Indiana Tribüne, Volume 22, Number 249, Indianapolis, Marion County, 28 May 1899 — Page 6

Zu eigener Schlinge. Von Bertie Scotchfield. Das soll ein Hauptspaß werden!" -zagte sich Herr Oskar Müller, indem er sich zum Aufbruche aus seinem Geschäft lüftete. Anna wird sich nicht wenig Lrgern, wenn ich ihr beweisen werde, 'daß sie von keiner der Schwächen ihres Geschlechtes frei ist." Dabei schnitt Herr Müller sorgfällig eine Notiz aus seiner Zeitung, eine Zanz nebensächliche Notiz, wie er mit einem flüchtigen Blick darauf bemerkte, deren Inhalt irgend eine bedeutungslose Börsen - Nachricht bildete. Dann steckte er die Zeitung in die Tasche und begab sich schmunzelnd auf den HeimA?eg. Herr Müller hatte nämlich irgendwo gelesen, daß eine Frau, die eine Zeihing in die Hand bekommt, in der zufällig ein Stück fehlt, nicht früherRuhe habe, bis sie das fehlende Stück gefunden und ihre Neugierde befriedigt hat. Dies wollte Herr Müller bei seiner Frau praktisch erproben, und zu diesem Zweck hatte er die Zeitung in der geschilderten Weise präparirt. Nach Hause gekommen, begrüßte er, in der Hoffnung auf seinen zu erwarsenden Triumph, sein Weibchen ganz besonders zärtlich. Und richtig, kaum tvar das Abendbrot vorüber, bemächtigtc sich auch schon Frau Anna der wie gewöhnlich sorglos auf den Tisch geworfenen Zeitung und war alsbald i frig in die Lektüre vertieft. Nach Art ihrerMitschwestern begann sie mit dem Roman, Jas dann den Farnilienanzeiger, nachher den Gerichtssaal und endlich den lokalen Theil. Ifticht lange, so zeigte sich auf Frau Anita's Gesicht ein ärgerlicher Ausdruck, denn sie war an die Lücke gekommen, die Herrn Müller's Taschenmesser hervorgebracht. Dieser rieb sich mit diabolischer Freude unter dem Tisch die Hände, vermochte aber nichtsdestoweniger dem argwöhnischen Blick seine? besseren Hälfte mit dem Ausdruck der unschuldigsten Unwissenheit zu begegTUN. Lieber Oskar," sagte plötzlich Frau 'Müller, die Zeitung bei Seite legend, V,jch mache nur auf eine Minute 'mal einen Sprung zu Frau Schultze neben.an. ich bin gleich wieder zurück." Herr Müller war entzückt über die gelungene List, und als seine Frau nach kurzer Frist mit einer Zeitung in 'der Hand zurückkehrte und sich bald damit ins Schlafzimmer zur Ruhe begab, wollte. er sich fast ausschütten vor Lachen , über seine großartige FrauenZenntniß. Famoser Witz!' murmelte er der'Jnügt; na, Anna wird Augen machen, wenn iÄ ihr das erkläre." Er rauchte noch seine Cigarre zu Ende und wollte eben auch das Schlaf Zimmer aufsuchen, als seine Frau mit .Hut und Mantel zum Ausgehen gerüstet, wieder im Zimmer erschien. Als ihr Herr Müller in's Antlitz sah. fuhr ihm ein unbestimmter Schrecken in die Glieder. Wo wo gehst Du denn jetzt hin?" .fragte er erstaunt. Wohin i5? gehe, fragst Du?" rief 'Anna mit zornbebender Stimme, indem sie so dicht an ihn herantrat, daß er einen Schritt zurückprallte. Du willst wissen, wohin ich gehe, Du falsches, ungetreues, sittenloses, schändliches Unzeheuer? Ich gehe heim zu .meiner Mama!" Wa was fällt Dir denn ein? Was 'ist denn geschehen?" Haha! er fragt noch diese Undcrschämtheit geht doch zu weit. Da da sieh her!" schrie die erboste Frau, indem sie auf eine Stelle in der 5Zei-

