Indiana Tribüne, Volume 22, Number 332, Indianapolis, Marion County, 20 August 1899 — Page 3
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Roman von K. Orth. (4. Fortsetzung.) Jetzt verstand er, daß diese Ha.banera nur der Nationaltanz einer Rasse sein konnte, deren Frauen die südliche Schönheit der Creolinnen haden, und jetzt lernte er auch begreifen, daß Jsabella bei Vasco ihn vollkommener als irgend eine ihrer Landsmänninnen tanzen mußte. Unverwandt hing sein Blick an ihr. Er achtete seiner übrigen Umgebung nicht und würde sie ohne Zweifel völlig vergessen haben, wenn ihn nicht die bewundernden Zurufe, die fortwährend in dem dicht geschlossenen Zuschauerkreise kaut wurden, zu seinem Unbehagen imrner wieder an die Gegenwart dieser Menschen erinnert hatten. Er hätte ihnen zurufen mögen zu schweigen ; denn die banalen Alltagsphrasen, die er da vernahm, dünkten ihn fast eine Entweihung. Er selbst wäre gewiß außer Stande gewesen, auch nur em Einziges lautes Wort des Entzückens ' . ""V . 4 . uoer Ole Kippen zu onngen. und er dachte nicht entfernt daran, daß man etwas derartiges gar von ihm erwarten könne. Er fühlte nichts, als daß er dem Zauberbanne von Jsabellas Schönheit mit Leib und Seele Versalken sei nicht nur für die Dauer dieses Schauspiels, sondern für alle Zukunft. Und so glücklich machte ihn dies Bewußtsein, daß ihm nicht für einen Moment der Wunsch kam, sich aus der holden Gefangenschaft zu befreien. Ob es Minuten oder Viertelstunden gewesen waren, die er in seinem wonnigen Rausch verbracht, er hätte es nimmermehr zu sagen vermocht. Aber als sich Jsabella nun mi. einer reizenden Gebärde der Erschöpfung in einen Sessel sinken ließ, als alles sie applaudirend und huldigend umdrängte, stand er allein noch immer wie festgewurzelt auf seinem Platze. Gleich einem unsanft aus seligem Traume Erweckten fuhr er empor, da er eine Stimme neben sich sagen hörte: 9?un, Herr Director, habe ich Ihnen zu viel verheißen, als ich Ihnen sagte, daß Sie das angenehmste Haus von Buenos Aires kennen lernen würden?" Es war Henninger, der an seiner Seite stand, den leisen Anflug eines Lächelns auf dem wächsernen Gesicht. Ter Prokurist war ihm nicht sehr sympathisch, in diesem Augenblick aber sah Werner in ihm doch nur den Landsmann, dem er in der geliebten Muttersprache rückhaltloser die Begeisterung seines Herzens kundgeben konnte, als irgend einem anderen in den Lauten des fremden Idioms. Seine gehobene Stimmung verlieh ihm eine fast poetische Veredtsamkeit und Henninger brauchte kein tiefer Menscbenkenner zu sein, um dem Entzücken, mit dem sein Vorgesetzter von der w srt ei p M vorneymen aimcyleil oiei.es aues und von dem Tanze Jsabellas sprach, die rechte Deutung zu geben. Sein Mienenspiel und seine hie und da eingeworfenen nichtssagenden Aeußerungen bekundeten freilich nicht, ob er sie errieth. Rodewaldt dachte kaum noch daran, zu wem er sprach. Es war lediglich ein Bedürfniß nach Mittheilung, dem er folgte, und der andere war der geduldigste Zuhörer, den er sich nur wünschen konnte. Jsabella del Vasco ruhte noch immer anmuthig hingegossen in ihrem Sessel, umgeben von jungen und alten Eavalieren, die anscheinend unerschöpflich waren in den Kundgebungen ihres Enthusiasmus. Rodewaldt sah, daß der eifrigste von allen wieder jener hübsche junge Mann war, der ihren Partner beim Tanze gemacht hatte. Und er unterbrach sich selbst mit der an Henninger gerichteten hastigen Frage, ob dieser elegante Portenno vielleicht in bevorzugter Bewerber um die Gunst der Sennorita sei. Er so wenig als irgend einer dieser einheimischen Caballeros," lautete die Auskunft des Prokuristen. Die junge Dame hat einen so scharfen Blick für die Schwächen ihrer Landsleute, und sie ist den meisten von ihnen an Geist so weit überlegen, daß sie sich schwerlich jemals entschließen wird, einem Portenno ihre Hand zu reichen." Eine Welt beglückender Hoffnungen war es, welche diese mit vollkommensterGleichgültigkeit gesprochenen Worte in Rodewaldts Herzen wachriefen. Und Sie halten es für möglich," fragte er nach einigemZaudern unsicher und zaghaft, daß Sennor del Vasco sein einziges Kind einem Fremden zur Gattin geben könne?" Wenn dieser Fremde sich seine Freundschaft zu gewinnen weiß warum nicht? Man hegt hier nach dieser Richtung hin keine besonderen Vorurtheile und huldigt auch darin dem Grundsatz, daß Leistung und Gegenleistung einander an Werth gleich sein müssen. Don Manuel wird sicherlich nur den als Schwiegersohn willkommen heißen, der es verstanden