Indiana Tribüne, Volume 22, Number 297, Indianapolis, Marion County, 16 July 1899 — Page 1
00 v AY7 S AS 0 AO yfiA 0 s$ ll Ill ' 1 A 1 I I I 1 I U-iV ovy o w v w y n Office : No. 18 Gßb Mabama Otraße. Telephon 1171. X N. Indianapolis, Zndiana Sonntag, öen Juli 1899. Jahrgang 22 No. 297
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Der Steuer st empel auf Checks. Wa s h in g t o n, 15. Juli. Commissär Wilson vom Jnlandfteuer-De-partement hat ein Cirkular erlassen, welches den Banken unbedingt derbieet, auf Checkö, welche ohne Steuerftempel präsentirt werden, den Stempel ihrerseits auszukleben. Sie haben vielmehr solche Checks, wenn sie Präentirt werden, zurückzugeben. Sine Fortsetzung der bisher bestandenen Praxis wird mit Strafe bedroht. Diese Verfügung ist in Folge der Meldung erlassen, daß viele Banken bekannt gemacht haben, sie nähmen Checks ohne Stempel an, um anderen Banken ihre Kunden abzujagen. - Stellte sich zu? Hinricht un g. W i ch i t a, KaS., 15. Juli. Wm. GringS, ein Halbblutindianer deS Chocktaw-StammeS, ist freiwillig aus Kuba zurückgekommen, um durch Pulder und Blei den Tod zu erleiden. Wegen Ermordung eineS indianischen SherissSbeamten wurde er vor zwei Jahren zum Tode verurtheilt, dann aber bis zur Vollstreckung deS Urtheils aus freien Fuß gesetzt. Der Tag der Hinrichtung war gekommen und getreu einem Versprechen hat sich der Verurtheilte den Henkern gestellt. Im Stamme der Chocktaw-Jndia-ner ist eS alter Brauch, einen zum Tode verurtheilten StammeSgenossen rei umhergehen zu lassen, bis der Tag der Hinrichtung anbricht. Der Todeskandidat giebt einfach das Verprechen, zur festgesetzten Stunde zu erscheinen, um sein Leben zu lassen. Noch nie hat ein Chocktav-Zndianer einen Schwur gebrochen. GringS war im Laufe der zwei Jahre, die seit der Verurtheilung verstrichen sind, im ganzen Lande umhergezogen UNd Nach AuSblUch deß spanisch-amerikanischen Krieges nach Cuba gekommen, wo er in den Reihen der einheimischen Freiheitskämpfer gegen die Spanier focht. Später heirathete er eine hübsche Senorita und ließ sich häuölich nieder. Dann kam ihm vor Kurzem die Nachricht zu, er solle zurückkehren, denn der HinrichtungStag sei aus den 13. Juli festgesetzt. Er hätte die schreckiche Mahnung unbeachtet lassen können, doch ein Chocktaw-Jndianer bricht ein Wort nicht. GringS nahm Abschied von seinem Weibe und kam geftern rechtzeitig hier an. 3n dem Orte Alichi im Zndianer-Territorium kellte er sich zur Hinrichtung. Nicht am Galgen, sondern durch Pulver und Blei werden ihn die StammeSgenossen in die Zadggründe deö Jenseits befördern, denn der Tod durch den Strick ist zu schimpflich sür einen braven Chocktaw. Am Tage der Hinrichtung erließ BundeSrichter Thomas einen HabeaS corpuS Befehl, aber derselbe wurde nicht beachtet und die Hinrichtung wurde trotz deS richterlichen Befehles vollzogen. DeS Kaisers Telegramm. Berlin, 15. Zuli. DaS Telegramm Kaiser Wilhelm'S an seinen ehemaligen Erzieher, Geheimrath Dr. Hinzpeter in Bielefeld, ist vom ReichSanzeiger" nicht abgedruckt wor den. Folglich wird eS der Reichstag auch nicht erörtern können, wie das mit der Oynhausener Kaiserrede bei der Debatte über die Zuchthauövorlag- der Fall war. Diese Erörterung führte bekanntlich zu der empfindlichen Zurechtweisung je HandelSminifterS Brefeld durch den ReichStagSprafiden ten Grasen Ballestrem. In dem Telegramm, daS gelegentlich der Aufstellung einer Statue deö Großen Kurfürsten abgeschickt wurde, hieß eS bekanntlich : Sie (die Statue) soll ein Zeichen der dankbaren Erinne rung und gleichzeitig ein Mahnzei chen bleiben, daß. gleichwie in diesem Meinem Ahn, auch in Mir ein unbeugsamer Wille ist, auf dem einma als richtig erkannten Wege allem Wlverstand zum Trotz, unbeirrt weiter zu gehen."
