Indiana Tribüne, Volume 22, Number 284, Indianapolis, Marion County, 2 July 1899 — Page 9
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Smana Tribüne
ezlage. Stzr Zllann. Von Emil JonaS. Wir dmirten im Hotel Savoy" ra London, und ich sah oft umher, sah auf die schönen englischen Damen. Der Herr, der mir gegenüber saß, lachte hin und wieder vor innerer Befriedigung, wenigstens sah ich nichts anderes, über das er sonst hätte lachen können. Er hatte einen Theil kleinerGeschichten aus Australien erzählt, wo er sich nämlich drei Jahre aufgehalten. Er hatte viele Geschäfte in New York und San Francisco gehabt; er war auch Über San Francisco nach England heimgekehrt, wo er geboren. Dies ist Ms, was ich von ihm wußte, außer daß er braun gebrannt, breitschultrig war, ehrliche Augen und ein herzliches Lachen befaß. Man kann unmöglich es unterlassen, einen Mann gern zu haben, der richtig zu lachen vermag. Et konnte viel von Australien, von den schweren Reisetouren, von dem rohen Staub in den Goldländern, von den Stürmen und den großen Wüsteneien erzählen. Er war augenscheinlich mit dem Ernst des Lebens sowohl als auch mit dessen Comödie bekannt geworden. Ich wollte gern mehr von ihm wissen, als ich wußte; er hieß Gordon. Schließlich erhoben wir uns vom Tisch und gingen dann hinab nach dem Flusse, während wir unsere Nachmittagscigarre rauchten. Es war Abend geworden, ein Abend, der uns gewissermaßen das Bedürfniß einflößt, seinem Nächsten etwas von dem anzuvertrauen, was man im Leben erfahren, oder vielleicht die Geheimnisse des Lebens. Ich hatte nicht viel erlebt, aber wollte gern darüber sprechen, und um das Gespräch in Gang zu bringen, sagte ich: Es ist sonderbar, daß ein Mann, der so entzückt von England ist Wie Sie, sich darein zu finden vermag, so lange von demselben fern zu biet ben." Ich hatte erwartet, daß er antworten würde, es sei der Mangel und das Verlangen nach Geld und Abenteuern, das ihn in die Welt getrieben habe; ich selbst hätte etwas in dieser Beziehung erzählen können, aber er wurde plötz llch ernst. Die Ursache, die mich veranlaßte, nach Australien zu reisen, war die, die Neun von Zehn veranlassen, dorthin zu reisen. Es war ein Weib was dahinter stand." Ich erwartete, daß er nunmehr tu zählen würde; aber da er schwieg, frag te ich weiter: Wenn Frauen dahinter stecken, dann ist gewiß jedesmal die Liebe mit im Spiel." Das ist ganz richtig, und ich liebte sie viel zu sehr, um dort bleiben zu können, wo ich war." War sie verheirathet?" fragte ich iheilnahmsvoll. Sie war verheirathet, und zwar mit einem elenden Stümper, der verdient hätte, durch ganz England gepeitscht zu werden. Er trank, ging hohe Wetten ein, spielte und machte ihr hiZ ftfn ifnnrrnTtrf " VMtf IV k MkV . vt. Das muß sehr traurig gewesen sein." Ach ja! Aber doppelt so leid, wie es mir that, war es übel für sie." Glauben Sie. daß sie Sie liebte?" Ich weiß gewiß, daß sie es that. Das war es ja gerade, was mir schließlich den Muth gab, hinaus in die Welt zu gehen. Ich habe nicht eine einzige Minute an ihrer Liebe für mich während aller dieser drei Jahre gezweifelt und dieses Bewußtsein machte es mir möglich, das Leben zu ertragen, wie es sich auch für mich gestaltete. Wenn ich nicht gewußt hätte, daß sie an diesem Punkte der Erde lebte, dak