Indiana Tribüne, Volume 22, Number 311, Indianapolis, Marion County, 30 July 1899 — Page 4
Fndiana Tribüne.
Erschentt Täglich und SoMta, t, täglich. rrtdäne- foftet durch dcnXxlft J tfcnt per iIoche, die ontag.rriba'I ltU pe, Voe. Selbe ms xra IS Seats In M Cents p 'ftfxat. V Vsft aihali . tat plgtstzt t. sie,!! V 3a. Dnui 18 Cft Vlaaa Ct&4 Indianapolis, Zud., 30. Zuli 1899. SonntaQS JJsouöerei. Jngersoll ist gestorben und mit ihm eine Persönlichkeit, wie eö im ganzen Lande keine zweite gab. Mit der dem Telegraph" eigenen Eleganz, mit der bei ihm üblichen Kritik und mit seiner sonderbaren Orthographie meldete diese Blatt Folgende: Die Stadt Peoria, 3Ü., in der Bob" Jngersoll seine Jugendjahre verlebte, veranstaltete gestern Nachmittag eine Gedächtnißfeier zu Ehren de Heimgegangenen Humbug'er." E liegt Humor in dieser Aeußerung. Derselbe zum Lachen reizende Humor, der darin liegt, wenn ein kleiner KlSffevüthtnd den Vollmond anbellt. Ich bich durchaus nicht so schlechtweg ein Bewunderer Zngersolls. Ich kann nicht sagen, daß mir die Art seineS Wirkens besonders zusagte. Aber Jngersoll war eine große starke 3ndividualität. Eine solche erzeugt immer Anerkennung, im Guten, wie im Schlechten, und verdient sie, wenn ihr Streben nach Gutem gerichtet ist. Und schließlich wirkt Zeder mit der Kraft, welche bei ihm am stärksten vorHanden und entwickelt ist. Und 3n gersollS Kraft lag nicht in wissenschaftlicher Forschung, sondern in der Rhetorik, im Humor und in der beißenden Satyre. Er war kein Genie, aber er war ein großes Talent. Er war es in solchem Maße, daß selbst seine erbittertsten Gegner in Schaaren hinzuströmten, ihn zu hören. Seine Rednergabe war vergleichlich, großartig. Ich werde niemal den Eindruck vergessenden ich empfing, als ich ihn zum ersten Male hörte. E ist zwar nicht mein Geschmack, Dinge, welche, zwar, nicht mir, aber Anderen heilig sind, mit der atzenden Lauge de Spottes . zu übergießen, aber dennoch war ich hingerissen. Ueberwältigt von dem sprühenden Witze deS Redners wälzten sich in dem einen Momente die Zuhörer förmlich vor Lachen, um im nächsten Augenblicke, hingerissen von dem erhabenen Pathos seines Vortrag in feierlicher, andächtiger Stille zu lauschen. Für den.Augenblick riß'der GotteSläugner selbst den Gläubigsten mil fort. Ich habe oft die Frage aufwerfen hören, ob Jngersoll Wirken auf fruchtbaren Boden gefallen ist. Diese Frage wird aber kaum zu beantworten sein, wenigsten zur Zeit nicht. Denn die Kirche ist dem Amerikaner nicht nur eine religiöse Institution, sie ist ihm und zwar weit mehr, eine soziale. Für zahllose Kreise bildet die Kirche den Mittelpunkt de sozialen Leben. Tausende gehören einer Kirche an, nicht au religiösem, sondern au gesellschastlichem Bedürfnisse. Unter solchen Umständen läßt sich die Wirkung welche Jngersoll ausgeübt hat, äußer lich kaum erkennen. Da Genie ist meist vielseitig, da Talent meist einseitig. Jngersoll war da LeUere. Er hat bloß einen einzigen Vortrag gehalten. Gleichviel welche Titel seine verschiedenen Vorträge hatten, e war immer dasselbe. Den sozialen Fragen unserer Zeit brachte er wenig Verständniß entgegen. Da soziale Elend schien er zu fühlen, aber nicht zu verstehen. Da indididuelle Elend soll er mit freigebiger Hand gemildert haben, wo immer sich ihm eine Gelegenheit bot,, derart, daß er trotz eine Jahreseinkommen vor $50,000 bi $60,000 kein sehr große Vermögen hinterließ. Er soll einmal gesagt haben, daß e eine Schande sei, reich zu sterben. Wenn da wahr ist. dann spräche e weit mehr für sein gute Herz als für seinen Verstand. Den bekannten Chicagoer AnarchiYen verweigerte er seinerzeit seinen RechUbeistand. Ob da Mangel an Verständniß, oder Mangel an Muth dar ? Ich habe manchmal gedacht, daß
Jngersoll mehr Muth gegen Gott und Teufel alö gegen zahlungsfähige Menschen hatte. Er nannte sich einen Agnostiker. Ich bin der Anficht, daß der AgnostiziSmuS die feige Entschuldigung deS Atheisten dem gesellschaftlichen Vorurtheil gegenüber ist. JngersoJ hat die Grenzen für seine Wirksamkeit allezeit sehr scharf gezogen. Ueber diese Grenzen ging er nicht hinaus, aber innerhalb derselben hat er genug geleistet, um sein Andenken sür lange Zeit zu bewahren. Der Plauderer. -.
