Indiana Tribüne, Volume 22, Number 242, Indianapolis, Marion County, 21 May 1899 — Page 6

Eine woMMige Acc. Von Mazim. Trapp. In ihrem allerliebst ausgestatteten Boudoir sitzt Frau von Halasz. Wir sehen die noch junge Gnädige in einem niedrigen, weich gepolsterten Lehn stuhl, das Köpfchen tief auf ihre zartcn Hände gesenkt, deren Finger eifrig mit der Handarbeit beschäftigt sind. Die Kammerzofe öffnet die Thür de Gemaches, Herrn Kaufmann Müller meldend. lh ich lasse bitten", ertönt es zurück. Höchstens eine Sekunde vergeht, und ein kleine? dicker Herr erscheint auf der Schwelle. Gnädige Frau", so beginnt der Ankömmling. Sie waren so freundlich, eine Lieferung von Moncgramrnen für mein Geschäft zu übernehmen. Ich erlaube mir, Ihnen meine Bewunderung für die ausgezeichnete Arbeit auszusprechcn." Das haben Sie mir wohl nicht zugetraut?" erwiederte Frau von Halasz, geschmeichelt lachend. O, ich könnte ganz gut. wenn es sein müßte, durch meiner Hände Arbeit meinen Unterhalt verdienen." Gewiß, gnädige Frau." Nun, Gott sei Dank, hab' ich's nicht nöthig. Ich kann meinen besche!dencn Verdienst den Armen geben. Nicht wahr. Herr Müller, dafür sor-gen-Sie wohl, daß ich dieser Tage noch recht viel Arbeit erhalte?" Gewlß, gnädige Frau gewiß, mit Vergnügen. Ich entlasse heute noch die Arbeiterin, die bisher diese Stickereien lieferte. Also bleibt es bei dem Preise, nicht wahr, gnädige Irau?" Frau von Halasz nickt zustimmend, unv Herr Müller geht. Die junge schöne Frau nimmt inb?j die Arbeit wieder auf, reiht Stich an Stich arbeitet emsig und müht sich für die Armen. Wenn sie noch die paar Wochen vor dem Feste thätig ist, so kämen wohl an die sechzig Mark für die Armen zusammen. Ihr Herz ist edeZ und gut. sie will das Beste. Freilich, anstatt durch Arbeit Geld zu verdienen, hätte sie ja Welt leichter von ihrem großen Vermögen einen Jfoil hinzeben können. Aber die wohlthätige Frau würoe cs vielleicht für ein minder verdienstliches Werk gehalten haben durch ihre Arbeit will sie den Armen helfen. . . Im vierten Stockwerk des Hinter Hanfes dezjelben Gebäudes, in dem Frau von Halasz die ganze erste (Siege vornheraus bewohnt, hat die Wittwe Wille mit ihren drei Kindern hi Stübchen inne, das sie von ehrsamen Handwerkern abgemicthet hat. Sie sieht kummervoll vor sich hin. In b'jieren Zeiten hat es die Frau derstanden, feine Handarbeiten und EtickereZen zu fertigen, durch diese allein war es ihr noch möglich, ein paar Groschen zu verdienen. Für die Firma Füller u. Co. stickte sie Mongramwe in Weißzeug ein. Heute hatte sie wieder in jenem Geschäfte abgeliefert. Herr Müller übernahm die Arbeit und sagte dann: Andere Arbeit kann ich Ihnen nicht geben." Diese Mittheilung traf das arme Weib wie ein Blitz. Großer Gott!" stammelte sie. .,,hab' ich's denn nicht recht gemacht' Sie waren doch stets zufrieden." Ach ja, Sie arbeitn ja ganz nett, aber, sehen Sie, ich bin Geschäftsmann, man verdient an dem Zeug nichts. Ich erhalte die Arbeit nun weit billiger und dabei schöner geli:fcrt. Bisher verdienten Sie zwei Mark die Woche, nun würden Sie sich mit einer Mark begnügen müssen. Das ist nichts für Sie. Es thut mir 1:id; aber unter diesen Umständen Sie begreifen. Suchen Sie sich lieber eine andere Beschäftigung, die einträglicher ist. Ich meine es gut mit Ihnen." Wie betäubt wankte das arm: 2Eeib zu dem Laden hinaus, über die Strafze und dann die Stiegen hinauf in ihre ärmliche Kammer unterm Tach. Was thun?!Doch. Da. . . ein Gedanke wie 5er Blitz! Aber er ist da und verläßt sie nicht mehr. . . Wie schleppt sie an den Kohlen, die ihr und ihren Kindern aus all dem Elend helfen sollen. Mühsam keucht sie die vier Treppen hinan mit der !ast. Die Kinder schlummern gottlob! Sie können sanft hinüberschlummern. Armes Weib, arme Kinder. . . Trotz der schweren Velourportieren an den Doppelthüren des stillen vornehmen Boudoirs dringt doch die Kunde von der Verzweiflungsthat der Wittwe Witte aus dem vierten Stocke des Hinterhauses zu der gnädigen Frau. Mein Gott! Hätte ich doch eine Ahnung gehabt, daß solche Armuth mit mir unter demselben Dache wohnt wie gerne hätte ich geholfen!" Und emsiger noch als früher arbeitet die schöne Frau für die Armen, Stich vor Stich. . . Rath. Weißt du einmal nicht zu entscheiden, Ob Freundes Rath dir dient zum Heil, So frage die, die dich beneiden, Und thue dann das Gegentheil. Doppelterfreulich. Un. terofficier (zu einem Rekruten): Freut

