Indiana Tribüne, Volume 22, Number 339, Indianapolis, Marion County, 27 August 1899 — Page 7

Waldrast. Von Helene, Wräfin Waldersie. Die dunkettlare Luft gewürzt V?n Tannenduft und feuchtem Moose, Am ZZelsgestein der Federschmuck Der Farrenwedel, leicht und lose. Vom Waldrand schimmert noch herein Die letzte Ginsterblüthe golden. In thau'gem Schatten wiegen sich Tiefblaue Enianendolden. Zum Schutz uud Schirm vor alledem Was Menschen schusen und ersannen. Erhebt sich stolz und unbewegt Die ernste Wehr der dunkeln Tann? Von oben rur dem Sonnenstrahl Vlrrmna fr? Trifft Vi? IRnfm rrt bnmmm

rf J I ..V. f V r... 0 V w 9f Tv p i - if ri . . t. jcxi ituj-i uia tuiyc jjuuciyuiu Hernieder an den schlanken Stämmen. Hoch m den Kronen rauscht es voll. Will andre Lärmen übertönen. Und deine Seele an den Hauch Von Sottes Athemzug gewöhnen! Drnm. wenn dir auf dem Wanderwez Die Walderquickung ist beschirden, So 3hue von dir Kampf und Müh' And unterwirf dich ihrem Frieden. 'Du brauchst die toast, Ine sie verleiht.! ' Bergauf führt's schattenlos dich weAer, Unb das Erinnern solch?! Rast Wird dir zum stützenden Begleiter. Veweise es dem heiligen Wald Daß du sein Trosteswort verstanden, 'Der ewigen Verheißung gleich: .Es ist noch eine Ruh' vorhanden!" per Storch kommt. Holländische Skizze roon JustuZ van Maurik jr. Ueberall in dem sauberen, komfortablen Hause liegt etwas Fremdes, Geheimnißvolles in der Luft. Jeder Hausgenosse, Don der betagten Köchin an bis zum Laufmädchen, athmet unwillkürlich schwerer, es ist, als ob die bevorstehende Ankunft des Storches die Atmosphäre in der Wohnung drückend und schwer macht. Bereits ijat man .seinen Flügelschlag aind sein entferntes tUapptx im Hause vernommen; .es dämpft die Stimmen .der Dienstboten in der Küche. Du Scheuerfrau, "die länger als gewohnlich geblieben ist, weil Alles wie geleckt aussehen muß, da die Baker" (Pflegerin) in's Haus geksmmen ist. Sie selbst geht jcht heim. Während sie an der Thür des Hinterzimmers vorbeigeht, kommt ihr der Gedanke: ich möchte doch wohl einmal sehen, wie die Baker aussieht. Und ehe sie es selbst weiß, ist sie umgekehrt und hat angeklopft. Herein.!" Hingt es leise, und Mietje.triü ein. In dem gemüthlichen Hinterzimmer, das durch eine gedämpfte Gasflamme schwach beleuchtet ist, ruht in einem bequemen Fauteuil. mit dem Kopf auf einer Schlummerrolle, i)ic Frau des Hauses, eine schöne junge Frau. Das elegante Peignoir, das sie trägt und ras duftige Morgenhäubchen, das das volle Haar in Zwang hält, beweisen mit den, kleinen, gestickten Pantoffeln, daß sie Geschmack hat und sich ch dann zu Neiden versteht, wenn sie nicht angezogen" ist. Das zierlich geformte Händchen, dessen Ringfinger mit einem einfachen, glatten Reff geschmückt ist, hält sie gegen den vollen Busen ge drückt, nnd mit dem andern zeigt sie auf ein Körbchen, in welchem kleine. süße Kleidchen, wie weiße Wölkchen von Stickerei, Spitzen und Band gegen eine blauen Atlashimmel abstechen. Vor dem Tische ficht eine dicke, plumpe Frau in einem Hellen Kattunkleid, mit einer schwarzseidenen Schürze, und eine blendend weiße Kornette (Haube) auf dem Kopf, die der strengsten Kritik standhalten kann. Ihre, großen Hände wühlen in dem Korbe, und von Zeit zu Zelt hält sie zwischen Daumen und Zeigefinger ein drolliges, kleines Stückchen Leibwäsche empor, während sie süßlich lächelnd sagt: Nein, zu niedlich, zu süß, gnädige Frau!" Bewundernd bewegt sich ihre Kor nette hin und her, als sie endlich ein reizendes, kleines Häubchen hervorholt: Der reine Honig! Ich muß gestehen, gnädige Frau, es sieht Alles sauber und elegant aus. Und diese Strümpfchen, zum Aufeff?. Was sagen Sie? Selbst gestrickt! Sitzen Sie auch bequem? So. immer langsam, nur ein bischen Geduld. Alles wird gut. Was beliebt, hat es geklopft? Ich hatte es nicht gehört." Mit einem gnädigen Kopfnicken begrüßt Baker die alte Mietje, die ihre aufgeschlagenen Aermel hinunterlassend, sagt: " Gnädige Frau?" Was wollen Sie, Mietje?" Wenn es Ihnen vielleicht angenehmer wäre, wenn ich die Nacht hier aufbliebe, dann brauchen gnädige Frau es nur zu sagen. . ." Zornig sieht Baker sie an, und um ihre Lippen spielt ein geringschätzender Zug, als sie, mit entschiedener Stimme die' Frau unterbrechend, sagt: Daraus wird nichts! Nein. Mäden, legen Sie sich nur ruhig auf's Ohr. Das fehlte gerade noch!" Die Scheuerfrau verlaßt das Zimmer. Während Mietje ihren Aerger mit ihrer gewaltig dickenVutterschnitte hinunterwürgt, fragt drinnen im Zimmer die Baker mit unschuldiger Miene: Gnädige Frau haben das Mädchen wohl schon lange?" - .Wieso. Baker?" Weil sie so intim mit Ihnen thut, lo vertraut, so hin! wissen Sie, so

