Indiana Tribüne, Volume 22, Number 354, Indianapolis, Marion County, 10 September 1899 — Page 2
Aer LöwenKonig. Von Wilhelm Thal. Nein. Kinder laßt mich! Ich will nicht!" Mit diesen Worten war der alte Löwenbändiger Bastable am Tische niedergesunken; ein ecsticktes Schluchzen rang sich aus seiner Kehle, und alle blickten den Alten erschrocken an. Alles, nur das nicht!" fuhr er fort, und ich bitte Euch, lacht nicht, bevor Ihr nicht alles wißt. Wenn ich seit 15 Jahren keine Karte angerührt habe, so kommt das daher, daß . Ich bitte Euch, legt die Karten ein paar Minuten bei Seite; ich will's Euch erzählen, wenn's mir auch noch so schwer fällt. Fünfzehn Jahre! Vielleicht erinnern sich einige von Euch noch an jene Zeit. Es war in Manchester, wo der Eircus drei Monate- Vorstellungen geben sollte. Da ich mache die Augen zu und sehe noch fo klar, aU wenn's da vor mir hinge das letzte Plakat, auf dem meine Nummer abgebildet war, mit meinem Künstlernamen in Riesenbuchstaben: Monsieur Leo, Der Löwenkönig! . Wie gesagt, noch jetzt sehe ich das Bild vor mir: Der große Käfig mit Romeo und Julia, dem kleineren Paar, die das Publikum angähnten, und Nero, den Riesenlöwen aus Nubien, der an den Gitterstangen emporsprang, was er immer that, wenn die Uhr die neunte Stunde schlug und unsere Production begann. Da seht jene Narbe auf meinem Arm doch das liegt so weit zurück, als wär's ein Traum. Ihr werdet's kaum begreifen. Den Namen Löwenkönig" hatte ich mir mit Recht erworben, und ich war stolz darauf , er war ein Beweis, löaß ich mit den drei Bestien alles thun konnte, was ich wollte. Es sah sich ziemlich leicht an aber hat denn das Publikum eine Ahnung davon, welche Ausdauer, welches Studium, welcher Muth dazu gehört, um solche Thiere zu zähmen und zu dressiren. Und dann lähmte mich manchmal an der vollen Entfaltung meiner Mittel der Umstand, daß ich eine Frau hatte, die von einem Tag zum andern sich in Angst verzehrte, wenn sie sich vorstellte, es könnte mir etwas zustoßen; darum bat sie mich auch oft, ich möchte den Beruf aufgeben. Als wenn ich das konnte! Ich konnte es nicht, selbst wenn ich daran dachte, daß sie jeden Abend, sobald es Neun schlug, zitternd vor Furcht zu Hause saß! Abgesehen davon aber lebten wir so glücklich, wie man nur leben kann, und unsere einzige Sorge, unser einziger Kummer auf der Welt war Jimmie, unser Sohn. Ich will es in einigen Worten sagen, er hatte eine wahnsinnige Leidenschaft für .das Kartenspiel. Eines Morgens stand ich früh auf und verließ meine Wohnung; denn an Nero's rechter Klaue sollte eine Operation vorgenommen werden, Jimmie aber war noch früher ausgegangen, und ich bekam ihn den ganzen-Tag nicht zu Gesicht. Als ich meine Wohnung verließ, um mich in die Vorstellung zu begeben, trat ein Mann ein gutgekleideter, mir vollständig unbekannter Mann auf mich zu und tippte mir auf die Schulter. Entschuldigen Sie, daß ich mir die Freiheit nehme," sagte er; ich habe schon einige Zeit auf Sie gewartet, um mit Ihnen allein zu sprechen. Sie sind doch Herr Bastable?" fuhr er fort, als ich verwundert zurückwich. Dann ist es gut; ich möchte Sie nur bitten, einen Augenblick unter diese Gaslaterne zu treten.... Es ist nur eine kleine Frage, die ich Ihnen vorlegen möchte. Wollen Sie mir gefälligst sagen, ob diese Unterschrift echt ist?" .Echt?" Mißtrauisch nahm ich das Papier, das er mir hinhielt, aus seiner Hand. Es war zusammengefaltet, so daß ich zuerst nur über dem Stempel am Fuße desselben den Namen Bernard Basiable" las. Ja. das ist meine Unterschrift," sagte ich; dann aber durchfuhr es mich wie ein elektrischer Schlag. Ich trat zurück und sah mir das Ding genauer an. Es war ein Wechsel auf hundert Pfund, zahlbar in einem Monat bei einem Bankier in London. Allmächtiger Gott!" rief ich, jiit habe ich in meinem Leben einen solchen Wechsel ausgestellt. Wer? Wer hat Ihnen das gegeben?" Halt! thun Sie das nicht!" schrie der Fremde, ich war nämlich eben im Begriff gewesen, das Papier in Stücke zu reißen. Es ist also nicht Ihre Unterschrift?" Hm! Nun, Ihr Sohn hat die Summe im Spiel verloren. Es ging durchaus ehrlich dabei zu, und Niemand hat von Ihrem Sohne verlangt, daß er .die Grenzen überschreiten soll. Sie wissen nicht, was ich sagen will? Er hat an drei von uns 95 Pfund verloren, und wir sind darauf eingegangen, diesen Wechsel vorläufig an