Indiana Tribüne, Volume 22, Number 362, Indianapolis, Marion County, 17 September 1899 — Page 9
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eüa Die graue Maus. Won Annie Lattelsberg. Sie gehörten Beide zu der Gesell, schaft der Gebildeten, die unter den schwierigsten Umstünden den Kampf mit dem Leben führen. Ohne festes Heim, ohne großen Besitz, oft zeden Monat in einem anderen Quartier, führten sie das Zigeunerleben in der Großstadt. Nachdem sie wiederholt habgierigen Wirthinnen schon zum Opfer befallen, fanden sie sich in einem Chambrpgarni dritten Ranges, welches eine humane Wittwe zum Wohle der herumziehenden Menschheit hielt. Sie wohnten Wand an Wand. Taß diese Wand eine, Bretterwand war. störte sie Beide. Jeder Seufzer, jeder laute Gedanke des Innen fand Gehör bei dem An dern. Und sie seufzte oft und er dachte sehr viel laut, nach Art einsamer Menschen, die zuweilen das Bedürfniß hegen, ihre eigene Stimme zu hören. Sie lauschte lächelnd auf den pathe tischen Ton seiner Worte, der ihr aber erklärlich wurde, als die Wirthin ihr mittheilte, daß ihr Nachbar ein Dichter sei, daß er ein Drama schrieb, in welchem Könige, Prmzen und Prinzessin nen zu Dutzenden sich bewegten. . Nun lächelte sie noch mitleidiger. .Ein echter Hospoet!" nickte sie der Wirthin zu. Sie dachte dabei mehr an die fünf Treppen des Hinterhauses mit der Ausncht in die herrschaftlichen KU chen des Vorderhauses, als an einen lönialichen Hoshalt. Praktisch wie sie war, erschien ihr daS Drama mit all den hohen Herr schatten, das in dem engen Hmterstüb chen entstand, von vorneherein verfehlt. WaZ konnte ihr armer Nachbar von Königen winen und gar von Punzes sinnen? Das war sicher Unsinn, was er da schrieb. Schade um die schöne Zeit dachte sie beinahe ebenso laut dies mal wie er. Tann sahen sie sich. Sie klein zierlich, blaß und schlank und grau. Graues Kleid, aschblondes Haar, graue Augen, grauen Teint. Der Teint der Armuth. .Die reine graue Maus!" dachte er. diesmal aber nicht so laut. Auch er lächelte mitleidig von seiner Höhe auf auf sie hinab. Im Berliner Zimmer, da? groß protzig .Speisezimmer" genannt wur de, in dessen dunkelsten Winkel eine schäbige Chaiselongue stand, auf wel cher die ehrbare Wittwe ihr nächtliches Dasein fristete, da trafen sie zusammen. Aus einer Tüte hatte sie eben dre Aepfel und zwei Semmel auf tca Tisch des Hauses geleert. In ihrem kleinen Stübchen hielt die Wirthin großes Reinemachen. Cs schwamm in Seifenbrühe. Er saß aus denselben Gründen wie sie im Berliner Zimmer und laZ die neuesten Theaternachrichten. Ein stummer Gruß. Verstohlenes Hinüoerollnzeln. Sie hielt ihre Mahlzelt. Einer von den dustenden Aepfeln war bereit? verschwunden. Da erhob er sich, trat zu ihr und sprach: Essen Sie ein warmes Mittags brot?" .Nur selten, ich bin Vegetaria nerin !" .S o o o!" Darf ich Ihnen einen Apfel anbie ten, sie werden jetzt knapp." Nein, ich danke für Obst!" lachte er. Sie blickte zu ihm auf. Er sah wirklich wie ein Poet aus. Wildes Lockenhaar, den Zwicker auf der Nase. hohlwangig, übermäßig schlank. Sein