Indiana Tribüne, Volume 22, Number 290, Indianapolis, Marion County, 9 July 1899 — Page 6

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England und Hransvaal. Düstere Wetterwolken thürmen sich 'drohend am Horizont des Transvaal, aber mit eiserner Ruhe hält Oom" Paul Krüger, der greise Präsident der Äurenrepublik, das Steuer des gefährbeten Staatsschiffleins und aller Voraussicht nach wird dasselbe auch diesmal den dräuenden Gefahren entgehen. Die unersättliche Habsucht des perfi"den England ist es, welche die schwere Krisis im Transvaal heraufbeschworen hat. Seit einem halben Jahrhundert hat England den durch Nichts gerechtfertigten Anspruch auf die Oberhoheit über das Transvaal erhoben, aber die Auren haben die Uebergriffe der englischen Arroganz stets mit bewaffneter Jaust zurückzuweisen verstanden. Bei Majuber Hill im Jahre 1881 und bei rugersdorp Ende 1893 wurden die Engländer von den wehrhaften Buren mit" so blutigen Köpfen heimgeschickt, daß sie auf lange Zeit das Wiederkaminen vergaßen; auch der Jameson'schc

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Oom"PaulKrüger. Einfall machte ein klägliches Fiasco. Alles, was die Buren in Gemäßheit der Convention von 1881 England zugestehen, besteht darin, daß die Republik verpflichtet ist, weder Vertrag noch Uebereinkunft mit irgend einem Staat, außer dem Oranje - Freistaat, 7 hne Genehmigung der Königin von England abzuschließen." Von einem 'echte Englands, bei den inneren An'egenheiten der Äurenrepublik ein ort mitsprechen zu dürfen, ist nirids die Rede. Trotzdem verletzt der Mische Colonialminister Chamberin die Convention auf das Schwer- :, da fast alle seine Forderungen einen :rccten Eingriff in die innere Selbstc:gierung des TranIvaal bedeuten. Er sucht seine Forderungen bezw. Beschwerden aus dem Artikel 14 der Lonooner Convention herzuleiten. Dieser Artikel bestimmt, daß alle Personen, die sich den Gesetzen der Südafrikanischen Republik unterwerfen", das Recht der vollen Freizügigkeit besitzen und keinen anderen Abgaben unterworfen Joseph Chamberlain. 'sind, als die Bürger der Republik. Auf Grund dieses Artikels findet Chamberlain. daß die Transvaal - Regierung die Zustimmung Englands zu folgenden Gesetzen hatte einholen müssen, resp, daß folgende Gesetze in Uebereinstimmung mit englischen Wünschen zu andern sind: Das EinwanderungsGesetz. welches die Paßpflicht regelt und verhindern soll, daß arme EinWanderer dem Staate zur Last fallen; das Ausweisung- - Gesetz, welrCm& f . ryy CT)rtViAvt4d.. im4a. . . uia vtrn -fjiu.iiviuii.u uiuti yc roissen Voraussetzungen gestattet, jeden Fremden auszuweisen, 'der in Wort und Schrift zum Ungehorsam oder zur Ueberschreituna der Gesetze aufreizt; und schließlich das Preß - Gesetz, welches gegen politisch oder moralisch anstößige Zeitungen ge--richtet ist. Des Ferneren fordert er eine Ver'besserung der staatsrechtlichen Verhältnisse der Uitlanders und den Widerruf der Dynamit - Concession, welche die Buren - Regierung von Neuem der CecilJ.RHodes. Monopol - Gesellschaft verliehen hat. Das bedeutet weiter nichts, als daß Ehamberlain den Volksraad" unter seine Jurisdiction und Controle zu bringen sich bemüht. Englands Gier nach dem Besitz des 'Transvaal hätte jedenfalls nicht die heutigen Dimensionen angenommen, wenn nicht innerhalb der Grenzen der äurenrepublik reiche Goldfelder entdeckt worden wären. Die Goldsunde führten viele Tausende von Auslän"dern dorthin und die Transvaal - Re.ierung sah sich neuen Aufgaben ge;enüber, welche die Verausgabung be"deutender Geldsummen nothwendig rnachten. Um diese zu beschaffen, verLieh die Regierung werthvolle Privile