te ver trauensvoll an mich glaubte, daß sie mich liebte, dann hätte ich wohl mehr als einmal den Muth verloren. . .Und nun?" fragte ich. . Jetzt werde ich sie bald wiedersehen. . Sie reist mit dem Zuge aus Paris. Der Äua kommt über die Brücke dort. in einc halben Stunde. Ich habe sie seit drei fahren nicht gesehen Ihr Mann ist wohl indessen gestor- ; ben?" fragte ich. i Nein!" Es war sein festes, ernstes Nein. C-f U ii nrr Es gibt leinAber, wir werden thun. als ob der versoffene Mensch todt und . begraben wäre, und wir werden unser Leben auf's Neue beginnen. Wir werden unsere eigene kleine Facht haben und bald alle wunderbaren Gegenden 'besuchen. ' Ich will sie mit nach Austra- ! !!:n nehmen und ihr einige Orte zeigen, .wo ich gelitten habe und wo der Gedanke an sie mir Muth und Leben Glauben Sie. daß das vollkommen 'berechtigt ist? Selbst wenn sie fciel !von ihnen hält, so " ' Sie ist bereit, sich mit mir in'ö Le- . ben hinaus zu wagen, und ich habe bereitwillig das Leben gewagt, obgleich es eine Seit aab. wo ich mich bedachte. Wenn zwei Menschen einander so sehr lieben, wie sie und ich, daun vermögen sie auch viel zu ertragen. - Nun. ich hatte vorhin sehr viel von 'dem Manne gehalten, aber jetzt fühlte .ich mein Vertrauen zu ihm erschüttert 'Ich wollte doch noch einmal versuchen, harn Vernunft beizubringen. Aber ihr Mann? Ist sie nicht seine gesetzmäßige Gattin? Er legte seine Hand mit einem herz hasten Schlag auf meine . Schulter und brach in ein herzliches Lachen aus: Mein lieber Herr! Ich bin ihr Mann! Sie ist meine Frau!" k
Die Maus. OnmoreZke von V. ffler. Na hör' . mal, liebster Schatz, da hört doch alles aus!" Ja liebstes Männchen nimm mir's nicht Übel Weißt Du, liebes Frauchen " Ja. da hör' doch nur mal " Nee, nee weißt Du so 'ne Behauptung!" Ja, da laß mich doch nur 'mal sprechen!" Na. das hast Du doch schon die ganze Zeit gethan!" I wo. Du unterbrichst mich ja immerfort!" Na, dann sprich doch!" Na, dann laß mich doch! Also Herr je, nun geht's wieder los" Na, siehst Du, nun willst Du schon wieder fort laufen! Also Arthur setz' Dich 'mal hierher so übrigens das Seufzen und Stöhnen-könn-test Du ruhig sein lassen. Du brauchst durchaus nicht zu thun, als wenn das 'ne Strafe wäre, wenn Deine Frau zu Dir spricht; vor drei Monaten wärest Du noch gesprungen vor Freude, wenn wir nur einen Augenblick allein hätten sprechen dürfen und nun" Herr je, was hat denn das damit ;u thun!" Und nun " ; . , Außerdem vor drei Monaten hattest Du auch noch nicht behauptet, daß Frauen tapferer wären als Manner!" Vor drei Monaten kannt' ich auch die Männer noch nicht so gut!" Na, weißt Du. jetzt läuft mir aber die Galle über! Hab' ich Dir etwa je bewiesen " i Bleib' doch sitzen und echauffier' Dich nicht so ob wohl die Männer einen je aussprechen lassen! Ich sage Dir, es ist eine statistisch nachgewiesene Thatsache " Ach. statistisch nachgewiesen !" . Eine statistisch nachgewiesene Thatsache, daß Frauen jeden Schmerz, sei es nun ein Seelenschmerz, sei es ein gezogener Zahn, eine Operation, eine Schnittwunde " Weißt Du, mir wird schlecht!" Oder was es sonst auch sei, mit viel größerer Ruhe und Tapferkeit ertragen als Männer, und daß sie einer herannahenden Gefahr mit viel größerer Gelassenheit undKaltblütigkeit entgegensehen. Wie