hat, sich ihm zu verpflichten. Ein solcher BeWerber aber wird dann auch um so gewisser auf seine väterliche Fürsprache bei der Sennorita Jsabella rechnen dürfen." Eine Bewegung in der Gesellschaft unterbrach das Gespräch. Der Präsident hatte sich empfohlen, und der Aufbruch des vornehmsten Gastes war auch für die anderen' das Zeichen, sich von ihren liebenswürdigen Wirthen zu verabschieden. Henninger schickte sich sogleich an. dem allgemeinen Beispiel zu folgen; Rodewaldt aber näherte sich Jsabella erst, als die meisten anderen Cavaliere nach - gnädig gestattetem Handkuß von ihr entlassen worden waren. Sie empfing ihn lächelnd, und freundlich kam sie seiner Anrede zuvor: Ussen Sie auch, daß ich eigent-
lich sehr bose auf Sie bin? Was habe ich Ihnen gethan, daß Si? sich so lange fern hielten? , Wenn Ihnen daran gelegen ist, mich zu versöhnen, müssen Sie mir wenigstens jetzt ganz aufrichtig sagen, wo Sie inzwischen gesteckt haben." Ich war draußen im Patio, dessen Reize Sie mir vorhin so beredt und verlockend geschildert hatten." Und Sie haben dort eine interessante Bekanntschaft gemacht, die hnen das Fortgehen erschwerte, nicht wahr?" Rodewaldt fühlte sich ein wenig betroffen und zögerte mit der Antwort. Gewiß würde er unter anderen Umständen nicht das mindeste Bedürfniß gefühlt haben, aus seiner Begegnung mit der Unbekannten -ein Geheimniß zu machen. Aber sie hatte es als einen Beweis seiner Verschwiegenheit von ihm gefordert, und sie besaß sein Versprechen. Es half ihm nichts, daß er sich sagte, er würde es ihr wahrscheinlich niemals gegeben haben, wenn er hätte voraussehen können, daß es ihn zu einer Unwahrheit gegen Jsabella del Vasco zwingen würde. Durch sein einmal verpfändetes Wort war er jetzt unter allen Umständen gebunden. Nein, Sennorita," sagte er, es war allein der poetische Zauber dieses reizenden Winkels, der mich fesselte. Und wie hätte ich auch verwegen genug sein können, zu hoffen, daß Sie meine Abwesenheit überhaupt bemerken würden ?" Nun, Sie haben also jetzt den Beloeis, daß gar nichts besonders Verwegenes in solcher Annahme gewesen wäre," lachte sie, und ich hosfe, Sie werden sich künftig danach richten." Der Klang ihrer Stimme und das süße Locken ihrer Augen berauschten ihn auf's neue. Er zog ihre Hand an feine Lippen und hielt sie lange dort fest, überglücklich, daß sie sie ihm nicht entzog. Erst als andere herzutraten, gab er sie frei. ' Auf morgen also, Don Werner !" sagte sie mit einer allerliebsten Ausspräche des für sie so widerspenstig harten, deutschen Namens, und mit einem letzten lächelnden Neigen des schönen Kopfes, ehe sie sich wieder den anderen zuwandte. Mit halbem Ohr nur vernahm Rodewaldt, was jetzt noch weiter zu ihm gesprochen wurde die südlichen lebhaften, fast überschwänglichen Freundschaftsversicherungen Don Manuels und die gütige Aufforderung seiner stolzen Gemahlin, sich fortan als ein stets willkommenes Mitglied der Familie zu betrachten. Es war ihm lieb, daß er den Weg nach seinem Hotel allein zurücklegen konnte, denn die Eindrücke der letzten Stunde hatten sein Blut in so ungestüme Wallung versetzt, daß er der Einsamkeit bedürfte, es zu beruhigen. Daß der heutige Abend einen WendePunkt in seinem Leben bedeute, und daß mit ihm die Entscheidung über sein künftiges Schicksal gefallen sei, schien ihm in seinem augenblicklichen erregten Gemüthszustande außer allem Zweifel. Es war gewiß keine eitle Täuschung, wenn er Jsabellas Bcnehmen eine Deutung gab, die ihn zu den verwegensten Hoffnungen berechtigte. Und die Anspielungen des Prokuristen, der die Gesinnungen ihres Vaters aus einem langen geschäftlichen Verkehr sehr wohl kennen mußte, hatten ihn das lockendeZiel, auf dessen Erreichung in diesem Moment alle seine Wünsche gerichtet waren, als ein keineswegs unerreichbares erscheinen lassen. Schon die Interessen der Bank, zu deren Wahrnehmung man ihn hierher geschickt, machten es ihm ja zur Pflicht, sich die Freundschaft del Vascos zu erwerben. Welche Hindernisse also konnten sich der Verwirklichung seiner Hoffnungen noch entgegenstellen, wenn es ihm gelang, Jsak:llas Liebe zu gewinnen! Wohl ging ihm flüchtig die Erinnerung an sein Gespräch mit der geheimnißvollen jungen Unbekannten durch den Sinn und an ihre sarkastischen Aeußerungen über das Haus, dessen Gastfreundschaft sie doch allem Anschein nach gleich ihm genossen. Aber er war unter dem frischen Eindrucke des Erlebten nicht geneigt, ihren Worten eine größereBedeutung beizulegen als den unbestimmten Warnungen, die ihm vorher zu theil geworden waren. Und es wollte ihm fast wie eine Versündigung gegen seine neuen Freunde erscheinen, daß sich im Grunde seines Herzens doch das lebhafte Verlangen nach einer Wiederbegegnung mit diesem seltsamen weibliehen Wesen regte, dessen feurige Augen er so leidenschaftlich wild - unter dem Gewebe des Spitzenschleiers hatte blitzen sehen, und dessen dunkle, melodische Stimme 'ihm noch immer im Ohre nachklang. 