Sine ZNiMar-versldwSruna in!
Zicnnrs. DS Schicksals unergründlich lauuenhaftes Walten fügte es, daß in der alten Garnisonsstadt der Bretagne, in Rennes, sowohl zu Beginn unseres Jahrhunderts als jetzt, da es sich zum Abschied rüstet, bedeutsame Begebnisse sich vollzogen haben und vollziehen werden. In beiden Fällen waren es die Koryphäen der Grand Arme", die diese Ereignisse hervorgerufen haben, und damals wie heute wurde das geflügelte Wort der Historiker zu Schanden gemacht: Während der Revolution haden alle edlen Eigenschaften des sranzösischen Volkes sich in das Heer zurückgezogen." Die dunkel gezeichneten Typen der Affaire des Jahrhunderts", wir finden sie in der französischenArmee schon zu Beginn dieses Säkulums in gleich unheimlicher Düsterheit. Generäle, die die zu ihrem Stäbe gehörigen Officiere in den furchtbaren Verdacht des Landesverraths bringen und dann feige der Gerechtigkeit sich entziehen; Bataillons - Chefs, die in's Ausland fliehen, und schließlich der hohe Ossicier, der, um den Folgen seines Verbrechens zu entgehen, im Gefängnisse sich entleibt sie sind nicht neu in der sranzösischen Armee. Wir finden sie nicht blos in dem düsteren Drama, das unsere Gegenwart wie ein Alp bedrückt, sondern auch schon zur Zeit des Ersten Consulats des großen Korsen. Die welterschütternde Lausbahn Na poleons I. bot den Geschichtsschreibern von jeher verlockende Anziehung?punkte. Und doch finden wir unter den unzähligen Werken, die uns diese große Epoche mit wissenschaftlicher Gründlichkeit schildern, kaum eines, das uns Über die interessanten Einzelheiten der Militär - Verschwörung in Rennes Aufschluß geben würde. Auch hier war es einem Zeitgenossen vorbehalten, die verstellenden Coulissen zu verschieben und die Scene mit den Streiflichtern unmittelbarer Erfahrung zu beleuchten. Der erste Sturm, der den späteren, die Welt durchbrausenden Orkan verkünden sollte, hatte sich nach den Kampfen in Italien und Egypten und nach dem beendeten Kriege mit England durch die Friedensschlüsse von Luneville und Amiens gelegt. Nur drüben im Westen gab es noch einiges Wetterleuchten: Toussaint - Louverture kämpfte in San Domingo für die Freiheit der Neger. Der große Wettergott Napoleon konnte diesem Treiben nicht müßig zusehen. Er beschloß, eine Armee nach San Domingo zu schicken, und stellte diese unter den Oberbefehl seines Schwagers, des Generals Leclerc. Die Rekrutirung sollte aus der Rhein - Armee und aus der italienischen geschehen. Die letztere war das Lieblings - Corps des Ersten Consuls, da er sie selber siegreich durch Italien und Egypten geführt. Die erstere, die unter General Moreau stand, war dem großen Korsen eher feindlich gesinnt. So kam es, daß die Rhein - Armee nach dem Westen commandirt wurde. Die Einschiffung sollte in Brest vor sich gehen, bis dahin aber wurden die Truppen unter den Oberbefehl des Chefs der in der Bretagne befindlichen Westarmee, des unheimlichen Generals Bernadotte, gestellt. Dieser General wird von seinem Zeitgenossen, dem General Marcellin de Marbot, einer muthiqen, aufrichtigen Soldatenseele, in dessen dreibändigem Memoirenwerke als unheimlicher Gascogner geschildert, dem die seinen Landsleuen traditionell zugeschriebene Verschlagenheit und Rücksichtslosigkeit im höchsten Maße eigen war. Kaum sah er, daß er mit den zur Einschiffung bestimmten Truppen über eine streitbare Macht von 80.000 Mann verfüge, als in seinem ränkeschmiedenden GeHirn auch schon der Gedanke einer Verschwörung aufzuckte, die den Ersten Consul stürzen, Bernadotte aber an dessen Stelle bringen sollte. Die Ausführung des Planes schien um