familiär, und tm Stillen ton!! sta Die kann mir gestohlen bleiben!"" Einige Minuten später kommt der Herr des Hauses zurück und tritt in'S Schlafzimmer mit den Worten: Alles in Ordnung, Schatz! Jetzt kann der Junge seinen Einzug halten. Wie geht's Dir jetzt, Kind?" Gut, lieber Mann, ganz gut!" Plötzlich erbleichte sie, und nach x ner kurzen Pause klingt es nervös aus ihrem Munde: Gott, Willem, rvenn ich. . ." Meine liebe, gnädige Frax.", un terbricht sie Baker mit ewer ernsten, wichtigen Miene, Sie dürfen sich nicht aufregen, und der Herr dürfen auch nicht fortwährend fragen: Wie geht'S?" Es cjrht doch Alles so gut wie nur möglich. Gnädige Frau ist einr frische, gesMde PersM, wie Milch ircd Blut. Sir werden mal sehen, was für ein osthaus der junge Herr cm ihr. haben wird, mehr als genuz. dafür garaw? ich, und wenn ich mich micht irre, dnn werde ich Ihnen rnor gen früh zu dem Kronprinzen gratuliren" Glauben Sie wirNich, Baker, daß es ein Jrmge. . .?" Nichts fester als das.Der Herr lacht, und ein hosfnrmgs.volles, glückliches Lächeln gleitet übe? das abwechselnd bleiche und dann wieder sich plötzlich roähende Gesicht der jungen Frau; und ganz heimlich, als wären sie noch ein schüchternes, kaum verkoktes junges Paar, drücken sie sich unter 'dem Tisch it Hände, Baer merkt es nicht. Der junge Ehemann wendet kein Auge von seiner Frau und Plaudert fortwährend mit 'ihr. Er ibut es mit heiterer Miene, aber mit klopfendem Herzen, denn es wird ihm -mehr und mehr klar, daß 'die-Baterwürde ihm nicht mehr fern "ist. Mit einem äußerst wichtigen Ausdruck im Gesichi trippelt Baker hin und her. So, mein Herr!" sagt sie endlich, jetzt wollen Sie, litte, so freundlich sein und in's Eßzimmer gehen, ich habe ein Wöitchen mit Ihrer Frau .u reden." Oer junge 'Ehemann 'wagt noch einen Versuch, 'indem er mit schwankenStimme sagt: Aber, Baker, mei--ner Frau ist vielleicht lieber, wenn ?ch hier bleibe, und. Lieber hin, lieber her, daraus 'wird nichts, mein Herr!" Und ohne weitere Begründung ihres Machtspruches Lffnet sie die Zimmerthür mit den Worten: Ich werde Sie sofort rufen, wenn. .. Schweigend küßt der Herr des Hauses seine Frau auf 'die cheiße Stirn, 'drückt ihr die Hand, und als er bereits in der Thür steht, wirft er noch inen langen, besorgten Blick auf sein Frau'chen, das ihn heldenmüthig anlä,chelt und mit schwacher Stimme sagt: .Geh' jetzt -nur, lieber Willem !" Im Eßzimmer brennt ein lustiges Jeuer; trotz .dem überläuft es' den Hausherrn recht kalt, als er vor dem offenen Herd steht. Er geht im Zimmer auf und ab. Er geht zwischen Thür und Herd hin und her. Aber ich höre doch. .. . nein, doch .nscht." 5r horcht aufmerksam sin der Thür 3 ist -todtenstill im Hause, denn 'das Dienstpersonal ist längst zu Bett gegangm ; nur die Pendule hört er ticken und die große Stehuhr im Hansflur. Er überlegt, ob er nicht in's Schlafzimmer zurückgehen soll, aber ein unerklärlicher Nespekt vor der großen Mütze macht ihn schwankend, und er bleibt, wo ist. Lächerlich Alles ist mäuschenstill," murmelt er, und lachend über seine Nervosität, setzt er sich raicbei an den Tisch und nimmt eine Cigarre. Als er sie-anstickrn will, zittert das Streichholz in seiner Hand hin, das ist komisch. . . Plötzlich legt er die Cigarre weg nnd horcht andächtig ; 's war mir nun aber bestimmt so, als ob Baker meinen Namen gerufen hätte. . . ich höre doch nichts, sollte ich mich wieder geirrt haben? Es scheint so." Er entfaltet die Zeitung und will lesen. Wie wunderlich! Die Buchstaben tanzen vor ihm auf und nieder; er reibt sich die Augen, es wird nicht besser, denn er sieht Politisches und Lokales wie durch einen dichten Nebel. Lächerlich! ich sehe nichts als Geburtsan.zeigen. Hm! 