Indiana Tribüne, Volume 22, Number 249, Indianapolis, Marion County, 28 May 1899 — Page 9

Sndiana Arivüne.

ellags. Wiedererstattung. von ffransois Covpee. Die Parlamentssession war geschlosfcn, und der ehrenwerthe Herr Grandcabet, Deputirter für Deux-Garonnes, bestieg d?n Schnellzug, um eine Fahrt selbstverständlich gratis mit Freikarte, nach seinem kleinen Wahlort zu unternehmen und dort der öffentlichen Meinung den Puls zu suhlen. Bequem in eine Waggonecke gelehnt, entfaltet Herr Grandcadet ein unaeheuer großes Abendblatt, ein ministerielles Blatt von guter Gesinnung, dessen Stil so schwerfällig und würdevoll ist wie die Tugend selbst, und dessen Lettern selbst einen düstern und puritanischen Anstrich haben. Die Pana-ma-Episode bedeutungslos, wie bekannt, und nur von den Feinden der Republik böswillig aufgebauscht ist mit Verachtung auf die dritte Seite verwiesen, und alles, was sich auf sie bezieht, ist ganz klein und fast unleserlich gedruckt. Hingegen sind die Spalten des würdigen Blattes mit auswärtiger Politik vollgepsropst. mit ArtiZeln von überwältigendem Interesse, die so anfangen: In Venezuela beginnt sich die Lage zuzuspitzen," oder: )it Tage des Ministeriums Trikupi' scheinen gezählt zu sein . . Um sich vor seinem Gegenüber, einem Herrn mit weißem Schnurrbart, der wie ein Oberst deö Ruhestandes aussiebt und ruhig die Muttarzel tung" liest, eine gute Haltung zu geben, wendet Herr Grandcadet den Bick von dem offiziösen Blatt nicht ab und scheint sich für die Krisis in Griechenland und für die letzten Vorgänge in Caracas zu begeistern. In Wirklichkeit aber ist Herr Grandcadet durch die neuestenEreignisse sehr beängstigt, und tiefe Beunruhigung hat sich seiner Seele bemächtigt. Zwar ist sein Name noch nicht ge nannt worden. Gut. Er hat nichts Schriftliches ausgestellt, keine Unterschrist hergegeben. Vortrefflich. Wer aber bürgt dafür, daß sich imLaufe der Zeit, an einem schönen Morgen, nicht ein ihn blosstellendes Papier vorfmdet? Denn, kurz und gut, er hat seine kleine Gratifikation eingestrichen, ebenso wie es seine Collegen thaten, und meinte damit nicht unrecht zu thun. Ich bitte den Leser um sein Urtheil darüber. Er hatte sich über die letzte Aufforderung zur Einzahlung keine Ansicht gebildet: er öaerte. Ein reicher BaiUier, ein angesehener Mann, mit dem er im politischen Leben bisweilen zusammentraf und aut bekannt, fast befreundet war, hatte ihm die Augen geöffnet und ihm begreiflich gemacht, wie opportun, ja wie patriotisch es sei, seine Stimme in einem sür die Emmission gunstigen Sinne abzuge den. Dieser Herr, em Mann von W:lt, ein vollendeter Gentleman, macht ihm dem Vorschlag in der vorsich tigsten Weise selbstverständlich . iq an den Finanzoperationen zu betheiligen, die sich bei dieser hochwichtigen Unternehmung jetzt eben vollziehen sollten, und sichert ihm, um ferne Be denken zu zerstreuen, einen Gewinn zu nrfif frftftrfi nur tn Wstfrti 7 j..vj vtttv wvfcititvi, ein elendes Sümmchen von fünfund. zwanzigtausend Franken, und zahlt diesen Betrag gleich im vorhinein aus... Hand auf's Herz! Sie hätten das ebenso angenommen, wie Herr Grandcad:t eö that. Ich weiß wohl. Sie werden mir ein wenden: .Und die Zeichner? Ueberlegen wir doch. Hätte die Sache Erfaw gehabt, so hätten diese den Mrund mcyt ausgetyan, denn dann hatten sie eben ihr Geld vortheilhaft angelegt. Sie waren eben