Indiana Tribüne, Volume 22, Number 242, Indianapolis, Marion County, 21 May 1899 — Page 9

Snotsma Sttüücs.

etlct JJtilüjcn. Von . Magali. Das junge Ehepaar war in größter Verzweiflung. Es fehlte an allem. Das Leihhaus hatt: die Schmucksachen, die Nippes, eine nach dem andern, derschlungen; alles nxn fort, bis auf die Wäsche. Jetzt gab es nichts mehr zu versetzen und auch nichts mehr zu verkaufen. Dr Gatte, ein talentvoller, junger Schriftsteller, hatte eben ein Werk vollenket, auf das er große Hoffnungen setzte. Das würde, so hoffte er, die Rettung sein. Aber wie viel Tage vergingen noch, ehe es erschien! Und wie sich bis dahin zurecht finden? Er hatte jetzt oft Stunden der Muthlosigkeit, in denen er sich Vorwürfe darüber machte, daß er sein an Kämpfen und Leiden so reiches Leben die Frau theilen ließ, die er anbetete. Wie herrlich wäre es doch gewesen, hätte er dem theuren Geschöpf einen ihrer feinen Monfccn Schönheit würdigen Rahmen verleihen und sie mit dem Luius umgeben können, den er für sie erträumte. Seinen Traum fortspinnend, betrachtete er die kahlcn Wände, das halbleere Zimmer und stattete alles mit seinem auserlesenen Künstlergeschmack aus. Hier-, dachte er, müßten Statuetten herkommen und einige hübsche Bilder hängen; hier Bronzestatuen, Nippessachen; in diesem Winkel eine japanische Vase, aus der eine ungeheure Palme ihre Blätter gen Himmel streckt; in dem andern Winkel Lilien und blühende Granaten; dann durch den ganzen Salon geworfen, hierhin, dorthin, Stöße von Kissen aus weichem Plüsch, auf dem meine süße Frau sich ruhen müßte, schwellende Teppiche, weiße Bärenfelle, dichte Draperieen ... Ach wie schön würde sie sich in dieser warmen. sanften, duftigen Umgebung ausnehmen! Ueberall müßten Blumen, Blumensträuße und Pflanzen herumstehen; den Boden würde ich damit bestreuen, denn das ist ihre SchwärmeKl." Dann unterbrach er seinen Traum. Und dabei kann ich ihr noch nicht einmal eine Rose bieten! Nicht das kleinste Veilchensträußchen! Das , das größte Opfer, das d arme Kleine mir bringt! Die junge Frau, die in dem Herzen ihres Mannes wie in einem aufgeschlagenen Buche las, trat, wenn sie ihn so nachdenklich, eine Sorgenfalte auf der Stirn, dasitzen sah, lächelnd und zart lich auf ihn zu und belebte mit einem Kusse, mit zärtlichen Worten, mit einer Fröhlichkeit, die sie nicht einen Augenblick verließ, seine Energie und Schaffenskraft. Trotzdem quälte sie die Unruhe; jeden Morgen legte sie sich beim Erwachen dieselbe peinigende Frage vor: Wie schaffen wir heut den Lebensun-terhalt?-Wenn sie bis jetzt sich so ziemlich durchgestumpert hatten, o war das nur dank ihrer Geschicklichkeit als aute Hauösrau und mit Ausbre tuna aller ihrer Kräfte möglich gewe sen; doch sie war am Ende angelangt und quälte sich heimlich, daß sie ihrem Gatten nicht besser helfen konnte. Indessen hatte sie heimlich angefan gen zu schriststellern, hatte in einigen Capiteln ne dramatisch bewegte Ge schichte erzählt, und diese Seiten bildeten eine anziehend entworfene Novelle, die sie, am ganzen Leibe zitternd, eines Abends einer großen Zeitung gebracht hatte. Man sagte ihr. eS würde ihr bald Bescheid gegeben werden, und .1.1. r e r i rir. c , nun lvarieie ue sieoerno aus oiqe ANl wort. Da kam das sehnlich Erhoffte!. Ei nes TageS ging ihr statt des