Anzug nachlässig, schäbig und doch was Besonderes, etwas anderes wie bei den meisten anderen Menschen. Sie schreiben ein Königsdrama?" Jawohl" gab er zurück mit einer selbstbewußten Miene, als ob dies etwas ganz selbstverständliches sei. Sie sind Lehrerin?" setzte er fragend hinzu. Privatlehrerin. Ich pauke den Töchtern reicher Leute englische und französische Grammatik ein." Auch ein Vergnügen!" lächelte er. Nun wußte er, warum sie so oft eu zte. Glauben Sie denn, daß Ihr Drama ausgeführt wird?" Gewiß glaube ich das, sonst schriebe ich es doch nicht." Sie studiren die Könige in der Ge schichte, aber die Prinzessinnen?" Er lachte überlegen. Die, o, die kenne ich auch." ES kam so sicher heraus, daß sie gar kemen Zweifel auszusprechen waate. Mit großem, weiten Blick sah er in die fferne, über das Dach hinaus in den wolkenlosen, blauen Himmel. Er grüßte und ging hinaus. So langsam, pathetisch wie er sprach, s ging er auch. Es war, als schritte er auf den Brettern, die die Welt be deuten. Sie schüttelte den Kopf und lächelte wieder voll Mitleid. An sein Drama glaubte sie Nicht. Sonntag! Sonnendurchglüht, früh lingSduftig! Wieder trafen sie sich im Berliner . zimmer. Heute trug sie ein weißes Kleid, schlicht, glatt, ohne Aufputz, einen Le dergürtel um die Taille, ein weißes Hutchen mit weißem Band, glatt. einfach. Weiße MauSl" sagte er, als er sie iay.
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.Zur Abwechselung am Sonntag.Sie wollen spazieren gehen, wo
hin?" Jn's Grüne, weit fort in den Wald !" Nehmen Sie mich mit." ,.Gern. Kommen Sie." Kein Zürnen, ossene, gerade Men schen. Sie schritten nebeneinander zum Bahnhof. Sie plauderten lebhaft, als ob sie alte Bekannte wären. Mitten im Menschenstrom waren sie beide ganz allein. Sie sahen und hör ten nur sich. Sie hatten sich viel zu sagen. Boll mütterlicher Sorge sprach sie von seinem Drama. Wovon er leden wolle, fragte sie, wenn jene Arbeit ihm keinen Lohn brächte. ..Ich brauche nicht viel, ich schreibe für den Tagesbedarf aber mein Drama wird, sicher es wird!" ste sind Optimist. Ich beneide und beklage Sie deshalb." Tanke verbindlichst," lächelte er spöttisch. Sie gingen dann weit ab vom Wege durch WaldgraS, unter hohenIBäumen und athmeten m vollen Zügenidle reine Fruhlingsluft. Sie aßen gemeinsam, am Ufer des Wannsee sitzend, Brot und ffrüchte, die sie sich mitgenommen. Er pflückte Blumen und reichte sie ihr. Lächelnd steckte sie die bescheidenen Waldblümchen an ihren Gürtel. Es waren die ersten Blumen, die ihr ge spendet wurden. Bisher hatte kein Mensch sie beachtet bei ihrem Hetzen und Jagen von Haus zu Haus und Sonn tags allein mitten im Menschenstrsni, sie, die arme, graue Maus. Wie wohl das that ein Mal mit einem Menschen plaudern zu können, so von allem, was man dachte! Sie vergaß ganz, daß sie ein Weib und er ein Mann war. Für sie wa? er ein Mensch, der lebte wie sie lebte, der aber dachte und hoffte, arbeitete mit seinem Geist, der nicht wie sie immer und ewig dasselbe alte Lied wiederholen mußte. ' Wenn ich ein Mann wäre, wenn