Spieler, weiter nichts! Wollen Sie wissen, was ich davon halte? Die Zeichner interessiren mich nicht im mindesten. Konnte Herr grandcadet lm voraus wissen, daß man diese berüchtigte Landenge gar nicht durchstechen werde? Und dann hatte er so schon einigemal bei ahnlichen Unternehmungen auch Gratifi kationen angenommen, die pure Klei nigkeiten , die Unternehmungen wa ren mehr oder minder gut ausgefallen, , und Niemand hatte sich beklagt. Nun also er glaubte sich im Gewissen keme Vorwürfe machen zu müssen. Und, wenn man alles sagen soll er glaubte nicht an dielen heftiaen Aus bruch der allgemeinen ' Entrüstung. Das alles war nur gemacht. Es war ja ein leichtes, hinter dieser anbeföhlenen Entrüstung ein Komplott der alten Parteien, die Mache des Grafen von ; Paris und der Boulangisten zu erkennen. Der Ministerpräsident hatte das ja den Herren in Gesicht gesagt. Jawohl: aber zum Glück war er da. er, 'Grandcadet, um die bedrohte Republik zu vertheidigen, mit seinem Leben zu , vertheidigen! Man hätte ihm das gar ,ma,i zugeiraur. tym, mit seinem dicken Bäuchlein, seinem langen, dünnen Backenbart und dem komischen Aussehen eines Mannes, der sich anschickt. .ein Loch in den Mond zu bohren. 5a. 'wenn ihm aber das Wasser bis an den HalS steigt . . . Nun wohl, wenn es durchaus sein mußte, wollte er sich auf ?der Barrikade erschlagen lassen und vorher, gleich dem heldenmütigen .Baudin ausrufen: .Kommt her und seht, wie man stirbt für fünfundzwanziatausend Franken!" Und doch befand sich der ehrenwerthc Abgeordnete für Deux-Garottnes trotz aller dieser schönen Erwägungen tn let ner aerinaen Unruhe. Wie wär'S, wenn ich versuchte, ein Kenia ,u ruben?" svrackj er U sich. . Er zog seine Reisemütze über die

mich entgegnet der Dienstherr unge-

duldig. Als er sicö allein befand, versank Herr Grandcadet in Nachdenken. Ich bitte ja nicht zu glauben, daß er am Ende gar an die Wiedererstattung jener Gratifikation von fünfundzwanzigtausend Franken dacyie: isrn sur allemal, er betrachtete dieses Geld als ein Erworbenes, a als ein recylmauig Erworbenes. Nein, angesichts der Handlung jenes armen Mädchens, dem der Priester ihren m Vergeljenyeit gerathenen Katechismus in die unnne runa zurückaerufen hatte, ist's eine sozioloaiscke. eine staatsmännische Betracktuna. die in öenn GrandcaoelS Geiste aufsteigt. Einen Augenviicr ' sinnt er nach. Dann rafft er das (Äeid, YmS hfttVirti ha Vttatn aelassen. zu sammen und stopft es in seine Tasche, und dann sollte man's sur moaimi kalten? dann murmelt er, er, der . -. . wilde Freidenker, zwischen den Zähnen: .Man maa saaen. was man will. Religion ist nun einmal nöthig für das Volk." Kleine Rekruten. Von Annie LattIelsberg. Er kam sich beute sehr wichtig vor. der kleine Mann von acht Jahren. Mama hatte ihm eine lange Rede ge halten. .Tu, als Vielteuer, milkt nun am Deinen Bruder gut achten in der Schule, mußt ihm mit gutem Beispiel voran gehen," schloß sie ihre Predigt inb legte die Hand des Jüngsten m die des Aeltesten, der sie krampsha t festhielt. Beinahe mitleidig blickte er aus den stolzen Knirps, der lächelnd Abschied nahm zum ersten (sang m die Schule. Ihm war es sehr schwer geworden. das erste Schuljahr. Er dachte noch immer an so viel anderes, an Soldaten, Bilderbücher, Ball- und Rennspie len. Richtiges Rennspielen, wie beim Pferderennen, jdas er vergangenes Jahr in den Ferien mit angesehen in