manch ein edles Weib hat sich schon ausgezeichnet durch ihren hoen Muth! Denke zurück an die vergangenen Zeiten! Rolle die Blätter zurück im großen Buch der Weltgeschichte!" Nanu, wo hat sie denn das her!" .Vertiefe Dich in die ergreifenden Ereignisse der Vergangenheit. Da werden Dir die großen Frauencharaktere auf jeder Seite entgegenspringen!" Au, da krieg' ich Angst!" Da wirst Du in staunender Bewunderung die Hände zusammen schlagen und Dich überwältigt fühlen " Das thu' ich schon jetzt!" Und mit mir ausrufen: Ja, die Frauen sind es, die Frauen allein " Jetzt hab' ich genug!" Die Frauen allein, die mit erHabener Ruhe und kühnem MÄH was hast Du denn, Arthur? " Ich? O nichts!" Was ist denn los? Warum guckst Du denn immerfort unter den Notenschrank?" Ach, 's ist nichts weiter, ich sah nur eben eine Maus da laufen!" 'Eine Maus? O Gott im Himmel! Wo? Wo?" In furchtbarem Entsetzen rafft sie die Kleider in die Höh' und springt im Zimmer umher. Arthur, um Gottes Willen, wo ist sie?" Dort läuft sie ja!" O Himmel!" Sie schreit auf und springt auf den nächsten Stuhl. Arthur! Arthur!" Ist sie jetzt weg?", . Nee! Donnerwetter, die unverschämte Bestie, jetzt klettert sie an Deinem Stuhl in die Höh'!" O Gott!- Sie stößt einen furchtbaren Schrei aus, und mit einem gewaltigen Satz springt sie von ihrem Stuhl auf die Chaiselongue . hinüber. - .Arthur! Arthur! Um'ö Himmels Willen! Hilf mir! Hilf mir! Hol' tU nen Stock! Nein, bleib' bei mir ! O Himmel, waS fang' ich an! Ist sie noch da?" Ja freilich!" (Das klingt äußerst gemüthlich.) , ... - ES klingelt draußen! - 0 Gott, nun kommt Besuch! Oder 's ist der Fleischer! Ich kann ihm mcht
aufmachen, beim bestn:.Wtllen nicht!" Mit schlotternden Knieen sieht sie auf ihrer Chaiselongue. O Himmel, und die Auguste ist fort! Arthur, mach' auf! Aber komm' schnell wieder ! Ach Du meine liebe - Güte, - waö für ein Zustand! Mach' auf, Arthur, ich bitte Dich!" -- Nee, dem Fleischer mach' ich nicht auf! DaS schickt sich nicht!" Es klingelt wieder.'.Diese . Auguste! Ich kündige dem Mädchen noch - heute! Drei Stunden treibt sie sich nun schon auf dem Markt herum!" ... ::. Es klingelt wieder! Unverschämter Patron! Einem so die Klingel abzureißen! Ich entlaß' den Menschen noch heute! Diese Rücksichtslosigkeit!" Draußen erhebt sich ein dünnes Stimmchen: . . t . Ist denn Niemand zu Hause?" . Ach. Tante Clementine ist eö!M richtig! Die wollte mir Za ein Rezept bringen! Tante Clementine komm nur herein!" schreit sie, Aber bring' ewen Stock mit vom Flur! oder einen Regenschirm!" Auf der Thürschwelle erscheint, ein dünnes, kleines. Persongen Güten Morsen narni Mit verbllikk
tem Gesicht starrt sie die liebe Nichte auf dem Chaiselongue an.. Aber, liebes Kind, der neue Ueberzug! Ich bitte Dich!" O Gott, Tantchen, es ist eine Maus im Zimmer!" Himmlische Gerechtigkeit!" Mit einem rasenden Schrei rafft die Dame ihre Kleider in die Höh' und tanzt im Zimmer herum. Um Gott! Wo? Wo?" Da da da da lief sie eben!" ruft Arthur und springt auf die Tante zu. Um's Himmels Willen! Das halt' ich nicht aus!" Mit einem Satz steht die Dame wie ihre Nichte auf dem Sessel an allen Gliedern schlotternd. Alles, alles, kann ich aushalten", japst sie mit zitternder Stimme, aber eine Maus nein nein! Das ist zu viel!" Arthur, ist sie weg?"
