Indiana Tribüne, Volume 22, Number 270, Indianapolis, Marion County, 18 June 1899 — Page 6
Her Schlaf des Kindes. In keinem Zeitabschnitt des mensch"lichen Lebens ist der Schlaf von so her'vorragender und so einschneidender Bedeutung für den Bestand und die Le'bensfähigkeit des Organismus wie gerade in den ersten Lebensjahren. Während der Entwickelungsperiode ist das Schlafbedürfniß, entsprechend dem regeren Stoffwechsel und dem gestrigerten Sauerstoffverbrauch, weitaus am -größten und läßt von da ab stetig und lllmälig bis in das späte Greisenalter nach. Das eben geborene Kind schläft ununterbrochen und wacht nur auf, um sein Nahrungsbedürfniß zu befried!gen. Gegen Ende des ersten Monats wacht es wohl eine Viertelstunde, gegen Ende des zweiten eine halbe Stunde, im fünften Monat bereits eine Stunde und länger. Allmälig werden die wachen Zeit--räume größer; aber immerhin schläft das Kind im ersten Lebensjahre mehr als es wacht. Nach Ablauf des zweiten und dritten Lebensjahres hört das Bedürfniß des Tagesschlafes auf, und es ist bekanntlich in den meisten Fällen ein vergebliches Bemühen zärtlicher und besorgter Anverwandten, den Schlaf jetzt noch durch Zuspruch, durch Drohungen und Strafen erzwingen zu wollen. Die Erfahrung lehrt, daß eine Verkürzung des Schlafmaßes über längere .Jeit hinaus beim Kinde unverkennbare Zeichen von Schwäche, Schlaffheit, Unlust und erhöhter Reizbarkeit hervorruft. Es gilt dies namentlich für solche Kinder, die von vornherein eine schwächliche Körperbeschaffenheit auftreisen, die schlecht genährt, bleichsüchiig und nervös belastet sind. In sol6)en Fällen muß mit doppelter Sorgfält darüber gewacht werden, daß dem Kinde nicht das von der Natur geforderte Maß vonSchlaf geschmälert wird. Aber ebenso nachteilig und falsch ist s, aus übergroßer Zärtlichkeit in den entgegengesetzten Fehler zu verfallen und über das erforderliche Maß hinauszugehen. Die natürliche Leistung--fähigkeit des Organismus kann nur dann erhalten bleiben, wenn Ruhe und .Thätigkeit. Schlafen und Wachen in ' oernunflgemäßer und natürlicher Einkheilung miteinander abwechseln; .nächstdem wird aber auch bei überlan9?m Aufenthalt im Bett die Luft des Scblafzimmers in einer Weise verschlechter die höchst nachtheilig auf den , zarten Oraanismus des Kindes ein-
rcirii; jauießiia, rviro oaoura) oer Fettansatz gegenüber der Mus!elent.nzickelung in einseitigem Sinne geför(i. rji . . t öert. Die 5yziene des kindlichen Schlafcs wird daher in erster Reihe darauf m achten haben, weder durch ZU wenia. 'noch durch zu viel Schlaf die Entwickelung des kindlichen Organismus in 'oem einen oder dem anderen Sinne zu beeinträchtigen. In einer großen Zahl von Beobachtungen, die an kräftigen und normal entwickelten Kindern angestellt wurden, welche hinreichend Gelegenheit hatten, sich tagsüber umherzutummeln, ohne daß sie geistig überfittstrim.if fmtrdfn fi.it mrm Jiihlnrr?