Indiana Tribüne, Volume 22, Number 362, Indianapolis, Marion County, 17 September 1899 — Page 6

Rirdcrvottdcr IHaße. Von den linksseitigen Nebengebieten 'des Rheines ist wohl keines bekannter und besuchter als das der inneren Nahe. Bingen, Kreuznach. die Ebernbürg und die Saline Münster am Stein ziehen fortwährend einen Strom Don fremden an. ganz abgesehen von den unzähligen Hilfebedürftigen, die an den beiden weltbekannten Badeorten Kreuznach und Münster Gesundung und Kräftigung suchen und meist auch finden. Das Nahethal selbst ist durckdie Rhein - Nahebahn längst erschloßen und wird täglich von Hunderien und Aberhunderten von Reisenden Durcheilt, gewöhnlich allerdings nur im Fluge, nicht selten jedoch auch mit der erforderlichen Muße, die es dem Neisenden gestattet, sich an den reichen, auf der Wegstrecke zwischen Rhein und Saar dargebotenen Naturschönheiten zu erfreuen. In reicherem Maße bieten stch jedoch "diese Schönheiten demjenigen zum Geziune dar, der das Thalgelände, wenn Glicht ganz, so doch in einzelnen seiner theile, als richtiger Wandersmann durchstreift. Reich belohnt wird er sich uamentlich finden, wenn er seinen Schritt den kleineren und größeren Seitenthälern zulenki, wie sie sich vor .allem von der Seite des Hundsrückens gegen den Thalgrund der Nahe eröffnen. Sie sind oft wild und rauh in das Gebirge eingeschnitten und in ihrer

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In Monzingen. unregelmäßigen Bildung wahrhaft .romantisch", das heißt von jener Stimmung durchdrungen, welche die Phantasie des Zuschauers unwillkürlich zu eignem Schaffen anregt. Ein .d:rartices kleines Thal, das Gäulsbachthal, treffen wir gleich m dem auf einem Hügel gelegenen Flecken Mon.zingen an der unteren Nahe. Bevor wir es betreten, halten wir uns jedoch einen Augenblick in dem erwähnten Vürgermeistereidorfe auf, theils um 'den hier wachsenden, wegen seines Feu'ers berühmten Monzinger Wein zu kosten, theils um einen Blick auf einige alterthümliche Gebäude im Innern des Ortes zu werfen, die in gelungener Weise den bürgerlichen deutschen Re?iaissancebau aus seiner guten Zeit ver--anschaulichen. Treten wir dann die Wanderung nach dem Thälchen an, so werden wir erstaunt über die uns entgegentretende Abwechslung sein. Noch reicher gestaltet sich diese, wo eine kurze Strecke hinter dem Orte Langenthal das ohnehin nicht sehr breite Thal in da schluchtenartige, wildromantische Hoxthal übergeht, das sich, bei derKlebmühle beginnend, etwa eine halbe Stunde lang bis zu den Hoxmühlen hinzieht, eine Fülle nteressanter Scenerien und kühner Gesteinsbildungcn entfaltend. In größerem Maßstabe wiederholen -sich diese Erscheinungen in zwei weite"ren. auf fcas linke Nahe - Ufer einmündenden, ausgedehnteren Seiten.ihälern, bei dem Kallenbach- und dem :Hahnenbachthal. Ersteres, zu dem wir von der Eisenbahnstation Martinstein cus gelangen, müssen wir wenigstens bis zu der noch in seinem Mündungsgebiet gelegenen Ruine des Schlosses Dhaun, der größten und besterhaltencn 'des Nahethales, aufwärts verfolgen. .Wie die Trümmer zeigen, war das Ruine D h a u n. Schloß einst ein umfassender Bau, der in der gleichen Weise den Zwecken der LZeith:idigung wie denen einer glänzenden Hofhaltung zu dienen vermochte. 