Indiana Tribüne, Volume 22, Number 325, Indianapolis, Marion County, 13 August 1899 — Page 5

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M nwillkommene Gäste

Isatorr kommt nngc oenn uns wlSersiehtnn, seren Bemühungen, ihn wxtotx zn vertreiben. Er woran me aucrn; itx bringt Neuralgie oder 5!nvosität mit: er maz . in an vnlcklledenen J&rTG?' Stellen äu gleicher Zeit w xv , r ' ' " attakliren. Sehr viele Leute habmKatarrh im JwpL Bronchitis, Nm,ndaullch!ett und ötteren leid?, und Alles ist Katarrh. W atanh versteht, dem muß kl sein. daß keine lokale Behandlung ihn erreichen kann. Katarrh ist eine Krankheit des Systems und muß mit den Wurzeln ausgerottet werden. Dasselbe Heilmittel wird Katarrh kuriren, wo immer er seinen Sitz hat, nenn ti ihn irgend wo kurirt. Pe-ru-na hat eine fleckenlose Vergangenheit all Heilmittel für alle katarrhalischen Lnden. ES hat während seines vierzigjährigen brauchs durch Dr. Harwan riele Tausende kurirt. Lesen Sie diesen Bnef von W. O. Sleffor.Rnnbeck.Jz.: Peruna Medicin Co., ColumbuS.O. eehrte Herren! Ich habe Ihr Pe-ru-na nicht mehr als sechs Wochen gegen Katarrh und Neuralgie gebraucht und sehe, daß es selbst mehr halten wird, als Sie davon versvrechen. Ich habe Einspritzungen der ver schiebensten Art gebraucht und fand keine Hilfe. Ich war eme vollständige Rume, ehe ich begann,Jhr Pe.ru-na zu gebrauch. Siemögen diese Erklärung publiziren, wenn dieselbe einem armm Le?oenden helfen kann. Ich var zu jener Zeit krank im Bett und nicht im Stande, den Kopf zu heben. AlZ ich von Ihrer Wediin horte, beschloß ich, dieselbe zu versuchen. Nachdem ich sie eine kurze Znt genommen hatte, war ich kräftiger ; es dauerte nicht lange, so konnte ich das Bett erlassen, und nun bin ich kräftiger ali je zuvor.Echreiöm Sie um Dr. hartmarL Bücher über Katarrh. Sie werden frei schickt. Dr. J. A, Sutcliffe, W u n d - A r z t, Geschlechts-, Urin und RecwM' Xranklzeiten. OIsice:155OstMrketstr. Sei. 941 Qsftceftunde : 9 6i 10 Uhr Vorm.; 2 biZ 4 Uhr az MNUers Leber - Pillen ist das bzste und nebenbei auch gelindeste Mittel gegen Unverdaulichkeit, Verstopfung, Leberleiden etc. 2Z(5ents die Schachtel bei Ferd. A. Müller, Apotheker, Ecke Last und Washington Str. nd auch i alle andere Apoitken. DkeOfncevon Di H. YWK und Dr. C0LE, befindet sich in No. 24 Ost OhZo Straße. Telephon No. 927 wie bisher. Dr. Jos. E. Morrow, Geschlechts u. arnkrankkzeiten. 2 West Ohio Straße. ,I)r. J. 1! Kirkpatrick, thandett Jrauenkranlheiten und LZrankheiten deSRectum?. ämorrboiben ebne Wietftr und Vauterifirung gebeilt, Office : Hume Building, :tt Ost Cljio Str. Dr. Louis Eurekhardt, No. 1134 Süd Meridian Strafte. Sprechstunde daselbst: S' Uhr Mrge4 und 7 Uhr dendl. Willoughby Block. No. 224 Nord Meridian Straße. Spltch stund daselbst: S 4 ahittagZ. W.hnu,: Ongktsb otel. Tel.:. 