ich einer Dichter wäre wie wollte ich die Menichcn packen, wie wollte ich sie ruh ren oder mit Thränen in den Augen sie lachen machen!" Ihre schmale Brust hob sich, ihre Augen leuchteten, ihre Hände spreizten sich, als müßten sie etwas umfangen und festhalten. Lassen Sie die Könige und Prinzes sinnen sein, sehen Sie die Welt um sich an, schildern Sie das Elend der Ber kommenen, den Durst der mühsam Schmachtenden am Wege." Er sah sie an mit seinem überlegenen Lächeln. Nun fangen Sie an zu schwärmen. bis jetzt waren Sie so vernünftig. Aber die Begeisterung kleidet Sie ganz gut, schade, daß Sie nur mit der Grammatik sich abplagen münen." Nun seufzte sie herzbrechend und tief. Ein ganzes Leben lang Grammatik, das ist schwer, nicht wahr?" Muß es denn ein ganzes Leben lang teinr Sie beugte den Kops und antwortete nicht. , Nun gingen sie jeden Sonntag zu sämmen. Draußen in duftiger Waldeöstille, da las er ihr sein Drama, vor. Noch fehlte der Schluß, noch eine Woche Ar beit, dann sollte es vollendet sein. Auf einem gefällten Baumstamm saßen sie d'cht neben einander. Er las mit seinem pathetischen Ton und sie, sie lachte, sie lachte Thränen. !TaS war ein wunderbares Völkchen von Königen und Prinzessinnen, so wie sie nur m der Phantasie eines ar wen Teufels entstehen konnten. Aber lustig war es komisch bis zum Uebermaß. Erst stutzte er, als sie lachte. Belei digt wollte er das Hest schließen. Aber dann riß eS auch ihn hin, dieses helle, erquickende Lachen. .Als er geendet, da klatschte sie in die Hände: Dieses Drama ist ja eine entzückende Posie Noch ein lustiger Schluß Er ließ das Haupt sinken. Er sollte doch tragisch enden." Thut nichts, es ist ja zu komisch. Machen Sie einen Schluß, der alles m Wohlgefallen auflöst und Sie haben eine prächtige Posse geschrieben!" Mit ernstem Blick sah er in ihr la chendes Gesicht. Solche Wirkung übte sein Stück! So ausgelassen lachte dies ernste, den lende Mädchen, das so klug beobachten konnte. Er überlegte. Nach ihrem Vorschlag wurde sein Drama zur Satire. Aber er machte den Schluß nach ihren Anga ben. Nun hoffte sie mit ihm. ES dauerte lange, sehr lange ihre Hossnungen sanken schon, sie begann ihn zu trösten: da kam die Annahme an eine der ersten Bühnen. Sie faßten sich um und tanzten, vor Lust, wie ausgelassene Kinder. Premiere! Beide saßen fiebernd neben einander in der Loge. Aber der Erfolg kam. Lachen, Jubel, Händeklatschen! So ging es von Alt zu Akt. Sie saß allein mit bebendem Herzen. Nun war eine Klust zwischen sie ge rissen. Er ein ersolgreicher Dichter,' und sie sie die arme, graue MauZ von früher! Kein Sonntag mehr draußen im Grünen mit ihm! Und doch war es ihr Schluß, den sie ebenda aufführten, den die Menge be jubelte. Er dankte, er verneigte sich linkisch, pathetisch und blickte auf zu ihr. Ruhig blieb sie sitzen, als Alle zingen. Dann stürmte er herein und riß sie Zn sein Herz. Mau, arme, liebe graue MauS, meine Maus! Die Gramatik warf er zum Fenster hinaus in hellem Freudengelächter. Die brauchst Du nicht mehr, als mein liebes, kleines kluges Weib!"