7. Capitel. Neben der Kirche Santa Catalina am Ende der Calle San Martin erhebt sich das stattliche Gebäude des Klosters der Dominikanerinnen. Die frommen Schwestern dses Ordens befassen sich in Buenos Aires nicht nur mit der Erziehung von Kindern aus den vorn?hmeren Familien, sondern sie haben in ihrem Kloster auch ein Pensionat für reiche junge Damen eingerichtet, und es gehört in den höheren Gesellschaftskreisen der orgentinischen Hauptstadt zum guten Ton, die heranwachsenden Töchter für eine gewisse Zeit ihrer ObHut anzuvertrauen. Am Morgen nach jener glänzenden Tertulia. die der Präsident mit seinem Besuche beehrt hatte, zog Sennor Manuel del Vasco die Glocke am Eingangsthor dieses Klosters. Die Pförtnerin schien ihn zu kennen, denn sie be-
grüßte ihn sehr ehrerbietig und ließ ihn ohne weiteres in das zu ebener Erde gelegene Sprechzimmer eintreten. Wenige Minuten später erschien die Oberin, eine stattliche Matrone, die m ih iem weitem Ordenskleide mit der
schwarzen Mantilla und dem großen goldenen Kreuz auf der Brust sehr ehrwürdig und achtunggebietend aussah. Sennor del Vasco machte ihr eine tiefe Verbeugung und küßte nach der Sitte des Landes demüthig die dargereichte Hand. Ich bitte um Verzeihung, ehrwür-
digste Mutter, wenn ich meine Nichte Conchua zu dieser etwas ungewohnllchen Stunde zu sprechen begehre. Aber es handelt'sich um die Unterzeichnung einiger wichtiger Documente, deren ich dringend bedarf!" Ihrem Oheim und Vormunde steht es natürlich jederzeit frei, die Sennorita zu sehen," erwiderte die Oberin freundlich, und es trifft sich gut. daß sie bereits aus der Messe zurück ist. Ich werde sie sogleich rufen lassen." Sie setzte einen Glockenzug in Bewegung und ertheilte der eintretenden dienenden Schwester den erforderlichen Auftrag. Als sie wieder allein miteinander waren, fragte del Vasco: Haben Sie noch immer über die Launenhaftigkeit und das Ungestüm Conchitas zu klagen, ehrwürdige Mutter? Ich fürchte freilich, daß diese üblen' Eigenschaften zu tief in ihrer Natur begründet sind, als daß es selbst dem segensreichen Einfluß dieses Hauses gelingen könnte, sie zu beseitigen." Die Sennorita ist allerdings ein seltsames und zuweilen schwer zu behandelndes Wesen. Aber es ist leicht, Nachsicht mit ihr zu haben, denn sie hat im Grunde das weichste, gütigste Herz, und sie ist von einer unbestechlicyen Wahrheitsliebe, die wohl mit ihrem aufbrausenden und leidenschaftli chen Temperament versöhnen kann. Es giebt hier im Kloster Niemand der sie nicht aufrichtig lieb hätte, und es kommt mir darum gewiß nicht in den Sinn, mich über sie zu beklagen Sennor Manuel schien diese l:iea Worte nicht gehört zu haben. Er seufzte tief auf und strich sich mit einer sorgenvollen Gebärde über die Stirn, als hätte er etwas sehr Schmerzliches vernehmen müssen. Es ist das Erbtheil ihres Blutes, ehrwürdige Mutter, dieses Blutes, das durch die unselige Heirath meiner Schwester in unsere Familie gekommen ist. Ich will der Dahingeschiedenen gewiß keine Vorwürfe mehr machen nein, bei Gott, das sei ferne von mir aber diese Herzensverirrung war ein Unglück. Wir, die wir unseren Stammbaum bis auf Cortez selbst zurückführen, wir mußten einen Menschen in unsere Familie aufnehmen, dessen Muster eine Farbige gewesen war! Es war unmöglich, meine arme Schwester von ihrer Verblendung zu heilen, obwohl wir es an Versuchen dazu wahrlich nicht fehlen ließen. Ich glaube, sie hätte sich von diesem Ortegas eines Tages sogar entführen lassen, wenn meine tiefgebeugten Eltern nicht endlich schweren Herzens ihre Einwilligung zu der Verbindung gegeben hätten." Und sie hatien es doch wohl kaum zu bereuen, Don Manuel," sagte die Oberin milde. Sennor Ruiz OrtegaZ starb nicht nur als ein sehr reicher, sondern auch als ein sehr angesehener und hochgeachteter Mann. Man sagt, daß es der Gram über den Verlust seiner heißgeliebten Gemahlin gewesen sei, der ihm das Herz gebrochen." Gewiß, er war ein ehrenwerther Mann, der alles that, was in seinen Kräften stand, um meine Schwester das ungeheure Opfer vergessen zu lastn, das