's ist aber auch sonderbar, daß morgen um diese Zeit in demselben Blatte stehen wird: Die glückliche Geburt eines Sohnes zeigen an Willem Zomer. . Herr Zomer!" Die Stimme der Baker stört ihn plötzlich in seinem Sinnen, und ihr ehrwürdiger Kopfputz wird langsam an der Tür sichtbar. Er wird plötzlich bleich und frägt: Was gibt's?" Kommen Sie!" Nun steht der junge Ehemann, mit feuchten Augm am Lager seiner Frau, die selig lächelnd, aber mit bebenden Lippen und schwacher Stimme seinen Kopf zu dem ihrigen hinunterzieht und mit einem Kuß ihm zuflüstert : Lieber Willem, ein Mädchen, aber es ist doch auch willkommen, nicht wahr, unser Kind?" Der junge Vater weiß kaum, was er sagen soll, er ist ganz bestürzt über seine neue Würde; er lächelt und antwor tet nur: Unser Kind! Wie wunderlich das klingt unser Kind." Die Baker ist, wie jede ihres Schlages, entzückt von dem prächtigen, gefunden Kinde, ein Prachtmädchen, dem Herrn aus dem Gesicht geschnitten, und die Bewunderung nimmt noch zu durch das Goldstück, das ihr in die Hand gedrückt wird, als der junge Vater das unansehnliche, schreiende, rothe Geschöpfchen, welchis in dem breiten Vakerschoß zappelt, neugierig betrachtet. Mit einem mehr oder weniger dummen Ausdruck im Gesicht sieht er die Bake, an, als sie . süßlich lächelnd fragt: Was sagen Sie dazu? Können Su

sich wohl vorstellen, daß dies Wurm chen Ihr eigen Fleisch und Blut ist? Nein, was? Und doch ist es so. Ein schönes Kind; ganz Ihre Augen ja, ich dachte es gleich, dah es ein Mädchen werden würde, aber ich wollte nichts sagen, um der gnädigen Frau nicht zu widersprechen, wissen Sie? Ich graiulire nochmals zu Ihrer Tochter. Noch viele nach dieser, und daß ich dann dabei sein darf." Als Mijnheer" ein wenig später mit dem Arzt im Eßzimmer zum Abschied ein Glas Wein trintt und dann eine Cigarre anzündet, bebt das Streichhvlz wieder in seiner Hand aber jetzt vor Freude. Die jugendliche Mutter schlummert. Ein unbeschreiblicher Ausdruck seliger Ruhe liegt auf ihrem Gesicht, und um ihre Lippen spielt ein selbstbewußtes Lächeln sie schlummert fort, bis die Morgensonne neugierig durch die Fransen der hinuntergelassenen Garbitten lugt, und als ihre Strahlen warm und freandlich auf die Wiege fallen, worin der Stolz, die Freude und die Hoffnung einer Familie ruht, entlockt ein schwacher Schrei der erwachenden jungen Mutter' ein Lächeln, und eine Freudenthräne glänzt in ihrem Auge, schöner als die Strahlen des jungen Lichts. Die ussisäie Frau. Eine der Lieblingsbeschäftigungen der russischen Gesellschaft ist. für die FranenweU immer neue Gebiete der Thätigkeit zu erschließen. Es liegt dieses vielleicht daran, daß nach einem .seltsamen Spiel der Natur die russische Frau im Allgemeinen einen energischeun, zäheren Character besitzt als &i russische Mann und auch eifriger nach Bildung und Erweiterung ihres Wi sens .strebt als dieser. Und gerade in Nn.ßland, wo noch unendlich viel xuif allen Gebieten des öffentlichen Lebens yi thun ist, wo sich fast bei jedem gemeinnützigen Unternehmen herausstellt, daH ein Mangel an geeigneten Kräften herrscht, hat die Gesellschaft tm gutes Recht, die Kräfte der Frauenwelt nicht rach liegen zu lassen. Wir finden die Frauen in den Patistischen Bureaux, in den Kanzleien der städtischen Behörden, der Ministerien, im Post- und Telegraphendienst, als Theaterkritikerinnen selbst an hervorragenden Zeitungen, als Herausgeberinnen oder Redacteure von Monatsschriften und auch politischen Blättern. In dm verschiedenstenWohlthätigkeitseinrich:ungen wird 'der Vorsitz von Frauen geführt, und nicht zum Schaden der Sache. Die Erziehung der Mädchenwelt in btn weiblichen Gymnasien hat einen gewissen amerikanischen Zug der Selbstständigkeit, und die russischeFrau lernt von früh aus sich nicht vor jedem Winde fürchten, der ihr um die Nase weht. Was Deutschland erst in den lrtztrn .Jahren begonnen hat, auch der Lehrerin an den höheren weiblichen Schulen ilnt höhere wissenschaftliche Ausbildung zu geben, das besitzt Rußland schon seit Jahrzehnten. Dort hat nian höhere weib. liche Curse", eine förmliche FrauenUniversität, auf welcher neuere Sprachen, Geschichte, Geographie, Mathematik, Naturwissenschaften, russische Sprache und Literatur ganz wie auf der Männer - Universität studirt werden. Jetzt ist auch der Frau wieder der Aerzteberuf erschlossen, und seit Kurzem hat sie die Berechtigung erlangt, Apotheker zu werdeu. Bis jetzt war aber ein großes Gebiet für die Frauenthätigkeit gar nicht beackert worden, das der Landwirthschaft. Man hat in ganz Rußland nur -einige bescheidene Privatlehranstalten (etwa ein halbes Dutzend), in welchen die Frauen im Molkereiwesen. zuWirthinnen für größere