Bescheides der Abdruckbelag ihrer Novelle und mit ihm die Aufforderung zu, das Hono rar an der Kasse des Blattes zu erhe ben. Welche Freude! Selig machte sich die junge Frau, als sie von der Zeitungskasse kam, auf den Hilmweg und druckte das gefüllte Por temonnaie fest an sich. Aber der Weg. die Aufregung, die Entbehrung der vorangegangenen Wochen hatten sie er schöpft. An einer Haltestelle ange langt, sagte sie sich: Du lieber Gott, heute könnte ich Mir schon eine Pferdebahn leisten. Sie wartete auf dem Trottoir. an -der Haltestelle, wo eine geschäftige Beenge sich drängte. Da bemerkte die junge Frau ein Kind von kaum sieben Jahren, das traurig einen Korb hm und herschlotterte, sein blaugefrorenes Gencht schnitt Grimassen, wahrend es zu lächeln versuchte. Seine Zähne klapperten, und aus seiner Kehle drang der wie ein Schluchzen klingende Ruf: Veilchen! Fsche Veilchen! Zwan zig Pfennig ds ) Sträußchen! . . . Kaufen Sie Veilch meine, Damen, frische Veilchen!" Armer Kleiner! Sein Korb wurde nicht leer, doch seine Stimme wurde schwächer. In seinen großen Kinderäugen lag eine flehende Bitte, und die Zunge Frau betrachtete den Jungen gerührt. Dann suchte sie sich ein Sträußchen aus, daS sie in ihr Mieder steckte, und gab ihm inen Thaler. DaS Kind erhob den Kopf mit einem Ausdruck größter Verwunderung. Sein Blick leuchtete auf, ein Strahl des GlückeS schoß in seine blauen Augen, und indem er das Thalerstück in seinen rothen Händen tanzen ließ, lies er seelenvergnügt davon,in dem er aus rief: Ach. daZ wärmt!Die Pferdebahn hielt an; . dieSmal paren Plätze frei. Die junge Frau

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rrak näher, doch plötzlich besann sie siq '

eines Besseren. Eine zweite Ausgabe Ware wahrhaftig unvernünftig", dachte sie, wafsnete sich mit ihrem ganzen Muthe und setzte ihren Weg fort; eine stunde später kam sie athemlos zu Hause an. Ihr Mann arbeitete noch bei dem unklaren Lichte einer Lampe, die im Verlöschen begriffen war. Als er sie eintreten horte, wandte er sich um. Zärtlich lief sie aus ihn zu und um schlang ihn mit ihren Armen. Wie, mnn Herz , rief er, sie ganz erstaunt betrachtend, es ist eine Bärenkalte, und Du strömst eine tüchtige Wärme aus, ja. Deine hübschen Händchen glühen förmlich!" Nun zog sie aus ihrem Mieder die duftenden Veilchen, reichte sie ihm. leerte ihr Portemonnaie auf den Tisch aus und saate lachend, die Zeitung ossnend. in der ihre Arbeit erschienen war: Ja, weißt Du, ein solcher Weg, der wärmt!" Eine Krisis. Von E. Peschkau. Die Kinder, die im Nebenzimmer in ihren Bettchen noch lange geplaudert hatten, waren endlich eingeschlafen, und nun hörte man nichts mehr als daS Geräusch der Feder PapaS, die eifrig über das Papier glitt. Jhm gegenüber, an dem mit einer billigen braunen Wolldecke belegten Sofatisch, saß Mama, eben so eifrig mit einer Näharbeit beschäftigt. Nur bisweilen, wenn draußen ein stärkerer Mndstoß an den Fenstern rüttelte, sahen sie nach der ausflackernden Lampe und dabei lächelten sie einander meist auch zu. . . dann aber wurde sofort wieder weiter gearbeitet. Endlich ließen sich von dem nahen Kirchthurm her die feierlichen Schläge der Uhr vernehmen. . . . Die Frau zählte leise mit bis zehn . . . und als der letzte Schlag verhallt war, ertönte plötzlich heftig die Klingel. Was