so leichter, als General Moreau, wie erwähnt. Bonaparte feind war, dessen Truppen aber ihre Einschiffung nach dem Westen als Deportation betrachteten. Und nun kommen wir zu den charakteristischen Aehnlichkeiten mit der Dreysus - Affaire. Auch Bernadotte hatte in seinem Generalstabs Chef, dem General Simon, ein charakterloses Werkzeug seiner Ränke. Dieser und der Bataillons - Chef Fourcart ein Mensch mit der Seele Esterhazy's organisirten im ganzen Corpsbereiche einen geheimen Bund und ließen nach Rennes, dem Hauptsitze und dem Actionsorte der Verschwörung, auch das 82. Infanterie Regiment, das unter dem Commando des Obersten Pinoteau stand, einrücken. Nun sollte die Westarmee den Sturz der consularischen Regierung proclamiren und Vernadotte im Einverständnisse mit Moreau die Zügel der Regierung ergreifen. So weit ging Alles gut, nrr hatten die Verschwörer nicht mit der Verschlaenheit des Gascogners gerechnet. An die Spitze derRegierung gestellt zu werden, das paßte ihm ganz gut tn den Kram, nur die Gefahren und die eventuellen Folgen solcher Absicht wollte er in der ihm eigenthümlichen Liebens Würdigkeit lieber seinen Creaturen überlassen. Sein erfindungsreicher Kopf brauchte nicht lange nach einem Ausweg zu suchen. Bei einem Buchdrucker in Rennes, in bn er ein willia.es Werkzeuq erkannte. Keß ti Aufrufe an das französisch Volk und an das Heer drucken. Auch den Tag seiner Schllderhebung hatte er bereits bestimmt. Nun handelte es sich blos mehr darum unter irgend einem unverdächtigen Vorwande nach Paris zu gelangen und dort, inmitten der bexaulköendeu Veranüaunaen der Seine-
stabf, Men Bernadotte nie abyIö
war, in aller Gemuthsruhe abzuwar ten, Wie die übrigen Verschwörer die für ihn bestimmten Kastanien aus dem Feuer holen wurden. Seinen Leuten machte er bald klar, daß seine Anwesenheit in Paris unumgänglich nothwendig sei, um die dem Ersten Consul zu entreißenden Zügel gleich in seine feste Hand nehmen zu können. Doch auch die Drucksorten mußten nach Pans geschasst werden. Wie es scheint, waren die französischen Officiere schon damals gewandt in den icsultlschen Principien. Auch Bernadotte kümmerte sich wenig um die Verwerflichkeit eines Mittels, wenn es nur dem Zwecke günstig schien. Die Entehrung einesMenschen war ihm ein geringer Preis sur die Erreichung seines ehrgeizigen Zieles. So verfiel er auf den fanatischen Gedanken, die für Paris bestimmten Proklamationen in dem Wagenkasten seines Adjutanten, des Lieutenants Adolphe de Marbot. eines Bruders des obenerwähnten Ge nerals Marbot, in die Hauptstadt einzuschmuggeln. Der junge Lieutenant, der weder von der Verschwörung noch von der verfänglichen Fracht, die er mit sich führte, eine Ahnung hatte, machte sich voll Freude über die Großmuth des Generals, die ihm den Besuch seiner in Paris lebenden Familie ermöglichte, aus den Weg. Aber auch die Verräther hatten ihre Verräther. Aus welche Weise, das ist bisher unaufgeklärt, aber der PolizeiMinister bekam Wind von der in Rennes geplanten Erhebung. Der Präfect von der Bretagne wurde durch eine Eilbotschaft in Kenntniß gesetzt, und ehe der gute General Simon es sich noch versah, hatte er, ohne in seiner erbärmlichen Feigheit daran zu denken, daß ihm 80.000 Mann zur Verfügung stanken, dem Präfecten nicht blos den ganzen Kriegsplan der Verschwörer mitgetheilt, sondern auch deren Personen namhaft gemacht. Dann erging er sich im weinerlichen Tone über seine Reue, und kaum war der GendarmerieGeneral Virion mit seiner Mannschaft auf Anordnung des Präfecten in Rennes eingetroffen, als Simon auch schon seinen Säbel übergeben hatte und nach dem