Güter ausgebildet werden.' Das war Alles. In diesem Jahre aber hat sich unter dem Schutze des Ministers der Landwirtschaft eine große Gesellschaft zur Förderung der weiblichen landwirtschaftlichen Bildungaufgethan. Diese tritt mit einem sehr umfassenden Programm an die Öffentlichkeit. Sie will Vorlesungen veranstalten, weibliche landwirthschastlichc Schulen (höhere, mittlere, niedere) gründen, Specialschulen für bestimmte Zweige der Landwirihschaft und auch den Frauen, welche eine ?ute landwirthschaftliche Vorbildung erhalten haben, zur Erlangung von Stellen behilflich sein. Möglichst im ganzen Reiche sollen Filialen der Petersburger Gesellschaft eröffnet werden. Für die Aufgaben der Gesellschaft interessiren sich die ersten Aristokratinnen des Landes, welche über sehr reiche Mittel verfügen, so daß das Gedeihen der Gösellschaft von vornherein gesichert erscheint. Schwache Ansätze der Frauenwelt, sich auch das Gebiet der landwirthschaftlichen Thätigkeit als Leiterinnen von Gütern u. s. w. zu erschließen, existiren übrigens schon seit lange. So richteten zum Beispiel vor dreißig Iah ren drei Damen der Gesellschaft an die Regierung das Grsuch um Aufnahme in die landwirthschaftliche Akademie, wurden aber abschlägig beschicken. Wenn man erwägt, daß der russische Gutsbesitzer im Allgemeinen wenig Neigung dazu offenbart, ein wirklicher Landwirth zu sein, daß er, selbst wertn er auf dem Lande lebt, seine Zeit wesentlich mit Jagden, Besuchen bei den Nachbarn u. s. w. ausfüllt, so ist es jedenfalls von großer Bedeutung, wenn er in der Frau eine verständnißvolle Gehilfin besitzt. Und auf den Gütern, wo der Herr abwesend ist. wird sicher der weibliche Jnspector bald eine hervorragende Rolle spielen. Trinker-Maßstab. Wil hoch war der Berg, den Sie erstiegen V Vier Maß hab' i' am Ziel ohne zv pausiren getrunken.-

Maulbeeren.

Ee Cchießplatzgeschichte, von Christian Benkard. Maulbeeren, Schießplatzgeschichte wer weiß, ob's wahr ist? Die so denken es gibt . solche mißtrauischen Leute mögen sich beruhigen, denn die Geschichte ist keineswegs erfunden, nur schon ein Vierteljahrhundert alt. Das will nichts heißen? Oho! Bei der christlichenSeefahrt" will das sehr viel heißen, denn vor 25 Jahren gab's weder blanke Knöpfe an den UeberzieHern der deutschen Marinemannschaften. noch Torpedoboote, die mit einer Geschwindigkeit von 30 35 Knoten durchs Wasser flitzen. Statt wie heutzutage mit ihren steifen Linien und dem graugrämlichen Anstrich den ihnen von Jan Maat beigelegten Spitznamen Cementfabriken" zu verdienen, trugen die Hochseeschiffe damals noch fast ausnahmslos den Schmisck stolzragender Masten, der Mensch an Bord war noch mehr Seemann als Soldat, und wollte am Lande der Parademarsch nicht klappen, dann fand es der Admiral ganz selbstverständlich, daß es die Blaujacken mit ihren Seebeinen nicht fertig brachten, auf dem Exercierplatz herumzustelzen, wie der Storch im Salat. Unsere äußerlich noch sehr schmucke Holzkorvctte galt freilich damals schon als veraltet, sie füllte aber ihren Platz zwischen den vor Smyrna liegenden Kriegsschiffen aller Nationen ganz gut aus, zumal ja aus den gelegentlichen Gefechtsübungen niemals Ernst wurde. Wir hatten sogar vor den anderen etwas voraus: einen prächtigen Schießplatz am Lande. .Ein in Smyrna ansässiger deutscher Kaufmann hatte unserem Commando zum Scheibenschießen seine jeuseits der Bucht gelegenen Weinfelder zur Verfügung gestellt; ist ihm dafür später etwas ins Knopfloch geflogen, so sei's ihm vergönnt, 'denn durch reichere Ernten wurde er für seinen Patriotismus ganz gewiß nicht belohnt. Nahte nämlich die Reifezeit der auf besagten Feldern gedeihenden Weintrauben, Feigen, Maulbeeren und Tömaten, so zeigte die Schiffsmannschaft für das Scheibenschießen ein ganz besonderes Interesse; Leute, die sonst das Auswaschen eines pulverschleimbesudelien Gewrhrs durchaus nicht zu den Annehmlichkeiten des Lebens zählten, drängten sich förmlich heran zu den Schießübungen, ja der die betreffende Abtheilung befehligende Officier mußte sich, bevor die Pinnaß vom Schiffe absetzte, immer erst überzeugen, ob er keine blinden Passagiere, keine Freiwilligen" im Boote hatte. Der Commandant lvar ordentlich stolz auf den Diensteifer seiner Mannschaft, er bedauerte nur, daß diesem die Schießsultate so wenig entsprachen. Denn geschossen n?urde da drüben