sie ihm mit dieser Heirath cebracht. Aber seine trefflichen Eigenschaften wie seine Millionen konnten doch die traurige Thatsache nicht aus der Welt schaffen, daß in seinen Adern doch da ist Conchita! Sie darf kein Wort von diesen Dingen hören." In der That war die Geiufene soeben auf der Schwelle erschienen, ein junges Mädchen von vielleicht siebzehn Jahren. Ihre schlanke und geschmeidige Gestalt, die eben im Begriff schien, sich zu voller Schönheit zu entwickeln, wurde von einem glatten, knapp anliegenden schwarzenAtlaskleide umschlossen. Der Rock fiel nur bis auf die Knöchel nieder und ließ die Füße frei, die klein und fein geformt waren, wie die der meisten Argentinerinnen. Eine Fülle wirrer schwarzer Locken drängte sich unter der Mantilla hervor um die hohe, edel gebildete Stirn, die wie das ganze Antlitz, der lange riegsame Hals und die auffallend schönen Hände von lichtbräunlicher Farbe waren von einem warmen, beinahe goldigen Bron.ton, wie ihn zuweilen die Haut in voller Gesundheit und Jugendfülle prangender Sicilianerinnen aufzuweisen hat. Die Züge des länglichen Gesichtchens mit der leicht gebogenen, schmalen Nase, dem rundlichen Kinn und den anmuthig geschwungenen Lippen waren nicht regelmäßig genug, um eZ zu einem Typus vollkommener Frauenschönheit zu machen, aber selbst in diesem Moment, wo sie einen trotzig finsteren Ausdruck angenommen hatten, waren sie von einem seltsamen, schwer zu beschreibenden fremdartigen Reiz. Das junge Mädchen trug keinen Schmuck; nur an dem Ringfinger ihrer linken Hand, mit der sie in einer ungeduldigen Bewegung die widerspenstigen Löckchen von der Stirn zurückstrich, funkelte ein Brillant. Ah. Sie sind es. Oheim, der mich zu sprechen verlangte! Nun wohl, ich bin zu Ihren Diensten." Das war in keineswegs liebensttfürdigem Tone gesprochen, und die kleine Falte zwischen den duntlen. über der Nasenwurzel fast zusammenstoßenden Brauen verschwand auch nicht, als Sennor Manuel del Vasco mit all' der warmen, überströmenden Herzlichkeit, die ihm so trefflich anstand, auf sie zutrat. . Ja, meine liebe Conchita. ich bin es. Es drängte mich zu erfahren, wie dir der gestrige Abend bekommen ist" Ausgezeichnet, wie Sie sehen.' Ich war bereits in der ttuche, um mir
Vergebung für all' die Sünden zu holen, die ich gestern begangen." Manuel del Vasco lächelte. Ich denke, für die Sünden, die unter dem Dache meines Hauses begangen werden, läßt sich leicht genug Absolution erhalten. Aber es war auch nicht das allein, das mich so früh hierher geführt hat. Du wirst die Güte haben, liebe Conchita, einige Schriftstücke zu unter zeichnen, die ich für den nächsten Termin in unserem Proceß aufgesetzt habe, und die noch heute an das Gericht abgesandt werden müssen." Ah. dieser Proceß! Wird er in jenem Termin nun endlich zur Entscheidung gelangen?" Darauf ist leide: nicht zu hoffen erwiderte del Vasco mit eine? Miene schmerzlichen Bedauerns. Es sind die geschicktesten Anwälte von Buenos Aires, die unseren Gegnern zur Seite stehen, und sie werden gewiß kein Mittel unversucht lassen, ehe sie sich für besiegt erklären." Aber sie werden doch endlich dazu gezwungen sein? Das ist doch Ihre feste Ueberzeugung, Oheim?" Don Manuel wiegte das Haupt. Ich hoffe es, mein Kind ich hoffe es zuversichtlich. Würde dich doch ein Sieg unserer Gegner mehr als die Hälfte deines Vermögens kosten. Aber eine Bürgschaft für den glücklichen Ausgang der Sache wer vermöchte sie zu übernehmen? Es ist ein großes Unglück, daß sich unter den nachgelassencn Papieren deines Vaters keine unanfechtbare Bestätigung dafür hat entdecken lassen, daß sein ehemaliger Theilhaber durch die Auszahlung seines Antheils von ihm vollständig abgefunden worden war. Wären wir im Besitz dieser Beweise, so müßten die Nachkommen jenes Mannes natürlich ohne weiteres mit den Ansprüchen abgewiesen werden, die sie nach deines Vaters Tode geltend gemacht haben. Aber sie wissen, daß die Documente. auf die es ankommt, sich nicht in unseren Händen befinden, und bedenken sich deshalb nicht, die Hälfte jener ausgedehnten Ländereien in der Pro-vinz-Tucuman zu beanspruchen, die vor zwanzig Jahren nur eine nahezu werthlose Wildniß waren, während sie heute auf mehrere Millionen zu schätzen sind." Und wenn es uns nun auch künftig nicht gelingt, die auf so unbegreifliche Weise verschwundenen Documente herbeizuschaffen?" beharrte Conchita. Werde ich dann den Proceß verlieren?" Das möge Gott verhüten, mein Kind," rief del Vasco mit einer Handbewegung, welche die ganze