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gicn an zahlungsfähige Gesellschaften und beseitigte dadurch eine drohende Finanzkrisis. Die werthvollsten Privilegien erhielt eine Eisenbahn- und eine Dynamit - Gesellschaft. Nur eine Eisenbahn darf im Gebiete des Transvaal gebaut und in Betrieb gesetzt werden und nur eine DynamitGesellschaft darf dort diesen Explosivstoff fabriciren und verkaufen. Vor dem Jameson'schen Einfall behaupteten die Engländer im Transvaal, daß durch das Eisenbahn - Monopol die Frachten auf eine exorbitante Höhe gebracht würden, und dann wurde'geltcnd gemacht, daß das Dynamit - Monopol die Bearbeitung der Goldminen ungebührlich vertheure. Daran mag etwas Wahres sein, aber ein Recht zur Einmischung in die internen Angelegenheiten des Transvaal konnte England darin nicht finden. Jetzt hat sich der Colonialminister Chamberlain zum Champion der Uitlander aufgeworfen, die angeblich im Transvaal rechtlos sind. Aber auch dies ist ein leerer Vorwand, da der Aufforderung der Regierung, sich naturalisiren zu lassen, nur sieben Engländer nachkamen. Recht bezeichnend ist es auch, daß von allen anderen Ausländern, Amerikaner, Deutschen, Holländern und Franzosen, sich keiner den Protesten der Engländer angeschlossen hat, wie sie auch zur Zeit des Jameson'schen Einfalls auf Seiten der Buren standen. Durch eine Conferenz zwischen dem Präsidenten Krüger und dem englischen Commissär Sir Alfred Milner hat man einen rnodus vivendi anzubahnen versucht, allein ohne Erfolg. Daß auch Cecil Rhodes sein Möglichstes thut, um England immer mehr gegen die Buren aufzuhetzen, ist wohl

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Straße in Johannesburg. außer Frage. Er betrachtet es als seinen Lebenszweck, ein mächtiges afrikanisches Reich südlich vom Sambesi zu gründen, und ohne die Niederwerfung der Buren kann er dies nicht erreichen. Rhodes war der Urheber des Jameson'schen Einfalles und keine Gelegenheit, Unfrieden zu säen, läßt er vorübergehen. Wird es nunmehr zum Kriege kommen? Diese Frage müßte man unbedingt mit Ja beantworten, wenn England sich für einen solchen stark genug fühlte. Aber der Weg von den britischen Inseln nach dem Transvaal ist sehr weit und der Truppentransport dorthin sehr beschwerlich. Daß seitens der Engländer der Krieg als unabwendbar betrachtet wird, muß als selbststehende Thatsache betrachtet werden. Neue Truppeniheile und große Quantitäten Kriegsmunition gingen mit zedem Dampfe? nach Südafrika ab. Die Truppen wurden als Ersatztruppen" bezeichnet, ab:r die Soldaten, deren Ersatz sie bilden sollten, sind in Südafrika geblieben. In Natal, besonders in Ladysmith, ist eine große Truppenmacht zusammengezogen, die vollständig ausgerüstet und bereit ist, stündlich abzumarschiren. Hunderte von Maulthieren sind auf dem Wege nach Südafrika von Cypern aus, die Lagerhäuser sind bis unter die Dächer Regierungsgebäude in" C a p st a d t. voll mit Lebensmitteln und Futter und die Magazine sind gepfropft voll von Munition. Man berechnet, daß das Transvaal über eine Kriegsmacht von 16.000 bis 18.000 Mann zu verfügen hat, während die britischen Truppen unter Commando von Generalmajor Sir William Francis Butler, der seit dem Jahre 1893 den Befehl über die Truppen in Südafrika führt, zur Zeit 11.000 Mann zählen. Außerdem siehen den Briten eine große Zahl berittener Scharfschützen und Polizisten zur Verfügung. Aber auch die Buren sind nicht müßig geblieben. Alle Gebirgspässe sind wohl befestigt, die Buren mit Waffen und Munition wohl versehen und im Kampfe sind sie den Engländern weit überlegen. Außerdem kann es keinem Zweifel unterliegen, daß sie in dem Oranje - Freistaat einen willigen Bundesgenossen finden und mit diesem zusammen wohl eine eherne Streitmacht bilden werden, an denen die Köpfe der Engländer zerschellcn dürften. V o s h a f t. A.: Welche Rolle wirst Du heute Abend spielen?" Schauspieler: Gar keine!" A.: Ah so Du bleibst heute bei Deiner Frau!" Romantisch. Freund: Man sagt, es gäbe keine Liebe auf den ersten Blick." Graf: O doch, ich habe es erlebt. Ich verliebte mich in meine jetzige Gattin im ersten Moment sterblich, so daß es bei mir fest stand: Die oder Keine. Ich erinnere mich des Vorgangs noch so genau, als ob s gestern gewesen wäre. Ich promenirte am Strande in Norderney mit einem uten Vekannten, als dieser plötzlich zu mir sagte: Sehen Sie die Dame dort? Die bekommt zwei Millionen mit."

