Indiana Tribüne, Volume 22, Number 339, Indianapolis, Marion County, 27 August 1899 — Page 2
per Kacher seiner ßyre. Won Carl v. Heugel. 'Ganz?zufälllg entdeckte tx es. Eine halb offene Schieblade in Hildegards Secretär lockte ihn, nach zusehen, was sie wohl darin aufge stapelt. Er kannte 4h unordentliche Manier, alles kunterbunt durcheinander zu werfen, V-riefe, Zeitungsblätter, Nähutensilien, Näschereien mid was dergleichen heterogeneGegenstände mehr waren. Der Doctor lächelte, während er dieser Untugend seines kleine Weibes gedachte. Und richtig, da flelen ihin mit einem Bündel Briefe gleichzeitig eine kleine Scheere und ein angeknabbertes Marzipanherz in die Hände. Er faßte den Haufen Briefe, um ihn an der Platte des Secretars aufzustotzen und sorgfältig w das Gelaß zurückzulegen. waren es doch die Liebesgrüße seines eigenere, wonnetrunkeuen Herzens aus der süßen Brautzeit, die ihn hier traulich anlächelten. Da flatterte einer zu Boden, und indem der Doctor sich bückte, ihn wieder aufzuheben, sah er fluchtig, daß das Eouvert eine andere Handschrift denn die seinige trug. Böse Hildzyard! Kannst Du nicht einmal die Zärtlichkcitsdocumente Deiues Mannes von fremden Elementen freihalten? Wer war denn dieser Eindringling? Q, daß ein Gott ihn davor bewahrt hätte, seinen Namen zu erfahren! Aber nun war es geschehen. Immer wieder starrte der Unglückselige auf das verhängnißvolle Blatt und schien doch seinen Inhalt nicht fassen zu können. Endlich ermannte er sich. Mit aschfahlem Gesicht und zitternden Händen wühlte er weiter in dem Haufen Papiere, der ihm plötzlich zum Grab seiues Glückes geworden. Ach, er brauchte nicht lange zu suchen, dem einen Zeugen der Schuld, neuesten Datums, gesellten sich bald noch andere hinzu. Es war kein Zweifel mehr: Seine süße, kleine Hilde, sein Weib, sein Abgott, hinterging ihn, verrieth ihn fortgesetzt. Und wer war der Räuber seines Glücks? Ein Mensch, dem er vertrauensvoll sein Haus geöffnet, den er seiner Achtung und Freundschaft gewürdigt! Vom ersten Taze ihrer jungen Ehe an, hatte er sem geliebtes Weib mit einem Meer von Zärtlichkeit umgeben, jeden Wunsch ihr an den Augen abgelesen. Und sie schien ihm auch so dankbar und glücklich zu sein. Warum also, warum? Der Doctor versank in schmerzliches Nachdenken. ' Vielleicht hatte er sich doch nicht genug um sie bekümmert, sie zuviel sich selbst überlassen; feine ausgebreitete Praxis nahm ihn ja fast den ganzen Tag. in Anspruch. Jetzt wollte es ihn auch mit einem Male bedünken, als habe er seit einiger Zeit eine merkwürdige Kälte in Hildegards Benehmen wahrgenommen, deren Spuren sich bis zu jenem Tage verfolgen ließen, da er den Lieutenant von Wessel zuerst in sein Haus eingeführt. Wer löst das Räthsel eines FrauenHerzens! Der Nachmittag neigte sich zu Ende. Schon sank draußen die Sonne und tauchte den westlichen Himmel in ein purpurnes Feuermeer. Der Doctor erhob sich, legte seine eigenen Briefe in das Fach des Secretärs zurück, den schrecklichen Fund aber barg er in seiner Brusttasche. Jede Spur von Weichheit war aus dem sonst so gütigen Antlitz des Arztes gewichen. An ihre Stelle trat ein Ausdruck eiserner Strenge. Eine tiefe, drohende Falte lag zwischen den Brauen. In diesem Augenblick wurde die Thür des Boudoirs geöffnet, und eine alte Dame mit schneeweißen Haaren erschien auf der Schwelle. Ist Hildegard noch nicht zurück? Ich finde, sie bleibt lange ou heute," sagte sie. Werkmeister zuckte zusammen. An Hildes Mutter hatte er nicht gedacht. Diese Frau mit den strengen Eh-rbegriffen durfte nichts von dem Vergehen der Tochter erfahren. Es würde ihr Tod sein. Sie mußte geschont werden. Aengstigst Du Dich schon wieder, Mama?" versuchte er daher zu scherzen. Hilde wollte eine Menge Einkäufe besorgen, sie wird damit wohl nicht so rasch fertig geworden sein. Aber es ist Zeit zum Abendbrot," klagte die alte Dame. Wann wird dieses Kind wohl Pünktlichkeit lernen! Du bist viel' zu nachsichtig mit ihr Otto!" Der Doctor wußte freilich jetzt, was es mit den Einkäufen seiner Frau für eine Bewandtniß