geradezu miserabel wußte der Kukuk, woran das lag.! Einmal fuhr ich mit, da hatte, so schien es., vollends der Teufel seine Hände im Spiel. Unterlieutenant zur See Brackwasser befehligte die Expedition. .Kommen ihm, der wohl längst zum Etabsofficier aufgerückt ist. diese Zeilen zu Gesicht, so freut er sich Hoffentlich, damals war's ihm aber weiß 3ott nicht zum Lachen. Also wir saßen feldmarschmäßig ausgerüstet in der Pinnaß, hißten unser Segel und fuhren los. Zunächst steuerten wir zwischen einigen fremden Kriegsschiffen hindurch und freuten uns der neidischen Blicke, die nns trafen. Ja, alle dirse Nichtdeutschen mußten bei ihren Schießübungen schwimmende Scheiben ausbringen und nach jedem Schuß zum Anzeigen heranrudern, für uns aber bedeutete die Schießerei fast eine Landparthie, wobei man sich nach langer Bootfahrt im Grünen ordentlich die Beine vertreten 'konnte. wie der Seemann sagt, und Schallermann, Sie scheinen schon !m Voraus in verbotenen Genüssen zu schwelgen. Ich bitte mir aus, daß die halbreifen Weintrauben auf dem Schießplatze hübsch unberührt bleiben; v.rstanden!" rüst Lieutenant Brackwasser .inem seinen Nachbar etwas laut unterhaltenden Matrosen zu. Der knurrt als Antwort einige Unverstandliche Worte und wendet sich mit dem Gesichtsausdruck der gekränkten Unschuld dem nahen Lande zu. Bald darauf wird das Segel heruntergeholt und die Bootsbesatzung krempelt die Bramtuchhosen auf bis über die Knie, da das ziemlich tiefgehendeFahrzeug immer fchon 10 15 Schritte von dem flachen Ufer auf den Sand geräth, welche Entfernung durchwatet werden muß. Da ist's ja schon so weit, der Buchmann versucht die Pinnaß mit dem Bootshaken noch einen Schritt höher hinauf zu schieben, dann geht's, die Waffen zum Schutz vor Salzwasserspritzern hocherhoben rin in die Kartoffeln!" Nur Lieutenant Brackwasser und der Schießunterofficier reiten, d, h. sie lassen sich buckeln". Ersterem ist nicht ganz wohl dabei, denn er hängt auf dem breitenRücken Schallermanns, den er vorhin angehaucht hat. Markiri das Seepferd jetzt einen Wadenkrampf und setzt seinen Reiter '.um Vergnügen der Zuschauer in Un Uferschlamm, so kann ihm kein Mensch etwas anhaben. ZumGlück ist aber der biedere Ostfriese gar nicht so rachgierig und die Landung geht glatt von statten. Ein schmaler Sandstreifen mit wei denartigem Oleandergebüsch - und dabinter ausaedebntc Ländereien. balb Garten, halb Feld mit Wem-, Objtund Tomatenpflanzungen ; ganz im Hintergrunde ein paar ländliche HolzHäuser. Befände sich ein Wirthshaus darunter, dann wäre das Ideal eines Schießplatzes fertig, doch der Mensch , soll bescheiden sein und nicht gleich ein . Paradies verlangen. 1 Hundert Meter vom Scheibenstand

entfernt wird Halt gemacht und zum Schutze gegen die Sonnenstrahlen aus Vootsriemen und dem Pinnaßsegel ein primitives Zelt errichtet. Die Kugeln fliegen, sofern sie nicht vor derScheibe in den Boden gehen, auf das hier wenig belebte Meer hinaus oder sie treftreffen den Kugelfang, ein halbzerfallenes Gemäuer am Strande, vielleicht ein ehemaliges Vorwerk der die Stadt Smyrna überragenden Konstantinsfeste. Jedenfalls gewährt es den Zeugen ausreichenden Schutz, kurzum es ist hier eine ganz andere Schießerei als an den kahlen Ufern des schlammschwar-

zen Jahdebusens. Zehn Mann müssen zum Schienen antreten, die übrigen machen sich daran, die Umgegend zu rekognosziren". Was die gute Mutter ihnen darbietet. wird dankbar angenommen, seien es Tomaten. Maulbeeren oder Schildkröten. Die hier zahlreich vorkommende, sogenannte Weinbergschildkröte wird indessen nicht gegessen, sondern mit an Bord genommen und ihr Schild in den Freistunden mit Firniß abgerieben. In der Zwischenzeit kriechen die Thierchen, denen ja ein Fußtritt nicht schadet, frei umher; findet ein Matrose das seinige wieder, so spuckt er in die Hand und streicht ihm den gepanzerten Rücken, bis das auf diese Weise mit Geduld und Spucke behandelte Amphibium mit blankpolirtem Schilde prunkt. Zuletzt wird in die hornartige Masse noch kunstvoll ein Sprüchlein eingeschnitzt und das Mitbringsel ist fertig. Sicher-, lich kann sich keine Braut ein sinnigeres Angebinde denken, als eine desserttellergroße Schildkröte, deren Schildaufschrift die Treue des Geliebten bezeugt: Wenn er den Buckel mir gerieben. Sang er: Wär' ich beim Schatz geblieben!" Weitere Anziehungspunkte bilden