Indiana Tribüne, Volume 22, Number 354, Indianapolis, Marion County, 10 September 1899 — Page 4
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Adt tögltch ZTUfinc" koft durch len Stl j Jentl per Woche, die Kontag.rttbü' f xtf pcx Woche, etd ufsmeB IS t skr SI dentl pcx ,. Ptr P,ft uicxhatt Ic 0ttt zzcschtt i 0KtXtittU p 9t. Dfltni 18 oüd cuadsms ttsös. SadiauavoliS, Ind., 10. Sept'br1899. Sonntags - piitei. Vor trir liegt ein Gedicht, daö mir von einem Herrn D. . .. zurVerössentlichung geschickt wurde. Wenn ich jeht dieses Gedicht einfach beiseite legte und eines sanften seligen Todeö entschlafen ließe, so könnte sich der Verfasser den Grund dafür ganz sicherlich nicht der.!ev und er fühlte sich sehr gekränkt. Davon nämlich, daß sein Gedicht ein Gedicht erste? Güte ist, daron ist er seö überzeugt. Ich aber bin eS weniger und ich habe doch auch eine Reputation zu verlieren . Da ist nun der erste BerS : Erhabene, heilige Stille Herrschet ringS um mich her; Nur süßeö geheimnißvoll' Flüstern Der lieblichen Elfenheer. Du siehst lieber Leser, unser Dichter entwickelt eine merkwürdige Phantasie. Ich habe noch niemals gefunden, daß da, wo ringsumher geflüstert wird, eine hellige erhabene Stille herrscht und sei das Flüstern auch noch so süß und geheimnißvoll. Du siebst ferner lieber Leser, wie unser Dichter auch die Sprache malirätirt. ES müßte natürlich richtig heißen: Nur süßeS, geheimnißvolles Flüstern der lieblichen Slfenheere. Aber weil sich Heere nicht auf her reimt und geheimnißvolleS den Rhyt muS nicht ergeben würde, läßt unser Dichter ein paar Silben zu Boden fallen. Geschwindigkeit ist keine Hexerei. 3m nächsten VerS heißt eS: Und Frau FloraS Kinder erwachen Und schau'n buntfarbig empor. DaS müs sen merkwürdige Kinder sein, die der F:au Flora. Die können farbig em. porschaven. Vielleicht deshalb well sie farbig sin d? Und wenn sich ein Mensch daS banteste Kleid anzöge, darum könnte er doch nicht buntfarbig emporschauen. - Einen buntfarbigen Bllck möchte ich einmal sehen. Im dritten VerS entbieten FloraS Kinder dem Dichter ihren Morgengrüß so freundlich, so duftig, so fein. Der Dichter sagt unS leider nicht, worin die Feinheit deS GrußeS besteht, aber ich glaube beinahe, daß der Gruß bloß deshalb fein ist, weil er sich auf klein reimen muß. Im vierten VerS FC ff et grau Sonne das traute herrliche B,ld. Der Dich ter will natürlich sagen, daß nun die Sonne ausgeht und daS Ganze be scheint, aber dann küßt sie doch nicht bloß daS Bild davon. In dieser Weise geht eS veiter und dieses Gemengsel von trivialen RedenSartea und gereimtem Geklingel hält der Dichter für ein Gedicht, wahr scheinlich bloß deshalb, weil eS sich reimt. Ich habe nun gar nichts dagegen. wenn Leute Verse machen. DaS ist ganz und gar ihre Sache. Aber eS ist doch nicht nöthig, daß sie dieselben drucken lassen. Besonders Leute, welche beim letzten VerS schon wieder dergessen haben, waS sie im ersten gesagt haben, so daß sie die erhabene heilige Stille im ersten VerS mit dem Flüstern. im letzten aber nochmals mit einem ZephursSnseln umbringen. Ich nehme eS nicht so genau, wenn mir Jemand ' ein Gelegenheitsgedicht schickt, da übersehe ich manche?. Aber ich sehe keinen Grund, warum ich einen Phrasen-Mifchmasch für Poesie halten und als solche veröffentlichen soll. Abgesehen 'von' poetischem Inhalt, von der Schönheit der Gedanken, gehört doch zum Dichten auch die Fähig. keit die Gedanken in die richtigen Worte zu kleiden, man muß die Sprache beherrschen und vor Allem nicht glauben. daß triviale Sätze durch den Reim in Poesie verwandelt werden können. Nichts für ' ungut lieber ' Dichter. Lissen Sie das Dichten, ' Sie haben keinen Beruf dazu. Wenn Sie etwas zu sagen haen, dann sagen Sie eS in einfacher gewöhnlicher Sprache. Die Gabe der Poesie ist nicht jedem Sterblichen verliehen und ohne genügende Beherrschung der Sprache hat sie ebenso venig Werth für das Dichten, wie er Sinn fürMufik ohne Kenntniß der Gesetze derselben für daS Componiren. - - 3m nächsten Jabre also werden wir hierein Sängerfest haben. ES wird Sein große, rauschende Fest, sondern vielmehr ein sehr bescheidenes gest sein, daS aber doch Berücksichtigung deröltut. Eine Vereinigung von kleinen
Gesangvereinen, zum großen Theil aus Arbeitern bestehend und den Namen Nord Indiana und Ohio Sangerbund führend, hält alljährlich ein Sängerfest ab.