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Ardennen-Wilder. Die luxemburgischen Ardennen, besonders die idyllischen Städtchen im Thale der. Sauer, die das wildzerklüftete Bergland in vielfachen Windungen durchschneidet, werden schon seit längeren Jahren in der Saison von Sommerfrischlern der verschiedensten Nationen bevölkert.. Besonders gilt dies für das inmitten einer reizenden Umgebung im Thale der Sauer gelegene freundliche Städtchen Diekirch. Die luxembuchische Prinz Heinrich-Bahn führt durch das herrliche Sauerthal, mit seinen smaragdgrünen Matten an friedlichen Dörfchen und waldgekrönten Berghohen vorbei, dem Städtchen entgegen. Es kann gerade nicht behauptet werden, daß derBahnzug durch übergroße Schnelligkeit sich selbst in Gefahr bringt. Immer gemüthlich sein!" rühmt der Luxemburger sich selbst nach; gemüthlich fährt auch der Zug dahin durch die lachenden Fluren und kommt schließlich doch an's Ziel. Von einer herrlichen Landschaft wird Diekirch umgeben. An den grünen, mit Blumen durchwirkten Wiesenteppich schließen sich baumbestandene HLhen an. deren Gipfel hochschäftiger

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rlu hA y r.&f& Mm m rs-rfw St . fc. Vrandenbourg. Buchenwald schmückt. Prächtige, mit grünen Weinreben umrankte Villen erheben sich in der Nähe der Stadt, die zwar alt und ehrwürdig und doch wie wenige ihres Alters modern mit allen Zeichen eines aufblühenden Gemeinwesens ist. Zu den schönsten Punkten der Umgebung gehört der stolze Herrenberg. Höchst lohnend ist ein Ausflug nach Esch le Trou und über Brandenbourg zurück. An der Bahnlinie nach dem Oesling erheben sich aus dem niedrigen Eichenschälwald zahnförmige und übereinander aufgethürmte Felsenrisse, die dem stellenweise wildromantischen Thal ein malerisches Aussehen geben. In Kautenbach besteigt der Tourist die nach Wiltz führende schmalspurige Bahn. Auf stolzer BergesHöhe bei dem gewerbreichen Städtchen Wiltz liegt ein Schloß und von dort geht die Wanderung weiter durch Wald undBuchenhallen nach dem Flecken Esch le Trou, im oberen Sauerthal. In einem tiefen, engen Thal ruht der Flecken mit seinen prächtigen Haufern, umgeben von großartigen FelsMassen, Steinpalissaden, die sich wie Riesenarme emporheben. Das ganze Landschaftsbild trägt den Charakter einer schaurigen Naturwildniß. Kühn erheben sich die kahlen, aschgrauen und vielfach zerklüfteten Riesenblöcke von Stein .nebeneinander und starren mit kahlen Blicken den Fremden an, der hier wie ein Zwerg unter Steinriesen einherwandelt. Und hoch von einem, schwarzgrauen, zerklüftetcnRiesenfelsen blicken dem Wanderer die Trümmer des früheren Escher Felsenschlosses schaurig entgegen. Zwei hohe Thürme, deren Zinnen weithin über dieLande schauen, krönen die Trümmer auf der imposanten Felsenmasse. Es scheint dies eine uneinnehmbare Feste gewesen zu sein, auf welcher einst mächtige Ritter hausten. Die Burg wurde zu Anfang dieses Jahrhunderts von einem Belgier erworben, aöer nicht, um dieselbe zu erhalten, sondern um die werthvollsten Skulpturen und Steine herauszureißen und zu verkaufen. Was der Vandalismus dieses Mannes übrig gelassen, das hat im Lauf der Jahre der Zahn der Zeit besorgt. 'FTfo E s ch a. d. S a u e ?. Auf einer Wagenfahrt von wenigen Stunden Dauerkann man die Landschaftsbilder des oberen Sauerthals mit Muße betrachten. Von den Bergeshöhen blickt man hinab in das stille Thal der Blees zu den gigantischen Ruinen des Schlosses Brandenbourz, die sich wie ein Thron nächtlicher Geister auf einem hohen, mit dunkeln Fichten umstandenen Felsen erheben. Das sind Trümmer, welche davon zeugen, wie die Franzosen seiner Zeit im Lande gehaust haben. Unter Ludwig XIV. unternahmen die Franzosen einen Zerstörunaskrieg gegen die luxemburgischen Ardennen. Der französische Kömg hatte zur Ausführung dieses Aufträges in dem General Boufflers den richtigen Mann gefunden. Wie ein Ungeheuer durchzog derselbe das Land, auf seinem Wege nichts zurücklassend als Feuer und Blut, Trümmer und Thränen. Auch das Schloß Brandenbourg. welches dem fremden Eroberer zwar verzweifelten Widerstand entgegensetzte, entging nicht seinem Schicksal. Dasselbe wurde, wie so viele andere Burgen des Landes, in eine Ruine verwandelt. Auf den Flügeln deZ Dampfes erreicht man in kurzer Zeit von Diekirch aus das reizend an der Our gelegene Städtchen Vianden. Hier erheben sich auf einer mächtigen Felsenhöhe die Nuinen der alten Burg Vianden, dem

