Indiana Tribüne, Volume 23, Number 13, Indianapolis, Marion County, 1 October 1899 — Page 7

Jane Srifsit. Won Rodbv Jones. ' Donnerwetter," sagte John Taylo? und setzte sich halb aus; denn bisher hatte er im Lehnstuhle nur so geräkelt und seine Füße auf den Stuhl vor sich gelegt. Donnerwetter sagte er und Donnerwetter" sagte auch Jim Holley den ihr ja kennt. Und Donnerwetter" hätte auch ich gesagt, wenn ich zufällig dabei gewesen wäre, als Jane Griffit von der kei. ner von beiden wußte, daß sie Jane Griffit sei an ihnen vorüberkam. Jane Griffit war nämlich das famoseste Mädel, das ihr Euch denken könnt. Hübsch wie . . . na, denkt Euch das hübscheste Kind, das ihr kennt, und noch ein bischen hübscher dazu. Augen wie .... Donnerwetter, die Augen! Die Augen, als sie jetzt herübersahen zu Taylor und Holley, und das Näschen .... By Jove" rief Holley. wenn d i e nur wollte, die nähme ich auf der Stelle zur Frau." Hatte Jane Griffit den Ausruf gehört, oder hatte sie's nicht? Genug, im selben Augenblicke war's, als wollte sie stehen bleiben, aber nein, nur einen Augenblick schien's, dann ging sie weiter, blickte auf Holley zurück, maß ihn Von oben bis unten und lächelte dann vor sich hin. Ein Lächeln, das Holley allerdings nicht mehr sah. Ein Commissär ging zwei-, dreimal prüfend an Jim und an John vorbei. Hm," sagte er langsam auf Jim Holley zutretend, Sie werden's wohl sein. Hübscher junger Mann .... ja, nun es geht. Gelbe Schuh . . . stimmt .... stimmt zwar bei Ihnen auch . . und er sah sich den anderen an .... aber nein .... Anzug gelb . . . Nanking .... Mütze blau .... Sie sind'Z .... sonst wär es der andere Herr . . . aber ... die Mütze .... die Mütze ist blau .... darum sind Sie's." Wer zumHenker soll ich denn sein?" fragte Jim halb ärgerlich, halb belustiat. Wer denn sonst als der Herr, für den ich einen Auftrag habe .... jawohl .... wer denn fönst ... und zwar" und er blinzelte schlau, einen Auftrag ... na .... ich gratulire .... unsereins .... nein, unsereins kommt so was nicht zu . . . unsereins nicht . ." Und worin besteht Dein Auftrag, ehrlicher Meergreis?" In einer Dame. Jawohl .... ein Mädel ... na ... ich versteh mich auch noch daraus . . . (Sn Mädel . . . und ich soll Sie fragen, ob Sie kommen wollen oder nicht." Verrückt. Wird mir einfallen, zu jedem izbeliebigen Mädel zu gehen, wenn ich nicht weiß, wer sie ist. Hat sie nicht ihren Namen genannt?" Nein .... das that sie nicht. Sie sagte nur, die Herren hätten sie eben erst gesehen .... eben erst, als sie an Ihnen vorbeikam."

Donnerwetter!" sagte John Taylor, als fiele ihm plötzlich etwas ein, und Donnerwetter!" sagte auch Holley, wär es denn möglich?!! ... aber nein .... nein . . . nein. Sag mal . . . wie sah sie denn aus?" Hm . . . zum .... zum Anbeißen, Herr. Matrosenkleid, Stockschirm ... flotte Gestalt .... blond .... Augen .... oh Augen . . . und " Sie ist's," sagte Taylor. Sie ist's ganz entschieden," sagte Holley. Da gehen wir hin." Wir?...." Nee ...." sagte auch der Commissionär, Sie nicht. Nur der Herr. Sie sagte ausdrücklich: Wenn aber der andere Herr auch mit will, dann soll gar Keiner kommen. Sagen Sie das," und ich sag's jetzt." Siehst Du " meinte Holley lachend. Ach was," brummte Taylor, Du hast immer das blödsinnige Glück." ' Also, wo ist's?" Fünfte Avenue, No. 37." Well. Da . . . ." und er gab dem Alten ein Geldstück. Der steckte es ein und Danke" sagte er, aber bezahlt bin ich schon." Vor dem Hause Fünfte Avenue No. 37 hielt der Wagen und mit einem Satze war Jim Holley raus. Wo ist sie?" Nirgends zu sehen. Aber ein junger Mann, der