die im Gelände vertheilten, von einem kleinen Rinnsal gespeisten Schöpflöcher. Nur wer selbst Tatalusqualen erlitt auf dem großen blauen Wasser, das man weder trinken noch zum Kochen und Waschen gebrauchen tann, wer in trübem sich vom Munde abgesparten Thee oder meuchlings . dem Schiffskoch entwendeten Kaffeewasser sich das beizende Seesalz von Körper und Gewand gewaschen, und von brennendem Durst getrieben, die ersten Schneeflocken mit offenem Mnnde aufgefangen nur der kann dem Seemann den Hochgenuß nachempfinden, einmal nach Herzenslust in Frischwasser (Süßwasser" sagen nur die Landratten) zu planschen. Die Beine ins Wasser hängen und dabei eis 'im Vrodbeutel mitgebrachtes Paradehemd waschen, ja sogar in Frischwasser ausspülen; unerhörte Schlemmerei Wenn's gut geht, wird auch noch Stück für Stuck das Zeug vom Leibe gezogen nnd gewaschen, .und während es suf den Jasminbüschen trocknet, unterwirft sich der Eigenthümer einer Traubenkur. Und da wundert sich der Commandant noch, daß seine Leute sich nicht herausschießen, sondern immer wieder von Neuem auf den Schießplatz geführt werden müssen! Lieutenant Brackwasser wundert sich noch viel mehr; die ganze Gesellschaft hat, scheint es, den .Tatterich". .Wer die Scheibe nicht trifft, fliegt ins Loch!" droht er furchtbarhch; bautz! geht der nächste Schuß ins Blaue. Und dieses dickschädelige Walroß von einem Schallermann! Nicht einmal die vorschriftSmäßige Meldung kann er machen, obwohl der Schießunterofficier sie ihm zehnmal vorbetet: Matrose Schallermann, Gewehrnummer 1143, schießt auf hundert Meter stehend aufgelegt, Standvisir gestrichen Korn, fünf Treffer, zwei im Strich." Na, können Sie's jetzt?" Jawohl, Herr Lieutenant!" Also los!" Der Ostfriese nimmt sein Gewehr auf und meldet: Matrose Matrose Scallermann "' Weiter, weiter!" Matrose Scallermann, Gewehrnummer hundert, stand frisirt 1143 Meter-" Ich will Sie frisiren!" fährt der Lieutenant auf. Schauermann, der sich ehrlich Mühe gegeben, stößt im Zurückweichen an einen der als .Zeltstützen verwendeten Vootsriemen und kladderadatsch! stürzt der ganze Bau zusammen, unter seinen Trümmern drei Menschen begrabend. Diese versuchen zappelnd unter dem Segel herauszukommen. Schallermann erhält im Gedränge einen Fußtritt ins Gesicht und kneift in seinem Schmerz in den ihm nächsten, nicht ihm gehörenden menschlichen Körpertheil, so fest er zu kneifen vermag. Dann endlich werd von oben das Segel weggerissen und der Kntiuel entwirrt sich. Das Zelt wird wieder aufgebaut und die Schießübung nimmt ihren Fortgang, als sich bald darauf ein zweiter . Zwischenfall ereignet. Die rekognoszirenden Matrosen haben einen Maulbeerbaum geerntet, der angeblich zu einem fremden Grundstück gehört. Der befezte Eigenthümer erscheint auf dem Plane, babylonische Sprachenverwirrung, Drohungen hinüber und herüber. Schon schwingt ein soeben mit der großen Wäsche fertig gewordener Adam, der sich nicht aus dem Paradiese vertreiben lassen will, einen ausgerissenenRebenpfahl dräuend über seinem Haupte, da eilt Lieutenant Brackwasser hinzu, die Streitenden zu trennen und den Weg friedlicher VerHandlung zu beschreiten. Dem Türken gegenüber ist dies nicht leicht, verlangt er doch hartnäckig eine halbe Gold Lira Schadenersatz. Am Achtundzwanzigsten zehn Francs blechen Kunststück! Aber auf eine Klage will es der Expeditiozfsführer nicht ankommen lassen, darum gibt er bis nichts mehr ihm zu geben blieb." . Nun hat aber auch dieGemüthlichkeit

ein Ende, den Matrosen fliegen Kosenamen wie Freibeuter!" und Pira-

tenbande! nur so um die Ohren; tm zweiter entschädigungslüsterner Obstpflanzer, der sich noch einstellt, erntet Grobheiten statt Geld. Lieutenant Brackwasser nennt ihn einen unverschämten Patron über den anderen und verlacht die Drohung des Fremden, beim Schiffscommando und nöthigenfalls beim Gericht Klage führen zu wollen. Inzwischen ist die Sonne des Südens immer höher gestiegen und sie heizt unerbittlich den bösen Matrosen ein, die jetzt zur Strafe unter dem Gewehr gehen müssen, bis der letzte Schuß gefallen ist. Aber auch die Rückfahrt erfrischt sie nicht, denn die Pmnaß ist vollgepökelt wie ein H'aringsfaß und die ohnehin leichte Brise flaut immer mehr ab. Am meisten jedoch leidet Lieutenant Brackwasser, der nicht wie seine Untergebenen einen breitrandigen Strohhut, sondern die Dienstmütze