hatte. Unwillkürlich ballte er die Faust, und flammende Blitze schössen ihm aus den Augen. Der alten Dame entging die Bewegung des Sohnes nicht. Fehlt Dir etwas, Otto?" fragte sie. Du siehst so verstört aus." Nicht doch, Mama," wehrte er ab. Beide begaben sich nach dem Speisezimmer. Als des Doctors junges Weib endlich heimkehrte, setzte man sich zu Tische. Werkmeister beobachtete Hildegard von der Seite. Sie sah entzückend aus, wie immer. Ein rosiger Hauch lag auf ihrem zarten Gesichtchen. Die blonden Stirnlöckchen nickten bei jeder Bewegung des reizenden Kopfes. Wie graziös die kleinen Kinderhände Messer und Gabel bewegten! Unter den seidenweichen Wimper n hervor traf den Doctor zuweilen ein Blick aus Hildes unergründlichen Nirenaugen. Diese räihselhaften, in undefinir.Harer 5?arbt schillernd:!! .Augen war
eö, die ihn zuerst bezaubert. Und sie I hatten eS auch wohl dem Andern an-
gethan, daß er die Gastfreundschaft verletzen und zum Diebe werden konnt. Die Erinnerung an Wessel verscheuchte jählings die weiche Regung, welche der Arzt beim Anblick der mädchenhaften Schönheit seines Weibes empfand und erzeugte in ihm ein Gefühl eisiger Kälte. ' Rache wollte cr nehmen an dem Schuldigen, grausame, vernichtende Rache. Flüchtig hatte er den Gedanken eines Duells erwogen, aber im Hinblick auf Hildes Mutter sogleich wieder verworfen. Es wäre unmöglich gewesen, ihr die Ursache desselben geheim zu halten. Des Doctors brütendes Gehirn fand jedoch bald einen anderen Plan, ebenso einfach als schrecklich. Nach beendeter Mahlzeit suchte d Arzt Hildegard in ihrem Boudoir auf. Sie lehnte träge in einem Schaukelstuhl. Er nahm auf einem Tabouret cm ihrer Seite Platz. Lange blieb er, ohne zu sprechen, in Betrachtung ihrer kleinen, reizenden Füßchen verloren, die sie weit vor sich ausgestreckt hielt. Die junge Frau brach endlich das Schweigen. Du bist heute so still!" Nun hob er den Blick. Hilde," sagte er langsam, warum liebst Du mich nicht mehr?" Sie zuckte beunruhigt zusammen. Aber Otto!" Vertheidige Dich nicht!" sagte e? kalt. Kennst Du diese Briefe?" Und sich erhebend und vor sie hintretend, hielt er dem zitternden Weibe die unwiderleglichen Beweise ihrer Schuld entgegen. Dumpfes Schweigen folgte seinen Worten. Aus Hildegards rosigem Gesicht war jeder Blutstropfen gewichen, in ihren Augen spiegelte sich eine furchtbare Angst. Sie kannte den Gatten. Er hatte das Gemüth eines Kindes, aber wehe dem, der seinen Zorn zu erwecken wußte. Du warst sehr unvorsichtig, diese Schreibereien offen herumliegen zu lassen," begann der Doctor wieder mit schwerer Betonung. Mein Gott, mein Gott!" hauchte sie. Du wirst in Zukunft freilich keinerlei Vorsicht mehr bedürfen." Was willst Du thun?" brachte sie angstvoll, mit gerungenen Händen hervor. Er faßte sie rauh am Ohrläppchen, so daß sie inen Schmerzensruf unter drückte: aber mehr noch ließ sie der eisige Ton erschauern, mit dem er das einzige Wort hervorstieß: Strafen!" Du willst Dich mit ihm schlagen !" schrie sie auf. Mit Ehrlosen schlägt man sich nicht!" O Otto, hab' Erbarmen, Du hast Fürchterliches im Sinn, ich sehe eS Dir an!" Der Doctor ergriff sie heftig beim Arme und zog sie nach dem Secretär hin. wo er sie auf einen Stuhl niederZwang. Schreib' ihm eine Einladung zum Thee für morgen Abend!" , Aber Mama ist selbst ausgebeten morgen," wagte sie zu entgegnen. Eben deshalb, wir werden ganz unter uns sein." Noch zögerte sie. Schreibe!" befahl er hart. Nun ließ sie mit bebender Hand die Feder über das duftende Billet hingleiten. Du willst ihn tödten," murmelt sie. Ich werde ihm kein Haar krümmen!" Des Gatten dunkle Worte, deren fürchterlichen Sinn sie nicht enträthseln konnte, ängstigten Hildegard mehr, als es offen ausgesprochene Drohungen vermocht hätten. Nachdem sie das Couvert verschlossen und mit der Aufschrift versehen, nahm er es ihr aus der Hand. Es ist gut," sagte er. Ich werde den Brief selbst zur Post befördern. Gute Nacht." Damit verließ er das Boudoir. Die junge Frau warf sich schluchzend auf die Causeuse. Am andern Tage bewachte der Doctor sorgfältig