Indiana Tribüne, Volume 22, Number 256, Indianapolis, Marion County, 4 June 1899 — Page 9

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ellage Sein Kleines Mädchen. Nach dem Englischen, von Emilie Ludwig. In einem Amsterdamer Hafenrestau rant, das den Sammelplatz der derschiedensten Nationalitäten bildete, und in welchem Weiße und Farbige bunt durch einander verkehrten, hatten eines Tages zwei wie englische Geistliche aussehende Herren an einem abgesonderten Tischcyen PlaK genommen. Der Jüngere las eifrig im Standard", der Aeltere hatte eine andere englische Zeitung vor sich. Ich vermuthe sagte er jetzt, sie haben schon einen genauen Bericht losgelassen. Richtig, da ist er: Großer Einbruch in Esse?, für 30,000 Pfund Juwelen geraubt. Schon mehrere wichtige Fingerzeige. Arreste der dächtiger Individuen. Polizei be reit auf der Spur Haha! Wie ruhrig sie sind und wie schlau! Aber, was gibt's, Fred?" Der so angeredete Gefährte hatte so eben beim Lesen des Standard" einen unterdruckten Schreckensruf ausgesto ßen und starrte ganz bleich und verstört aus das Blatt, befl i seiner Hand zit terte. Na, zum Teufel,- rief der Aeltere desturzt. .was gibt's?! Rede doch ein Wort! Siehst ja aus, als wenn das Wiesel Dich schon beim Kragen hätte! Heraus mit der Sprache sind sie auf unserer Fahrte?" Ich denke nicht!" sagte Fred traurig. Aber mein kleines Mädchen liegt im Sterben. Da. sieh!" Er zeigte auf eine Stelle in der Zeitung und las halblaut: An Fred! Bienchen liegt im Sterben und verlangt immerfort nach ihrem Daddy. Kannst Du irgendwie abkommen? Jane. Vom Abkommenkönnen kann na türlich keine Rede sein!" rief der Aeltere, heftig auffahrend. Nein, eigentlich nicht," sagte der Mann niedergeschlagen und mit un sicherer Stimme, aber es wäre doch zu hart, wenn sie sterben sollte, ohne daß ich sie noch einmal zu sehen gekriegt! Am Ende ist es ein Falle," sagte der Andere. Ja, ganz gewiß ist es eine! Wer ist denn die Jane? Des Kindes Mutter?" Nein, meine Schwester! Und das Kind ist bei ihr, seit ich fort bin. Mein Weib starb vor zwei Jahren. . Also ehe Du zum Handwerk gehör test?" Ja, als ich noch ehrlich war und mit ihr hungerte. Ich gab Jane jetzt bei meinem Fortgehen den Auftrag, mir alles Wichtige, was passlren wurde, durch den Standard anzuzeigen. Mein Bienchen war schon gar nicht wohl, aber ich dachte nicht, daß es was Ernstliches wäre, sonst hätte mich keine Macht der Welt von ihr weggebracht. Sie it nämlich mein Einziges. Ach, ich 1 Ute, es wäre eine Falle, aber ich fürcyte, s hat mit der Anzeige seine Richtigkeit!" Na ja, kann schon sein!" brumn.te der Andere. Aber an Hingehen ist naturlich nicht zu denken!" Doch, Tiger, ich gehe, ich muß mein Ktnd sehen!" Was, Du wirst doch nicht sagen wollen ach, Unsinn, Mann, so verrückt kannst Du doch nicht sein! Zwanzig Jahre sind Dir sicher, wenn Du Deinen Fuß auf englischen Boden setzest, ehe die Lust rein ist! Du mußt bedenken, daß das Wiesel sicher schon Witterung hat und nach uns späht. Aber ah. jetzt weiß ich: Du willst wahrscheinlich den Angeber machen und Dir heraushelfen, indem Du mich in die Patsche bringst! Ist's so gemeint?" Fred schüttelte den Kopf. So Einer bin ich nicht, das müßtest Du doch wissen! Ich will und muß nur mein kleines Mädel sehen! Ja, Tiger, ich muß. komme es, wie es wolle!" Kopfschüttelnd sah der Andere ihn an, dann sagte er mit der Miene eines Menschen, der rathlos vor etwas Unbegreislichem steht: Na, wir wollen heute nichl