Indiana Tribüne, Volume 23, Number 6, Indianapolis, Marion County, 24 September 1899 — Page 4

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Zndians Tribüne.

Erzchnnl Täglich yno SA tSzttche.TNbQn" kost! durch ? kr? 4 (itti per Woche, die eonmazSrrib2'k iul ptx Wache, etd usacne 155c Sent p,r ,.t. Ve, V tetatt t l ,rSlU?Z V Y' Swoss 18 VÄd GklsbMS GtrsHs. Indianapolis, Znd.,24. Sept'br1899. Somilafls puJerci. Ich sah einmal einen Mann, dem waren beide Beine unterhalb der Hüfte abgefahren worden. Man hatte ihn aus eine Tragbahre gelegt und da ließ mm ihn langsam sterben. Für die Erhaltung seines Lebens konnte nichts geschehen und für die Abkürzung seiner Qual geschah nichts. Ich sagte mir damals, wenn daS nun ein Pferd und kein Mensch wäre, dann sände sich sicherlich eine mitleidige Hand, welche, da die Rettung deS fielen doch ganz und gar außer dem Bereiche der Möglichkeit lag, der Pein deS Sterben? rasch ein Ende machte. ' Ich war natürlich nicht der Erste, der bei solchen oder ahnlichen Gelegen heiten diesen Gedanken hatte- Er ist nicht neu. 3n letzter Zeit wurde der Gegenstand mehrfach in den Vordergründ gebracht nnd zwar in Folge eiver Rede, welche ein Richter Baldwin, Vorsitzer der American Bar Association und der American Social Science Association bei der in Saratoga abgehaltenen JahreSeonvention der letzteren gehalten hat. Er befürwortete, daß in auöfichtS losen Fällen, in denen die Aerzte darin übereinstimmten, daß gliche Hoffnung auf Genesung ausgeschlossen sei, in Fällen, in welchen die Mittel deS ArzteS nur eine unerträgliche Qual derlängern und der Patient, wie auch seine Umgebung eS als eine Erlösung betrachten, wenn der Tod den gräßlichen Leiden oder dem qualvollen Tiechthum ein Ende machen wurde. der Arzt der Natur zu Hilfe komme und daS Ende beschleunige. '3a vielen Kreisen bat diese Aeußer ur.a Aussehen, ja Entsetzen herdorge rufen. Ein Arzt hat sich zwar gefunden. welcher sich dazu bekennt, d,e Anficht deS Serrn Baldwin praktisch an gewandt zu haben. Der betressmbe Ant wohnt in Meriden, Eonn., er erklärt, daß er in Fällen, wo eS für die Kranken keine Hilfe mehr gab und aeben konnte, ihren Leiden mit Eloro form ein Ende gemacht habe. Ab eine große Anzahl Aerzte sprach sich entschieden gegen diese Anficht auS und von vielen wurde betont, daß so lange Leben vorhanden, auch Hossaung vor Handen sei und daß eS die Ausgabe deS ArzteS i daS Leben zu verlängern, nicht aber zu verkürzen. Wer hat nun Recht? ES scheint mir, daß die Aerzte, welche behaupten, daß Hoffnung vorhanden ist. so lange daS Leben nicht gänzlich entflohen ist, nicht au fait mit ihrer Wissenschaft find. Ich meine, daß die medizinische Wissenschaft eö heutzutage einem Arzte in, vielen, sehr vielen Fällen ermöglichen muß mit Bestimmt heit anzugeben, ob sür einen Leidenden noch Rettung vorhanden ist, oder nicht. ES kann sich bei Entscheidung der Frage nicht darum handeln, ob die Umgebung deS Kranken noch Hoffnung hat, oder nicht, sondern ob sie der er sahrene 3tjt hat. Da aber liegt eben die Schwierigkeit. Ich glaube, eS wird nicht sehr schwer sein, zu entscheiden, waS grausamer iS. die Leiden deS unrettbar Verlorenen abzukürzen, oder sie künftlich zu verlängern, wobei doch auch zu bedenken ist, daß die medizinische Wissensast Mittel besitzt, den Tod eines Menschen auf ganz schmerzlose Weise herbeizuführen. Die Frage aber ist, ob alle Aerzte erfahren und befähigt genug sind, um unter allen Umständen mit unzweifelhafter Sicherheit die Unrettbarkeit eine Menschen festzustellen. Man wird dieS entschieden verneinen müssen Besonders entschieden sür unser Land, in welchem in Bezug auf die Ansprüche, welche man betreffs der Zulassung zur ärztlichen Proxys stellt, großer Leichtsinn herrscht. Die Wissenschaft mag in diesem Punkte absolut zuverlässig sein, die Anwendung derselben ist eS aber nicht. Der von dem Richter Baldwin aufgestellte Grundsatz mag etd'sch seine volle Berechtigung haben, in der Proz:S könnte er unter gegenwärtigen Verhältmssen zu den entsttzlichgen Irrthümern führen. Wen man die Urtheilöfäigkeit und den Scharfblick deS ArzteS nach der Länge der Ausübung seiner ProziS bemessen könnte, dann könnte man vielleicht über diesen Punkt hinwegkommea. Aber man kann daS nicht. DaS