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Hause Nassau-Oranien gehörig. Das ganze Landschaftsbild ist eine wahre Augenweide für den Naturfreund, eine unerschöpfliche Stoffquelle für den Maler. Die stattlichen Häuser des Ortes, die sich vom saftiggrünen Wiesengründ aus den Berg hinanziehen, sind eingeschlossen von duftigen Gärten und breitkronigen Obstbäumen. Wogende Saaten und goldene Rebenhügel be-

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"W, "' MMxHM Vianden. grenzen von der andern Seite den lachenden Thalgrund, an dessen rauschendem Bach der Angle: weilt. Imposant ist das alte Schloß mit seinen stattlichen Sälen sowie dem bunten Wechsel von verschiedenartigen, kleinen Gemächern. Freilich zeugt Alles nur von entschwundener Herrlichkeit, wie der Nassaubau, der Wachtsaal, der Rittersaal, der byzantische Saal und dieBanketthalle, alles Stätten früherer Größe, in denen jetzt Disteln und Nesseln wuchern und das Geißblatt sich ungepflegt an dem zerfallenen Gemäuer emporrankt. Die kleine Schloßkapelle, welche ausPietät durch einen oramschen Prinzen wieder hergerichtet worden ist, ist das einzige, was hier nicht zu den Trümmern zählt. Wenn man von Vianden aus. dem Lauf der Our folgend, nach der unteren Sauer . hinpilgert, erreicht man Beaufort. das stolze Feudalschloß Beaufort. Die Tour dorthin, durch die beiden Waldthäler Hallerbach" und Taupeschbach", ist reich an mannigfachen Naturfärben. Hier wechseln Buchenhallen, Felsengruppen und Wasserfälle, und wie mit einem geheimnißvollen Märchenzauber umfängt uns die Natur in diesem Blättermeer. Schloß Beaufort! Hoch erhebt dasselbe sich auf stolzer Bergeshöhe, und seine Zinnen glänzen weithin über die Lande. Das Gebäude tritt mit der reichgegliederten Fassade, mit den Thürmen und Erkern imposant in die Erscheinung. Hier wohnten einst mächtige Ritter, die lange Zeit hindurch Richter des Luxemburger Adels waren und deren Thaten in der Geschichte des Landes verzeichnet sind. Das Geschlecht der Herren von Beaufort ging im sechzehnten Jahrhundert unter, als der Besitzer der Herrschaft seine Waffen gegen den Herrscher des Landes richtete. Aus diesem Anlaß wurde der letzte Sproß des Geschlechts in Acht erklärt und später hingerichtet. Individuelle Auffassung. Bauer (am Amtsgerichte den robuften Anwalt der Gegenpartei erblickend, zu seinem Anwalt): Herr Dokta, ich mein', wir geh'n wieder gegen den dort san wir Zwei z' schwach!" Ein O p t i m i st. Was fällt Ihnen denn ein, bei dem elenden Stück so wüthend zu applaudiren?" Wie heißt, elend?. . . Soll ich bezahlen das schwere Geld for nischt?" Vorbereitung. Eine glänzende Partie hätte ich mit 200.000 Mark. Wollen Sie die Photographie sehen?" In Gottes Namen! Aber bitte, geben Sie mir vorher ein Glas Cognac." Darum! Verehrer der Schwester: Ich werde Dir mal etwas erz'ählcn. Elly. Weißt Du, daß ich mich gestern auf Eurem Kränzchen mit Deiner Schwester Emma verlobt habe? Hoffentlich bist Du mir nicht böse, daß ich sie Dir fortnehme?" Elly: I, Gott bewahre! Darum ist ja das ganze Tanzkränzchen blos gegeben worden, damit endlich einer anbeißt !"