weiter darüber reden, morgen früh wirst Du hoffentlich bei Vernunft sein!" Fred Bathom schlief die ganze Nacht keinen Augenblick. Ehe der Tag anbrach, weckte er den Tiger, der wie ein Gerechter tief und süß geschlafen hatte. Du, Tiger, hör' mal, ich gehe W Was was ist los?" stammelte der alte Einbrecher schlaftrunken. Ich gehe jetzt nach Hause zu meinem kleinen Mädchen!" Du mußt verrückt sein, Mensch!" Kann schon sein," sagte Fred, aber ich thu's nicht anders! Die ganze Nacht habe ich meine kleine kranke Biene in ihrem Bettchen gesehen und sie Daddy! Daddy!" rufen gehört!" '. Na. natürlich!" schnaubte der Tiger. Geh' nur hin, mach' den Angeber und laß Dich begnadigen! Hätte das ' von Dir nicht gedacht, Mann!" Und solltest Du auch nicht denken, nach den Geschäften, die wir zusammen gemacht haben, wo Einer dem Anderen immer aus der Klemme hals. iHab' nur keine Furcht; ob sie mich fangen oder nicht: Du kannst ruhig sein!" Dabei blieb er trotz aller Schmähun.gen und Einreden des Tigers. Eine Stunde später bestieg er im Touristenanzug. mit Augenglas und Backenbart, ein eben abgehendes Schiff. Er sah ganz wie ein gewöhnlicher englischer Vergnügungsreisender aus. DaS Bewußtsein, nun bald sein Theuerstes zu sehen, wollte ihn fast heiter stimmen; aber dann beschlich ihn der angstvolle Zweifel: Werde ich sie noch lebend finden? Und als ihn dann der Zug näher und nähe? brachte, u

sellte sich zu dieser Angst noch die an

dere, am Wiederseyen verhindert zu werden. O, welch' eine Fahrt! Bet jeder Station blickte er scheu und vor sichtig durch das Eoupfenster, um zu erforschen, ob das Wiesel, der qesurchtete Detectiv, etwa da herumstreiche und ihn festnehmen konnte, ehe er sein klel nes Mädchen erreicht hätte. In werpooi btrert Mupjte er verstohlen in eine Droschke und befahl dem Kutscher, ihn an einerKirche in der Nahe seines Zieles abzusetzen. Er zit terte jetzt vor Furcht, erkannt und ergriffen zu werden; und so oft der Wagen an einer Gaslaterne vorüberkam, duckte er sich in den Hintergrund des selben. Leider befand sich an der Kir che, wo er ausstieg, ebenfalls eine solche Laterne. Er trat an sie heran, um das Fahrgeld herauszusuchen, und als er sich nach der Bezahlung rasch zum Weitergehen umwandte, hätte er beinahe einen hageren Mann mit scharfen Geslchtszügen, buschigen Brauen und lauernden Blicken über den Haufen gerannt. Der Einbrecher murmelte eine Entschuldigung und wollte hastig da voneilen; aber da sah er beim Licht der Laterne das Gesicht emes Anderen, und ein Schreckensruf entschlüpfte ihm, wegen dessen er sich allerdings im nächsten Auaenblick hatte dieZunge her ausreißen mögen. Der Angestoßene war kein Anderer als Inspektor Easely von Scotland Vard, der gefürchtet Londoner Detectiv mit dem Beinamen Das Wiesel-. Hatte er Bathom wirklich nicht er kannt? Jedenfalls ließ er sich nichts merken, und der unglückliche Vater eilte weiter, jetzt nur von dem Wunsche erfüllt, ihm oder seinen Leuten in dem wahrschemllchen schlimmeren Falle ei nen Vorsprung abzugewinnen. Erst mischte er sich unter die Passanten, dann schlüpfte er in eine dunkle Seiten straße. Was er noch an Muth und Kaltblütigkeit besessen, diese Begeg nung hatte es ihm geraubt, und bald zagte er wie em gehetztes Wild im vol len Laus dahin, bis er den belebten Stadttheil hinter sich hatte. Er glaubte jetzt seinen Schritt mäßigen zu dürfen, aber da schien es ihm. als hörte er die Schritte eines Verfolgers hinter sich; und wieder rannte