hjic ganze vcmiajc ' Ipl . Bepefche des ftatiets tn ctitct uinie dahin auf, daß der Kaiser den Widerm - m n "l ? - stand gegen die sog. ZuchthauSvorlage, die er zuerst in der Bieleselder Rede ankündigte und im nächsten Jahre in seiner Oynhausener Rede scharfer desinirte, die aber kürzlich vom Reichstage abgelehnt wurde, zu brechen entschlössen sei, koste eS, vaS eS wolle. Gleichzeitig wird darin aber auch ein nicht mißzuverftehender Wink für daS Abgeordnetenhaus erblickt, die dem Kaiser so sehr am Herzen liegende Mittellandkanalvorlage zu Passiren, widrigenfalls der Landtag seine Auflösung sicher gewärtigen könne. AuS den Commentaren der unabhängigen Presse sind folgende Aeußerungen als besonder? bemerkenswerth hervorzuheben : Die Frankfurter Zeitung" sagt, der Kaiser könne nicht, wie sein Ahn. der Große Kurfürst, seinen Willen zum höchsten Gesetz erheben, sondern habe den Entscheidungen der VolkSverretungen Rechnung zu tragen. Ein unbeirrteö Weitergehen auf dem einmal für richtig erkannten Wege" könne chon wegen der von der Verfassung gezogenen Grenzen keinen praktischen Erfolg haben. Auch die Berliner VolkSzeitung" weist die Bezugnahme auf den Großen Kurfürsten zurück, indem sie bemerkt, daß seit jenen Zeiten doch einige nicht unerhebliche staatsrechtliche Veränderungen" in Preußen und Deutschland eingetreten wären. Selbst daS Berliner Tageblatt", das feit Jahren aufs Eifrigste bestrebt st, sich nach oben hin lieb Kind zu machen, nimmt, wenn auch sehr vorsichtig, gegen die kaiserliche Auslassung Stellung, indem eS sagt, eS habe dieselbe gestern unter Hofnachdchten" veröffentlicht, da eS sich nur um eine persönliche Kundgebung handle, die zwar für daS Charakterbild deS Monarchen interessant, für politische Einzelsragen aber bedeutungslos sei. Der Vorwärts" sagt : Wir haben keine absolute Monarchie mehr; VolksVertretung, Regierung und Monarch find mindestens gleichberechtigt", und kündigt an, daß der Kamvf gegen die ZuchthauSvorlage jetzt er? recht beginnen werde. D e w e y S Reise. Trieft, 15. Juli. Der amerikanische Kreuzer Olympia ist hier am 19. Juli fällig. 60 Leute verschüttet. Berlin. 15. Juli. Sin Erdstoß verursachte heute in der Kohlengrube in Recklinghausen in der Nähe von Herne den Einsturz einer Gallnie, wodurch 60 Arbeiter derschüttet wurden. Etliche von ihnen find schwer verwundet gerettet worden. Ueber daS Schicksal der Uebrigen weiß man noch nichts. Der Erdstoß war so heftig, daß Mauern einstürzten, und in Herne Fensterscheiben zerbrachen. Er wurde auch in Münster bemerkt, und war auch in Laibach in Oesterreich wahrnehmbar. " AuS d e m Lande der M ag y a r e n. Wien, 15. Juli. Schauderhafte Dinge haben sich in Mocsa in Ungarn ereignet, wovon die Welt Kenntniß erhielt durch eine Interpellation deS Abgeordneten Pichler im Reichstag. Der Thatbestand ist demnach folgender : 3n Moefa wurden drei Frauen und drei Manner vor etwa sechs Monaten