Zahlungsstatt anzunehmen. Er sagte, Sie würden Ihre Unterschrift darunter setzen, doch wir hegten einige Zweifel, als er mit der vollzogenen Namenszeichnung zurückkam, und daraufhin übernahm ich es, mich von der Echtheit der Unterschrift zu überzeugen. Es thut mir herzlich leid; aber wenn Sie dieSchrift nicht als die Ihrige anerkennen und er am Verfalltage nicht zahlen kann, " Das also war es! Hundert Pfund! Und Jimmie unser Jimmie war zum Fälscher geworden! Alles drehte sich um mich; und ich konnte kein Wort herausbringen, bis der Mann achselzuckend fortfuhr: Wie gesagt, es thut mir leid ! Wir fürchteten, daß es so kommen würde; doch er wollte durchaus spielen!" Da packte mich eine heftige Wuth, und ich schrie laut: Nein, mein Herr, nicht einenPenny; zzräsentiren Sie den Wisch, verklage
Sie ihn, thun Sie. was Sie rsollen; vielleicht bringt ihn das zu Verstand!" Nun, gut; bedenken Sie wohl, was Sie eben sagen. Wir lassen Ihrem Sohn noch drei Wochen Frist dann. . ." Ich hörte nichts mehr. Wie ein Betrunkener ging ich taumelnd durch die Straßen, und ein Nebel schien sich über meine Augen gelagert zu haben. Unser Junge war ein Fälscher geworden! . . . Es war 12 Uhr vorbei, als ich nach Hause kam. Ich hatte gehofft und zu Gott gebetet, Lottie möchte schon zu Bett gegangen sein, noch nein, sie saß noch aus und sah so blaß und jammcrvoll aus, daß ein Blick mir sagte, sie wisse alles. J&o ist er? Sage es mir! Du mußt es mir sagen!" rief ich. Ganz ohne zu wissen, was ich that, war ich zur Wand gegangen und hatte dort einen der geladenen Revolver heruntergenommen, die ich mit in den Käfig zu nehmen pflegte, doch in demselden Augenblicke schlug sie mir die Hände um den Nacken und rief in wildem Tone: Thu' das nicht! Ich habe genug gelitten, mehr als ihr beide wißt! Thu' mir das nicht an, Bernard! Er hat mir alles gesagt und mich auf seinen Knieen angefleht; er hat mir auch heilig versprochen, nie wieder zu spielen. Er war wahnsinnig, als er die unselige That beging; er will die Schuld abtragend Bezahle nur noch dies eine Mal; Du wirst ihn damit retten! Bernard, Du kannst. Du darfst ihn nicht untergehen lassen!" Nein", entgegnete ich; laß ihn in sein Verderben rennen! Schon zu viel haben wir für den Jungen geopfert! Mag er in's Gefängniß kommen, wenn es soweit kommt. Ich hab's gesagt, und nehme es nicht zurück." Diese Scene nie werde ich es vergessen spielte sich an einem Donnerstag ab. Die nächsten Tage über führte ich meine Productionen wie in einem Traum durch, den ich nicht abzuschütteln vermochte, und mehr als einmal hatte ich ein kleines Recontre mit den Thieren, das einmal so auffällig wurde, daß man mich fragte, ob ich etwa meine Macht über die Bestien verloren hätte. Wie besinnungslos ging ich umher, es schien mir unmöglich, das Leben weiterzuführen, wenn mein eigener Sohn sich gegen mich verschwor. Seit Tagen hatte ich ihn nicht zu Geficht bekommen, ich hatte allerdings nicht danach gefragt, wo und wie er sich vor mir versteckt hielt; nur der beständige Anblick von Lottie's flehendem, traurigem Gesicht stand mir stets vor Augen. Das Bankhaus hatte meine bestimmte Anweisung, nichts zu zahlen, und so verging eine Woche, die so entsetzlich war, daß ich sie nicht zu beschreiben vermag. Ja, eine Woche. Am folgenden Freitag ersuchte mich der Geschäftsführer des Eircus, ihn aufzusuchen. Halb im Traume, sozusagen rein mechanisch, ging ich zu ihm und fand ihn vor einem Packet frischgedruckte? Anschlagezettel und Programme. Nun, Bastable? Was habt Ihr Neues?" war seine erste, trockene Bemerkung. Nichts? Hm! könntet Eure Nummer auch ein bischen auffrischen. Die Leute wollen was - für ihr Geld sehen. Das Geschäft geht schlecht, und der Direktor ist schlechter Laune. Darum hat er sich einen Trick erdacht, um das Publikum heranzuziehen. Hört! Am Montag, 14., und an den fünf folgenden Abenden wird eine