jede Bewegung seines Weibes. Er hatte einen Boten zu einem befreundeten Collegen geschickt und ließ von diesem die Praxis des Tages erledigen. Er selbst verließ, das Haus nicht eine Minute. So benahm Doctor Werkmeister Hildegard jede Möglichkeit, dem Geliebten irgend eine Warnung zukommen zu lassen. Der verhängnißvolle Abend brach herein. HildesMutter, welche ebenfalls einer Einladung zu einer befreundeten Familie gefolgt war, hatte das Haus bereits verlassen, als der Lieutenant von Wessel erschien. Heiter, strahlend, säbelrasselnd eilte er auf den Hausherrn zu, ihm die Hände schüttelnd. ' Der Doctor empfing ihn förmlich. Hildegard wagte den Blick nicht von der Erde zu erheben, während ihr Wessel galant die Hand küßte. Mein lieber Doctor, meine verehrte. gnädige Frau, ich bin entzückt, mich nach langer Zeit wieder einmal in Jhrer liebenswürdigen Gesellschaft zu befinden!" Diese Aeußerung kann sich sicherlich nur auf meine geringe Person beziehen, Herr von Wessel; denn die Gesellschaft meiner Frau wird Ihnen ja wohl öfter zu Theil," bemerkte der Doctor, seine grauen Augen mit durchbohrendem Ausdruck auf dem Lieutenant ruhen lassend. Wessel wechselte leicht die Farbe, faßte sich aber schnell und sagte, sich zu Hilde wendend: Immer fpaßhaft gelaunt, Ihr Herr Gemahl, stets ei? Scherzwort auf den Lippen!" Man lib sich nitdr. .''
Hilde, die fa vor Angst verging, servirie den Thee. Die Unterhaltung bewegte sich schwerfällig. Die junge Frau sprach fast gar nicht, und der Arzt, der sonst die Ungezwungenheit und Liebenswürdigkeit selbst war, trug heute ein merkwürdig gemessenes Wesen zur Schau. Lieutenant von Wessel konnte sich eines unbehaglichen Gefühls nicht erwehren. Es lag etwas in der Luft. Was ist Ihnen eigentlich das Theuerste aus der Welt, Herr von Wessel?" fragte der Doctor mit einem Mal, ganz unvermittelt. Unwillkürlich trafen sich bei dieser Frage die Blicke des Officiers mit denen der jungen Frau in einem Strahl. Werkmeister gewahrte es. Also die Geliebte," fuhr der Arzt ruhig fort. Aber wieso denn? Sie greifen mir ja vor, bester Doctor!" rief der Officier, nicht ohne Verwirrung. Vorläufig habe ich doch noch gar nichts geäußert." Der Arzt lächelte seltsam. Ich verstehe sowohl in den Blicken, als in der Seele zu lesen." Wessel wurde es immer unbehaglicher zu Muthe. Sie sind wirklich sehr sonderbar heute, lieber Werkmeister," sagte er, nervös an den Enden seines Schnurrbartes zupfend. Aber ich meine, es müßte für einen Mann, der des Kaisers Rock trägt, doch noch etwas geben, das ihm theurer, heiliger ist, als die Liebe eines Weibes," verfolgte der Doctor beharrlich die einmal angeregte Idee, ohne die letzten Worte des Gastes zu beachten. Allerdings, und das ist seine Soldatenehre," antwortete der Lieutenant einfach und würdig. Wären Sie im Stande, um diese Ehre, falls sie bedroht, vor Ihren Kameraden zu retten, . jedes Opfer zu bringen, auch das letzte?" Auch das letzte!" sagte der Officier stolz. Der Arzt nickte leicht mit dem Kopf. Das habe ich vorausgesetzt." Aber was in aller Welt führen Sie nur heute für wunderliche Reden, Doctor?" ' Wessel begleitete diese Frage mit einem kurzen, erzwungen Auflachen ; denn allmälig wollte ihn bedünken, als ob Werkmeisters eigenthümlichem Wefen eine ganz bestimmte Absicht zu Grunde läge. In der That, sprechen wir . von etwas Anderem. Hilde, Du versäumst Deine Pflichten, siehst Du nicht, daß Herrn von Wessels Tasse leer ist?" Die junge Frau ergriff die silberne Kanne, um die kleine Schale des Lieutenants wieder zu füllen. Sie zitterte dabei wie Espenlaub. Sind Sie krank, meine gnädige Frau, Sie sehen ganz verstört aus?" Die Blicke des Officiers ruhten während dieser Worte mit so zärtlicher Besorgniß auf der bebenden Gestalt, daß es dem Arzk wie ein Messer durch die Seele fuhr. AtufjcrSch blieb er gelassen. Hilde hat etwas Kopsschmerz antwortete er an Stelle der Gefragten. Ich pflege sie für gewöhnlich durch die Hypnose davon zu befreien; aber man darf diese Heilmethode nicht zu häufig anwenden. A propos, sind Sie schon einmal