Da nächste Fest findet in IndianapoliS statt. Von den hiesigen Gesangvereinen gehört bloß der Sozialistische Sängerbund zu dem Bunde. Diese kleinen Vereine haben so gut ihre Berechtigung wie die großen, und auch sie tragen in ihrer Art bei zur Hebung deS Gesanges und zur Einbürgerung deutscher Sitte und Eigenart. Bescheiden, wie die ganze Affaire sein wird, so hoffe ich doch, daß die besuchenden Vereine freundliche Aufnähme in unserer Stadt finden und daß die hiesigen Vereine bei dem Feste hilfreiche Hand leisten werden. Der Plauderer. Leegespenst. NoveUettevon Emil Peschkau. Der kleine, der Compagnie Touache gehörige Dampfer Jeanne d'Arc" ist ein Ueberbleibsel aus der guten alten Zeit, da es einen Comfort auf See" noch nicht gab; die Jeanne d'Arc" hat sogar für Passagiere erster Klasse nur zwei Cajüten eine für Herren, eine für Damen , und der sogenannte Salon ist ein derartig enges undhäß liches Loch, daß man selbst bei schlechtem Wetter lieber auf Deck speist, das heißt neben dem Schornstein, auf dem einzigen Plätzchen, das nach Aufeinanderthürmung der auch dort lagernixn Gepäckstücke das Aufstellen eines Tisches für ein Dutzend Personen gestattet. Das Schiff ist deshalb auch längst vom Hauptverkehr ausgeschaltet, aber es fährt jede Woche einmal zwischen Marseille und Tunis hin und her, und wer Geld sparen oder auf den großen Dampfer der Socit6 maritime" nicht warten will, dem leistet die Jeanne d'Arc" immerhin gute Dienste. Als wir Tunis verlassen hatten, schien sich das Wetter plötzlich zu wenden. Die weiße Häusermasse der Stadt, der Doppelgipsel des BuKarnein, die Trümmerstätte von Karthago die ganze afrikanische Küste, soweit sie zu überschauen war, lag unter blauem Himmel freundlich da, zum Theil im blutrothen Schein der untergehenden Sonne. Nordwärts aber häuften sich drohende Wolken und kaum war hinter Golitta die offene S erreicht, als wir auch schon ein starkes Lüstchen" zu spüren bekamen Das Meer freilich blieb ganz ruhig und schien so die Versicherung des Capitäns, daß wir trotz Wolken . und Brise gute Fahrt haben würden, zu unterstützen. Aber die Passagiere trauten der Sache nicht. Man sah nur bedenkliche oder gar mißmuthigc Gesichter und alsbald kroch Alles in die Cajüten. Auf dem Verdeck dritter Klasse lagerten allerdings ein paar französische Soldaten und etliche Neger zwischen zwei Kameelen und Bergen von Obstkisten herum. Der Theetisch erster Klasse aber sah an die,em Abend außer mir, dem Capitän und seinem Pudel Pomyen nur noch zwei Herren einen Marseille? Kaufmann und einen weißbärtigen Herrn mit rothem Fez, den ich in Bardo, dem Schlosse des Bey, wo er eine amtliche Stellung einnahm, kennen gelernt hatte. Der Capitän wie sein Schiff aus der guten alten Zeit war ein schnurriger Herr, der seinen Pudel aus einer Tasse Thee trinken ließ und unerschöpflich an schaurigen Seeabenteuern- war. Fast eine Stunde lang saßen wir denn auch so beisammen, wobei Capitän und Pudel fast die Kosten der Unterhaltung trugen. Von Mond oder St:rnen sah man nichts, über uns verlor sich der Blick in tiefes Dunkel und nur gegen Westen war es etwas heller. Sah man länger hin, so unterschied man aber da auch deutlich die Wolkenbildungen, und ich hatte den Eindruck, als ob wir in die beständig ihre Formen wechselnden Dunstmassen geradezu hineinsühren. Dabei war es sehr schwül, die leichte Brise hatte durchaus nichts Erfrischendes, und als wir uns erhoben, um schlafen zu gehen, bemerkten wir, daß Alles mit einer klebrigen Masse dicht überzogen war, demselben Salzniederschlag, den wir schon an unseren Händen beobachtet hatten. Immerhin machte