muthlge Dame aus hiesiger Stadt mtt dem Dompteur in den Löwenkäfig treten und dort ein Lied singen. . . . Na. was seht Ihr mich so eigenthümlich an? Ihr seid wohl eifersüchtig? Eifersüchtig?" rief ich mit verächtlichem Lachen und fuhr dann, die Hand auf das Packet legend, fort: Das geht nich!! Ich habe es schon früher einmal versucht; doch schon am ersten Abend kam es zu einer Panik. Gefahr ist ja nicht dabei aber Nero hat einen Widerwillen gegen Weiber, und ich übernehme keine Verantwortung. Außerdem " Was wollen Sie? Sie werden überhaupt nicht gefragt. Die Dame hat einen festen Vertrag unterschrieben. Die Sache ist ganz einfach; Sie machen Ihre Tricks, dann kommt sie an die Reihe, die ganze Sache dauert höchstens fünf Minuten. Es ist eine Miß Montrose, doch wir dürfen den Namen nicht drucken; das ist auch besser, dadurch bleibt das Geheimniß gewahrt. Ihre Aufgabe ist sehr leicht; halten Sie die Löwen in einer Ecke zurück und lassen Sie sie durch den Reifen springen, wenn die innere Thür sich hinter der Dame schließt. Das erhöht den Effekt. Wenn das nicht zieht, laß' ich mich fressen. Na, was sagen Sie jetzt?" Es geht nicht wiederholte ich, weil die Behörden es nicht gestatten würden. Das Verbot würde in demselben Augenblick erlassen, in dem man erfährt, daß es sich um eine Dame aus' der Stadt handelt." 'Meinen Sie," versetzte er lachend; nun, dem werden wir bald abhelfen. Wir machen Sie eben auf zwei Wochen zum Bigamisten." Was soll das heißen?" Sehr einfach! Wir annonciren die Dame als Madame Leo! Gute Idee! Was? Es wird nicht so stark ziehen; aber die Polizei kann uns keineSchwierigkeiten machen, wenn es sich um die eigene Frau des Löwenbändigers handelt. . . Sie scheinen noch immer nicht überzeugt zu sein?" fuhr er fort; nun. wenn es Ihnen nicht paßt, so sprechen Sie mit dem Direktor darüber. . . Ihre Nummer kommt um 8, Punkt 9 Uhr tritt Miß Montrose in den Käfig . . . dabei bleibt's. Abgemacht!" Es ?oar zwei Stunden später als ich meine Wohnung verließ, um miö
zur Abendvorstellung in den Eircus zu begeben.
Neun Uhr schlug es q werde den Moment nie vergessen! Die Glocke ertönte, und der Geschäftsführer annoncirte wie er jeden Abend that die wundervolle Productwn des Lowenkönigs Monsieur Leo. Die großen Katzen" lagen in instinktiver Erregung in ihren Käfigen; auch sie fühlten, daß sich etwas Ungewöhnliches vorbereitete. Der Eircus war gedrängt voll; die neuen Affichen hatten ihre Wirkung nicht verfehlt, der große Raum war ausverkauft; die Ankündigung, eine Dame würde im Löwenkäfig singen, hatte die ganze Stadt herbeigelockt. Scheinbar kalt und gleichgiltig verneigte ich mich und trat in den Käfig. Nero stieß sein gewöhnliches Brüllen aus; die anderen beiden Thiere gähnten und schlugen mit dem Schweif; doch ein kurzer Schlag mit der Peitsche, ein Schuß aus dem sechsläufigen Revolver, und sie wichen zurück. Eine Beifallssalve ertönte, als ich mich auf Nero scheinbar schlafend niederlegte, während die beiden Anderen mit ihren Pfoten über meinen Kopf einen Bogen bildeten, bis ich mit einem Satz aufsprang. Das Publikum saß schaudernd und athemlos da, als Nero auf ein Zeichen den Rachen aufriß und ich auf zehn Sekunden den Kopf hineinsteckte. Das sah entsetzlich aus, doch mir erschein es im höchsten Grade einfach und gewöhnlich. So machte ich einen Trick nach dem anderen, obwohl ich nur halb bei der Sache war. Jim Jim! nur noch eine Woche hatte er Zeit diesen Gedanken vermochte ich nicht zu bannen. Unser einziger Sohn! Wenn es zum Schlimmsten kam. Jetzt ließ sich die Stimme des Direktors vernehmen, und eine Bewegung ging durch das Publikum. Ich hatte es fast vergessen. Ein Hieb mit der Peitsche, und sie krochen wieder in die rechte Ecke. An diesem Tage waren sie etwas vor der Zeit gefüttert worden; wenn man sie also nicht ganz ungewöhnlich reizte, war nichts zu befürchten. Wieder ein Hieb! Ich sah, wie die Zuschauer sich ausrichteten und wandte halb den Kopf um, um einen Blick auf die muthige Dame zu werfen, die sich unter die wilden Bestien wagte. Da war sie sie ging ziemlich sicher, nur einen Blick richtete ich auf die hohe Gestalt, die langsam auf die Manege zuschritt. Fertig!" flüsterte ich und sah, wie einer der Stallknechte die Außenthür des Käfigs öffnete. Fertig!" wiederholte ich und trat einen Schritt zurück, während sechs glühende Augen die Kommende anblitzten. Es war ein aufregender Moment, doch ich fürchtete nichts; mein Blick beherrschte die Bestien vollständig. . . Alles in Ordnung, alles sicher," sagte ich. mich halbumwendend, sie werden sich nicht rühren. . . Da! Allmächtiger! Die Gesichter tanzten plötzlich vor meinen Augen; jedes Haar sträubte sich auf meinem Kopfe. Ich hatte ich hatte eben in zwei Augen geschaut, aus denen das gräßlichste Entsetzen hervorblitzte! Da stand sie an der inneren Thür, die Hände