Harzbur' Hei, welche Lust war das am ande ren Tage, ebenso über die grüne Wiese dahinzusausen, über Gräben und Busch werk, er immer an der Spitze. Seme Auaen leuchteten, wenn er da ran dachte. Kein Wunder, daß er gar keine Zahlen in dem kleinen Kopf be halten konnte, wo so viel Spielgedan ken drm waren. Der Kleine war noch viel kindischer wie er; dem mußte es wohl recht schwer werden. Deshalb der mitleidige Blick. Wud in der Schule auch gemalt? fragte er nun. Nein, aber geschrieben, Du weißt doch." Ich will aber Maler werden und mcht schreiben", sprach stolz der Kleine. Wieder ein stummer, mitleidiger Blick und krampfhaftes Festhalten des kleinen Handchens. Vom Balcon aus saben die Eltern ihnen nach. Noch ein fröhliches Schwenken der Hutchen an der Ecke, dann waren sie verschwunden. Wie das wohl werden wird", mein te besorgt die Mutter, er spricht im mer noch das K wie ein T aus. Ich habe mir solche Muhe mit ihm gegeben. ach Gott, und es klang auch immer so drollig, so süß kindlich, so wie es nie mehr wieder kommt." In der Schule werden sie ihm auch das K beibringen. Ja, ja, letzt fängt der Ernst an bei beiden," sagte der Vater. Dann ging er seinem Beruf nach. Nun war es so beängstigend still in der Wohnung. Kein tripp-trapp" kein Plappermäulchen", das tausend Dinge fragte; der Wißbegierige war nun zur Sssule"! Ob sie ihm da alle seine Fragen beantworten konnten: Warum der Mond nicht herunterfällt, und ob die Erde nicht auseinanderaeht. und wer die Pferde, die lebendigen macht, und ob die Vögel Nachts in den tmmel Ichlafen geben! Ein kleines, lebendiges Fragezeichen! Das sollte nun still sitzen und seine bunten Gedanken plötzlich auf i, e, ei. 1, 2, 8, concentriren. Sie beneidete die Lehrer nicht. Him melsgeduld mußten sie üben, bis sie die kleinen Rekruten einexercirt in Schreibheft und Lesebuch. Nun gar Rechnen, daran wagte sie gar nicht zu denken. das war a die schwache Seite der gan zen Familie! Der Hauptfactor im-Menschenleben ist daS Rechnen, sie hatten nicht gerech net, weder ihr Mann noch sie, aber die Kmoer, die sollten es lernen. ES würde wieder viele Tbränen kosten, bis endlich dem Kleinsten auch der Zaylenbegritt aufging wie dem Aelte sten plötzlich wie ein Licht, daS Papa mit dem Rohrstock" anzündete. Jeder Hieb, der den armen Kleinen traf, den fühlte sie mit, und oft sagte sie dem Jähzornigen: Du siehst doch, er kann nicht, er ist ervilcy.veia tet mit mangelndem Recken sinn. Aber tröste Dich, sein Rechts. r? in i . jinn iii ganz gui enimiaen. Ach ja, es war ein schweres Jabr ae Wesen: aber nun war er doch glücklich verletzt worden, der Aelteste. Nun fing der Jammer wieder an mit dem Kleinen, der stets Papier und Bleistift mit sich schleppte und malte". waS ihm gerade vor die Augen kam; denn Maler wollte er werden, so einer wie Onkel Bert" sprach er, und seine Kinderaugen wurden groß und weit und concentrirten sich schließlich au einen Punkt. Und dann fragte er: Woher? Wozu? Wohm? bel allem, was er sah. Glatze, wickelte sich seine Decke ümrlt ernt, streckte sich der Länae nach aus und verfiel alsbald in tiefen Schlaf. Aber er bekam Alpdrücken. Kamen iym Gewissensbisse? Eber meine ich, daß es ungeschickt von lhm gewesen war. bei seinem Diner in der Babnhofrestauratwn Hasenpfeffer zu essen. Er hätte das unterlassen sollen; denn 3Qait veram tont nie auL

Er hatte einen tollen Traum. , Auerst sah er sich nach Hause kom-

