Indiana Tribüne, Volume 22, Number 263, Indianapolis, Marion County, 11 June 1899 — Page 2
Aic wsstsche Krau. Reich cti bizarren Gegensätzen, wie die Natur des gewaltigen russischen Reiches, das, von öden Steppen und undurchdringlichen Wäldern, von im absehbaren Weizenfeldern und lachenden Fruchtgärten erfüllt. Zm Norden in eines langen Winters eisiger Kälte schlummernd, im Süden eines ewigen Frühlings genießt, so ist auch der Etja rakter der Bevölkerung, die es bewohnt. , Wilde Leidenschaft und berechnende Kälte, weiches Gefühl und Härte, die bis zur Grausamkeit geht, hohe Beweglichkeit des Geistes und trüber Stumpfsinn einen sich in der russischen Volksseele zu einer seltsamenMischung. Und dasselbe Gepräge trägt der Frauentypus dieses Landes. Wenn wir uns vergegenwärtigen, welchen Wandlungen die Nussin in ihrer EntWickelung unterworfen war, wie sie, allmählich aus der Abgeschlossenheit der Frauengemächer erlöst, seit den Zeiten Katharinas verhältnißmäßig schnell die ihr noch eigene crasse Uncultur mit französischem Firniß übertünchte, um in unserem Jahrhundert jählings zu dem Lichte europäischer -Geistesbildung zu erwachen, so werden wir ihr wahres Wesen begreifen. Wir können dann verstehen, daß sie mit ihrem heißen, slawischen Herzen die köstlichsten Güter der Menschheit nach so langem Entbehren nur desto höher schätzen und mit ihrer unberührten Frische, ihrer noch unverbrauchten Thatkraft sich desto eifriger in Wissenschasten und Künste vertiefen mußte. Darum gährt es und regt es sich in der gebildeten russischen Frauenwelt, als ob man nachholen möchte, was in Jahrhunderten versäumt ward. Freilich ist die Sonne der Aufklä?ung, der allgemeinen Jdeeenerweiterung bisher nur einer Minderzahl aufgegangen. Die Frau des Muschiks lebt als bloßes Arbeitsthie? in sklavischer Unterwerfung und besitzt sogar nur dunkle Religionsbegriffe, die sich in rein äußerlichen Uebungen bethätigen. Nicht viel besser sieht es in dem kleinen Mittelstande aus. Auch dort viel Aberglaube, stumpfe Unwissenheit, deren dunkle Hülle die noch schlummernde Intelligenz bedeckt. Die Gegensätze des russischen Volksthums treien in diesen Schichten wieder grell hervor. Bald finden wir grauen von ungewöhnlicher Rührigkeit, bald andere, die träge kaum den nothwendigften wirthschaftlichen Arbeiten gerecht werden. Und höher hinauf treffen wir auch Erscheinungen, die uns eigenthümlich berühren. Welch bekannter 2ypus ist nicht die Gattin des schnell zu Reichthum gelangten Kaufmannes, deren Tagewerk im Theetrinken, im Ausschelten der Dienstboten und im gelegentlichen Beten vor den Heiligendildern bestehr, und die Gattin des Officiers, welche mit den Männern um die Wette raucht und ihre Nächte dem Kartenspiel widmet. Oft keine Spur hier von einem Bewußtfein auferlegter Pflichten. Bezahlte Arbeitskräfte besorgen das Hauswesen und die Pflege der Kinder. Doch hart daneben, oft in derselben Familie, giebt es Frauen, die sich voll reger Wißbegierde über geistige Interessen zu unterrichten trachten und ihren Kindern eine vortreffliche Erziehung geben. Im deutschen Sinne wirthschaftlich ist die Russin weder aus Neigung noch aus Nothwendigkeit. Die, abgesehen von Petersburg, billigere Lebensführung macht eine angestrengte Mitarbeit der Frau am häuslichen Herde nicht erforderlich. Aus diesem Grunde gebricht es ihr nicht an Zeit, um ihre Kenntr.isse zu erweitern und eine rege Geselligkeit zu pflegen, deren größter Reiz eine den Ausländer sehr anmuthende Zwanglosigkeit ist. Sie politisirt, musicirt, conversirt mit mehr vder weniger Korrektheit in verschiedenen Sprachen und reist, sofern es ihr ihre Mittel gestatten, alljährlich in das Ausland. Das schöne Frankreich ist und bleibt stets ihrer heißen Wünsche Ziel; seine Sprache lernt sie oft schon vor der heimathlichen, seine Moden trägt sie mit demselben Chic wie die Pariserin, und seine Sitten, seine Anschauungen sind nach mancher Richtung ir.e ihrigen. Unter dem verstorbenen Zaren hat man begonnen, den Kindern vielfach eine streng russische Erziehung zu geben und die Töchter auf die recht Tüchtiges leistenden russischen Gymnasien zu schicken. Doch werden daneben immer noch zwei bis drei fremde Sprachen gelehrt. So ausgerüstet, tritt heute das russische Mädchen der Höheren Gesellschaftsschichten mit einem hübschen Schatze positiver Kenntnisse in das Leben. Die Naivetät und holde Schüchternheit der jungen Deutschen sind ihm meist fremd. Es besitzt einen ungewöhnlichen Scharfblick für die complicirtesten Verhältnisse der Welt und ein stark ausgeprägtes Bewußtsein. Erfordert es die Nothwendigkeit, daß es für sich selbst sorgt, so bereitet es sich mit Energie für den Kampf tim's Dasein vor. Man hat gegenwärtig den Frauen in Rußland verschiedene neue Berufsarten eröffnet, in denen sie sich durchaus bewähren. Es ist bewundernswerth, wie se ihr im Grunde auf Lebensfreude gerichtetes Naturell zu zügeln verstehen, um sich voll Ernst und Eifer mit abstrakten Studien zu beschäftigen. Widerspruchsvoll und von starken Gegensätzen erfüllt, wie das ganze Wesen der Russin, ist auch ihre Liebe. Sie kennt, gleich der Germanin, ein Hangen und Bangen in schwebender Pein" und daneben die prickelnde Koketterie, die jähe Leidenschaft, welche den Mann, an dessen Eroberung ihr gele:n, unwiderstehlich in ihren Bannkreis zieht. Stolz und siegesgewiß.