tung wies, die sie ihm dann ins Gesicht warf, hast Du eö nicht herausgeschnitten, um es vor mir zu verbergen? Oh, -ich arme, betrogene Frau, verkauft zu Fein an einen solchen Wüstling." Und schluchzend fiel Frau Müller auf einen Stuhl. Müller sah. wohin ihre Finger gedeutet hatten und las: Eine unliebsame Unterbrechung fand ein intimes kleines Souper, welrlzes eine Anzahl Verehrer nach der ge--strigen Vorstellung in einem hiesigen .'Specialitätentheater den daselbst engagirten ersten Künstlerinnen gaben. Die Gattin eines Theilnehmers erschien dämlich ganz plötzlich und unerwartet bei der Tafelrunde, und die dadurch 'hervorgerufene Scene bereitete der sehr -animirten Feier ein vorschnelles Ende. Der Arangeur des Soupers, ein sehr angesehener und bekannter Kaufmann Namens M.. wird sich das Intermezzo 'wohl als Warnung dienen lassen, denn -auch er soll eine ebenso hübsche als energische Frau besitzen, die bis jetzt .sicher noch keine Ahnung von den Pas.sionen ihres Gemahls hatte." Herr Müller ließ die Zeitung sinken - -und starrte mit einem nichts weniger als geistreichen Gesichte auf seine Frau. 5r fühlte sich schuldlos. Er hatte an 'dem gewissen Abend blos einen etwas länger dauernden Skat in seiner Stammkneipe gedroschen. Daß er es aber auch versäumen mußte, die andere Seite des herausgeschnittenenZeitungsstückcs zu lesen! Nun mußte er ErkläZungen machen und er begann zu erklären und das Stubenmädchen erzählte der Köchin, daß Herr Müller -noch immer erklärte, als sie des andern Morgens das Frühstück servirte. Da man jedoch Frau Anna Müller Vit nächste Woche in einem entzückenden reuen Seidenlleide ausgehen sah. gar nicht zu reden von einemMärchentraum von Hütchen, so kann man annehmen, baß Herrn Müller's Erklärungen angenommen wurden und ein zufriedenstellender Ausgleich zu Stande gekominen ist. Inder Verzweifl u 3. Lustspieldichter (als es ihm Schwiertöseit macht, eiPaar zusammenzubriilgen): Die müssen sich kriegen und Loenn s:e der Teufel holt!" . . . i y

Kcwene MMonen. In der österreichisch - ungarischen Monarchie werden die Staatsnoten, die alte Papierwährung, immer mehr durch das Hartgeld verdrängt und Im Verkehr rollen der massive Silbergulden. die schmucke blanke Krone und das vornehme, goldene Zwanzigkronenstück neben Bronze- und Nickelmünzen. Nach der Sanction der WährungsvorIsqe wurden mit erstaunlicher Ge-' schwindigkeit Hunderte von Millionen ausgemünzt, um den großen Ansorderungen des Verkehrs zu genügen. Das k. k. Hauptmünzamt in Wien, das den größten Theil dieser Aufgabe zu lösen hat, erhebt sich als massives Gebäude am Heumarkt, hinter der grünen Oase des Stadtparkes, wo der Bezirk Landstraße an die innere Stadt grenzt. Unterhalb des von allegorischen Figuren flankirten goldenen Doppeladlers an der Hauptfront ist die Zahl der Erbauung 1837 in römischen Ziffern und darunter die Aufschrift Rei Moneta riae zu lesen. Ein Besuch dieser Stätte, wo aus dem rohen Metall die