, I wo!. Denkt nicht d'ran!" (Das klingt mindestens behaglich, und der Unmensch grinst auch noch dazu!) J0 theurer Nesse. helfen Sle mns! Ich beschwöre Sie! Ich flehe Sie an! Zwei hilflose Frauen!" Der theure Neffe poltert 'raus, holt einen Knüttel .und fährt wie besessen im Zimmer umher, stößt in alle Ecken, bearbeitet die Tischbcine, fährt unter das Klavier, versetzt sämmtlichen SesselnFußtritte und pufft die Fußkissen im Zimmer umher. Da klingelt es wieder! O Gott, Tante Clementine, mach' auf!" Wo denkst Du hin, Kind!" Um's Himmels Willen, Arthur, mach auf!" Da da da da läuft das Vieh!" O Gott!" Die Damen kreischen herzzerreißend, und tanzen auf dem Sopha herum. Es klingelt! Herein!" schreit die Nichte! Herein!" schreit die Tante! Schüchterne Schritte werden vernehmbar aus dem Corridor. Ist die Frau Dokt zu Hause?" - Ach, die Schneiderin! Richtig, die wollt' ja heute anprobiren! Herein, Fräulein Schulze!" Die Thür öffnet sich langsam Guten Morgen, Frau Dok " Fräulein Schulze's Augen werden groß sie starrt mit einem angstvollen unheimlichen Blick auf die beiden tanzenden Damen auf der Chaiselongue, murmelt Gott steh' mir bei!" und will zur Thür. Bleiben Sie nur hier, Fräulein Schulze!" ruft ihr Arthur gemüthlich zu. Die Damen leiden nur an einer kleinen Störung!" O Gott, so scheint's!" murmelt die Aermste dumpf und fängt an zu zittern und zu beben. Soll ich den Doktor holen?" Fräulein Schulze!" ruft die Frau Doktor angstvoll vom Sovha her, ich kann wirklich nicht anprobiren!" Ich glaub's, liebe Frau Doktor! Regen Sie sich nur nicht auf, so! so!" sagte Frl. Schulze sanft und lächelt ein unheimliches Lächeln. O Gott, man darf ja Menschen in solch' einem Gehirnzustand unter keiner Bedingung reizen!" Und sie schlägt bebend ein Kreuz. Da da da nehmen Sie sich doch in Acht!" schreit Arthur plötzlich und fährt mit dem Stock hinter der Schulze her, da läuft ja die infame Bestie, die Maus!" Die Maus? Die Maus? Hilf Himmel!" Die Dame kreischt au? Leibeskräften und fängt an, wie vom Veitstanz besessen, zu hüpfen. Schließlich landet sie in Todesangst auf dem Sopha und klammert sich an die beiden darauf befindlichen Damen. Die Drei wanken und schwanken graziös umschlungen in Todesnöthen hin und her und, versuchen ihre Balance zu behalten, während Arthur, wie von der Tarantel gehetzt, im Zimmer, herum fährt mit seinem Knüttel. Jetzt rast er, wie ein wüthender Stier, mit gesenktem Kopf, geradezu auf ihr Sopha los: Weg! Weg, meine Damen!" schreit er, und fährt unter das Sopha. Jetzt springt sie rauf! Weg! Weg!" Und er prügelt das Polster. Mit einem unisouo-Schrei hüpfen die drei Damen & tempo auf die nächsten dreiPolstersessel (0 die armen Möbel!), vor Angst einer Ohnmacht nahe, während ein diabolisches Lackeln aus Arthurs Gesicht erscheint. Plötzlich streckt er sich aufs Sopha. .Sie ist todt!