ist das?" fuhr der Mann auf. Wer kann um zehn Uhr Nachts noch etwas von uns wollen? Die Frau war inzwischen schon auf gesprungen und nun wandte sie sich nach der Thür. Im nächsten Augenblick aber stand der Mann an ihrer Seite und sein Arm hielt sie zurück. Bleib Du hier, Emmy." sagte er ängstlich. Ich will nachgehen. Jetzt wurde aber ihr Gesicht noch ängstlicher, als es schon war. Nein," stammelte sie, .ich laß Dich nicht allein hinaus. Es giebt so viel schlechte Menschen. Na," lachte er nun. dann wollen wir beide zusammen gehen." Er faßte zärtlich ihren Arm, sie schmiegte sich innig an ihn und flüsterte ihm zu: Aber erst fragen, Fritz, nicht gleich öffnen. Ich halte Dich fest, wenn D..." Inzwischen waren sie hinaus auf den Vorplatz getreten und der Mann drängte die Frau, die einen Schritt dorgeeilt war, wieder zurück. Zugleich aber fragte er laut, unwirsch, als wollte er dem Störenfried gleich einen tüchtigen Schreck einjagen, wer da sei. Ist Frau Helling zuHause?" fragte eine zitternde Frauenstimme zurück. Und nun fühlte Fritz Helling, wie seme Frau zusammenzuckte. Ihre Fin ger preßten sich in seinen Arm, er hörte, wie sie nach Athem rang, und dann kam eö stammelnd über ihre Lip pen: Ich bin zu Hause." Emmy!" jubelte es draußen auf. Gertrud! Also wirklich!" Der Riegel klirrte zurück, die Thür flog aus und die zwei jungen Frauen umarmten sich. Fritz Helling stand etwas verlegen dabei und wunderte, daß eine so vor nehme Dame wie seine Frau Schwäge rin mit einem Reisetäschchen in der Hand ohne jegliche Begleitung kam, und noch dazu so spat in der Nacht. Um so aufmerksamer musterte er sie natürlich, und dabei fiel es ihm auf, daß sie sehr blaß war und ihre großen dunkelumrandeten Augen eine sieben sche Unruhe verriethen. Er hatte sie seit acht Jahren nicht gesehen und fand, daß sie sich viel, viel mehr verändert hatte als seine Frau, obwohl sie nicht wie Emmy einem armen Mann in die Fremde gefolgt war, in Noth und Kampf und tausend Aengsten. Inzwischen war Frau Emmy einen Schritt zurückgetreten, um die Schwe ster besser betrachten zu können, und nun sagte sie plötzlich erschreckt, wäh rend ihr die Thränen auö den Augen flössen: Du siehst nicht gut auS, Gertrud. Mit Dir ist etwas mcht in Ordnung. Kommst Du denn allem? Ohne Dei nenMann?" Gertrud lächelte, aber eS war ein Lächeln, daS Emmy von Neuem schau dern machte. Ich bm ja meinem Manne durch gegangen, erwiderte sie finster. ES muß wohl in der Familie liegen. Ich bin meinem Manne durchgegangen und Du bist unserem Papa durchge gangen." Jedt regte sich Fritz Helling, wäh rend seine Frau die Schwester wie ver peinert anstarrte. i DaS ist doch wahrhaftig nicht das selbe," entgegnete er ein wenig gearaert. " ' ' Frau Gertrud hatte ihren Mantel - v .. . i r f. r . abgelegt uno nun ay in lorenqwa ger wie prüfend an. Dann machte sie einen Schritt auf ihn zu und streckte ihm die Hand entgegen. Eö i? nicht so schlimm, wie Sie denken", erwiderte sie. .Sie können meine Hand schon nehmen. Ich hake mir nichts vorzuwerfen oder wenigstenö nicht viel. . . und so hab' ich auch Emmy mit dem Vergleich nichts vorgeworfen. Papa hat Ihnen Unrecht getban. lieber Oellina. und auf seinem

Todsenbette hat T selber gesagt: Ich habe mein Kind hinausgejagt ich