RechtSgefühl und daS sittliche Gefühl deS Volkes wird sich sehr dagegen sträuben, allen Aerzten ohne Unterschied die furchtbare Gewalt über Leben und Tod

eineS Menschen einzuräumen. ES geht eben damit, wie mit so manchem guten ethischen Grundsatz, dessen Anwendung an den praktischen Verhältnissen deS LebenS scheitert. ES wird also vorläufig bei dem bisherigen Brauch bleiben. Der Plauderer. ,,, .ucöerllllet. Von Anton Baer. Das dritte Läuten, das den Abgang ds Nachtzuges us der Residenz signalisirt. erschallt, schon schrillt der Pfiff derLocomotive, und daS Dampfroß macht bereits den ersten Ruck da stürzt athemlos ein elegant gekleideter Mann über den Perron und springt mit einem gewaltigen Satze in einen Waggon zweiter Classe. Ein mächtiges Pusten der Locomotive, und der Zug setzt sich in Bewegung. Schneller und schneller wird allmälig die Fahrt, in summendem Dröhnen entweichen Qualm und Dampf dem Schlote und die Herzstücke der Weichen poltern unter den Mdern; aufathmend lehnte sich der soeben Eingestiegene in den weichgepolsterten Sitz zurück und nimmt die blaue Brille ab, die seine Augen verdeckt. Prüfend be tastet seine Hand den mächtigen blonden Äcllbart, der ihm Kinn und Wangen umrahmt, und von dem es uns eigentlich dünken sollte, daß er nicht recht mit dem so jugendlich erscheinenden Gesichte harmonirt. Der Zug eilte an den Weichenlaternen vorüber und so oft qgt greller Blitz aus einer derselben den Reisenden in's Gesicht trifft, schließt er geblendet die Augen. Da naht der Schaffner, die Karten zu revidiren, und sofort paradirt die blaue Brille wieder auf der Nase, und das Gesicht wendet sich soweit als möglich ab, um nicht von dem Lichte der Laterne beschienen zu werden. Durch die stille Nacht fliegt der Zug dahin und singt sein eintöniges Lied: Sfta ta, ra ta." Dem Passagier, der allein im Coup6 geblieben ist, tritt der Schweiß auf die Stirne und perlt in großen Tropfen herab. Der Mann unterlegt der Rädermusik einen anderen Text, ein Wort, vor dem ihm schaudert. Und daZ Wort heißt: Db!" Gnadenlos und ohne Unterlaß dröhnt's ihm in's Ohr. Er öffnet das Waggonfenster und lehnt sich weit hinaus, den kühlen Luftstrom, der ihn umweht, saugt er gierig in seine Lungen. Von der Maschine stieben die Fun, ken, und in wirbelndem Tanze trägt sie der -Wind davon. Droben aber im reinen Aether da wandelt der Sterne unzählige Schaar. Trost und Frieden strahlen sie in manches gequälte Menschenherz. Doch nicht in vas des einsamen Reisenden; darin weckt ihr Anblick vielmehr neue