Indiana Tribüne, Volume 22, Number 325, Indianapolis, Marion County, 13 August 1899 — Page 6

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Vcutcr und VauVer. Ein Vierteljahrhundert ist verflossen, 'seitdem Fritz Reuter, der humorvolle .Dichter plattdeutscher Zunge, der große Volksdichter mii dem ölen Herzen und dem reinen Kinderger.lüth seine Augen für immer schloß. Es ist natürlich, daß sich in der Stadt Eisenach, wo der Dichter seine letzten Lebensjahre verbrachte, gar manche Erinnerung an ihn lebendig erhalten hat. Noch zeigt man in goldenen Löwen" am runden Tische die Ecke, in der er allabendlich zu sitzen Pflegte; und im Waldhaus" sitzen die Sommergäste auf denselben Ledcrpolsterstühlcn und essen an dem schweren eichenen Tisch, die einst in )i:uters Speisezimmer standen. Erscheint da eines Morgens ein gar vornehm aussehender Herr vor dem eifernen Gartenthor und zieht Einlaß begehrend die Schelle. Die Hauspforte nimmt 'den Gast auf, und mit Herablassung überreicht er seine Karte dem Dienstbaren Geiste. Lowising", die getreue Gattin, die Don der im Erdgeschoß gelegenen Küche Qus den mit Sicherheit auftretenden Herrn beobachtet hat, nimmt die Karte in Empfang. Zwar war sie anfangs nicht geneigt, den Frühkömmling vor.zulassen; aber die siebenzackige Rxvr.z und der Name Karl von Stormarn" ändert ihre Gesinnung. Sie kennt ihn ,zwar nicht; aber der Adel, das sichere Auftreten: Wer kann wissen, nxz wünscht. Fielen", des Hauses redliche ?chaffnerin, meldet den Herrn von Etormarn, und der gutmüthige Fritz Meute: empfängt ihn, nachdem er nothdürftig Toilette gemacht hat. Die Vorstellung ist beendet, Fritz nöihigt Herrn von Stormarn" Platz zu nehmen, der mit staunenswerther Gewandtheit die Unterhaltung ausnimmt zünd fortführt. Verzeihung die Belästigung zu so früher Stunde; aber ich will um 11 Ahr schon weiter reisen, und da Sie der einzige Kunde am Platze sind, erTaube ich mir, schon jetzt vorzusprechen." ' Bitte sehr, doch' womit kann ich dienen?" Von Stonr.ani, Vertreter der Korckenfabrik Stopfer, Stöpsel und Co." Wir haben ein neues Patent auf Herftellung von Kcrken genommen, und ich gestatte mir, Ihnen unsere neuesten Fabrikate zu unterbreiten. Ich hoffe, wir werden ein gegenseitig zufriedenstellendes Geschäft machen." Ich glaube kaum, und Ihre Hoff--nung dürfte zu Schanden werden." Scherz bei Seite", erwiderte der stöpselmann. Sie wären mein erster Kunde, der mir keinen Auftrag ertheilte. Brauchen Sie denn gar nichts? 5ehen Sie einmal diesen Korken! Nehmen Sie 10.C0O, ich liefere sie Ihnen ZVL " Mein verehrter Herr! wohin denken Sie!? 10.000 Korken?! Ich interessire knich wirklich nicht für eine Körtensammlung. Früher freilich habe ich 'einmal Ehampaanerkorken gesammelt; aber zumeist nuz', um zu wissen, wieviel ich verzehrt hatte. Bei einer gewissen Zahl hat meine Frau sie dann verbrannt, es war auch besser so!" So nehmen Sie wenigstens 5000. Vielleicht können Sie unsere gleichfalls zicu patentirtenVerschlußkorken anwenden. Ich liefere Ihnen das Groß mit " Verschlußkorken? Noch weniger! Jch soll mir wohl gar eine Seltersfabrikation anlegen? Ich und Selters. 