men und seinen eisernen Geldschrank öffnen; da entdeckte er. daß er bestohlen worden sei und daß an der stelle, wo seine große, grünlederne Geldtasche immer lag, sich nichts weiter befand als ein vollständig leerer Wollstrumpf. Dann sah er sich plötzlich wieder in der Deputirtenkammer; aber er saß ganz allein auf seiner Bank, und der Saal war leer und lag :m schwachen Bammerlichte da. Alle Pulte waren gesperrt, alle Thuren verschlossen. Keine Spur von einem Menschen. Aus dem Präsidentenstuhl lag ein ungeheuer großer und sehr hoher Hut, so grotz wie ein Röhrkasten. Eben betrachtete ihn Grandcadet mit netzen, ais oie riesenhafte Kopfbedeckung explodirte und eine Unmasse kleiner, viereckiger weißer Pavierblattchen auszuwerfen begann, auf deren jedem der Unglückliche Abgeordnete plötzlich mit einem übernatürlichen Scharsblicke begabt den Namen seines Gegencandidaten bei der letzten Wahl zu lesen vermochte. Dann auf einmal fiel der Hut in sich zusammen wie ein leeres Lustpolster, die Saaldecke senkte sich, die Wände traten auseinander, und Grandcadet befand sich, zu seiner Ueberraschung und selnemEntseken. vor dem Schwur aertcht. inmitten zweier Gendarmen, und er erkannte in den rothärmeligen Talaren und unter den betrekten Faltenmützen des Präsidenten und der zwei Beisitzer seinen Portier, seinen Perückenmacher und seine Pariser Wirthschaften, die alle drei durch den Panamaschwindel ruinirt waren, und der Präsident erhob sich und verlas mit Grabesstimme einen seltsamen ur theilsspruch, durch welchen der vorma liae Abaeordnete Herr Grandcadet er halten wurde, den Eisfelthurm binnen emer ffrist von sechs Monaten vergol den und sick selbst sodann auf den Blitzableiter jenes Gebäudes aufspie ßen zu lassen. DaS war denn doch gar zu entsetze lich. Der Parlamentarier fuhr plötz lick aus dem Schlaf empor. Der Morgen dämmerte schon. Herr Grand cadet erkannte die Hügel und die Wein gärten seines Wahlkreises. Ganz sicher, der Hasenpfeffer bekommt mir nicht," so dachte er. .Ich habe recht dumm geträumt. Doch verjagen wir diese schlimmen Borvedeu tunaen. Meine Wiederwahl ist ge sichert. Es aiebt hier keinen Sozialisten, und der einzig mögliche Candidat der Monarchisten, der Marquis de la Tour-Prend-Garde, ein Anhänger Don ?laimes. ist nicht zu furchten. Uebrigens kennt ja kein Mensch die Geschichte mit meinen fünfundzwan zigtausend Franken. Nur Muth also!' Vor dem Bahnhof stand ein Wagen für den Abaeordneten bereit. Die vollständige Ruhe, die in seiner Geburtsstadt herrschte, schien ihm von bester Vorbedeutung. Während seiner Fahrt wieherte ihm das weiße Roß aus dem Schild des Wirthshauses, in dem sich die Boulangisten zu versammeln pflegten, kein: Nieder mit dem Dieb! entgegen, und der gegossene, gespreizte Hahn aus dem Kirchthurm krähte ihm kein: Panama! in die Ohren. Als er zu Hause angelangt war, setzte ihm sein Dienstmädchen, das er von seiner Ankunft benachrichtigt hatte, Milchkaffee vor; wahrend er denselben behaglich schlurfte, sagte das junge Landmädchen mit sichtlicher Befangen Keit: Herr Grandcadet, ich habe Ihnen em unangenehmes Geständnis zu ma chen." Was wäre das. mein Kind?Vorerst daß ich heirathen toU: Den Peter, den Kummetmacher da gegenüber. Das ist ja schon seit zwe Jahren eine abgeschmackte Sache. DaL wußte ich ja schon. Es ist für die kuns tige Woche angesetzt." Ja aber sehen Sie, da ich mich verheirathen will, so habe ich zur Beichte gehen müssen ünd da habe ich denn dem Herrn Psarrer ein un recht eingestehen müssen, das ich an Ihnen begangen habe . . 