Indiana Tribüne, Volume 22, Number 311, Indianapolis, Marion County, 30 July 1899 — Page 1
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Office : No. 18 Süd Alabama Straße. Telephon 1171. Jahrgang SS. Indianapolis. Zndiana Sonntag, öen 30 Juli 1899. No.311 r """""T""""
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Trotz der Hitze
ArasilMicljleil. Der Streik der Boten-jungen
Cincinnati. 29. Juli. Der Streik der Botevjunge hat nach einwöchiger Dauer thatsächlich sein Ende gefunden. Weder die Western Union, noch die Postal machte Konzessionen. Nachdem 'die Gesellschaften sich zwei Tage mit neuen Zungen behelfen hatten, baten die Streiker um WiederLeZungen, aber wurden mit den neuen Bewerbern aus gleichen Fuß gestellt, und die neugegründete Union wird von keiner der beiden Gesellschaften anerkannt. ChamberS ist zur ü es. SangranciSco, 29. Juli. Mit dem Dampfer Moana" traf hier heute der Oberrichter ChamberS aus Samoa mit seiner Familie ein. Er hat einen Urlaub von vier Monaten genommen, aber er erklärt seine Gechäste hier seien von der Art, daß er chwerlich nach Apia zurückkehren werde. Washington, 29. Juli. Daö Staatsdepartement ist noch nicht osfi ziell'von der Ankunft EhamberS' inormirt und weiß thatsächlick nichts davon, daß derselbe Urlaub genommen hat. Im Uebrigen war eö ein stillchweigendeö Verständniß, daß alleSeamte, welche in den Streitigkeiten involvirt waren, abgehen werden. Die St. Patrickö-Gemeinde in St. Louiö. Belleville, ZllS.. 29 Zuli. Der hiesige Bischof Zanssen von der Diöcese Belleville steht im Begriff, alle Mitglieder der St. PatrickS-Gemeinde in East St. Louis zu ezkommuniciren. Man erwartet, daß die betreffende Bekanntmachung am künftigen Sonntag erfolgen wird. Dieö würde der erste Fall in der Geschichte der katholischen Kirche unseres Landes sein, in welchem eine ganze Gemeinde ezkommunicirt wird. Zn diesem Falle würden etwa 1200 Personen von dieser Kirchenstrase betroffen werden. Der Schritt würde die Folge deS hartnäckigen WiderstandeS gegen die Einführung deö für die Gemeinde ernannten Pfarrers deutscher Herkunft sein, gegen welche die meist auS Isländern bestehende Gemeinde eit drei Monaten sich wehrt. AuS Deutschland. R e r l in, 29. Juli. Der amerikanische Consul in Bamberg hat Nachorschungen nach einem gewissen Johann Raab auS Appendork im bayerichen Reg. -Bezirk Unter-Franken anstellen lassen. Derselbe verließ im Monat Mai die Heimath, um über Antwerpen nach New Jork zu gehen. Aus der Reise ist der Mann nun spurloS verschwunden, denn daS Gepäck deS ManneS liegt in Antwerpen noch unreklamirt. Die Verwandten deS Verschwundenen befürchten, daß demselben ein Unfall zugestoßen ist. da an einen Selbstmord gar nicht zu denken ist. Daö Verschwinden deö allgemein geachteten EierhändlerS Hermann Ott in Stettin hat daselbst beträchtliche? Aufsehen erregt. Derselbe soll sich mit Hinterlassung einer Schuldenlast von 40,000 Mark nach Amerika geflüchtet haben. Der gewissenlose Mensch hat seine Familie im größten Elend sitzen lassen. Von Dessau kommt die Kunde, daß dort der bekannte Dramaturge Hanö von Basedow, der hier in der Kirchbach Straße No. 5 wohnte, Selbstmord be gangen hat. Wo er daö Leben begann. (er wurde nämlich in Dessau am 30. Juli 1364 geboren,) schüttelte er das selbe, da eS ihm zur Last geworden, auch ab. (Basedow war ein sehr fruchtbarer Schriftsteller. Unter den von ihm verfaßten Romanen find besonderö zu erwähnen: Doloreö", GerechteMenschen", Modell", Ver nichtel" usw. Er dichtete im Zahre 1894 das Festspiel zur Einweihung deö StadttheaterS in Erfurt und lei stete auch als Kunst- und LitteraturSchriftsteller Bedeutendes. Die Typhuö-Epidemie in dem säch fischen Dorf Löbtau nimmt von Tag zn Tag einen drohenderen Charakter