'Ich trinke nie Selters, nicht einmal Wasser. Wein und Meth, das sind die kränke der alten Deutschen! Aber nur kein Wasser! Nein, nein, das mag ich nicht." Ja, haben Sie denn keine MineralZvasseranstalt?" Ledaure; nein! Mein einziges Wasfer für den Hausbedarf liefert mir mein Brunnen hinten am Felsen. Wrauche ich einmal Selters, so lasse ich nrir für einen Thaler 20 große oder 30 Heine Flaschen von meinem alten freunde und Lieferanten Räuber aus der Marienstraße holen." Räuber? Räuber? Ja. sind Sie denn nicht selbst Herr Räuber?" Bedaure aufrichtig, nein; ich bin Fritz Reuter, Demagoge Todes candidat . plattdeutscher Dichter a. D. jetzt Rentier. Und wie Sie sehen, geht es mir soweit ganz gut!" Fritz Reuter? Fritz Reuter?' Bedaure meinerseits aufrichtig; aber habe nicht die Ehre, Sie näher zu kennen. Witte vielmals um Entschuldigung. Habe die Ehre!" Adjlls ok, min Junge!" rief Fritzing ihm nach. Lowising, en Droppen Rauendaler. up den Schrecken inöt wie een drinken. He kennt mi nich im biet' mi Proppen an. I der Dunner ok! Wat seggst Du dartau?" Nix, min leiw' Fründ! Up Din Wohl! Wohl bekomm Di dat!" Ein Zeichen. Jeden Abend Punkt sechs Uhr kamtn t um die Frauenkirche gegangen. 5s war stauncnsnxrth, wie er, schier ohne zu athmen, in sie hineinsprach. Keine Sekunde versagte seine Beredtfamkeit. Das war ein Flüstern, Betheuern, Schwören, Fragen! ' Dann sah man sie einige Zeit nicht. Plötzlich kamen sie wieder. Er redete kein Wort mehr; dagegen sprach sie athemlcZ sie waren verheiratet. Otter! Mama, warum küßt Du mich denn immer?" Weil ich Dich lieb habe, Kind!" Ach. muß da aber Papa unsere Köchin lieb haben ! Die hat er gestern in der Küche wohl zehnmal geküßt Ze r st r e u t. Frau: , Hören Sie, Herr Doctor, wie meine Melanie drin' wieder singt!" ' Arzt: Ja, ich znuß ihr dagegen etwas verschreiben."

Junge Hyeerzacken. An Kriegsfahrzeugen aller Art, vom winzigen, aber unheimlichen Torpedo boot bis zu dem gewaltigen, stahlgepanzerten Schlachtschiff, hat Onkel Sam keinen Mangel. Seine Kassen sind gewöhnlich gut gefüllt und sein Credit ist ausgezeichnet; er braucht sich also, soweit Geld in Betracht kommt, bei der Verwirklichung seiner FlottenPläne keine Beschränkungen aufzuerlegen. Nicht so günstig aber steht es mit der Beschaffung des zur Bemannung der schwimmenden Mordmaschinen erforderlichen Menschenmaterials. Die allgemeine Wehrpflicht gehört ja bei uns zu den unbekannten Dingen und der Patriotismus ist nicht groß genug, daß sich die tüchtigen Seeleute zum Dienst in der Kriegsmarine drängen, umsomehr da die Disciplin an

Bord sehr streng, die Bezahlung nur j mäßig ist und die Aussichten auf Be-j förderung eng begrenzt sind. So muß die Werbetrommel fleißig gerührt werden und man findet denn auch an Bord unserer Kriegsschiffe Leute aller. Nationen und Rassen. Um aus eigenen Landeskindern einen tüchtigen Stamm für die Ergänzung der Kriegsmarine heranzubilden, wurde das Schiffsjungensystem eingeführt und in der That hat man mit demselben sehr gute Resultate erzielt. Die angehenden Theerjacken werden in der sorgsältigsten Weise zu Seeleuten erzogen und in alDie Chesapeake". len Zweigen