5Die Geschichte des befestigten Ortes geht auf eine sehr weite Zeit zurück. Einen etwas weiteren Ausslug müssen wir in das bei Kirn sich von dem Nahethal abzweigende Hahnenbachthal inachen. In einer Ausdehnung von etwa sechs Stunden wird dieser Gebirgseinschnitt in den östlichen Abfall 'des Hundsrückens von dem Hahnenbach mit seinem richtigen Namen übrigens Jlir" und nicht etwa gar die Hahne" genannt durchströmt. Sobald wir den Ort Kirn verlassen und tie über den Hahnenbach führende Vrücke überschritten haben, wird unser Vlick unwillkürlich von den malerisch auf drei steilen und schroffen Felsklippen sich erhebenden Trümmern eines lten Burgbaues gefesselt. Es sind die Aeberreste der einst stattlichen Burg Stein - Kallenfels; sie war durch die Vereinigung zweier, ursprünglich gesonderte: Burgen entstanden, von derien die eine. Kaldenfels" geheißen, aus der ob:ren. die andere, dir Stein", auf der unteren Höhe emporragte. Nach den beiden Burgen nannten sich zwei Verschiedene Rittergeschlechter, die späier durch Heirath in eines zusammenflössen und die zu einem Ganzen vereinten Burgen als Neichslehen besaßen. Etwas in Verruf gerieth die Burg im vierzehnten Jahrhundert, als sie sich nach dem Auksterkn der alten Linie im Besitze einer Erbgenossenschaft, der sogenannten Stein-Kallenfelsischen Ganerbschaft, befand, die sich durch ihre Räubereien weithin bekannt machte. Äuch dem einst vielgenannten Räuber-

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hauptmann Johannes Bückler, dem berüchtigten Schinderhannes", haben die Trümmer des alten, von den Franzo,' sen in ihren unter dem Namen Reunionskriege beschönigten Raubzügen zerstörten Raubnestes zum SchlupfWinkel gedient.

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Kallenfels. Beim weiteren Verfolgen der Thallandschaft gewahrt man nicht weit hinter den Kallenfelser Ruinen auf einer Vergeshöhe das vielfensterige, weiße Schloß Wartenstein. Es rechtfertigt nicht ganz seinen Namen als Aus-sichts-oder Umschaufelsen", gewährt aber doch von seinem schönen Altanbau einen lohnenden Blick in das Thal und auf den Kallenfels. Hinter Schloß Wartenstein verengt das Thal sich bedeutend; die hohen Bergwände treten ziemlich nahe an den Wasserlauf heran und lassen zu unsrer Rechten kaum Raum für die an diesem sich dicht hinziehende Straße. Ueber das Dorf Hahnenberg gelangen wir zu dem etwas weiter aufwärts gelegenen Wirthshaus Rudolfshaus und schlagen hier einen nach rechts führenden Fahrweg und dann einen von diesem sich links abzweigenden Fußpfad ein. Wir suchen zunächst den Ort Budenbach zu erreichen, von dem aus wir leicht auf Wiesenpfaden zu