an. Dreißig neue Erkrankungen wur-
den gemeldet. Man hat mit der Einrichtung von Feldlazarethen begonnen. Der schönsten aller deutschen Univerfitätöftädte, Heidelberg, hat der berühmte Wiener Männergesangverein, welcher aller Wahrscheinlichkeit nach auch nächstes Jahr an dem Sängerfest in Brooklyn teilnehmen wird, einen Besuch abgestattet. 170 aktive Sänger deS Verein betheiligten sich an dem Aubflug. Die Stadt hatte ihnen zu Ehren ihr schönstes Festkleid angethan. Flaggen wehten überall und Abends fand große Illumination statt; auch wurde ein prächtiges Feuerwerk auf dem Schloßberge abgebrannt. Als der Eztrazug, welcher die willkommenen Besucher brachte, in die BahnHofshalle einfuhr, warteten ihrer dort die Heidelberger Sänger mit zehn Fahnen. Präsident Keller vom Liederkranz hielt die BewillkommnungSrede, woraus Herr Neuber seitens der Sänger aus der Kaiserstadt an der blauen Donau dankte. AbendS fand ein großartiges Bankett statt. Die Wiener veranstalteten während ihre? BefucheS zwei WohlthätigkeitS-Kon-zerte, mit denen sie einen Riesenerfolg erzielten. Von Heidelberg begaben sich die aus einer Rheinreise begriffenen Wiener Sänger nach dem goldenen Mainz. Nach herzlichem Willkommen fuhren die Mainzer Sänger in Gemeinschaft mit den Gästen nach Wiesbaden. Ueberall herrschte unaussprechlicher Jubel und den SangeSbrüdern von der blauen Donau wurde ein so herzlicher Empfang bereitet, wie sie ihn in ihrer kühnsten Phantasie nicht geahnt hatten. Künstlerisch ist der Besuch der Wiener auch hier ein glänzender Erfolg. - B e r'g b a h n - U n g l ü ck. Wien, 29. Juli. Auf der nach der Höhe deS SchneebergeS bei Meran in Tyrol führenden Drahtseilbahn hat sich ein schwerer Unfall ereignet. Durch daS Zerreißen des Seiles stürzte ein mit Passagieren gefüllter Wagen in die Tiefe, dem Untergang entgegen. Unten wurde der Wagen fast gänzich zertrümmert und die vor Schreck halbtodten Insassen wurden unter den Trümmern hervorgezogen. Der Violionvirtuose August Herbert aus Frankfurt a. M. war eine Leiche und fünf andere Passagiere, darunter der bekannte Romanschriftsteller Frhr. v. Ompteda, trugen Verletzungen davon. Die Beulenpest. Bombay, 29. Juli. Am Mittaoch wurden in Poona 251 Fälle von Beulenpest und 121 Todesfälle in Folge der Krankheit regiftrirt. Von den Betroffenen sind vier Europäer. Regen ist noch nicht eingetreten und die Saaten verdorren. Die französische R eg i e r u n g. London, 29. Juli. Die Absetzung deS Generals Negrier hat in ganz Europa Erstaunen hervorgerufen und man bewundert den 'Muth der französischen Regierung und besonders den des Generals Gallifet. Die Patrioten. welche früher. nicht aufhörten. Drohungen gegen die Regierxng auözustoßen, klappen zusammen wie Taschenmesser. Der Unterschied zwischen jetzt und damals, als die Generale Pellieux und BoiSdeffre mit so erstaunlicher Frechheit in dem Prozeß gegen Zola auftraten, ist wunderbar. Cinzelnheiten über die Unterredung zwischen Kriegsminister Gallifet und General Negrier zeigen, daß Letzterer daS Vertrauen nicht verdiente, daS er genoß. Er konnte nicht leugnen, daß er ein aufrührerisches Zirkular vertheilt hatte. Er suchte nach AuSreden und Gen. Gallifet behandelte ihn wie einen Schulknaben. Gen. Pellieux hatte bekanntlich bei Durchsuchung deö ZimmerS deS Obersten Picquart ein Bündel Liebeö briefe von einer verheiratheten Frau gesunden und die Gemeinheit begangen, dieselben dem Gatten der Frau zuzustellen. Von Gallifet darüber zur Rede gestellt, stellte er dieö bei seinem Ehrenworte in Abrede, aber der Minister fand, daß der Genera.! trotz seines