Ein weiblicher Vsstzier. In vielen Armeen Europas ist die
Fabel im Umlauf, daß in dieser oder jener Truppe einstmals ein Mädchen unerkannt als Soldat oder Officier ge dient, daß sich die Amazone im Frieden musterhast verhalten und im Kriege durch Tapferkeit und Kühnheit ausge zeichnet habe. Als vollkommen beglaubigt ist em weiblicher Officier nur in der öfter reichischcn Armee nachgewiesen worden. Es giebt unter den älteren Osycieren dieser Armee heute noch zahlreiche Her ren. welche die seltene Frau, die den Titel eines k. k. Lieutenants bis an ihr Letentende führte, persönlich gekannt haben. -ranuska Scanagatta, so hieß die Heldin, erhielt im elterlichen Hause zu Mailand eine sehr sorgfältige Erzichung, die jedoch den männlichen Sinn, der ihr ron Geburt aus inn wohnte, nicht bekämpfen konnte, ran ziskas Bruder Giacomo dagegen war ein fast weiblicher Eharakter, Schüch ternhelt und . Sanstmuth waren die Grundzüge seine? Wesens. Der Senator Scanagatta beablich tigte, seinen Sohn in der Militär akademie zu WiencrNeustadi unterzu bringen, während FranziSka ihre wei tere Ausbildung in einem Kloster Wiens finden sollte. Wenige , Tcge vor der Abreise, welche. .. wegen Erkrankung GiacomoS verschöben werden mußte, gestand Giacomo seiner Schwester, daß er nicht die leiseste Neigung zum Sol datenstande sühle und daß er diese Laus bahn nur aus Gehorsam gegen den väterlichen Willen betrete. Dieses Ge ständniß brachte in Franziskas abenteuerlichem Kopfe den kühnen Entschluß zur Reife, statt ihres Bruders in das Institut einzutreten, und sie sührte ihr Vorhaben mit wahrhast männlicher Entschlossenheit unter vielen Schwierig keilen aus. So phantastisch die Vor sütze Franziskas waren, so war es nicht minder die Laune deZ Zufalls, welche zur Verwirklichung der Wünsche unserer Heldin nicht wen?g beitrug. Die Reise nach Wien war für den Senator Scanagatta, welcher, wie viele Jtalie ner, jenseits der Alpen nur Barbaren vermuthete, ein Vorhaben der ernstesten Art; er ürxistigte sich namentlich um Franziska und beschloß, um jedes Aergerniß und jede Gefahr für seine Tochter zu vermelden, dieselbe in Män nertleidern als Bruder Giacomos rei sen zu lassen. In Venedig durch 'Geschäfte unvermuthet länger aufgehalten. benützte Scanagatta die Abreise des ihm bekannten Sekretärs Giuliani, der sich mit feiner Gattin nach Wien begab. dieses Ehepaar zu bitten, seinen Sohn Francesco mitzunehmen. Giacomo da gegen sollte noch warten, bis er seine Geschäfte in Venedig abgewickelt habe; ihn, der noch Reconvaleöcent war, wollte der Senator ohne seine Beglei tung nicht reisen lassen. So kam der Vater, indem er selbst den Giulianis das Geschlecht ihrer Schutzbefohlenen nicht verrieth, ohne es zu ahnen, den Absichten seiner Tochter entgegen. Es gelang Franziska, die Giulianis, welche weit entfernt waren, Verdacht zu schöp fen, durch Ueberredung zu bestimmen. sie nicht zwecklos nach Wien mitzuneh men, sondern auf der Durchreise in Wiener-Neustadt zurückzulasten, wo sie von dem damaligen Oberarzt Haller statt ihres Brides in Kost und Qnar her ausgenommen wurde. Erst nachdem Franziska, die Auf nahmeprÜfung gut bestanden hatte. unterrichtete sie den Vater von dem Vorgefallenen. Das Entsetzen des alten Herrn beim Lesen dieses Briefes war unbeschreiblich, er eilte sogleich nach Wiener-Neustadt, um seine Toch ter aus den Mauern der Akademie zu entfernen, innerhalb welcher ihr. seiner Ansicht nach, nur Verderben drohen konnte. Aber da schlaue Mäd chen mußte ihrem Vater, der sie über aus liebte, durch die süßesten Liebko sungen, Bitten und endlich durch die bittersten Thränen das Zugeständ niß abzuzwingen, die schon beschlossene Reise