Angst und bleiche Furcht. Er gedenkt des gestrigen Abends da war er noch ein unbescholtener Mensch, der jedem ohne Furcht und Zagen in's Gesicht blicken konnte, dessen Ehre nicht den leisesten Fleckm aufwies. Heute aber? Eine furchtbare Scham vor seinem besseren Ich ergreift ihn, wenn ihn sein geistiges Auge die Geschehnisse des heutigen Tages noch einmal wiederschauen läßt. Er legt die Hand vor die Augen, um das Schreckbild zu bannen jedoch umsonst fast greifbar zeigt sich ihm die ganze Scene er sieht sich wieder vor dem offenen Geldschrank seines Chefs, sieht das Geld so verlockend gleißen ... ! Ein böser Dämon flüstert ihm zu: Nimm, Deinem Herrn bleibt noch genug, der kann den Verlust verschmerzen. Dir aber ist der Weg zum Reichthum gebahnt. Die Genüsse des ErdenlebenZ stehen Dir offen.- In seinen Fingern zuckt eö, sie senken sich mit gierigem Griffe, und ein Päcklein Banknoten von hohem Werthe gleitet blitzschnell in seine Tasche. Und dann entflieht er wie von Furien gepeitscht, um in seiner Wohnung d: Kleidung zu wechseln und einen falschen Bart, den er inst zum Spaße in einer lustigen Gesellschaft gebrauchte, der aber heute dazu dienen muß, in Gemeinschaft mit einer blauen Brille einem gemeinen Diebe zur Flucht zu verhelfen, in seinem Antlitz anzubringen. Draußen blitzen die Telegraphen drähte in dem fahlen Mondenschimmer, riesigen Spinnengeweben sind sie vergleichbar. Ihm ist'S, als haschten die Raupen, die in lustigem Sausen draußen vorüberzutanzen, nach ihm. Fahr nur zu, durch unö zuckt der elektrische Funke, und der ist schneller alö der schnellste Zug. Wir halten Dich, wir lassen Dich nicht entrinnen so summen die Drähte. Wie ein Blitz leuchtet jetzt daS Licht einer Distanzscheibe in daS Auge, und der Zug fährt in eine Station ein. Die Thür fliegt auf und ein großer, stattlicher Herr, dem Exterieur nach in Gutsbesitzer, tritt herein und nimmt dem Reisenden gegenüber Platz. Mit ruhigen Blicken betrachtet r diesen eine geraume Weile, bis diesem daö unbehaglich wird uud r sich scheinbar in daS Studium der mondbealänzten Zaubern'acht vertieft. Der Fremde scheint tut ganz beson deres Interesse für den Bart dS Mit- : eisenden zu besitzen; denn er mustert 'chn eingehend, als ob daran ettvaS ganz Besonderes zu entdecken wäre Auch scheint er gesprächiger Natur zu em, da er mit den herkömmlichen Anangspuncten einer Conversation zwichen zwei völlig Fremdey. hie im Le-

5en noch nie einander gelten ukb wahrscheinlich auch nimmer sehen werden. eine solche in Fluß zu bringen