ä' V V IVUI VVI.f ItlUII JVy4VllbM . tzig das Schlafbedürfniß in den verj'chiedensten Altersstufen festgestellt. mad) Ussellmann beansprucht das Kmd .im Alter von 7 Jahren 10 10 Stunden Schlaf, im Alter von 10 Iabren 9 bis 10 Stunden Schlaf. . m 'Alter von 12 Jahren 9 Stunden ' Schlaf, im Alte? von 13 Jahren 8j stunden Scblaf. Man Hai lange Zeit gestritten, und die Ansichten darüber und auch jetzt noch getheilt, welche Art von Lagerstät.ten für das erste Lebensjahr am geeigi netsten ist, ob man die Kinder in Bett- " stellen mit feststehenden Füßen oder in töauWit'Dc Bettstellen oder sogenannte ' Wiegen legen soll. Die Gegner der "Wiege behaupten, daß durch die an"haltende, schaukelnde Bewegung der 'Blunimlauf gestört, und. wie bei der 'Gernztzung einer Schaukel Taumel und Schwindel hervorgerufen werden. Das Siinb einwiegen hieße danach, das Kind betäuben, und der Schlaf, durch Wieen hervorgerufen, wäre ein künstlicher. Gewiß hat die Anschauung etwas für .sich in solchen Fällen, wo mit großer Heftigkeit geschaukelt oder die gleichrnäßlge Bewegung durch Stoß und Ruck unterbrochen wird; aber ebenso sicher ist es wohl, daß ein mäßiges 'Wiegen und Schaukeln, etwa in dem 'Maße, wie die Mutter ihr Kind auf den Armen zu schaukeln pflegt, keine riachtheilige Wirkung auf den Säugling ausübt. Im übermäßigen Grade wirkt übrigens das Schaukeln auch auf 'die Verdauung des Säuglings schadXich ein, indem eZ Uebelkeit und Erbrechen hervorruft. Es erscheint überflüssig, daran zu -erinnern, daß jedes Kind, auch der Säugliug und das Neugeborene, seine eigene Lagerstätte braucht. Und doch kommt es nicht selten vor, daß ein und mehrere Kinder mit der Mutter in einem Bette liegen. Unter den Schädlichkeiten irnd Gefahren, die hierbei "dem Kinde drohen, seien nur die verunremigte Luft, die Ansteckung hervorgehoben, sowie die keineswegs seltene Gefahr der Erstickung, die darin liegt, daß die Mutter im Schlafe unbewußt ihr Kind erdrückt. Seltene Pflanze. Wie, Ihr Vater. Ihre Brüder und Ihr Onlel sind auch Schriftsteller?" B.: Ja. ich bin sozusagen in der Tinte aufgewachsen!" Aus der I n st r u k t i o n sstunde. Lieutenant: Sagen Sie r.iir, Barthl, wie viel ist die Hälfte vsn Rekrut (nach einigem Besinnen): Genau kann ich's nicht sagen, aber diel ist's nicht!" Schlimmste Verwünschung. Herr (im Streite mit einem jungen Arzte): Herr Sie sollen Ihr eigener Patient werden!- .....
Irallkfurt am Main. Wie kann mer not net von Frank-
fort sei! Kopfschüttelnd sang es de? alte Lokaldichter Stolke. der Typus des urechten Frankfurter Bürgers, und seine engeren Landsleute singen es kopfschüttelnd nach. Der Vers ist bezeichnend für den Lokalpatriotismus der Stadt. Was fragt der Franksuner viel nacb dem wnaen Spree - Athen oder dem alten Seine - Babel. Er schaut mit einaefleischtem Stolz zurück auf die Vergangenheit der Vaterstadt und ihre großen Sohne, und er vetrachtet nch kühn als em Ämoegtieo in der glorreichen Kette. Und der Frankfurter hat recht, an seiner Vaterstadt zäh zu hängen und sich seine Eigenart zu bewahren. Gibt es dock nur wemae Städte im alten Vaterland, die auf ein gleiches Alter oder eine auck nur annähernd so in teressante Geschichte zurückzublicken vermögen. Uns allen, die wir zuweilen an Erinnerunaen aus der Schulzeit leiden, ist wohl noch die Sage gegenwärtig. in der Kopisch die Flucht der Franken und ihre Errettung durch die Auffindung einer Furt im Main besingt. Damals soll der Frankenk'önig Chlodwig, einem