der Luftzug den Aufenthalt in der Cajüte erträglicher und da auch derGanz des Schiffes sehr sanft war, schlief ich bald ein. Als ich erwachte, sah ich bereits ganz deutlich das kreisrunde Loch über meiner Matratze. das Fensterchen, und dann, nachdem ich mich aufgerichtet hatte, draußen auch, sanftbkwegt, das Meer. Der Himmel war dicht mit Wolken bedeckt, aber auch sie waren so deutlich zu erkennen, daß es schon Taz sein mußte. Rasch holte ich meine Taschenuhr unter dem Kopfkissen hervor und dann wurde vorsichtig ein Streichhölzchen angezündet. ES war halb vier Uhr in wenigen Minuten mußte die Sonne aufgehen. Glücklicher kann in Tourist ja gar nicht erwachen ich fuhr also, während meine Cajüten - Genossen ruhig weiter schnarchten, rasch !n die Kleider und dann sprang ich die Treppe hinauf nach dem Deck. Ich war kaum im Freien, als auch schon im Osten plötzlich ein Feuerschein auflohte, so grell, daß ich mich geblendet umwandte. Aber was war das? Dort durch die goldig schimmernden Wolken jagte blitzschnell eine tiefschwarze Gestalt. Auf einem Pferde ähnlichen Ungethüm ein Riese, der in seinen Armen ein Weib hielt. Ganz deutlich hob sich von seiner Brust ihr Kopf ab. das flatternde Haar, per Um-
riß ihrer BUsle. ume Entsuyrung in den Lüften über dem weiten, wogenden Meer! Athemlos stand ich da. meinen
Augen nicht trauend, und zetzt war auch der Spuk schon wieder verschwunden. Die Wolkenmassen glänzten nicht mehr, einförmig grau, aber heu, gar nicht so gefährlich aussehend, zogen sie. von der stärker gewordenen Brise getrieben, gegen Ost. Und als ich mich umwandte, war von der Sonne gzr nichts mehr zu sehen. Wie eine dunkle, glatte Wand stand es dort aus der dunklen Fluth auf und nur am oberen Rande dieser Wand spielte ein ganz lichter, fahler Schimmer um ziehende Wölkchen. Die unerklärliche Erscheinung hatte mich im Tiefsten erreat. und als ich jetzt den Capitän aus der Commandobrücke erblickte, sprang ich rasch die Treppe hinauf. Guten Morgen, Capitän. Haben Sie nicht soeben etwas Auffälliges be-obachtet?-Der Capitän lächelt?. Nicht das Geringste. Pomyen aus genommen aber der hat gestern zu viel Thee getrunken. Ist Ihnen ein Seegespenst in Sicht gekommen?" Ach, hören Sie mit Ihren Seegespenstern auf! Wenn Sie davon erzäh:n, glaubt man Ihnen gern; steht man aber selber eines, dann glaubt man's nicht, dann will man eine Wissenschaftliche Erklärung." Und nun erzählte ich ihm, was ich erlebt hatte. Als ich zu Ende war, machte er ein sehr ernstes Gesicht. Er zog seine buschigen Brauen düster zusammen und stieß einen Fluch aus. Und dann wandte er sich zu mir und sagte mit einer Grabesstimme, die mir übrigens wieder weit weniger ernst erschien: Das war der Lieutenant Singuerlet." Der Lieutenant Singuerlet?" fragte ich verwundert. Sacrebleu! Ich wette meinen Kopf darauf, daß es niemand anders war, als der Lieutenant Singuerlet." Verzeihen Sie, Capitän," entgegnele ich, Sie sprechen, als ob es sich um einen Menschen handelte." Ja so und Sie glauben an ein Gespenst?" Ich glaube nicht ich " Ist das Cognac, was Sie da ha-b-n?" Ich reichte ihm meine Cognacflasche, und er machte einen gewaltigen Zug. Danke. Ich will Ihnen die Geschichte erzählen." Er ließ seinen weißen Schnurrbart durch die Finger gleiten, blähte seine blaurothen Wangen auf, gab dem Steuermann einen Wink und lehnte sich endlich, über das Verdeck spähend, an das Geländer der Commandobrücke. Unser Lieutenant" so begann er dann ist arm wie eine Kirchenmaus. Das ist nie und für Niemanden eine angenehme Sache, für einen Lieutenant aber ist es unter Umständen besonders unangenehm, denn er dars