zeigt sie die zarteste Hingebung, wo sie ehrt und achtet. Die russische Llteratu? ist reich an Beispielen zührendtr
Gaitentreue, edle? Aufopferung in Noth und Tod. Bei der großen Selbstständigkeit der gebildeten russischen Frauenwelt spielt der Mann in der Ehe fast nie den Herrn und Gebieter. Er nimmt vielmehr meist die Stelle des guten Gefährten und zuweilen die des Spiclballs' weiblicher Launen ein. Denn selten macht sich dort jene männliche Ueberlegenheit geltend, welche das Verhältniß der Geschlechter zu einander in gewissen anderen Ländern charakterisirt. Im Gegentheil, an Energie und allgemeinem Wissen thut es in Rußland die Frau dem Manne häufig zuvor,- ohne die echt weiblichen Eigenschaften der Herzensmilde und eines ausgesprochenenWohlthätigkeitssinnes zu verleugnen. Doch eine Kehrseite hat die allzu schnelle, allzu sprunghafte GeistesentWickelung der russischen Frau: Nicht immer wurden die auf sie einstürmenden neuen Ideen richtig von ihr erfaßt, die philosophischen Theorien und Systeme des Auslandes ganz von ihren Verstandeskräften durchdrungen. So ist häufig Unklarheit an die . Stelle früherer Unwissenheit und kalter, alles verneinender Skepticismus an die der Frömmelei getreten. Auch hielten Herzensbildung und Gesittung mit der wissenschaftlichen und gesell schaftlichen Cultur bisweilen nicht gleichen Schritt. Daher die hier und da sehr fühlbare moralische Minderwerthigkeit. von der allerdings das jüngste Frauengeschlecht ganz frei ist. Imrnerhin bleibt die Russin eine der glänzendsten Erscheinungen an dem Firmamente des europäischen Frauenthums. Nervenschwache Kinder. Von Tr. A. Hentzelt. ' Gewiß ist die Nervosität nicht erst eine Errungenschaft" unserer Tage. Von jeher hat es nervöse Menschen gegeben. Aber die weite Ausbreitung, welche die Nervosität jetzt gefunden, und das häufige Befallenwerden von Kindern und jugendlichen Personen ist doch erst eine Erscheinung der Neuzeit. Und sicherlich keine erfreuliche Erscheinung. Namentlich der Umstand, daß es so viele nervenschwache Kinder gibt, muß zu ernsten Bedenken Anlaß geben. Woran liegt es denn aber, daß die Nervosität unter den Kindern so mächtig um sich greift? Worin äußert sich das nervöse Verhalten der Kinder? Und sind wir in der Lage, der WeiterVerbreitung der Nervosität Einhalt zu thun? Was die erste Frage betrifft, so läßt sie sich leicht dahin beantworten, daß sowohl Vererbung wie Erziehung die Zunahme der Nervosität unter den Kindern bedingen. Nervenschwache Eltern werden in der Regel .tut Kinder, haben, die eine geringe Widerstandskraft des Körpers und Geistes besitzen. Es ist also nicht direct die Nervosität, sondern meist nur die Anlage zu dieser Krankheit, welche die. Kinder nervöser Eltern als verhängnißvolles Erbtheil mit auf die Welt bringen. Tritt dann noch eine falsche Erziehungsmethode hinzu, die sowohl die Ausbildung des Körpers wie diejeiige des Geistes dernachlässigt, so wird die Nervenstörung schon frühzeitig herbeigeführt. Kein Wunder daher, daß man den Jammerruf der Mütter: Mein Kind ist nervös!" so häufig zu hören bekommt. Hier sehen wir ein lebhaftes und naschHaftes Kind, das zwar für Alles ein Interesse, aber nur in flüchtiger Weise bekundet, das sich Zwar eines guten Appetites erfreut und doch nicht recht gedeihen will, und dort haben wir ein stilles und schreckhaftes Kind, das in seiner körperlichen und geistigen EntWickelung nur langsam vorwärts kommt. Sind das nicht Alles alte Bekannte, die wir schon häusig zu sehen bekamen? Und nun erst das ganze Heer von jenen Kindern, die verschiedene nervöse" Untugenden zeigen und vor allen Dingen ein energisches Wesen und eine genügende körperliche und geistige Widerstandskrast vermissen lassen. Ist die Zahl solcher Kinder nicht eine allzu große? Und ist sie nicht stets in Zunahme begriffen? Aber so schlimm es damit auch aussehen mag, es liegt kein Grund vor, an der Zukunft des Menschengeschlechts zu verzagen. Denn so wenig wir auch in der Lage sind, gegen die Macht derVererbuSg anzukämpfen, so viel können wir sie doch durch eine richtige Erziehung zu schwächen suchen. Allerdings dürfen wir