Schloß Schmidtburg gelangen. Leider ist von diesem auf cinemFels, Vorsprung gelegenen alten Herrensitze nicht viel mehr als ein Trümmerhaufen übrig. Die Schmidtburg gehört zu den ältesten Burgen des Nahethales, dem sie wird urkundlich bereits im 10. Jahrhundert als Sitz der Gaugrafen des Nahegaus genannt, aus deren Geschlecht die beiden Linien der Wildgra sen und der Rauhgrafen hervorgingen, von denen die ersteren sich zu Beginn des vierzehnten Jahrhunderts mit den W a r t e n st e i n. Rheingrafen (den Nachkommen der alten Gaugrafen desRheingaues) zu dem mächtigen und einflußreichen Geschlecht der Rhein- und Wildgrafen verbanden. Auch auf der Schmidtburg hat eine Zeitlang der berüchtigte Schinderhannes in der damals noch erhaltenen Burgkapelle gehaust. Von den auf die reckteNaheseite auslaufenden kleinen Seitenthälern verdient das nicht weit von der Stelle, wo die alte Römerstraße den Fluß bei dem Orte Sonnenberg überschritt, bei dem Flecken Frauenberg ausmündende Waldthälchen aufgesucht zu werden. In ihm erhebt sich malerisch auf einer waldbestandenen Anhöhe die schöne Ruine der Frauenburg. Man genießt von ihr aus einen zwar etwas eng begrenzten, aber äußerst reizvollen Blick in das Nahethal. Die Burg wurde im vierzehnten Jahrhundert auf den Resten eines römischen Kastells von der in die Schicksale der Nahe- und Mosellande so häufig eingreifenden und darum in deren Geschichte so oft erwähnten willensstarken und thatkräftigen Gräfin Loretta von Sponheim - Starkenburg erbaut. In einer ihrer vielen Fehden mit dem Kurfürsten Balduin von Trier gelang es ihr, den ihr als Gegner gegenüberstehenden mächtigsten der damaligen Reichsfürsten am Fuße der Starkenburg bei Trarbach an der Mosel aufheben zu lassen und längere Zeit auf dieser kaum einzunehmenden Feste gefangen zu halten. Mit dem Lösegeld von 11.000 Pfund Heller, das Balduin ihr zahlte, erbaute sie dann die Burg. Selbstbetrachtung. Vater (eine Qualle betrachtend): Merkwürdig sieht so'n Dings doch aus!" Sohn: Ja, Vater, wie 'ne gefrottne Ohrfeige!" Amerikanisch. Mutter: Das sage ich Dir, aus der Liebelei mit dem jungen Smith wird nichts." Tochter: Ach. was redest Du da! Ich bin a schon seit vier Wochen mit ihm verheirathet.Grob. Aber, meine Gnädigste, vor so strahlendem Glänze muß man ja total verschwinden." Ich wollte, Sie wären es erst." Aufklärung. Es hieß doch, der Sekretär werde die junge Wittwe heirathen; wodurch sind die beiden denn auseinander gekommen?" Sie haben sich neulich im LeihHause getroffen." O weh! Gutsbesitzer: Du, Iochem, hör' mal, gestern Abend soll der Krüger Dir gegenüber auf mich geschimpft haben, was hat er gesagt? Raus damit, ich will alles wissen." Knecht: Er hat gesagt, gnädiger Herr wär'n ein Schafskopp, un un wenn ich's nicht glauben wollte, würde er mir's schriftlich geben." Gutsbesitzer: Was? und das hast Du ss hingenommen?" Knecht: Nee, nee, ich babe gesagt, das wäre nicht nöthig, ich glaub's auch so!"