zitterten, das Gesicht war weiß wie das einer Leiche, die Blicke hafteten auf Nero, dem wildesten der drei Löwen, und die Unglückliche schien wie eine Statue unbeweglich, von Entsetzen gelähmt. Sie war's, mein Weib! Ja, es war Lottie, mein eigenes Weib. Ein schwerer Seufzer hob meine Brust, all' meine Nerven spannten sich; ich hatte die Situation erfaßt. Mein Weib! Die Mutterliebe hatte ihre Angst besiegt, ihre unüberwindliche Angst vor den wilden Thieren. Um Jim zu retten, um das zu seiner Rettung nöthige Geld zusammenzubringen, hatte sie in den Käfig hineinzugehen gewagt, sie wollte dort singen, singen. . . Es ist ja so einfach und ungefährlich, hatte ich oft mit lachendem Munde erklärt. . . Dieser einzige Gedanke hatte sie hergeführt, doch im letzten Augenblick verließ sie die Kraft, und wieder bemächtigte sich ihrer die Angst mit verdoppelter Gewalt. Wie ich in dieser furchtbaren Minute mich selbst aufrecht erhalten das vermag ich nicht zu sagen. Aber da brachte mich ein verdächtiges Brüllen wieder zu mir. Ich schwang die Peitsche und rief: Geh! Ich will alles thun, was Du willst! Verlaß den Käfig! Ueberlaß alles mir und geh!" In diesem Augenblick stieß sie ein leises Lachen aus, das schrill in meinen Ohren tönte. Nein," hauchte sie ich hörte, wie ihre Zähne vor Angst klapperten. Nein, ich muß singen. Ich fürchte mich nicht, wenn Du dabei bist. Du lachtest einst über mich. Jetzt will ich singen um Jim's willen muß ich singen. Ha! sieh!" Das letzte Wort wandelte sich in einen kreischenden Schrei. Was sich jetzt zunächst ereignete, weiß ich nicht. Ich weiß nur, daß Nero sich zum Sprunge aufgerichtet hatte, daß ich in wahnsinniger Angst auf ihn zugestürzt war und ihm den linken Arm in den Nachen streckte, gerade als er sich zum Sprunge anschickte. D?e gewaltigen Zähne bohrten sich durch Fleisch und Aermel und rissen mich zu Boden. Der heiße Athem schlug mir in's Gesicht; ein wildes Heulen erfüllte die Lust, während sich des Publikums eine heftige Panik bemächtigt hatte. Ich lag auf der Erde, meine Kräfte schwanden. Dann hörte ich das Klirren der Käfigstangen, ich hörte einen Schuß, und eiserner Stangen wurden in den Käfig geschoben. In dieser höchsten Noth erinnerte ich mich, daß mein Revolver, den ich stets im Falle einer Gefahr bei mir trug, mit sechs Kugeln geladen war. Derselbe lag in der linken Hand, die ich nicht bewegen konnte, mit übermenschlicher Anstrengung gelang es mir, ihn in die rechte Hand zu bekommen. Während ich so dalag, starrten
mich die gelben Augen blitzend an. Ich legte die Waffe an die Stirn, zwei-.
drei-, viermal knackte der Hahn, und jedesmal bohrten sich mir die Zähne tiefer rn's Fleisch. Dann aber vracy der Löwe zusammen, während mich eine wohlthätige Ohnmacht umfing. Viele Tage spater, als meine unden zum Theil vernarbt waren, erfuhr ich. was sich weiter ereignet hatte. Ich erfuhr, wie die ircusoeamien oine in Sicherheit gebracht und die beiden anderen Thiere erschossen hatten. Jimmie saß schluchzend an meinem Bette. Er hatte mich die ganze Zeit über aufopfernd gepflegt. Und Lottie? Ach, das war das Entsetzlichste vor allem; denn der Junge hatte, wenn auch seine Schuld am nächsten Tage getilgt wurde, einen hohen Preis für seine tollen Steiche zu zahlen. Man wollte es uns zuerst nicht sagen und sie uns eine Woche lang nicht sehen lassen. Dann aber ließen wir uns nicht länger zurückhalten, und wir verstanden das Entsetzliche ohne ein Wort. Sie lachte und streichelte Jimmie's Locken wie ein Kind ihr Verstand war geschwunden. sie war wahnsinnig geworden. Jetzt begreift Ihr wohl, warum wir, Jim und ich, seitdem nie wieder eine Karte angerührt haben." Der Knüppclkricg. Ein originelles Volksfest veranstaliet Joachim II. 1567 für die Berliner und Spandauer, eine Art Manöver, das als Knüppelkrieg" seinen Namen in der Geschichte behalten hat. Eröffnet wurde der Streit durch ein Wassergefecht auf der Havel zu Füßen der alten Beste Spandau. Die Geschütze von Spandau gaben mit blinden Schüssen das Signal zum Kampfe. Mit langen Stangen bewaffnet, drangen die Berliner und Spandauer in ihren Flotten" auf einander ein, suchten sich gegenseitig in das Wasser zu schleudern und ihre Kähne zum Kentern zu bringen. Die Schlacht", der der Kurfürst von einem Schiff aus zusah. währte drei Tage. Unglllcksfälle kamen nicht vor, denn zahlreiche Fischerboote