Labot - Thurme, dem damaligen Militär Gefängnisse von Rennes, abgeführt war. Wenige Minuten später war auch der Generalstabs - Chef Pinoteau verhaftet. Sein Adlatus Fourcart versuchte wohl noch, die Officiere um sich zu schaareri. Aber auch sein Vorgehen entbehrte der ermuthigenden Tapferkeit, und so konnte er nicht einmal seine eigene Person vor der VerHaftung schützen. Auf die Kunde von dem Scheitern der Erhebung inRennes traten sammtliche Ofsiciere der übrigen bretagnischen Truppen von dem Unternehmen zurück. Allein der Erste Consul war nicht so thöricht, ihre Unschuldsbetheuerungen für baare Münze zu nehmen; er schaffte dieselben vielmehr nach den Antillen, wo sie fast Alle ohne Ausnähme im Kampfe fielen oder dem gelben Fieber erlagen. In Paris erwartete man unterdessen den Wagen mit den Proclamationen. Lieutenant Marbot wird noch in Versailles von der Gendarmerie verhaftet, und zu seinem Entsetzen gewahrt er, wie man aus dem Kasten des Wagens ganze Stöße von Drucksachen heraushebt, in denen Bernadotte und Moreau sich zuerst in den heftigsten Ausfällen gegen den Ersten Consul ergehen und dann dessen Sturz und die Uebernahme der Regierungsgewalt in ihre Hände ankündigen. Der Korse schäumte vor Wuth, doch als Bernadotte und Moreau sich bei ihm melden, empfängt er sie mit kaltem Lächeln, welches den Vulkan in seinem Innern verbergen sollte. Moreau zeigt sich seines Meisters Bernadotte würdig. Durch die einzige Behauptung, daß die West - Armee ja nicht unter seinem, sondern unter Bernadotte's Befehl gestanden habe, entledigte er sich jeder Verantwortung. Letzterer spielt sich auf den Beleidigten hinaus. Mit einer schauspielerischen Leistung, die eines Künstlers würdig gewesen wäre, blickt er überrascht auf, als man ihm dieProclamation zeigt. Za, da steht sein Name, aber man zeige ihm auch nur eine Zeile von seiner Hand, welche zu diesem schurkischen Verrath ermächtigt hätte. Bleich vor Entrüstung, wälzt er alle Schuld auf Simon und Fourcart. In schnödester Weise und ganz im Widerspruche mit seinen innersten Gesinnungen hätten diese seinen Namen bei denAufrusen mißbraucht. Die schwerste Strafe gebühre diesen Elenden für ihre nichtswürdigen Schliche. Der verschlagene Gascogner hatte in der That jeden Winkelzug seines mißglückten Verrath durch seine Creaturen besorgen lassen, ohne denselben auch nur eine compromittirende Zeile zu geben. So zog er sich schlau aus der Schlinge, während General Simon und Oberst Pinoteau auf der Insel R6 internirt wurden. Letzterer' wurde dann befreit. Seine Reue scheint aufrichtig gewesen zu sein, denn in späteren Kämpfen blachte er ti noch bis zum Brigade - General. Auch Simon wurde wieder in die Armee aufgenommen. der er später ehrlich diente. Der Esterhazy der Verschwörung. Major fourcart. mackite aani so wie sein mooerner tacysolger. MeUos pny ohne Mittel führte er im Auslande ein unstetes Zigeunerleben, bis er als Sprachlehrer sein elendes Dasein beschloß. Die sympathische Figur dieses längst vergangenen, in seinen Einzelheiten bisher unbekannt gebliebenen DramaS, der unschuldig verurtheilte Lieutenant Marbot. blieb weiter in seiner schweren Haft. Wohl hatten Simon und Pinoteau in einer Anwandlung von Gewissensbissen ausgesagt, daß sie es gewesen seien, welche die Proklamation in den Wagen des jungen Adjutanten geschmuggelt, .hätten. ..Bonapa;te blieb j
unerDiNney. rn ai na? einsrußrekche Staatsminister um die Freilassung des unschuldig Berurtheilten bemühten, ließ sich der Erste Consul zu dem Zugeständnisse herbei, daß er Marbot freilassen werde, wenn Bernadotte ihn persönlich darum anqehen wolle.