aussieht wie ein Clerk, tritt auf ihn zu. Die junge Dame erwartet sie oben. Bitte, folgen Sie mir." Ich .... Ihnen? Ja, wer sind Sie?" John Philipp Ansler, Schreiber bei Philibert Smith, dem Notare hier oben." Dem Notare? was habe ich ... ich suche eine Dame. . . ein Mädchen. . . ." Die Dame ist oben, ich sagte es schon." Und will mich . . . Aber einerlei, ich gehe.". . Mr. Smith," meldete der Schreiber, der Herr mit der Mütze ist da." Ah, lassen Sie ihn herein." Und Jim Holley trat ein. Junger Mann," sagte Mr. Smith, nehmen S'e Platz. Junger Mann," wiederholte, er -dann, Sie haben Geschmack. D'.e Dame ist bereit, Sie z hcirather? W:k-e Dame?" rief Jim ganz erschreit und sprang auf. ' , Litte, bleiben Sie sitzen. Die Dame ist, wie gesagt, bereit, Sie zu heirathen'. Sie nimmt Ihren Antrag an oder vielmehr, sie nimmt Ihre Erklärung zur Kenntniß und ist bereit, die Ehe mit Ihnen zu schließen." Gestatten Sie mir, daß ich kein Wort von dem, was Sie sagen, verstehe." entgegnete Jim. Thut mir leid. Thatsache ist, daß Sie dem Fräulein Jane Griffit, Tochter des sehr ehrenwerthen Mr. John

Griffit und seiner ehelich angetrauten Gattin Mary Griffit geborenen Camp die Ehe versprochen haben, wie Sie sich wohl erinnern werden." Keine Ahnung. Ich höre den Namen der Dame zum ersten Mal." Stimmt, junger Mann, stimmt vollkommen. Trotzdem aber ist die Sache all right. Sie werden sich erinnern. daß vor zweiundzwanzig und einer halben Minute pardon, nein, es sind jetzt dreißig, ein junges Mädchen an Ihnen vorbeiging." Jawohl. Ein bildschönes Mädel." Und Sie werden sich auch erinnern, was Sie, als die Dame vorbeiging, da sagten." Ganz recht, Donnerwetter" sagte ich." Das war aber, bitte, nicht alles. Sie sagten auch: wenn die nur wollte, die nähme ich auf derStelle zur Frau." Allerdings." Gut denn. Da diese Dame nun will, sind Sie natürlich an dieses vor Zeugen gegebene und hier vor mir in meiner Eigenschaft als Notar wiederholte und anerkannte Versprechen gebunden." Unsinn." So sehr gebunden, daß. wenn Sie was möglich ist, anderen Sinnes geworden sein sollten Miß Griffit mich beauftragt hat, die Klage gegen Sie wegen gebrochenen Eheversprechens umgehend anhängig zu machen." Donnerwetter! und Und Sie verlieren die Sache, verlassen Sie sich darauf." Ja aber . . ." Junger Mann, ersparen Sie sich das Aber. Hören Sie auf meinen Rath: heirathen Sie das Mädel." Aber ich . . ." In diesem Augenblicke aber ging die Thür aus und in der Thürfüllung zeigte sich, wer? Sie. Frl. Jane Griffit. Schön, reizend, entzückend und . . Wo haben Sie den Ehevertrag." rief Jim. Hier." Nun fage mir aber einmal, wie kommst Du auf die tolle Idee?" fragte Jim, als er mit dem Mädel getraut war. Sehr einfach. Es kam wie ein Blitz. Ich klammerte mich an Ihr Wort ..." Sage Dein Wort" ... An an Ihr Wort wie der Ertrinkende an den Strohalm.' Ich sollte morgen nämlich die Frau eines andern werden, den ich nicht liebte, den ich nie lieben können werde! Da fiel Ihr Wort. Sie kannte ich nicht ... aber ich sah Sie an. Sie gefielen mir. Sie können einem gefallen. Nun gut. Es war wie ein Fingerzeig von oben. Nimm ihn beim Wort. Und ich that's." Oh... und jetzt?" Jetzt sind wir verheirathet. Well. Wer kann mich jetzt zwingen, den anderen zu nehmen. Papa, der wird Augen machen . . ." Gehen wir denn zu ihm?" Na gewiß. Wohin denn sonst?" Ich ... oh ... ich dachte zu uns . . . zu. ... zu mir?" Zu uns? O nein. Wir sind ja nur verheirathei und erst . . ." und sie sah zu Boden und nestelte an der Quaste ihres Stockschirmes, erst müssen wir uns doch kennen lernen. Nicht wahr?" ...