standen bereit, die ins Wasser Gefallenen sofort zu retten. Dem Seekampf folgte ein Landkrieg. Er wurde auf der Ebene zwischen Spandau und Lietzow ausgefochten und sollte, dem Plane nach, damit enden, daß die Spandauer, ca. 800 an der Zahl, nach tapferer Gegenwehr von den Berlinern überwunden, sich in ihre Stadt flüchteten. Die Kämpfer waren in voller Rüstung und nur mit kurzen Fechtstöcken, sogenannten Knüppeln", bewaffnet. Anfänglich ging alles gut, dann aber kamen die Gemüther in Wallung. Den Spandauern gefiel es sehr schlecht, daß sie die Besiegten sein sollten, sie beschlossen, den Spieß zu wenden und den in der Ueberzahl kämpfenden Berlinern eine Nase zu drehen. Mit einer Kriegslist, einer verstellten Flucht, lockte ihr Bürgermeister Bartolomäus Bier den Feind aus seiner sicheren Stellung u?d fiel ihm mit den Seinen in den Rücken; das nahmen aber die Berliner sehr krumm, sie wehrten.?sich, und es setzte jetzt nicht mehr blos Hiebe, sondeoi auch blutige Köpfe. Joachim, der sein Vergnügen in so unzarter Weise gestört sah, mischte sich selbst unter die Kämpfenden, um sie auseinanderzutreiben. Umfönst! Die Hiebe trafen auch sein Roß. es bäumte und warf ihn ab; nur mit Mühe wurde er felbst vor der Gefahr des Zertretenwerdens gerettet. Erst die Nacht machte dem Kriege" ein Ende, der ö?ieg blieb unentschieden. Bartolomäus Bier aber, der tapfere Spandauer Stratege, wurde noch in der Nacht von den kurfürstlichen Trabanten aus dem Bette geholt und in den Thurm geworfen; dort konnte er mehrere Monate darüber nachdenken, was es beißt, ein besserer Krieger als der Kurfürst zu sein. Warum? Darum! Oberbürgermeister Dr. Lueger in Wien empfängt eine Militärdeputation von gemeinen Soldaten. Während der Unterhaltung fragt er den zunächst Stehenden: Wenn Se. Majestät der Kaiser befehlen wüzde, Sie sollten auf mich schießen, wurden Sie aus mich schießen." Wenn Se. Majestät der Kaiser befehlen würde, ich soll auf den Herrn Oberburgermeister schießen, wurde ich auf Herrn Oberbürgenmeister schieben." . Was haben Sie für eine Religion?" Ich bin evangelisch, Herr Oberburgermeister. Na, da wundert mich das weniger; und was würden Sie thun?" fragte er den zweiten. Wenn Se. Majestät befehlen wür de. ich soll auf Herrn Oberbürgermeister schießen, so wurde ich auch schießen." Was haben Sie für eine Religion?" Ich bin Katholik." Bei ihnen wundert mich das allerdings mehr. Und was würden Sie thun?" fragte Lueger zu dem dritten gewendet. Ich würde auf den Herrn Oberbür germeister nicht schießen." Was haben Sie für eine Religion? Ich bin mosaisch, Herr Oberbürgermeister. Mosaisch?" ftte Lueger er staunt, wissen Sie Nicht, daß ich Wiens r.V M-.iir i r nu großer nnriiemii otns Doch, Herr Oberburgermeister. Warum würden Sie denn auf mich nicht schießen?" Ich bin Trommler, Herr Oberbürgermeister!" Boshafte Frage. Heymann (zu Freymann, der reich gheira thet): Nun. lieber Freund, wie verzinst sich Ihre Gattin?
Mundcrcurcn.
Von Joseph Nichter. Nahe dem Dämmerkogel, auf der bewaldeten Anhöhe der Einschicht". steht vereinzelt eine Bretterhütte mit Strohbündeln und Baumringen überdacht. Auf dem Staketenzaun ringsum rankt sich wilder Wein, vermengt mit Epheugewinde und Bohnenkraut, empor. Im Jnnenraum der Hütte bemerkt man einen großen Herd, der mit allerlei Geschirrwerk biladen ist und nebenan auf dem Boden stehen einige Dutzend Flaschen in allen Größen. In der Ecke liegen hoch aufgeschichtetKräuter. Pflanzen und Wurzeln. Die Einrichtung der" Stube besteht aus einem Bette, einem Schubladekasten, einem Tische und eiiwm dreibeinigen Sessel nebst einem breiten Schemel. Da haust die alte Zallinger Broni, oder, wie man sie in weiter Umgegend benennt, die Wunderdoctorin in der Einschicht. Die Broni hat für alle Krankheiten ein Mittel, ihre Medicinen und Salben werden bei Menschen und Vieh in AnWendung gebracht. Auch seelische Leiden weiß die Alte zu 'heilen, und das Vauernvolk kommt aus Nah und Fern herbei, um sich von der Wunderdoctorin curiren zu lassen. Eben sitzt die Steinhofbäuerin auf dem Schemel neben dem Herde und klagt der Broni, daß ihr Tränkel leider eine verfehlte Wirkung geübt habe. .Die braune Medicin," sagt sie, hab' i mein Mann alle Tag heimlich in d' Suppen einig'schütt', aber er is gegen mi' erst recht harb geworden und hat mi' tüchtig durchg'haut, wann i mi' g'muckst hab'." Ja, mein' liebe