hypnotisirt worden, Herr von Wessel?" Nein, Doctor!" lachte der Lieutenant. Ich glaube auch kaum, daß ein Hypnotiseur mit mir Erfolg haben würde." Es kommt darauf an." Ich kann mir nicht vorstellen, daß es irgend einem Menschen gelingen sollte, mich vollständig seinem Willen Unterthan zu machen." So werde ich Ihnen den Beweis liefern. Herr Lieutenant!" Sie, Doctor? Was für neue wunderliche " Der Officier fühlte sich plötzlich unfähig, den Satz zu vollenden. Die grauen Augen Werkmeisters ruhten groß und starr auf ihm. Er wollte den Blick abwenden, aber er blieb an das fascinirende Auge des Doctors geheftet. Was thun Sie?" murmelte er. In den Gliedern empfand er jählings eine sonderbare Schwere, und traumhaft glaub! er wahrzunehmen, daß der Arzt sich erhoben hatte und ihn leicht an den Schläfen berührte. Wie aus nebelhafter Ferne hörte er Werkmeisters befehlende Stimme : Schlafen Sie!" , Schwer fielen ihm die Lider über die Augen. Otto, um Gotteswillen, was hast Du vor?" schluchzte Hilde, in Todesangst neben den Gatten in die Knie sinkend. Schweigend machte Werkmeister sich von des jungen Weibes umschlingenden Arme los. holte ein Blatt Papier. Tinte und Feder herbei und legte, des Lieutenants Tasse hinwegschiebend, alles vor den bewegungslos Dasitzen den nieder. Oeffnen Sie die Augen. Herr von Wessel, und schreiben Sie!" befahl der Arzt. Der Officier hob gehorsam die verschleierten Blicke empor und tauchte die Feder in das Tintenfaß. Ich erkläre, daß ich unwürdig bin, fernerhin des Kaisers Rock zu tragen, weil ich das Vertrauen eines Freundes mißbraucht, ihm die Ehre seines Hauses gestohlen und mich selbst dadurch ehrlos gemacht habe," dictirte der Arzt mit harter Stimme. Die Feder des Hypnotisirt flog, ohne anzuhalten, über das Papier. Nun Ihre Namensunterschrift, Lieutenant Hans von Wessel." 'Werkmeister nahm dem Officier das Blatt aus der Hand und überlas es. Ein furchtbares Lächeln glitt um leine Livven. Wieder berührten seine
Hände leicht die Schlafen deZ Lieutenants. Wachen Sie auf, Herr von Wessel!" rief er dann. Der Officier seufzte, fuhr sich mit der Hand über die Augen und sah mit unsicheren Blicken im Zimmer umher. Als er des Arztes ansichtig wurde, kam ihm das Bewußtsein zurück, wo er sich eigentlich befand. Wahrhaftig," versuchte er zu lächeln, ich glaube gar, ich habe geschlafen! Was ist denn nur mit mir vorgegangen?" Nichts weiter," sagte Werkmeister, der sich wieder gesetzt hatte, als daß ich Sie einem kleinen hypnotischen Experiment unterworfen." Nicht möglich!" Zweifeln Sie noch daran, daß es irgend einemMenschen gelingen könnte, Sie vollständig seinem Willen zu unterwerfen?" frag.e der Doetor mit kaltem Hohn, indem er dem Officier das von ihm beschriebene Blatt entgegenhielt. Vor Wessels Blicken flimmerte es. Das habe ich geschrieben? Aber das ist eine Infamie!" Der Officier sprang wie ein Rasender vom Stuhl empor. Auch der Arzt stand auf. Allerdings ist es eine Infamie, deren Sie sich schuldig gemacht, Herr von Wessel," sagte er langsam. Diese Papiere enthalten die Beweise." Der Arzt zog aus seiner Brusttasche die in Hilde's Secretär gefundenen Briefe hervor. Beim Anblick derselben taumelte der Lieutenant zurück. Ich werde Ihnen Genugthuung geben." gurgelte er mühsam. Ich verlange keine andere, als die ich bereits erhalten." Geben Sie mir das Blatt zurück!" Bis morgen Mittag befindet es sich in den Händen Ihres Commandeurs." Der Lieutenant dachte eine Sekunde daran, sich auf Werkmeister zu stürzen, jedoch ein Blick auf die herkulisch gebaute Gestalt des Arztes zeigte ihm, daß mit Gewalt hier nichts auszurichten war. Aber die Erklärung ist mir hinterlistig erpreßt, im bewußtlosen Zustände entrissen worden. Sie ist ungiltig!" Können Sie mit solcher Entschuldigung auch das Factum, die Wahrheit des Thatbestandes, den diese Zeilen bekünden, aus der Welt schaffen?" De? Officier stöhnte. Was verlangen Sie, daß ich thun soll, um die Auslieferung dieses Blattes an den Oberst zu verhindern?" Ich halte Sie für einen tapferen Mann, Herr Lieutenant!" sagte der Arzt mit