mich, daß Sie so leicht begreifen! Und Metzger ist Ihr Vater? Dann freut'S lnich doppelt!-...

Gefangene des Zaren. Brutale Willkür der VerwaltungZorgane und strenge Ausübung der Gerechtigkeitspflege sind die beiden Faetor?.n, welche dem asiatischen Rußland einen unaufhörlichen Strom unfreiwilliger Bewohner zuführen. Ueber das Leben dieser Elenden macht der Reisende A. Terschack interessante Mittheilungen, denen wir das Folgende entnehmen: Zwei Schritte vor mir der Gesängnißdirector, rechts und links an meiner Seite je drei Gensdarmen mit dem schußbereiten Revolver in der Faust, hinter mir acht uniformirte Gefängnißbcamte, so standen wir einen Moment, als die schief befestigte eiserne Querleiste, die das mächtige Thor des von einer 4 Meter hohen Pallisadenmauer umgebenen Gefängnisses sperrte, fiel. Ein großes AnHängeschloß wurde herabgenommen, und das Thor sprang auf. Ein unheimliches Kettengeklirr durchzitterte die Luft. Hier", bemerkte der Director. sind 239 Verbrecher, deren Köpfe dem Henker verfallen sind. Nur durch die Gnade Seiner Majestät des Zaren leben sie noch. Bitte stellen Sie Fragen."