ja nicht heirathen, wenn er nicht im Stande ist, Vermögen nachzuweisen. Arme Lieutenants begnügen sich deshalb in der Regel mit der Liebe, aber Singuerlet ist keiner aus dem Dutzend, und als ihm eines Tages eine arme Gouvernante ihr Herz geschenkt hatte, da fühlte er sich auch verpflichtet, sie zu seinem gesetzlich anerkannten Weibe zu machen. Obwohl er mit ganzer Seele Soldat war, ebenso leidenschaftlich seinem Beruf ergeben, wie der kleinen Madame, wollte er doch ihr zu Liebe ein bürgerliches Handwerk ergreifen. Da wurde er auf Empfehlung seines Obersten zu einer besonders schwierigen Mission nach Tunis ausersehen, und das war sein Verhängniß. Er bekam einen Paß ausgestellt, der auf einen Kaufmann Singuerlet lautete, er mußte Civilkleider anziehen, und so sollte er in Tunis eine Zeit lang incoznito leben, um gewisse Veobachtungen anzustellen. Der Kaufmann Singuerlet vollzog seine Aufträge auf's Gewissenhafteste und als er damit zu Ende war, versicherten ihn seine Borgesetzten ihrer höchsten Zufriedenheit. Es fehlte nicht an Auszeichnungen und vielleicht wäre er heute schon Capitän, hätte er nicht seinen Aufenthalt in Tunis auch dazu benutzt, die kleine Madame zu heirathen. Als die Sache herauskam, gab es natürlich heillosen Lärm, um so mehr Lärm, als Singuerlet behauptete, in seinem Recht zu sein. Er lebte ein Jahr lang als Kaufmann in Tunis und Niemand kann einem Kaufmann verbieten, zu heirathen. Für ein Civilgericht wäre das nun eine harte Nuß gewesen, aber das Militäraericht machte kurzen Proceß und entschied gegen ihn. Der arme Slnguerlet" Jetzt hören Sie aber auf, Capitän," unterbrach ich lachend den Erzähler. Das Uebrige ist ja leicht zu errathen. Der arme Singuerlet wurde zum Tode verurtheilt, auf der Piace de Kasbah in Tunis öffentlich erschossen, und jetzt reitet er, die kleine Madame im Arm, als Seeaespenst zwischen Marseille und Tunis hin und her. Hab' ich's getroffen?" Aber der Capitän blieb ernst und seine Augen schweiften wieder ärgerlich über das Verdeck. Ich erzähle keine Märchen," fuhr er fort, sondern eine buchstäblich wahre Gschichte. Singuerlet wurde auch nicht erschossen, er bekam nur ein paar Wochen Arrest und dann wurde er gefeiert wie ein Halbgott, abgesehen davon, daß einevon seinen Vorgesetzten und seinen Kameraden veranstalteteSammlung eine Summe ergab, die ihm jetzt gestattet, eine gesetzmäßig anerkannte Frau zu haben. Selbst unsere Militärs sind eben für Sentimentalitäten nicht unzugänglich und auch ein alter Seebär wie ich hat Verständniß dafür. Aber Alles muß eine Grenze haben und auf einem Schiffe muß die Disciplin sukrecht erhalten werden. Die Jeanne
d'Arc" hat aver nur zwei CaMen eine für die Herren und eine für die Damen " Ich hcrchte gespannt auf und jetzt fragte ich verblüfft, was er denn eigent ftch meine. Ich verstand ihn nicht mehr. Inzwischen hatten sich seine Augen auf einer Sielle des Verdes geradezu festgebohrt und nun machte er plötzlich eine rasche Wendung. Kommen Sie aber vorsichtig!" sagte er. die Treppe der Commandobrücke hinabspringend. Dann kletterte er über das Schutzaitter des Personendecks auf den Schiffsrand, schlich neben den zwei Rettungsbooten, die hier festlagen, und endlich winkte er mir. Eine Sekunde später stcind ich neben ihm und nun war mir mit einem Blia Alles klar. Wenige Schritte von dem zweiten Rettungsboot entfernt lag ein Haufen Segeltücher und dahinter, neben .der Kette, mit der von der Commandobrücke aus das Steuer gelenkt wird, war auf einer kistenartigen Erhöhung, durch welche die Kette durchlief, ein mächtiges Schiffstau aufgeschichtet. An dieses Tau gelehnt, die