starker Stimme. Wessel stieß einen Schrei aus. Er hatte begriffen. Das ist furchtbar!" murmelte er. Und wenn es geschehen ist?" Uebergebe ich dieses Papier, ohne daß eines anderen Menschen Augen als die meinen darauf geruht, den Flammen." Ihr Ehrenwort?" Mein Ehrenwort!" Wessel schnallte den Säbel um und setzte die Mütze auf. Sie wollen Abschied von ihr nehmen?" sagte Werkmeister, der den Blicken des Officiers folgte, die mit einem unbeschreiblichen Ausdruck von Schmerz auf der in einem Sessel zusammen gesunkenen Gestalt der jungen Frau haften blieben. Hilde, leuchte dem Herrn Lieutenant." Sie schreckte auf und zögerte. Lochte!" wiederholte der Arzt kurz und hart. Nun erhob sie sich, ergriff ein Licht und gab dem Officier mit schwankenden Schritten das Geleite bis an die Treppe. Draußen fiel die Thür in's Schloß. Die junge Frau kam zurück. Es war elf Uhr Morgens. Doctor Werkmeister streifte sich gerade die Handschuhe über und schickte sich an, seine gewöhnlichen Krankenbesuche zu machen. Sein Weib saß am Fenster und starrte hinaus. Da stürzte Hildes Mutter, von ihrem Frühspaziergang zurückkehrend, plötzlich ganz aufgeregt in's Zimmer. Denkt Euch nur, welche Nachricht durch die Stadt läuft! Der Lieutenant von Wessel, der noch gestern Abend bei Euch zu Gast war, soll sich heute früh erschossen haben!" Die junge Frau am Fenster sank ohnmächtig zu Boden. Was Du sagst, Mama!" bemerkte der Arzt ohne das geringste Zeichen von Erregung. Dann streifte er den Handschuh wieder ab, zündete ein Licht an und verbrannte sorgfältig ein Papier, welches er seiner Brusttasche entnommen hatte Trost. In jede gramdurchwühlte Brust Fällt mild ein Sonnenstrahl, In jedem Schmerz ein Tröpfchen Lust Zu lindern Noth und Qual. Und jedes treue Männerherz .Auch tröstend schon empfand Den Tropfen Lust im Trennungsschmerz, Wenn Frauchen zieht auf's Land.
Im Dusel. Betrunkener: Hilfe, Hilfe, ich bin gestochen wor den!" Nachtwächter: Ach. Unsinn. Sie sind ja hier in ein Kaktusbeet hin eingefallen!" Wieder. Ein Professor geht mit seinem Hunde spazieren. Plötzlich stürzt der Hund auf einen Herrn los. Dieser ruft: Um Gottes willen, rufen Sie doch Ihren Hund zurück!" Professor (in großer Angst): Zum Teufel, wenn ich nur schnell wieder wüßte, wie er heißt!" -. -
An ser Temperament. Von A. v. Wlikershausen. Das Temperament des einzelnen Menschen ist ein viel wichtigerer Faktor in seinem Leben, als er denkt; es kann ihn in glückliche und ungüäliche Lagen bringen, in vortheilhafte und nachtheilige, für alle Fälle trägt es stets zu den Verhältnissen bei, in denen er lebt und leben muß. Es führt ihn immer wieder in gleiche Situationen, schafft ihm angenehme oder unangenehme Stunden, wirbt ihm Freunde oder stößt die Menschen ab, gestaltet ihm das Lebeu friedlich oder unruhig. Der Choleriker wird sein Leben vergcbens zu einem friedlichen, beschaulichen zu gestalten suchen, ja, er wird dies oft gar nicht wollen, da es seinen Neigungen gänzlich wiedersprechen würde; einem Phlegmatiker hingegen wird es leicht gelingen und auch eher gefallen! Sanguinische Menschen werden sich nie in der Einsamkeit wohl fühlen und schleunigst Gesellschaft und Unterhaltung suchen, der Melancholiker wird letztere fliehen und den größten Genuß im Alleinsein finden! Thatsache ist ja, daß das Temperament, wenn wir von der Höhe des Lebens abwärts geHn, sich in jeder Hinsicht etwas mildert. Der Choleriker wird ein allmäliges Schwächerwerden seiner Thatkraft und Ausdauer, sowie des Jähzornes, zu dem er neigt, verspüren, der Melancholiker läßt nach im Grübeln und Trauern und sieht etwas gleichmüthiger in die Welt; der Sanguiniker braucht lange, bis er den ihm anhaftenden leichten Sinn, das impulsive Aufwallen der Gefühle etwas ablegt, aber schließlich kommt es doch bei der Mehrzahl dazu. Eine kleine Zahl bleibt beweglich und jugendlich heiter bis zum Ende. Beim Phlegmatiker kommt meist eine Verstärkung des Temperaments zum Vorschein; die Liebe zur Bequemlichkeit und Trägheit vermehrt sich, je mehr er an Alter zunimmt. Es kommen auch seltsame Mischungen