Die Mutter Marbot's eilte sofort zu Bernadotte. um ihn zu diesem Schritt zu bewegen. Nun zeigte sich wieder der Charakter dieses Gascogners in seinem unheimlichen Lichte: Er entließ die ver zweifelte Mutter mit den feierlichsten Betheuerungen seiner Theilnahme und dem heiligen Versprechen, zu dem U?rsten Consul zu gehen. Wochen dergingen und Bernadotte unterhielt sich ruhig weiter. Die schon bis zur Krankheit beunruhigte Frau übrigens selbst Wittwe eines ruhmvoll bekannten Generals geht wieder zu Bernadotte und entfernt sich diesmal mit der eldllchen Versicherung des Generals, daß er so schwer ihm dieser Schritt auch sei noch an diesem Tage um die Freilassung seines Adjutanten bitten wolle. Die unglückliche Frau geht voll Hoffnung nach Hause und lauscht athemlos jedem Geräusche, das sich ihrer Wohnung nähert . Der Abend schreitet immer mehr vor. Es ist neun Uhr nichts; es wird zehn Uhr Nichts. Eine weitere Stunde bangen. verzweifelten Wartens, und die dem Irrsinn nahe Mutter eilt nach dem Hause Bernadotte's. Dort empfängt sie ein schläfriger Diener und gibt ihr gähnend die Auskunst: Der Herr General ist mit seiner Gattin aus zwei Monate m s Bad ge-reist.-Ihre letzte Hossnung war nun Bonaparte. In einer schriftlichen Eingäbe legte sie den blutenden Schmerz ihres Mutterherzens dar und bat nicht um Gnade, sondern um Gerechtigkeit. Dieses Wort traf den WeltenEroberer in die Seele. Er ordnete an, daß Lieutenant Marbot sofort freigelassen werde, und sagte mit Bezug aus Bernadotte zu seiner Umgebung: Das sieht ihm ganz gleich!" Doch auch diesmal war es der ein zige Unschuldige, der am meisten zu lei den hatte. Adolphe de Marbot wurde in das 49. Infanterie - Regiment, welches damals in Cherbourg lag, eingereiht. Bonaparte bewahrte ihm gegenüber immer ein gewisses Mißtrauen, und dem ist es wohl auch zuzuschreiben, daß er das junge Opfer der Verschworung bald nach Pondichry schickte. Moreau nährte den Haß gegen Bonaparte weiter in seiner Brust. Schon zwei Jahre später 1804 verband er yd mit Plchegru, dem gewesenen Lehrer Bönaparte's und berühmten Sieger im holländischen Winterfeldzuge, ferner mit dem Ober - Befehlshaber der Vorkämpfer für das Königthum, den Chouans. Georges Cadoudel, zu einer neuerlichen Verschwörung. Diese hatte den Zweck. Lndwig XVIII. auf den Thron zu bringen. Cadoudel, einer Müllersfamilie abstammend, war ein Tiger an Grausamkeit. In seinem Gehirn reifte der teuflische Plan, den Ersten Consul durch einen Meuchelmord zu beseitigen. Auch diese Verschwörung forderte ihr unschuldiges Opfer: der Enkel des großen Cond, Herzog von Enghien, wurde unter dem Verdachte der Theilhaberschaft verhaftet und ohne daß seine Betcheiligung festgestellt worden wäre, vom Kriegsgericht zu Vincennes zum Tode verurtheilt und erschossen. Die anderen Häupter der Verschwörung nahmen ein gleich klägliches Ende. General Pichegru, der später erst einsah, daß er eigentlich mit Meuchelmördern in Verbindung stand, erhängte sich im Gefängniß, um nicht wie ein gemeiner Verbrecher vor Gericht stehen zu müssen. Cadoudel wurde zum Tode verurtheilt und hingerichtet. Moreau. der von Bonaparte unter der Bedingung skiner Auswanderung begnadigt wurde, fand sein verdientes Schicksal. Im Dienst des Feindes gegen seine Landsleute kämpfend. fiel er als Ehrloser