des Dienstes auf einem modernen Kriegsschiffe ausgebildet ; ioeiter aber als höchstens bis zum Deckes freier können sie es nicht bringen. Das eigentliche Osficiercorps der Kriegsmarine, setzt sich ausschließlich aus Zöglingen der Akademie in Annapolis zusammen und die Pforten dieser ausgezeichneten Anstalt öffnen sich nur wenigen Auserwählten. Die Ausbildung der Schiffsjungen erfolgt an Bord der sogenannten Schulschiffe; zu dieser Kategorie gehört auch die, nach den Plänen des Ehef-Construc-teurs Rear Admiral Hichborn erbaute Chesapeake", welche jüngst in Bath, Me., vom Stapel gelassen wurde. Das Fahrzeug hat bei einer Länge (in der Wasserlänge) von 175 Fuß eine Breite von 37 und einen Tiefgang von 16 Fuß 6 Zoll; das Deplacement beläuft sich auf 1175 Tonnen. Körperliche Tüchtigkeit und ein nicht zu großes Maß von Schulkenntnissen werden bei der Aufnahme der Jungen gefordert, die selbstverständlich in den Vereinigten Staaten das Licht der Welt erblickt haben müssen. Gar mancher Junge, 'dem die Lektüre von Seeabenteuern den Kopf verdreht hat, mag seinen Weg auf das Schulschiff finden, aber nicht zu seinem Schaden, denn die strenge Disciplin und der sorgsame Unterricht an Bord sind wohl geeignet, auch ein verwöhntes Muttersöhnchen oder einen angehenden Taugenichts zu einem tüchtigen Jüngling heranzuziehen. Die Ausrüstung der SchiffsKletterübungen. jungen ist ebenso einfach wie practisch. Seine ganzen Habseligkeiten, bestehend aus derben Uniformstücken und warmen Unterkleidern, lassen sich bequem in einem Sack aus Segeltuch, der etwa drei Fuß lang ist und einen Durchmesser von 14 Zoll hat, unterbringen. Seine Lagerstatt besteht aus einer Hängematte von Segeltuch mit Roßblarmatratze und wollenen Decken. Sobald der Junge definitiv eingestellt ist. erhält er eine Nummer und wird einer Division der Schiffsbemannung zugetheilt. Sein Tagewerk beginnt um 5 Uhr früh mit dem Trommelund Hornsignal, dem das Pfeifen der Vootsmanns-Maate folgt. Ohne Besinnen springt das junge Volk aus den Hängematten; dieselben werden schnell aufgerollt und weggepackt, worauf es einen Trunk heißen Kaffee gibt. Dann beginnt die Arbeit: Decischeuern und Säubern der Messingtheile u. s. w. Bei dieser Arbeit gehen die Jungen barfuß, mit bis zum Knie aufgerollten Hosen. Das Scheuern, Waschen und Putzen dauert bis gegen 8 Uhr und mit' dem Schlage dieser Stunde wird unter den Klängen des Stern?nbannerliedes die Flagge aufgezogen. Nun erhalten die Jungen ihr eigentliches Frühstück, das aus scouse" (einem Gemisch aus eingeweichtem Schiffszwieback mit Schweineschmalz), schwarzen Kaffe. Schiffszwieback und Butter besteht. Das Frühstücken dauert eine halbe Stunde, worauf, die Jungen die Geschütze, ' das Deck und ihre eigene Person für die tägliche Inspection fertig' machen. Um 9 Uhr nimmt jeder Junge, Matrose und Officier seinen Platz ein, am Geschütz, in der Takelage, im Magazin, auf Deck oder im Maschinenraum, um vom Ca-' pitän inspicirt zu werden. An die Inspektion schließen sich die eigentlichen Exercitien. Die Decks werden klar gemacht, an den mächtigen Geschützen wird exerciert, überhaupt alle Manöver eines zum Gefecht gehenden Schiffes durchaemacht. Auch in der Handha-