Beine aus den Segeltüchern lang ausgestreckt, saß ein schlanker junger Mann in der Lieutenantsuniform der Chasseurs d'Afrique, und auf seinem Schooß. von seinen Armen umfangen, mit Halbaufgelöstem Haar, das der Morgenwind noch mehr zerzauste, schlummerte eine zierliche Frauengestalt. Es war ein so rührendes Bild, daß selbst in dem verwitterten Gesicht des Capitäns ein Zug von zärtlicher Theilnähme sichtbar wurde. Seine Augenlider zuckten, die Falten zwischen seinen Brauen verschwanden, ein gutmüthiges Lächeln lag auf seinen Lippen. Es ist höchste Zeit," sagte ich, ihn scherzhaft anblickend, datz die Jeanne d'Arc" modernistrt wird oder daß der Capitän Vonafou ein anderes Schiff bekommt, in dem es nicht blos eine Cajüte für Herren und eine Cajüte für Damen gibt. Aber ist dieser junge Mann wirklich der Lieutenant Singuerlet?" Der Capitän nickte. Haben Sie nun Ihr Seegespenst erkannt?Ich war längst nicht mehr im Zwei-
fel darüber. In dem Augenblick des Sonnenaufgangs war eine Sekunde lang der Schatten der beiden Gestalten riesengroß in die fliehenden Wolken gefallen. Sie saßen noch genau so da. wie ich sie erblickt hatte. Seine Haltung war fast dieselbe, sein linker Arm umklammerte die Taille der jungen Frau und seine Rechte lag auf ihrer Schulter, während sich ihr Köpfchen an seinen Hals schmiegte und die dunklen Löckchen, die sich aus der dichten Haarmasse losgelöst hatten, im Winde flatterten. Den Schatten des Rettungsbootes hatte ich dabei für den Pferderücken gehalten und den Stoß Taue, an den sich der Lieutenant lehnte, für den Kopf des Thieres. Ich betrachtete das Paar noch eine Zeit lang, fast neidisch, dann faßte ich den Capitän am Aermel. Kommen Sie, Capitän wir wollen zwei so glückliche Menschen nicht wecken." Er folgte mir. ohne ein Wort zu entgegnen. Als wir aber wieder über das Geländer geklettert waren, hob er drohend den Arm. Wenn Sie ausgeschlafen haben, Herr Lieutenant Singuerlet." fuhr er auf, dann wollen wir 'mal ein Wort miteinander reden. Was der Herr Kriegsminister und die Herren Generäle thun, geht mich nichts an. Auf der Jeanne d'Arc" aber ist Capitän Vonafou Minister und General, und auf einem Schiffs muß Disciplin Herr schen. Sacrebleu. Herr Lieutenant. Sie machen mir nicht zum zweiten Mal Gespenster!" 'chltie? und Nascnröthe. Eins der hartnäckigsten MM, das namentlich Angehörige des weiblicher. Geschlechts heimsucht, ist die Röthung der Nase oder wenigstens der Nasem spitze. Nach einem Spazier.;ang bei frischer Witterung gegen Wind erhält die Nasenspitze einen rothen Anflug. der in der wärmeren Zimmerluft hernach noch mehr hervortritt. Viele weib liche Personen werden in der rauhen Jahreszeit die rothe Nase gar nicht los. Auch auf den Wangen zeigt sich nicht selten ebenfalls ein auffallend rother Fleck. Dr. Rosenbach, ein Berliner Arzt, b?kam im Winter einmal Gelegenheit. als ihn eine Dame mit auffallender Röthung der Nase und Wangen um Rath fragte. d:r eigentlichen Urfache solcher umschriebenen Röthungen nachzuspüren, und er entdeckte als Schuldigen d:n Schleier. Der , auffällige Umstand, daß die Nasenspitze nur bis zu den beiden Nasenflügeln betroffen war, und daß auf den Wangen die Nöthe sogar zu leichten Abschilferungen der Haut geführt hatte, lenkte ihn darauf, da besonders an diesen Stellen der Schleier der Haut fest anliegt. Weitere Beobachtungen lehrten ihn bald, daß Radfahrerinnen, die ja zum Schutze gegen Staub und zum Halten des Hutes gern . Schleier tragen, nach mehr oder weniger langer Fahrzeit sehr häusig rothe Nasen bekommen; sie schieben die Ursache in der Regel dem Winde und der frischen Lust zu. Aber Land- und Küstenbewohne? rinnen, die jahraus, jahrein noch weit stärkeren Witterungseinslüssen ausgesetzt sind, zeigen diese Röthe nicht; ebenfalls sind junge Mädchen, die noch keine Schleier tragen, frei davon. Wie der Schleier solche unangenehme Folgen hervorrufen kann, ergibt sich auS folgender Betrachtung. Wer . einen Schleier trägt, sucht ihn so zu binden, daß er auf den vorspringenden Geßchtstbeilen'f:st aufliest: Nak.ukd