dabei nicht einseitig zu Werke gehen und etwa nur den Geist zu beeinflussen suchen, sondern müssen vor allen Dingen auch dem Körper zu seinem Rechte verhelfen. Wenn wir aber wirklich Alles thun, was erforderlich ist und was uns die Gesundheitspflege an die Hand gibt, so können wir wohl hoffen, die Nerven der Kinder zu kräftigen und einen Ausbruch der Nervosität zu verhindern. Und die Mittel, die uns zu diesem Zwecke zu Gebote stehen, sind nicht etwa besonderer Art, sondern bestehen nur in einer allgemeinen Kräftigung des Körpers und Geistes. Alles, was dazu beiträgt, den Organismus zu stärken, das Alles vermag auch die Widerstandskraft der Nerven zu heben. Eine große Hauptrolle spielt dabei eine nach Stunden geregelte Lebensweise. Nichts thut dem Körper so wohl, wie eine fortlaufend ungestörte Thätigkeit seiner Organe. Wie eine Maschine nur schwer wieder in Gang zu bringen ist, wenn bald dieser, bald jener Theil in Unordnung geräth, und wie das ganze Werk schließlich zum Stillstand kommt, wenn nur irgend ein Theil vollständig unbrauchbar geworden ist, so muß sich auch der Körper gewaltig anstrengen, wenn er ein nicht mehr richtig sunctionirendes Organ vollkommen in Stand setzen will, und er muß schließlich zu Grunde gehen. Wenn das Organ eine zu große Storuna erlitten hat. . .
Dabei ist zu beachten, daß alle Organe in gleicher Weise ihre regelmäßige Thätigkeit ausüben müssen, denn nur in den seltensten Fällen tritt das eine Organ für das andere ein. Essen und Trinken, Schlafen und Wachsein, Ruhe und Bewegung, körperliche und geistige Anstrengung Alles muß seinen geregelten, ordnungsmäßigen Verlauf nehmen. Freilich ist aber mit der Regelmäßigkeit auch noch nicht Alles erschöpft, was zur Stärkung des Körpers und folglich auch der Nerven dient. Hier muß noch manches Andere hinzutreten, was in demselben Sinne wirkt. So müssen die Kinder vor Allem in gesunden Schlafräumen ruhen. Ein Schlafraum ist aber nur dann gefund, wenn er nach der Sonnenseite gelegen ist, die genügende Größe besitzt und stets gute, frische Luft auszuweisen hat. Ferner müssen die Kinder in Bezug auf Aufnahme von Speisen und Getränken einer strengen Controlle unterstehen. Es genügt nicht, daß sie eine kräftige Kost erhalten, sondern diese muß auch leicht verdaulich sein. Gewürze und andere Reizmittel dürfen überhaupt nicht verabfolgt werden. Ganz besonders sind aber alle ausregenden Getränke zu vermeiden. Und unter diesen ist es namentlich der Alkohol, der nie und nimmer, in keinerlei Gestalt den Kindern gestattet werden sollte. Es gibt keinen schlimmeren Feind des kindlichen und jugendlichen Alters, als den Alkohol. Er ist es, der in erster Reihe die Widerstandskraft des Körpers und der Nerven herabsetzt und zu einem Ruin des ganzen Organismus führt. Er ist es, der in heimtückischer Weise die Function einer jeden einzelnen Gewebszelle beeinträchtigt und bei längerer Einwirkung direct vernichtet. Durch nichts können daher die Eltern den Kindern einen größeren Schaden zufügen, als durch die zweckund ziellose Verabfolgung ungesunder, alkoholischer Getränke. Indessen genügen alle bisher aufgezählten Vorbeugungsaufnahmen auch noch nicht, um die Entstehung der Nervosität bei Kindern zu verhindern. Will man dies Ziel erreichen, so muß man auch der Hautpflege und der körperlichen Bewegung in frischer Luft die genügende Aufmerksamkeit schenken. In Bezug auf Hautpflege wird aber nun leider gar viel gefehlt. Und das liegt wohl hauptsächlich daran, daß man über ihre Bedeutung noch nicht genügend aufgeklärt ist. Wer da aber weiß, daß die Haut als Absonderungsfläche für schädliche Stoffe und gleichzeitig als Athmungsorgan dient sie nimmt gleich den Lungm, aber nur in geringeren- Mengen, Sauerstoff auf und scheidet Kohlensäure aus , wer da ferner bedenkt, daß sie innig mit allen übrigen Organen des Körpers in Verbindung steht, wird auch verstehen, weshalb eine geregelte Hautpflege durch Bäder oder zum Mindesten durch Waschungen zum Gedeihen der kindlichen Nerven unerläßlich ist. Dasselbe gilt für die körperliche Bewegung. Auch diese muß von den Kindern und zwar in