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ZZernstein-ZZergSau. Den Bergbau auf Kohlen und Erze kennen gar viele, doch ist unter Zehntaufenden kaum einer zu finden, der den Bergbau auf Bernstein kennt. Der Grund dafür ist sehr einfach. Die Wergwerke, welche Kohle und Erze fördern, sind Legion und fast über alle Länder verstreut. Dagegen gibt es nur e i n Bernstein - Bergwerk, und dieses liegt entfernt und einsam in der nordwestlichen Ecke des ostpreußischenSamlandes bei Palmnicken, wo die merkwürdige blaue Erde das dem Pflanzenreich entstammende Gold birgt. Durch die zwar langsam, aber unaufhaltsam vor sich gehende Senkung der ostpreußischen Küste kam ein Theil des Lernsteinlandes in den Bereich der Meereswellen. Die Wogen rissen das Land der blauen Erde auf und entführten den aufgespeicherten Bernstein in die See, von wo er, da die Meereswelle nichts behält, wieder auf den Strand zurückgeworfen wurde. Daher datirt die Bernsteinfischerei und Vaggerei, die bis zum Graben des Bernsteins die einzigen Gewinnungsarten blieben. Untersuchungen an der samländlschen Ostseekllste, namentlich bei Brüsterort, wo die Taucher bereits auf den

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Grube Anna. Meeresgrund stiegen, um den Bernstein aufzulesen, bemerkenswerthe Funde an der in die Se.- ausstreichenden blauen Erde bei Palmnicken ließen mittlerweile hinter das Geheimniß iommen, daß die Hauptschatzkammer doch nicht das Haff sei. auf dem die Bernsteinbaggerei so wie so den ganzen langen Winter hindurch ruhen mußte. Die Memeler Firma Stantien & Beckers, welche vom preußischen Staate das Bernstein - Monopol erworben und in Schwarzort einen bedeutenden Baggereibetrieb eingerichtet hatte, ließ diesen allmalig eingehen und schuf in Palmnicken großartige BernsteinbergWerksanlagen. Sorgsam behütetes Land und wildes Meer liegen hier dicht neben einander. Mächtige Dämme und andere starke Befestigungen mußten errichtet werden, damit der Wogenprall die Arbeit der Bergleute nicht störe, welche die blaue Erde hier über 40 Meter tief heraufholen, damit sie auf Bernstein untersucht werden kann. Grube Anna" mit ihren Einsteigschachten, Luftschachten, Stollen. Förder- und Reinigungswerken liefert im Verein mit den benachbarten Gruben (Grube Palmnicken" und so weiter) eine solche Menge Bernstein, daß jährlich an den Staat eine Gesammtpachtsumme von ungefähr 700,000 Mark abgetragen werden kann. Weit leichter war es mit der Bernsteingewinnung und -Verwerthung aus dem Sande des Haffs wie hier aus der blauen Erde. Ter durch starke Wasserstrahlen von der blauen Erde befreite Bernstein ist nämlich nicht zu durchschauen, also auch nicht auf seinen Werth zu prüfen, denn ihn bedeckt eine In einer Erdfalte. undurchsichtige Verwitterungsrinde, wie sie der Haff-, überhaupt der Seebe'rnstein nicht hat oder richtiger, nicht mehr hat, denn die rastlos rollenden Wellen haben an ihm vormals Schleiferdienste verricht. Solches muß hier künstlich nachgeholt werden. Der Grabstein, welcher noch gar nicht aussieht, als gehöre er zum Gold des Nordens, muß durch Maschinen von den letzten Spuren der blauen Erde und der sogenannten Verwitterungsnnde befreit werden. Große Fässer mit Was. ser. in denen sich Rohrbesen bewegen, putzen den Bernstein weiter, und nach ihnen übernehmen mit Wasser und scharfem Sand rotirende Behälter an dem Gold des Nordens weitere Reini-gungs-und Schleiferdienste. Nach der Bernsteinwäsche kann auch der Grabstein, gleich dem Seestein, leichter auf seinen inneren Werth geprüft werden. Er wird durch Hacken zunächst in die natürlichen Sprünge zertheilt, von allen Unreinigkeiten befreit und nacy Größe. Form und Farbe in eine große Anzahl von Handelssorten gegliedert. Diese sind so eingerichtet, daß sie sich den verschiedenen Zweigen der Bernsteinindustrie vollständig anpassen. Schon bald nach dem Inkrafttreten der Schwarzorter Bernsteinbaggerei führte Herr Moritz Becker das sogenannte feine Sortiment" ein. Dasselbe besteht darin, daß der Bernstein in eine eigne Sortiranstalt kommt. An fcm sen Tischen sind Sortirer oder neuer

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dings Sortirerinnen beschäftigt, den Bernstein in eine Reihe von Sortimenten zu .sondern. Jedes dieser gegen hundert' Sortimente enthält nur Stücke von gleicher Farbe, gleicher Größe und gleicher Form. Größe. Stückzahl aufs Kilo und sonstige Beschaffenheit müssen sich bis in die kleinsten Details gleichbleiben, um dadurch den Fabrikanten, wie es kaufmännisch heißt, eine sehr genaue Conjunctur zu ermögli-chen.