Größe sei nes Entsetzens bei solcher Vorstellung ausdrücken sollte. Es wäre ein schreckliches Unglück, und wir wollen nicht daran denken, solange wir noch eine Hoffnung haben, es zu verhüten." Das klingt wesentlich anders als die Sprache, die Sie noch vor einem halben Jahre führten. Oheim! Damals waren S!e Ihres Erfolges ganz gewiß." Soll das ein Vorwurf sein, Conchita? Du würdest mir damit bitteres Unrecht thun. Ich lebe ja beinahe nur noch für diesen Proceß. Alle meine Gedanken sind auf ihn gerichtet, und du würdest mich bemitleiden, wenn du die Zahl der schlaflosen Nächte wüßtest, die er mich bereits gekostet. Sollte ts uns vom Himmel beschicken sein, den Ränken der Gegenpartei trotz all' meiner Anstrengungen zu unterliegen, so dürfte ich mir doch guten Gewissens das Zeugniß ausstellen, nicht nur als der Bruder deiner edlen, unvergeßlichen Mutter und als dein Vormund, sondern auch als dein Sachwalter und Rechtsbeistand meine volle Schuldigkeit gethan zu haben." Seine klangvolle Stimme hatte sich zuletzt bis zu feierlichem Pathos erhoben und mit einer ausdrucksvollen Gebärde hatte er die Hand auf das Herz gelegt. In Conchitas Gesicht offenbarte sich nicht die allerkleinste Gemüthsbewegung. Wir werden diesen Proceß gewinnen, Oheim!" erklärte sie kurz und hart, in einem beinahe befehlendem Tone. Ihn verlieren, hieße ja die Ehre meines Vaters preisgeben hieße, den edelsten, rechtschaffensten Menschen als einen Betrüger gebrandmarkt zu sehen. Und so lange noch ein Tropfen Blut in mir ist, wird das nimmermehr geschehen! Geben Sie mir die Schriftstücke, ich werde sie unterschreiben." Del Vasco entnahm der ledernen Mappe, die er mitgebracht hatte, einige Actenstücke, um sie seinem Mündel zu überreichen. Diese trat an den Tisch, auf dem sich das nöthige Schreibgerät!) befand, und vollzog rasch die Unterschriften, ohne den Inhalt der Documente auch nur eines Blickes zu würdigen. Unmuthig warf sie dann die Feder fort und sagte: Das wäre also erledigt. Haben Sie mir sonst noch etwas zu sagen, Oheim?" Allerdings, mein Kind. Deine Tante und Jsabella haben sich bei mir über dich beschwert." Haben sie das wirklich? Und was ist es, das ich verbrochen habe?" O, von einem Verbrechen ist da natürlich nicht die Rede. Aber es hat sie sehr schmerzlich berührt, daß du dich auch gestern wieder hartnäckig von der Gesellschaft ferngehalten hast. Jsabella behauptet, sie sei deiner während des ganzen Abends nicht ein einziges Mal ansichtig geworden." Damit mag sie wohl einmal die Wahrheit gesagt haben. Ich zog es vor, mich im Patio aufzuhalten." Und darf ich fragen, weshalb?" Weshalb? Ah, weil es dort kühler war, oder weil mir die Gesellschaft der schweigsamen Blätter und Blumen lieber ist als die mancher Menschen, oder weil aber weshalb sollen wir davon sprechen? Was ich da sagen müßte, könnte Ihnen ja doch unmöglich. gefallen."
Du bist ein seltsames Wesen. Conchita! Auch wenn man sich bemüht, dir eine Freude zu machen, muß man in beständiger Furcht sein,'- dich zu kränken. Ich selbst habe mich ja nun schon hinlänglich an deine Launen und Sonderbarkeiten gewöhnt. Aber es darf dich nicht wundernehmen, wenn deine Tante und Jsabella sich davon immer auf's neue verletzt fühlen. Und sie haben es nicht um dich verdient, daß du dich bei jeder Gelegenheit so lieblos und undankbar " ' Sie sah ihn an und es schien,' als seien ihre schwarzen Augen noch dunkler geworden. Manuel del Vasco verstummte unwillkürlich unter diesem funkelnden Blick. Lieblos?" wiederholte sie, undankbar? Nun wohl, wenn man mir mit solchen Vorwürfen kommt, muß ich wohl aufrichtig sein. Wodurch Wim haben sich Ihre Gattin und Ihre Tochter einen Anspruch auf meine Liebe und Dankbarkeit erworben? Dadurch etwa, daß sie mich trotz ihres inneren Widerwillens in ihrem Hause dulden? Dadurch, daß sie sich den Anschein zu geben bemühen, mich als ein ebenbürtiges Geschöpf anzusehen, obgleich sie mich in Wahrheit als den Abkömmling einer tiefer stehenden Rasse verachten? In der That, ich bin schlecht genug, mich ihnen für diese Großmuth nicht im Geringsten verpflichtet zu fühlen." Conchita! Um des Himmels willen, Kind, ich beschwöre Sie " fiel die Oberin, von dem leidenschaftlichen Zornesausbruch des jungen Mädchens auf's äußerste betroffen, mabnend ein. Doch Conchita' hörte nicht auf sie, und fuhr gegen Don Manuel gewendet noch heftiger fort: Sie brauchen mich nicht so entsetzt und mitleidig anzusehen, Oheim! Ich weiß sehr wohl, was ich läge. Und nun. da es einmal heraus ist, nun