i.:..""""!'.ISI!'!!W ci Adelige Gefangene. Die übelriechende Luft, die niedere Decke des Saals mit den schmalen, schmutzigen Fenstern sowie die zwei Reihen der längs des Saals lausenden schmutzigen Pritschen, die fahle Beleuchtung, die den ohnehin kränklichen Gesichtern der Gefangenen ein leichenfarbiges Aussehen gab, alles in Halbdunkel gehüllt, machten einen bellemmenden Eindruck auf mich. Da Mir daran lag, daß der Director meine Fragen an die Gefangenen Und ihre Antworten nicht verstehe er war ein Stockrusse so fragte ich mit lauter Stimme: Spricht hier jemand deutsch?" Ich erhielt viele Ja zur Antwort. In diesem Augenblick schlich sich eine halbgebeugte Gestalt an mich heran, ähnlich wie es ein Tiger thut, der st ch seinem Opfer nähert. Weshalb bist du hier?" fragte ich ihn. Ich weiß es nicht", war die Antwort, man sagt, ich soll mein Dorf angezündet haben." Die Pupille dieses Menschen war unentwickelt, er hat niemals gesehen. Als ich dann in die Apotheke des Gefängnisses ging, gob mir ein etwa LZjähriger Sträfling mit halbrasirtem Kops Sublimat über die Hände. Auf meine Frage nach dem Grund seiner Verurtheilung sagte er, mit der Hand die Geste des Halsabschneidens machend: Ich habe meine Frau chiiil" gemacht." Bist du irrsinnig?" Nein", gab er zur Antwort, hätte ich es nicht gethan, so würde ich es geworden sein." Deportirte E d e l f r a u. Am Ausgang des inneren Gefängnibthors kam mir ein Sträfling nachgestürzt und rief mit wimmernder Stimme: Herr, seit sieben Monaten bin ich hier, habe Frau und Kinder in Odessa, meine Eltern leben noch. und. ich habe noch deinen Brief erhalten." Die Augen - des Gefängnißdirectors blitzten boshaft. Der Kerl lügt", schrie er, er war niemals verheira thet!" Welche Nummer hast du?" fragte ich den Gefangenen. 129", war die Antwort. Ich hatte keine Ahnung, dafe diese Episode dem schürkischen Gefängnibdirector den Hals brechen sollte. Es stellte sich nämlich später heraus, daß fünf an den Sträfling gerichtete Geldbriefe seiner Angehörigen von dem Gesängnißdirector unterschlagen worden waren. Der diebische Beamte wurde verhaftet. Der russische Verbrecher ist, so paradox es auch klingen mag, ein ehrlicher Kerl. In Freiheit verlogen und zur Uebertreibung geneigt, ist er nach dem gefällten Urtheil, nachdem er aus der menschlichen Gesellschaft ausgestoßen und die Brücke hinter ihm.abgebrochen ist, ein wahrheitsliebender Mensch geworden. Niemals hörte ich. daß er die Schuld an seinem Unglück einer dritten Person zugeschoben hätte. Er weiß genau, daß er, ob er Wahrheit oder Unwahrheit spricht, seine Lage sich nach keiner Richtung hin verbessern kann. Das Gefängnißpersonal ist meist roh. brutal und diebisch. Das russische Strafgesetz bietet ihm allerdings die Handhabe dazu. Es gibt ein Schema, nach dem die Strafen verhängt werden, das aber doch den Beamten den weitesten Spielraum läßt; überdies gestattet dasGesetz den Sträflingen nicht, sich zu bettagen, politische Qerlchickte ausgenommen. . -, .

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Der erste Grad der Strafe ist, daß dem Verbrecher nach der Urtheilsfällung das Haar der halben Schädeldecke abrasirt wird. Diese Procedur findet aber nur bei ganz niedrigen Verbrechern statt. Der zweite Grad ist die Knute; sie besteht aus dem Handgriff, dem elastischen Mittelstück und den auZ Leder gedrehten Schwänzen. Durch die Elasticität des Mittelstücks fällt das geschwänzte Ende so wuchtig nieder, daß schon nach den ersten paar Hieben die Haut in Fetzen herabhängt. Der Büttel hat auf der linken Achsel ein Handtuch, mit dem er das herabrieselnde Blut von Körper und Knute abwischt. Der dritte Grad ist das fensterlose Carcer, ein Raum in Ut Größe eines mittleren Wohnzimmers; der Boden ist mit einer stinkenden Jauche bedeckt, in der der Sträfling sich von 3 bis 30 Tage aufhalten muß. Ein Stuhl oder eine Pritsche befindet sich Zm Carcer nicht. Auf meine Frage, für welche Vergehen die Sträf linge hier eingesperrt werden, gab mir der Gesängnißdirector lachend zur Antwort: Die verdammten Kerls verspielen an die Kosackenwache ihre Sträflingskleider; dafür werden sie eben eingesperrt." Ja, kommt denn nach drei Tagen einer noch lebendig heraus?" Macht nichts, der Russe ist kräftig", war die lakonische Antwort. Der vierte Grad der Strafe ist die Brandmarkung. Solange dieses häßliche Brandmal sich nur aus den Oberkörper beschränkt, lassen sich die Brandnarben wenigstens verhüllen; werden aber Gesicht, d. h. Stirn und Wangen, sowie die Hände gebrandmarkt, so trägt der Sträfling die Merkmale des Verbrechnthums lebenslang mit sich herum. Einen dieser Gefangenen fragte ich nach der Ursache seiner Brandmale. Fünf Jahre hielt ich es aus", erzählte er mir, da erwachte in mir die Sehnsucht nach meiner Familie. Ich dachte mir, jetzt werden meine Kinder schön und groß geworden sein. Einmal möchte ich sie in diesem Leben doch noch sehen. Dazu kam das Frühjahr, und da hielt ich es nicht mehr aus Und fcM,