bung deö Torpedos werden die Jungen unterwiesen, sowie in LandungsManövern, und auf die Unterweisung in dem eigentlichen Seemannswesen wird selbstverständlich besondereSorgfält verwendet. Alle diese verschiedenartigen Exercitien füllen nicht blos

Geschutzexercieren. den ganzen Vormittag aus, fondern nehmen auch einen Theil des Nachmittags in Anspruch. Um 12 Uhr wird das Mittagessen fervirt und diesem erweisen die durch den anstrengenden Dienst hungrig gemachten Burschen stets alle Ehre. Das Essen ist gut, gesund und reichlich; selbstverständlich gibt es keineLeckerbissen, sondern nahrhafte Seemannskost, bei welcher die Jungen gut gedeihen. Gepökeltes Rind- und Schweinefleischs eine Art von Pudding. Bohnen und Schiffszwieback nehmen auf der Speisekarte tte Hauptplätze ein; im Hafen gibt es auch frisches Fleisch und Gemüse, soWie weiches" Brot. Der Nachmittag wird ebenfalls mit Exercitien der verschiedensten Art ausgefüllt und erst das um 6 Uhr gegebene Signal zum Abendessen bringt die erwünschte Ruhe. Ist dieses eingenommen, dann können die Jungen sich nach Belieben beschästigen. Bei schönem Wetter tummeln sie sich auf Deck und wenn es kalt ist, ziehen sie sich unter Deck zurück, um den Erzählungen der alten Theerjacken über Abenteuer zu lauschen.. Schon um 7 Uhr werden die Hängematten ausgegeben und wem es beliebt, kann sich schon zu dieser frühen Stunde zur Ruhe begeben; um 9 Uhr aber mutz ein Jeder in seiner Hängematte sein. So geht ein Tag wie der andere hin in strengem Dienst. Nachdem die Jungen Vor der Jnspection. einige Monate an Bord des Schulschiffes zugebracht, werden sie einer strengen Prüfung unterworfen und dann kommen sie auf die wirklichen Kriegsschiffe und zwar meistens auf solche, die in fremden Gewässern stationirt sind. Von dem Ausfall der Prüfung hängt es ab, in welchem Range die jungen Theerjacken dem eigentlichen Seedienst überwiesen werden; manche bringen es bald zum Matrosen erster Klasse und Unterofficier. Ist die freiwillige Dienstzeit zu Ende, so kann der junge Seemann entweder seinen Abschied oder von Neuem Diensie nehmen. Die Meisten ziehen noch das Letztere vor und gerade diese bilden den eigentlichenKern der Mannschaften unserer Kriegsmarine, die sich mit jeder andern in der Welt messen kann. Unschuldig. Mit uns Zwei ist's aus. Du bist mit einer Anderen geseh'n worden!" Aber schau', Reserl. da muß i' rein auch an And'rer g'wes'n sein!" Höchste Eifersucht. , VWv" Köchin (zu ihrer Collegin): Wie kannst Du Dich unterstehen, dem Hund ein Knöcherl zu geben!. . . Das ist der Hund meines Bräutigams!" , Gekränkt. Richter: Wie kamen Sie dazu, den Seppelbauern noch nach der Rauferei niederzuschlagen?" Bauer (angeklagt): Er hat g'sagt, xf wär' bei der Rauferei net dabei g'wesen!" Der liebevolle Fami. lienvater. Erster Radler: Ja. sagen Sie mir nur, warum lassen Sie denn immer die Luft aus, wenn wir im Freien sind, , und pumpen dann den Schlauch wieder auf?" Aveiter Radler: Wissen's, dös thu ich meinen Kindern z'liab. Damit sie auch a bissel a frische Waldluft, haben, wenn ich z'haus komm."

