manege und probte. Die Stühle, die er dazu benutzte, waren handfeste, weißlackirte Holzstüh le, Wie sie in jedem Geschäft in Bereitschast stehen. Der Schmerz im Knöchel ließ noch

nicht nach. Wer Thomson in feinen guten Seiten sah, bewunderte ihn. Sein Sprung schien weder Ansatz noch Abstoß zu haben. Seine Elevation war wie ein Fliegen des Vogels. Jetzt mit dem frisch kurirten Fuß hatte er Mühe. Erst nach und nach war ihm die alte Nummer wieder gelungen. Bis zum neunten Stuhle ging eS gut. Der zehnte erschöpft: ihn vollständig. Thomson's Nummer gab sich als .komisches Cntree". So stand es auch auf dem Zettel. ' Als Thomson am Vormittag im Stallgange den Zettel hängen sah, erschränk er. Kurz vor seiner Nummer war ein Charivari angesetzt, eine En-semble'-Nummer für sämmtliche Clowns ihn also mit. Auch beim Charivari hatte er zu springen. Sonst, wenn sein Fuß ganz gesund war, hätte es ihm nichts gemacht. Jetzt bedeutete es einen schweren Abend. Frau Thomson wohnte der Vorstellung bei. Sie saß xnten ganz vorn auf der ersten Bank, der Künstlerbank. Sonst, seit das Kind da war, kam sie nur selten in die Vorstellungen. DaS Charivari war vorüber. Es kam jetzt Mr. Thomson, das neue komische Entree. Oben in seine Loge trat der Direk, tor ein. Frau Thomson sah zu ihm hinauf. Die Stallmeisterterrasse an de: Postenthüre öffnete sich zu einer Gasse für Mister Thomson. Mister Thomscn hatte gleich Erfolg. Das Komischsie an ihm waren, als er mit dem Stallmeister, der ihn empfing, jetzt ins Gespräch gerieth,, seine Augen besonders, wenn er damit zwinlerte, wobei sich seine Stirnhaui bis unter den weißen Spitzhut auf seinem Kopfe schob. Nicht nur daS Publikum, auch die Terrasse lachte mit. Selbst über das sonst immer unbewegliche, steinerne Gesicht des Direktors ging ein Lächeln. Dann wurden Stühle gebracht und Mister Thomson fing an zu springen. : Immer . mehr Stühle verlangte er erst sprang er im Vor-wärts-, dann im Nückwartsfalto darüber. Bei jedem neuen Stuhle wuchs der Beifall mehr. Noch einen!" sagte Mister Thomson. Es war der zehnte. Das Publikum jubelte. Mister Thomson schnitt eine Grimasse eine Grimasse, über die sich Frau Thomson eigentlich wunderte. weil sie diese Sorte von Grimasse noch in keiner Vorstellung von ihrem Mann gesehen hatte, weil sie ihr etwas völlig neues war dann sprang er. Erst wieder vorwärts. Ein ganzer Orkan durchdröhnte das Haus. Beim Landen hatte Mister Thomson den letzten. den zehnten Stuhl etwas gestreift, aber er war noch herübergekommen. Das ist noch nicht schwer, Mister Thomson." sagte der Stallmeister in seiner Rolle aber rückwärts!" Rückwärts! Rückwärts kann ich auch!" erwiderte Mister Thomson. Er machte dieselbe Grimasse zum zweiten Mal. Dann setzte er wieder an. und als Thomson spranq, dachte er, soweit ihm Ut stechende Schmerz im Fuß daS Denken möglich machte, noch inen Moment vorher an sein Litho, an den Direktor, der ihm obcn auS der 5!ooe zusah, an den Contrakt, der noch nicht abaeschlcffen war. an seine dort sitzende Frau, die nach Italien mußte vielleicht auch an sein Kind, daS fonit . ohne Mutter weiter leben NiUßte. DaS Vublitum schrie auf. Im Nu s!ürzte vaö Stallvolk hinzu. Mister Thomson lag am Boden; neben ihm, daS obere Lehnstück herausgebrochen, der letzte Stuhl. Auf diesem Lehnstücke, etwas zu kurz, nur um einen Centimeter,' war Mister Thomson gelandet. Erst zwei Tage spate? starb er, im Hospital. An einem Bruch der Wirbelsäule, wie die Aerzte constatirten - erz,ge Mutter. Wa rum können Sie Ihr Söhnchen nicht leiden?" Ach. der Vengel ist mit. ten in derSaisok zur Welt gekommen; mindestens ein Dutzend Bälle konnte ich seinetwegen nicht mitmachen.'.Darum. Köchin: Warum sperrt sich denn die Gnädige immer ein? Zimmermädchen: Am Sonntag kommt der Herr Baron und hält um die Hand desFräuleins an, und da übt sich die Gnädige einstweilen im Segen ertheilen!" Guter Rath. Tochter: Ach. Mama, ich glaube, ich würde in Ohnmacht fallen, wenn mir ein junger Mann einen Heirathsantrag machte.Mutter: Dann vergiß aber um Sotteöwillen nicht, vorher noch schnell .Ja-zu sagen.--Verrathen. Polizist: Wie heißen Sie?- Bettler (schweigt). Polizist: Ich frage, wie Sie heißen?" Bettler (schweigt). . Polizist: Sind Sie taubstumm,, daß Sie nicht antworten?- Bettler: .Stumm nicht, aber taub.- . .. .

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