Humoreske ton Adolf Flachs. Miß Minnie Darling, Doctor der Psychologie, saß in ihrem Studirsalon nachdenklich rauchend auf dem Divan und blickte dabei beharrlich in den großen Wandspiegel, der über dem Studirtisch hing. Da pochte es an der Thür. Herein!" rief Miß Darling und legte die kurze Pfeife auf das Tabouret. auf dem ein Aschbecher, eine Puderschachtel, ein PäckchenStreichhölzer, ein Fläschchen mit Parfum und eine Tabaksdose in reizender Unordnung umherlagen und -standen. Miß Minnie Darling." sagte nach höflicher Begrüßung der eben erschienene Mr. Jway kaltblütig, ich bitte um Ihre Hand!" Oh! So?" machte Miß Minnie. Der junge Mann machte sich aber garnichts daraus, daß die junge Dame scheinbar so gleichgiltig Oh! So?" gemacht hatte und fuhr fort: Wir kennen uns jetzt" er zog die Uhr heraus genau 3 Jahre, 7 Monate, 5 Tage. 4 Stunden, 37j Sekunden das genügt. Also ja oder nein?" Bor Allem, Mr. Jway. nehmen Sie gefälligst an dem Tisch dort Platz und tragen Sie Ihre Personalien in jenes Buch ein." Mr. Jway setzte sich an den Tisch, las Register der Heirathsanträge" und füllte hierauf in dem Buche die Rubriken, und zwar ad No. 1135, gewissenhaft aus. Also, Miß Darling, Sie haben wirklich bisher 1134 Körbe ausgetheilt?" Ja, Mr. Jway. Keiner wollte oder konnte die Liebesprobe bestehen." Welche?" Bitte, nehmen Sie vorerst Platz hier, neben mir so Eine Pfeife gefällig? Oh, Sie rauchen nicht! Nun, hören Sie! Ich habe einen Haß gegen den Buchstaben S, aber nur dann, wenn ein anderer ihn ausspricht ich selbst verwende ihn sogar ganz gern. Nun sehen Sie mich an, als wäre ich verrückt. Bin's wahrhaftig nicht, bin blos Psychologin, Autopsychologin. Sie wissen doch, es gibt Idiosynkrasien gegen Aepfel, Schwiegermütter, Wasser u. s. w. Die meine entstand vor etwa sechs Jahren. Da machte mir ein alter. Widerlicher Herr einen Heirathsantrag es war das erste Mal, daß um mich gefreit wurde dieses alte Haus

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mir recht unangenehm in die Ohren klang. Seither ist bei mir der Widerwille gegen diesen verd Confonanten immer großer geworden. Denn jetzt macht er mich geradezu nervös. Und bisher haben, wie das Buch beweist, 1134. pardon 1135 Herren um meine Hand angehalten. Ich weiß, keiner hat mich, alle haben meinen Reichthum geliebt und dock wollte kein einziger sich das S abgewöhnen, keiner wollte es auch nur ein wenig versuchen, ob er die Liebesprobe bestehen wird o Gott, wie unpraktisch sind doch die junzen Männer von heute! Also, mein Freund, Bräutigam, beziehungsweise Gatte muß sich durch Vertrag verpflichten, in meiner Anwesenheit unter keinen Umständen den ominösen Eonsonanten über die Lippen zu bringen' Miß Darling, leicht ist das aber nicht." Gewiß nicht; aber ein Beweis großcr Aufopferungsfähigkeit wäre es doch." Erlauben Sie, ich würde mich zu einem Versuche entschließen, wenn es sich um einen anderen Buchstaben handelte. Etwa X, Z oderK! Aber gerade das S. das ich so sehr liebe es liegt etwas von Musik darin bald ein angenehm sanft surrender, teld ein energisch rasselnder Ton." Mr. Jway. und ich hasse gerade diesen Buchstaben. Leise, zart ausgesprechen erinnert er mich an das Summen einer zudringlichen Fliege; und Wird er scharf hervorgestoßen, so ist es, als sause ein Säbel durch die Luft! Brrr! Für mich liegt einmal etwas Unangenehmes, meine Nerven emPfindlich Schmerzendes in jedem S, das ein anderer ausspricht. Und wer mich liebt, muß die couditio siuo qua non annehmen, ich bin einmal psychologisch so veranlagt." Eine Weile herrschte vollständige Stille im Studirsalon; nicht einmal das leiseste ließ sich hören. Miß Darling brach zuerst das Schweigen. Mr. Jway, ich nehme Ihnen hiermit das heilige Ehrenwort ab. daß Sie von dieser meiner Eigenheit, sagen wir selbst: Schrulle, keinem Menschen einSterbenswörtchen sagen. Sie sehen. Ihre 1134 Vorgänger haben ihr Wort auch gehalten, sonst wüßte man davon etwas in New York." Der junge Mann versprach ihr ds und meinte schließlich, er wolle es versuchen, ob er auf das S werde verzichten können. Miß Darling war zufrieden. Drei Wochen später waren sie Berlobte. Der Bräutigam konnte bereits ziemlich flüssig ohne S sprechen; hier und da stockte er freilich und half sich durch mimische Bewegungen. Das Opfer, das der Bräutigam brachte, rührte die Braut und erwarb ihm deren volle Liebe. Die beiden Brautleute schlössen schon jetzt einen Vertrag ab. der unter anderem folgende Bcstimmungen enthielt: Mr. Jway verpflichtet sich, an Miß Minnie Darling, seine jetzige. Braut und binnen 14 Tagen legitime Gattin, aus seinem eigenen Vermögen eine Conventionalstrafe von je 100,000 Dollars für jedes K, das er ausspricht, zu entrichten; dagegen verpflichtet sich Miß Darling an Mr. Jway die Conventionalstrafe von 500.000 Dollars in dem Augenblick zu bezahlen, da sie ihn zum erstcnMale auffordert, denBuchstaben tf wieder in Verwendung zu nehmen." Das New York der guten Gesellschaft war über das zärtliche Verhältniß, welches zwischen diesen Brautleuten bestand, außerordentlich erstaunt. Es gibt also auch außerhalb derBühne und der belletristischen Literatur wirkliche, wahre Liebe? Am meisten Verwunderung erregte Mr. Jway, den man als einen sonst ganz normalen Menschen kannte. Im Rathhause fragte der Beamte: Mr. Jway, Sie sind also willens, Miß Minnie Darling zu heirathen?" 'e A. ... Was heißt das? Warum sagen Sie nicht ordentlich Yes!? Also?" Ve " A. , . . . Mr. Jway," versetzte gereizt der Standesbeamte, ich gebe Ihnen zu bedenken..., also, bitte, sagen Sie Yes . . ." Darf nicht!" replizirte Mr. Jway. Ach Unsinn!" rief Minnie nun ungeduldig und unmuthig dazwischen, für dieses Mal entbinde ich Dich der Eonventionalstrafe!" Oh. Minnie, mein Darling!" jauchzte Jway, ich danke für die halbe Million. . . ." Ja, ja.... ''aber sprich doch endlich einmal das Yes" aus!" Nicht hier, nicht vor den Beamten überall, nur nicht jetzt und nicht hier. Nun habe ich eine halbe Million gewonnen und nun verzichte ich auf die Ehre, Ihr Gemahl zu werden." (Jocd bve," schloß Mr. Jway und ging mit langen Schritten und glückstrahlend fort. Miß Minnie sandte ihm einen bösen Blick, dann eine Revolverkugel nach, keines von beiden richtete einen Schaden an: dann fiel die Geprellte ohnmächtig dem Standesbeamten in die Arme Unliebsame Sparsamkeit. Junge Frau: Nun sollst Du mir noch einmal sagen, daß ich verschwenderisch bin, Männchen! Heute habe ich von denSalzhäringendasSalz abgethan und es zum Salzen der Fleischbrühe verbraucht." P e ch. Sumpfmeier (spat am Abend aus der Kneipe kommend): Herrgott, grad' heut', wo ich einmal nüchtern bin, muß meine Alte schla-fen!"