frischer, reiner Luft in hinreichendem Maße geübt werden. Dem Schwimmen, Schlittfchuhlaufen, den Ballspielen und andertn Bewegungsspielen überhaupt allen körperlichen Uebungen kommt bei den Bestrebungen, die Entstehung der Nervosität zu verhindern, eine sehr wesentliche Bedeutung zu. Bisher haben wir nur von der Pflege des Körpers gesprochen. Aber es kann wohl kein Zweifel darüber herrschen, daß auch eine richtige, seelische Erziehung unbedingt verlangt werden muß. Ein Kind muß frühzeitig daran gewöhnt werden, Selbstbeherrschung zu üben. Und zwar muß dies durch ein ruhiges und folgerichtiges Verhalten den Kindern gegenüber erreicht werden. Wer sich selbst nicht beherrschen kann, ist auch nicht in der Lage. Anderen Selbstbeherrschung beizubringen. Nur durch eine liebevolle, gerechte BeHandlung lassen sich Kinder im Allgemeinen und nervöse Kinder im Besonderen leiten. Nicht die strengen und strafenden Eltern werden Musterkinder haben, sondern diejenigen, die Güte und Geduld an den Tag legen. Gewiß muß jedes Kind gehorsam sein und das nervös veranlagte insbesondere, aber dieser Gehorsam soll namentlich dem lttzteren gegenüber nicht durch unvernünftige Strenge, sondern durch Liebe und Consequenz erstritten wirden. Alle Eltern, die nicht im Stande sind, diesen Grundsätzen gemäß ihre Kinder zu erziehen, sollten daher die Erziehung ihrer Kinder anderen, sich mehr dazu eignenden Personen überlassen. Mit der Erziehung zur Selbstbeherrschung und zum Gehorsam ist indessen noch nicht Alles gethan. Man vermeide es vor allen Dingen, bei nervös veranlagten Kindern den Geist irgendwie übermäßig anzustrengen, und sehe lieber darauf, daß die geistige Entwicklung langsam vor sich geht, als daß der Geist auf Kosten der allgemeinen Gesundheit und der Nerven zu große Fortschritte macht. Es ist durchaus kein Fehler, wenn nervenschwache Kinder hinter ihren Altersgenossen um ein volles Schuljahr zurückbleiben. So haben wir denn gesehen, daß Körper und Geist bei der Erziehung nervenschwacher Kinder einer ganz besonderen Pflege bedürfen. Zwar muß ja auch das gesunde Kind nach allen Regeln der Gesundheitspflege erzogen werden, aber das nervös veranlagte bedarf doch darübe? hinaus einer ganz besonderen Aufmerksamkeit und eingehenden Fürsorge. Wer aber diese sich angelegen sein läßt, der kann auch die größte Freude an seinem Kinde erleben. Es gibt Menschen, die stets nur für andere klug sind. .
Unser Wögd. Humoreske von Tr. G. R. Wie mei Fra letzthin wider emal über die Magd geschennt hat mer habe alleweil nor ä, des is aber unner Umstände grad genug vor de nöthige Huddel ze mache und äm als übern annern Tag de Humor zu verderbe da hab ich gemänt, de wer ja e wahr Komedie, und do könnt mer nix bessersch thu als e Theaterstück draus mache. Um en Überzwerge Titel wär ich gar nit verlege wie z. B. Fräulein Babett", oder der Staubbesen", oder das Reibeisen", oder ein Glas Bier", oder sonst ebbes aus der Haushaltung. Wie ich des so in meiner Unschuld daher sag un wunner män. was ich für en gute Witz gemacht hätt; do geht uf ämol hinner mer e Dunnerwetter los, gege des unserm Herrgott sei schwerstes noch e unnerhaltlich Kegelspielche wär. Was liegt mir dra, blamir Dich als des werd nix zum Lache, wie Du vielleicht mänst, des is ebbes zum Flenne. Und wenn die Leut lache, dann lache se höchstens über Dich, weil de dumm Zeug schreibst über Sache, wo de nix devo verstehst. So, jetzt wäßt des un kannst mache, was de willst." No Lenche. da brauchste Dich nit so arig ufzuhalte drüber, daß de gleich ausem Häusche kimmst; es war ja blos so n Idee von mir " Ja, des.wäß ich scho lang, was Du vor Idee imKopp hast. Seit de Abends nimmer dehäm bleibst un im Wilde Mann mit dene Zeitungsschreiber zamme kommst, werschte ach so e Krakehler. wo alles besser wisse will so e Literat, mit Respect zu melde . Und do is im ganze Haus ka Katz mehr sicher, daß se nit emal morgens complet mit Haut un Haar, mit Stiel un Pote in der Zeitung steht. Des sag ich der aber: wann de mer die Schinnöser ach noch in der Zeitung inSchutz nimmst, wie des als bei mir thust, daß se noch eingebildeter un betziger