auf dem Schlachtfelde. Bernadotte war der Einzige, dem es vergönnt war, durch patere seltene Tapferkeit und durch iine schlaue Kriegslist seinem Vaterande noch große Dienste zu leisten. Die Helden der Verschwörung sind längst vermodert. Der Geist, der in unseren Tagen die Stützen der sranzösischen Armee beherrscht, erweckt die Erinnerung an diese dahingeschwundene Zeit. In Rennes war es, wo vor einem Jahrhundert eine Erhebung des französischen Militärs ihre gerechte Strafe fand; hoffen wir, daß jetzt, an der Neige desselben Jahrhunderts, die Gerechtigkeit in Rennes siegen werde. Die, G L n n e r i n. Fräulein: Sagen Sie mal, Maria, ist Ihr Bräutigam nicht Bursche bei dem hübschen schwarzen Dragonerosfizier, der hier gegenüber wohnt?" Köchin: Gewiß. . . soll er ihn vielleicht mal mitbringen, gnä' Fräulein?" A u s O'stafrika. Passagier: Warum hält denn der Zug mitten auf der Strecke?" Zugführer: Ach. da hat so ein dämlicher Lome während der Fahrt den Lokomotivführer und den Heizer weggenascht!" EinGegenmittel. Sfr reden jetzt Ihrer Frau zu. sie solle radeln, und früher waren Sie so sehr dagegen. Was ist denn der Grund Ihrer Sinnesänderung i" Sie hat zu dichten angefangen." Von der Landpraxis. Arzt: Na, Michel. Ihr verspracht mir doch ein Frkel. wenn ich Euch durch-brächte.-Michel: Ja. Herr Doctor. vergessen hab' ich's net, aber 's Ferkel ist auch wieder gesund worden." Vielsagende Barbe. r e i t a l! g. Heirathscandidat: Nun. zeigen Sie mir einmal die Vbotoaraphie meiner Zukünftigen." Vermittler: Hm .... hier trinken Sie erst einmal eineri.Spanac!".
v . .-5 V Wer an
leidet, kann ffch daraus crtafiVn, da Mag? und Leber nicht in Ordnung sind. Dr. Avgnst König's Hamburger Tropfen regullren die Lcbrr und rrknigkn den Magen.
nroncrcsriiD edküidq., Fabrikanten von Wagen und Kutschen.
I I No. 107 und 109 Morris Str. Telephon M ,,1!-. 5-.ÜVäi smtfr ÜinC
n 1
'
Frenzel Oroiliers. No. 1 Weft Washington Straße. (Merchant National Bank.)
Sin europäisches Departement.
sungen aus alle Städte Europas. Schlsssscheme nach und von Europa. An,
und Verkauf auslandischen Geldes. R
L
1ET7RE y u iL w e
102 Nord Pennsylvania Str.
ezr
nmpfer
von und nach Europa. Alle Atlantische Dampfer-Linien find durchunS vcr
ireien. erlauf von Wechsel aus allen (Nachfolger von Fabrikant &I3
ALBERT
W
Seine Chocsladen eine Specialttät. Händler in geschälten und ungeschälten Nüssen.
väcker, Groceriften, Sonntagsschulen, Vereine und Logen werden gebeten, mir ihre Kundschaft zukomme zu lassen. 5lo. 102 Oüd ZZennsylvnnin Strnge, gegenüber der GaS-Offiee, Majestic Bailding.
Sentsche
Feuer- Versicherungsgesellschaf!
von TTm cTl
Hauptofftee : L7i Oüd Delavare Str., Indianapolis, )nd. i Die Sltefte OnfichernngS-Sesellschaft mit 44jähngem ehrenhaften veftaude. Colib l OiOtt ! Oillig !
CapltalQlOOfiOO.
OersiStrt ane) geg,n vaS'Lrplofion und Oturm.Oadm !
Theodore Oteln, Präsident Lorons Schmidt C&t&r. Oraold Oei den ticker. Collcttot.
X ;( f'
Uppetitfofigßeit
'r'- j - - ii in i i ii ? -"'f I f-MIMWHlJ I MWMw --1' ' - I . ick . .U" ..: AiA.: D MMMW fc- - ' -- - -1 , -tvi' tölifa .-rund 1130 und 1138 Maple Str. No. 1380. Wechsel, Creditbriese und Poftanwei mim, - Wnssnge Orten Europas. Krull & Schmidt.) aller vorten So Ti crrtn Aktiva: $393,7879 Theodor Royor. CstO August Döpporo.