werden Sie mich, wie ich hoffe, für alle Zukunft von der Verpflichtung entbinden, Ihr HauL zu besuchen." Sennor del Vasco hatte sie mit der Miene eines Mannes angehört, der sich nicht entschließen kann, an die Wirklichkeit dessen zu glauben, was er hört und sieht. Nun aber trat er einen Schritt näher auf sie zu und sagte in dem mildesten, väterlichsten Tone, dessen sei.? ausdrucksvolles Organ fähig war: Nein, meine liebe Conchita, das werde ich gewiß nicht jetzt noch weniger als zuvor. Denn von all' deinen unbegreiflichen Launen war noch keine so thöricht als diese. Was in aller Welt konnte dich auf den seltsamen Gedanken bringen, dem du soeben zu meinem grenzenlosen Erstaunen Worte gegeben! Leben wir denn nicht in einer Zeit der Aufklärung, die keinen Raum mehr hat für mittelalterliche Vorurtheile? Und leben wir nicht in einem freien Lande, das keine Unterschiede der Geburt und der Kaste kennt?, Allein der persönliche Werth eines Menschen ist es, nach dem sich in unserer glorreichen Republik seine Schätzung bestimmt nicht die Farbe seiner Haut und die Reinheit seines, Blutes. Und du. das Kind meiner geliebten, unvergeßlichen Schwester die. unzige Erinnerung, die mir an sie geblieben ist du solltest in meinen oder meiner Angehörigen Augen der Abkömmling eine: tiefer stehendenNasse sein? Wahrlich. Conchita, von allen schmerzlichen Kränkungen, die du mir bereits zugefügt, und die ich um meiner Liebe zu dir und um meiner heiligen Pflichten gegen die Verstorbene gedulttg hingenommen, war noch keine i grausam und ungerecht wie diese." Seine Stimme zitterte ein-, wenige und obwohl er mit seiner stattlichen Gestalt das zierliche Gcschöpfchen da vor ihm um ein Beträchtliches überragte, hatte er doch ganz drä Aussehen eines unglücklichen, mißhandelten Dulders. Die Oberin war aufrichtig gerührt und ließ ihre Augen mit. mildem Vorwurf auf Conchita rühm. Diese aber zeigte sich ganz unbewegt-und statt der reuigen Antwort, die del Vasco vielleicht erwartet, hatte, sie. nur ein trotziges Schweigen. Sennor del Vasco wartete ein paar Sekunden lang, dann fuhr er noch weicher und eindringlicher fort: Nein, ich entbinde dich nicht von deiner verwandtschaftlichen Pflicht, uns zu besuchen. Die ehrwürdige Mutter wird vielmehr, wie ich hoffe, nichts dagegen einzuwenden haben, wenn du dich jetzt noch häufiger als biZher in meinem Hause aufhältst. Wir wollen dich zwingen' an die Aufrichtigkeit unserer Liebe zu glauben, und mit Beschämung wirst du erkennen, einem wie falschen: und unsinnigen Verdicht du in deinem Herzen Raum gegeben. Ah, wenn deine arme Mutter solche Worte hätte hören können sie. die bis zum letzten Augenblick ihres Lebens durch das Band innigster geschwisterlicher Liebe mit mir verknüpft war!" Conchita athmete rascher. Sie sah zu der Oberin hinüber, und es war. als müsse sie einen schweren Kampf bestehen, ehe sie sich zu einer Erwiderung entschloß. Als sie aber den ernsten Vorwurf in den sonst so gütigen gen der Aebtissin las, war unvertennbar auch ihr letztes Bedenken geschwunden. Wenn sie es hätte hören können sagen Sie? Gut denn, lassen Sie mich Ihnen darauf antworten, damit es endlich ganz klar werde zwischen uns. Vielleicht war ich Ihrer Meinung nach noch ein unwissendes Kind, als ich meine Mutter verlor, und Sie hielten es nicht für möglich, daß sie mich zur Vertrauten ihrer Kümmernisse und ihrer bitteren Erfahrungen hätte machen können. Aber ich muß Ihnen diesen Glauben nehmen. Wie cn .. ri
in cinci ;ouiuyuuuy iic uuiui yiuscheidens hat sie mir noch wenige Wouzen vor ihrem Tode die ganze Geschichte ihrer Heirath erzählt: was sie um der Liebe zu meinem Vater willen von ihren Eltern und von Ihnen hab
leiden müssen; welcher grausa.. -Mittel man sich bedient habe, sie dem Manne ihrer Wahl abwendig zu machen; welche Ränke man gegen ihn geschmiedet; wie man ihn verleumdet und beschimpft. Sie hat mir auch erzählt, wie eifrig gerade Sie alle ihre Bemühungen vereitelt haben, sich mit den zürnenden Eltern auszusöhnen, und sie hat mir den lieblosen, verächtlichen Brief gezeigt, den Ihre Gemahlin ihr aus Anlaß eines solchen Versuches ot schrieben hat. Jahrelang war sie Ih nen nur eine Ausgestoßene, eine Verlorene gewesen. Meine Großeltern mußten" sterben, ohne daß es meiner armen Mutter vergönnt gewesen wäre, ihren letzten Segen zu empfangen. Dann aber, als unermüdlicher Fleiß und glückliche Fügungen meinen Vater, in den Besitz eines großen Vermögens gebracht hatten dann besannen Sie und die Ihrigen sich plötzlich auf Ihre