Indiana Tribüne, Volume 22, Number 263, Indianapolis, Marion County, 11 June 1899 — Page 9
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etlaae Die Badereise. Humoreske von Dr. Ma? Hirschfeld.' Die Geschichte spielt in Belgrad, der Hauptstadt Serbiens. In einer Straße dieser Stadt liegt ein hübsches kleines villenartiaeZ Gebäude inmitten eine wohlgepslegten Gartens, der von einem laubumrankten Holzgitter umgeben ist. Der Villa gegenüber bemerkt man eim halbverfallene Lehmhütte, in welcher eine Zigeunerfamilie haust. Solche Gegensätze sind in diesem Theile Europas nicht selten. , Vor der Gartenthüre stand eine schöne junge Frau und vor der Zigeu'nerhütte lungerte ebenfalls eine solche .herum. Die erstere war die Frau deS Herrn v. Konstantinowitsch, der ein kleines Amt beim Ministerium inne hatte und dafür gerade so viel Gehalt erhielt, als zu einem einfachen Leben hinreichend war, aber nicht mehr. Die Zigeunerin war die Frau des KesselslickerS Czinka. , ctatin," rief Frau v. Konstantins witsch zu der anderen hmüber. Diese näherte sich unterwürfig. Katin, Du kannst aus der Hand prophezeien?" ), gnädigeHerrin, ich habe ja schon immer durch das gnädige Dienstmädchen fragen lassen " Ich weiß, ich weiß, aber eS hat mir immer nicht gepaßt. Mein Gatte und ich wollen eine Reise unternehmen, und nun sollst Du unS prophezeien, ob sie uns rathsam Ware." Die Zigeunerin wollt: die Hand der jungen Frau ergreifen, aber diese wehrte ab. Nein, laß nur. Du hast Dich ja heute noch nicht gewaschen." Heute ist ja kein Festtag, gnädige Herrin. Ich werde also aus den Karten prophezeien." Sie zcz ein Kartenspiel aus der Tasche, dessen einzelne Blätter dem gewohnlichen Auge nicht mehr erkennbar waren. Rasch breitete sie diese auf dem Rasen auS, der sich in ziemlicher Breite vor der Umzäunung ausdehnte. Sehr die! Glück!" rief sie in wahrer Begeisterung, gnädiger Herr wird auf der Reife viel Geld erhalten " Hör' einmal. Katin," wurde sie von der jungen Frau unterbrochen, was verlangst Du denn für Deine Prophezeiung?" Die Zigeunerin nannte ein beschtidenes Geldstück, da sie in Gedanken schon berechnete, wie viel ihr noch außerdem die Reklame werth sei, die ihr dadurch gemacht wurde, daß eine so feine Dame wie Frau v. Konstantinowitsch sich von ihr prophezeien lasse. Run, Katin, ich will Dir daS Dreifache von dem geben. waöDu verlangst. dafl!r beanspruche ich aber " Viel Geld, noch viel mehr Glück und Geld," schrie die Zigeunerin sogleich, außer sich vor Befriedigung, einer vornehmen Dame so viel von dem versprechen können, wovon sie selbst nichts besaß. Rein, durchaus nicht," unterbrach sie ihre Klientin. Ich wünsche, daß Du folgendes prophezeist: Sobald mein Gatte in diesem Sommer eine Reise antritt, ja, sobald er nur die Hauptstadt verläßt, wird ihm ein Unfall passiren." Die Zigeunerin blickte die schöne Frau verständnißlos an. Diese gab sich nochmals alle Mühe, ihr den ausgesprochenen Wunsch deutlich zu machen. aber vergebens. Die Prophetin blieb dabei, daß in den Karten viel Glück und viel Geld stehe. Was gibt es denn hier?" fragte Herr von Konstantinowitsch hinzutretend auf Französisch, wie kannst Du Dich mit dem schmutzigen Weibe abgeben? Du läßt Dir doch nicht etwa von ihr die Karten legen?" Die