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Im Bühlerthal.

Außer ihren zahlreichen vielbesuchten und vielbesungenen Landschaftsbildern birgt die schwäbische Erde eine Fülle liebliche: Gegenden, die, fernab von den Heerstraßen des Verkehrs, ihre stillen und ungeahnten Reize nur dem FußWanderer erschließen. Eine solche verborgene Schönheit ist das Thal der Bühler, eines der Hauptzuflüsse des Kochers. In vielfältigstem Schluchtenwerk aus den dichtbewaldeten LimPurger Bergen zusammenrinnend, schneidet das Flüßchen tief ein in die Muschelkalkebene und gleitet in engen, abwechslungsreichen Krümmungen dahin. Wer ihm folgt, stößt in Oberfontheim auf das Geburtshaus des Dichters Schubart, aber erst weiter abwärts bleibt er gefesselt stehen vor dem uralten Bergstädtchen Vellberg. Niesenhaft erheben sich über dem friedsamen Thalgrund auf schmalem Berge die halbabgenagten Rundthürme um das Städtchen, das rückwärts zusamVellberg. mengedrängt wird durch den dichtverwachsenen Stadtgraben und ganz vorn auf der Spitze das zackengiebelige Schloß trägt. Wild und keck schaut das Schloß hinab auf das spiegelnde Wasser und die grünende Aue und späht hinüber auf die jenseits liegende Röckenburg mit der Kirche, einer der ältesten des Landes, und der dort befindlichen Grablege derer von Vellberg, eines edelfreien Geschlechts, das nach Zerstörung seines Schlosses durch den Schwäbischen Bund (1523) den hcrrlichen Rittersttz sich schuf, den unser Bild uns vorführt. Nach dem Aussterben des Geschlechts (1592) begehrte die in der Gegend mächtige Reichsstadt Hall nach dem reichen Erbe und erwarb es nach schweren Opfern und langen Processen. Sitz eines reichsstädtischen Amtmanns, fielen Stadt und Schloß Vellberg 1802 an Württemberg; was aber Vellberg Jahrhundertelang gcwesen. ist es heute -noch: die Perle des Bühlerthals. Ironie. y Euer Büreau-Chef soll ja jetzt per Rad in's Amt kommen fährt er gut?" O ausgezeichnet!. . . Seit er radelt, kommt er jeden Tag zu spät!" Ein n e u e r M e n s ch. Kommerzienrath Veigelstock ist geadelt worden. Gestatten Se," sagt er, als er nach diesem wichtigen Euigniß zum ersten Male wieder auf die Börse kommt, zu einem alten Bekannten, daß ich mer vorstelle: von Veigelstock mei' Name!" Vereinfachung. Hausfrau (zu einem Maler, der sein Sommerquartier bei einem Anstreicher auf dem Lande aufgeschlagen hat): . . Dees that' mir z' viel kosten, wenn Sie mir mei' Mädel malen . . aber i' mein', wenn Sie's vielleicht nur zeichncn thäten, nacha kunnt' ja m:i' V!ann. der aa' a' Maler is, 's Anmalen selbst besorgen!" m o m G r i e n e s. 2)ebbchen: Härt, Ginder, 's is doch was schecnes um'n Friehling. wenn m'r so gemiethlich undern grienen Boome sitzen gann." Drebbchen: Na, und wenn m'r da d'rzu noch t grienes Solo mit sechs' in Händen hat, da is gradezu d'r Himmel uff Erden."