wern un gar nix mehr arbeite un lerne wolle, do geh ich fort, un Du kannst nacher allä hause mit deine Herzgepoppelte da werschte was gewahre wern." Mänste?" Ja, do is gar nix zu spasse. Eh e Jahr rum is. is ka guter Fathem mehr in der Haushaltung, wammer die Herr sei läßt, un kä ganzes Tippe mehr in der Küch. Un der gnädig Herr selber werd sich unerdesse die Zähne ausgebissen habe an dem zarte Rindfläsch un dene merbe Brate." Un nacher kimmst de wider un mächst Ordnung, gelle Lenche?" Ja, ipte. Es gibt genug Manner, wo e ordentliche Haushaltung un e gut Esse zu schätze wisse, da brauch ich nit lang zu suche. Dir wern nacher dieAage scho ufgeh. wenn's zu spät is." Jetzt war mersch doch, als müßt' ich Wider e bische einlenke. Freilich," sag ich, hat nit jeder so e tüchtige Hausfra, die noch dazu so lieb sei kann wie Du. Es gibt ach annere, die sitze scho morgens um 11 Uhr im seidene Kläd mit eme roth saffianene Goldschnittbüchelche in der Hand ufem Kanapee un warte uf de Besuch. Da kimmst de gar nit schlecht weg, wann de neber dene dastehst in Deim graue Lodeklädche, Deim weiße Küchescherz. bloßärmelig, de Kochlöffel in der Hand. Wenn de dann noch mit der bewußte sanfte Amtsmiene die Babett commandirschst: da wäre jetzt gelbe Rübe geputzt" oder ufgepaßt jetzt, daß es Feuer ordentlich brennt, sonst wer'n die Pannekuche nix" , Wer kann da widerstehe?" Ich brauch's aber nit, daß ich mich da als Köchin hinstelle laß soviel wie die annern bin ich auch noch." Also doch lieber standesgemäß als vornehm! Faullenzern?" Gar nit, daß de's nor wäßt; e ordentlicher Mann denkt viel zu gut un zu nobel von seiner Frau, als daß ersche in der Zeitung rumzieht un in de Leut ihr Mäuler bringt." No meinetwege also gar nit. Da verzähl ich halt de Leut ebbes von unserem brave Bettche von Krückebach. Da werschte nix dagege Habe." Ja, wann se all so wäre." "So hat sich das Gewitter allm'älig wider verzöge, un statt eme Theaterstück hab ich geschriebe: 's Bettche von Krückebach. Das Bettche is zu uns komme, weil sei erschti Herrschaft, bei ders nur e paar Monat war, nach Frankethal is versetzt worn. So weit hats nit fortgewollt von seine Leut. Wies bei uns eingetrete is, do hats scho gewißt, wanns Wasser kocht, un daß die Kartoffel gar sin, wenn se ufspringe. Es hat die Stubb ufziehe könne un die Küh melke un die Säu füttere, lauter nützliche Sache, wo die Mädercher ufem Land draus verrichte, wo aber in der Stadt nit stark ästimirt sin. Mer sollt nit mäne, daß ans mit dene Kenntnisse ' Herz hätt, sich in die Stadt zu verdinge, in e Logis mit gewichste Fußböden, polirte Möbel un rothe Plüschllberzüg. un in e Küch, wo die feine Porzellanteller in de Schränk glänze un die kupferne Kucheforme an der Wand glitzern. Aber es batt alles nix, sie müsse rei. Im Winter scheniere so enanner uf der Ofebank un esse mehr als se verdiene. Als emol ärgere se ach die Leut mit verliebte Dummheite, wo äm'zumerscht dann einfalle, wenns nix pressantes zu schaffe gibt. Also des Bettche. Wies 19 Jahre alt war. habes sei Leut in die Stadt geschickt, un wies nit recht gewollt hat un gesagt: Ich kann aber nix," da hat's gehäße: Du werscht es scho lerne, dei Kopp is dick genug dazu." Dem Bettche sei Kopp war aber nit dicker als wie sich's gehört hat für sei anneri Figur, die sich von obe bis unne hat sehe lasse könne, nit zu korz un
nit zu lang, nit zu dick un nit zu dünn: e gut gestellt Bauernmädche. An dem runde Kopp warn e paar feste rothe
Backe un e paar helle braune Auge, ka fei geschnitte Mäulche grad, aber ach kä garstig dicke Lippe, un innwendig alle Zähn, gut vor zum Beiße un zum herzhafte Lache. Un gelacht hat unser Bettche. Es war immer lustig, hat dabei sei Gedanke uf seiner Arbeit gehabt, un wanns nimmer weiter gewißt hat, da hats srandieirnnt gefragt: Fra Röder, wie mecht mer des? un Fra Röder, wie mecht mer sell?" Und's hat ufgepaßt un hat sich Müh gebe, daß es der Fra Röder Freud gemacht hat, ihm ebbes zu zeige. Uf die Art is kä Berteljahr vergange, do hat des Bettche scho gekocht, daß mersch hat esse könne, un die Fra Röder ts alsemol dazu komme, zwische 11 un 