Ehrenwortes log und darum mußte er
gehen. BoiSdeffre und Zurlinden find auch bereits ganz klein geworden. Der ganze Generalstab beugt sich unter der strengen Hand deö Kriegsministers und die politische Atmosphäre erfährt eine gründliche Reinigung. m Frankreich und Deutschland. S t. P e t e r ö b u r g, 29. 3uli. Mit großem Mißtrauen bemerkt man hier die Annäherungsversuche zwischen Frankreich und Deutschland und die Zeitungen drücken sich sehr mißbilligend darüber auö. Berlin, 29. 3uli. Dem Besuch deö Kaisers auf dem französischen Schulschiff Jphigenie" scheint doch eine tiefere Bedeutung zu Grunde gelegen zu haben, als im Anfang gedacht wurde. Die Blätter find sich darüber einig, daß die Sache nicht alö ein spontaner Wunsch der Kaisers behufs Herbeiführung eineö GrundeS, mit dem Haupt der französischen Republik leere Höf-lichkeitö-Depeschen austauschen zu können, aufzufassen ist, sondern daß ein politischer Schachzug ausgeführt wurde, der darauf hinauslief, John Bull eine deutsche Warnung zuzurufen. Sehr bezeichnend ist,daß!dieHamburger Nachrichten" von allen Blättern in der Angelegenheit die sreieste Sprache führen. Sie drücken die Vermuthung auS. daß hinter den Koulissen der Diplomatie sich äußerst wichtige Dinge vorbereiten. ES wird offen herausgesagt, daß der Jphigenie-Besuch" ein Akt von weittragendster politischer Bedeutung war; in Akt, der dem Allerweltö-Friedenö-störer England zeigen sollte, daß unter gewissen Umständen eine deutschfranzösisch. russische Allianz nicht zu den Unmöglichkeiten gehöre. Dlc Arie vor dem König. Von M. Walte Vor etwa fünfundzwanzig Jahren, als Adelina Patti auf der Höhe ihrer Berühmtheit stand und ganz Europa mit ihrem wunderbaren Gesänge bezauberteäußerte der verstorbene König Ludwig II. von Bayern den Wunsch, die Diva singen zu hören. Doch diese zeigte sich wenig geneigt, dem Rufe des Monarchen Folge zu leisten. Schließlich jedoch ließ sie sich für eine beträchtliche Summe bereit finden, nach München zu kommen, um dem König in seinem Palast einige italienische Arien vorzusingen. Als sie in der bayerischen Hauptstadt eintraf, glaubte sie, großartig empfangen oder mindestens mit königlicher Equipage nach ihrem Hotel gebracht zu werden. Doch nichts von alledem. Von Niemand bemerkt und wie gewöhnliche Sterbliche, mußte sie mit ihrer Zofe eine Droschke besteigen und nach dem Gasthof fahren. Das verstimmte sie schon sehr, und als sie dann auf einer Rundfahrt durch die Stadt entgegen ihren Erwartungen keinerlei sensationelle Ankündigungen ihres Erscheinens an den Säulen bemerkte, stieg ihr Aerger noch um ein Bedeutendes. Nach dem Hotel zurückgekehrt, war sie schon halb und halb entschlossen, mit dem nächsten Zug? wieder abzureisen, als sich ein Kammerherr bei ihr melden ließ, der ihr respektvoll ein Schreiben überreichte. Dasselbe enthielt die Anweisung. Frau Patti möge sich Punkt sieben Uhr im Schlosse einfinden. Die Primadonna der Münchener Hofoper, Madame Fischer, werde anwesend sein, um diejenigen Duette mit ihr zu singen, die Seine Majestät zu hören wünschen. Ein Programm lag bei. Adelina war außer