trägt, unter der Hitze. Wonn nur die Fahrt nicht fast eine Stunde lang oder wenigstens das Trinkwasser in den Bootssässern genießbarer wäre! Um seine Qualen zu vergessen, wendet er seine 'Aufmerksamkeit einem Civilboote zu, das den gleichen Kurs steuernd, die Pinnaß rasch überholt. Da reden die Leute immer von den Fortschritten der Schiffsbaukunst und diese seit Homers Zeiten im Bau unveränderten hochgeschnä'belten Fahrzeuge lassen mit ihren dreieckigen Latinersegeln bei flauer Brile das modernste Kriegsschiffsboot weit hinter sich. . ' Da bemerkt Lieut. Brackwasser, daß einer seiner Matrosen aus einer weithalsigen FlastOMaulbeeren in dieHand seines Nachbarn schüttet, der die saftigen Früchte gierig verzehrt. Ihm läuft beim Anblick des Labsals das Wasser im Munde zusammen, und da er mit der Entschädigung, die er an den Gartenbesitzer geleistet, die Maulbeeren gewissermaßen rechtlich erworben ha läßt er sich ebenfalls einige auf die ausgestreckte Hand schütten. Die allersaftigste rollt aber gleich wieder herunter und auf das Knie des Consumenten, dessen schneeweiße Unaussprechlichen nun roth gefleckt erscheinen. Aergerliche Geschichte! Doch es läßt sich jetzt nichts daran ändern, und das Waschmädel wird schon Rath wissen. - Er läßt sich also die freilich schwerbezahlten Früchte schmecken und umsteuert, um am Fallreep anzulegen, erquickt das Heck seines Schiffes, als dort gerade jenes Crvilboot absetzt, das ihm vorhin vorbeisegelte. Was das zu be1?euten hat, lassen ihn die Worte des Wachthabenden ahnen, der ihn oben 'empfängt und ihm zuraunt: Gleich bei Papa melden! Muselgreis an Bord gewesen; Obstdiebstahl; gibt 'ne h'öllifche Gewitterböe." Mit väterlichem Wohlwollen wird bei sich und seine Abtheilung an Bord Meldende vom Commandanten allerdings nicht empfangen. Papa" mißt die schlanke Gestalt mit einem finsteren Blick und fragt mit grimmiger Ironie: Hatten wohl strammen Dienst heute?" Zu Befehl, Herr Capitän." Dem Gefragten war's bei der Antwort einigermaßen unheimlich zu Muthe, daß er aber so heftigen Wind von vorn" bekommen würde, hatte er doch nicht erwartet, denn der Commandant donnert ihn förmlich an: Wie, Sie bejahen auch noch? Jetzt endlich begreife ich die elenden Schießresultate und die gelockerte Disziplin der vom Schießen kommenden Mannschaften! Geschossen wird ja wohl überhaupt kaum da drüben, aber umsomehr geraubt, und der Abtheilungsführer ist mitten mang. Das ist ja schon mehr Plünderung, die in den Kriegsartikeln mit den strengsten Ehrcnstraf?n bedrrht wird! . . . Wollen Sie etwa leugnen?" schneidet der Entzürnte denl bei der ungeheuerlichen Anschuldigung 5urückfahrendenLieutenant das Wort ab. Sehen Sie mal gcfälligst in t:tv. Spiegel, ob Ihr Mau! nicht Pardon! Ihr Mund nichi Maulbrspurer. aufweist! Und Ihre Beinkleider erst! Sie haben wohl förmlich iü der Maulbeersauce gekniet. lieber Herr? Ein vom blutigen Mahlk kommender Kann'balenhäuptling kann ja nicht ärger aussehen'" Jetzt ist's aus!" sagt sich Brackwas. ser indem sein Blick den bluthrothen Fleck an seinem Knie streift. Welche Erklärung kann er vorbringen, die bei gestrenge Vorgesetzte in seiner jetzigen Erbitterung nicht verlachte? Schweigen ist dah:c easKlüzstc. so peinvoll es ihm auch ist, r'.hig anzuhören, daß der vor ihm abzewiej?ne Kläger hier mit gesteigerten Schadenersatzansprücher. durchdrang. Dem Manne Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, sind wir , unser Flaaae schuldig. Die Lira, mit der ihr der Zahlmeister abfand, kommt gelbstredend auf Ihr Conto; im Uebrigen: 14 Tage Bcrdarrest. Danke! " Brackwasser g'Ng in seine Kammer, um sich umzukleiden und über den Uebereifer des Commandanten, die Flagge vorSchande zu bewahren, nachzudenken. Als er später mit tadellos weißen Porzellanhosen" zu Tisch kam, rief ihm Lieutenant Zcchmerker, der Messe - Vorstand, entgegen: Haben ja 'nen stattlichen Posten Maulbeeren erstanden., wie ich höre." Und zu den übrigen Kameraden gewendet: Finde es riesig nett von Brackwasser,, daß er uns zum Nachtisch mit Obst versorgen will, denn das ist doch wohl seine Absicht. Schade nur, daß die Dinger so abfärben Donnerwetter was?" Aufrichtige Trauer. Schmerz , und Trauer oer jungen Wittwe scheinen wirklich aufrichtig und grß zu sein." Natürlich, die Schneiderin hat ihr ja das ganze Trauerkostüm verpfuscht."

Chinesische Berkehrtheiten.