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Mädchens Klage.

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Ach, was für Feiglinge sind doch die Männer! Sobald ich mich einem nähere reißt er aus!" Die verliebte Patientin. Arzt: . .Beruhigen Sie sich, Fräulein, Ihr Herzklopfen hat nichts zu bedeuten!" Fräulein (indignirt): Das glaub' ich aber doch, Herr Doctor!" , Auch ein Merkzeichen. Lieschen: Was thu' ich nur, daß ich den Auftrag der Tante nicht vergesse?! . . . Halt', ich hab's! Ich mach' einfach dem Pepi einen Knopf in sein Hemderl!" DerdummeJohann. Frau (zu ihrem Manne, der soeben von der Jagd heimgekehrt ist): Nun, Hugo, wo hast Du denn Deine Jagdbeute?" Mann: War mir zu schwer; wollte mich mit den Hasen nicht abschleppen und sagte daher zum Hausknecht vom Hotel Germania, er solle sie mir in's Haus tragen!. . . Sieh', da kommt er gerade mit meiner Tasche! Nun, wo haben Sie die Hasen?" Hausknecht: Entschuldigen Sie, Hasen waren nicht mehr da und da hab' ich deßhalb geräucherte Aale gekauft!" Zukunftsbild Gnädiges Fräulein, darf ich um Feuer bitten?" Auch cineNaive. Neu engagirter Schauspieler (zu einem Collegen): Daß sich aber unser Director von der Naiven" so beeinflussen läßt!" College: Das darf nicht wundern sie ist ja seine Schwiegermutter!" In der Küche. Mutter: Aber Kind, was machst Du denn da für eine Kocherei?" Tochter (die eben die Kochschule besucht): Ach, Mama, da draußen ist ein Bettler, der um etwas Essen gebeten hat . . . und da mache ich ihm einen Banille-Auflaus

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Der Teufel mit dem StreieiyolZ.