sich vor Entrüstung, daß man es wagte, ihr Vorschriften zu machen; sie erklärte, eine solch' unhöfliche Behandlung sei sie nicht gewohnt, weshalb sie München unverzüglich verlassen werde. Der 5lammerherr erbleichte. Madame," rief er beschwörend, das dürfen Sie Sr. Majestät nicht anthun. Er ist so freudig erregt in der Erwartung. Sie singen zu hören, daß er die vorige Nacht kaum geschlafen hat. Mit der größten Ungeduld sehnt er den Abend herbei, und wenn Sie ihn enttäuschen würden es wäre schrecklich! Sie wissen " Ich weiß." fiel die noch immer Zürnende ein, indem sie den Finger an die Stirn legte, ich weiß, was Sie meinen. Wirklich sehr verlockend!" Aergerlich wollte sie das Schreiben, das sie noch in der Hand hielt, zusammenfalten. als ihr Blick auf ein Postscriptum fiel. O, das ist stark!" rief sie in neuerwachendem Zorn. .Das setzt der Sache
die Krone aus! Hören Sie nur!" Und sie las dem Kammerherrn folgenden
Passus vor: ..Signora Patti wird ersucht, in einfach weitzem Kleide ohne jegliche Farben zu erscheinen, und zwar nicht in Seide, sondern in Wolle, da Se. Majestät ersteres Gewebe nicht liebt!" Wie finden Sie das?" Eine kleine Laune," entschuldigte der Hofmann. Der ich mich aber nicht fügen werde," lautete Lldelina's heftige Entgegnung. Ich habe überdies auch keine weißwollene Toilette außer meinem Morgenrock. Sagen Sie, bitte, Sr. Majestät, daß es mir nicht möglich ist, seiner extravaganten Forderung nachzukommen. Ich werde in dem rothen Sammetkleide erscheinen, das ich für diese Gelegenheit mitgebracht habe." Roth?" wiederholte der Kammer Herr ganz entsetzt. Um Gotteswillen nur nicht! Diese Farbe ist ihm so zuwider, daß ihr Anblick ihn in die größte Ausregung versetzt. Legen Sie diese Toilette nicht an. Signora, ich beschwöre Sie! Haben Sie ein wenig Geduld. ich sende Ihnen Madame Fischer, die Ihnen sicher aushelfen kann. Aber, bitte, bleiben Sie!" Der arme Höflinz sprach in so be weglichem Tone, daß die Diva sich schließlich erweichen und besänftigen ließ. Eine halbe Stunde später erschien die Primadonna bei ihr. Sie war weder hübsch noch graziös; aber sie besaß das wundervollste goldblonde Haar, das je eines Weibes Haupt geziert, und der phantastische König war so entzückt davon, daß sie nie anders vor ihm singen durfte, als in diesen goldschimmernden Mantel gehüllt. Unter ihren geschickten Händen verwandelte sich das einfache weiße Kaschmirklnd der Patti in ein klassisches. einer Dnndenpriesterin würdiges Gewand, und in liebenswürdigster Weise machte sie ihre Collegin mit den Eigenschaften des Monarchen bekannt, damit die ohnehin nervöse Diva durch dieselben nicht außer Fassung gebracht würde. Pünktlich um sieben Uhr holte eine Hosequipage die beiden Damen ab, und im Schloß angelangt, wurden sie in den prächtigenConcertsaal geleitet, der vollständig dunkel war. Nur die bleichen Strahlen eines künstlichen Mondes sielen hier und da durch die verhüllenden Draperien, Alles in ein gespenstisches Licht tauchend. Adelina vermochte kaum das Gesicht des Monci chen zu erkennen, der ganz allein in se!ner Loge saß Und so starr, so unheimlich hielt er die Augen auf die Sängerin gerichtet, daß diese, dadurch außer Fassung gebracht, keinen Ton hervorbringen konnte. Sie raffte sich jedoch ener gisch auf und ihre Umgebung gänzlich vergessend, brachte sie die große Arie aus der Traviata" hinreißend schön zu Gehör. Bei den ersten Tönen aus der Kehle der Künstlerin war der König aufgesprungen; nach einer Weile