'Ein Unrecht? an mir?Kurz und aut, Herr, verzeihen Sie mir schrie Ttzeresine auf und zerfloß m Thränen. Ja, ich habe Sie bestoh len bestohlen. ja. seit zwei Jahren schon und als ich das dem Herrn Pfarrer sagte, da trug er Mir aus. das wiederzuerstatten, was ich genommer. hatte und hier ist Ihr Geld, o! bis auf den letzten Heller, das schwöre ich Ihnen zu!" Und die Bedauernswerthe zog aus ihrer Tasche ein: Handvoll Gold- und Scheidemünzen hervor und legte das Geld vor ihren Dienstherr aus den Tisch hin. ..Wie? Bestohlen haben Sie mich!' ruft Herr Grandcadet aus. sehr er staunt und erzürnt. Ja, leider. Herr; machen Sie mich Nicht unaluckllch und sagen Sie es Ux nem Menschen, ich beschwöre Sie darum!... Sie sehen, daß ich doch nicht gar so unredlich bin, da ich Ihnen a alles zurückerstatte..Gut denn es ist recht, lassen Sie Tte Stunden vergingen, sie hatt S?ynsucht nach ihrem Kleinsten. Aus oem Balcon stard sie und blickte ihnen entaezen. Endlich 'amcn sie, treulich Ha.id in Hand. Sie errothete vor Freude, ihr Her' klopfte ordentlich stürmisch. Hinaus! Die Eorridorthür weit geöffnet sür ihre kleinen Rekruten. Ernst blickte der Aelteste sie an. Der Kleinste war sehr verlegen und sehr roth. Sie sah sofort, daß etwas nicht in Ordnung war. Was er gemacht hat, da sieh mal statt zu schreiben", sprach sehr beküm mert der Aelteste, der seine ersten i mi' gutem Erfolg in den ersten Schulstun tau aiiifc! ft44?

Mama nahm das Heft z.lr Hand

Sie fürätet mindestens, da er da ganze Tintenfaß darauf entleert hätte Aber n,m. ES war ganz mwcx. Am Rond sah sie a.if der ersten ceit den Lehrer, in großen sich.'rn Linien, s. deutlich erkenndar, daß sie still lachei mußte. In der Hand hat er einen ciod mi einer Angelschnur und da hängt ei Heft dran !" erklärte der Aelteste um fuhr entrüstet fort: Wenn Ux Lehre das gesehen hätte!" Mit großer Bestürzuna sah d,'. Kleinste, wie Mama seine cr,!e Ue'cun. im Schulheft mit Feder und Tm'e sofort herausriß und mit großem Ernst ihm klar machte, daß die Schulhclte nicht zum malen" da seien. Mit heimlichem Beranüaen faltete ie das Blatt zusammen mit der Handzeichnung ihres Jünasten. K Das muß Papa sehen und CiiUl Bert" dachte sie. Sie nahm all ihre mütterliche Würde zuZammen und führte ihrem Jüngsten die Hand. Als die erste Zeile fertig war, 'einte der kleine under: Rauf, runter, rauf Tippelchen drauf das ist aber langweilig! Ach Malen ist doch ichöner!" Die Mutter will abwarten, ob aus dem kleinen Maler ein großer werden wird. DaS menschliche Haar. Ueber den Bau und daS Wachs thum der menschlichen Haare hat Pro fessor Arthur Thompson in dem letzten Hefte der Londoner Monatsschrift Knowledge" einen bemerlenswerthen Auf! ah veröffentlicht, der manches Reue bringt. Die Frage, wie bei dem einen Menschen straffes und bei dem anderen lockiges Haar entsteht, ,,t in der Wissenschaft lange ein Streitpunkt gewesen, über den aber noch heute keine ausreichende Entscheidung gefallt wor den ist. Man weiß nur. daß das straffe Haar stets einen kreisförmigen Querschnitt hat und dicker ist als das lockige, das vielmehr bandartig und feiner ist. Jedes Haar besitzt eine besondere Talgdruse, die ihre Aussehet dung in das Haar