Gelübde folgend, die Stadt aearundet baden, aber viele werthvolle Funde der letzten Decennien füdren dr Alter autkentl crz vlö ln oie Römerzeit, ja bis zur Zeit von Christi Geburt zurück. Wir begegnen ver einen urkundlichen Erwähnung jedoch erst im Central Bahnhof. Jahre 794, bei' Gelegenheit eineZ ReichsconcUlums, das Karl der Große in Frankfurt abhielt, und von dieser Zeit an können wir ein rasches Wachsthum und Emporblühen verfolgen. Hauptstadt Ostfrankens, mit dem Privileg der Messen, die so bald Frankfurt die eigentliche Bedeutung geben sollten, belehnt, wuchs sie an Bedeutung so schnell, daß sie sich bereits im Jahre 1122 zur Wahlstadt der deutschen Kaiser emporschwang, eine Würde, die ihr spater durch die goldene Bulle feierlich bestätigt wurde und die sie bis zum Jahre 1791 behielt. Reichsfreie Stadt wurde Frankfurt im Jahre 1372. und von jetzt an war sie als Wahl- und Krönungsstadt, im Besitz der Messen- ja der eigenen Münzberechtigung, prädestinirt, eine der bedeutendsten Handelsstädte zu werden. Denn der Verkehr wuchs von Tag zu Tag. In den nachfolgenden kriegerischen Zeitlauften hatte dieStadt viel zu leiden. Durch ihren Beitritt zum Schmalkaldischen Bund, durch die Belagerungen Moritz' von Sachsen, den Fettirnlchschen Aufstand, den Drei ßigjährigen, den Clebemahngen, den Freiheitskrieg sah sich die freie Reichsstadt fortwährend in ihrer Selbstständigkeit bedroht, ging aber zuletzt dank ihren großen Reichthümern und Hilfsquellen immer noch glücklich aus der Affaire hervor, bis it 1866 Preußen einverleibt wurde. Treffen wir heute in der alten Mainstadt ein, so befällt uns gleich ein Staunen beim Anblick des gewaltigen Centralbahnhofs, eines der grandiosesten Bahnhöfe der Welt. Von semer Größe kann man sich einen ungefähren Begriff machen, wenn man bedenkt, daß in seine Gesammtanlage bis zur letzten Weiche die ganze Festung Mainz mit Mauern und Wällen hineinversetzt werden könnte. Goethe's Geburtshaus. Wie ein breiter, grüner Gürtel umschließen Baum- und Blumenanlagen die einstigen alten Festungswälle, die eigentliche Innenstadt. Hier findet an schönen Sommertagen der Korso statt; die Mllltarmusik spielt, u.id in glan zend angeschirrten Karossen wiegen sich die Damen Frankfurts, die Pracht ih rer Pariser Toiletten höchstens durch die tadellose Haltung des Körpers und die häusig orientalische Schönheit ihres Antlitzes überstrahlend. Vor den Anlagen erhebt sich ein son derbares Kunstwerk, der Mannskopfsche Uhrenbrunnen, ein Geschenk des Frankfurter!- Gustav Mannskopf an die Vaterstadt. Auf einem mit Brunnenköpfen verzierten Unterbau erhebt sich eine kapiiälgekrönte Säule als Träger einer großen, vierfachen Uhr, von der eine geflügelte weibliche Figur als Sinnbild des Verkehrs zumBahn Hof hinüberschaut. Da wir qerade am Roßmarkt und dem sich anschließenden Goethe - Platz vorbeikommen, so machen wir einen Augenblick Halt, um zwei der schönsten Denkmäler und gleichzeitig zwei der bedeutendsten SKänn ehrsurchtsvoll in