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Mörder mit halbrasirtem Kopf. wie viele andere, aus dem Gefängniß entsprungen. Zweimal haben sie mich erwischt, wobei ich jedesmal gebrandmarkt wurde, und das dritte Mal aber kam ich durch und sah meine Angehörigen; freilich fiel ich den Häschern später wieder in die Hände, und da bekam ich dann das Brandmal in das Gesicht, damit ich nicht mehr entweichen könne." Er hatte dreizehn Monate dazu gebraucht, um in seine Heimath zu gelangen. Die aus dem Gefängniß entsprungenen Sträflinge werden vom Volke Brediaga (Landstreicher) genannt. Zwischen Sachalin und Nischnij-Nowgorod sollen nach den Aussagen der Polizeimeister immer 4- bis 5000 solcherLandstreicher unterWegs sein. Sie wandern meist nur bei Nacht und finden auf den Fenstern der Bauernhäuser Brot und Kascha (Nationalspeise der Russen). Als ich einem sibirischen Bauern meine Anerkennung über diese Mildthätigkeit aussprachsagte er mir: Das thun wir nicht aus Mitleid, sondern aus Furcht, daß sie uns das Haus anzünden, wenn sie nichts zu essen finden." Der fünfte Strasgrad ist der Schubkarren, der an ein halbes Meter langen Ketten an die Handfessel und die Füße des Sträflings angeschmiedet ist. Der Sträfling schläft, arbeitet und ißt damit, wird überhaupt den Karren bis zu seinem Lebensende nicht mehr los. Diese Strafe wird erkannt, wenn ein Sträfling im Gefängniß eir.cn Mord begeht. Gebrandmarkt. ' Man findet in Sibirien auch adelige Sträflinge, die gern freiwillig arbeiten der Adelige kann nur dann zur Arbeit gezwungen werden, wenn er einen Mord begangen hat. In allen Gesängnissen bis nach Nertschinsk Savod war die allgemeine Klage der Gefangenen, daß man sie unbeschäftigt lasse, und daß sie vor Langeweile nicht wissen, was sie thun sollen. Diese Klage übermittelte ich dem Gouverneur, der mir mittheilte, daß er schon dreimal bei dem Ministerium in St. Petersbürg um die Erlaubniß gebeten habe, die Gefangenen beschäftigen zu dürfen, aber jedesmal sei das Gesuch abgelehnt worden. Die Vermuthung, daß die Transsibirische Eisenbahn itt daö Gefängniß.

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leben eine Aenderung bringen werde, dürfte sich kaum erfüllen. Jetzt werden die Gefangenen am Bahnbau beschäfiigt; ist die Bahn fertig, so ist auch die Beschäftigung der Sträflinge zu Ende.