selbst entladet, außerdem ist mit ihr ein kleiner Mus kel verbunden. Die Größe der Haardrusen ist bei den ver crnedenen Men schen sehr verschieden, bei den Negerraffen sind sie aroer und bester ent wickelt als bei den Weißen. Der mit jeder Drüse verbundene Muskel hat einen seit lange bekannten Einfluß auf die Stellung des Haares, mdem er durch emen auf die Haarwurzel ausge übten Zug ein Aufrichten des Haares veranlaßt. Diese Wirkung der kleinen Haarmuskeln kann man an einer Katze sehen, die m der Wuth ihre Schwanz haare aufrichtet, oder an einem langhaarigen Hunde, dessen Haare sich, wenn er gereizt wird, in der Mittel linie des Rückens zu sträuben pslegen. Beim Menschen ist verhältnißmäßig wenig von dieser Thätigkeit der Haar muskeln übergeblieben, denn die gesträubten Haare bei ihm kommen woh nur im Sprichwort und in Romanen vor, dagegen ist der Zustand, der Jedem unter dem Namen der Gänsehaut bekannt ist, der Wirkung der Haar muskeln zuzuschreiben. Bon besonde rem Interesse ist ein Vergleich zwischen dem Haarwuchs beim Menschen und bei den Thieren. Beim Menschen ist die Rückseite des KorperL außerordent lich wenig behaart, weit mehr die Vor derseite, wo im erwachsenen Alter der Haarwuchs recht betrachtlich werden kann. Beim Thiere ist es gerade umgekehrt, indem der Rucken reichlich mi Haaren bestanden ist, während Vt Bauchseite beinahe kahl bleibt. Man kann diesen Gegensatz sehr wohl erklären, und zwar aus der verschiedenen Körperhaltung von Mensch und Thier. Der Mensch bietet den Gefahren, unter denen hier besonders die Einflüsse schlechter Witterung zu verstehen sind, wenn er sich fortbewegt, die Vrustseite zu. und braucht aus dieser daher am ehesten einen natürlichen Schutz der Haut. Beim Thier ist es gerade umgekehrt, da bei ihm die Brust und die Bauchseite am meisten geschützt sind und vielmehr der Rucken den Emflus sen von außen her zunächst ausgesetzt wird. DieAnstifterideSaro ßen Wolfien'fchen Brandes in Emden wurde in der Person des 18jährigen Dienstmädchens Mane Jager zu Em den. daS bei Wolfnn im Dienst stand entdeckt und nach Neuhaldensleben in Untersuchungshaft eingeliefert. Das Madchen gad als Grund der Brandst'f tung an. t yave gern einmal ein aro ßes Feuer sehen wollen. Jetzt hat sich v:- m t y . A, vic juijcuvuuyc neiorecyerin im 9t fängniß erhängt. Auf dem Jacobiplatz in Magdeburg spielte sich ein blutiges Drama ob. Wegen Beleidigung seiner cylviegermuner verurthettt und ml seiner x?rau in Zwist, schon der Elaar Händler Newi mehrmals auf seine Frau. Die Fliehende wurde tödtlich verletzt. Als ein Officier und die Mannschaft eines vorubermarschirenden Bataillons den Mörder ergreifen wollten, tödtete sich dieser durch einen Ächug tn den MUNd. Der Sportsmann und Spieler Paul Sichler in Berlin ist ver haftet worden. Die Festnabme Eich lerS erfolate in dem Augenblick, als er ,m Begriff stand, die Nachfolgerschaft deS fluchtig gewordenen Spielers Wolff anzutreten. Wenn auch noch Mcht mlt yarmlo en- selbst, so spielt er doch bereits mit Personen, die den ehemaligen Mitgliedern dieses Elubö sehr nahe standen und von jenen Herrn dts zu den harmlosen' war nur ein Schritt. 'Es stand ,u befürchten, daß unter Sichlers Einfluß der Club wte unter Wolfs wieder 'aufleben könnte und so griff denn die Behörde ohn . 1 n rt." , ' jsamtt jaatm ta. ... -

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