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Im Prägesaal. vollwichtigen Münzen hergestellt werden, ist von hohem Interesse. Zuerst gelangen wir in die Gießerei; es ist dies ein gewölbter, schmaler Raum, dessen Boden mit Eisenplatten belegt ist. Mitten in diesem Raume stehen in einem großen, bottichartigen Behälter drei Gußformen. Vor jeder Guv" form steht ein Arbeiter mit Schurzfell der aus einem Schöpflöffel weißsiedendes. flüssiges Metall in die Form gießt. r. - , n r l -1 Cf -I yr gegenuoer neoi ein zroeiicr aiuci 1 ii 4n . -.fa 'J r r . 1 . ler, nuneiii eines eoeis vlittcl ei, kaum daß der feurige Guß von der Form verschlungen ist, den Formenkästen und ergreift mit der Zange ein linealförmig gestaltetes Metallstück, einen Barren Gold. Doch nein, Barren ist nicht der technische Ausdruck. dieser lautet Zem." Der Zein" wird, nachdem er m kaltem Wasser ab gekühlt, gelöscht", ist. einem anderen Arbeiter übergeben, der mit einer Handfeile den Rand des Zeines" glatt feilt. Die Feilspäne fallen in einen kleinen, aus einem Stuck Metall geformten Zuber, um bis auf das letzte Stäubchen wieder gesammelt zu werden. Das sind gar kostbare Abfälle. reprasentlrt doch zeder Zem , der vielleicht 40 Centimeter lang. 6 Centimeter breit und einen halben Centimeter dick ist, bei einem Gewicht von 3z Kilogramm mehr als 5000 Gulden ö. W. (ca. Z2000). Zein" auf Zein" gelagert giebt einen recht hübschen, gleißenden Anblick. WaschenderMünzen. Mittlerweile wird das Gießen stetig fortgesetzt. Dort in den drei Windöfen an der rechten Wand wird in Graphittiegeln, die in ein Lager von brennendem Cokes eingebettet sind, bei einer Hitze von 1200 bis 1300 Grad R. das Gold flüssig gemacht. Jetzt sprüht aus einem der Schöpslöffel, den der Gießer in den Tiegel getaucht hat, ein feuriger Regen, das ist der brennende Stubich" (nn gutes deutsches Wort: Staub v ubich), der auf der Oberfläche des flüssigen Goldes schwimmende, glühende Cokes-Staub. Vor dem Guß wird mit minutiöser Genauigkeit das Korn" (der Feingehalt) des Münzgoldes bestimmt. Als Schmelzgut werden alte Münzen, Schmuckgold und gediegenes Gold derwendet, zuerst muß die richtige Legierung (90Proc. Gold, 10 Proc. Kupfer) hergestellt werden, dann wird ein. Probezein" gegossen, der wird der chemischen Analyse unterworfen im Generalprobiramt", aber nicht genug daran, das Probestück wird zur UeberPrüfung der zweiten kaiserlichenMünze in Kremnitz übersendet und telegraphisch erfolgt die Entscheidung des dortigen Hauptprobiramtes." Dieser Usus beruht auf Wechselseitigkeit. Schließlich wird noch die geprägte Goldmünze selbst auf Schrot und Korn" erprobt. Der Gußvorgang ist bei den derschiedenen Metallen der gleiche wie beim Gold. Die Schmelzung erfolgt außer in den Windöfen mit Cokesfeuerung noch in sogenannten Flammenöfen mit Holzfeuerung und in solchen mit Braunkohlenverwendung. letztere sind eine Erfindung des Regie rungsrathes Müller. Aus der Gießerei gelangt das Gold in das Walzwerk, wo die Zeine" zur normirten Dicke ausgewalzt und in das Stanzwerk, wo mittelst Maschinen die runden Metallplättchen für die Prägung ausgestanzt werden. Die bänderartigen Tirnb durchlöcherten Zane" werden zusam

mengebogen und wandern als sögenannte Schrottenköpfc" wieder in den Schmelztiegel. Wer aber glaubt, daß- die ausgestanzten Metallplättchen blank und sauber aussehen, wie die neugeprägte Münze, der irrt gewaltig. Schwarz,