verwandtschaftlichen Gefühle. Jetzt waren Sie es, die eine Annäherung suchten, und meine Eltern dachten zu hochsinnig, um sie zurückzuweisen, obwohl sie nach allem Vorhergegangenen über den Werth dieser geschwisterlichen Liebe wahrlich nicht im Ungewissen sein konnten." Vergebens hatte Don Manuel wiederholt versucht, sie zu unterbrechen Nun, da sie für einen Moment athemschöpfend innehielt, rief er, die bisher noch immer festgehaltene Maske Väterlich gütiger Nachsicht abwerfend, mit drohend erhobener Stimme: Kein" Wort mehr von dieser Art. Conchiw! Du weißt nicht, was du svrichst, und wie schwer du mich in deinem lindU schen Unverstand beleidigst." Aber sie ließ sich durch den gebieteri--schen Ton so wenig einschüchtern, als sie sich vorhin durch seine, gefühlvolleRede hatte rühren lassen Sie haben, mich gezwungen zu sprechen, Oheim und es ist gut. daß ich endlich die Last vom Herzen habe,, die mich in .dieserletzten Zeit fast zu. ersticken drohte. Das Gesetz hat Sie zu meinem Vor munde wie. zum Verwalter meines' Besitzthums gemacht.. Ich mußte mich fügen, als Sie. darauf, bestanden,, daß ich hierher nach Buenos, Aires käme, obwohl ich wahrlich viel, lieber dort geblieben. wär:, wo ich im Hause meinerEltern eine so glückliche Kindheit verlebt hatte.. Ihre.- Gattin und Ihre Tochter gaben sich alle, erdenkliche Mühe,, die zärtlichen-Verwandten, zu. spielen ich will ihnen, dieses, Zeugniß gern- ausstellen Aber meine Basejsabella ist in der Kunst, ihre wahren Empfindungen zu. verbergen, doch noch nicht Meisterin genug, als daß 'sie im. Stande gewesen wäre,, mich auf die' Dauer zu täuschen.. Und alle liebevollen Umarmungen, alle gütigen Wortemeiner Tante konnten-, mich den. abscheulichen Brief nicht vergessen ma?chen, den sie einst meiner Mutter ge?schrieben hat. Weshalb sollten wir da. dies heuchlerischem Spiel noch länger.' fortsetzen? Wie viel, oder wie. wenig Aufrichtigkeit in. 'der verwandtschaftlichen Zuneigung sein mag, die man. für mich zu hegen vorgiebt, ich bekenne offen, daß ich sie nicht, erwidern kann, daß ich niemals etwas wie Liebe, für Sie und die Ihrigen empfunden, habe und daß es auch, in. Zukunft nicht der Fall, sein wird nie niel Ich werde deshalb, auch nicht mehr zu Ih-
nen kommen,. Sie mögen es wünschen. oder-nicht.. Wollen-Sie trotz dieser, os-' fenen Erklärung noch weiter mein. Vormund und mein Rechtsbeistand bleiben,, so kann. ich es ja nicht hindern.. Sie mögen, sich dann- für Ihre Mühe-' waltungen-, bezahlt machen, wie: wenn ich Ihnen- eine Fremde wäre-. Auf einen anderen-Dank, aber werden-. Sie! bei. mir. niemals zu rechnen habenniemals!. Und nun habe ich, Ihnennichts mehr.- zu: s agen." Conchita!"' riefdel Vasco.. den die wild über.- ihrr. hereinbrechende: Fluth leidenschaftlicher. Worte für hen Moment doch um seine würdevolle und imponirend H5.lturnz gebracht hatte, der Davoneilenden-, nach. Aber er vermochte, sie- damit: nicht mehr zurückzu-halten-,, unv mit lautem Dröhnen fiel die Thür hinter ihr in's Schloß. Don Manuel mußte ein paar Sekunden verstreichen lassen, ehe er sein Antlitz mit dem gewöhnlichen liebenswürdigen und gewinnenden Ausdruck der- Oberin wieder zuwenden konnte. Was sage Sie nun., ehrwürdigeMutter? Ist dies nicht das Temperament einer Wildkatze echtes uttd rechtes Jndianerblut? Bet Gott, man. muß die.' Geduld eines Engels haben,, rrm sich durch solche himmelschreiende: Undankbarkeit nicht auS der Fassung bringen zu. lassen. Eine wie traurige Erziehung muß es gewesen sein, die einso herzloses und unbändiges Geschöpf' aus diesem Mädchen machen konntet"' Die Aebtissin schüttelte den Kopf., Unbändig das muß ich wohl. zu.-, geben; nach dem. was soeben zu mrarn tiefen Schmerze gehört habe i aber herzlos nein. Don Manuel, für herzlos halte ich Conchita trotz alle dem nicht. Sie hat uns während ihreZ Aufenthalts in diesem Hause schon zu viele Beweise vom Gegentheil gegeben. Sie müssen darum auch weiter Nach sicht mit ihr haben und dürfen dem armen Kinde Ihren väterlichen Beistand nicht entziehen. Das unglückliche Mißverständniß wird sich ja aufklaren, und Conchita wird es bereuen, Sie so tief gekrankt zu haben. (Fortsetzung folgt.) Aus der Kaserne. Wachtmeisten Wie heißen Sie?" Rekrut: Jsidor Wasservogel zu dienen, Herr Wachtmeisterleben!" Wachtmeister: Ruhig! Hier wird kein Toast augebracht!" Verschnappt. Fräulein : Ach. noch einmal frische Rosen! Da werden aber wohl die letzten se:n? Officiersöursche: Glaub's auch der Gärtner wollte dies Bouquet schon nicht mehr pumpen!"