verhastet, weil sie angeblich an der Beraubung der Gemeindekasse bethei ligt waren. Der Stuhlrichter ließ die Leute förmlich foltern, um Gestand nisse von ihnen zu erpressen. Einer der Gefangenen, Stephan KovacS, wurde gebunden und erhielt die Basto nade (Schläge auf die Fußsolen) bis der Stock brach. Der Stuhlrichter trat außerdem mit seinen sporenbesetz ten Stiefeln aus dem hilflosen Mann herum, Kovack gestand nicht, worüber der Stuhlrichter, MelvaS ist sein Name, Oel über seine geschwollenen Füße gießen und eS anzünden ließ. Der unglückliche KovacS wurde ohnmächtig. AlS er dann wieder zu sich gekommen war, sagte er, um weiteren
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Martern zu entgehen, er habe baS Geld
geraubt und unter einen Baum, den er bezeichnete, vergraben. Diese AuSsage erwieS sich als falsch, worauf man ihm die Hände hinter dem Nucken zusammenband und ihn an denselben aushing. Er wurde wieder bewußtlos, aber abermals zum Leben gebracht und dann begann die Tortur auf'ö neue. Er wurde geprügelt und MelnaS stieß ihm die Klinge eines FedermesserS unter die Fingernägel. ES hals aber alleS nichts, ein Geständniß war nicht zu erhalten. Man hielt sobann KovacS vier Tage lang ohne Nahrung und Wasser gefangen. Die anderen Beschuldigten wurden in ahnlicher Weise behandelt. Dann aber gestand der Hufschmied Todt, der nicht verdächtigt gewesen war und sich in Freiheit befunden hatte, daß er der Dieb sei und gab daS gestohlene Geld zurück. Der Abgeordnete Pichler sagte im Reichstag, der Stuhlrichter habe verdient, daß er zu Tode geprügelt werde. Ministerpräsident von Szell versprach, daß eine Untersuchung eingeleitet und die schärfste Bestrafung über die Schuldigen verfügt werde. Salzsluß tritt oft auf bei kaltem Wetter, die innere Hand ergreisend und andere Körpertheile. Hood'ö Sarsaperilla, der große Blutreiniger heilt Salzfluß. Hood'S Pillen wirken vorzüglich nach der Mahlzeit u. kurirenKopfweh. 25. Zlnüberwmdliche Abneigung. on Paul 21. Kirstrin. Ein kleiner, etwas schmächtiger Mensch schob sich leise in das Bureau des Rechtsanwalts. Ganz in Schwarz gekleidet, mit dunklem, wenig gepflegtem Vollbart, das Auge von einer großen Brille bedeckt, ließ er unschwer den Gelehrten, den geistigen Arbeiter erkennen. Mit scheuen, zurückhaltendenSchritten ging er an den Bureauvorsteher heran. Könnte ich wohl den Herrn Rechtsanwalt sprechen?" Gewiß, gewiß. Herr Doctor. Nehmen Sie nur einen Moment noch, bitte. Platz!" Ein Schreiberlehrling ging in das Audienzzimmer, den neu Angekommenen zu melden. Der saß inzwischen scheinbar theilnahmslos an seinem Platz. Drüben, am langen Tisch, kritzelten die Federn, dazwischen klapperten die Tasten der amerikanischen Schreibmaschine, und von Zeit zu Zelt stand einer der mit ihm Wartenden auf und flüsterte wie er mit dem Bureauvorsteher. Mein Gott, sie sahen oft so elend und soraenvoll aus. so. als hinae ihre ganze Existenz an