nach dem Kloster so lange aufzuschieben, blö er eine Unter rcdunq mit dem Oberarzte Haller ge habt hätte. Am nächsten Morgen fand die gewünschte Unterredung statt. Man kann sich leicht vorstellen, in welcher Angst die kriegerilche Jungfrau schwebte. welche voraussah, daß von die er Be sprechung ihre Zukunft abhing; aber das Glück, welches über Franziskaö kühnen Plänen waltete, fugte es. daß die Unterredung in lateinischer Sprache stattfand, da Don Scanagatta ebenso wenig deutsch sprach, als der Oberarzt Haller italienisch. Beide Herren hatten Mühe, durch ihre spärlichen lateinischen Kenntnisse sich verständlich zu machen. Haller wunderte sich nur, daß der Senator. welcher doch von seinem Sohne sprach. stets weibliche Ausgangsformen wählte; er schrieb dies indes einem Mangel an Uebung oder Kenntniß der lateinischen Sprache zu und schenkte Äleiem Um stand daher keine Beachtung. Er sprach Don Scanagatta zu, den zungen Stu denten den Lehrvorträgen in der Akade mie auch ferner anwohnen zu lassen. cühmte dessen Aufführung und Fleiß und sagte voraus, er werde eines Ta aes die Gierde und der Ruhm der Akade mie werden. Endlich gestattete Don Scanagatta, dessen Vatergefühl der kühne, schon so wett gediehene Plan seiner Tochter schmeichelte, daß Iran ziska ihre Studien fortsetzen dürfe. Endgültig ln d:e Akademie aufge no'mmen. verblieb Franziska beim Dok tor Haller in Kost und Quartier. Durch großen Fleiß erlangte sie ' im Januar 1797 eine Fühnrichsftelle beim Warasdiner Jnfantkricregiment Nr, G, in welkem sie den Feldzug 1797 mit machte. 1799 zum Temesvarer In fanterieregintent Nr. 12 versetzt, wurde Franziska Scanagatta auf eigene Bitte bei dem Bataillon eingetheilt, welches sich bei den Blockadetruvven Genuas
befand. . Hier ze'chnefe sie sich ter oei Behauptung einer. Verschznzun'g am 9. und 16. Dezember 1799 durch hervor
ragende Tapferteit. aus.. Im Mä.'.' 1800 erfolgte ihre Beiördernn zun Lieutnant und bald darauf reist? gra;v ziska in Fourageangelegen!:citen nab Venedig, Mantua und Mailand, b-: welcher Gelegenheit sie die Freude genoß, ihre Angehörigen auf der Durchreise ii' Eremona, wo ihr Vater inzwischen Im tendant geworden war, zu sehen. Dn Eltern fanden indeß an dem Versteckspiel ihrer Tochter doch nicht die rechts Freude, und der Vater brächte es durä Vermittelung thni hohen Militärbcam. ten dahin, daß Franziska auf iinfce stimmte 3cit beurlaubt wurde. Im Dezember 1601 erhielt sie'sch'i'ßlch ihre Entlassung mit der standesmüßtgen Pension. . . Franziska vermählte sich im Januar 1804 zu Mailand mit einem Lieutenant Namens Spini. Dieser starb als Major im Jahre 1832. Kaiser Franz 1. sicherte der Wittwe nebst der Lieute nantspension auch jene als Majorswittwe zu, so daß diese merkwürdige Frau den Abend ihre? Lebens m sorg loser Ruhe genießen konnte. Jederzeit blieb Franziska Scanagatta der österreichischen Armee mit Anhänglichkeit zu. gethan. und bethätigte dieselbe namentlich bei der Räumung Mailands im März 1648, indem sie die zurückgeblie denen Verwundeten mit Hintansetzung aller persönlichen Rücksichten mit wahr hait mütterlicher Sorgfalt pflegte. . Franziska Scanagatta starb am 13. Januar 1865 zu Mailand. Oberst Johann Svoboda hat der seltenen Frau in scinem Werke: Die Theresianische Militärakademie zu Wiener -Neustadt und ihre Zöglinge" ein Denkmal ge setzt. ttlnderaustausch. In Dänemark besteht seit - einiger Zeit das System des Kindesaustausches während der Ferien. Kopenhagener Familien schicken ihre Kinder für sechs Wochen auss' Land zu Bauern als Gäste, und die Kinder der Landleute kommen für dieselbe Zeit in die betrefsende Familie der Residenz. Natürlich haben es die Kinder an beiden Stellen sehr gut; denn jede Familie behandelt ihre kleinen Gäste so. wi: sie ihre Lieblinge von den communicirenden Gastfreunden' behandelt, zu sehen wünscht. Die Stadtkinder' aus dem Lande bekommen von ihren, Wir then die -beste Milch,, die frischesten Eier, sie tummeln sich aus. 