0TT0 DEPPERMANN, Dentscher Zahn-Arzt. Majestic Gebäude. Zimmer No. 207. r hat seine Office nach dem. Willoughby Gebäude, No. 224 Nord Meridian Str., rrfte Stage. verlegt. C.fficeStu.ben : Bon 2 bi 4 Uhr Nachmittag Telexho : Office SSS-Wohnung 036. Die Wohnung befindet sich mie bisher : 1337 Nord Pennsylvania Straße. Dr. I. Wühler, 120 Sst PlcCurty Ltr. Sprechstunden : 8 biZ I Uhr Ven. ; 2 li 3 l-$r Nachm.; 8 tiZ v Uhr bendS. Telephon 1446. ,chfide: Sonntag ormtttaa. KM-UIK V In 4? Crunden werde GonarrS d Suiflu&cu drn UrlN.Organk ?Mif.Mffik lifnrhrthm 'Vaif cuniui'ii ' .-". ff ü imiI kne Undkqtlkllchke.ten. f rei pAsi m L.r . i 9Lm iit V i l.t"V UCI ' m V. 0. Vok 2081 5t flslif. I llle Teutsche tt inten - Seebach's Thee. (Deutsche Schweizer Kräuter.) tzr itstitizt ttrlvve. reivigt Blut. Mqe. ttzulirt di, eber. ftSrkt di Nieren, befördert Ltuhlzingz ,tZsndvr grauen , mpsehl. Pftfti5c. gete ve.lavgt. B. Seebach. Peru, Jll.

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GffenerSchrkkbedricfdesVhilipx Lauerampfer. Cyri(tilMfcy Xk Genui Vrmm h TUt Cm, R o. S. Mein lieber Herr Redacktionar.' Sie wolle denk ich, wisse, wie selleZ Picknick geend Hot? Well, sell is-iesig genug: mei Wichs Hen ich kriegt aus ven FF. Wenn ich zu so 'Sache rnt so arig juhst wär, dann sin ich schuhr, ich t'ii:. i ' n i, c ' r irnu nil ilvivernanne. or oen inittn sin ich gar nit so bös driwwer. daß ich schon wann UN dann mei Licking kriegt hen. den Weg kann mer doch eher ebbes stende. Mich macht nor ein Ding mähd, vaß ich immer unschuldig niei Dräsching kriege, odder was mer so uff deitsch heikt mitaus Prowokehschen. Ich kann auch gar nit ausmache, walum grad lch immer ' derjenige fein muß. wo gekickt werd. Do is for Instcnz der Wedesweiler, wei der Hot schon zehndausent mol e'Lickina verdient, awwer denke Se mehbie, es war ihm schon einmol so ebbes gehäppend? Noser, immer hen ich se kriegt. Well ich tröste mich mit dem Gedanke, dak es besser is unrecht leide, wie unrecht duhn. Es werd auch noch emol mein Dag komme, zeder Hund Hot jo sein Dag. Ich hen schon oft gedenkt, daß ich e ganz pertickler 5tträckschen for die Tofss sin und daß se mehr Sattissackschen draus knege, wann se mich verhammatsche, als wann se jemand annerscht tackele. Eboes muß es schuhr sein. Sie wer'n noch wisse, daß ich sel--len Owend bei Mistehk in tic Krick gefalle sin UN daß ich all mei Kleider hen ausziehe gemißt, for sie zu trickele. Miid sin ich gewese, warm is es auch gewese un do hen ich nicks besseres duhn könne, als wie mich unner en Baum lege un zu schlofe. Sell hen ich auch gedahn. Ich hen mich off Kohrs e wenig mit e altes Nuhspehper, wo ich an den Graund gefunne hen zugekowwert. Das Pehper war so groß wie e Bettschiet un ich hen uff die vier Ecke Aricksteine gelegt, for daß es nit fort sollt fliege. Zuerscht hen ich mich en Brickstein