diesem Bureau und dem Manne, der sich geschäftig mit ihnen im ceoenzlmmer deriety; it chllchen über den Fußboden, und zwlcken den zusammenaekniffenen Auaen brauen und neben den herabhängenden Mundwinkeln markirten sich deutlich die Züge der Angst und Sorge. Was mochte auch alles m diesen weitfächerigen Spinden begraben sein, die mit verstaubten Akten über und über bedeckt waren! Wie viele schlaf lose Nächte, wie viele zerstörte Hossnungen, wie viele Träume, Herzensklagen und frühe Todeskeime! Den jungen Gelehrten berührte es tief. Fester noch hielten die dürren, behandschuhten Hände den ungerollten Schirm.und weicher, unschlüssiger noch, als er gekommen war. sah er der Unterredung in den nächsten Minuten entgegen. Ein Briefträger kam. Erbrachte dem Bureauvorsteher einen ganzen Stoß von Briefen und gerichtlichen Zustellungen. Mitten im Durchsehen hob er ein Schreiben in die Höhe: ..Von Ihrem Gegner. Herr Doctor!" So? Etwas Wichtiges?" Ja ich weiß nicht Der Bureauvorsteher drehte den Brief in der Hand, ohne ihn zu öffnen. Der Rechtsanwalt wird ja gleich kommen." Und wieder saß der Dr. Gelhar an seinem Platz und sann vor sich hin, Er hatte immer ein unbehagliches Gefühl all den Geschäftsbriefen gegenüber. Sie hatten ihm so selten etwas Gutes' gebracht.' Das Gute sagte man ja auch 'viel lieber mündlich, weil jeder gern die Freude mit dem Andern theilte, und nur das Böse, das Unangenehme... Das schickte man meist in diesen grauen, grünlichen Couverts. die schon beim Reißen einen so unerfreulichen Ton von sich gaben. Und wenn man es dann vor sich hatte, diese kalten Zeichen auf dem kühlen, nichtssagenden Papier, und zwischen ibnen trotz aller öerbbeit doch immer nach der versteckten Wahrheit suchte jr i ?r t r i i acy, oann riß e einem ojr oa
auseinander, und die treibende Unruhe lieV-ieinen anderen Gedanken aufkommen, bis man eben in langer, langer Rede Klarheit gefunden hatte, die Klarheit, die freilich auch nicht immer Beruhigung brachte. So war es ihm nun heute schon den ganzen Morgen gegangen, von dem Augenblick an, wo er vom Rechtsanwalt das Schreiben erhalten hatte, das ihn zu einer Conferenz für den Nachmittag einlud. Ruhelos war er seitdem herumgelaufen jetzt saß er und wartete .... Und drüben auf dem Schreibtische des Bureauvorstehers lag ein .neuer Brief, der ihm vielleicht Ruhe, vielleicht aber auch neue Sorgen und Lasten bringen konnte! Nach einem Weilchen öffnet sich die Nebenthür. Der Rechtsanwalt trat ein. Ach. Sie Herr Doctor," begrüßte er ihn und schüttelte ihm die Hand. Na Sie haben wohl wieder keine Zeit?" Gott nur wenig." log der junge Doctor. Er wußte wohl, daß er heute nichts mehr würde arbeiten können; aber dieses Sitzen und der Erlösung harren es schien ihm im Moment fast unmöglich und unerträglich. , Na, dann kommen Sie nur,antwortete ihm der Rechtsanwalt und schob ihn vor sich in sein Arbeitszimmer hinein. Wir werden ja heute wohl schnell