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Gattenmörderinnen. Wahrscheinlich werden die EtappenHäuser eingehen und die Gefangenen mit der Bahn transportirt werden, vorausgesetzt, daß die braven Tschinowniki das Fahrgeld für die Gefangenen nicht in ihre Taschen verschwinden lassen und die Sträflinge, wie bisher, Tausende von Werst zu Fuß laufen lassen. Für die nicht hinter Schloß und Riegel, also in beschränkter Freiheit lebenden Deportirten werden die Verhältnisse recht bitter, weil sie weit von der Bahnlinie dislocirt wcrden müssen, damit das Durchgehen mit der Bahn erschwert wird." Ein sürstlichcS Paar. Die Verlobung des Erbprinzen Danilo von Montenegro mit der Herzogin Jutta, der zweiten Tochter des ErbPrinzen von Mecklenburg - Strelitz. erregt in den weitesten Kreisen lebhaftes Aufsehen. Tritt doch das Fürstenhaus der Petrovic Njegosch zum ersten Male mit einem regierenden Fürstengeschlecht Deutschlands in eine FamilienVerbindung. Beide Fürstenfamilien sind slavischen Ursprungs. HerzoginJutta. Herzogin Jutta, welche am 24. Januar 1880 geboren wurde, ist eine Urnichte der Königin Louise und eine Urenkelin des Großherzogs Georg, der 44 Jahre Mecklenburg - Strelitz regiert hat. Sein Sohn, der jetzt regierende Großherzog, ist blind.' Der Erbgroßherzog ist der Vater der Braut; er ist seit dem 17. April 1877 vermählt mit der Prinzessin Elisabeth von Anhalt, die ihm zwei Töchter und zwei Söhne geschenkt hat. Das zweite Kind und die jüngere Tochter ist die Herzogin Jutta, in der wir nunmehr die zukünftige Beherrscherin Montenegros zu erblicken haben. Erbprinz Danilo, der am 29. Juni 1871 das Licht d,? Welt erblickte, ist der dritte Sproß aus der Ehe des FürPrinz D a n i l o. sten Nikolaus mit Milena, der Tochter des Wojwoden Peter Vukotic. Durch einen Gelehrten aus der französischen Schweiz erhielt er eine ungemein sorgfältige Erziehung, die er auf längeren Reisen vervollständigte. Daß bei dieser Verbindung die Staatsraison" den Ausschlag gab, ist wohl anzunehmen, umsomehr als die fürstliche Braut in einer Skandal-Af-faire, die vor Jahresfrist gewaltiges Aufsehen erregte, dieHauptperson war; soll sie doch mit einem Lakaien einVerhältniß gehabt haben, das nicht ohne Folgen geblieben ist. Dem Künstler, nützt es nichts, wenn er nur gottbegnadet ist, er muß auch bei den Menschen Gnade finden. Modern. Grüß Gott, altes Haus, hab Dich seit acht Wochen nicht gesehen! Was hast Du denn inzwischen gemacht?" Bin verheirathet geWesen." Nach Gebrauchsanweis u n g. Aber, Mann, wie kannst du nur gleich ein paar Maß zu dem bissel Essen trinken?!" Der Kaufmann hat mir gesagt, derSchweizerkäs' müsse feucht aufbewahrt werden." Sie weiß Bescheid. Junge Frau: Warum ziehst Du andere Stiefel an?" Gatte: Die neuen knarren so, und wir haben doch heute geheime Sitzung!" Frau: Hm und wie lange gedenkst Du mitzusitzen?" 5rrnuß ! Sag', lieb: Freundin. lebst Du glücklich mit Deinem Mann?" Natürlich! Der soll sich unterstehen, mit mir nicht glücklich zu leben!" Auf demExercierplatz. Sergeant: Meier, Ihre Griffe sind schon ganz gut, aber Ihr Parademarsch ist ganz miserabel! Mit den Armen sind Sie schon Soldat, mit den Beinen noch Civilist. . . . .t

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Mers'Msisayrrad. Seit dem letzten praktisch ausgeführten, leider unglücklich verlaufenen Versuch mit dem thatsächlich bei nicht allzu starkem Winde lenkbaren Aluminium ballon des Ingenieurs DavidSchwarz hat sich in allen Culturstaaten eine Menze von Fachleuten und Laien auf dem Gebiete der Lufschifffahrt wieder mit dem Problem beschäftigt, den Ballon vollkommen dem Willen des Menschen dienstbar zu machen. Zahllose, meist völlig unbrauchbare, den einfachsten Gesetzen der Mechanik Hohn sprechende Projecte sind aufgetaucht. Ihre Erfinder verkünden der staunenden Welt zum so und so dielten Mal, daß nunmehr endlich der lenkbareBallon erfunden und der Verkehr in ungeahnte Bahnen gelenkt sei, falls nur und das ist der Punkt, auf den es den Erfindern zumeist ankommt das nöthige Geld für die praktische Ausführung zur Verfügung gestellt werde. Wenn auch die die Construction eines bedingt lenkbaren Gasballvns d. h. lenkbar bei einer Windgeschwindigkeit bis zu 25 Meter, denn weiter wird man wohl schwerlich kommen können keine Utopsie mehr ist, so steht doch das Publikum mit Recht den meisten Geldanzapfungen sehr sceptisch gegenüber, was für die wirklich ernst zu nehmenden, aussichtsvollen Absichten fachverständiger Constructeure zu bedauern ist. Gegenüber so vielen in neuererZeit aufgetauchten Projecten, denen keiner-