mitte druff gelegt gehabt. awwer seu Hot off ohrs mein Stommeck nit stende gekonnt. Well, ich hen bald geschlofe un so gut gehehlt wie r Behbie in die Wudds. Wie ich so grad ln meim beste Schlof war, do hen ich gefühlt, wie so ebbes sonniges uff mei sJlol erum krüwwelt. Ich hen an mem Zinke gegrisfe un denke Se nor emol an, es ls en Bullfrahk gewese! Well, mehbie, den hen ich awwer enSchlenker gewwe! Wei, das Aiehch is wenigstens e Meil un e halb wett gefloge. Dann hen ich Widder e weil t ganz gute Rest gehabt, awwer es Hot nit lang genomme. Do Hots an mei ganzes Körpcrche getickelt un gekrawwelt, als wann ich ganz voll mit Ehnties wär un das war was die Matter war. Jetzt war nicks annerschte zu duhn, als daß ich in einem fort Mich erumgerohlt hen. Den Weg hen mich die Ludersch in Friede gelosse, awwer daß ich nit mehr viel Nest gehabt hen. das könne Se sich denke. Ich sin so müd geworde, daß ich's Jhne gar nit beschreibe kann. Was is die Juhs, hen ich mich gesagt. do lieae zu bleiwe. Ich sin uff. hen mei Kleider getäöelt un ich wax'n froh, daß se Widder ganz schon gekrickelt ware.Do hen ich mich gedreßt un hen mich uff en Rack gehockt in die Hofsnunq, daß ich mehbie im Sitze e wenig e Näpp nemme könnt. Ich hen auch noch wenig gerest. dann sin awwer soviel Jleis un Moskietohs komme, daß ich Widder uffstehn mußt. Ich henn arig lohnsonj gefiehlt un do ls mich uff eemol mei Schnuffbacks eingefalle. Ich hen mich emol e diesende Schnuff ge tackelt un sell Hot mlch arig gut slkhle mache. Ich hen mich gleich noch eine gktackelt un das Hot noch besser gefiehlt. Ich sin grad mit den Gedanke umt n .cc su :.it " gange, Mlcy noeq t x,eqo zu vcrnuiy zu führe, do hen ich gefiehlt als wann ich schnieße müßt. Schuhr genug, is es auch g'eich los gangk.5)atschik! hatschaZ hatschu! Dreimal hmnig enanner zs es gange. Sell Hot schuhr ebbes zu bedeite. hen ich gedenkt, entweder hen ich t Kalt geketscht odder ich hen e Oferdos von den Schnuff genomme. blkahs als t stuhl, Hot der Schnuff kein Effekt uff mein Schmellkr, Well, for e lange Stohrie korz zu mache, ich hen noch so ebaut siwwenunzwanzig mol schnße gemißt. Ei tell juh. ich sin fascht aus die Haut gefahre. Ich hen emol getreit mei Nos zuzuhalte. awwer do hen ich dorch mein Mund schnieße gemießt. No. no. was war das e fonnigks Fiihlingj Wie ich noch so im beste Schnieße war, do hen ich uff eemol Stimme gehört un es Hot auch nit lang genomme. do sin so ebaut e Dotzend Männer komme un hen t ferchterlich Foß gerehst. weil ich mit mei Schnieße so e arges Rücket gemacht hen. Ich hen ausgefunne. daß die Fel' lersch ganz nie? bes gekampt hm UN dorch mei bische Schnieße w ihre Ruh gestört sin worden.' Ich hen gesagt: br mackt mick slck ' un teiert mit Euerm fublische Getahk. Sell is freies Kontrie un do Hot jeder das Reckt zu schnieße wann er will. Sieh?