- sagt er dumpf.erschöpst, und wischt sich die S.tirn. Die drei Damen sinken auf ihre drei I Sessel hernieder, fächeln sich Luft zu und japsen matt. - Arthur!" sagt die Frau Doktor schließlich feierlich, ich danke Dir!" Theurer Neffe " Werther Herr Doktor " ' ' Ist gut, meine Damen! Bcmllhen Sie sich nicht! Nur eins möchte ich gern von Ihnen hören!" Er steht auf und setzt sich feierlich auf einen vierten Sessel den Dreien gegenüber: Ich hoffe, meine Damen, Sie sind alle überzeugt, daß der Mann von der Natur nicht unbedingt weniaer tapfer erschaffen worden ist als vie Frau?" Gott behüte!" Ist daS auch Deine Ansicht. liebeS Frauchen!" Gewiß, liebes Männchen!" In der That, ich möchte sagen, daß er zu Zeiten der Frau beinah gleich kommen dürfte an Muth und Kalt blütigkeit-" Aber ohne jedweden Zweifel!" Meinst Du auch, liebes Frauchen?" ... Gewiß, liebes Männchen!" '.Ja, ich möchte sagen, daß eS nicht unmöglich wäre, daß er eventuell, besonders zu Zeiten großer Gefahr, wie sie uns zum Beispiel von wilden Thie-
ren zugefügt werben konnte, der Frau etwas überlegen sein dürfte an Ruhe, Kaltblütigkeit und Muth "- Aber selbstverständlich! Gewiß! Natürlich!" Ist das auch Deine Ansicht, liebes Frauchen?" Gewiß, liebes Männchen!" So, meine Damen, ich danke Ihnen! Da nun Ihre Nerven voll ständig beruhigt und die Gesahr ja glücklicherweise beseitigt ist " Durch Ihre gütige Hilfe!" O bitte, bitte! möchte ich Ihnen gern noch etwas mittheilen! Meine Damen! Die Maus (erwartungsvolle Pause) war gar keine Maus!!" Tableau! Fünf Minuten Pause, versteinertes Stillschweigen! Dann erhebt sich Tante' Clementine mit unheimlich eisigem Gesicht, schreitet stumm zur Thür und schreitet stumm hinaus. Draußen klappt die EntreeThür zu. Dann erhebt sich Fräulein Schulze, sie blickt nicht rechts, sie blickt nicht links, mit unheilverkündendem Räuspern plumpst sie ihr Schneiderpacket auf den Mittcltisch, geht mit undurchdringlicher. Miene und dröhnenden Schritten zur Thür, und krach fliegt sie hinter ihr zu! Draußen die Entree-Thür fällt ins Schloß, daß das ganze Haus zittert. Die ist fort auf Nimmerwiedersehen!" Jetzt erhebt sich die Frau Doktor. Nanu!" denkt Arthur, jetzt wird'S unheimlich!" . Daß er die beider. Andern fortgegrault hat, freut ihn von Herzen. Tante Clementine ist ihm längst ein Greuel, und Fräulein Schulz mit ihren Riesenrechnungen ist ihm seit Lange in tiefster Seele verhaßt.' Aber sein Frauchen? Hm, hm, fatal! . Gerade als sie mit eisiger Miene an ihm vorbeimarschirt, springt er. aus sie zu, schlingt seine Arme um sie und ruft: Hurrah, jetzt sind wir wieder allein! Freust Du Dich nicht, daß ich sie Dir 'rausgegrault habe? Weißt Du noch, wie Du gestern sagtest, die Tante Clementine brächte Dich noch um. und wie Du vorgestern fast ohnmächtig vor Aerger von der Schneiderin nach Hause kamst und sagtest, die Person sollte Dir nicht wieder vor die Augen kom men? Nun habe ich sie Dir Beide vom Halse geschafft, aus diese