S'. Rohe Kar.. durch mehrmu. Geriebene gewonnen. Petersilienwurzel, eine Sellerie dazu gerieben. Dic,s reibsel rührt man auf gelindem Feuc mit so viel Fleischbrühe an, wie zur Verdünnung nöthig scheint; mit abgedämpftem Sauerampfer gemischt, wird die Suppe durchkocht. Hühner- und Taubenlebern als Einlage erhöhen den Geschmack. Würflig geschnittene und in Butter geröstete Semmel giebt man apart.. Quren att. Ein halbes Pfund Butter rührt man zu Schaum, thut dazu allmählich 6 ganze Eier, ein Viertel Pfund gelben Streuzucker, sowie nach und nach , ein Pfund Mehl. Run löst man einen gehäuften Theelöffel doppelkohlensaures Natron in einer Tasse Milch auf und gießt dies ebenfalls nach und nach an die Masse. Unter diesen Teig rührt man gestoßenen. Ingwer; etwas geriebene Muskatnuß, fein, geschnittene Pommeranzenschale und Succade,. alles etwas reichlich genommen. Zuletzt kommen drei Viertel Pfund Korinthen dazu, welche recht behutsam zwischen den Teig gearbeitet werden müssen Es ist sehr zu, rathen, daß man. die Korinthen tags
-zuvor säubert, sie mit einem Tuch abreibt, kocht und dann recht tüchtig ablaufen.läßt.. Den. fertigen Teig bringt man in eine lange oder runde, gut eingebutterte. Form und. backt den Kuchen 2 Stunde. S ch ino'rfle i fch.. Von einem großen Rinderschwanzstück wird der obere Fleischmuskel, ausgelöst, hierauf klopft, man es mit: dem. Holzschlägel breit, hautet, spickt es und giebt es in eine mit Speckscheiben ausgelegte Kasserolle. Mit. Salz bestreut, bedeckt man das Fleisch zunächst mit Speck, dann mit einem gebutterten Papier und füllt nun eineFlasche Weißwein nebst der gleichen Menge von Bouillon auf. Ist dies geschehen, so-wird der Topf mittelst eines. mit Mehlkleister Gestrichenen Papierstreifens fest verklebt' und muß das Fleisch auf gelinder Kohlengluth langsam. 3-4 Stunden schmoren. Nach Verlauf dieser Zeit wird die Kasserole geöffnet, das Fleisch herausgenommen, in gleichmäßige Scheiben geschnitten. und angerichtet. Gefüllte Tomaten. Die Früchte werden mit einem Löffel ausgehöhlt, nachdem man oben einen kleinen. Deckel abgeschnitten, hat. Das Tomatenfleisch wird mit gehacktem Schweinefleisch, einem Ei, einem Eigroß Butter und ein bis zwei Löffel voll feingeschnittenem Speck, wenig geriebener Semmel, etwas Salz und Pfeffer vermengt und die so entstandene Masse in die ausgehöhlten Tomaten gefüllt.- Man muß nun die Deckelchen mit.feinem Bindfaden oder. Zwirn festbinden. Man. läßt dann, in einer Kasserolle einen Stich Butter steigen, legt: die. Tomaten', in dieselbe und läßt dieselben, darin-aufgedeckt eine: halbe Stunde. lang dünsten, wobei, man ab undzu einen Löffel Fleischbrühe an-schüttet-damit: immer, genug Sauce bleibt,. um die Früchte darin anzurichtem Man. giebt, sie mir gerösteten Kartoffeln unw Essiggurken. Kalbs st t a il. Vom Kalbfleisch, Keule;. werden zwei fingerdicke, Handbreite Schnitzchen geschnitten,, ohne geklopft, zu. sein, gesalzen, mit Mehl bestaubt,. in heißem Fett aufieder Seite einige Minuten gebraten,, nn gießt man das Fett.ab, läßt, ein waünußgroßes Stück Butter in der Pfanne zergehen. dreht, die Steaks: wrin einige-male-um und-legt sie auf eine erwärmte Schussel, richtet-mit Fleischbrühe oder kochendem-Wasserc und der Butter eine Brühe, welche über das Fleisch gegossemwirw Auf'jedes Kalböstear kommt ein Spiegelei und als Beigabe Spinat, grüne Erbsen oder geröstete Kartofsein.. T 5m crre.'ws a I a L Man nimmt mittelgroße-Tomaten, die- sehr reif sein müssen, hautet: sie ab, schneidet sie in feine- Scheiben und legt sie rn eine Salatschcrle. Dann thut man reichlich fein geschmtteneCharlotten, feines Oel. Essig, Pfeffer und Salz darüber. Der Salat bleibr mit diese? Sauce 10 bis 12 Stunden stehen. Erst dann ist dieser Salar zum Essen recht. Kcrrtffe lcro-csnet s. Uebriggebliebener Kartoffelbrei wird mit ein bis zwer ganzen Eiern vermischt länglich geformt, nachdem er mit Salz abgeschmeckt worden ist, dann in Reibbrod gewalzt und in heißem Schweinefett cmsgebacken. Man kann den Kartoffelbrei auch mit feingewiegter Petersilre vermengen, roas besonders zu Kalbsbraten sehr gut schmeckt. GrüneBohnen mit Käse und rohem Schinken. Man fade recht junge kleine Bohnen ab und binde sie wie Spargel in Bündchen, lege sie in kochendes Wasser, welches darüber gehen muß und koche sie gar, aber nicht zu weich. Richte sie dann, auch wie Spargel, ans einer runden Schüssel kranzförmig an und reiche geriebenen Parmesankäse, zerlassene Butter und aufgeschnittenen, rohen Schinken dazu. Gebackener Aal. Man zieht dem Aal die Haut ab. reibt ihn mit Salz ein. umwickelt ihn mit Salbeiölättern. bäckt ihn in Butter auf lebhaftem Feuer und giebt ihn mit oder vhne Salbeiblätter und mit Citronenschetben verziert aus den Tisch. Stachelbeeren - Dessert Man kocht die Beeren und zerdrückt sie nmer fort. Dann schäumt man sie ab und schlag sie durch ein Sieb und fügt ebensoviel Zucker hinzu wie der Saft wiegt und kocht Alles zusammen noch etwa 20 Minuten lang und füllt eö in Formen. Man servirt geschlaae nen Rahm dazu.