er dahin, bis ihn die Erschöpfung zum Stillstehen zwang. Mit jedem Schritte, dem er seinemZiele naher kam, wuchs seine Sehnsucht, wuchs seine Todesangst, es könnte aus irgend einer dunklen Ecke ein Polizist springen und ihn verhindern, sein sterbendes Kind zu sehm. Schon war er dicht bei der Wohnung feiner Schwester, aber er durste sich dem Hause nicht so ohne Weiteres nähern. Ihm galt es jetzt für gewiß, daß Easely ihn erkannt hatte, und dann waren sicher seine Leute in der Nachbarschaft versteckt, um sich sofort aus ihn zu stur zen, wenn er dem Eingange zuschritt. An der Ecke der Straße, die sein Ziel war, blieb er stehen imd wartete. bis er sich überzeugt hatte, daß kein Mensch im ganzen Umkreise zu sehen war. Nun erkletterte er geschickt die Mauer eines Bauplatzes, überschritt diesen, nahm auch das Hinderniß einiger weiteren Mauern und gelangte so über mehrere Höfe an die Rückseite des Hauses, in welchem seine Schwester wohnte. Es war ein wahnsinniges Unternehmen, denn trotz der Dunkelheit mußte man ihn bemerken; aber er dachte nur einzig und allein daran, in's Haus und zu seinem Kinde zu kommen, ehe man ihn festnahm. Zagend schaute er zu dem Fenster des Schlafzimmers empor. Gott sei Dank, es war geschlossen und schwach erleuchtet. Bienchen lebte noch, denn der dämmerige Schein kam von einem Nachtlampchen, und Todte brauchen ein solches nicht. Jetzt kletterte der erschöpfte Mann aus das Dach eines niedrigen Neoenge bäudes und von da, wie eine Katze, an der Dachrinne empor, bis er dicht am Fenster war. Bart und Perrücke, die ihn unkenntlich machten, warf er ao, dann umklammerte er die Dachrinne mit den Knieen und boa sich mit dem Oberkörper zum Fenster hin. Im nächsten Moment hatte er geräuschlos eine Scheibe eingedrückt, den Riegel geöffnet und sich in das Fenster geschwungen. Eine schwache, freudig erregte Stimme begrüßte ihn. Daddy. es ist Daddy!" tönte es aus der Ecke hervor, in der ein kleines Bett stand. Ach. endlich, endlich bist Du gekommen! Arme kleine Biene! Viele lange Tage und Nächte hatte sie sich unablässig nach dem Vater gesehnt und ihn selbst 'im Schlafe gerufen. Ich wußte, Du wurdest kommen, sagte sie, ich sehnte mich jo so sehr nach Dir!Und der Einbrecher, der an ihrem Bettchen kniete und das glückliche Lächeln des Kindes sah, empfand nur die Seligkeit, zu rechter Zeit gekommen zu sein. Sah er doch nur zu deutlich, daß er eine Sterbende vor sich hatte, und jeder Augenblick dies schwache Lebenslicht verlöschen konnte. So elend sah sie aus, so verfallen, so überirdisch; kein Schatten mehr war sie von der einst so rosigen Kleinen. . Gerade alö Fred in 3 Zimmer sprang, war seine Schwester durch ein gebieterisches Klopfen an der Hausthür hinabgerufen worden. Als sie jetzt, zurückkehrend, ihren Bruder am Bette des Kindes krneen sah, war sie rn höchster Bestürzung. ' O, hatte ich Dich doch Nicht hergerufen!" flüsterte sie ihm in's Ohr. Sie sind eben gekommen, um daö Haus nach Dir zu durchsuchen, und ich war so sroy, daß ich sagen konnte und alaubte. Du wärest nicht da. Aber, jetzt mußt Du augenblicklich fort. Geh' da durch mein Zimmer, von dort kannst Du über die Dächer entkommen, . aber mach' schnell, schnell, sie und jetzt unten im Erdgeschoß und haben mich nur fortat

lassen, weil das Kind so kränk ist! AVer