W'ännJhr'das awwer nik stende könnt, dann, stofft Eich Kattenbatten in die Ohre. Was geb ich drum, ob so e paar armseelige seckenhändige Kaffern, wie Ihr seid, schlofe könne. Sell is der Weg. wie ich die Sach betrachte." Do sin se so mähd geworde wie die Stiere un jetzt is der feierliche Moment eingetrete. wo ich mei Wichs hen kriegt. Die Fellersch sin uff mich getschumpt, hen mich e Bein gestellt un bumms hen ich do gelege. Ich sin grad mit mei Fehs uff de Graund gefalle un ich warn froh for, bikahs ich hen jo doch gewißt, was jetzt komme muß un an mei Hinnerfront do kann ich noch am Allermehrschte stende. Was ich eckspecktet hen, is komme. Ich sag Jhne, die Feger hen uff mich geschmisse. als wann se all ihre Sinns mit abbieße wollte. Wann ich for die Lickin hätt bezahle gemüßt, wei dann hätt ich schuhr e Morgetsch uff mei Prappertie uffnemme müsse UN for den Riesen war'n ich froh, daß se mich nicks for getschahrtscht hen. Die Fellersch hen mit Knippel uff mich erum gekloppt, daß ich se am liebste geheiert hätt unser Brossel Karpets auszukloppe. Well hen ich gedenkt, ewig kann das Bißnes jo auch nit dauern un schuhr genug wäre se auch bald teiert un hen gestappt. Awwer wie ben ich

gefiehlt! Sohr von Kopp bis zu Fuß un mei Bohns wäre in e schreckliche Kandischen. Wie die Raudies fort wäre, do hen ich mich uff die Lappe gemacht UN sin for heim gestart. Es ls bald Dag gewese un ich hen auch bald en Trehn geketscht, wo mich heim gebracht Hot. Herr Redacktionar, wann Se den Pärregräf aus dem Pehper lasse könne wo von die Lickin die Red is, dann duhn Se mich arig obleitsche. Den Schade hen ich ja ennihau. Womit ich verbleiwe Jhne Jhrn liewer Philipp Sauerampfer. Z!cr Nachtrock. - LZökl Gertrud Franke Schieveldein. Er kommt mit seinen Büchern herein und setzt sich zu ihr an den Tisch. In meiner Stube ist das Feuer ausgegangen, Mutter. Ich kann ja aber auch hier " Marie soll noch einmal nachlegen. Und die magere, bescheiden gekleidete Frauengestalt erhebt sich. Nein, nein!" ruft der junae Mensch hastig. Sein schmales, blondes, ernstes Gesicht überfließt eine jähe Röthe. aß nur, lch gehe doch bald." Die Mutter setzte sich wieder, schweigend, anscheinend gleichmüthig. und nahm ihre Naharbeit auf. Das gelbe Llcht der Lampe fiel auf die beiden einander so ähnlichen Gesichter, auf die rastlos den Faden ein- und ausziehenden blassen Hände der Mutter, auf das Buch, in das der Sohn vertieft schien. Draußen war der Lärm der Straße. das Rollen der Wagen, das Klingeln der Räder und der elektrischen Bahn. das Schreiten und 'Hasten und Reden der Vorübergehenden ein dumpfer. summender Zusammenklang von Gerauschen. Im Zimmer eine Stille, in der man fast den Herzschlag der beiden vernehmen konnte. Jetzt muß ich's," hämmerte das junge Herz. ' Jetzt kommt's, pochte hart uno schwer das alte. Unter den gesenkten Lidern stahlen sich flüchtige Blicke bo?. einem zum andern. Das fahle, fa'tige Gesicht der Mutter nahm im Warten einen immer gequälteren Ausdruck an. Die dünnen Lippen schlössen fest, die Hand zog den Faden rascher aus und ein. Was nahst du denn da? fragte die weiche, tiefe Stimme des Jünglings plötzlich. j Kennst Du's nicht mehr?" fragte sie eindringlich. Er sah naher auf das welche, rothe Zeug, dachte nach schüttelte den Kops. Und auf einmal wurde das peinvoll gespannte Gesicht in einem wahren Kinderlächeln weich. Ach, mem alter Nachtrock!" sagte er, so froh, als sei ihm seine Kindheit selber wieder über dm Weg getaufa, Die Mutter nickte. Das giebt noch ein Röckchen für Lili. Nur die Passe und die Aermel abgeschnitten einen Bund dran so kommt's doch noch zur Verwendung. Der Stoff hält's aus. Du warst ja damals so schnell herausgewachsen.