I

Die Lavendcr-ßye. Sßon Otto Jul. Bierbaum. Sie war klein und schmächtig und hatte ganz hellblaue Augen, so hellblau, wie an Vorfrühlingsabenden manchmal der Himmel ist, viel Sehnsucht ist in solchem Blau. Und eine zage Stimme hatte sie, richtig noch die Stimme eines kleinenMädchcns, das so schreckliche Angst vor dem Schullehrer hat und doch so artig ist eigentlich zu artig. Und ihre Bewegungen waren gleitend, unhörbar beinahe, wie wenn sie immer fürchtete. Jemanden zu stören. Sanft schmiegtc sich ihr in zwei glatten Scheitelhälften das aschblonde Haar um Stirn und Schläfe. Regelmäßig war ihr Gesicht, klar und deutsch, mit viel Gemüthshauch, der sich nicht schildern läßt, und mit wenig scharf sprechendem Geist, den man aber nicht vermißt bei solchen Engelsköpfen. Ihr Augenaufschlag war das Merkwürdigste an ihr, wie ein in den Himmel gerichtetes Gebet voll tausend Ach's der Demuth sah es aus. Ihr Großvater hatte das Richtige mit ihr getroffen: Kleines, liebes, dummes Veilchen" nannte er sie bis zu ihrem fünfzehnten Jahre, dann Fräulein Veilchen" und schließlich Madame !a Violette", als sie geheirathet worden war. Ja: worden war, denn sie hätte es sich doch gewiß nie unterstanden, ihn zu heirathen, ihn, den jungen Meister", den Alle bewunderten, dem die Welt lauschte und den sie anbetete! Aber er hatte sie geheirathet, wirklich ja, wie war denn das möglich? Sie hatte es kaum begriffen. Er hatte sie geheirathet! Wie ein Gnadenstrom vom Himmel war es über sie gekommen, als er sie eines Abends gefragt hatte, ob sie seine Frau werden wolle. Sprechen darauf? Ja" sagen? Oh. oh: sie hatte nur geweint und war hinausgerannt aus dem Zimmer, in die Küche hinaus, sie. in ihrem Spitzenkleide, zur dicken Resi, die sie sonst kaum sah, und hatte geschluchzt und gejauchzt. Und wirklich, er hatte um sie angehalten, und Papa, der Herr Professor, hatte nichts dagegen, denn er war ja ein großer Künstler, und sie, sie betete ihn ja an. Man brauchte sie gar nicht zu fragen. Schon ehe sie ihn persönlich kannte, hatte sie ihn angebetet, da sie seine Stücke spielte, und nichts als seine Stücke, und immer sein Bildniß auf dem Titelblatt ansah, dieses scharfe Südländergcsicht mit den in die Stirn hereinrollenden schwarzen Locken, der lühngebogenen Nase, den vollen Lippen und dem dunkel glühenden Auge. Nun wurde sie seine Frau. Seine Frau. Aber nein doch, seine Frau!? Ach, sie konnte sich nicht hineinfinden, die Arme. Schon am Hochzeitstage: Immer von unten sah sie zu ihm hinauf, voller Anbetung, und wie Sonnengluth flammte es in ihren Augen. Wie geht's, Madame la Violette?" fragte sie der Großvater beim Hoch-zeits-Diner, als er sie einen Augenblick allein fand. Ach! Großpapa!" Und wieder weinte sie, heiß, heiß. Aber Veilchen, Veilchen! Mein kleines, süßes, dummes Veilchen! Sei doch gescheidt. Du weißt, Du bist jetzt Madame la Violette, und da mußt Du halt vernünftig sein. Veigerl Du, kleines!" Ach! Großpapa!" Du. Du, Du: Nimm Dich zusammen! So geht's nit, wenn die Veilchen heirathen. Risch und frisch! Ja. wo fehlt's denn? Du hast ihn doch lieb?" Ach. so sehr!" Na, siehst Du. Munter also, munter, mein Veilchen!" Sei lustig und blüh' ihm an die Brust, aber nicht so weinerlich, sonst gehst mir no' ganz ausanand. und mehr reden mußt auch, mehr reden, nit blos ihn alleweil anschau'n!" Und dann war er wieder gekommen, der Große, Gebietende, Schwarze, mit den Genieaugen. Sie ist halt noch a bissel ängstlich, das Veilchen." sagte ihm leise der Großvater. Das Genie nickte träumerisch mit dem Kopfe. In ihrem Herzen aber ging der Spruch: Blüh' ihm an die Brust! Ja. das, das wollte sie: wie ein junger Epheu am Götterbilde, weich, zärtlich, umrankend. Und es behagte ihm diese stille Anbetung Anfangs wohl. Mit- lautlosen Schritten ging die Liebe durch seinHaus, Blumen streuend umschritt sie leichtfüßig einen Altar und er war der Gott, der daraus stand. Ah. so läßt sich's schaffen! Nach je. dem Akkord dank