Bei den Chinesen ist alles umgekehrt wie bei uns. Die Bücher der Chine--sen beginnen hinten, der Schüler dreht dem Lehrer, wenn er etwas aufsagt den Rücken zu; bei Besuchen und Festlichkeiten behält man den Hut auf und zieht die dicksten Schuhe an, die man auftreiben kann. Wenn man den, Wirth entgegentritt, schüttelt man nicht ihm, sondern sich selbst die Hantc Der Reiter schwingt sich von der rechten Seite auf das Pferd, die Greise lassen Drachen steigen, während die Jugend zuschaut. Die Mahlzeiten beginnen mit Süßigkeiten und enden mit Suppe und Fisch. Die Trauerfarbe ist wei und ebenso wichst man dieSchuhe weiß statt schwarz wie bei uns. Ihre Magnetnadel zeigt nach Süden, und die Militärmandarinen tragen zwar keine Waffen, dafür aber einen gestickten Unterrock, ein Perlenhalsband und einen Fächer. Die linke Seite ist der Ehrenplatz, der Sitz der Vernunft ist nach chinesischen Begriffen im Magen, und wenn der Sohn dem betagten Vater einen besonderen Beweis seiner Liebe und Achtung geben will, soschenkt er ihm einen Sarg. Ter Traum. Frau Huber hat einen merkwürdigenc Traum, den sie eilends ihrem Herrn. Nachbarn erzählt. Mir is g'wesen. als hätten wir wieder Hochzeit g'habt, aber bei der Tafel ist unser Franzl zwischen mir und mein' Mann g'sessen und hat a' schöne Red' g'halten. So 'was muß man in die Lotterie setzen, ich bin nur noch nid im Reinen mit die Nummern!" Das werden wir gleich haben." sagt eifrig der Nachbar; da nehmen S' zuerst das Hochzeitsjahr wann haben S' geheirath'?" 1887!" .Also 87. der war schon lang net d dann dem Franzl sein Alter, 10 Jah und sein Namenstag " Der 4. October," ergänzte Frar Huber die Aisammenstellung. Am Samstag wird Franzl wir. die Nummern geschickt. Es sind gezogen:. 4. 11. 86. Wüthend stürzt Frau Huber zirnr Nachbarn und' klagt: Jetzt schau'n S' her, um 2AUgen a' Terno! Ob ich mein' Mann nit d Augen auskratzen soll? Hätten wir mir a' Jahr früher g'heirath', wie ich immer gern g'habt hätt', wär' der Bub' auch um a' Jahr älter und ich hätt' jetzt. 1500 Gulden gewonnen!" Auf der Secundärdahn. Ein nettes Secundärbahn. - Idylls ereignete sich auf der schweizerischen. Seethalbahn zwischen Seen und Nie-" derhall - Dürrenäsch. Etwas außerhalb der Station befand sich ünc Scheune nahe an der Bahnlinie. Zwischen Scheune und Bahn stand aber noch ein beladener Fuhrwagen, und zwar so nahe der Linie, daß sich Locomotivführer und Conducteur stritten, ob sie an dem Hinderniß wohl vorbeikämen. Während der Locomotivführer optimistisch erklärte: 's goht", und Locomotive und Gepäckwagen auch glücklich, ohne zu streifen, vorbeisausen" ließ, rief der Conducteur nochmals: 's goht nel", und im nächsten Moment gab's auch schon einen Puff und der Zug stand stille. Die etwas, seitwärts stehende Deichsel war deur Salonwagen, die etwas breiter sind al5 die übrigen Wagen, in die Seite gerannt, worauf der Zug sofort angehal--ten wurde. Mit vereinten Kräften entfeinten Zugspersonal und Passagiere das Hinderniß und fort gings wieder mit sausenderGemächlichkeit, das Zleinc Bersäumniß aufzuholen. Drufehler m 16. Jahrhunderte Im Jahre 1523 wurde der Buchdruck Wolfgang Stöcke!, der bis dahin in Leipzig thätig gewesen, vom Herzog Georg von Sachsen nach seiner. Residenz Dresden berufen, um die neue Kunst auch dorthin zu verpflanzen. Stöcke! gab nun bereits im folgenden Jahre ein Buch heraus. Am Schluß enthielt dasselbe ein Druckfehler-Ber-zeichniß mit folgendem ergötzlichen Zu--satz: Die anderen Buchstaben, so zuweilen verrückt oder gar ausgeblieben, muß ein verständiger Leser dem Sinn nach lesen, denn es ist im Winter bei den? schlechten Lichte, so die Stuben warm und die Drucker faul und schläfrig seir bald was übersehen." Will es dir Mühe machen Die Menschen zu erkennen. So merke über was sie lachen. Und was sie traurig" nennen. O diese Kinder. Eine große ZZarlilie befindet sich auf einem Sommerkeller. Obenan sitzt der ziem'ich gebrechliche Großpapa. Fremder (zu den Kindern): Das ist aber schön von Euch, daß Ihr nicht ohne Euren alten Großpapa fortgeht!" Kinder: .Ja. den brauchen wir zum zahlen! Eine b i s jetzt ünerreichte Schützenleistung hat dis gr?ße schweizerische Ehr- und Fceischießcn zu verzeichnen. Schützenhauptmann Otter in Zürich machte mit der OrdInnanz Waffe in 5 Minuten 59 Secunden 80 Schwarztreffer. Der Schütze Stäfli in St. Gallen erzielte in 9 Minuten 50 Secunden 94 Treffer. Die Leistung Otters steht in der schweizerischen Schützenwelt einzig da. Unter Vegetariern. Lebt denn der Müller noch?" Ach wo! Der ist längst den Weg alte Gemüse gegangen!"

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