so eile doch! Bathom war aüfaestanden, aber er Seit hatte, der erreaten Schwester zu antworten, rief ihn Bienchens schwache Stimme an s Bett zurück. Daddn. Baracken!" Ja, mein Herz," sagte er sanst, sich über sie neigend, was willst Du, Lied ling?" Du gehst doch nicht wieder fort Daddy?" Ich werde wohl müssen, Bienchen!" Aber jetzt noch nicht! Ich habe s sebr nach Dir verlangt!" So schwach und erlöschend war die rührend flehende Kinderstimme, daß der Mann sun Ohr dicht zu dem blei chen Munde neigen mußte, um Worte zu verstehen. die Nein, jetzt noch nicht," sagte er na ch einer Pause und rief dann seine Schwe ster zu sich. Versuche, sie eine Weile aufzuhal ten!" flüsterte er. Schließe Dich rn den Schrank unten im Gange ein und locke sie durch in liJeraujch yin; H brauchen einige Zeit, um ihn auszubrechen! ?lch rnufc Seit gewinnen!" Die Ktau rana die Hände. Du kannst nicht bleiben, Fred, sie fangen Dich sicher!" . Statt jeder Antwort blickte der Ein breche? zu dem Kinde nieder, das jetzt. als ahne es den Inhalt der leisen Zwiespräche, die große, rauhe Hand des ilsa ters erfaßte und mit ihren beiden abge aebricn Qändchen umklammerte. Schnell, geh' hinunter und thu', wie ich Dir gesagt!" rief der Mann heiser, und die Schwester entfernte sich. Bienchen sprach jetzt nicht mehr. Ganz erschöpft, mit geschlossenen Au. gen lag sie da, den Schimmer seliger Rube und Vefriediauna auf dem stillen. bleicken Gesichtchen. Der Vater beaann m alauben. sie wäre bereits ge storben. In das stille Zimmer drang von un en das Getrampel cywerer Füße, dann das Geräusch klingender Sckläae von dem Ausvrechen emes Schlosses. Noch hatte Fred Zeit, über d e Dächer zu fliehen, lm nach ten Au genblick schon würde es unmöglich sein Er beuate sich nieder, kukte vas nue friedliche Gesicht und wollte leise seine Hand aus den beiden des mves zie jp, als dessen Lippen sich noch einma öffneten. Daddy!" kam es wie ein Hauch aus dem bleichen Munde, und kaum merk lich. nur für den Vater; wie mit eiser nen Klammern schlössen sich die Finger chen fester über die Hand des Einbre chers. Kein Gedanke mehr an Fluckt er hätte sich nicht um die Welt auS die ler Kessel befreien m'öaen. Wenige Augenblicke später betraten die Wäscher das Zimmer. Sie hatten sich aus einen verzweifelten Widerstand gefaßt gemacht und waren daher men wenia überrascht, als sie den Mann ru hig am Bett seines Kindes knieen sahen. Unschlüssig blieben sie an der Thür stehen; die Maiestat des oves flößte ihnen Scheu ein. so daß sie nicht waaten. den unalücklicken lö-attx. das sterbende Kind zu stören. Minuten verstrichen. Noch immer laa der Mann auf den Knien und blickte unverwandt in das kleine, stille Gesicht. Plötzlich aber erhob er sich. drückte einen Kuß aus des KmdeS kalte Stirn, aoa seme nun nicht mehr zu rückgehaltene Hand hervor und wendete jich zu den Haschern: Alles in Ordnung. Herr Inspector! Da bin ich sie ist todt!" Der alte Tiaer. der in Merico als wohlhabender Mann lebt, liest dort den .Standard". Als er von ffreds Ge fanzennahme und deren näheren Um stände las, begann er zu fluchen: Der Narr, der Wahnwitzige, ge schiebt ibm schon recht!" Aber dann sekte er bmm: .Trotzdem, alle Ach tung! Läßt sich lieber zwanzig Jahre aufbrummen, ehe er einen Kameraden verräth; hält was auf sein Fleisch und Blut, ist dock ein aanttr Kerl, der Fred. . Essen nnd Trtnken vei den alten Germanen. Neben dem Rinde, dem Schafe, der Ziege und dem Schweine zogen unsere germanischen Vorfahren auch das Pferd, aber anfänglich nicht als Arbeitsthier. also nicht zum Reiten oder Ziehen, sondern als Schlachtthier. Da neoen wurde das noch nicht gezähmte