- N Er klappte sein Buch zu. griff nach einem der rothen Flickchen und strich ein paarmal mii den. Fingern darüber So welch, sagte . Dgs hat nm damals immer so gut gefallen. Das Weiche. Das Mollige. Und die schöne rothe Farbe. Das erinnerte mich so an d ch. Eine Jdeenverbindung. Ruhe. Und so recht geborgen fern. Und alle Sorgen Gott weiß. pU bat man schon als kleiner Knirps alle Soraen fort. Und den Kopf so recht tief einkuscheln in's weiche, weiße Kissen. Und- dann schlafen' Die Frau lächelte. Sorgen, die hast du dir freilich immr gemacht. Du pahmst ia alles so schwer. Gerade wie ich. Uno deshalb hast du eine wahre Zärtlichkeit für deine liebe Baba" gehabt, wie du immer sagtest. Manchmal fiel's dir plötzlich ein. hinzugehen und den Kopf hineinzudrücken und sie z'ärtNch zu streicheln. Und wenn ich dich Abends auszog und dir den Nachtrock überwarf mein Natthock-, sagtest du . dann nahmst du das weiche, rothe Zeug in deine kleine, dicken, weißen Hände und freutest dich über. Pas Wiedersehen mit deinem. Schla.sk meraden." &c nähte fleißig weiter, während ihr Sohn nachdenklich zu ihr hinüber sah. Das rothe Flickchen streichelte er leise zwischen seinen Fingern. Es war, als wenn das unerschütterliche Kindesvertrauen, der Glaube an die unbegrenzte Macht und Hilfsbereit

schaft einer Mutter lacht aus vem wetchen Gewebe in ihn überginge. Aber die Worte steckten ihm wie festgekeilt in der Kehle. Pfui! So ein Bekenntniß Äor diesen Ohren! Und wenn sie dann die Augen aufhöbe diese klagen, guten Augen Augen voll Mäd--henunsch'ld unter grauen Haaren. . . Merkwürdig", sagte sie da, ohne

aufzusehen, und strich eine Kappnaht sorgfältig glatt und lächelte seltsam vor sich hin. Ein närrisches Kerlchen Narst du immer. Wild und trotzig zum Todtärgern. Und Nie nachgeben c'oer ein Unrecht eingestehen, wenn man's forderte. Aber des Abends im Vett. in deinem rothen Natthock-. da wurdest du wie Wachs. Wenn du dann zwischen den Kissen lagst ,mit deinen weißblonden Söckchen, da sah ich dir's schon immer an den Augen an. ob s stimmte oder nicht. So ein Kerlchen, dus kennt man a vom Lockenkopf bis zu den Zehenspitzen, das ganze kleine, runde. Körperchen. Und die kleinen Gedanken, die man hat keimen und wachsen sehen vom ersten dumpfen Begriff, die liegen ja so klar und deutlich vor einem. Und wenn ich mich dann über dich beugte, und du hattest was auf dem Herzen, das mußte dann alles heraus. Eher schliefst du nicht. Und einen Kuß mußte ich dir gegeben haben. Das war wie 's Amen nach der Predigt. Ohne den war die Sache nicht in der Ordnung. Gott ja! Das ist nun schon so lange her. Aber ich werd' es Nie gessen.Und wieder saß sie und stichelte eifvia. ??eine rothe Flecke erschienen auf tören schmalen Wangen. Wle tm Vttber wartete sie, daß er reden