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Erdwäsche. Das größte bis jetzt in Palmnicken gefundene Bernsteinstück hat ein Gewicht von 5000 Gramm. Dasselbe befindet sich in dem Stantien & SQtdtx schen Bernsteinmuseum in Königsberg. In diesem Museum ist alles Seltene, Schöne und Sonderbare vereinigt, von den Bernsteinarbeiten aus der Stemzeit von Schwarzort an bis zu den neuesten, in das Gebiet der HandelsWaare schlagenden Stücken von Palmnicken. Da sieht man Ringe aus Bernstein mit Rosenölkapseln zum Export für den Orient, sogenannte Pferdekorallen zum Export nach Persien, türkischen und russischen Rauchrequisitenbernstein, Schmucksachen für Afrika, chinesische Amulette und so weiter. Neben Alterthümern ausBernstein und den verschiedensten modernen Bernsteinarbeiten, geschnitzt und gedrechselt, findet sich auch die jetzt weit verbreitete Imitation des Bernsteins. Auch die verschiedenen Farbennuanccn desBernSortirsaal. steins (blauen, grünen, braunen und sogenannten schwarzen) lernt der Besucher kennen. Anziehend sind, namentlich für den Naturkundigen, die Bernstemstücke mit Einschlüssen, welche die Fauna und Flora längstverflossener Jahrtausende betreffen. Am merkwürdigsten sind vielleicht die Hohlräume im Bernstein, die in der Erde oder See mit Wasser gefüllt sind, welches aber an der Luft eintrocknet: sogenannte Wassertropfen im Bernstein. Ein guter Bekannter. A. : Bei Lehmann's sollen die VerHältnisse auch recht schlecht sein!" B. : Ach. da ist der Gerichtsvollzieher so bekannt, daß sogar der Hund mit dem Schwänze wedelt, wenn er kommt!" Schade. Armer Teufel (vor dem Charkutierttaarenladen): Die dummen Redensarten! Mit den Augen verschlingen"! Wenn man das könnt', wär' ich schon längst satt!" Noth und Hilfe. Frau Schulmeisterin: Wenn morgen die Schwägerin mit ihren Kindern kommt und einige Tage bei uns zu Besuche bleibt, da wird's heißen, öfters Pfannenkuchen machen und es sind weder Eier noch Butter im Haus'." Schulmeisten Und Geld ist auch keins da. Aber Geduld, ich hab' eine Idee.(In der Schule): Kinder, morgen werde ich Euch die schöne Geschichte vom Columbus. der Amerika entdeckt t. erzählen. Da ist es nöthig, daß Jedes ein Ei mitbringt; wo keine Eier im Haus' sind, da thut'S auch Butter!"

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Wagnetoperationcn. Schon im Beginn unserer Zeitrechnung wurde die Kraft des Magneten zur Entfernung von Eisensplittern aus dem Auge verwendet. Wir besitzen darüber eine etwa zweitausend Jahre alte Notiz, die sich in der Ayurveda des Sucruta befindet. Es heißt da: Eine eiserne Pfeilspitze, die in Richtung der Fasern der Gewebe liegt, nicht fest eingebettet ist, keine Ohren besitzt und mit einer weiten Oeffnung in der Haut, kann mit dem Magneteisenstein ausgezogen werden." Erst im Beginn der neueren Zeit erfährt man wiederum etwas über die Anwendung des Magneten zu chirurgischen Zwecken. Sie erfolgte auf den Rath einer Frau; eine Thatsache, die unsere Damen mit Genugthuung erfüllen dürfte. Die ärztlich gebildete Frau des deutschen Mediciners Fabricius aus Hilden bei Köln veranlaßte 1656 ihren Gatten, einen kleinen Eisensplitter mittels eines Magnetsteins aus den oberflächlichen Augenschichten zu entfernen.