junge Frau erzählte ihrem Gatten genau den Inhalt ihrer bisherigen Unterredung mit der Zigeunerin, die rasch ihre Karten zusammengerafft hatte und sich bereit hielt, bei dem ersten Donnerworte des gnädigen Herrn in ihre Hütte zu fliehen. Aber warum in aller Welt stellst Du ein so sonderbares Begehren? Erstens steht uns ja keine Reise bevor, zweitens,' wenn das auch der Fall wäre, wäre es ein lästerliches Spiel, uns Unglück prophezeien zu lassen, und drittens kann ich selbst ebenso gut prophezeien wie dies Weib." Du urst ln verschiedenen Punkten, lieber Mann," erwiderte die junge Frau. Wir sollen keine Reise unterehmen? Vergißt Du denn, daß die der Badereise vor der Thüre ist?" Wir können diese Mode aber nicht mitmachen, und wir wollen es auch nicht. Bei unseren bescheidenen VerHältnissen ist es ganz unmöglich, mit den aufwandtreibenden Bekannten zu wetteifern. Außerdem haben wir uns .bisher in unserem kleinen Neste glücklich genug gefühlt, und ich wenigstens habe nicht d:e geringste Sehnsucht nach einer Badereise." ( Ich auch nicht. Ich wäre sehr glücklich, wenn wir das ganze Jahr über ruhig hier bleiben könnten, und eben dazu soll uns die Zigeunerin verhelfen." Begreife ich ganz und gar nicht, liebe Helene." So viel wirst Du doch begreifen, daß wir unS lächerlich machen, wenn wir uns ohne weiteres von der Badereise ausschließen, nur etwa, weil wir kein Geld haben. -Msn würde unö bedauern, cus lebten 'wir im Äßten ölend, und ich will mich nicht bedauern lassen. Deine Collegen nrü Qot$tffc tm kckrdm über Dich pnwezsrhtn
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env Du konntest in Deinem Ämt alt vnd grau werden, ohne zur Veförderung zu gelangen." . . Nun erkläre mir aber r" Das ist ja ganz einfach. Wenn die Zigeunerin prophezeit, Dir würde in diesem Sommer auf der Reise ein Un fall zustoßen, so wäre ich ja viel zu ängstlich, um nicht auch gegen die kleinste Reise eifrig zu protestiren. Obgleich Du auf die Badereise brennst, halte ich Dich mit aller Kraft zu Hause und bringe Dir selbst das Opfer, auf die Badereise zu verzichten, nur um Dich bei Schritt und Tritt bewachen zu können." Nun verstehe ich, das ist allerdings nicht Übel." Nun also! Wenn ich der Zigeunerin nur beibringen könnte " Da laß mich nur machen. Ich habe im Amt: viel mit den Zigeunern zu thun, verstehe ihre Sprache und kenne ihre Gewohnheiten." Er bewies es sogleich durch die That. Nach wenigen Minuten hatte er der Katin deutlich gemacht, was seine Gattin wünsche. Und wenn Du nicht den Mund hältst" fügte er hinzu, so soll Deine ganze Verwandtschaft es büßen." Sie ergeht sich in Betheuerungen, welche Herr von Konstantinowitsch dadurch abschnitt, daß er ihr ein großes silbernes Geldstück zuwarf und nach ihrer Hütte hinüberdeutete. Der nächste Tag war der große Em pfangStag der Ministerialräthin MareSku. Das große Thema dieses Tages bildete natürlich die Badereise. Am meisten Interesse erregte aber Frau v. Konstantinowitsch mit ihrer Erklärung, daß sie in diesem Jahre nicht rei-