sollte. Daß ihm etwas auf dem Herzen lag, wußte sie ja längst. Seit ein paar Wochen war er der alte nicht, ihr lieber, offenherziger Junge, dem sie bis aus den Grund der Seeö sah. Da hatte ihn etwas, ein Fremdes, Quälendes. Er konnte ihr nicht mehr wie sonst in die Augen sehen, wurde hohläugig. - einsilbig, verträumt, scheute seine Mutter und kam dann plötzlich wieder zu ihr, wenn sie allein war, als wolle er ihr etwas anvertrauen. Aber niemals kam's dazu. Und wenn sie allein war, als wolle. er ihr etwas anvertrauen. Aber niemals kgm's dazu. Und wenn sie fragte, wich er aus. Nichts hätte er, gar nichts. Sie verzehrte sich in Sorgen. Gott, so jung! Zwanzig Jahre! Und nach der Schulsklaverei plötzlich in die volle, unumschränkte Freiheit hinein! Wär's denn ein Wunder, wenn sie ihm wie ein Rausch zu Kopfe stiege? Wenn er einen thörichten Streich begangen so ein Mensch mit jungen, brausenden Sinnen! vielleicht sein aufsteigenes Leben verdorben hätte? Aber sie kannte ihn. Er mußte von selber kommen. Bitten und Vetteln hals da nichts. Und nachdem sie auch heute vergebens gehofft hatte.' packte sie endlich mit einem unterdrückten Seufzer ein und stand auf. Er blickte von seiner Spielerei mit dem rothen Flicken empor, schob das Läppchen mechanisch in die Westentasche und erhob sich ebenfalls. Seine Lippen unter dem blonden Flaum waren blaß geworden. Mutter!" stieß er kurz und ohne Athem hervor, ich ich habe heut eine Verabredung " Sie blieb stehen, bebend vor Schreck und doch im Herzen jubelnd, daß eö nun klar werden sollte zwischen ihnen. Wohin?" fragte sie. . Er nannte ein Lokal, das nicht im besten Rufe stand. Und ich bin mit meinem bißchen Mammon zu Rande', fügte er hinzu. Schweigend langte sie ihr Geldtäschchen heraus und legte ein Goldstück auf den Tisch. Danke," murmelte er mit einem scheuen Blick. Aber unter den gesenkten. Lidern sah sie eine wilde, gierige, rjun grige Freude aufglühen. - Das Herz fiel ihr bis vor die Füße. Geld? Und kein Vertrauen? Und dahin dahin ging er, in d a S Haus? Es hatte ein paar junge Töchter üppig, drängend, aber leicht wie Mohnblijthen. Rasch und leidenschaftlich trat sie an ihn heran. Bleib! Mir zuliebe! WaZ hast du da zu suchen?" Sie hatte mit beiden Händen seine Arme gepackt und hielt ihn kest. je Mutterangst schlug ihr aus den gen. als sähe sie ihn schon versinken '.n Spmpf und Moor. Bleib!" flüsterte sie mit zitternden Lippen, und alles, was sich angesammelt hatte in ihrem Herzen, drängte heraus. Ich will meinen Jungen behalten!" Er kämpfte mit sich, sah zu Boden, lächelte suchte sich loszuwinden. .Behalten! Dummes Zeugt Verloren geh' ich niht Sie zog zornig die Stirn zusammen. Was weißt du. Kind! Der erste Schritt entscheidet! Und wie bald ist der gethan!" Ich bin lein Kind!" Es lief ihm roth überS Gesicht. Seine Augen funkelten. .Laß mich los, Mutter", sagte er dann ruhiger, aber entschloß sen. Sie ließ ihn los. Langsam sanken ihre Arme herab. Die Füße wurden ihr schwer. Sie mußte sich setzen. Er zögerte. Dann trat er noch ein mal zu ihr. Mutter, willst du mich am Gängelband halten?" Ich habe dir volle Freiheit gelassen sagte sie. sich zu ihrer ganzen Höhe erhebend. Du sollst ein Mann werden, das Leben kennen lernen. Allch die Sünde. Aber vor der sollst du lich. ist. Und. du findest Gefallen Abscheu haben. Weil, sie so haß an ihr, du läufst ihr nach. Und emes TraeZ wirst d.u demkr Mutter .nicht