leuchtende Augen, und für jede Wallung des Herzens weiche Hingabe. Das war ein Hinwandeln auf duftendem Moos, unter blauem Himmel, zwischen lauter süß dustenden Jasminen. Und er schuf eine Symphonie: Veilchen. Oh. ein Schaffen aus dem Glück. Aus einer schwebenden Wolke weicher Seligkeiten warf er seine Harmonien hinab in die rauhe Welt, die nur ein Vorhof seiner Wonnen war, er, der selige Gott, angebetet von der Liebe selder. Und ihr Herz war voll der Wonne, der Anbetung und der Begnadung. So immerfort in alle Ewigkeit auf den Knieen, den Blick nach oben, Übergossen von Gnadenströmen! Und die Symphonie war fertig. Freunde hörten sie. Zu weich, lieber Freund! Wo ist Dein Schwung hin. Deine. Feueraar-

den von Tönen, die in die Hölle und tn die Herzen zucken? Du verkommst in Moll und Süßholz! Ueberall dasselbe: Besinne Dich doch auf Deine Kraft! Leidenschaft istDeincStärke! Schreibst Du denn für Liedertafeln? Raffe Dich aus, Freund. Du Mst nahe daran, Philister zu werd'.nl Philister? Ja, freilich, recht besehen, war diese Weichheit, diese wollüstige parfümirte Musik ihm doch fremd. Nichts als Idylle und Schafschur, und die große Kühnheit fehlte. Und es grub sich in seine Seele die Sehnsucht nach neuer Raserei, wie sie seine alte Art gewesen war, und er ging wilden Tönen nach und stürmischen

Phantasien. Weg, weg diese ewige Gemüthlichkeit! Aber wie auf weichen Pantoffeln zog da fortwährend etwas hinter ihm her. Rosa, lasse doch endlich Dein ewiges Schmachten! Schleich' nicht so! Es macht mich nervös, dies ewige Anschau'n!" Robert!" Aber so versieh' mich doch ! Ich vertrage die ewige Weichheit nicht. Wir verfilzen uns noch in lauter Liebe und Langeweile!" Sie erschrak vor der Brutalität dieser Worte und ein ernster Schmerz blinkte in ihrem Auge. Herrgott, hast Du denn gar keine Gluth in Dir?" Gluth, heißes, brausendes Leben, Leidenschaft? Ach, dieses ewige Schmelzen!" Er raste sich aus auf dem Klavier. Schweigend in einer Ecke lauschte sie. Er klappte den Flügel laut zu und ging. Kein Adieu. Es ward ihr bang. Aber nein, nein! Wie hatten diese Akkorde wieder ihr Herz ergriffen! Sein Genie, ja, fein Genie! Alles andere versank. Oh, dieser große Mann, dieser große, große Mann! Blühe an seine Brust! Kann ich denn mehr?" Erst spät kam er wieder. Er sah so wirr aus. Robert!" Laß mich!" Was hat er? Was soll ich thun? Sie konnte die ganze Nacht nicht schlafen. Und am nächsten Tage begann sie wieder ihre schweigende Anbetung, und je mehr er sich einwühlte in die Leidenschaft feines Innern und es in brausenden Harmonien strömte, um so mächtiger fühlte sie die Größe seiner künstlerischen Mannheit, und um so inbrünstiger hing sie an ihm in ihrer wortlosen, duldenden Verehrung. Aber er entfernte sich weiter und weiter von ihr, und sie wurde ihm ein lästiger Weihrauchduft. Ein paar Mal versuchte er, sie zu wecken". Ah. nichts mit diesem Veilchen!" Und sie durfte nicht mehr in seinem Zimmer sein, wenn er phantasirte und schrieb, und war er seines Schaffens müde, so suchte er sich Erholung draußen wer weiß, wo. Sie fühlte, daß seine Liebe schwand, aber ihre Verehrung besann sich nicht auf das, was seine Liebe wieder hätte gewinnen können. Sie war nur geschaffen, still an seine Brust zu blühen, wie ein Epheu an ein Götterbild, und er wollte einWeib statt einer Blume. Ist Madame la Violette nicht glücklich?" fragte der Großvater. Glücklich? Oh doch Großvapa!" Ein pxama 'aus ocm Mcrc. Ans dem Ungarischen deS Heinrich Miskolezi. Als der Bevollmächtigte der Firma Brason & Co. reiste ich von New York nach Antwerpen und zwar auf einem belgischen Schiff, Namens Westerland, d. h. einem der modernen Fahrzeuge, welches man einen Schnelldampfer nennt, was aber nur der reine Hohn ist, wenn man seine primitive Einrichtung, seine schlecht: Verpflegung und die unzulängliche Mannschaft in's Auge faßt. Die Passagiere waren meistens arme Teufel unv gleich mir, trotzdem sie imchweiße ihres Angesichts