aber sank er wieder in den Sessel zurück, vergrab das Gesscht in den Händen und blieb unbeweglich sitzen. Auch nach Schluß des Vortrages rührte er sich nicht. De Patti fühlte sich nicht wenig beleidigt, daß der König ihr keine Anerkennung für ihre brillante Leistung zollte, und schon wollte sie Madame Fischer gegenüber ihren gekränkten Gefühlen Luft machen. Qls ein Diener meldete, Se. Majestät wünsche keine Fortsetzung des Concertes; er habe sich bereits in seine Gemächer zurückgezogen. Adelina stand sprachlos. Madame Fischer jedoch bemerkte, vollkommen gelassen: Das hatte ich erwartet!" Und sich zu ihrer Collegin wendend, fragte sie ganz ernsthaft: Waren Sie jemals einem Geliebten untreu?" Adelina mußte unwillkürlich lachen. Weshalb wollen Sie das wissen?" fragte sie neugierig. Weil Sie dann verstehen würden, was der König in diesem Augenblicke empfindet. Er ist seiner bisherigen, einzigen Liebe untreu geworden, und diese Liebe heißt Richard Wagner. Ihre Stimme hat ihn entzückt, bezaubert. hingerissen. Die Arie' aus der Traviata- hat ein Echo in seinem Innern gefunden. Ich weiß, er wird in diesem Momente die göttliche Stimme der wunderbaren Nachtigall vrwünschen. weil sie ihn mit ihrem süßen Zaubergesang die mächtigen Harmonien jenes Meisters vergessen ließ, den er als einzig und unerreicht verehrt." Adelina zuckte die Achseln; sie war mit dieser Erklärung nicht zufrieden und kehrte tief verstimmt in ihr Hotel zurück. Am nächsten Morgen überbrachte ihr ein Kammerherr ein prächtiges Geschmeide in Brillanten und Rubinen. Eö lohnt sich, Hood'ö Sarsaparilla zu brauchen. Bei reinem Blut braucht Ihr keine Angst zu haben vor Grippe, Lungentzündung, DiphteritiS oder Fieber. Hoodö Pillen find von den ausgesuchtesten Pflanzen sorgfältigst zubereitet. 25c.
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cm romgllllzcs Honorar uno ein eigenhändiges Dankschreiben des Monarchen. Ludwig II. hat aber nie miede? den Wunsch ausgesprochen, die. Patti singen zu hören. Gut ausgelegt! Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde von Tarnow. Jsidor Mandelbaum, reist zum KohlenwerksBesitzer Rutman nach Wien und bittet um unentgeltliche Lieferung von Kohlen für die Synagoge und für die armen Juden der Gemeinde. Rutmann bedeutet, daß er die Kohlen nicht verschenken kann, da er nicht Alleinbesitzer der Werke sei; schließli sagt er aber: Damit Sie sehen, daß ich meinen Glaubensgenossen entgegen komme, so liefere ich an die Gemeinde sechs Waggons Kohle um den halben Preis." Mandelbaum dankt und entfernt sich schlau lächelnd. Die Kohlengesellschaft erhält von der Tarnower israelitischen Gemeinde den Austrag auf Lieferung von drei Waggons Kohle. Die Bestellung wird effectuirt. Faktura ertheilt Sechs Monate verstreich.', ein Jahr vergeht, die Gemeinde bezahlt nicht; nach oftmaliger Mahnung erhält die Kohlengewerkschaft ein Schreiben, welches lautete: .Herr Rutmann liefert der israelitischen Gemeinde sechs Waggons Kohle um den halben Preis daher sind drei Waggons umsonst." Unter einer mit drei Pfer den bespannten Erntemaschine, die von John Evans gefahren wurde, öffnete sich auf einem Getreidefelde im Nippenosethale, unweit der berühmten Oriolehöhle, plötzlich die Erde und die Maschine nebst Gespann sowie Kutscher stürzten in ein 20 Fuß tiefes Loch. Sofort begann sich dasselbe mit Wasser zu füllen und die Pferde ertranken, wäbrend Evans sich zu retten im Stande war.
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