sen würde und mit der Begründung dieser Erklärung. Unmöglich,- meinte die Frau eines reichen Bankiers, es ist doch so zu sagen ein halber Selbstmord, während deS Sommers in der Stadt bleiben zu wollen." Aber die Prophezeiung der Zigeunerin!" rief die Frau deö Maiors Kultoff, wir haben doch Beweise genug gehabt, daß solche Prophezeiungen eingetroffen sind." Sogleich bildeten sich in der Gesellschast zwei Parteien, von denen die eine, die Minderheitspartei, den Glauben an solche Prophezeiungen als Aberglauben hinstellte. Schließlich entschied die Ministerialräthin im Sinne der Mehrheitspartei. Wenn die Frau glaube, daß dem Manne Gefahr drohe, ja, wenn nur eine Vermuthung oder eine Ahnung vorliege, sei sie schon verpflichtet, daS theure Leben des Gatten zu schützen. Diese Erklärung befriedigte allgemein. Selbst die Bankiersfrau. Die Vertreterin der Minderheitspartei versicherte, diese Interpretation enthalte etwas sittlich Schönes und würde auch den Vertreter der weitgehendsten Aufklärung zu einer milderen Auffassung gegen Prophezeiungen geneigt machen. So durfte denn Frau von Konstantinowitsch mit der Erlaubniß der Gesellschaft, in diesem Sommer daheimzubleiben, zu ihrem Gatten wieder zurückkehren. Dritter Tag. Herr von Konstantinswitsch wurde zu einer Audienz beim Minister befohlen. Er hatte die Ehre einer Unterredung mit diesem hohen Vorgesetzten unter vier Augen, und diese dauerte beinahe eine Stunde. Mein lieber Konstantinowitsch," sagte der Minister, ihm zum Abschied die Hand reichend, ich verlasse mich ganz auf Sie. Hoffentlich rechtfertigen Sie mein Vertrauen. Die Belohnung wird dann nicht ausbleiben. Alle Gelder für Reise und Auslagen erhalten Sie noch heute an der Hauptkasse anaewiesen." In der frgstenStimmung langte Herr von Konstantinowitsch bei seiner Gattin an.' Auch sie theilte zunächst schie Freute. Abrrik welche Lage gerathen wir nun?" sagte sie plötzlich, wir haben auf die Badereise verzichtet, weil die Zigeunerin Dir angeblich einen Unfall auf der Reise prophezeite, und nun sollst Du doch schon zwei Tage nach der Prophezeiung reisen?" Nun ja, im Auftrage deS MinisterS." Das ist ja gleichgültig. Alle Frauen der Gesellschaft werden mich verdammen." Und sie zerbrechen sich die Köpfe darüber, wie sie ihren Bekannten die vlötzliche Sinnesänderung erklären könnten. Schließlich fanden sie einen AuSweg. . Wenige Tage später war großer Empfangstag bei der Frau des Minisierial - Direktors. Alle Damen dilbeten einen großen Kreis um die Frau des MajorS Kultoff, welche die Geschichte von der Familie Konstantinswitsch, die daS Tagesgespräch in der Residenz bildete, mit sehr lebhaften Gesten erzählte. ' Er wollte durchaus ins Bad, und zwar so früh als möglich. Sie sträubte sich mit Händen und Füßen dagegen. Sie wissen weshalb, meine Damen." Beifälliges Gemurmel antwortete. ES, lag etwas sittlich Schoneö darin," warf die Bankiersgatttn dazwischen. Kun, da faßte er einen plötzlichen Entschluß," fuhr die Majorin fort, er bat den Minister um ein gehet llu-dUa.-Sie würd ihm oewMgi. Sr erucyke um einen mehrmontttcyen Urlaub. Der Minister' hatte Mcht5 dagegen einzuwenden. Gehen Sie, Herr von Konstantinowttsch," sagte der Minister. Sie haben Ihre Pflicht gethan, Sie dürfen nun auch auöruhen Mein Herr von Konpantinowitsch fährt, obne seine Frau au berlsSrichtiatki. oder von Ifci i