arbeiteten, nicht im Stande, im Dollarland sich zu erhalten. Unter den Reisenden in der zweiten Kajüte war die sympathischste Erscheinung eine reizende blonde Frau. Ihre durchsichtigen, bleichen Züge, welche von vielen Leiden Zeugniß ablegten, und ihre großen, blauen Augen nahmen unwillkürlich für sie ein. Nur ein einziger, amerikanischer Reisender, der nach Paris wollte, blickte sie stetig mit blitzenden Augen an. Er kannte diese Frau, welche in den ersten Tagen sich ausschließlich mit ihrem vierjährigen Knaben beschäftigte. Wis hat Ihnen jenes hübfche Weibchen gethan, mein Herr?", fragie ich ihn eines Tages, als wir auf dem Verdeck promenirten. warum sehen Sie sie so grimmig an?" Sehr Vieles," antwortete er heftig. O, sie ist ein Dämon!" Das ist ja nicht möglich, sie sieht so sanft und unschuldig aus!" Das Meer erscheint äußerlich auch so fromm, aber da drin. im Schooße desselben, tobt eine gar wilde Welt." Ich bin wirklich neugierig, wollen Sie mir etwas Näheres von dem Charakter dieser Frau erzählen?" Warum mcht! wir wohnten zusammen in Philadelphia in einem Hause. Ihr Gatte war ein rechtschaffener, aber unalücklicher Arbeiter, der nie ständige Arbeit bekommen konnte; er war infolge dessen verbittert, aber dies hätte ihn keinesfalls in den Tod getrieben." War er denn ein Selbstmörder?" O nein; das fiel ihm gar nicht ein; rechtschaffene Menschen, welche ihre Familien lieben, pflegm dem Schicksal

nicht vorzugreifen, der Tod kommt so auch. Die Welt sagte, daß ein unalück-

licher Zufall seinem arbeitsamen Leben ein Ende gemacht habe. Die Welt gleicht aber einem Kind welches man an einem Gängelbande schreit muß." Sie urtheilen nur nach dem Scheine." O nein, dieses Weib hat ihren Gatten getödtet," rief der Amerikaner mit flammendem Blick. Getödtet?" wiederholte ich entsetzt, und sie ist nicht bestrast worden?" Hören Sie, wie das kam; der unglückliche Boot, der Gatte dieses Weibes. erlangte nes Tages die Gewißheit. daß ihn seine Frau betrügt. Er begann sie zu beobachten, aber nicht lange, denn auch sie bemerkte, daß er von ihrer Untreue Kenntniß erhalten. Sie kannte ihren Gatten und wußte, daß er sich rächen würde undjo kam sie ihm zuvor." Auf welche Weise?" Sie ließ ihn durch ihren Liebhaber ermorden," antwortete er, während cm seiner Stirn die Zornader schwoll. In Philadelphia herrscht nämlich die schlechte Einrichtung, daß die Eisenöahnzllge durch die Stadt gehen. Dadurch ist schon so manches Unglück geschehen und so manche Thräne dergossen worden. Der Geliebte der Frau Boot Namens Dilly. war ein Freund desselben, und als beide eines Tages zur Arbeit gingen, fuhr die Eisenbahn gerade durch die Straße; Dilly versetzte seinem Nebenbuhler einen Stoß und dieser kam unter die Räder des Waggons und war bald eme unkenntliche Leiche." Entsetzlich! Und hat Niemand die Mordthat dieses Buben gesehen?" O ja! Zwei Wesen, Gott und ich!" Warum haben Sie den Mörder nicht angezeigt?" Man hätte m'ir allein nicht geglaubt. Ueberdies hat sich der Verbrecher geflüchtet, ehe ich noch einen Schritt gegen ihn unternehmen konnte." Wohl nach Europa?" So ist's! Die Frau folgt ihm jetzt nach und zwar mit vollgespicktem Portemonnaie." Woher hat sie denn das Geld?" Von der Eisenbahn - Gesellschaft, welche sie wegen Schadenersatz verklagte." In diesem Augenblick erschütterte ein scharfer Schrei, 'der Einem durch Mark und Bein ging, die Luft. Er kam von jener Seite, wo 'die Wittwe mit ihrem Kinde saß. Rasch wie der Blitz war auch schon der wüthende Amerikaner dort, ich kam erst später an. Der kleine lebhafte Knabe hatte sich nämlich aus den Armen seiner Mutter losgemacht, und während diese in tiefe Gedanken versunken war, kroch er mit großer Behendigkeit auf das Steuer. Ein Matrosenknabe bemerkte sofort die gefährliche Lage des Jungen, doch bevor er ihm noch zu Hilfe eilen konnte, hatte eine riesige Woge ihn schon erfaßt und in's Meer geschleudert. Die Mutter war aus ihrem Brüten erst dann aufgewacht, als sie ihr Kind in den Wellen erblickte. Sie wollte ihm nachspringen, ihr mütterliches Herz zog sie zu ihm hin, aber ihre Mitpassagiere verhinderten, sie daran. 