Bäuerin, der Liebestrank hilst nach der dritten Flaschen," meinte die Doctorin, und jetzt is kaum die zweite gar." Nit wahr is." entgegnet die Frau erregt, dös Trankel hat eh schon g'nutzt, aber nit für mi'. Mein Mann is ganz vernarrt, nit in mi', sondern in d'Winzer-Resel. Die hat sein' Lieb' und i krieg' d' Schläg." Die Broni nahm eine ernste Miene an, schalt die Bäuerin aus, daß sie die Medicin wahrscheinlich in zu heiße Suppe gegössen habe und gab ihr zum Abschied eine Mixtur mit, die sicher helfen sollte. Kaum war die Steinhofbäuerin getröstet fortgegangen, kam der Stiegler Hans, ein junger Bursche, eilig daher. Mein' Mutter", bat er, schickt mi' her, weil unser Kuah im Magen krank is, mögst mir was geb'n für sie. Und der Stolzinger Bauer laßt Dir sagen, sollt'st mir für sein' Katyl was z'samm'machen, weil's a im Magen schlecht beinande? is. Da geht's glei' in Ein'm. mant er, wann i eh wegen der Kuah da bin." Das is nit 's Nämliche." kicherte die Alte, d' Kuah braucht an anderes Trankl. als wie die Kathl, obzwar 's Dirndl sonst fest beinander is und was aushalt. Du hast ja schon lang' ll Aug' auf sie, Hansl, wann wird denn amal g'heirat'?" O mein, da wird wohl Nix d'raus werd'n. Die Kathi und i, wir wären zwar einig, aber der reiche Stolzinger gibt's nit zu. daß ein armer Bua sein einzig's Töchterl zum Weib kriegt." Die Wunderdoctorin braute ihre Mixturen und füllte dann zwei große, farbige Flaschen, die sie dem Burschen einhändigte. Da paß gut auf, HansZ. was'i Dir sag'. D' blaue Flaschen g'hört für die Kathl. der soll der Bauer alle zwa Stund' an Eßlöffel voll eingeben. Aus der gelben Flaschen mag d' Mutter der Kuah d' Hälfte glei' einschütten und. den anderen Theil morgen in der Früh, bevor d' Sunn aufgeht. Hast g'hört, vor der Sunn , das is d Hauptsach. I mirk's schon g'nau." erwiderte der Bursche, und werd's pünktli ausrichten. Wann nur die Kuah wieder g'sund werden möcht' und die Kathl a" fügte er mit einem Seufzer bei. Alles wird gut werden." tröstete die Alte, und sollt's in drei Tagen net g'holfen haben, die Medicin, so kommst wieder her zu mir, dann kriegst a stärkers Trankel." Die Kuah hat z'viel g'fressen, meint d' Mutter, und der Stolzinger fagt. die Kathl hat sich a überessen und das wär' g'fährlich. Wann s nur rnt schlecht ausgeht mit alle Zwa, sonst möcht' i glei a nit mehr auf der Welt sein." Dann preßte er die beiden Flaschen an die Brust und lief über den Abhang herab, heimwärts zu. Am nächsten Tage erschien dieSteinHofbäuerin wieder in der Einschicht bei der Wunderdoctorin. Freudig rief sie der Alten zu: Hat fchon g'holfen, dös Trankl, weil i's nach der Vorschrift ang'wendt hab. D' Suppen war hübsch auskühlt, wie i mein' Mann heimlich d' Medicin beibracht hab. Kost't hat er's nur a bisserl, hat's voll Zorn steh'n lassen und hat g'schimpft über das elendeG'schlader. Fuchsteufelswild is er fort, lauft zu der Winzer Resel und überrascht's just, wie sie sich von ein' Knecht abbusseln laßt. Er gibt dem Mad'l a paar tüchtige Puffer, kommt zu mir ham und sagt: Du bist mir recht z'wider, aber d' Resel noch mehr!" So lieb war er schon lang nit mn mir. Das macht das Trankl, und wann's so weiter wirkt, dann hab' i die Lieb' von mein Mann und d' Resel krieqt die Schläg'." Selbstverständlich bestärkte die Wunderdoctorin die Bäuerin in ihrem Glauben, trug ihr auf. die Cur fleißig fortzusetzen und gab ihr gegen gute Be Zahlung noch eine Flasche mit Lieoes- . i f"i i r nrn . . iranc geiuul mir aus oen veg. Zwei Tage später trat Hans aufae regt in die Hütte der Lroni und lehnte sich erschöpft an den Thürpfosten. Na. na. was bist D' denn ganz versprengt", fragte erstaunt die Alte, was is denn g'scheh'tt?" Aus i8 und gar is." erwiderte der Bursche, und mei' Mutter gibt Dir alle Schuld. Wir haben der kranken
Kuah ?us der blauen Flaschen alle zwa Stund' ein Eßlöffel voll eingeben und der Stolzinger hat der Kathl d'