vor; wir begegnen Temperamenten, die zum Theil cholerisch, zum Theil melancholisch sind. Sogar alle vier Temperamente können in einem Menschen vereinigt sein! Dadurch stellen sich eigenthümliche' Widersörüche ein, und je nachdem bei solch' einem Menschen ein Ton angeschlagen wird, handelt er heute so, morgen anders, kommt leicht vom Frohsinn - zum Schmerz, wechselt vom Beständigen' zum Flüchtigen. E i n Temperament jedoch ist immer vorherrschend und maßgebend, die anderen zeigen sich nur nebenher, wenn auch oft stark genug, um den Menschen irre zu leiten. Jedes Temperament hat seine Tugenden und leine Fehler. Phlegmatiker zeichnen sich stets durch Besonnenheit, Duldsamkeit und Verträglichkeit aus. Ihre Gemüthsbewegungen entstehen langsam, sind nicht heftig, dau-, ern aber lange. Starke Leidenschaften mangeln gänzlich bei ihnen, auch Jllusionen fehlen; sie nehmen das Leben, wie es ist. Große Thaten werden sie nie vollbringen. Sanguiniker wissen Allem eine heitere Seite abzugewinnen. Sie empfinden rasch und stark, aber ihre Bewegung dauert nicht lange. Auch neigen sie zur Flatterhaftigkeit, oft sogar zumLeichtsinn; sie ziehen aber doch durch ihre heitere Liebenswürdigkeit an. Diese nehmen das Leben leichter, als es eigentlich ist. Melancholiker betrachten Alles von der ernsten und trüben Seite. Sie sind .lieber traurig als lustig, fühlen sehr heftig und sehr andauernd, sind allzeit beharrlich und fast, immer der Menschheit feindlich gesinnt. Sie nehmen das Leben schwerer, als es ist. Choleriker endlich sind feurig, begeisterungsfähig, sehr energisch und entschlössen; auch sind sie leicht reizbar, und die Erwgung hält auch lange nach; zudem sind sie rühm- und ehrsüchtig, handeln gern und schnell. Zöeern und langsames Ueberlegen ist nicht ihre Sache. Stets sind heftiges Aufbrausen und Jähzorn bei ihnen zu suchen. Auch diese nehmen das Dasein nicht, wie es ist, sondern sie wollen es sich formen und modeln mit Gewalt und Leidenschaft. Hauptsächlich in der Männerwelt sind die Vertreter der cholerischen Klasse zu suchen; wir Frauen neigen uns viel lieber zu den Klassen der Bequemen und Sanftmüthigen (mancher Ehemann wird hier ein jähes Oh!" ausrufen!), der Heiteren und Leichtlebigen. Meist ist am Kinde schon das Temperament erkennbar, und die Erziehung steht ihm ziemlich ohnmächtig gegenüber; selbstverständlich lassen .sich allzu kräftige Auswüchse beseitigen, der konventionelle Zug, der durch die Gesellschaft geht, schleift manches ab, mildert und glättet; in mehr der minder wichtigen Situationen, bei MeinungsVerschiedenheiten, bei der Wahl des Berufes, bei einschneidenden Aenderungen jedoch wird stets das uns eigene Temperament durchbrechen und mithelfen. unser Leben angenehmer oder schwerer zu gestalten!
Spruch. Du Pflüge wacker Dein eig'nes Feld, Des Nachbars Acker Laß unbestellt.' So gut du's thätest, Er sieht's nicht ein. Statt Liebe sätest Du Haß allein. Erkennungszeichen. Professor: ...Und wodurch unterscheidet sich zum Beispiel das Thier vom Menschen?" Kandidat (benoosteS Haupt): Es trinkt Wasser!"
DaS Ende der Nomanhelden. Eine große Menge von Romanen ist mir laut vorgelesen worden, und alle haben mir Vergnügen beredet, auch wenn sie nur das Prädikat mittelmäßig" verdient und gut geendigt hatten, schrieb einst Charles Dickens. Sollen Romane nicht gut endigen? Romane werden .geschrieben, um zu unterhalten, dem Äolke Zerstreuung zu verschaffen, und ihr Ausgang muß daher Befriedigung gewähren." behauptete einst eine eifrig romanlesendeDame der Gesellschaft. Das ist keineswegs richtig, denn der Geschmack des Publikums ist bekanntlich ein sehr verschirdenartiger. . Und es muß daher auch Romane geben, deren Ende kein gutes ist. Man hat zu behaupten versucht, daß es nur der weibliche Theil der Autoren sei, welcher die Helden und Heldinnen ihrer Werke dahinmorden läßt, aber gerade von jener Seite ist bereits schon längst das Gegentheil bewiesen worden. . Der große englische Humorist (Dickens) erzählte einst, daß er die Menschen, welche er in seinen Dichtungen geschildert