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?ie Isarlyalöaytt. Die Behauptung, Münchens Umgebung sei öde und monoton, ist falsch. Wer die Gegend ohne Vorurtheil betrachtet, dem muß bald klar werden, daß gerade das Gegentheil wahr und die bayerische Residenz nicht nur durch hervorragende künstliche Anlagen, sondern auch von der Natur mit landschaftlichen Reizen geschmückt erscheint, die der Kranz der überall sichtbaren Hochalpen erhöht. Die Wasserstürze und Durchblicke an der MaximiliansBrücke, die herrlichen Promenaden längs der Jsarufer, der englische Garten mit dem Kleinhesseloher See, der Rymphenburger Park, die Fälle und Hügel bei Harlaching, die Waldidyllen bei Planegg und Großhesselohe sind sämmtlich Punkte, die der nächsten Umgebung der Stadt den Charakter eines weitgedehnten. wohl einzig dastehenden Parkes verleihen. Und dann vergesse man nicht, daß der unvergleichliche Starnberqer See mit der Bahn in 30 Minuten zu erreichen ist und seine üppig bewachsenen, durch malerische Dörfer, stattliche Schlösser und anheimelnde Villen verzierten Ufergelände eigentlich nur einen wenn auch etwas weitab gelegenen Vorort von München bilden. In neuerer Zeit wurde von der Aktiengesellschaft für Localbahnen auch das romantische Jsarthal durch einen Schienenstrang, der bis zum Fuße des Hochgebirges führt, der Hauptstadt nahegerückt. Während der einstündigen Fahrt hoch über dem engen Bett der

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M? m jifcij Wolfratshausen. grünen Jsar, einer jugendmuthigen Tochter des Karwendels, ziehen an dem überraschten Touristen harzduftende Wälder, blumige Triften, behäbige Dorfschaften, altehrwürdige Burgen und historisch merkwürdige Stätten vorüber, theils 'zu 'aussichtsreichen, theils ?u waldeskühlen Partien geleitend. Vom Endpunkt Wolfratshausen ist nun seit vorigem Jahr eine weitere Strecke eröffnet worden, die bis zur Station Bichl und somit in's Herz der Gebirgswelt führt; in Bichl schließt sie sich der Staatsbahn an, die von Penzberg kommt, und geht mit dieser bis Kochel am Kochelsee. Dort findet man Wagen nach demWalchensee, Partenkirchen, Mittenwald und Zirl an der Arlbergbahn. Dieser neueröffnete Theil der Jsarthalbahn ist der interessaniere. Der Zug berührt nach dem Verlassen des Bahnhofs der Jsarthalbahn in München die hübsch gelegene Ortschaft Thalkirchen mit Wasserheilanstalt, Maria Einsiedel mit Wallfahrtskirche, ferner Großhesselohe und eilt am Schlößchen Schwaneck, das sich der berühmte Bildhauer v. Schwanthaler 1844 im Stil einer mittelalterlichen Burg erbauen ließ, und am freundlichen Dörfchen Pullach mit Naturheilanstatt, vorüber, um nach Höllriegelsgereuth zu gelangen; dort thront am jenseitigen Ufer, hoch über den Wellen der über Steinblöcke rauschenden und Stromschnellen bildenden , Jsar das alte zweithürmige Schloß Grünewald, 1234 Wittwensitz der Herzogin Mechthildis, Tochter Kaiser Rudolph's von Habsburg, später Jagdschloß der Kurfürsten von Bayern, gegenwärtig Privatbesitz. In einer an malerischen Motiven reichen Gegend liegt die nächste Station Bayerbrunn mit den spärlichen Resten der 1421 zerstörten Burg. Von der Station Ebenhausen, die nun folgt, führt ein Waldpsad in 15 Minuten