Abwägen und Feilen. ozydirt, und unansehnlich gelangen sie in die große Wäsche. Mit Ausnahme der Goldplättchen, die eine zartere rücksichtsvollereBehandlung erfahren, werden die kleinen runden Münzmetalle in rotirendcn Trommeln" in einem Bade von verdünnter Säure blank gescheuert. Die Goldplättchen werden in pulverisirtem Kohlenstaub einem ähnlichen Reinigungsverfahren unterzogen. Und nun wollen wir einmal zusehen, wie das Geld, die Münze, das Werthzeichen fertiggestellt, in jene Form gebracht wird, in der es in Umlauf gesetzt wird, als Schlüssel zum Guten und Bösen. Wir steige wieder in den ersten Stock empor und stehen alsbald in einem ungeheuren Saale, in welchem ein regelmäßig klopfendes und ein accompagnirendes, klirrendes Geräusch sich zu einer seltsamen Harmonie vereinen im Prägesaal. Hier wird unser Münzplättchen zuerst gewogen und zu Klangprüfung. leicht oder zu schwer befunden. Ist es zu leicht, dann wird es zum Schmelzgut zurückgestellt, ist es zu schwer, dann wird das Uebergewicht abgeseilt. Das Wiegen selbst geschieht automatisch mittelst der sogenannten Seyßschen Wagen. Die Münzen mitUebergewicht werden auf eigenen Maschinen von Mädchen zurecht geschabt. Das Ewigweibliche ist charakteristisch für den Prägesaal, hier sitzen an langenTischen oder einzeln an den Hobel- und SchabMaschinen hundertundzwanzig Wädchen, und manches frische . bildhübsche Wiener Gesichtchen blickt von der Arbeit auf, wenn der neugierige Besucher den Saal durchwandert. Die Prägestempel selbst arbeiten mit mathematischer Präcision; klapp klirr, das Plättchen ist eine glänzende Krone, ein blankes Zwanzighellerstück, eine goldgleißende Bronzescheidemünze geworden. Bor der Prägung wird auf sinnreich konstruirten Maschinen noch die Gravirung der Rundschrift auf dem Münzrande ausgeführt. Fünfundsechzig mal in der Minute erzeugt der Stempel je eine Münze. Interessant ist die flinke, lautlose Sortirbarkeit der Mädchen. Zuerst werden die Münzen auf ihr Aussehen geprüft, die schadhaften bei Seite in ein Schälchen geworfen, die tadellosen rollen in große Bottiche. Dann erfolgt die den Laien geradezu verblüffende Klangprobe." Die Silbermünzen werden von dem prüfenden Mädchen zu je fünf Stück auf die Marmorplatte des Arbeitstischchens geworfen. Wir hören nur einen silbernen Klang, aber das durch die Uebung unglaublich verfeinerte Gehör des Mädchens scheint Zählen. doch noch etwas anderes erhorcht zu haben. Eine Silberkrone wird ausrangirt. denn sie hat keinen Silberklang, sie ist tonlos, so zu sagen stumm. Wie kommt das. ihr Aeußeres ist tadellos. sie sieht aus, wie alle ihre Gefährten? Eine Lamelle, ein Gasbläschen stört die innere Fügung des Metalls und ist nun sofort durch die Klangprobe entdeckt worden. Die stumme Krone" wandert wieder zurück in das Schmelzgut. Und jetzt noch zu einem höchst praktischen und doch geradezu primitiven Apparat, zum Zählbrett". Ein Arbeiter hält eine Holzplatte, in welche fünfhundert runde Vertiefungen hin-

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eingeschnitten sind. Jede Vertiefung ist um ein Weniges, größer als die Münzsorte. die auf diesem Zählbrett gezählt werden soll. Ein anderer Arbeiter schüttet auf das ZählbreU mittelst Schaufel au5 einem Zuber einen Haufen' Silbermünzen; der erste Arbeiter schüttelt das Brett. Jede Vertiefung füllt sich mit je einer Münze. Die überzähligen werden schnell in den Zuber zurückgeschüttet. Auf dem Brett liegen wohlgezählte fünfhundert Kronen. Die ganze Zählung hat kaum eine halbe Minute gewährt. Das gezählte Geld wird in Säckchen verpackt, gewogen, mit einer Plombe versehen und so wird es in die Staatsschuldenkasse in derSiegerstraße transportirt. um dann hinauszufließen durch tausend und abertausend Eanäle in das weite Reich, zu Fürsten und Arbeitern, zu Verschwendern und GeizHälsen, ein Strom von Gold, Silber, Nickel und Bronze, um nach Jahr und Tag, nach einer Wanderung durch Palast und Hütte, durch Schweiß und Blut und Noth, wiederzukehren in die Schmelztiegel des k. k. Hofmllnzamtes in Wien, am Heumarkt Nummer eins, um dort wieder zu neuem Wirken erweckt zu werden. Miniaturmcnschcn. Der Zwergwuchs tritt, Wissenschaftlich betrachtet, in zwei verschiedenen Formen auf. Bei der einen Form, die man gnomenhaften Niederwuchs" nennt, sind es hauptsächlich die Extremitäten. die im Wachsthum zurückbleiben, während Kopf und Rumpf die für Erwachsene normale Größe erreichen; die andere, viel seltenere Form dagegen ist durch ein allgemeines Zurückbleiben im Wachsthum als echte Zwerghaftigkeit charakterisirt. Sie zeigt ganz die Körperproportionen von normalen Erwachsenen. nur sind die einzelnen Glieder und Theile des Körpers entsprechend verkleinert. Neben diesen beiden Formen, die gleichsam individuelle Variationen darstellen, tritt eine dritte Kategorie auf. deren geringe Körpergroße ein Rassenmerkmal der Pygmäen bildet. Von allen drei Formen des Zwergwuchses sind Typen bekannt; es sei nur an die seltsam scheuen Akkazweige erinnert, die ein vielbttvundertes anthropologischesSchauspiel bilden, an die zierlichen birmesischen Zwerge Smaun und Fatma, an die Prinzessin Topaze und an die Kolibritruppe. Die echte Zwerghaftigkeit. findet auch in jenen Miniaturmenschen ihren Ausdruck, die gegenwärtig unter dem Na-