hätte nicht so eiaensrnnia sein sollen." Und sein letztesWort war: Wenn's ihr nur gut geht! Wenn s nur die rechte Liebe war!" ES war die rechte Liebe ich glaub's Euch. Ich hab' es aus Demem ersten Brief herausgelesen. Emmy, und seitdem aus iedem. Du ahnst nicht, wie viel ich mich mit Euch beschäftigt habe, seitdem Ihr Euer erstes Lebenszeichen gabt. Und von Tag zu Tag mehr hab' ich mich mit Euch beschäftigt. Ich wäre längst hier gewesen, hatte nicht immer mem Mann gesagt: Aber Trude, Du weißt doch. daß ich mcht fort kann. Und allem kannst Du die weite Reise doch auch nicht machen. Und dann habt Jhr's acht Jahre ohne einander ausgehalten, so wirst Du's nun wohl auch noch ein Jährchen oder zwei aushalten." Das sagte er, weil er mich eben nicht versteht. Mir fehlt etwas, Emmy. ich bm Nicht glücklich. Und deshalb zieht mich's zu Euch. Deshalb dachte ich sogar oster daran, heimlich zu Euch zu gehen, und in der letzten Nacht während Philipp m seinem Club war da kam eS so über mich, daß lch's mcht mehr aushielt. Ich schrieb ihm auf, daß ich zu Euch gefahren bin und nun bin ich eine durchgegangene Frau nun kann er die Gelegenheit benutzen und sich von mir scheiden lassen oder wenn er verlangt, daß ich zurück muß dann will ich'S auch thun denn lieb hab ich ihn doch, daS fühl ich jetzt mehr als je auf jeder Station wollt ich ja umkehren und jetzt Sie wankte plötzlich, der Athem schien ihr zu versagen; ihre Wangen, die eben noch lebhaft geröthet waren, wurden unheimlich fahl. Aber Emmy, die immer mehr den Eindruck empfing, daß ihre Schwester krank sei, hatte sie schon umfaßt und nun führte sie die Fiebernde mit fester Hand ins Wohnzimmer, während sie ihrem Manne den Auftrag gab, Thee zu kochen. Ueber alledem waren im Schlafzimmer die Kinder erwacht und bei dem Klang der jugendlichen Stimmen kam es wie neues Leben über Gertrud. Sie horchte betroffen auf, ihre Wangen färbten sich wieder, die Schwäche war plötzlich verschwunden. Sie verlangte nun d:e Kmder zu sehen, und als der älteste Knabe fragte: Aber wenn Du unsere Tante bist, warum hast Du uns dann nichts mitgebracht?" da fand sie sogar wieder ein Lächeln. Dann aber stiegen ihr die Thränen auf, und als sie mit Emmy wieder allein im Wohnzimmer stand, da fiel sie ihr um den HalS und schluchzte: Du hast wenigstens Kinder! Du hast wenigstens etwaö! Und wenn Dich Dein Mann nicht lieb hätte, wenn er Dich nicht mehr lieb hatte . . ." Aber Du hast doch aus Liebe gehe! rathet", entgegnete Emmy kopsschüt telnd. Liebt Dich Dein Mann nicht mehr?" Ich weiß eS nicht! Deshalb bin ich a zu Dir gekommen! So oft ich ihn frage: Hast Du mich lieb?" lacht er mich aus und sagt: Aber Narrchen! Was soll denn die dumme Frage? Du weißt doch, daß ich Dich lieb habe. Soll ich Dir ein neues Kleid kaufen? Oder einen neuen Schmuck? Du kannst ja alles haben. Verlang' doch. Oder soll ich Dich küssen? Da!" Und dann küßt er mich ja. Und immer wieder. Aber ist das wirklich Liebe? Und wenn ich so Stunden lang dasitze und nachdenke, da fühl' ich's dann doch wie einen Krampf im Herzen, daß ich ihm gleichgültig bin, daß er ebenss eine Andere küssen würde, wenn sie ihm gerade gefiele, daß er ebenso einer Anderen alles Mögliche kaufen würde, um Ruhe zu haben. daß er mich eben doch nicht liebt!" Sie war wieder auf das Sopha gefunken und Emmy strich ihr liebkosend über das blonde