zum friedlichen Thalgrund hinab. AmWalchensee. der das Kloster Schäftlarn mit reich ornamentirter Kirche umschließt; 762 g:stiftet, wurde das Kloster 1593 zur Abtei erhoben und bildet seit 1866 ein Benedictinerpriorat mit Erziehungsinstitut für Knaben; nahebei eine gelungene Nachahmung der Grotte von Lourdes, die sogen. Moltkequelle, und die R'öschenauer Höhe mit Schlößchen und entzückendem Blick auf die mit Dörfern und Häusergruppen übersäete, von der Jsar durchfluthete Ebene und. auf die gewaltige Bergkette. Hinter Station Jcking überschreitet der Zug den Höllengraben, eine unheimliche Schlucht, und steigt zum Höhepunkt, der eine umfassende Ausschau in jene, von Karwendel, Wetterstein und der vergletscherten Zugspitze überragte Thalweitung gestattet, in deren Mitte sich die muntere Loisach todesmuthig in die Arme der breitfluthenden Jsar stürzt. Dann gleitet der Zug rasch hinab, kreuzt die Loisach auf schiefliegender eiserner Brücke und erreicht den stattlichen, an bebuschtem Hohenzuge malerisch hingestreckten Markt Wolfratshausen mit zwei ' bemerkenswerthen Kirchen, einem Calvarienberg. zahlreichen Alleen und Promenadenwegen, die reizende Fernsicht auf Thäler und Hochgebirge gewähren. Wolfrathshausen ist in jüngster Zeit zum ländlichen Luftkurort avancirt; . das Stillleben eines von wundervollen Na-

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kurschonheiten umgebenen AlpenorteS. verleiht demAufenthalt eigenthümlichen Reiz; die Thalweitung trägt den Charakter eines früheren Seebeckens mii kühn gegliedertem, bis fast 3000 Mir. aufsteigendem Profil; jetzt durchströmt nur die Loisach den grünen Plan, üppiges Wiesengelände wechselt mit bebusch-

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Beuerberg. ten Auen, und dichter, immergrüner Fichtenwald zieht sich an den Hängen empor, über denen die kahlen Felsenthrone sich aufthürmen. Die neueröffnete Strecke Wolfrats-Hausen-Bichl sollte eigentlich nicht mehr Jsarthalbahn, sondern Loisachthalbahn heißen, denn der Zug verläßt die Jsar und folgt nunmehr der Loisach, berührt weiter die Stationen Degerndorf, Bolzwang mit der aussichtsreichen Höhe Hochbreite und Eurasburg mit imposantem, von tannenbewachsenem Plateau herabschauendem Schloß, einst fürstlicher Sitz, 1630 von Herzog Albrecht rbaut, jetzt im Privatbesitz. Nun durch moosige Gefilde zur Station Beuerberg, einem freundlichen Ort mit weitläufigem Salesianerinnen-Kloster und Mädchenpensionat; dann folgen die Stationen Fletzen, wo sich im Vorblick die stufenförmig aufgebaute Zugspitze, mit 2.967 Mtr. höchste Erhebung im Deutschen Reich, imposant heraushebt, Heilbrunn, Bad mit Curhaus und der jod- und bromhaltigen Adelheidsquelle, und Bichl, wo die Staatsbahn mündet. Auf dieser weiter Angesichts eines großartigen Alpenpanoramas, von der breiten Benedictenwand, dem pyramidenförmigen Herzogstand, dem felsigen Heimgarten und bewaldetem Kramer gebildet, nach Benedictbeuern mit einem 740 gestifteten, einst reichen und berühmten Kloster, jetzt Jnvalidenhaus. ' Die Endstation- Kochel mit Bade - Etablissement liegt nahe dem blauen Kochelsee. der seinen Spiegel bis zur hufeisenförmigen Felswand des Herzogenstandes ausdehni, und auf dessen