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Wangen stützen !tzn sä xt erster' Linie. Jede Bewegung der Kiefer zieht ihn noch straffer an. Dadurch muß der Schler auf Hautstellen, denen er auf liegt, einen geringen Druck ausüben. Aeltere und frisch geglättete Schleier schädigen überdies auch noch durch ihre Rauhigkeit und Härte die Haut. Ist der Schleier durch die Hautausdünstungen einmal feucht geworden, dann verringert sich hinter ihm der LuftWechsel auf der Haut, was ja d Trägerinnen auch wollen; infolge dessen befinden sich aber die unter ihm befindlichen Hauttheile in einer warmen feuchten Atmosphäre und diejenigen Stellen, wo der feuchte Schleier auf liegt, sind gewissermaßen mit einem feuchten Umschlag bedeckt. Das Alles muß natürlich Rückwirkungen auf die Blutgefäße in der Haut haben; sie werden schlaff, ziehen sich in der Kalte nicht mehr zusammen. Da der Schleier nicht überall gleichmäßig anliegen kann, so werden die Gesichtstheile auch verschieden durchblutet; der eine Theil verhält sich, regelrecht, der andere, der durch die mechanischen und physikalischen Einwirkungen des Schleiers mehr gereizt wird, wird blutreicher. Kommen Schleierträgerinnen aus der Kälte in in warmes Zimmer und behalten sie den Schleier um. so verstärkt sich die Röthe wesentlich. Daß der Schleier für gewisse Witterungsverhältnisse eine angenehme Tracht ist, soll nicht bestritten werden; es ist aber fraglich, ob Angehörige des weiblichen Geschlechts, nachdem sie nun über die Ursache ihrer rothen Nase aufgeklärt sind, fürderhin noch weiter für das Schleiertragen schwärmen werden. Jede, bei der sich diese rothen Stellen auf Nase und Wange zeigen, wird nach Weglassen des Schleiers bald sich von dessen Schädlichkeit überzeugen; freilich, in Fällen, wo die Haut schon übermäßig empfindlich geworden ist, wird der Erfolg sich nicht im Handumdrehen einstellen. Halbschleier und solche, die möglichst lose anliegen, schädigen die Gesichtshaut natürlich nicht. Um über die schon eingetretene Empfindlichkeit der Haut zunächst hinwegzukommen, empfiehlt es sich, ein wenig Puder auf zulegen oder die Haut mit Lanolin schwach einzureiben; ferner sollten Solche mit besonders empfindlicher Nasenspitze aus der Kälte nicht sofort in's warme Zimmer gehen, fondern vorher erst ein wenig in einem mäßig warmen Zimmer sich aufhalten, damit die Blutgesäße der Nasenspitze sich ganz gllmälig mit Blut füllen können. Jetzt ist die Jahreszeit noch günstig, um sich das Schleiertragen abzugewöhnen; und gerade im Sommer vermeidet man dadurch eine weitere Schädlichkeit des Schleiers: man schont die Augen. Das stetige Hindurchblicken durch das seine Gespinnst greift, wie wohl jede Schleierträgerin aus Erfahrung weiß, die Augen stark an. Auch tte'e werden also von dem Fortfall des Schleiers Nutzen haben. Einer der's versteht. Commis (der häufig angeln geht): Herr Prinzipal, meine Schwester verheirathet sich morgen, und ich möchte Sie gern um Urlaub bitten." Chef: Schön, ich habe nichts dagegen, wenn sich Ihre Schwester - dann und wann verheirathet, aber bringen Sie mir wenigstens ab und zu 'nen Fisch
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