Haar. Ich glaube. Du denkst zu viel", sagte sie. Du hast zu wenig zu thun." Gertrud nickte. Das mag sein. Wenn man mehr zu thun hat, beobachtet man nicht so scharf. Man vergißt vielleicht sogar. Ich sehe ja selbst ein, daß das nicht mehr gesund bei mir ist. Ich fühle ja meine Krankheit, Emmy. Ich lese, ich arbeite, ich thue alles Mögliche, aber eS nützt nichts mehr. Manchmal möchte ich mich umbringen vor Schmerz über seine Gleichgültigkeit, und er ahnt nichts davon. Er lächelt nur immer, und wenn mir die Thränen in die Augen steigen, sagte er nichts als: Na. Herz schon wieder Grillen? Geh doch ein wenig in die Luft. Ich muß leider in die Sitzung, sonst ginge ich mit. ES ist ein herrlicher Tag. Und es giebt eine Menge Neues in denSchau fenstern zu sehen. DaS wird Dich zerstreuen." Dann küßt er mich und fort ist er, während l in mir wie Messer wühlt. Das ist ein furchtbarer Schmerz, Emmy. ich glaube. Du kennst ihn nicht." Emmy seufzte tief auf. Ich kenne ihn wirklich nicht, armeS Truochen." Und Du warst irnrntr sicher, daß Dein Mann Dich wirklich liebt?" Immer, Trude, immer." Aber waS giebt Dir denn diese Sicberheit? Was aiebt Dir denn dieses Glück, Du glückliches Geschöpf? Wir sind uns doch beide immer so ähnlich gewesen!" Emmy sah nachdenklich nach der Thür, die zur Küche führte. Sie hörte das Klappern der Tassen und sah Fritz vor sich, wie ,r draußen alles zum Thee vorbereitete. Aber nein ... das war eS auch nicht . . . dieses Miteinänderleben in den paar Stunden, da er ihr gehörte. Den größten Theil des Tages und oft auch Nächte lang hielt ihn ja sein Beruf fern. Ich weiß es nicht," wollte sie antworten. Dann aber kam ihr plötzlich in den Sinn, wie er sich

nocö eben um sie geängstigt hätte! Und

sie um ihn! Keines wollte das andere die Wohnungsihür öffnen lassen! Jedes fürchtete für dis anrxnl Und waren nicht diese acht J?l're. icltdem si sich angehörten, beständig ein solches Aengstigen . . . eis: vor den V:r,olgern, und dann vcr d:n Nä:npsen :n'.' dem Leben, mit der Noth? Und wic hatte er gezittert, wte elend hatte er ausgesehen, to'x fürchterlich hatte ei um sie gelitten, als die Kleinen ds drinnen zur Welt kamen und sie mit dem Tode rang! Gertrud!" stammelte sie, wahrend ihr die Ergebnisse dieser acht Jahre Thränen des Schmerzes und der Wonne in die Augen trieben arme Gertrud! Ihr habt Euch wohl nie um einander geängstigt? Ihr hattet keme Sorgen, keine Kämpfe, Ihr wäret immer gesund, nichts trennte Euch von einander! Das ist es! Das ist es, Trudchen, was so aneinander kittet, was das Gefühl der Sicherheit giebt, was eine Liebe zur Liebe fürs Leben macht. Ich fühl' es jetzt Trudchen. das ist es. Und Du solltest über Deinen Mann nicht klagen. Du bist auch noch nicht zur rechten Liebe gelangt! Du hast Dich noch nicht um ihn geängstigt, sonst hättest Du ihn nicht so verlassen können. Wenn Du ihm doch nicht gleichgiltig bist. Trude, denke, was er jetzt um Dich lei det!" Gertrude sprang auf. Ich will zurück!" stammelte sie. Ich kam ja kaum bis zu Euch! Nur gewaltsam mit ungeheurer Anstrengung gelang mir's. Auf jeder Station wollte ich herausspringen und zurück zu ihm 1 i . Und wenn er mir leicht verzeihen kann wenn es auS ist wenn er mich nicht liebt,, wie ich ihn liebe dann . . ." Emmy hatte sie mit beiden Armen gefaßt, und so gelang es