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Augenschein zu nehmen. Da erhebt sich vor uns auf dem Roßmarkt das monumentale Denkmal Gutenbergs, des Erfinders der Buchdruckerkunst. Gutenberg und seine Freunde Sch'öffer und Fust auf ragendem Sockel darstellend. Poesie und Theologie, Industrie Im Römer. und Naturforschung halten zu Füßen des Postaments in Gestalt von weiblichen Idealfiguren Wacht. Nicht weit entfernt hiervon reckt sich die gewaltige Figur Wolfgang v. Goethe's. Frankfurts Stolz. Goethe's Geburtshaus liegt am Hirschengraben. Durch ein Gewirr von Gassen gelangen wir zum sogenannten Römerberg, einem ausstcigcndenPlatze, dem ältesten der Altstadt. Hier war es. wo an den Krönungstagen der deutschen Kaiser Brunnen mit Wein gefüllt und ganze Ochsen am Spieße gebraten würben zur freien Labung und Atzung der Volksmassen, während sich die Ritterschaft in kraftvollen Turnieren tummelte. Hier auch steht der alterthümlichste Brunnen der Stadt, der Gerechtigkeitsbrunnen. Die Gerechtizkeit, eine hohe Fraucnflgur. erhielt der Brunnen. der der erste in Frankfurt war er soll im Jahre 1543 errichtet worden sein erst später; vorher schmückte ihn eine Gruppe, die Simson mit dem besiegten Löwen darstellte. Löwen- und Engelköpfe speien in vielen Strahlen das Wasser in ein großes Bassin. Die Gerechtigkeit aber hält Schwert und Wage dem Römer zugewandt, jenem baulich und geschichtlich interessanten Bauwerk, das im Jahre 1403 zum Rathhaus bestimmt wurde. Woher der Name stammt? Man nimmt an, daß das Haus, dessen Alter kaum zu bestimmen ist, auf einen früheren Besitzer zurückzuführen sei, der aus Rom einwanderte, und daß der Volksmund dem Hause dazumal schon den Namen beigelegt hat. Denn in Urkunden aus dem Jahre 1222 bezeichnet man schon eine deutsche Familie, die das5)aus an sich gebracht: genannt Römer". Weniger durch die primitive Art der Baukunst als eben durch sein Winkel am Markt. ehrwürdiges Alter wirkt das mächtige Gebäude auf uns ein. in dessen Jnneren sich die bedeutsamen Wahlakte vollzogen. Das rdgezchob besteht aus hohen Quadergewölben, in denen zur Meßzeit die Händler mit ihren Waaren untergebracht wurden, weshalb man es auch das Kaufhaus nannte. Eine breite, mit Kunstschmiedearbeiten versehene Steintreppe steigen wir hinaus zum Ztaijersaal. Hier tafelten die deutichen Kaiser im Kreise der Fürsten und Bischöfe, wenn sie von der Salbung und Krönung im Dome heimlehrten. Heute schaut der Kalsersaal anders aus, als dazumal. An Stelle der gemalten Büsten deutscher Kaiser, die im Jahre 1612 und spater in den Nischen ausgestellt wurden, blicken uns heute die hohen Oelgemälde der Kaiser, von Karl dem Großen bis Franz II. an, sämmtliche Nischen füllend. Ein sonderbarer Zufall war es jeden falls, dak Vtiam II.. der letzte deutsche Kaiser, der Cchattenkaiser. die letzte Ni)che schloß. Ueber das Rathszimmer hatten die alten ffranksurter den schonen Spruch geschrieben: Eyns mans redde ein halbe redde, man sol sie billich berheren bede. Von hier gelangen wir über eine prächtige, verkuppelte Spindeltreppe in den Romerhos und wandeln nunmehr zum Markt, um uns zunächst in einer fröhlichen Kneipe an einem Schoppenglase Sachsenhäuser Acppelwei's zu erfreuen. Da haben wir nun ein Stückchen Mlttelalter vor uns, wie wir es uns gedrängter kaum zu denken vermögen. Prachtgebäude wie der langgestreckte mit einer offenen Holzgalerie