habe, beständig um sich herum gesehen, ja, daß er sogar mit ihnen geweint und gelacht habe. Und dasselbe wissen wir auch von Goethe lindernderen Dichtern. Lange Zeit konnte sich Dickens nicht dazu entschließen, den kleinen Paul in Dombey und Sohn" sterben zu lassen, obgleich er einen anderen Ausgang für unthunlich hielt. Ein Kritiker, welcher der Ueberzeugung gewesen, daß ein Junge von soleher Beschaffenheit unmöglich das Mar.nesalter erreichen würde, rief aus: Wenn Dickens seinen Paul nicht sterben lassen will, wird Paul unseren Dickens todt machen!" Als der Old Curiosity Shop" (der alte Kuriositäten - Laden), eine monatliche Zeitschrift, das Licht der Welt erblickte, brachte derselbe Dickens Little Nell" (Klein Nell). Das Schicksal der jugendlichen Heldin dieser Novelle hatte einen großen Theil der Leser unbefriedigt gelassen. Als der berühmte Agitator der Grünen Insel", Daniel O'Connell. einst von einem Meeting in North Tipperary zurückkehrte und von Magistratsmitgliedern des Distriktes in einem Wagen nach Hause gefahren wurde, zog er ein Heft der genannten Zeitschrift aus der Tasche, vertiefte sich eine Weile in deren Inhalt, indem er sagte: Entschuldigen Sie, meine Herren. ich interessire mich ungemein für dieses Journal." Während der Lektüre zog der Politiker seine Stirne in Falten, schlug heftig das Wagenfenster auf, warf die Zeitschrift auf die Landstraße hinaus und rief ganz entrüstet: Von diesem Menschen werde ich in meinem ganzen Leben keineZeile mehr lesen, wie konnte er nur das kleine Mädchen sterbcn lassen, das ist ja geradezu niederträchtig!" Der große Mann war bei dem pathetischen Berichte vom Tode der Kleinen Nell" in eine solche nervöse Aufregung gerathen, daß man ihn gar nicht mehr erkannte, ja. dicke Thränen liefen ihm die Wangen herunter! . Nicht minder gerührt von dem tragischen Geschick der Kleinen Nell" war Lord Jeffry, der Herausgeber der Edinburgh Review". Seine Nachbarin und intime Freundin, Mrs. Henry Siddons. welche in seinem Geschäfte ein- und ausging, wie es ihr beliebte, öffnete eines Tages behutsam dieThürk der Buchhandlung und bemerkte sofort, daß sie ungelegen komme. Der strenge Kritiker saß in einem Sessel und hatte sein Haupt auf den rechten Arm gestützt, er schien in tiefe Gedanken versunken zu sein. Als Mrs. Siddons den Rückzug an-
1 treten wollte, in der Meinung, daß ihr Erscheinen unbemerkt geblieben sei, erhob der Sitzende seinen Kopf und riej sie zurück. Da die Dame bemerkte, daß die Wangen ihres Freundes glühten und seine Augen von Thränen benetzt waren, bat sie um Entschuldigung, daß sie gestört habe und gleichzeitig um die Erlaubniß, sich wieder entfernen zu dürfen. Gehen Sie nicht, liebe Freundin sagte Jeffrey. ich werde mich ball wieder in anderer Stimmung befinden." Ist Jemand bei Ihnen gestorben?fragte Mrs. Siddons im theilnahmsvollen Tone. Und Ja, in der That lautete die Antwort. Ich bin recht schwach gewesen, daß ich mich so habe hinreißen lassen, aber ich konnte mir nicht helfen. Auch Sie werden betrübt sein, wenn Sie erfahren, daß Nelly. Boz's kleine Nelly. hat sterben müssen! Jeffrey hatte nämlich gerade die letzte Nummer des Old Curiosity Shop gelesen, und die Lektüre hatte ihn vollständig übermannt gehabt. Dickens selber war es ebenso ergangen. Auch Thackeray, bekanntlich ein Meister in der . realistischen Sittenschilderung und ebenfalls Humorist, weiß ein Lied von den erwähnten Gefühlsrmpfindungen zu singen. Während tx seinenRoman The Newcomes" schrieb. stieß er eines Abends, als er aus seinem Hause trat, auf einen mit ihm eng befreundeten Herrn. Nun. was gibt es Neues bei Dir. mein Lieber?" fragte Letzterer den Dichter. Hast Du Jemanden von Deinen Angehörigen verloren?" Jchhabe soeben den Colonel Newcome sterben lassen." erwiderte Thackeray traurig, ein paar Thränen aus sei nen Augen wischend, und es ist mir jetzt zu Muthe, als ob ich meinen Vater beerdigt hätte." A u s n ü tz u n g. A.: Du wirst also eine Hochzeitsreise machen?" B.: fo, ich will doch die Welt n wenig sehen, ehe mir Vt Gläubiger dai Geld abnehmen."