zu Rande kommen." Rasch nahm er noch von dem Bureauvorsteher den Brief entgegen Dann saßen sie sich beide in dem stillen Zimmer an dem mit Büchern und Akten überladenen Schreibtisch gegenüber. Nun also morgen haben wir Termin." Ja." Herr Dr. Gelhar hob kaum den Blick. Hier ist auch noch . ein Brief von dem Andern .... Warten Sie mal!" Rasch riß er mit geübter Hand den Brief auf und las. Ach das ist aber toll. Ihre Frau will Sie noch einmal sprechen vorher." Er lachte fast. Sie werden doch nicht gehen?!" Nicht gehen ich? Warum denn nicht?" sagte Dr. Gelhar leise. Na hören Sie Sie versöhnen sich noch am Ende!" Dr. Gelhar schüttelte ruhig und
Ilcher den Kops. Das ist wohl ausgeschlossen. Sie wissen es ja so gut wie ick!" Na also, was wollen Sie noch von ihr?" Ich nichts; aber Sie hören doch sie! Sie will etwas! Ich glaube nicht, daß ich ihr das abschlagen darf." Der Rechtsanwalt lehnte sich zurück. Ich will Sie ja nicht abhalten. Herr Doctor. Sie müssen ja wissen, was Sie thun! Aber ich warne Sie! Ich kenne diese letzten Unterredungen, diese Abschiede aus Erfahrung. Dabei bleibt mancher hängen." Aber mein Gott. Herr Rechtsanwalt, ich bin doch ein erwachsener Mensch. Wenn ich das nicht mehr könnte, nicht mehr so viel Rückgrat hatte nach alledem .... Ich müßte mich ja selbst verachten!" Dr. Gelhar stand auf. Sein Gesicht war roth geworden, und seine Augen funkelten. "Lassen Sie mich nur die paar Worte noch mit ihr sprechen. Freude wird sie ohnedies nicht daran haben." Dann überlegten sie noch kurze Zeit. wie sie den Termin am nächsten Tage wahrnehmen, und wie sie sich selbst zur Gegenpartei verhalten wollten, und gingen auseinander, Dr. Gelhar tiefer in Gedanken, als er gekommen war. All die Jahre seiner Ehe zogen ihm mit einem Male durch den Sinn, all die bitteren Sorgen, die Enttäuschungen, all das Aufgeben und Entbehren von liebgewordenen Hoffnungen, und merkwürdig .... er konnte sich in den Groll und den Haß darüber nicht sinden. Seine Frau war ihm eines Tages davongegangen, wie er und die ganze Welt muthmaßte, mit einem Anderen, er stand also blamirt, getäuscht und hintergangen da und doch wollten böse Empfindungen gegen sie nicht Platz greifen. ( Er hatte seit jener Zeit oft stundenlang darüber nachgedacht, namentlich des Nachts, wenn ihm bei den vielen Gedanken in der ungewohnten Einsamkeit der Schlaf nicht kommen wollte, er hatte sich wie mit Abficht in Zorn und Aerger gegen sie hineinzwingen wollen ihm blieben von ihr und dem Zusammenleben mit ihr nur gute Züge haften, nur die schönen Seiten, die sie ihm einst begehrenswerth und kampfeswürdig gemacht. Und doch standen sie sich jetzt als Parteien gegenüber, doch führten sie scheinbar Krieg mit einander, und wollten auseinandergehen, weil wie es im Gesetze hieß die Hoffnung auf ein erträglichesEheleben nicht mehr, vorhanden war. ' Dr. Gelhar lächelte hitjer vor sich hin. Was das kluge Gesetz nicht wußte!