sucht. Wobl oder übel muß lH ver Än dere, um nicht unhöflich zu erscheinen. trnu beauemen. von Zelt zu ttat em Wort oder eine Frage einzuwerfen, obwohl er dazu nicht die germglte xut verspürt und den ungebetenen Störenfried am liebsten zum offenen Waggonfenster hinausschleuderte. SchliekliÄ fragte der iyn nocy, we Standes er eigentlich sei. Der Defraudant aeratb durch die e Frage in die größte Verlegenheit und giebt endlich nach einigem stottern und Xöaern die Erklärung av, er Privatier und befinde sich gegenwärtig auf emer Vergnügungsreise. um sich emlaermaken vor den ihm unan genehmen Fragen seines Gegenübers zu schützen, beschtteßt er. aus der )ffensive in die Desenstve uverzugeyen, d. h. anstatt sich befragen zu lassen, selbst zu fragen. Erlauben feie, welchem fetanoe gehören Sie denn an?" fragt er. Was glauben Sie wohl?" Wahrscheinlich sind Sie Gutsbesitzer." bewabre Gott." entaeanet der also Declarirte mit seiner bis jetzt an den Tag gelegten emulyiiazielk, oa haben Sie aber weit vom Ziele gefehlt." Nun, als, was vars iaj feie oenn ansprechen?" Ich bin Polizeibeamter." Momentane Stille folgt dieser Auskunst. Aus dem Antlitz des Fliehenden ist alle Farbe gewichen, und es aelinat ibm erst nach mehreren Sekunden, sich dem t'ödtlichen Entsetzen zu entlassen und Gleichmuth und Ruhe zu heucheln. So, Sie sind Polizeibeamter ? Reisen Sie dienstlich oder außerdienstlich?" Dienstlich. Ich will Ihnen sogar sagen, in welcher Angelegenheit. Aber Sie dürfen mich nicht verrathen, was ich Ihnen anvertraue. Ich bin beauftragt, einen flüchtigen Dieb zu fangen, der die Casse seines Herrn um einige Tausende erleichterte und nun die offene See zu gewinnen sucht. Er trägt 'einen falschen blonden Vollbart sowie eine blaue Brille und ich vermuthe. daß Sie der Gesuchte sind." Ein köstlicher Reisespaß. din man da erlebt." lachte der Erkannte heiser auf. Da werden meine Bekannten sich amüsiren, wenn ich ihnen erzählen werde, daß ich auf meiner Reise für einen steckbrieflich verfolgten. Dieb gehalten wurde." Mein Verdacht kann ja allerdings grundlos sein. Durch Vorzeigen JhrerLegitimationspapiere vermögen Sie denselben übrigens leicht zu entkräften." Gut. meine Papiere befinden sich in meinem Reisegepäck, in der Endstation werde ich Ihnen dieselben zur Einsichtnahme unterbreiten. " Schön, doch vorderhand möchte ich mich überzeugen, ob Ihr prächtiger Bart auch echt ist. Sie erlauben schon, nicht wahr?" Mit diesen Worten greift er nach dem blonden Barte seines Gegenübers. und ohne daß dieser es verhindern kann, reißt er ihm den Bart herav. Aha, ich dachte mir's, daß ich auf der richtigen Spur bin, sogar die Narbe am Kinn stimmt," ruft triumphirend der Polizist. Run ist alles verloren, die Freiheit, das gestohlene Geld so sagt sich der Ertappte. Doch vielleicht bleibt noch ein Ausweg am Ende ist der Beamte bestechlich herzlos scheint er durchaus nicht zu sein. . Herr," jammert der Defraudant. machen Sie mich nicht vollends unglücklich. Haben Sie Erbarmen mit Mir und lassen Sie mich entrinnen!" Ich bedaure. beim besten Willen nichts für Sie thun zu können. ev. bin Familienvater, mein Gehalt ist durchaus nicht glänzend, und ich kann daher den Preis, der auf Ihre Dinzsestmachung ausgesetzt ist. recht gut verwenden. Und schließlich darf ich auch auf ein bedeutend schnelleres Avancement hoffen. Und auf alle diese Vortheile sollte ich aus reinem Mitleide mit Ihnen verzichten? Sie sind doch sehr na'o, junger Mann!" Aus diesen Worten glaubt der Andere. frische Hoffnung schöpfen zu dürfen. Wohlan." sagt er und zieht die Brieftasche hervor, die da2 gestohlene Gut birgt Dreitausend?" ' Bedaure. das ist viel zu wenig, wenn ich schon auf Ihren Vorschlag eingehen wollte." Viertausend . . . fünftausend . . . sechtausind?" so fliegen die Gebote in rascber ??olae. 'So kommen wir zu keinem Zte; unterbricht ihn plötzlich der Polizist. Dabei nimmt er dem Versucher die mit Werthpapieren vollgestopfte Brief, tasche aus der bebenden Rechten, um sie hastigen Blickes zu durchmustern. Hier haben Sie tausend Mark die reichen zur Reise über den Ocean, das andere behalte ich nur als Lösegeld sür Ihre werthe Person. Sie werden sich doch nicht geringer taxiren wollen? Entweder Sie rllären sich mit meinem Vorschlage einverstanden oder Sie sind verhaftet." Mit diesen Worten steckte er die Tasche zu sich, während dem Defrau danten nichts Anderes übrig bleibt, als die gemachte Proposition anzunehmen. Da fährt der Zug in ine Station ein. (5i wird wohl das Beste für mich sein, hier auszusteigen, nachdem unsere kleine geschäftliche Angelegenheit in der besten Weise erledigt ist. Genehmigen Sie die Versicherung, daß es mir ein Vergnügen war, Sie kennen zu lernen. Bevor ich scheide, mochte ich Ihnen iedoch einen freundschaftlichen Rath Leben, den S s ürdie Zukunft beher-