In der Nähe des Ortes Kusel in der bayerischen Pfalz sind weit von einander drei Gehöfte gelegen. In einem dieser drei sollte die Ccnfirmation der älteren Tochter feierlich begangen werden, und getreu der Tradition vergaß man auch nicht des schönen Brauches ein Schwein zu schlachten, der nie und nimmer zu verachten ist. Mit dem üblichen Pomp wurde das Schlachtfest gefeiert, und am Abend wanderten die Schinken und Würste in gewaltigen Portionen auf die Vor?athkammer, um alsbald in den Schornstein zum Räuchern gehängt zu werden. Selb!gen Tages war fürsorglich der Kaminfeger bestellt, der die Esscn und Kamine mit Besen und Kuc.eln in harter Arbeit in ordnungsmäßigen Zustand brachte. Darüber war's ibm gar zu spät geworden und an Heimgehen war an diesem Tage gar nicht mehr zu denken; das war aber auch w:ii:r nicht schlimm, denn bei sastlc'.n Wellfleisch und einem guten SchlJchlfesttrun! flössen die Abendstunden rasch dahin, und müde von des Tages Arbeit suchte der schwarze Mann bald sein Nachtquartier auf. .Wie er ging und stand, streckte er sich mit schwarzem Antlitz nieder, aber reinen Herzens fiel er in süßen Schlummer. Plötzlich fuhr er aus seinen süßen Träumen auf, geschreckt durch ein Geräusch, von Männertritten drunten auf der harten Tenne. Richtig, kam's da nicht mit leichtem Knarren der Leiter zum Heuboden herauf? Doch; es war keine Täuschung möglich; zwei Männer waren's, die, leise mit einander flüsternd, die steile Leiter emporkletterten. Offenbar hatten sie es auf die Schinken in der nebenan gelegenen Vorrathskammcr abgesehen Mäuschenstill duckte sich unser wackere? Schlotfeger ins Heu, um die kommenden Dinge zu erwarten. Jetzt standen die beiden Bösewichte auf dem Heuboden. Also Du", sagte der eine mit gedämpfter Stimme, also Du nemmscht die zwoa Schinke un ich nemm Werscht, so viel als ich trage kann. Jetzt mach emol e Streichholz an, daß mer die Dihr sinnt." Der andere begann in seinen 5osentaschen zu suchen, endlich langte er die gelbköpfigen Schwefelholzer hervor und versuchte sie auf die mit Recht so beliebte Art des Streiches am gespannten Hosenbein zu entzünden. Aber o weh! Die Streichhölzer mußten feucht gewesen sein, denn eins nach dem anderen versagte, und mit einem Fluch warf der Schinkendieb eins nach dem andern beiseite. Nun glaubte der verborgene Kaminkehrer seine Zeit gekommen; er suchte leise in seinen eigenen Taschen nach der Zündholzschachtel und hielt sie parat. Da. dess iss 's lescht." fluchte der Einbrecher, e Dunnerwetter noch emol, do soll jo de leibhaftige Deiwel neifahre!" Kaum aber hatte er das Wort heraus, da flammte plötzlich eine kleine schwefelige Flamme vor ihnen auf und in dem ungewissen Scheine stand eine lange schwarze Gestatt vor den zu Tode Erschrockenen, die ihnen entgegenbrüllte: Hier iss'r, was soll'r?" Mit einem Satz waren die beiden Spitzbuben vom Heuboden herunter und in der Tenne. Hals und Bein hätten sie brechen können, aber das kümmerte sie nicht. Spornstreichs liefen sie init blutigen Köpfen in die Nacht und ins Dunkel hinaus. Niemand hat sie erkannt.aber wenn in dem benachbarten Dorfe zwei mit verbundenen Köpfen erscheinen, da sieht ihnen allemal Alt und Jung mit vielsagendem Lächeln nach. Frühlings Nachr. Ein Radler liegt auf grünem Plan ' Sein Nadel lehnt am Baume Er dichtet Lenz und Liebe an Verklärt in sel'gem Traume. Und als er fertig mit dem Gedicht, Genug er de Muse geschunden. Da traf ihn auch gleich das Strafgericht:. Sein Radel war verschwunden. Weiberschießen. In dem durch die Schriften des J. remias Gotthelf auch literarisch vekannt gewordenen bernischen Emmenthal hat sich bis auf diesen Tag ein Weiberschießen erhalten. Es findet abwechslungsweise in den Ortschaften Langnau, Sumiswald und Burgdorf statt. Diese eintägigen Schützenfestchen führen denNamen Weiberschießen, weil jeder Schütze, er fei ledig oder im Vcsitze einer Frau, verpflichtet ist, in weiblicher Begleitung beim Schießen zu erscheinen. Die am Weiberschießen sich betheiligenden Frauen und Jungfrauen ziehen im Schritt und Tritt, wie ein Verein, durch den festgebenden Ort. Die Frauen des Festortes laden die sämmtlichen weiblichen Theilnehmer zu Kaffee und Kuchen ein. Am Abend vereinigen sich die Schützen mit den Frauen und Mädchen des Festortes und ihren eigenen Genossinnen zu einem fröhlichen Mahl. Nachher wid ein Feuerwerk abgebrannt und die ganze Nacht getanzt; nicht selten füh ren die Weiberschießen zu Verlobungen. Auf diesen Festchen geht es um so gemüthlicher zu, als die meisten Theilnehmer einander persönlich kennen. Wenn etwa junge Schützen don anderen Dörfern als Gäste zum Weiber schießen eingeladen werden, werdm sie Abends den Schönen deS Ortes und an hübschen Landmädchen ist das Ei'imenthal reich vorgestellt, die 'dann mit ihnen tanzen. Sicheres Vorzeichen A.: Unser Bataillonscommandenr wird nächstens auch wohl an der Majors - Ecke hängen bleiben?!" B.: .Sicher! Er heuchelt schon Rheumatitt Vus!" - -