'Sie konnte aber einen anderen Sprung tn's Meer nicht hindern: unser Amerikaner stürzte sich in die Fluthenv Er kämpfte einen wahren Kampf auf Tcd und Loben mit dem rasenden Element. Er war zum Glück ein vorzüglicher Schwimiaer und von herkulischer Kraft, und auch ein Rettungsboot kam ihm zu Hilfe, und so gelang es ihm denn, den ohnmächtigen Knaben aus dem Wasser zu ziehen und ihm das Leben zu retten. Die Freude der Mutter war grenzenlos; sie lachte und weinte in einem fort. Sie sank vor dem Amerikaner auf's Knie und stammelte fortwährend Dankesworte. Unser Amerikaner stand vor ihr bewegungslos wie eine Salzsäule. Keine Muskel seines Gesichts zuckte und doch zerwühlte eine mächtige Aufregung seine Seele. Als die Mitreisenden sich zurückgezogen hatten, neigte er sich zum Ohr der Frau und sagte mit leiser, aber dennoch wohlverLändlicher Stimme: Frau Boot, ich weiß, daß Sie Ihren Mann durch Jhren Liebhaber todten ließen. Ich weiß auch, daß Sie Ihrem Geliebten nach Europa folgen. Ich habe deshalb Jhren Knaben gerettet, damit ich das Recht habe, so zu Ihnen zu reden, wie ich es jetzt thue. Ihre Seele wird von einer großen undc oelasttt, oeten iie und flehen Sie zu Gott, daß er des Ermordeten Seele ruhen lassen und Ihnen Frieden schenken möge. Was Sie aber an dem Vater verschuldet haben, müssen Sie am Kwde wieder gut machen. Geben Sie mir den Knaden; ich will einen ehrlichen Menschen aus ihm machen, ich will ihn als meimit Sohn annehmen." Was, ich soll Ihnen mein Kind schenken? Wie können Sie so was von einer Mutter verlangen?" Wenn Sie sein wahres Wohl wollen. so werden Sie sich nicht dagegen sträuben." Warum haben Sie ihn denn gerettet ?" Um aus thm einen anständigen. Menschen zu machen. Sie können das nicht, weil Sie ein schuldbeladenes Gewissen haben. Ich will Ihnen aber versprechen. Ihnen in jedem Jahre Nachrichten über ihn zukommen zu lassen. auch will ich Ihnen seine Photo graph'e schicken!" Wollen Sie ihn nach Europa mit sich nehmen?" fragte sie. Nein, nach Amerika, dahin, wo das Grab seines Vaters ist. Wenigstens wird es jetzt Jemanden geben, der an der Gruft des Ermordeten eineThräne vergießt. Morgen erreichen wir das Land, und übermorgen kehre ich mit dem Kinde zurück. Unser erster Weg wird zum Grabe semes Vaters sein. .Nehmen Sie ihn," stammelte jje

Mutter leichenblaß und sank ohnrnacy. tig neben ihrem Kinde nieder.

,i k er 5m Sornrncrlicllcr. (Münchner Eerichtsscene). Wegen einer Übertretung der Hundeordnung hatte sich der Sattlermerster Georg . zu verantworten, weil er ge gen ein Strafmandat Einspruch er hoben hatte. Richter: Sie sind tioirr Thierausseher angezeigt worden, kueiL Sie am 25. Juli Ihren Pintzcher--Hund in den Sommerkeller mitgenom men haben und im Garten frei laufen, ließen. Sie wissen, daß das Mitneh men von Hunden in öffentliche Lokalem verboten ist? Angekl.: Erlauben' Herr Gerichtshof, i woaß nämlich recht viel undd aa wieder gar nichts. Mein Zamperl is a Viecherl net größer wie a Faust von an Vierfuhrer. Der kann koan kloan Kind was thuan, ja net amal richtig bell'n und wird deswegen g rad so behandelt wia a zwao Centner schwerer Bernhardiner. Dös ls not g'recht und da ir.rchi i a mal a richtig Urtheil d'rüber. Richter: Das werden Sie auch bekommen. Ich sage Jhnen vorerst, daß nur eine Hundeordnung besteht und lediglich weitere Einschränkungen bezüglich des Tragens von Beißkörben und Führens an der Leine bestimmt erlassen sind. Angekl.: Also für an Hund so groß wia. a Maurerfizerl mueß mer seine rechtschaffen fuszeh' Marll zahl'n, wia für. an Värenhund. Dös Thierl derf in. koan Metzgerlad'n, in koa Anlag, in. a Schul oder Kirch natürlich net, m koa Trambahn, Tramcar, auf der Ei senbühn muaßt dafür a Kinderbillct lösen und wia i neulings aus die Zei-' tungen g'lesen