Horwath's Zwerge. men Horwath's fünf ZwergeDeutschland bereisen und in künstlerischen Vorstellungen zeigen, daß selbst kleine LeuteGroßes zu leisten vermögen. Von diesen fünf durchweg normal gebauten Zwergen es sind zwei Damen und drei Herren stammen vier aus der ungarischen Tiefebene; der fünfte ist ein Steiermärker. Der Anblick dieser Leutchen, deren Alter von 16 bis 21 Jahren schwankt, darf als ein ungemein lieblicher bezeichnet werden. Mögen nun die zwei Weibchen und die drei Männchen, die in grauen Frackanzügen und glänzenden Soireetoiletten die Bühne betreten, in reizender Drolerie Lieder und Couplets singen oder in entsprechendem Costüm hübsche Nationaltänze vorführen, immer wissen sie einen gewinnenden Eindruck zu machen, da nichts in Wesen und Erscheinung an den oft recht abstoßenden anderen Typus des gnomenhaften Niederwuchses" erinnert; im Gegentheil, es sind belebte Püppchen" von freundlichster Anmuth, zu denen der normale Mensch Modell gestanden hat. Den Kleinen reizt immer nur das Ziel, den Großen locken die Hindernisse auf dem Wege. Anzüglich. Gast (wüthend): Gestern ist mir hier mein Ueberzieher gestohlen worden; das macht Ihrem Restaurant wenig Ehre!" Wirth : War er denn so schlecht?" Ein Gemüthsmensch. Schneider: Sie denken ja gar nicht mehr an die Schuld für JhrenÄnzug?" Gigerl: Das ist auch nicht nöthig. Sie werden sie doch als Geschäftsmann ordentlich verbuchen!" Nicht die beneiden uns am meisten um einen Erfolg, die selbst gar keinen haben, sondern jene, die den gleichen haben könnten, ihn aber verscherzen. Z w e i e r l e i. S .... Sie wollen meine Tochter heiratben, sind angeblich Künstler können Sie denn mit Ihrer Kunst auch eine Frau ernähren?" Hm. das ist wieder eine Kunst für sich!" Mild.erungsgrund. Richter: Sie haben dem Heller einen Fußtritt versetzt, was haben Sie als mildernden Umstand anzuführen?" Angeklagter: Ich hatte feine Lackstiefeletten an!" Zurückgewiesen. Alte Tante (zornig): Nichts wie Sorge und Schande hat man mit Dir! . . . Und ich habe mir so viel von Dir versprochen!" Neffe: Ist das meine Schuld? Ich kann doch nicht dafür, wenn Du Sachen versprichst, die Du nicht halten kannst!-

'Riesen in Zlnisorm. Die großartigen Errungenschaften auf dem Gebiete der Technik haben auch die Kriegführung von Grund auf umgestaltet und deshalb braucht der Soldat einer modernen Armee kein Riese von Gestalt zu sein, um im Männer mordenden Kampfe den Lorbeer davonzutragen. In früherer Zeit war es anders. Die offenen Feldschlachten wurden Mann gegen Mann ausgefochten und in diesen Kämpfen siegte gewöhnlich die rohe, brutale Kraft. Freilich wissen wir schon aus der Bibel, daß dies nicht immer der Fall war, denn der kleine David machte ;a dem Riesen Goliath mit seiner Schleuder den Garaus. Die Erfindung des Schießpulvers und die Einführung der FeuerWaffen machten den Schwächling dem stärksten Manne vollends ebenbürtig,