'sie lernen reiten, interessiren sich für die Feldarbeiten, kommen in unmitterbare Berührung mit der Natur den Landpslänzchen geh: , die neue Welt, der Museen, Sammlungen, Monumente, Ladenauslagen, Parks kurz der städtischen Cultur auf, und beide Theile sind zufriedengestellt. . Dieses dänische System, das ganz außerordentliche Resultate geliefert hat, wird in der Schweiz noch welter vervollkommnet. Die Schweitz ist ein dreisprachiges Land, und dort, wie heutzutage in der ganzen Welt, ist man zu der Ueberzeugung gekommen, daß nichts dem Menschen so nothwendig ist, wie Sprachenkenntnisse. In unsere: Zeit des immer mächtiger wachsenden Weltverkehrs hat der die meiste Aussicht vorwärts zu kommen, der die umfassendsten Sprachkenntnisse besitzt. Aber auf keinem menschlichen Thätigkeitsgebiet gilt so wie auf diesem das Sprichwort: Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr." Sprachen muß man frühzeitig zu lernen anfangen, desto leichter werden sie einem, desto fester sitzen sie. i Jn der Schweiz, wo drei Nationalitaten getrennt -von einander wohnen, sich im Ganzen ausgezeichnet vertragen, ist man daher auf den Gedanken gekommen, das dänische System dahin zu erweitern, daß Eltern verschiedensprachlicher Cantone in den Ferien ihre Kinder gegen einander austauschen, daß z. B. Eltern aus Zürich ihre Kinder den einen Sommer nach Genf, den nächsten nach Bellinzona schicken und dafür Kinder, aus den betreffenden Orten bei sich aufnehmen. Eine prak-tischere-Art deSSprachunterrichts kann es unbedingt nicht geben; denn die Kinder lernen auf diese .Weise die sremde Sprache geradezu spielend, dijrch den täglichen Umgang und Gebrauch, und lernen sie so, wie sie wirklich gesprochen wird. Mie sich in Dänemark herausgestellt hat. wirkt - der Kinderaustausch auch darin erziehlich und fördernd, daß Beoälkerüngskreise, die einander im Denken und Fühlen sonst fern stehen, sich zu nähern beginnen. Der später :rivachsene Städter hat von früh auf Verständniß für die Interessen. Bevürfnisse, Sitten des Landmännes, für den Bauer ist der Städter nicht mehr' kin' hochmllthiger Müßiggänger, er kernt den Werth seiner Arbeit schätzen. So' was! Feldwebel: ' -Was sind Sie in Ihrem bürgerlichen Be-ruf?-Rekrut: Schauspieler!-. Feld, webel: Weshalb blasen .Sie die linke Backe so aus?" Rekrut: Herr Feldwebel, sie, ist durch Zahnweh, geschwol tat!", 7- Feldwebel: Ich glaubte schon. Sie wollten hier den GeschwoLenen spielen!- ; l Kühner Ä e r gle i ch. : Unterofsicier (zu den Kavalleristen) : Kerls. Ihr müßt mit den Pferden gewissermaßen i la siamesische Zwillinge zusammengewachsen sein!" . !7-Sie löst ver stand lich. Kind: Mama,, was fressen, denn die Kühe auf den Alpen?" Mama: Aber Elsa, was wollen sie denn auf den Alpen anderes fressen als Edelweiß.,G a l a n t e r i e. . Herr Doctor, seien 'Sie mal recht geistreich!" Aber, gnädiges Fräulein, wenn man in Ihre schönen Augen sieht, kann man doch höchstens Dummbeiten mctoVr."
Sommer-Wedizin. aT!r3J1 Eine gute Sommer.Vkedijln ist nöthig gegen Unordnung des Magen, der Leber und besonders gegen
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UnVerdaulichkeit, BiNiösität, Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit,
für welches kein Ucheres Heilmittel gesunden erden kann als zr. ugug Kömg's ibamburaer 'Tropfen
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