hab, darf sich koa Hundin einer gewissen Straßen blicken lassen Drauß'n im Hirschgarten is sogar an-" g'schlagen: Jeder freilaufende Hund wird standrechtlich erschossen. Jetzt verbietens noch, daß de? Hund koa Hau oder Wohnung betreten darf, nachher. Werdens endlich a ma! aussterben odersie müssen auswandern. Richtern Nun gar so rigoros wird die Hundepolizei nicht gehandhabt, dies beweisen die vielen Tausende von Hunden, die: trotz der hohen Steuer und der Veschränkungen in der Stadt gehalten werden. Angekl.: Natürlich! an großen Hund den legt man an d' Ketten,, hält eahm im Hof und wenn er Nacht an Mond anbellt, dann muaß z'erst a ganze Straß'n rebellisch gemacht wer' den, bis a mal a Strafzetterl kimmi, . da geht's! Die echten Köter, wo koan. Zahn mehr haben und schäbig san,. vielleicht aus Alter nimmer weiter laufa können, als zur Visitation, die. werden von die alten Jungfern am: Seidenbandl g'führt und kemma hoch-' siens bis an a kohlnsaure Buden, fürdie is a Gartenverbot umsonst. A. Hunderl aber wia mei' Zamperl, der hat a Leben, da wenn i Mittag sag': 's is hoaß! nacher springt er wia a. Narr imZimmer umanand und moant, . es geht nach'n Bavariakeller. I sag. Eahna, dös Viecherl is so g'scheid wia a Mensch und versteht a jeds Wärt!. So hab' i eahm dressirt, daß er im. Wirthshaus unter mein Rock einaschlupft, wenn jemand sagt, derHundsfanger kimmt, und hundertmal schon hab' i eahm in d' Tasch'n g'steckt, wenn . d' Luft net rein war. Richter: Aber diesmal haben Sie sich eben ertappen lassen. Angekl.: Schaugens! dös war so a Dummheit, wo meine Freund am Stammtisch schuldig san. Scha' lang trciben's die Gaude mit'n Zamperl, daß auf a mal sagen: Zamperl.. versteck' di', der Andere kimmt! Dös. Thierl versteckt sich richtig, derweil war's g'schlenkt und so was merkt si' er g'scheider Hund und springt nimmer auf den Kohl. An dem Tag nacher. da hat a Blechmusik im Keller g'spielt und' d' Musi kann der Zamperl net vertragen 's Blech scho' gar net deswegen hat er recht nett dazua g'jodclt.. Meine Spezl ham a rechte Freud' d'ran, aber an die andern Tisch ham. sich a paa z'widerne Grandler d'rüber aufg'halten. Da hör' i, wia Qaner. sagt: Mit dene Hund is a wahrer. Skandal, wost nur hinkimmst, hast die; Malefizluder. und an Thierausseher. moan i, hams pensionirt. Auf die Ge--meinheit sag' i: I werd' Eahna glei' cl Malefizluder geben, Sie damischem Protz; höchstens leid's Eahna koari. Hund. So a Hund is eher a Bürger:, wia Sie, weil er mehrer Steuer zahlti wia a richtiger G'schäftsmann, uny dabei mueßt' er sich überall verkriech'.' und dürft' sich nirgends sehgn lassen.' Jodl nur zua, Zamperl, dös is glikM licherweis no' net verboten, und wenn'S mi' a'freut, nacher geh i no' sammeln. fi'ir'a sfrfrrrrnnsrt Wiin i im hrttirtl Reden bin, kimmt a rechta süßer Her 0 MW V W V -rw aus mich zua und lagt: )os rs aver a liabs Hunderl! und die schöne Stimm wo's hat! Dös g'hört g'wiß Eahna? Freili'. sag' i. Kost't dös kloane Thier aa fuszeh' Mark? Wirklich, 's hat a solchs Zeicha, nihin! Nummera 15595 dös mueß i mir aufschreiben, daß i'S, net vcrgess'n thun. I moan, was er er-z aentlich mit der Nummer vorhat. Da.! sagen meine Freund: Kennst dös no net? nacher bist a Bleß! aufg'schrieb'n wirst und a kloans Geld lost'ts Dich! Nichtig war's a so und weil i moan, daß mer Oan in an Keller doch net so heimlich überfallen darf, so hab' i die Straf mit sieben Markl net ang'nomma. Die ausaesprochene Geldstrafe wurde durch Urtheil bestätigt. Wüthend' erllarle Herr x.: oerzicoi i am. Kcllerleben! mir wär's ja gnua. wenir! i für mein Zamperl a Aufseherin tin 5 stellen müeßt! So a Viecherl wird jo r -rv Tj.1T ..ir g'setzlich mißhandelt, wenn's net a mal ! KÄrf cy nfTflr Vn5tr. lii v itih. vuii o rf KritisHerTag. Sie: Entschuldige nur. lieber Mann, daß daS Essen noch nicht fertig und Dein Zim-'. mer noch nicht aufgeräumt ist. aber ichi habe heut' Waschtag!" Er: .Aha! Era lritipher Tag erster Unordnung