Matthäus Füchblein. 8?on Tr. Ccrolu?. Matthäus Füchslein hatte eben die Matura hinter sich und war aus feiner tteinen Provinstadt mit allen den ländlichen Gciste'0- und Cbarattereigenschaften, die sich -.?n. einmal tr"'" Gymr.asium und Matura nufct hinr studiren lassen, in der Residenz. kommen. Philosophie wollte er studire.. U7.d dies ganz ernstlich. Hatte ihm ja doch sein Vater vor seiner Abreise mit Hölle und Teufel gedroht, wenn er nicht seine Zeit auf der alrna inater nutzen und so bald als möglich fertig" werden sollte. Und gar erst die Studcntcn mit den farbigen Kappen und den vielen Schrammen! Wenn er so einer würde, der ganze Vorrath väterlichen Grolles würde sich auf ihn ergießen und die Quelle der elterlichen Kasse sofort versiegen. Da stand Matthäus Füchslein nun in d:r weiten Universitätsstadt und wußte nicht, wo aus. wo ein. Es war auch noch früh am Tage und des Vaters Predigt noch so tief in ihren NachWirkungen, daß Matthäus nur eine Sehnsucht kannte, den Weg zur Uni vcrsität. Ein mitleidiger Passant, den er etwas zaghaft darum angefangen war, hatte ihm denselben gewiesen und beklommen schritt tx dahin, konnte aber noch immer nicht das große Gebäude, das man ihm genau beschrieben, entdecken. Wieder fragte er und ging. Vergebens! nach einer Stunde stand er auf dem Platze, von dem er ausgegang:n war. Da, o Glück! kam eine buntbemützte Schaar von Musens'öhnen daher, die Gehaßten! Doch jetzt fort mit den Gefühlen; sie mußten ihm als Führer dienen. Denn wohin sollte ihr Weg anders führen, als zur Universität! Matthäus folgte und nicht lange war er ihnen nachgegangen, als ein schönes, hohes Gebäude vor ihm auftauchte, auf das die Schaar lossteuerte. Gott sei Dank! die Universität! Füchslern schöpfte wieder Muth und ging den Führern nach. Sie betraten das Gebäude, um durch einen dunklen Gang auf eine Stiege zu kommen, die in die Tiefe führte. Eigenthümliches Klirren kam von unten herauf, wie von Tellern und Gläsern. Matthäus stutzte, da ihm die Sache doch zu merkwürdig vorkam. Aber er hatte deutlich gesehen, daß sie nicht durch denHaupteingang, sondern durch ein Nebenthor eingetreten waren. Es mochte wohl irgend ein Laboratorium hier in der Tiefe liegen. Doch jetzt war keine Zeit zum Nachdenken. Noch einige Schritte und man war am Ziele. Die Studenten traten ein, Matthäus hinter ihnen und nun stand er im Souterrainlokale des Kochelbräu. Spät Abends erst kam er etwas unsicheren Ganges heraus, und nun war Matthäus Füchslein ein wirkliches Fllchslein. Ein merkwürdiger Brauch.
Einige Mitglieder des Haager Frie denscongresses unternahmen vor Kurzem einen Ausflug nach dem reizender Harlem. Plötzlich zeigte einer dei Herren auf eine reich mit Spitzen be, setzte Battistrosettc über dem Porta. eines aristokratisch aussehendenWohn. Hauses. 'In einer kleinen Ncbenstraßl erblickten die Fremden an zwei ärmlich aber sauber aussehenden Häuscher ebenfalls je eine schneeweiße Rosetti über der Thüre, bis man endlich einer alten holländischen Landmann traf der sich schmunzelnd zu der gewünschten Erklärung herbeiließ, aber erst, nachdem er die laut sprechenden Aus' länder aus der Nähe des rosettenge.schmückten Häuschens bugsirt hatte Der weiße, spitzenbesetzte Thürschmuc? ist ein letztes Ueberbleibsel uralter hol. ländische? Sitten. In dem Hause, über dessen Portal ein Spitzenzeicher prangt, hat ein kleiner Weltbürger sei' nen Einzug gehalten. Das sinnig, Zeichen veranlaßt die Vorübergehen, den und die Lenker der Fuhrwerke, sc ttcni wie möglich Geräusch zu verursachen. Selbst der Gerichtsvollziehe, oder ein ungeduldiger Gläubiger darj die Schwelle eines rosettenversehener Hauses nicht überschreiten. Erst neur Tage nach dem Eintreffen des so rucksichtsvoll behandelten winzigen Fremd, lings wird die Rosette entfernt uni Alles geht wieder seinen alten Gang. Hochmuth. Auf dem Gute ist ein neuer Schäfe, angestellt. Pünktlich versieht er seir Amt. er ist still und gewissenhaft uni dabei kann ihn doch der Hofmeistei augenscheinlich nicht recht leiden. Eir paar Wochen sind vergangen, da erkundigt sich der Pachter beim Hofmeiste, nach dem neuen Knecht. Der Hofmeister will erst nicht mit der Sprache heraus. Tjä, dat is ja allens ganj gaud, awer awer!" Na, wat U denn löT mit em?" fragt der Pächtei aufmunternd. Und zögernd komm: die Antwort: Tja. dei Kirl is tr hochmäudig. de sn'öfft sich in'n Dauz.' Spekulativ. Du unr Deine ffrau sollten den Klatschbase? im Städtchen doch nicht so viel Stoss geben." Kolonialwaarenhändler: Das geschieht doch nur, damit der Kaffeeconsum steigt." Jmmernobel. Baron Goldstein: Aber, Jean, wie konnten Sie sc ungeschickt sein, der Frau Baronin eir Glas Wasser über das Kleid zu schüt. ten! Wenn's wenigstens noch Sekt ge Wesen wäre!" Individuelle Bewund e r u n g. Bauernweib (bei einer Parade): Jesses, was is die Disciplin doch für a wunderbare Sach'; a ganzes Regiment beisamm' und jeder hält 'ö Maul!" . .