nehmen, direlt zum Bahnhof, und fort ist er." Wie rücksichtslos," sagte die Direktorin. Rücksichtslos natürlich," meinte die Räthin. Aber was sollte er schließlich thun? Und Frau von Konstantinswitsch?" Die arme Frau war thatsächlich untröstlich. Sie soll zuerst den Gedanken gehabt haben, sich das Leben zu nehmen. Dann aber ging sie zum Archimandriten, ließ sich von ihm in die Kirche führen, und leistete vor dem Altare einen heiligen Eid, daß sie nimmer ruhen würde, bis sie ihren Gatten gefunden hätte. Sogleich machte sie sich auf und reiste auf's Geradewohl in die Welt hinaus." Während die Belgrader Gesellschaft in den Bädern weilte, amüsirte sich das junge Ehepaar in Paris, wohin Herr von Konstantinowitsch auf Kosten seiner Regierung geschickt war. Als sie zurückkehrten, waren sie in der Achtung der ganzen Gesellschaft um ein gutes Stück gestiegen, nicht nur infolge der Romantik, die ihre Reise umgab, sondern auch, weil Herr von Konstantinowitsch einen schönen großen Orden auf seiner Brust trug. ; Das ist der Unfall, den ihm die Zigeunerin prophezeit hat," sagten die Spötter und Neider. Das Daar in der Suppe. Von C. Spielmann. Napoleon L stand auf der Höhe feiner Macht und seines Ruhmes. Bereits bei seiner Krönung hatte er die alte Etiquette der Könige von Frankreich an seinem Hofe wieder eingeführt, wenigstens theilweise, seit seiner zweiten Vermählung mit Marie Luise, der Kaisertochter von Oesterreich, dieselbe aber in ihrem ganzen Umfange wieder hergestellt. Er selbst freilich unterwarf sich dieser strengen Etiquette nur in der Repräsentation nach Außen, im übrigen aber folgte er auch hierin sehr souverän seinen Launen, seinem eigenen Geschmack, der in manchen Dingen nicht immer der feinste war, insbesondere nicht in Sachen der Zunge. So namentlich legte er eine sehr bllrgerliche Vorliebe für Suppen an den Tag zum Schrecken des Marquis von Ca-
stellengo, des Kaiserlichen Mahre, d'hotel. In der Kaiserlichen Küche war Mr. Potel der erste Suppen - Mundkoch Dessen besonderer Famulus wiederum m r e c "i n war nene, ver alieste ucyeniunge, ein gleich talentvoller Eleve, wie durch triebener Schelm. R6n6 hatte auf seinem Haupte einen mächtigen Wald rothölonder Locken, und eines seiner Schelmenstückchen bestand darin, daß er an diese Locken kleme, glatte Stuck chen Fichtenholz knüpfte, dann durch heftiges Schütteln seines Hauptes die Fichtenstäbe an einander schlagen ließ, wodurch ein Geräusch hervorgebracht wurde, das man mit einigem guten Willen für em an Musik entfernt erinnerndes Getön nehmen konnte. Das ganze Küchenpersonal that dies und Rn6 war der privilegirte Musiker der Kaiserlichen Küche. Wiederum eines Tages producirte R6n sein Virtuosenstückchen just zu der Zeit, wo er die Gemüse für die Frühstücks - Junenne zu blanchiren hatte, zum großen Ergötzen des ge sammten Küchenpersonals zwar, aber zu seinem Verderben. Denn plötzlich stand der Marquis mitten m dem Kreise der lachenden Köche und Küchenjungen, der den begeisterten Musikanten umgab. Ein furchterliches Strafgericht hielt der erzürnte rnaitre u hotel ab, dessen Ende da war, daß der unglückliche Virtuose davongejagt wurde. In seiner Wuth hierüber, riß dieser die Holzstuckchen aus seinen Locken, wobei eine Hand voll Haare mit daraufging, die, am Herde umherfliegend, ihren Weg hier hin und dorthin nahmen. In diesem Augenblicke erscholl zum Entsetzen des Marquis von