versehene Nebstock" an der Kruggasse, das Geburtshaus Friedrich Stoltzes. oder die im Renaissancestil gehaltene goldene Waage" lassen das Herz des Forschers höher schlagen. DieParterrehallen sind zum Theil frei, sogenannte Lauben, in denen all Ueberbleibsel des einstigen Ghetto alles möglich feil geboten wird: Fleisch und Gemüse, alte Scharteken, Lumpen und Eisen. Das eigentliche Judenviertel befand sich in der Judengasse, jetzt Vörnestraße getaust. Es war eine armselige, schmalbrüstige Gasse, fast ohne Licht und Luft, und. unter den halbzusammenge fallenen Häusern das Stammhaus der Familie Rothschild. In der Altstadt befinden sich auch die denkwürdigen Kirchen der Stadt. Im Jahre 872 wurde der älteste Bau errichtet, der später in frühgothischem Stil umaebaut und Salvatorkirche ge tauft wurde. Er war als dreischiffige Halle gedacht, mit einschiffigem Chor, und zeigte auf der Kopfseite einen spätgothischen Thurm. Nach einem neuen Umbau Bartholomausklrche ge nannt, blieb die Kirche im Volksmund m Zbam, und .diese einzige Bezelch
nung hat sich auf unsere Zeit der-
pflanzt. Nachdem der Dom im Jahre 1867 von einer Feuersbrunst fast vollständig verheert worden war, wurde tx durch Dombaumeister Denzinger aus Regensburg nach den ältesten Grundrissen neu und herrlich aufgebaut. Das Innere des Domes ist mit historischen Darstellungen nach Entwürfen des Frankfurter Malers von Steinle geschmückt, von dem auch die Zeichnungen der prachtvollen Glasmalereien stammen. An der Außenseite des Nordschiffes befindet sich eine hochoriginelle Kreuzigungsgruppe in Stein gehauen. Wer ihr Schöpfer ist, blieb unbekannt. Jedenfalls stammt sie aus dem Jahre 1509. Nicht weit entfernt vom Tom wie siH überhaupt die Kirchen Frankfurts auf einem verhältnißmäßig kleinen Stadtgebiet concentrirt finden erhebt sich die mit ihm an Alter und Volksthümlichkeit rivalisirende St. Leonhardsklrche. Die Kirche fuhrt ihre Entstehung auf Friedrich II. zurück, der den Platz schenkte, und nahm den Namen im Jahre 1323 an. zur Erinnerung. daß zu dieser Zeit ein Arm des heil. Leonhard von Wien aus nach Frankfurt überführt und in der Kapelle aufbewahrt wurde. Der Bau ist im romanischen Ctil gehalten, ziemlich unregelmäßig und von großen Dlmenstonen. Einer der Kirchenthürme zeigt einen sonderbaren Schmuck, der bei einer Jlirche wohl einzig dastehen dürfte. Er führt nämlich den Reichsadler. LeonHardskirche. Durch das Sturmiahr 1848 berühmt geworden ist die evangelische Paulskirche, die wir ebenfalls vom Dom aus schnell erreichen. Ein runder, rotherSandsteinbau mit viereckigem, in Galerien abgesetztem Thurm liegt tioz uns. Hier wurde am 18. Mai 1848 die deutsche Nationalversammlung eröffnet. Wir wandern den Main entlang. der seine klaren dunkelgrünen Wogen einherrollt, und durchschreiten die ältesten Stadttheile. Am eisernen Steg vorbei fuhrt uns de? Weg zur alten Brücke", der ersten festen Brücke, die in Frankfurt über den Main geschlagen wurde. Auf ihr befindet sich das Standbild Karls des Großen und ein altes Wahrzeichen der Stadt, ein 5)ahn aus einem Cruzifixe. Die Brücke wird auch Sachjenhauser Brücke genannt, weil ste die bequemste Communication mit Sachsenhausen