ihr ohne viel Mühe, die Geschwächte wieder auf das Sopha zurückzudrängen. Du wirst jetzt mit uns Thee trinken," sagte sie. Dabei kann mein Mann nach den Zügen sehen. Allein laß' ich Dich nicht fort ich reise, wenn's nöthig ist, mit Dir. Aber dielleicht ist's nicht nöthig. Dein Mann wird kaum weniger Angst um Dich haben. wie Du um ihn hast. Und wir hätten gewiß längst ein Telegramm von ihm bekommen, wenn er Dir nicht gleich nachgefahren Ware!" Ueber das abgehärmte Gesicht der jungen Frau glitt plötzlich ein Sonnenstrahl. Ebenso rasch aber verdunkelte eS sich wieder, und nun sagte sie zus ammens chauernd : Wenn er nicht käme wenn er nicht wollte ich werde verrückt, Emmy. Ich bin schon aus dem Weg dazu . . . oder ich bin es vielleicht schon. Dann ging die Thür auf und Fritz Helling erschien, lächelnd, die Theekanne und die Tassen auf dem Theebrett balancirend, als wollte er zeigen. waS alles er im Ämgang mit Emmy gelernt hatte. Aber keine der beiden Schwestern achtete darauf und Emmy verlangte nun so energisch nach dem Kursbuch, daß das Balanciren zuletzt doch mißglückte. Nur die Theekanne wurde noch gerettet, die Tassen aber kollerten aus den Fußboden. Als der Morgenschnellzug kurz nach vier Uhr in die Bahnhofshalle em lief, sprang aus einem Coup6 erster Classe ein elegant gekleideter, aber unheimlich ausgeregter Herr. Em Poli zeibeamter, der in der Nähe stand, folgte ihm sofort auf dem Fuße, aber er kam nicht weit. Der Unheimliche blieb jetzt wie vom Blitz getroffen vor zwei Damen stehen, die in Begleitung eines Mannes aus dem Bahnsteig war teten. Und dann schlangen sich zwei Arme um seinen Hals und sein fmste res Gesicht zeigte plötzlich'einen ganz verlegenen Ausdruck und er fand kein anderes Wort als ein zärtliches: Aber Trude! Ist denn der Teufel in Dich ge fahren?" Ihre Frau hat eine schwere Krisis überstanden," antwortete Emmy für sie. Und ich bin halb todt vor Anqst! Trude! Trude! Du bist ja krank! Wie siehst Du aus! Ich kann Dir nicht ein mal bös sein!" Da lächelte sie ihn an, und ihre Au gen senkten sich in die seinen, als wollte sie ihn verzehren. Ich bin jetzt ganz gesund, aber sei nicht mehr bös. Es kam plötzlich übe, mich ich mußte zu meiner Schwester ich werde Dir spater erzählen, wa rum." Er betrachtete sie kopfschüttelnd und zog sie von Neuem an seme Brust. Was für Angst hab' ich um Dich ausgestanden. Närrchen! Was hab' ich alles befürchtet. Du Du!" Dann wandte er sich zu Schwager und Schwägerin und schüttelte ihnen warm die Hände, während Gertrud sich krampfhaft an seinen Arm klammerte. als könnte sie ihn wieder verliere . . . GlückbeiFrauen. Dem Müller, denken S'. ist heut' seine zweite Frau weggelaufen." Weiberhasser: Ja. hat 'n fabelhaftes Glück bei Frauen!" Beinah:. Ehef - zum Praktikanten): Sie Maulesel, Sie Rhinoceros, sehen Sie denn nicht, daß jeder Schritt, den Sie machen, eine Eselei bedeutet? Sie werden es noch dahin bringen, daß ich beinahe grob mit Jhnen verfahren muß." Das Letzte. Erster Student: Wenn daS nicht bald anders wird und meine Gläubiger nicht unterlassen. mich auf Schritt und Tritt zu verfolgen, dann bin ich leider gezwungen " Zweiter Student: Deine Gläubiger zu bezahlen?" Eter Student: Zu Hause zu bleiben und aus Lange, weile zu studiren."

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