Fläche wahrer Sabbathfriede lagert. Der See bietet durch seine Umgürtung mit grünen Höhen und den H e i l b r u n n. malerischen Gebirgskranz im Süden die anmuthendsten Landschaftsscenerien, eine Verbindung von Lieblichem und Großartigem. Zuweilen erzittern die Wellen des sonst so stillen Sees unter einer eigenthümlichen Bewegung, die der Sage nach vom Kochelnix ausgehen soll, der sich in Liebe zur melancholischen Nire des benachbarten Walchensees aufbäumt. Vom Kochelsee führt eine neugebaute Kunststraße in vielen Windungen zur Höhe des Kesselberges und hinab nach dem Weiler Urfeld am Walchensee, der nächst dem Königssee bei Berchtesgaden das erhebendste und ergreifendste Seeund Gebirgsbild in den deutschen Alpen bietet. Die ihn in den gewaltigsten Formen umragenden, unmittelbar aus den Fluthen aufsteigenden dunklen, tannenbewachsenen Vorhöhen und colossalen, steil sich erhebenden Kalkschrofsen des Hochkopfs. Karwendelstocks, der Soiern- und Schöttlkarspitze sowie des Wettersteins, die originelle, buchtenreiche Dreieckform und das düstergrüne, fast stets unruhige Wasser verleihen ihm ein schwermüthiges Gepräge, das nur in Mondscheinnächten zum holden Zauber wird. EinehrgeizigerLump. Staatsanwalt: . . .Und wenn Sie sich endlich vor Augen halten, meine Herren Geschworenen, daß der Angeklagte, nur um seine noblen Passionen zu befriedigen, sich an fremdem Eigenthum vergriffen, daß er aus Leichtsinn zum Diebe. . ." Angeklagter (unterbrechend, pikirt): . . .Bitte zum Defraudanten!" Zerstreut. Professor: Wie alt war Ihr Vater, als Sie geboren wurden?- Ich sagte Ihnen schon' 'mal. Herr Professor, mein Vater war schon todt, als ich geboren wurde." Professor: So. sagten Sie nicht, Sie wären nach dem Tode Ihrer Mutter geboren?" ' Fürchterliche , Strafe. Mutter: .Warum weinst Du denn. Karlchen?" Karl: Ich hatte mir eine Cigarre für einen Cent gekauft und rauchte sie, und da kam der Papa und Mutier: Prügelte Dich durch?- Karl: Nem, er sagte, ich muß sie ganz zu Ende tau-chen.-.

Ein Ricsen-Weinstock. In Carpenteria im County Santa Barbara. Cal., gibt es einen RiesenWeinstock, dessen gewaltige Dimensionen die Annahme, daß er bereits JahrHunderte alt sei, gerechtfertigt erscheinen lassen könnte. Und doch ist dieser Weinstock erst 57 Jahre alt, denn er wurde im Jahre 1842 von einer Spanierin Namens Joaquina Lugodi Äyala gepflanzt. Unter ihrer Pflege entwickelte sich die junge Rebe in geradezu wunderbarer Weise, wiewohl sie der gewaltigen Ausdehnung durch wiederholtes Beschneiden Einhalt z'i thun versuchte. Im Jahre 1877 wurde der Weinstock mit dem Lande von dem gegenwärtigen Eigenthümer Jacob Wilson, einem Pionier des Goldstaates. erworben. Der Umfang des Stammes, dessen Größe und Aussehen eher an eine Eiche als einen Weinstock erinnern, beträgt 7 Fuß 8 Zoll. Seine Zweige ruhen auf einem Rahmen von festgefügtem Holz und bedecken den