darstellt. und die knorrigen Sachsenhauser haben den Kaiser Karl auf ihr den Erfinder des Aeppelweis" getauft, da er m ruhiger Wurde, mit dem Reichsapfel in der Hand, dasteht. Ein gelungener Menschenschlag, die SachsenHäuser. Sie sind nur durch den Main von der Stadt getrennt und doch von den Frankfurtern verschieden wie Feuer und Wasser. TerName SachsenHausen ist auf die Sachsen - Ansiedlungen zurückzuführen, die Karl der Große nach seinen Siegen über die Erbfeinde der Franken hier und in einigen Orten des Taunus dornahm. P a u l s k i r ch e. Von der Brücke aus gelangen wir durch die Fahrgasse auf die Zeil", die Hauptverkehrsader Frankfurts mit ihrem Reichthum an Laden- und Handelsgeschäften und dem imposanten neuen Postgebäude. Wieder schlagen wir eine Seitengasse ein zur EschenHeimerstraße, in der sich 'das Geschäftshaus der Frankfurter Zeitung befindet, und erblicken eine der mächtig aufstrebenden Warten Frankfurts, das Eschenheimer Thor. Eine Erinnerung an die Zeit, da Frankfurt noch eine starke Festuna war. steht der Thurm trotzig da als ein schöner markiger Bau aus längst verflossenen Jahrhunderten. Auf der mittleren Spitzkappe dreht sich eine durchlöcherte Wetterfahne. Wie der Volksmund zu melden weiß, hat ein gefangener Wilddieb ein Meisterstück abaeleat und eine regelrechte Neun hineingeschossen, was ihm den Hals rettete. An wundervollen Anlagen vorbei führt jetzt der Wegum Stolz des modeinen Frankfurters, zum Opernhaus. 34 Meter hoch ragt das Gebäude auf, im Unterbau und 5auvtbau aus Rundbogen und Säulengängen, reich mit Malereien bedeckt, bestehend. my
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bul und Foyer zeigen riesige Dimensionen und üben auf den Beschauer einen hoch künstlerischen Eindruck aus. Zwei-
tausend Menschen finden Platz im Zuschauerraum; die. Bühne ist eine der größten Deutschlands. Die Giebelfelder des Hauses sind mit Reliefs geEschenheimer Thor. schmückt, und ein springender Pegasus auf dem Dache zeigt die Bestimmung des Gebäudes an. Dem Wahren, Schönen, Guten," so prangt.es in hohen Lettern an der Front. Einige zehn Millionen Mark kostete das Frankfurter Opernhaus mitsammt der Einrlchtung. Man sieht, arm ist die Mainstadt nicht. Sie ist reich an Gütern Fortunas, reich an Denkmälern, Bauwerken, Bibliotheken und Kunststätten, reich auch durch die Schönheit der Natur. Erwähnen wir nur noch den Palmengarten", den in Anlage und Inhalt berühmtesten Deutschlands, ein entzückender Aufenthalt im Winter und im Sommer. Erwähnen wir die großartige Rothschildsche Bibliothek", die jedermann zur freien Verfügung steht, das Städelsche Institut" mit seiner Galerie alter Düsseldorfer Meister und das Bethmannsche Museum". Chinesische Brautsänftc. In China ist das Loos der Frauen beklagenswerth. Sie seufzen unter dem schweren Joch althergebrachter Vorurtheile und Gewohnheiten. Das Glück der Liebe ist den meisren von ihnen fremd, denn in dem Reiche der Mitte werden nur' Convenienzheirathen geschlössen und dabei wird nach den Herzensneigungen und Wünschen der Braut nicht gefragt. Die Eltern suchen für sie den künftigen Ehemann aus, und mit ungewissen Ahnungen sieht sie dem Hochzeitstage entgegen. Dieser