Halste von der gelben Flaschen eing - schütt." Unglücksmen ch!" chrie die Wunderdoctorin Du hast ja die Medicin verwechselt und verkehrt ang -wend't. Die Tropfen aus der blauen Flaschen waren für die Kathl b'stimmt, die gibt das dumme Volk dem Vieh ein und den Trank für d' Kuah gielzen's dem armen Madel ein. Jetzt gebten's mir d' Schuld, wann 's Malheur ang'richt't is. Was is denn alsdann g'scheh'n, is das Madl todt?" A bewahr'." entgegnete Hans, die Kuah is hin worden, d' Kathl is frisch und g'sund." Die Alte schlug vcrwundert die Hände zusammen. Das Dirndl halt't was aus! Is eh g'scheidter. daß nur die Kuah d'raufgangen is." G'scheidter sagst Du'." fiel ihr der Bursche in's Wort, mein' Mutter meint g'rad. das wär' das Unglück und sie sekirt mi' jetzt und verlangt ihr Kuah ersetzt." Die wird Dir der Bauer ersetzen, wann Du hingehst und ihm vorstellst, daaß sein' Tochter Deiner Dummheit das Leben verdankt." Der Hans befolgte den Rath der Wunderdoctorin und begab sich zu Stolzinger. dem er sein Leid klagte und ihn bat. der Mutter die Kuh zu ersetzen. Schau, Bauer," lamentirte er. hätt' i die Trank'ln nit vertauscht, wär's anders g'word'n und statt der Kathl lebet jetzt das arme Vieh. D'rum hilf mir jetzt in meiner Ndth." Ter Stolzinger kratzte sich bedächtig den Kopf und nach einer Pause erwiderte er schmunzelnd. Du bist a braver Bua, hast mein' Madel 's Leben gerettct. Daß Du auf sie spitzt, das weiß i längst. Dein' Kuah kann i Dir nit ersetzen, aber anstatt derer sollst die Kathl kriegen." Juchhe!" jubelte Hans, die Kathl is mir lieber als die schönste Kuah!" Baby soll schreien. Es war nicht mehr auszuhalten! Unser Kleines schrie ohrenbetäubend, herzzerreißend. Alle Anstrengungen der Mama, ihm das liebe Mäulchen zu stopfen, waren vergeblich; ach nein! Frauen verstehen nichts von Erziehung. Wohl hundertmal war ich von meinem Schreibtisch aufgejprungen und hatte sie drüb:n zur Ruhe verwiesen, hatte sie gebeten, vernünftig zu sein, da ich Wichtiges sehr Wichtiges zu thun hätte. Alles umsonst! Meine Arbeit rückte nicht von der Stelle. Vor mir lag das weiße Blatt Papier, an dessen Kopf drei inhaltreiche Worte standen: Sehr geehrter Herr! Endlich faßte ich meinen Entschluß. Ich will doch sehen, ob ich nicht endlich Ruhe bekomme. Emma." sage ich. wir wohnen nicht allein im Haus, wir müssen Rücksicht nehmen. Du mußt endlich lernen, ein Kind zur Ruhe zu bringen Dein Kind. Du summst ihm etwas vor und denkst das genügt. Nein, nein! Mit Deinem ewigen Summen und Brummen ist es nicht gethan. Singe ihm etwas vor gut! Aber'cs muß ein hübsches Lied sein recht melodisch. Glaubst Du denn, daß solch' ein kleines Wesen gar kein Gehör hat, gar kein Empfinden?" Ich nahm das Baby auf den Arm und sang in tiefem, wohlklingendem Baß mein Baß ist wirklich sehr wohlklingend Hinaus in die Fer ne" etc. Und welchen Erfolg hatte ich! Das Kleine hörte sofort auf zu schreien und sah mir mit seinen großen schwarzen Augen erstaunt ins Gesicht. Siehst Du," sagte ich, so muß man es machen. Das Kind will Musik, nicht Dein ewiges Brummen und Trällern. Und dann man muß wirklich auf die Nachbarschaft Rücksicht nehmen. Wir wohnen doch nicht in der Linienstraße." In diesem Moment klingelte es. Ich legte das Kleine wieder zurück in die Arme meiner kleinen unerfahrenen Frau und öffnete. Vor mir stand ein reizender Backfisch mit blonden Zöpfen ohne Hut. Sie machte einen sehr artigen Knix und während sich ihr rundes Gesicht mit Purpur übergoß, sprach sie voller Verlegenheit: Wir wohnen über Ihnen, Herr, wir sind am Ersten eingezogen. Aber Tante, die bei uns wohnt, ist krank und liegt zu Bett. Sie läßt Sie recht sehr bitten, doch nicht zu singen. Lieber soll das Baby schreien." Ulk. Ein bekneipter Studiosus kommt in rauher Aprilnacht um zwei Uhr an einer Apotheke vorbei. Ein sublimer Gedanke taucht plötzlich in seinem GeHirn auf. Er klingelt eine halbe Stunde an der Nachtglocke, bis endlich schlaftrunken der Provisor erscheint und die kleine Ziehklappe an dem Rollladen ösfnet. Provisor: Zum Kuckuck, was wollen Sie denn jetzt in so später Stunde?" Studiosus: Bester, dieKlappe nützt mir gar nichts; Sie müssen den Rollladen hinaufziehen." Provisor: Ist denn das so unbedingt nöthig?" Studiosus: Schnell, schnell, es geht gar nicht anders!" Der Provisor, in dem Glauben, daß es sich um eine gefährliche Verletzung handelt, zieht mit großer Mühe die Jasousic empor. Studiosus (schaut nach dem Ther mometer, das hinter der Jalousie an der Außenseite der Ladenthür angebracht ist): Donnerwetter, bloz drei Grad Rcaumur. Hätte nicht gedacht, daß es so kühl ist. Na, nun löimen Sie das Ding wieder herunterlassen! Danke verbindlichst! Gute Nacht!" . j Hereingefallen. Backfisch: Ach. das ist doch ein verbotenes Buch und dennoch ist es langweilig!"