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Großer

Da wir sofort mit der Abrechnung des Vermögens des verstorbenen Präsidenten der Gesellschaft beginnen müssen ist es nothwendig, sofort Waaren im werthe von Tausenden von Dollars in Baar umzuwandeln. ' wir beginnen damit Morgen (Montag) früh um 8 Uhr. Das eben begonnene erbstgeschäft bietet Ihnen die neuesten Waaren bei diesem

Sast Zeder lm centralen Zndlana kennt die erfolgreichen Verkäufe des New York Stores in früheren Jahren, doch wir beabsichtigen durch diesen verkauf alle früheren in den Schatten zu stellen. Eine Gelegenheit wie diese, neue, saisongemäße Artikel zu heruntergesetzten preisen erlangen zu können, kann schwerlich übersehen wcrdrn. Die folgenden Annoncen repräsentiren nur einen TKeil der Hunderte von Waaren, die ebensogut sind als die angezeigten. 5esen Sie jede Zeile :

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(Etavlirt 1853.) Alleinige Agenten für ButterickS Musier.

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Vieler Jan der Cx'iit, gedoren 1251. gefallen in einem Turnier zuBar 1294, war Herzog von Trabant, ein gar ritterlicher Herr und Vürgerfreund, der sich auch als Minnesänger in vlämischer und französischer Sprache hervor that. Mit der Vierbrauerei hatte er nichts zu schassen, aber als volksthum licher Fürst verschmähte er es nicht, sich als Ehrenmitglied in die Brüsseler Brauei?iqllde aufnehmen zu lassen, und die Brauer hingen sem Bild m ih rem Gildehause auf. Daß man dem Herzog auf d?m Bilde einen schäumenöen Pokal in die Hand gab. war na'üilich, wollten doch die Brauer nicht nur den Fürsten, fondern zleichzeitig ?ucb ihr d!:w!rbz chr. Später. aU an und sein Geschlecht längst schon im Grabe ruhten und dcr Schleier der Jahre sich üb?? die Vergangenheit dreitete. wurde J2N primus in Gambrinus vcrdrcht. wählend der Standort seines Bilds- i:n Hause der Brüsseler Brauerelglllk u:iq:iucht die Beranlassung gzb. unsern Helden zum Erfinde? des Bierbraucns zu stempeln. D?Ä hauen wir ihn in Ehren, den wacleren Gambrinus. selbst wenn er so wenig das Bier wie dasPulrer erfand. Dafür war er ein nttörlicher Held, mmniglichcr Dichter, ein kräftiger N?g:nt und fröhlicher Zecher. Eine wahrhaft salomonische Entscheidung bat ein Richter zu Montesano. Wash., getroffen. Zwei Nachbarn stritten sich wegen des Be. sitzes mehrerer Hühner. Der Richter wartete bis aeaen Abend, trua die Hühner zuerst nach dem Hofe des Klägers und dann nach dem des Verklagten und sprach sie schlieblich Letzterem zu, weil sie in dessen Hofe gleich auf eine Stange sich setzten und einschlieZm 1 " ' (. l r 1 rw cu, waqisno ie -0, oem - Anoeien remd zu sein schienen.

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