"IWO.iYl
m
T3
KRULL
(Hm
cpzial Ld.OtOLllgent
neu. Eisschränke aus Ponellan. innen und auen glasirt. Das Beste roas bis jetz: auf diesem Gebiet fabrizirt wurde. Absolut geruchloS und sehr leicht rein zu hatten. Elegant au, gestattet, dauerhaft und sparsam im EiSver, brauch. Wir haben eine neue Senduna der be kannten "Perless Iceland Freessrs", aus der best renommirten Fabrik von Dana & Co., in Cmcinnati, erhalten, und offeriren dieselben zu den niedrigsten Preisen. 50 ausgezeichnete Recepte zur Zubereitung vcn Ciöspeisen mit jedem Apparat gratis. Voiuiegut Haflkraw Co. Im großen neuen Geschäftslokal. 120-124 Ost Washingtonstr. 431 Süd Delaware Straße. (Zum Binger Loch.) Die feinsten Mosel und Rh.inweine in der Stadt. Jederzeit ein gutes GlaS tux. Pool und Billiard. Alles erster lass?. Zu zahlreichem Besuche ladet ein Heinrich Kurz. 431 Süd Delaware Str. Mferam Hans 115119 Ost South Straße, ist eine Herberge nach deutscher Art. Der Durstige findet einen kühlen Ixunl, der Hungrige einen reich besetzten Tisch, der Müde ein guteö, reineS Bett und jeder Gast eine zuvorkommende Behandlung. Kost und Logis beim Tag oder bei der Woche. Jedermann ist freundlich eingeladen. Geo. Peter Harnmerle. SXX POINTS, 401 und 403 Virginia Ave. J. P. SCHILTGES, Saloon u. Billiard-Hall 0.192 Oft Washington Str. Jokn Meilcrcher, Eiaentköe? C. E. ffiLregeBo, Leichen SBcftattet, Wieder auf dem alten Platz, No. 221 u. 223 N. Delaware Str. Tel. 250. Paint & Yarnisli Co Einzige deutsche Farbenhandlung in z nd ianapo lf I. Alle Sorten von Farben, Oele, Pinseln usw. für Maler. Vensterglus i all SrSbe zu den mTklgsttn Preis. 426 Oft Walh'gln Str. T,l. 334. Aergert Dich Dein Auge reiße e utcht au, underse cl nicht von ti onoern wrnoe x-icq an 0 man Dir für Dein Auge da nötbtge Sla anferttat. Sünstltcde Huatn erd fmrifot etnges,t. ' Grillen erde ach de besten Methoden der uge au aevasr. Meoöor Stein Abstracto o Titles, Cctc Market und Pennsylvania (Ztt. Thb Lxmcxx, Cuttt 5229, eint Treppe hoch, elexhon 17. Zneiauadoli. GARDEN AND FLORAL GUIDE 1899 - O The Golden Weddinc Iditinn u.-.. J all Subjects pertainine to the Garden i;,k grphed in colors Sent with Due Rill fnr worth of seeds, your own selection, sor 15 ctt. Free wlth any of the Followlng Bareralna. - Vick Trial Vesret&ble Garden , . J 6 Dahlias a Cactus; 4 Show, named rariües . . f 12 Gladiolus. assorted calnr 4 Tuberoua Begonia, white. d, 49 6 Mapuficent Lilie, different varieties ; hardy 8a New Mornin Glory, Rochester; large flower Sweet Peas. col. of 12 pkts. of the finest varieties A n.. . . vieuAkiveu ior rrui Amount of Purclu.aa t f w ouy otaer roola. I sj .A " I . - iitwii hni xor tat bob7 täa aay otMf fcM ine xiaguzme Speclal 18 offer tiJ VfIM4tA M WAA. m . ct&amo jrear, aaa me uuisa fr 25 centa. J
7"Gmz
rrSS2-juiI pkllWw. 72ijuBöS 0'WÄK ) e-ir rvDTf ftst Orly yrTIUANr-- S
Wüt
ryl li
Tick' Little Gern Catalogue. free.
vJAr:E3 viciic co::at r::aT