Pferd, das in öeerden wild beiumureisle, gejagt, gerade wie der Hirsch und Bar. Die rom scken Geschickts schreib schildern das germanische Pferd als klein und unansehnlich, aber leistungsfähig. So spricht sich nament lich Uajar ruhmend über die. Ausdauer unseres Pferdes aus und füat bin,u. daß die Germanen tnn der Einfuhr gallischer Pferde nichts wissen wollten, obwohl damals von Gallien aus ein schwunghafter Handel mit Pferden be trieben wurde. Bis ziemlich tief in das Mittelalter hinein bildete Vferdefleiscb eine Lieblingsspeise der Germanen und erst die christliche Kirche, die dieser Gewohnheit entaeaentrat. weil das Dkerd das vornehmste Opferthier der Germanen war, vermochte das Pferdefleischessen allmälig auszurotten. Bonisacius hatte es noch erlaubt, zum großen Lerdrusse des Papstes. Auch die Jsianoer neuien als Bedingung für ihren Uebertritt zum Christentbum. dak ihnen das Pferdefleischessen aestattet bleiben solle. Das Rind dagegen wurde nur ausnahmsweise schlacktet: man hielt es hauptsächlich der Milch wegen. ir r r l r ' v ou)a uno Ziege wuroen jenon eher als Schlachtthiere betrachtet, am meisten natürlich das Schwein, dessen Fleisch man georaien und gekocht aß. Auch das Pökeln war frühzeitig geübt. Schon 301 n. Chr. setzte Kaiser Diocletian in seinem Maximaltarife gleiche Preise für gallische, belgische und westfälische Schinken fest. Zumeist würd daö

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Fknsch gekocht; Braten aber galt für vornehmer. Neben den HauSthteren he ferte das Wild Fleisch für die Küche. doch mußte eS frisch sein, während die omer den Wildgeschmack liebten. Als Zuspeise diente ein Brei auS geröstetem Hafer, aus Gerste oder Roggen. Die Bezeichnung dafür: Brot" und .Laib leben ja noch heute in unserer Sprache. Im Allgemeinen wurde daS Brot nicht aesäuert. Der großen Masse der BeMkerung diente zur Nahrung Haserdrei und die vonPlinius in etwas wun derlicher Mise beschriebenen Speisen, die aus der Milch gewonnen wurden. Wie saure Milch. Quark, Butter. Die Bereitung des Käse lernten die Germanen erst von den Römern; daher ist das Wort Käse" selbst auch römischeli Ursprungs. Als Zukost diente weiter wildes Obst, verschiedene Waldbeeren. Rettige, Mohrrüben und Spargel. Die germanischen Rettige erfreuten sich ei nes besonderen Rufes und wurden viel ausgeführt. Mit besonderer Vorliebe aß sie der Kaiser Tiberius. Wenn Plinius mit seiner Behauptung, sie seien so groß wie kleine Kinder, Recht hat, so müssen die Rettige einen erstaunlichen Umfang besessen haben. Als Getränk diente zunächst ' wieder die Milch in verschiedenen Zubereitungsarten, dann die beliebten berauschenden Getränke Meth und Bier. Der Meth wurde aus dem Honig der Waldbienen hergestellt; über seine Zubereitung läßt sich aus den Ueberlieferungen kein lla? res Bild gewinnen. Von dem Bier sagt Tacitus, es sei ein aus Gerstenund Weizensaft zu einer Art Wein bearbeitetes Getränk. Obschon es den Germanen lange bekannt war. dürfte seine Erfindung doch einem ausgeprag? teren Ackervolk und zwar den Egyptern zuzuschreiben sein. Aber auch anderen südländischen Völkern war die Herstellung des Vieres sehr früh geläufig, so z. B. den Jberen. In seinem beruhmf ten Zuge der Zehntausend erzählt Te nophon, die Armenier hätten einen stark berauschenden Gerstensaft, der gar lieb lich schmecke, wenn man gelernt habe, ihn zu trinken. Bei den Trakern und den keltischen Stämmen hat sich der Biergenuß ebenfalls zeitig