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Untersuchung. Die erste wissenschaftlich begründete und mit allen Hilfsmitteln der chirurgischen Kunst ausgeführte Magnetoperation gelang zuerst im Jahre 1879 dem Geheimen Medicinalrath Professor Dr. I. Hirschberg in Berlin. Er öffnete das Auge durch einen Einschnitt und holte, indem er die Spitze eines kleinen Elektromagneten in das Augeninnere einführte, den tiefliegenden Eisensplitter heraus. Um Magnetoperationen am Auge mit Hoffnung auf Erfolg ausführen zu können, bedarf der Arzt eines zu diesem Zweck besonders eingerichteten Laboratoriums. Es sind vorzüglich zwei Instrumente, die zur Operation nothwendig sind: das Werkzeug zur Untersuchung und das Werkzeug zur Heilung. Zunächst hat der Arzt festzustellen, ob sich denn wirklich Eisen im Auge befindet. Dazu dient das sogenannte Sideroskop. auf deutsch: der Eisenspäher. Der Apparat gleicht einem vereinfachten Galvanometer, den die Physiker und Elektrotechniker täglich gebrauchen; er besteht aus einem Entfernung eines Splitters. gut magnetisirten Stahlstäbchen, das an einem feinen Faden innerhalb eines Glasröhrchens aufgehängt ist. Nähert man das Auge des Patienten der Magnetnadel des Sideroskops, dann wird sie. wenn sich wirklich Eisen im Auge befindet, in Schwingungen gerathen. Zuweilen sind aber die Eisentheilchen so klein sie betragen nur Bruchtheile eines Milligramms daß es feinerer Beobachtungen mittels des Fernrohrs bedarf, um sie nachzuweisen. Auf unserem ersten Bild sehen wir, wie der Operateur am Fernrohr beobachtet, während ein Gehilfe den Kopf des Patienten am Sideroskop hält, beziehentlich hin- und herbewegt; Schwierigkeit macht hierbei zumeist das Betragen der Patienten, sie zeigen sich höchst ungeschickt, fahren mit dem Kopf gegen das Instrument u. dgl. Ist so der Nachweis erbracht, daß sich Eisen im Auge befindet und durch geschickte Messungen, die eine reiche Erfahrung beanspruchen, festgestellt, , wo es seinen Sitz haben dürfte, dann schreitet man zur Magnetoperation. Das zweite Bild zeigt, wie der Operateur sanft denKopf des Patienten faßt, die Augenlider zurückzieht und die verletzte Stelle der Spitze des Riesenmagneten nähert. Zuweilen gelingt es, befonders wenn ein größerer Eisensplitter im Auge liegt, ihn nach vorn zu ziehen, so daß er in der Wundöffnung erscheint und leicht entfernt werden kann. Aufgehalst. Oberst: Herr Lieutenant, den Leuten stehen die Binden über den Kragen, wie kommt das?" Lieutenant: Verzeihen.Herr Oberst, die Leute haben keine vorschriftsmäßigen Hälse." Grund genug. Warum haben Sie bei Ihrem Witzblatt auch einen Arzt angestellt?" Weil sich so viele Abonnenten krank lachen!" Kann wohl sein. Nun, Mr. Fox, wie fühlen Sie sich denn nach der Seekrankheit?" O, so recht umgestülpt." Im Eifer. A.: Weshalb haben Sie eigentlich dem Bräutigam Ihrer Tochter den Laufpaß gegeben?" B.: Weil ich ihn noch zur rechten Zeit durchschaute; denken Sie, als ich ihm das Jawort gab, umarmt' er plötzlich statt seiner Braut meincu Geldschrank!"

Entschuldigt.