Fertig zumAuf stieg. Ul Bedeutung beigelegt werden kann, sind die Versuche des Amerikaners Myers, von dessen Ballon wir hier zwei Abbildungen bringen, jedenfalls beachtenswerth. Der Erfinder, ein Ingenieur. der schon viele Jahre in ernster Arbeit auf dem Gebiete der Luftschifsfahrt thätig ist. bezeichnet seinen Ballon nicht als einen in jedem Winde lenkbaren; er hat aber durch viele Versuche, deren urtheilsfähige Leute beigewohnt haben, bewiesen, daß mit geringen Mitteln bei einer Windstärke bis zu 5 Meter in der Secunde noch eine geringe Eigengeschwindigkeit des BalIons erzielt werden, kann. Myers nennt seinen Ballon Skycycle", d. h. Luftfahrrad, eine Bezeichnung, die sich aus dem Princip der Fortbewegung ergibt, die derjenigen eines Fahrrads ähnlich ist. Die längliche Form des Luftschiffes, die zur Verringerung des Stirnwiderstandcs bei allen solchen Fahrzeugen Bedingung ist, gleicht der einer Spindel oder eines doppcltenVoos tes. Die Fortbewegung wird in folgender Weise erzielt: Ein auf einem Fahrradsattel sitzender Mann bringt mit seinen Füßen die Pedale in Bewegung, die ihrerseits wieder mittels einer Schraubenwelle je eine rechts und links seitwärts angebrachte Segelschraube von 8 Fuß Durchmesser dreht. B c i m A b st i e g. Diese Cegelschraube hat ungefähr das Aussehen des Rades eines Raddampfers; ihre Schaufeln sind aus Segeltuch gefertigt. Wenn man die KraftentWicklungen der Berufsradfahrer mittels ihrer Pedale in Betracht zieht, so leuchtet es sehr wohl ein, daß auch bei der Myers'schen Constrü'tion eine geringe Eigengeschwindigkeit des Ballons für kurze Zeit erzielt werden kann. Die Steuerung des Ballons, die sich mehr in horizontaler als in vertikaler Rich tung vollziehen soll, wird durch ein hinten angebrachtes gewöhnliches Steuer bewirkt, das mittels einerLenkstange ähnlich wie beim Fahrrad in allen möglichen Winkeln vertikal und horizontal bewegt werden kann. Das Gewicht des Ballons mit Zubehör beträgt rund 50 Kilogramm. Dazu ist das allerdings sehr geringe Gewicht des Erfinders mit 52 Kilogr. zu rechnen, sodaß also der Ballon, eingerechnet 14Kilogr. Ballast, nur 116 Kilogr. Austrieb zu haben braucht, eine Bedingung, die schon ein mit Wasserstoffgas gefüllter Ballon von 120 Kubikmeter Rauminhalt erfüllt. An verschiedenen Orten hat der Ballon bereits seinen Zweck erfüllt. Myers will nunmehr, ermuthigt durch die bisherigen Versuche, die Segelschraube durch einen Motor treiben. Boshaft. Gefällt Ihnen meine Haarfarbe?" Gnädiges Fräulein konnten keine bessere Wahl treffen!" B e i m R c u t n .Junge. Du bist der reinste Mond! Erfcht e' Vertelche. dann e' Vertelche, dann noch e' Vertelche und dann bischt Du voll!"