Capt. ForsythundSohn. da es keiner besonderen Kraft zum Abfeuern des Tod bringenden Geschosses bedarf. Nicht mehr gewaltige Stärke und eine große Gestalt machen den besten Soldaten, sondern Ausdauer im Ertragen von 'Strapazen und körperliche Gewandtheit. Trotzdem werden in allen europäischen Heeren die sozenannten Elitetruppen aus den größten. Soldaten gebildet. Schon der Preußenkönig Friedrich Wilhelm 1., welcher als der Schöpfer des ' Militarismus in Preußen anzusehen ist. hatte in Potsdam seine Riesengarde, in welcher aller Herren Länder durch Männer, die oft mit Gewalt gepreßt wurden, vertreten waren. Wahrscheinlich hat es nie wieder ein Regiment gegeben, das sich aus solchen Riesen zusammensetzte, wie dieses. Des preußischen Soldatenkönigs Vorliebe für große Soldaten hatte auch der nichts weniger als soldatisch veranlagte letzte Franzosenkaiser Napoleon III. Während dieser auf dem Throne saß, gehörten den in Paris und Versailles garnisonirenden Regimentern die stattlichsten Leute der ganzen M a j. v. P l ü s k 0 w. französischen Armee an. Dasselbe gilt heute von den preußischen Gardetruppen, die in Berlin, Potsdam, Spandau sowie Charlottenburg stehen und zu welchen nur Leute von einem bestimmten Mindestmaß genommen werden. Auch die Life Guards in London setzen sich ausschließlich aus modernen Enakssöhnen zusammen und bekannt ist, daß die alte Königin Victoria heute noch ein Faible" für die Riesen' ihrer Garde hat. Die besten Feldherren der neueren Zeit legen an den Soldaten freilich ein anderes Maß, als den Zollstock allein. Napoleon I. schätzte wohl große Soldaten, allein Ausdauer im Ertragen der Mühseligkeiten und Entbehrungen C a p t. A m c s. einer Campagne galten bei ihm mehr als Länge und Breite des Körpers. Daß auch heute noch die Eliteregimenter der europäischen Heere aus langen Kerlen" gebildet werden, ist nicht schwer zu erklären. Die Soldateska dient nicht blos zur Bekämpfung von inneren und äußeren Feinden, sondern auch zur Veranstaltung von militärischen Schaugeprängen und in solchen machen die über die durchschnittliche Größe hinausgehenden Leute unstreitig einen imposanten Eindruck, namentlich auf das schöne Geschlecht. Wer bei einer Parade auf dem Tempelhofer Felde bei Berlin das Regiment der Garde du Corps und das erste Garde Regiment zu Fuß gesehen hat, wird dies verstehen. Unter unseren Boys In Blue"

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haben wZe kei Regiment, bei dessen Zusammensetzung ausschließlich die Körperlänge maßgebend ist. doch sinden sich auch in unserem glorreichen Heere Leute, die in einem preußischen oder englischen Garde - Regiment nicht zu den Kleinsten gehören würden. Mehrere Officiere der Landarmee und Marine sind wahre Enakssöhne. Am größten von allen Angehörigen des Offlciercorps der Marine sind Captain James M. Forsyth und Surgeon I. E. Gardner, welche beide 6 Fuß 5 Zoll messen; ersterer hat einen 20 Jahre alten Sohn, der Unierofficier und einen Zoll größer als der Vater ist. Auch der Cadetten - Commandeur von West Point, Colonel Hein vom 2. CavallerieRegiment, ist mit seinen 6 Fuß 2 Zoll eine überaus stattliche Erscheinung. Ueber diese ragt General Lawton, der 6 Fuß 4 Zoll mißt, noch empor und von den Officieren der Freiwilligen kommt ihm John Jacob Astor mit 6 Fuß 3z Zoll am nächsten. Unter den berühmten Rough Riders" gab es auch verschiedene lange Kerle", unb der längste war William Taylor de Zychlinski mit über 6 Fuß 3 Zoll. Der größte Officier in der preußischen Armee ist der Major von Plüskott vom ersten Garde - Regiment zu Fuß. der die Kleinigkeit von 6 Fuß 6 Zoll mißt; bekanntlich war dieser Riese das größte Mitglied der vom Kaiser WilHelm II. zur Beerdigung des Präsidenten Faure nach Paris entsandten Delegation. Noch um zwei Zoll größer als Major von Plüskow ist der größte englische Officier, Capt. OZwald Ames vom zweiten Regiment der Life Guards". Mit diesem Hünen wurde bei der aus Anlaß des Regierungsjubilämns der Königin Victoria in London veranstalteten großen Parade ein besonderes Gcpränqe getrieben und auf Betreiben des Prinzen von