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Herr (zu seinem Jäger): Wie können Sie sich unterstehen, besoffen in aller Früh zu mir zu kommen?" Jäger: Ach, verzeih' S', gnädiger Herr, den Rausch hab' ich für eine Schuld annehmen müssen!" Der vollendete Sportsmann. Nu. Herr Levi. sind Sie schon ganz sicher auf dem Veloeiped?" Will ich Ihnen was sagen, hab' ich gefahren mit Herrn Meyer e Tour, und hab' ich auf dem Rad mit i.hm abgemacht e Geschäft." Sieweiß zudrehen. Hausfrau: Wenn ich etwas sage, so horchen Sie gefälligst genau auf!" Dienstmädchen: Und gestern haben iiuc inmuiuc ?tcau loicuci vu-j : tv . o Horchen" verboten." Schrecklich. Graphologe: ... Aus der Schrift eines Menschen kann man ganz genau seinen Charakter erkennen!" Bauer: Jessus, Herr Doctor, no' muß I' jo gar kein' Charakter hab'n I' kann jo gar net schreib'!" Er kennt ihn. Student Bummel ist bei seinem Freund, einem jungen Rechtsanwalt zur Hochzeit eingeladen. Als Geschenk überreicht er eine kostbare Pendule. die der Bräutigam erfreut, aber einigermaßen erstaunt, entgegennimmt. Im Laufe des Tages wird er auch von diesem bei Seite genommen. X propos, Bummel, wenn Du 'mal wegen der Pendule verklagt wirst, übertrage mir die Sache!" Erschreckendes Complim e n t. Mein Fräulein, Sie haben ungleiche Augen!" Um Himmelswillen, wie so denn?" Eines ist schöner als das andere!" VedenklichesEheglück. Junger Ehemann: Lieber SchwiegerPapa, an der aufgezählten Mitgift fehlt ein Hundertmarkschein. Schwiegervater: Hör'n Se, verliebt sind Se aber auch nicht ä bische." ,..

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Mutter. 4 Von R. Spitzer. Müd' aus dumpfer Werkstatt schleppt sich He:m die bleiche Frau, Traurig nisten ihr im Auge, Noth und Sorge grau. Und vor'm Hause spielt ihr Junge, Blaß, die Füße bloß, Läuft mit seinen krummen Beinchen Jauchzend auf sie los. Und schon hält sie unter Küssen Ihn im Arme weich Und mit einmal ist sie lieblich, Ist mit einmal reich! Die schönen Damen von Messina.

Seit langer Zeit besteht in Messina ein merkwürdiger Geheimbund von Frauen. Dieser Bund, der den absonderlichen Namen Gesellschaft der 33 schönen Damen" führt und unter der Leitung einer Oberin, der Mama Maggiore" steht, besitzt große Macht über die unwissende Bevölkerung. Niemand weiß etwas Bestimmtes über die Thätigkeit, die Gewohnheiten und Bestrebungen des seltsamen Frauenbundes auszusagen. Man vermuthet nur und urtheilt nach den Mittheilungen, zu denen sich hin und wi:der einer der nächsten Angehörigen e.ner lla Signora" verleiten läßt. Es wir) behauptet, daß die 33 Fninn in jcder Dienstag-, Donnerstag- und Sonnabend - Nacht bei guiem Wetter im Geiste" zusammentreffen, um zu berathen, wer es verdient, von ihnen geliebt oder gehaßt zu werden. Am Abend vor einer sol?n Zusammenkunft erinnert jede Beua Signora ihren Gatten oder andere Famienglieder daran, daß ihr Geist gegen 12 Uhr ausfliegen" werde und daß N::mand wagen dürfe, ihren inzwischen leblos auf dem Bett liegenden Körper zu berühren. Den guten Leuten würd: es auch niemals einfallen, dies Gebot zu übertreten; sie fürchten sich sogar so sehr, daß sie nicht einmal den Muth haben, das Schlafzimmer der geistig ausgeflogenen" Signora zu betreten, um zu sehen, ob der Geist den Körper nicht am Ende