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Fräulein Professl,?. Einen glänzenden Beweis für die Fähigkeit der Frauen, auch auf wissenschaftlichem Gebiet Hervorragendes zu

j Listen, gibt das soeben zum Professor ernannte Fraulem Johanna Mestorf, die verdienstvolle Leiterin des Schleswig - Holsteinischen Museums vaterländischer Alterthümer in Kiel. Fräulein Professor Mestorf ist am 17. April 1829 in dem holsteinischen Städtchen Bramstedt geboren, genoß ihre Schulbildung in Jtzehoe und hielt sich später längere Zeit in Schweden auf, wo das Prof. JohannaMestorf. lebhafte Interesse für die Geschichte des nordischen Alterthums in ihr erweckt wurde. Nach ihrer Rückkehr zog Fräulein Mestorf zu ihrem Bruder in Hambürg und wurde 1873 als Kustos an das damals dem Professor Handelmann unterstellte, mit der Kieler Universität verbundene Museum berufen, dessen Leitung die eifrige Forscherin nach Handelmanns Tode übernahm. Damit wurde zum ersten Male die Dircction eines Universitäts - Instituts einer Dame übertragen, wie denn auch Fräulein Mestorf nunmehr der erste weibliche Professor in Preußen ist. Bedenkliche Freundschaft. SMMV "-Amtsrichter: . . . Sie haben dem Huberbauer bei'm Raufen einen Büschel Haare ausgerissen. Warum thaten Sie das?" Angeklagter: Ich wollte nur ein Andenken von ihm haben!" Gin guter Kunde. A propos, Herr Süffle, ich will meine Kneipe verkaufen, und da meint der Reflektant, ob Sie ihm auch wohl treu bleiben würden?" Selbstverständlich!" Das freut mich! Aber möchten Sie sich nicht zu seiner Beruhigung 'mal auf Ihren Gesundheitsstand untersuchen lassen?!" Summarisch. Gräfin: Run, August, wie geht es denn jetzt der Stute?" August: Dank der Nachfrage, recht gut sie säuft und frißt wieder und wie geht es Ihnen. Frau Gräfin?" Gutmüthig. J , Aber, Frauchen. Sie haben ja den Brief viel zu hoch frankirt wollen Sie nicht die Marken ablösen?" Nee. Herr, lossen Se's nor; dees kummt mei'm Sohn zu gut der is aach bei der Poscht!" Doppelsinnig. Hat Ihre junge Frau auch schon 'mal einen Braten zugerichtet?" Und wie!" Fataler D r u ck f h l e r. Der Schauspieler wurde vom Publikum unaufhörlich niit Applmus über-

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Immer Geschäftsmann. (- fl ; i' -1 ii 1 " i mmiifWifi . SV Was, 1 Mark 50 Pf. for de Med!zin?! ... 5)eikt e' Geschäft! Ich bin krank und Se nehmen ein!" Lehrbuben - Bosheit. Schusterlehrling (dessen Meister von seiner Frau geprügelt wurze): Na nu', Meister, ick jloobte immer, wir wären die Herren der Schöpfung!" Ländliches Kunst urtheil. ' rN .,,1, -"Tt-r V" hsi- 1 L 1 t&Er X'(77sM mslijJ--d Du, Huhelbauer, bei Dir san ja oft Maler aus der Stadt; der Sepp red't allweil von moderne Maler was san denn dees für ane?" No, dös san halt Maler, wo ma' g'schimpft wird, wenn ma's net kennt, was s' g'malt hab'n!" Die Versuchs - Kaninchen. Bei der Familie muß ja ein schreckliches Unglück passirt sein, weil alle entweder die Arme oder die Füße, ja sogar die Köpfe verbunden haben!?" Ach nein, passirt ist da gar nichts. aber die älteste Tochter besucht dieVorlesungen über die erste Hilfeleistung bei Unglücksfällen, und da benützt sie halt die ganze Familie als Objecte, um die antiseptischen und Gips - Verbände richtig anlegen zu lernen!" , . . . Doch etwas. Dienstmadchen: Wie, Dein Schatz ist ein Schneider?- Dienstmädchen: Ja. aber Militärschneider!" N e u es F e st. Unser Freund Heller hat sich schon von seiner Frau scheiden lassen. Ja. der wird bald seine silberne Scheidung feiern. .

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