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Am anderen Morgen war er zur bestimmten Zeit bei ihr. Sie ging ihm in großer Erregung entgegen. Du kommst wirklich, Waller. wirklich?!" Er weigerte ihr die dargebotene Hand. Ich glaubte. Dir das noch schuldig zu sein. Vielleicht kann ich Dir noch etwas nützen!Sei unbesorgt" ihre Lippen kräuselten sich verächtlich, wie ihn das flllher schon immer gereizt, ich will nichts von Dir." Sie setzen sich langsam nieder. Ich glaubte nur, wenn zwei ver? nünstige Menschen, so wie wir, den letzten Schritt zu ihrer Trennung machen wollen, wenn sie so eng" sie betonte, das sehr mit einander verbunden waren, wenn sie so viel mit ein, ander erlebt .... dann ist ein ernster Abschied vielleicht angebracht. Nur deshalb bat ich Dich." Ach nur deshalb!! Schade, daß Du früher nicht auch einmal gelegentlich so poetisch warst!" . Sie sprang von ihrem Sitze auf. Walter fei nicht so ironisch ! Was wollen wir uns den letzten Schritt, mit Streiten schwer mschcn " Er unterbrach sie. Schwer machen?! Ich denke doch. Dir ist er nicht schwer geworden. Du hast Dich ja leicht anderweitig getröstet!" Sie wurde roth. Ich habe nur für. Dich den Schritt gethan, den Du Dir all die Jahre lang ersehnt " Das ist nicht wahr!" Den Du mir anzuthun nicht für ehrlich hieltest, und den Du doch haben wolltest, haben mußtest, weil Du die Sorgen nicht tragen und der Liebe zu Deinem Berufe nicht entsagen konntest!" ' . Ich habe es Dich nie entgelten lassen." Nein aber ich habe Deine stillen Seufzer gehört, ich habe Deine Klagen alle verstanden, wenn Du mit Neid und Trauer auf die Anderen sahest, die schneller, leichter wie Du ihren Weg gingen und ihrem Ziele näher kamen, ich habe den Grund Deiner Entfremdung gemerkt, in der Du Dich Tag und Nacht in Dein Arbeitszimmer schlössest und mich allein sitzen ließest in Angst und Qual. Dir nicht einmal helfen zu können. Ich sah den Gram und die Reue in Dir über den voreiligen Schritt, mit dem Du Arbeiten und freies Schaffen aufgegeben, ich sah den kommenden Haß gegen mich in Dir keimen. sab die unausbleibliche. Stunde.
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in der Du mich verantwortlich machen würdest dafür und bin gegangen. Ueber alles im Leben geht Euch ja Eure Wissenschaft die wollt ich Dir nicht stören!" Er nagte die Unterlippe. Aber wo willst Du denn hin?" schrie er plötzlich auf. Sie warf die Schultern hoch. Ich weiß es noch nicht. Durchbeißen werde ich mich auf jeden Fall!" Er wurde weicher. Sieh, Marthz sei gescheidt. Lauf' nicht so in die Welt! Wir können doch auch so ... mit einander leben!" Nein!" Ich kann doch wenigstens für Dich sorgen!" Nein ich danke!" JftT was hast Du denn vor?" Ich.... weiß es nicht!" Du bist also nicht allein ?" Sie blickte erschreckt auf. Du bist mit einem Anderen .... ah!!" . Da durchzuckte es sie plötzlich wild. Ja!" schrie sie auf. ja ich bin mit einem Anderen, daß Jhr's nur alle wißt, bin mit einem Andern!" Und die geballten Fäuste fielen schwer auf den Tisch. Dirne!" schrie er da und stürmte zur Thür hinaus. Nach einer Stunde wurden sie wegen unüberwindlicher Abneigung" geschieden. Die junge Frau aber schluchzte zusammen. Umsonst, umsonst! Er versteht noch nicht einmal, was ich that..." Dann begann sie ganz einsam, ganz allein den schweren Kampf um ih: freudeloses Dasein. 'ceUe Enrserrungskur. Wie haben Sie es nur fertig gebracht. Herr Doctor, daß sich die dicke, träge Frau Wamperl so viel' Bewegung machte?" Ich theilte, ihr täglich eine Menge Geheimnisse mit, und da ist sie von früh bis spät bei ihren sammtlichen Verwandten und Bekannten herumgelaufn!" Glückliche Frau. Nun höre aber einmal auf zu trommeln. Karl! Wo bist Du denn den ganzin Nachmittag gewesen?" , Ich war Ui Frau Hauptmann Winter; da '.st S aber hübsch, Mama. Wir haben So! baten gespielt und in einem fort geblasen und getrommelt, und denke Dir, die Frau Hauptmann hat gar keine Nervenl"