oben herab durch das Sprachrohr die Meldung, daß der Kaiser binnen zehn Minuten sich zum Frühstück setzen werde, was also besagte, daß innerhalb dieser Frist seine Suppe sermrt sein müsse. Zum Glück war diese zum Anrichten fertig, und wie Mr. Potel dem Marquis mit den helligsten Eldschwuxen versicherte, ein Meisterwerk einer Julienne. Der Kaiser nahm das Frühstück heute in Gemeinschaft mit seiner Gemahlin, wie er das meistentheils that, wenn er bei Laune war. und die Kaiserin saß ihrem Gemahl gegenüber. Die Kaiserin liebte die Suppen nicht. Sie wartete deshalb mit dem Beginn ihres Frühstücks, um den Kaiser erst mit der Suppe fertig werden zu lassen. Napoleons Teller war zum Ueberlaufen voll, denn der Kaiser hatte eigenhändig den Schöpflöffel gehandhabt, sich selbst den Teller aus der Suppenterrine, die bei diesen Frühstücken vor. ihm stehen muhte, gefüllt. . ES ist eine herrliche Julienne. Maharnt," sagte er. wollen Sie nicht versuchen?" . , Die Kaiserin rümpfte ein, wenig die Nase, zog auch den Mund ein ganz tteines Bischen in verächtliche Falten, es schien also nicht, als ob sie große Lust hätte, der Einladung .ihres. Kaiserlichen Gemahls Folge zu leisten.- . i .Der Kaiser, der dergleichen Gesichterziehen sich gegenüber nicht liebte, runzelte dieStirn u. wollte sich eben ereifern, als die Kaiserin plötzlich auf den gefüllten Lössel deutete, mit dem Napoleon gerade auf dem Wege vom Teller zum Munde war, und mit allen Geberden des Abscheues und dem Ausdruck des höchsten Entsetzens in den Mienen ausrief: O, abscheulich! Cssin Sie nicht, Sire! Da! Sehen Sie in Ihrem Löffel!" .
Napoleon senkte sofort den Löffel und untersuchte dessen Inhalt mit dzr Aufmerksamkeit und lern Eifer eineZ wissenschaftlichen Fcrsc!,crZ und bi3 Ergebniß diese? Forfajun-j war oMr. dings kein sehr aplihcijc.iu, i .; Gegentheil, c konnte selbst einem so enragirten Suppencsser, wie dem Kaiser, die Suppe verleiden. In dem Löffel schlangelte sich nämlich ein Hiar von hochblonder Farbe und anseinlicher Länge, das der Kaiser mit den Gemüsen aus seiner herrlichen Suppe herausgefischt hatte. Man rufe sofort meinen niaitro d'hott'l!" befahl der grcse Mann mit jener Ruhe, die dcm Sturm vorhergeht, indem er mit einer Gabel das Haar aus dem Löffel heraus angelte und es auf einen Teller legte. Der Marquis erschien fnrchtzitternd; denn ihm ahnte Schlimmes. Schreck und Entsetzen aber lahmte seine Glieder, als dcr Kaiser ihm den Teller mit dem langen, röiblichblonden Haar entgegenhielt und ihm mit Donnertoa fragte: Was ist das, mein Herr? Sind das die ausgesuchten Gemüse, aus denen Sie meine Suppe bereiten lassen?" Und der Kaiser hielt dem armen Marquis, dem schreckliche Bilder von Absetzung, Kerker. Berbannung durch die Seele flogen, mit den Worten: Kommen Sie näher, mein Herr inaitre tTliotel, ganz nahe!" den Teller . mit dem Haar dicht unter die Augen. - Die Kniee des Marquis schlotterten. Daß das Haar in der Suppe des Kaisers -von keinem anderen Haupte stamme, als von dem des nichtsnutzigen Küchenjungen, des weggejagten Musikanten Rn. war dem geschlagenen Küchenchef klar, sobald er das corpus delicti nur gesehen hatte, aber was würde es ihm geholfen haben, hätte er den Boden genannt, dem das Haar entsprossen war. Nun mein