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Großfürst Konstantinswitsch. Wales hatte er in einer überaus prächtigen Uniform allein an der Spitze der glänzenden Cavalcade zu reiten. Nur um einen Zoll kleiner als dieser gigantische Engländer ist der größte Officier der russischen Armee, der 6 Fuß 7 Zoll mißt. Dieser lange Moskowite ist der Großfürst Dimitri Konstantionwitsch, ein Vetter des Zaren und Oberst des Grenadier - Regiments der kaiserlichen Garde. Wenn dieser Großfürst sich auf Reisen befindet, führt er stets eine zusammenlegbare Bettstelle mit sich, da er andernfalls in den Hotels sich ohne eine solche behelfen müßte. Einzige Möglichkeit. Warum läßt Herr Macherl seine Gemahlin so oft Photographiren?" Weil sie sonst niemals ein freundliches Gesicht macht!" Gemüthlich. Wie kommt es, daß Ihre Semmeln seit einiger Zeit bedeutend kleiner g?worden sind?" , Ja, wissen Sie, wir haben drei neue Kunden hinzugekriegt!" Eitel. Kumpane: Wie konntest Du nur die junge Dame ungeplündert vorbeilassen?" Räuber: Aber ich werde mich doch unrasirt wie ich bin keiner jungen Dame nähern." H a a r i g e r" G r u nd. Warum hat sich Kam'rad von Husaren eigentlich zu den Kürassieren versetzen lassen?" Kürassierhelm verdeckt Glatze besser." SchlechteAusrede. Sie (erregt bei der Gardinenpredigt): Du willst leugnen, daß Du betrunken bist, Du wackelst doch!" Er: Nee, ich schwanke bloß, ob ich mir so was von Dir bieten lassen foHl" .

Beruhigend.

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;5jV-"vo'.t öT4r-s-?. rr i.vii 1 - mm mmm Si (Bei der Suche nach einer SommerWohnung): . . Und können meine Buben auch im Flusse baden?" Freili'. so viel s' wollen!" Ich meine, ob es nicht gefährlich ist?" Gefährlich? Q na. gnä' Frau! Da muß sich Ein's schon recht gut auskenna. wenn's im Aubach ersaufen will!" Gefahr im Verzug. U'iUVüi' 4 if lu Im? i? f ir,.s , t sJTl 'fil mm, ßWMMMMM' Wl WMmmwMä ZthV.VtlX. n fi " 3 I! W :f.i ' U'if l Wohin so eilig bei dem furckidarc., Gewitter. Frau Steuerinspektor?" Um Gotteswillen, halten Sie mich nicht auf mein guter Name, mein Ruf steht auf dem Spiel!" Ja, aber wo müssen Sie denn so pünktlich sein?" Bei Amtsrichters wir haben heut' Kaffeekränzchen!" Neues Abonnement. MU Wie schaut denn Ihre Sau aus?! Was bedeuten denn die vielen Visitenkarten?!" Ja, wissen S', bei uns gibt's fast nur Mehlspeisen, und wenn i' amal a' Sau heimführ' zum Schlachten, laufen mir die Sommerfrischler oft stundenlang entgegen und abonniren sich auf c' Portion!" VonderReitschule. Sergeant: Na, Kohn, jetzt einmal flott über die Hürde ,. denken Sie, dort drüben wäre ein gutes Geschäft zu machen!" Verkannter Zweck. Bauer (zu einem Fremden): SteYen S 'mal aus! l? uigi jmo nicht da zum D'raufsitzen . . . seh'n S' nicht, daß g'rauft wird?!" Gegensätze. Gratulire. lieber Freund! Ihre Gattin ist von Mutter Natur geradezu verschwenderisch ausgestattet!" Ja, ja desto ärmlicher aber von ihrer wirklichen Mutter!" Monolog. Schön ist ein Spaziergang im Eichenwalde? schöner im eigenen Walde; am schönsten im eigenen Eichenwalde!" Zukunftsbild. Erstes Fräulein: Du, Fräulein Bertha hat auch noch einen Mann bekommen." ' Zweites Fräulein: O ja, und zwar einen recht reichen und schönen." ErstesFräulein: Du.'daZ nimmt mich aber Wunder!" .ZweiieS Fräulein: Warum denn?" Erstes Fräulein: .Nun sie radelt doch mcht!" .

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