12 en nothwendige Gang zu mache oder den kläne Willem in der Sonn spaziere zu führe. Außer dem Nestquappel warn noch drei ältere Kinner da, zwei Mädcher von 10 un 9 Jahr un des Karlche, wo damals grad e Jahr in die Schul gange is. Die habe dem Bettche als zu schaffe gemacht. Emal bin ich em ufem Gang begegent, wies unnerschich geguckt hat un hat sein Scherzzippel in der Hand gehalte, als wollt sich damit die Aage wische. Da frag ichs: No Bettche, warum lache Se nit?" Och, Herr Röder, die Kinncr sin so bös." Wem sei Kinner?" Da lachts wider, des Bettche, aus feuchte Aage raus un guckt mich an un fegt: Ja wann se mei wäre, Herr RLder, da wollt' ich ihnen scho komme." Als druf, Bettche!" Ja ich darf nit, die Fra Röder is dagege." Da wars scho wider in seiner Küch drin. Un ich geht halt nei zu dene Kinner un frag: Was hats dann wider gebe, daß des Bettche flennt?" Da will zuerscht käns rausrücke, bis ich's ältst. die Sofie, extra ins Gebet nehm un e bische unsanft commandir: Raus mit der Sprach. Du alte Prokuratern!" Mer habe nix gemacht, der Willem hat ebbes zu em gesagt, dcmhat's zu flenne angefange un is naus. Mir könne nix dafür." Also nehm ich des Willemche mit naus in mei Zimmer un frag en, was er dann zu dem Bettche gesagt hätt. Da hat's e Weilche gedauert, bis er die Sprach gefunye hat. Wie ich em aber zugeredt hab un verspräche, er kregt kä Schleg, ich müßt ja, daß er e braver Bu sei wollt, un er soll mersch nur sage; da fängt er allmälig an zu buchstabiere: Wolle mer nit dem Herre Horlacher sage daß er des Bettche emal recht durchhaut." Der Herr Horlacher war aber der Laborant im chemische Laboratorium, e Tausendkünstler un unser Factotum im Haus. So is der klä Bu, der em als zugeguckt hat, wie er Klobe geschlage, Bilder gehängt un die Uhr gericht hat, uf den Einfall komme, daß mer den Mann ach noch zu annere Sache verwende könnt, wo grad nothwendig wäre. Un des hat des Bettche arig geschmerzt, weils den kleene Balg so zu sage groß gezoge un wie noch emal e Mutter lieb gehabt hat. So ebbes hab ich ach meimWillemche begreiflich mache wolle un hab em gute Wort gebe un zum Bettche naus in die' Küch geschickt, wo er hat sage solle, daß es ihm wider gut sei soll. Er hat sich ach endlich uf de Weg gemacht. Ich aber bin wider nei gange zu de annern drei, weil mer die Sach noch nit ganz sauber vorkomme is. Wie ich ins Kindszimmer komm, da sitze zwä devo beducht rum, un die Sofie steht am Fenster un studiert Wolke. Die nehm ich wieder vor, droh ihr mitem Finger un sag: Wie kommt denn der Willen dazu, daß er des Bettche kloppe will. Da müßt ihr ebbes mit em gehabt habe. Gcstehs, was hats geben?" Ja, es is rei komme un hat gesagt, es wollts der Mutter sage, mir hätten em e Hörnche von der Anricht genomme. Es wäre jetzt nor noch acht, un neune hätts doch geholt gehabt." No, un da?" Da habe mer gesagt, es sollt nix sage, des thät kä Mensch merke. Da is es aber bös worn un hat gekrische, mer wäre verlogene Racker, und die Mutter müßts Wisse da habe mer zu em gesagt, es wär e Lawatsch un e recht! Trasch " So, so, un da hat sich dann der Willem ach angeschlosse. Also jetzt wisse mersch. No un wie wars nacher mit dem 5ornchc? Wer hats genomme? Da brauch ich ach noch lang zu frage; der Karl hats stipitzt. un ihr habt mitgesse. Also kriegt der Bu sei Schlag un alle drei heut ka Vesperstück." Damit war die Sach soweit ohne Widerspruch erledigt bis uf e guti Lehr, wo ich dem Bettche unner vier Aage gebe hab. Es sollt, sich als nit mit de Kinner rumschenne und lieber mirsch zuerscht sage, wenn was vorkäm. Mei Fra thät sich gleich zu. arig alteriere. Da hats e bische en rothe Kopp kriegt un hat sich eifrig vertheidigt. Endlich aber hats eingesehe, daß es doch so besser wär, un hat mer die Hand gebe un sich bedankt, weil ich nit gelitte hatt, daß die Große ihm den kl'ine Willem abspenstig mache. Das hätts nit vertrage könne. Da is mersch vorkomme, als wenn in so eme Bauernmädche als emol mehr Bildung stecke thut als in mancher naseweise Krott. die e französischMaul mache und de Klimperkaste malträtiere kann. So e Hilf macht äm's Lebe leicht.