Weise, war das nicht schlau von mir?" Ja, aber " Und ist es nicht schön, daß wir wieder allein sind? Weißt Du noch, wie Du Dich vor drei Monaten freutest, wenn Du einen Augenblick allein mit mir reden konntest?" Ja, aber " Und heut' Nachmittag wollen wir spazieren fahren, und morgen suchst Du Dir eine nette, neue Schneiderin, eine liebenswürdige, bescheidene Person, die nicht so viele Ansprüche macht und mein armes Frauchen halbtodt ärgert, und dann kaufst Du Dir das neue Kleid, so ein mausgraues, wie Du Dir immer gewünscht hast, und Deine Hausthiere sollst Du auch endlich haben, nach denen Du Dich immer gesehnt hast, wir schaffen uns ein paar niedliche, weiße Mäuse an, und außerdem schenke ich Dir eine ganz kleine, goldene Maus als Brosche, darauf steht: Eine Maus meiner MauS!" Und die ganze Mauserei zusammen soll uns erinnern an den einen großen Mausetag, an dem wir unsern ersten und letzten Ehezwist hatten, und an dem Du Dein Männchen erst richtig kennen gelernt hast, denn, nicht wahr, Du glaubst doch jetzt auch, daß ich nicht viel feiger bin als Du? Und nun gieb mir einen Kuß. ist jetzt alles wieder gut? Und hast Du mich wieder lieb? Und bin ich Dein liebes gutes Männchen?" Mein Himmel, sie hatte eigentlich eben noch geglaubt, er wäre ganz das Gegentheil! Aber was soll man thun ! Die Männer! So küßten sie sich denn und fuhren seelenvergnllgt miteinander spaziren. Die Leute sagen, so ein friedlieben-
des Paar wie der Herr Doktor und sein Frauchen hätte es noch gar nicht gegeben auf der Welt. DaS kommt aber nur daher, daß, so wie sie sich zanken wollen, eineS von ihnen ruft: Die Maus! Die Maus!" Und dann fällt ihnen der Tag ihres ersten EheZwistes ein, und sie müssen so lachen, daß aus dem Zank wirklich nichts wer. den kann! -LeichteAbhilfe. Mutter: Der windige Baron dieser Spieler und Verschwender ist keine Partie für Dich! Der kann Dich ja nicht ein mal ordentlich ernähren!" Tochter: Das ist auch gar nicht nöthig! Wenn er, nur für schöne Toiletten sorcjt zum Essen kommen wir dann täglich zu Dir!" Heut zu Tage. Fraulela Dok. tor: Sie scheinen nicht unbegabt zu sein, Max. .'Wollen wir uns helrathen? In diesem Falle würde ich nach Ihrem gut bestandenen Examen Sie zu meinem Assistenten machen. Student: Bitte, sprechen Sie mit meiner Mama! Auf einem Vodenseedampfer. Reisender (am Postschalter): Fünf Postkarten, bitte." Beamter: Bitt' schön, die bekommen S' an der Kasse." Reisender: .Aber hier steht doch Verkauf.von Postwerthzeichen!"?" Beamter: Gewiß, aber keine Postkarten."' Reisender: Ra, da hört ja alles auf! Sind denn etwa Postkarten alles auf! Sind denn etwa Postkarten. gewöhnliche. Postkarten, keine Post werthzeichen?". Beamter (erstannt): .Ah so,, gewöhnliche meinen 'S'? Ja die haben wir freilich, aber wie hab' ich denn daran denken können? Die kauft doch bei unö niemand mehr!"
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