wird je nach dem Vermögen des Brautpaares recht festlich begangen. DerBräutigam schickt einenFreund mit einer Sänste, damit er seine Braut aus dem Elternhause abhole und in ihr neues Heim brwge. Diese Sänfte ist zumeist reich mit Vergoldungen und dem Schmelz von Königsfischfedern verziert und bei hochstehenden Leuten mit rothem Tuch ausgeschlagen. Auch. trägt sie auf rothem Papier einige symbolische Inschriften. Der Sanfte pslegen rothgekleidete Männer mit allerlei symbolischen Abbildungen doranzugehen. Im Hause des Bräutigams findet nun die eigentliche Hochzeit statte die in einer Menge weitschweifiger, echt chinesischer Ceremonien besteht und mit einem Mahle beschlossen wird. Woran's liegt.' Himmel! Ist das eine elende Postverbindung, jetzt habe ich schon sechs Briefe an meinen Alten geschrieben, und es ist noch kein Geld hier!" Ausrede. Herr: Wie, Johann. Sie trinken aus meiner Cognacflasche?" Diener: Entschuldigen Sie, gnä' Herr, ich kon?.t' halt das Glasel augenblicklich nicht finden!" Ein Kind der Zeit. Meinst Du. datz Elli ihren L!eutenani heirathen wird?" Aber, Alma, man heirathet doch heut' zu Tage nicht jeden ersten Besten, mit dem man sich verlobt!" Netter Trost. Bemoostes Haupt (zu seinem College): Nur frisch in's Examen und immer Muth! Einmal muß man halt doch durchfallcn! Ein galanter Händler. Nichter: Sie geben alfo .,, das Pferd ewige Jcre jünger gemacht zu haben?" Angeklagter: Es war eine Stute, Herr Richter!" Unmöglich. Arzt: Sie müssen den Arm einige Zeit in der Binde tragen. Herr ..Goldstern." Patient: Unmöglich, Herr Doktor wie kann ich sprechen mit einem Arm?" Abkürzung. Hausfrau (eine neue Köchin engagirend): Ihr Name Adelheid ist mir aber viel zu poetisch. Haben Sie nicht noch einen anderen?" Köchin: Jawohl. Madame!" Hausfrau: Und wie lautet der?" Köchin: Schnutchen!" Giftig. Herr (zum Schriftsteller): Na. Herr Dichter, was tretöen Sie denn jetzt?" Ich beschäftige mich jetzt augenblicklich mit Sprach Studien. Ganz recht von Ihnen; ot Schriftsteller müssen schließlich auch ihre Muttersprache können." .
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Ein Zahleligkluc. Wenn man von einem Rechenkünstler hört, so denkt man in der Regel an ein Genie, einen Menschen, den die Natur mit hervorragenden Geistesgaben ausgestattet hat. Selten denkt man daran, welche Summe von Arbeitskraft und Energie auch ein Genie aufzuwenden hat, ehe es zur vollen Entwickelung gelangt. Die Meisterschaft Dr. Ferrol's in der Rechenkunst baut sich auf einer breiten Basis auf. denn derselbe hat in Heidelberg, Karlsruhe und Freiburg die mathematischen Wissenschaften studirt und ist seinem eigentlichen Beruf nach Ingenieur. Dieser Beruf, der einen häufigen Umgang mit Zahlen bedingt, hat in Dr. Ferrol durch planmäßige Entwickelung eine Fertigkeit im Rechnen gezeitigt, die bis jetzt von keinem Rechenkünstler übertroffen worden ist. Dr. Ferrol multiplicirt zwei vierstellige oder auch noch größere Zahlen im Kopf miteinander, sagt eine Wandtafel voll Ziffern, die man ihm dictirte, nach einmaligem Durchlesen vorwärts - und rückwärts