Wie die Kinner gesehe habe, daß der Vatter und die Mutter das' Bettche ästimiere un gern habe, daß des Bettche nit mit ihne duschelt, un nor dann zu ihne hält, wann se ordentlich un aufrichtig sin, da habe se gut gethan, un es is selte mehr was vorkomme, wo mer se hat strafe müsse. Des brav Mädche war 5 Jahr bei uns, dann hat's geheirath. Verhältniß hats käns gehabt. Sei ganze Zerstreuung war, daß es mit seine Leut, die als am Sonntag in die Stadt rei komme sin, zwischem Stadthaus un der Kerch oder als ach e Gaß weiter spaziren gange is. Mutter hat's käne mehr gehabt, die war scho lang gestorbe, un sei Vatter hat dehäm mit der Jüngste gehaust, mit der Babett. wo drei Jahr jünger war, wie des Bettche. Die ältest Schwester war in Krückebach verheirathet an en brave Mann, en gelernte Schneider, der von seine Eltern e Hau's mit eme schöne Obstgarte un Aecker un Wiese übernomme hat, so daß se vier Küh habe halte könne un Milch verkäse an en Händler, der alle Tag mit eme Esel in die Stadt gefahre is. Sie habe e schö schlank Bübche gehabt fast im gleiche Alter wie unser Willem un warn zufriede, un mer habe se als emal besucht un gut leide könne. Da is uf ämol e Wendung eingetrete in dene schöne Verhältnisse. Geges Frühjahr hat sich beim Schneider Woll zum zwäte mol der Storch angemeldt, an den er scho gar nit mehr ernstlich gedacht hat. Un der Hämtücker von eme Vogel hat noch dazu sei Sach arig schlecht gemacht. Das Kind, was er gebracht hat, war todt, un die Mutter, die sich uf e Töchterche gefreut hat, hat sich über das todte Kind allterirt un is nimmer recht zu Kräfte komme. Drei Tag vor Georgi habe se die arm Fra uf de Kirchhof Setrage un nebe ihrm Kindche eingegrabe. Des war e harter Schlag für den Schneider von Krückebach, un er hat de Kopp hänge lasse, un is e zeitlang rumgetappt, als wollt er ach ausmache. Endlich hat er sich aber doch gefaßt un hat sich besunne, wie zu helfe wär. Da is em niemand so häß eingefalle als wie sei Schwächerin, unser Bettche. Schon um Micheli rum is er als emol zu uns komme am Sonntag Nachmittag un hat sei Bübche mitgebracht. Da hat er sich zu dem Bettche in die Küch gesetzt un geplaudert von seim Geschäft un dß er sich jetzt e Magd halte müßt. Die thät em des Bübche so garstig rumstumpe un sei Sach immer weiter runnerkomme lasse; lauter so traurige Sache. Um Weihnachte aber hat " er e Päckelche mitgebracht un hats dem Bettche zum Christkindche gebe. Da hat mei Fra gehört, wie se eifrig mit enanner gebispelt habe un wie ersch arig nothwennig gehabt hat. Endlich hat des Bettche zu flenne angefange un laut zu em gesagt, jetzt sollt er fortgeh, es könnt em heut nix sage un müßt erscht sein Vater frage. Da. hat mei Fra gewißt, wieviels geschlage hat, un daß der Schneider von Krückebach unser Bettche zur Fra habe Will. Des warn schlechte Aussichte für uns. Mei Fra hat aber gute Mien zum böse.Spiel gemacht. Wie er fort war, is se in die Küch naus und hat des Bettche. das nachdenklich un mit verflennte Aage da gesesse ist, an das alt Liedche erinnert, wo als, die Kinner
uf der Gass' singe: Mädche Du. Mädche Du, Heirath nur kein Bauernbu, Heirath einen aus der Stadt, Der recht viel Vermögen hat. Ueber die verblümte Anspielung auf sein Zustand hat das Bettche wieder lache müsse UN hat gesagt: Ja. Fra Röder, die habes des viele Vermöge" UN hat t Mäulche dazu gemacht, als wenns bäb'ä sage wollt. Da habe mer gemerkt, daß dem Mädche sei Herz noch ufem Land draus is, un daß mer nor schwache Hoffnung habe, unser Kleinod zu erhalte. Richtig hat's äch nit lang angestanne. da hat uns das Bettche gesagt, es thät uf Georgi sein Schwager heirathe, daß der klä Bu, der draus in der Unschur rumläft, wieder e Mutter kriegt". So is gange; un des Bettche is jetzt die Fra Woll un hat zu dem Bübche, wos von seiner Schwester geerbt hat. selber noch e Häufelche Kinner, von dene äm jedes aus zwä große braune Aage anguckt grad so treuherzig wie sei Mutter. Da kann mer nix dagege habe. , Wie ich meiner Frau die Geschicht vorgelese hab. do hat se gemänt. des könnt mer so lasse, es wär ebbes zum lache un ebbes zum flenne, wie's die Leut als habe wollte; un nit emol viel geloge. Splitter. Die Frau eines gescheidten Mannes zu sein, ist eine große 2liis gäbe, die eines dummen aber eine noch viel größere. D u bist nicht unglücklich, so lang du glücklich machen kannst. M a n h a ßt vielleicht Niemand so sehr als einen aufrichtigen Freund. Große Eigenschaften entschuldigen kleine Eigenheiten. Die gute alte Zeit" ist der Idealismus des Philisters. Erklärung. Hänschen: Papa, was ist das, ein Bombardon?" Papa: Das ist ein Instrument, ttelches unser Trommelfell mit Tönen vombardirt."