Herr Marquis?" wiederholte der Kaiser mit finster zusam mengezogenen Brauen. Meine letzte Stunde hat geschlagen!" dachte der ' angstbebende Marquis und wie hilfeflehend irrten seine glasigen Blicke zu der Kaiserin hin. In dem Moment kam's über ihn wiä Erleuchtung, ein erhabener Gedanke, ein Gedanke von genialster Kühnheit blitzte in ihm auf. Er nahm das Haar von dem Teller, den der Kaiser ihm noch immer hinhielt, faßte es behutsam, wie einen, kostbaren Gegenstand zwischen Daumen und Zeigefinger. ließ sich auf ein Knie nieder und sagte, nachdem er mehrmals das Haar an seine Lippen gedrückt hatte, mit fester Stimme: Majestät! Ich fleh? um die Gnade, dies erlauchte &aar bewahren zu dürfen als einen geheiligten
Gegenstand, als einen ' unermeßlich kostbaren Schatz diesen zephyraleichen Flüchtling von einem erhabenen Haupte, das er bis vor wenigen Augenblicken noch schmückte Napoleon sah die Kaiserin an, der Marquis aber fuhr ohne sich beirren zu lassen, fort: O, Sire, ich erkühne mich, Ew. Majestät die unterwürfige Bitte auszusprechen, dies geheiligte Haar auf ewig meinem Hause zueignen zu dürfen, als ein Zeichen der Huld und Gnade meines Kaisers dies wunderbare Haar vom Haupte der Tochter der Cäsaren. diesen herrlichen Schmuck eines erlauchten gekrönten Hauptes " Der Kaiser lächelte, die Kaiserin wurde über und über roth. Der Kaiser zweifelte: Aber die Kaiserin hat gar keine Suppe gegessen, Marquis, auch ist es nicht möglich, daß" Ah. Sire, daS ist so fein, so leicht, wie die goldenen Fäden, die der Sonnenglanz spinnt, das fliegt vor einem Zephyrhauch!" rief mit Emphase der Marquis. Auch schien mir die Farbe nicht ganz " Die Hitze der Suppe, Sire! O, Sire, unter Tausenden hätte ich es erkannt!" Beide Majestäten lächelten gnädig, und der Kaiser machte eine entlassende Handbewegung. Der Marquis legte nochmals seine Hand auf die Stelle feines Uniformfracks, wo das Portefeuille mit dem Haar steckte, und verschwand hinter dem Thürvorhang, glücklich, durch seinen genialen Einfall sich aus der bösen Klemme gezogen zu haben. Fortschritt. Polizeicommissär: Was sind Sie? Bagabund: Drahtbinder. Polizeicommissär: Sie haben aber keine Werkzeuge, nicht einmal ein Stück Draht! Vagabund: Erlauben S'. Herr Commissar, heutigentags, wo man schon ohne Draht telegraphirt, wird man doch ohn Draht rastelbinden können! Professors Mittagstisch. Sie: Nun, Männchen, die Suppe schmeckt schön?" Er: Kind, schön" ist ein Begriff aus der Aesthetik ...." Sie: Na, sie schmeckt doch gut? Er: Gut" ist ein Begriff auc ider Ethik " Sie: Na, dann schmeckt sie hundsmiserabel. Du Be!griffsjäger!" ; DurchdieBlume. Räthin (verwittwet, doch heirathslustig): !Was denken Sie von der Ehe und von mir?" Inspektor: Daß Ihr iGatte Unrecht hatte, so früh zu ster'ben." Räthin: Und warum?" Inspektor: Hätte er länger gelebt, er wäre als Märtyrer selig gesprochen worden!" j Untrügliche Wahrzei. ,ch e n. Also Euer Lehrer hat sich ver lobt! Habt Ihr denn eine Ahnung gehabt?" Na. das glaub' i ich! Bier 'zehn Tage vorher hat er gar keine Fehller mehr gemerkt, acht Tage vorher Hai 'er selber lauter Fehler beim Uebersetzen gemacht, und 24 Stunden vorher hat er Einen von unS mit Julie aufgerufen!",
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