eingeburs gert. In Italien dagegen und Griechenland blieb man beim Wein und verhielt sich ablehnend gegen das Bier, das nur in den Provinzen zum beliebtenGetränk wurde. Die Wörter .Bier." und das englische Ale" sind urgermanisch, ebenso wie Malz" und brauen-. Unbekannt .war den Germanen das Hopfen des Bieres, obschon der Hopfen zweifellos wild wachsend vorhanden war. Erst viele Jahrhunderte später, inEngland und Skandinavien erst im Mittelalter, lernte man das . Hopfen. Ur-. sprllnglich hat man vermuthlich statte des Hopfens andere Zuthaten, wie z. B. Eichenrinde angewendet. Auch die germanischen Frauen wußten das Bier zu schätzen und' zwar Itach Plinius nicht nur als Getränk, sondern auch als Schönheitsmittel". Bei ihnen galt der Schaum des Bieres 'alö ein vorzüglicheö Mittel für die Hautpflege. Den Wein lernten die Gen ..en erst durch die römische Einfuhr kennen.. Ende des dritten Jahrhunderts fingen sie dann an, selber Wein zu bauen. Nach und nach würde so an den vornehmen Höfen Bier und Meth durch den Wein verdrängt. Der Obstbau wurde zuerst von den Alemannen betriebe. Diese übernahmen ihn von den Römern, als sie sich im Schwarzwalde dauernd nie dagelassen hatten. ' Japan und China. Die japanische Zeitschrift Jogaku Zashi" enthält einiae bemerkenswertbe Angaben über China und. Japan, die auf den ersten Blick paradox erscheinen, aber gleichwohl in mancher Hinsicht nicht Anzutreffend sind. Es heißt darin: Von den beiden Ländern scheint Japan das vorgeschrittenere zu sein. Das ist jedoch zum guten Theile rein äußerlich. Zwar haben wir neue Gesetze, neue Verkehrsmittel m neue Bildungsmethoden. Trotz alledem ist der alte konservative Geist im aanzen Lande noch immer sebr mäckti. Ä,sonders in der Art. Handel m treiben. : ctt ev.-i.r-r. !n " . r ii ut yui um tfuuiyiiii zu verzeichnen. In wenigen Ländern sehen wir so viele geschäftliche Unternehmungen, nur wegen der Geschäftsunkenntniß derUnternehnrer oder wegen ihres Mangels an Ausdauer be: entgegenstehenden Schwierigkeiten fehlschlagen, wie bei uns. In lihina ist das aam anders. Die Chinesen pflegen einmal ernstlich unternommene Geschäfte fast immer glücklich zu Ende zu führen. Sie gelten für fremdenfeindlich: aber sie benuken ausländisches Kapital weit mehr als , ; rr m i . , wir. er un neiaze ver Mitte lebende fremde Kaufmann scheint die Cbinesen zu seinen Zwecken zu gebrauchen. In cm! !jc. i in . M üunicgicii i,i es aoer umgekehrt, sie benutzen ihn. Die Chinesen sind rein? Nützlichkeitsmenschen, die beinahe aus jeder Lage für sich Aortheile zu schaffen i-.:rr- cv n v m. " juiijcu. -h upun iu oie Negierung fortschrittlich, aber die Masse des Volkes ist konservativ. In China daaeaen ist die Regierung konservativ und das Volk fortschrittlich.Gin - G e n o h n b e i t s m e n s ch. Frau Müller: JDW wem spricht denn Ihr Mann da im Neben. zimmer?" Frau Schmidt: .Mit sich selbst! . . . Wissen Sie. seit kurzer Zeit rasirt er sich selbst; weil er aber noch gewöhnt ist. daß ihm ver Barbier beim Rasiren Allerlei vorschwätzt, erzählt er sich jett.selbst Geschichten! . . . Ö r. ! xir n t. Graf: .Bin in Ver? leaenhett.' lieber' Baron, müssen mir 5000 Thaler nur auf drei Tage leihen. Wucherer hat Unverschämtheit', 100 Thaler Zinsen dafür zu fordern. .;EH yorrlbel? ... . Bsnamer: Wissen Sie waS. Herr Graf, da' 'hdbeir Su 100 Thaler, leihen Sie sich das Geld vom Wucherer, der Arme soll auch leben . .-.

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