Gute Neelame
Zur Äcit der Vräsidentschzst Garfields war in San Francisco auf geheimnißvolle Weise ein reicher Goldmlnenoesitzer, Namens iinB, ermordet, worden. Man hatte den alten Mann Nachts überfallen, erdrosselt und beraubt. Vergebens suchte die städtische. und geyeime PoUzer den Mörder zu? entdecken, nicht das geringste Anzeichen suyrte aus die &puz oeijelden. otz-', lich machte die Nachricht Sensation., daß ein Deutscher, der sich Schwarz nannte, sich der Polizei freiwillig ce stellt und als Mörder des Croß zeichnet habe. Diese Nachricht war zutreffend. Schwarz war Kaufmann, der seinen Verdienst darin suchte, größere Posten: . vonWaaren aufzukaufen und an kleine ' Händler mit Gewinn wieder zu der-'. kaufen. Er war verheirathet und Vater von sechs unerwachsenen Kindern. ' Es wurde auch festgestellt, daß es ihnr in der letzten Zeit nicht besonder glänzend gegangen sei. Er hatte alle seine Ersparnisse auf eine Karte gesetzt und für den Betrag von zehntausend Dollars Garfield-Gürtel gekauft eine neue Erfindung, welche die Hosenträger ersetzen sollten. Aber der unglückliche Speculant sah zu spät ein, daß ihm kein Geld für die nöthige Reclame geblieben war, und sein letzter Versuch, die Gürtel in einem eigens dazu gemietheten Laden zu vertaufen, schlug fehl. Die Käufer wollten sich nicht einfinden. War es somit erklärlich, daß Schwarz in seiner Verzweiflung zu einem Verbrechen seine Zuflucht genommen hatte, so blieben doch zwei Punkte rätselhaft: Weshalb stellt der Mörder sich selbst? Weshalb blieb seine Familie in Noth zurück, da doch festgestellt war, daß der Mörder seinem Opfer eine größere Summe ent wendet hatte? Auf diese Fragen erwiderteSchwarz, das vermißte Geld habe er nicht gefunden, und der Polizei habe er sich gestellt, einerseits, weil sein Gewissen ihn dazu trieb, andererseits, weil sein Verbrechen nicht den gewünschten Erfolg gehabt habe, und er nun des Lebens müde sei. Die Art und Weise auf welche er den Mord verübt habe, gab er mit allen Einzelheiten an. Erdrosselt habe er sein Opfer mittelseines Garsield-Gürtels. Diese Angäbe, sowie alle Einzelheiten des Verhörs wurden in den Zeitungen genau und umständlich besprochen. Croß, Schwarz und die Garfield-Gürtel wV ren acht Tage lang in aller Munde. So lange dauerte es nämlich, bi5 es sich herausstellte, daß die Angaben des Schwarz mit den Thatsachen nicht .. , , . T f f . - übereinstimmten. aMylly wuro? von der Polizei noch ein Mann festgenommen, der einmal Compagnon des Ermordeten gewesen war, und dem in einer Kneipe die Aeußerung entschlüpft war: Croß könne gar nicht, mit einem Gürtel erdrosselt worden sein, da man an feinem Halse deutlich starke, sicherlich von einem Strick. herrührendeEindrücke bemerken konnte. Woher, fragte man sich, wußte der Mann dies, da alle Welt an die Erdrosselung durch einen Garfield-Gür-tel glaubte? Als man Schwarz die Widersprüche seiner Anaaben vorhielt, aestand er sofort ein, daß seineSelbstbezichtigung, falsch wäre. Und aus welchem Grunde." fragte der Sheriff erstaunt, unternahmen. Sie diesen unbegreiflichen Schritt?" Das werden Sie sehen, Sir," erwiderte Schwarz; bitte, begleiten Siemich nach meiner Wohnung." In dieser trat ihnen die Gattin des Schwarz freudestrahlend entgegen. Bist du frei?" redete sie ihre Mann an. hoffe es." versetzte dieser, den? Sheriff anblickend. Denke Dir fuhr die Frau fort ich habe sämmtliche Garfield-Gürtel verkauft, die letzten zu ganz horrenden. Preisen. Jedermann wollte einen solchen Garfield-Gürtel haben, mit welchem Croß ermordet worden sei." Das habe ich vorausgesehen," sagte Schwarz, und deshalb stellte ich mich der Polizei. Es war die beste und billigste.Neclame, die man sich denkerr kann." Schwarz wurde freigelassen und seiner durchtriebenen Gewandtheit we- . v r gen allgemein vewunverr. er srunerr Compagnon des Ermordeten gestand seine Schuld ein und erlitt die verdiente Strafe. Schneider und Maler. Die englische Schneiderzeitunz Tailor and Cutter" übt mit Vorliebe Kritik an der Kleidung der Engländer. Ihr Vertreter hat jüngst die Ausstell'ung der kgl. Kunstakademie besucht und ist voll bitterer Klagen: Die meisten Künstler behandeln die Kleidung, mit souveräner Verachtung. Es besinn det sich auf der Ausstellung, ein Bild des Physikers Lord Kelvin (Sir William Thompson). Er hat einen schwarzen Morgenanzug an, auf dem sich ein großer Knopf befindet, welcher aussieht, als ob er ursprünglich einem, Oberrock angehört hätte. Die Brusttasche sitzt viel zu niedrig, die Weste ist zu kurz und die Uhrkette hängt an der falschen Seite. Eines der schlechtesten Porträts der Ausstellung ist. was dieKleidung anbelangt, das Bild des iri--schen Obersekretärs Gerald Balfour. Der untere Theil seines Fracks verschwindet in ein undefiniroareö Nichts." (Um den Herrn zufriedenzu'stellen, wird den Malern nichts übrigi ' .so ( . crv-f.r. DlClocn, ai& uic uiicunycu uu cuiti Schneider-Akademie zu belegen, und, ehe sie zu Pinsel und Palette greifen, gründliche Fachkenntnisse auf dem Ge biete der Kleider-Architektu? zu faa meln. D. Ned