mitgenommen habe. Es kommt nicht selten vor, da ein Mitglied der 33" mehrere )lacz und Nächte fortbleibt, und während der ganzen Zeit rührt sich der Gatte kaum von seinem Lager. Er ist fest davon überzeugt, krank zu sein, und läßt sich durch nichts bewegen, aufzustehen, eh: sein Weib, die Bella Signora, zurückkehrt. Ein Mann, der eine schöne Dame" zur Frau hat, glaubt alle Ursache zu haben, stolz und zufrieden zu sein, denn er bekommt sehr häufi.; anonyme Geschenke in Form von löstlichen Früchten, seltenem Geflügel, seidenen Taschentüchern und selbst Geld. Der arme betrogene Gatte nimmt dies Alles in kindlicher Naivetät dankbar entgegen und fühlt sich glücklich im Glauben an den hohen Beruf" seiner besseren Hälfte. Bon den guten und bösen Thaten dieser Bella Signora" sind höchst wunderbare Geschichten im Umlauf. Man dichtet ihnen an. daß sie die schrecklichsten 5rankheiten zu heilen im Stande seien. Aus diesem Grunde sind arme Leute, bei denen ein Familienglied erkrankt ist, stets darauf bedacht, die Aufmerksamkeit einer Bella Signora auf sich zu lenken und sie zu einem Besuch im Geiste" zu veranlassen. Zu diesem Zwecke zündet man in der Mitte und in den vier Ecken des Gemaches aromatische Kräuter an, und sobald der duftende Rauch durch den Raum zieht, bildet man sich ein, die Gegenwart der gütigen Fee zu verspüren. In dem Krankenzimmer muß aber die peinlichste Sauberkeit herrschen und das Leinenzeug des Bettes frisch von der Wäsche sein. Dös kleinste Schmutzfleckchen würde den Segen der Signora in einen Fluch verwandeln. Man h:gt dieAnnahme, daß die schönen Damen" ihre Krankenbesuche über Mittag machen, und um diese Zeit gehen alle Frauen dicht an den Hiiusern entlang, damit die Mitte des W.'ges für die unsichtbare Bella Signora frei bleibt. Bei dem Tode eines Mitglieds der 33" wird sofort ein anderes gewählt. Eine Frau, die man dieser Ehre theilhaftig werden läßt, muß vor allen Dingen schön sein, dann muß sie ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsgefühl besitzen und ebenso gehorchen wie schweigen können. Eine ungerechte, ungehorsame oder gar indiscrete Bella Signora wird dem Volksglauben gemäß in eine Kröte verwandelt. Ein armer, ungebildeter Sicilianer wird daher auch keinem dieserThiere ein Leid anthun. Man sagt, jedesmal wenn eine Kröte getödtet wird, stirbt eine Bella Signora. Niemand weiß, wann die Vereinigung der 33 schönen Damen" gegründet wurde. Manche beHäupten, daß sie bereits seit der Kreuzigung Christi bestehe, und daß die Zahl 33 gewählt worden sei, weil der Heiland bei seinem Tode 33 Jahre alt war. Keinem Priester und keinem Arzte, keiner Magistratsperson und keinem Philosophen ist es bisher gelungen. die abergläubische Bevölkerung zu überzeugen, daß die Bella Signora" ebenso wenig im Geiste einhergehen und Wunder thun könnten, wie irgend ein gewöhnliches Weib. A e r g e r l i ch. Bliemchen: PfuiSchbinne, ich war scheene dumm, wie ich uff den Potografen heerte und beim Potografieren ä friedliches Gesichde machde. Se müssen feixen, sagte er egal, und ich feixde. Nu hab ich die Potografien uff meine Postkarten an bringen lassen und nu will ich am flreinde ekliche Grobheiten schreiben, aber das wird mer garnischt herfen. p?enn er sieht, wie ich uff den Potogra sie da derzu suxen dhu." .....