mehr in die Augen setzen tonnen. Willst du das?" Sie standen sich finster und entschlos sen gegenüber. 'Ich bin alt genug," sagte er dann, seinen Hut nehmend. Bevormunden lass' ich mich nicht. Was ein Mann braucht, das könnt ihr nicht beurtheiln. Adieu." Nun war er fort. Sie ging in das Familienzimmer zu den jüngeren Kin-

dern, sah ihnen die Schularbeiten nach, gab ihnen Abendbrot und ließ sich all ihre Erlebnisse erzählen, die kleinen Leiden klagen, lachte zu den Neckereien und Witzen. Aber in ihrer Brust brannte es. Der Abend dehnte sich zu einer Ewigkeit. Und wieder wartete sie und lauschte auf den festen, jungen Schritt, zitterte bei jedem Geräusch und marterte ihre Seele mit allerlei quälenden Borstellungen. Endlich, da ste sich nicht mehr auf ihren Füßen halten konnte. ging sie zu Bett. Aber sie ließ das Licht brennen. Sie fürchtete sich vor ihren Gedanken. Um' Mitternacht knarrte leise die Außenpforte. Sie hörte schleichende Schritte im Nebenzimmer. Vor ihrer Thür machten sie Halt. Sie saß aufrecht und starrte auf die Thür, als erwarte sie, daß dort ein Gespenst erscheine. Aber nein. Diese öffnete sich hald. Ein blonder Kopf steckte sich herein. Du hast noch Licht, Mutter. Darf ich kommen?" Sie nickte, und er war mit ein paar großen Schnürn bei ihr. Seine Augen strahlten froh und offen. Er deugtc sich zu ihr hinab und küßte sie. Nr.n ist alles gut. Mutter." sagte er herzlich. Du siehst, ich bin noch dein Junge."" Gott sei Dank!" rief sie und streichelte scheu sein schlichtes, blondes Haar und konnte sich nicht satt sehen an seinem Gesicht, aus dem alles Fremde, Unruhige, Hungrige fortgewischt war. Er nahm ihre Hand. Aber nun schlaf. Mutter. Schlaf ganz ruhig. Jetzt hab' ich mich fest. Gestern und all die Zeit ach Gott. Mutter " er biß die Zähne zusammen, als wollt' ihm das Wort nicht aus der Kehle. Es war wie ein Fieber in mir. Schön ist das Geschöpf mit seinen schwarzen Augen. Und hinter mir her wie ein Hund. ' Ich wußte es kostete mich nur e i n Wort " Seine, Brust hob sich. Dann- lächelte er. Da mußt du nun gerade heut mit dem Nachtrock ankommen' Ich zog das rothe Flickchen unversehens aus der Westentasche. Sie lachte darüber. pfui, ein Lachen, bei dem alle ihre Schönheit von ihr abfiel wie die Blüthenblätter vom rothen Mohn... Und ich dachte dran, wie süß sich's geschlafen hatte in dem alten rothen Rock, wenn du mir gute Nacht gesagt hattest. Da mng lch. Und heut Nacht. da leg' ich mir den rothen Flicken unters Kopskissen. Sollst mal sehen, da schlaf' ich wie ein Dachs. . . Gut' Nacht, Mutterchen!" Nus Erfahrung. A. (Dich tn).' Ihr Sohn will also unter die Dichter gehen?" 23.: Jawohl, er hat immer sehr gute 3dn." A.: Na. die Idee. Dichter zu werden, ist jedenfalls nicht gut." B e r t h e i d i g e r b l L t h e. WO .in. fFtHih.AnAn fTT i iIJUIU VSl UJll'UllUfcU. Wll werden nicht zugeben, daß das Haar. an vem der ops meines ttlienten oy nediesnur mehr hängt, in einen Strick verwandelt werde'" Seht in vielen versorgt. c ctfrfchexx tfwjqen

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