TiUnttt. Von Fritz Dörwg. Weißt du noch, die Finken schlugen Und vom Feld die Sensen klangen, Mit dem Sommerhut am Arme Bist du still zum Wald gegangen. All die tausend frohen Sänger Lockten dich mit süßen Lauten. Tönend lief es durch die Wipfel Und du grüßtest die vertrauten. Scheu ein Lächeln in den Blicken Und den Abglanz erster Träume, Also warst du sacht gekommen An den liebsten deiner Bäume. Runen trug der Stamm der Eiche, Fest verquollen schon seit Jahren. Mancher grub in seine Rinde. Der hier Lieb' und Leid erfahren. Ach. die waren deine Freunde, Diese Zeichen halb verwittert. Hast auch heute sie gelesen, Sie gelesen und gezittert.
Denn zu all den wohlbekannten Tief hinein in Stammesmitten War von jungen Burschenhänden Noch ein frisches Herz geschnitten! Und die Züge, die es kündet. O dein Herz es konnt' sie deuten. Was du scheu dir selbst verhehltest. Sprach der Wald zu allen Leuten! Bräutlich lag's in deinen Augen, Als du langsam heimgegangen. Und dir war. als ob von droben Hochzeitsglocken dich umklangen. Frauenwahl des Schah. Der Schah von Persien besitzt achthundert Frauen. Interessant ist die Art und Weise, wie der Schah dieAuswähl seiner Frauen trifft. Der WahlVorgang ist genau derselbe, wie er im Buche Esther" vom Hofe des Königs erxes erzählt wird. Heute wie damals werden aus Anlaß der Thronbesteigung und in jedem folgenden Jahre die schönsten Mädchen Persiens dem Schah zur Auswahl vorgeführt. Bon diesen werden jährlich 25 ausgewählt. Sollte einmal ein Schah durch 50 Jahr: regieren, so würde er in den Besik von 1250 Weibern aelanaen. Am 25. December jeden Jahres werden die Eltern schöner Tochter amtlich ausgefordert, die Mädchen in Bereitschaft zu halten. Am 25. Januar erfolgt dann die Wahlparode. Ein Augenzeuge dieser Ceremonie erzählt darüber: Zweimal. dreimal erschallen Fanfaren, dann beginnt das eigentliche Schaustück. Eine lange Reihe blendend schöner Mädchen, in herrlich geschmückte, weiße Kleider gehüllt, zieht vor der enthusiasmirten Menge vorüber. Singend kommen sie auf den freien Platz, auf dem sich ihr Schicksal entscheiden soll. Wohl lachen und plaudern sie, allein man sieht ihnen die tiefe innere Erregung an. Dreimal gehen sie um den Platz herum, um sich dann auf ein Signal der Trompeter in einer langen Reihe aufzustellen. Jetzt kommt der wichtigste Moment der Ceremonie. Wieder schmettern die Trompeten, und Alles neigt sich tief zur Erde. Der Schah erscheint, die Sons? des Universums", der König der Könige". Es ist fast unmöglich, seinen Körper zu sehen, da sein Gewand derart mit Juwelen garnirt ist. daß nicht einmal der Stoff des Kleides zu erkennen ist. Diese Juwelen repräsentiren einen unermeßlichen Werth. Jetzt macht er einen Auqenblick Halt und' schreitet dann langsam die Reihe der Mädchen ab. Der Haushofmeister nimmt jedes ' einzelne Mädchen bei der Hand und führt es vor. Der Monarch besieht, ohne ein Wort zu sprechen. Gesicht und Gestalt des Mädchens. Ein Nicken des Kopfes oder eine verneinende Geberde des Schah gibt Kunde von seinem Entschluß. An dem letzten Mädchen vorüber schreitet nun der Monarch seinem Palaste zu. mit derselben stolzen Ruhe und Würde, mit der er gekommen war. Nichts an ihm verräth eine innere Erregung. er bleibt gleichgiltig. während die fünfundzwanzig Auserwählten sich in ihrer Freude kaum zu fassen vermögen und die Uebrigen sich nun zeltlebens entehrt und unglücklich fühlen werden." Im Berliner Mithsbureau. Hausfrau: Können Sie feine W'äsche waschen?" Mädchen: Aber derbe!" Hausfrau: Können Sie feine Küche kochen?" Mädchen: Nich zu knapp! Ick verschtehe ieberhaupt Allens aus'm sf. Wieviele zahlen Se denn?" Hausfrau: Achtzig Thaler." Mädchen: Na det jinge ja. Un wieviel Kinder haben Se?" Hausfrau: Bier." Mädchen: Bier Stück? IS mir viel zu ville. Wo Kinder sind, jeh ick icberHaupt nich!" - n Hausfrau: Schade, Sn -gefallen mir ja fehr gut. und allenfalls zwei Kinder würde ich Ihnen zu Liebe aufhgen. aber alle vier, daS können Sie nicht verlangen!" Gute Partie. Hat der junge Schulze eine gute Partie gemacht?" Und ob! Seine junge Frau hat ihm schon drei erste Preise vom Damenweltradeln heimgebracht!" , . n EinSchlaukopf. Karlchen (der keinen Äpfel bekommen hat, zu seir kleinenSchwester, die einen hat): Du, Elfe, wir wollen Adam und Ev spielen. Du bist Eva und führst mich mit dem Apfel in Versuchungk- K
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