fchlerftn her, nennt die Reihenfolge der Diagonalreihen oder einer beliebig auszuwählendenHorizontal- oder Verticalreihe jener Ziffern sowie deren Aufeinanderfolge nach dem Ronelsprung und zieht Quadratwurzeln und Kubikwurzeln von jedem Umfang im Kopf aus. Aehnliches ist früher beD r. F e r r o l. reiks geleistet worden, Dr. Ferrol geht aber bedeutend welter, denn er ist nicht nur Rechenkünstler, sondern auch Mathematiker, der seine kolossale Rechentechnik auf jedem Gebiet in Anwendung zu. brrngen rm Stande i)L Bor einem kaufmännisch gebildeten Hörerkreise werden allerlei Ealculationen. schnell und sicher im Kopf ausgeführt wahrend' Schulern höherer Lehranstal ten Rechnungen aus den Gebieten der Technik, der Chemie, der Bbnnl der Astronomie, der Gleichunaen sowie der Zinseszins- und Rentenrechnung- vorgeführt werden Dl- dazu notwendigen Loqarithmen kann der Vortragende theilweise auswendige die sehlenden Logarithmen entwickelt er sich aus den bekannten ohne jedes äußere Hülfsmittel.. Verschnappt. Tanter Mcm erzählt sich. Di' hat--test Dich auf dem Wohlthätigkeitsbazar für zwanzig Mark von einem' Lieutenant küssen- lassen." Nichte (eifrig) 7 Das ist nicht nxchrx keinen Pfennig' hab( ich dafür genonr--mmi" J,WmerrmBernf. Frau eines Postbeamten (zu ihrem Mann): August, denk' Dir nur, bei Cchulze's ist heut der sechste Junge angekommen!" Mann: Run, was geht das uns an? Das ist eigene Angelegenheit des Empfängers!" Unmöglich. Sie: Da möchte man schon aus der Haut fahren!" Er: Geht ja nicht. Weiberl Du bist zu fest geschnürt." Gemüthlich. Richter (zum Angeklagten): Waren Sie nicht auch schon einmal wegen Defraudation von dreihundert Mark bei Gericht?" - Nein, so wenig hab' ich nie genom tncnr ----- '
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Frau Meier nicht zu 5ause?" Ne'...! Meine ZZrau ist verreist sie muhte auf die 3. Wanderkneive für Radfahrer!" Unter College n. Erster Dieb: .Denk' Dir, mir wurde mein Rad gestohlen!" Zweiter Dieb: Wie sich daö trifft! Ich hab' soeben rin's' gestohlen! ... Sieh' 'mal nach, ob es vielleicht das Deinige ist!'" Macht dr Gewohnheit. Bitte, lassen Sie unZ umkehren,, Herr- Doctor! Ich möchte- mit derTXime die dort kommt,, nicht gernzusammentreffen !" Ganz wie Sie wünschen, gnamgrs Fräulein . . . Vermuthlich Ihre Schnei-. denn, nicht wahr?! Zu eritst- gcmciinh. . . .Mama ist ixmtherrk;, weil Sie mich geküßt habend Es ist mir allerdings leid, daß sie es geseh-n, doch einen Kuß in EYrQ kann Niemand wehren!" Wie sagen Si? in Ehren? Ich hab' geglaubt. Sie wollen mich heira then?!AucheineGeldheirath. TOtf, - U Straßenräumerkathi : Hast D' schon g'hört, Lotti, der Latrinenkobi beirathet ja jetzt die Hausirerpepi sie hat bei der letzten Lotterie 25 Mark gewonnen!" LLtti (Stiefelwichserswittwe): Was D' net sagst! . . . Halt auch wieder so 'ne Geldheirath!" Schwer zu entsch:iden. Hast Du nicht bemerkt, Emilie, wie der Herr mir nachgeschaut hat?" Ich habe nur bemerkt, wie er m i r nachge schaut hat!" Rache.' Kritiker: Ter Pud ding ist aber gänzlich mißlungen. Bertha." Junge Frau: Unmöglich! Ich habe ihn doch nach dem neuesten Koch buch zubereitet Kritiker: .Wirtlich?. Das Machwerk werde ich gleich rrttl gründlich nzensuen." - -
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