Der Stamm. Raum von einem Drittel Acre. Das Wachsthum des Weinstyckes ist so bedeutend, daß er binnen Kurzem unzweifelhaft noch einen größeren Raum einnehmen würde, wenn der Besitzer seiner Ausdehnung nicht durch Beschneiden Einhalt thäte. Um den Rahmen, auf welchem die Zweige ruhen, tragen zu können, sind 60 starke Pfosten, die mit Querbalken verbunden sind, erforderlich. Der Weinstock, welcher zu der sogenannten Mission-Va-rietät gehört, trug im verflossenen Jahre zehn Tonnen Trauben, abgesehen, von denen, welche die Nachbarn Wilson's nach Belieben abgeschnitten hatten. Unter dem weithin sich ausdehnenden Blättcrdache können mindestens 800 Menschen Schutz vor den heißen Strahlen der Sonne finden und deshalb sind denn dort auch wiederholt öffentliche Versammlungen abgehalten worden. Die erste Wahl im County Santa Barbara fand unter Unter dem Rebendach.' diesem Weinstock auf Anordnung des heute noch lebenden Col. Russell Heath. der damals Sheriff war. statt. Der berühmte Weinstock von Montecito in demselben County. der in Sectioner auseinander genommen und dann im Jahre 1877 aus der Centennial-Aus-stellung von Philadelphia aufgestelli wurde, wird von Wilson's Weinstod jetzt schon um ein Drittel übertroffen. Gut gezogen. Bubi bekommt Schläge und weint; da kommt Besuch und die Mama ruft ibm zu, zu schweigen. Gehorsam thut er es. Als jedoch der Besuch fort ist. sagt er: Mama, darf ich jetzt weiter weinen?" Bezeichnend. Dem fidelen Herrn, der mir gestern vorgestellt wurde, sieht man s dock gleich an, daß er ein Freund eines guten Tropfens. Der hat das reinste Prosit-Profil. Seine größte Sorge. Studiosus Spund (der wegen einej complicirten Beinbruches mehrere Monate zu Bett liegen mutz): Herrgott wenn ich erst wieder auf die Kneip, kann, wa2 hab' ich da alles nachzuhs. icnl"

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In eine Apotheke der steirischenLandeshauptstadt tritt ein Bauer und blickt forschend umher. Dann wendet er sich ohne ein Wort wieder zur Thüre. Na, Vetter", fragt der Apotheke', was hätten S' denn gern?" Oes habt's es net ist die Antwort. Aber warum denn nicht? wir haben alles, was Sie brauchen." Oes habrs es net." Wenn ich Ihnen aber sage, wir haben alles. So sagen Sie doch nur, was Sie haben wollen." Zon Sakra, ös habt's es net. i siach's ja. Laßt's mi aussi!" Nein, erst sagen Sie, was Sie wollen!" An Goackelsteck'n!- (Peitschenstiel). Modernes Dilemma M WBMBg ... Ich bitte um Ihre Hand, verehrtes Fräulein. Mein Beruf nimmt mich zwar ganz in Anspruch, erhält und ernährt aber vollständig eine Famitte!" Ach, wie altmodisch und wie fatal! Auch ich habe einen selbstständigen Jeruf, der eine Familie zu erhalten im Stande ist!. . . Wer soll denn dann das Hauswesen besorgen?! Eine gute Hausfrau. ir: Besuch: Da lese ich eben in der Zeitung, daß wieder ein Kind eine Nähnadel verschluckt hat!" Hausfrau: Diese leichtsinnigen El tern!. . . Bei mir kommt nie eine Nähnadel in's Haus!Selb st bewußt. Junger Dichter (der sich die Haare schneiden läßt, zum Friseur): Heben Sie sich diese Locke auf Sie können damit einmal ein reicher Mann wer den!" Die höfliche Eierfrau. Die Eier sind aber schon recht klein!". Ja. Frau Bürgermeister, wenn die Hühner gewußt hätten, daß die Eier für Sie waren, hätten sie sie gewiß größer gelegt!" EineMuster-HauSfrau. Sie bekommen in Ihrer Braut gewiß eine recht fleißige Hausfrau?" Das will ich meinen die hat mir sogar während meiner Liebeserklärung einen Knopf, an die Weste genäht!" ;

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