Indiana Tribüne, Volume 22, Number 237, Indianapolis, Marion County, 16 May 1899 — Page 2
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Vittgltch.TridKn lostet durch lenXrlgtt Z au per Woche, die 6onntaaXrtÖue,l Cents per Voche. vide ttxf raro 15 5cnt8 in W ent per It. yer P,ft nierizalb ht OttV f2ts4tist Im 8tftltitUna IF H IaZ. Cfftni 18 C0$ VlaHsma Cttö Indianapolis, Ind., 16. Mai 1899. Gin künstlicher Prairiesee. ür die Farmer im Westen ist die Bejchaffung von Wasser für JrrZga tionszwecke das am schwersten zu lö.sende Problem und zahlreiche Projekte zur Beseitigung des chronischen Wassermanaels sind aufgetaucht, ohne daß der Calamität abgeholfen wäre. Die von den Bergen kommenden Flüsse, welche auf der Prairie träge dahinfließen, können nicht Wasser genug liefern, um alle Bedürfnisse zu befriedigen. Zu viel Wasser wird vergeudet. Zu Zeiten sind die Flußbetten bis zum Ueberströmen gefüllt und nicht selten treten sogar Ueberschwemmungen ein; dann wieder kommen Zeiten der Dürre und 'Staub wirbelt aus den ausgetrockneten Flußbetten empor. Nach dem Dafürhalten vieler Sachverständigen kann deshalb das Problem der Wasserverforgung nur durch die Anlage gewaltiger Sammelbecken, in denen die überschüssigen Wassermassen aufgespeichert sind, gelöst werden, und ein solches Reservoir ist jetzt durch die Construction des Cheyenne Bottoms See geschaffen worden. Es ist dies die großartigste Jrrigationsanlage. welche jemals im Mississippi - Thale vollendet wurde, und wenn die an dieselbe geknüpften Hoffnungen in Erfüllung gehen sollten, wird der künstliche See nicht nur einem ungeheuren Landcomplex das belebende Naß liefern, sondern auch eine günstige Aenderung des Klimas im Gesvlge haden. Der Cheyenne Bottoms See ist ein gewaltiges Sammelbecken, welches die Wasser des von den Bergen kommenden Arkansas aufnehmen soll; wenn der See bis zu seinm Ufern ge füllt ist, werden Boote ihre Segel entfalten, wo bisher Prairieschooner" langsam ihres Weges zogen. Seit Jahren haben die am Ob.'rlaufe des Arkansas ansässigen Farmer das Wasser dieses Flusses für Jrrigationszwecke benutzt; ja es wurde in solchem Maße vergeudet, daß den Landleuten im mittleren und südlichen Kansaö nichts mehr übrig blieb. Die Bewohner dieses Staates trugen sich deshalb mit dem Gedartten, gegen die Farmer in Colovldo einen Proceß anzustrengen, um ch einen Antheil an dem Wasser des Flusses zu sichern, -allein der Ausgang eines solchen Rechtshandels erschien doch zu problematisch und man ließ das Vorhaben m vt l sauen. Llunmeyr wuroen Ingenieure mit der Lösung des Problems betraut und diese kamen nach einem gründlichen Studium der topographischen VerHältnisse zu der Ueberzeugung, daß durch Anlage eines Canals die zur Zeit überschüssigen Wasser des As.ansas abgeleitet und zum Besten der Farmer im Osten von Kansas nutzbar gemacht werden könnten. Sie fanden hinter den Vorbergen nördlich von Great Bend eine eigenartige Formation, das zur Anlage eines ungeheuren Sammelbeckens wie geschaffen schien, nämlich einen Landcomplex von 14 Meilen Läng', und 4 bis 6 Meilen Breite, über den die einschließenden Hügel sich von 3 bis 60 Fuß erheben. Unzweifelhaft ist es in alter Zeit das Bett eines Sees gewesen, denn das Land ist mit dem den Prairiesümpfen eigenen Gras dicht bedeckt. Für Farmzwecke ist das Land nahezu werthlos. Einer alte Ueberlieferung nach befand sich dort ein Sammelplatz der Cheyennes und darum führt eS heute noch den Namen Cheyenne Bottoms. Daß die Jndianer dort ihre Berathungsfeuer anzllndeten und ihre Powwows abhielten, er--hellt aus zahlreichen Funden, welche die ersten weißen Ansiedler machten. In späteren Jahren veranstaltete die American Coursing Association großartige Hasenjagden, zu denen reiche Sportsmänner von weit und breit mit ihren Rüden kamen, um die windschnellen .Jack - Rabbits- zu hetzen. Aber diese Jagden kamen allmälig außer Mode und Cheyenne Bottoms wurden zu Viehweiden. Da ging an einem ge"vitterschwangeren Tage ein furchtbarer olkenbruch nieder und das ganze ttat wurde in einen See von 6 Fuß th verwandelt. 5iwei volle Ttabtt btTlt es, ehe das Wasser vollständig vC H cschwand, und dieser Umstand lieferte den Beweis, daß der Grund beinahe wasserdicht und die Cheyenne Bottoms zur Anlage eines Reservoirs vorzüglich geeignet sind. Das Projekt eines solcben nabm bald areikbare Kealt an und jetzt ist das Unternehmen 'ollendet. Vom Arkansas ist ein Canal mit einer Capacität von 300 Fuß, die später auf 1200 Fuß erhöht werden soll, durch die Hügelkette angelegt worden und in diesem Graben werden sich die überschüssigen Wasser des Arkansas in die Cheyenne Bottoms ergießen. Jetzt schon fließen bedeutende Wasserrnengen dorthin, aber wenn erst die jährliche Hochfluth kommt, wird das Becken sich bis zu den Spitzen der Hügel füllen und den größten künstlichen See der Welt bilden. Viele Meilen von JrrigationSgräben sind bereits fertig gestellt, um aus dem See den Farmen ba$ befruchtende Naß zuzuführen. Aber nicht blos Bewässerungszwecken allein soll der See dienen; man will Jaumpflanzungen anlegen, das Ufer mit Zcieswegen einfassen und so auf der Prairie ein Sommerresort schaffen, wo . die heißenWinde durch die kühlen Ausdünstungen des Sees gemildert werden. In wie weit diese letzteren Erwartungen in Erfüllung gehen werden, kann naturllch nur feie Zukunft lehren. Mancher ist erst auf dem Wege der Kunst aus den Weg der Natur Lekomm. .
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Sind Sie abgespannt,Maff,uöermudet, so gebrauche Sie Johann HossschkS Malz-Eftrakt
Es reizt den Appetit und
' Dr. Carl (Srady von Tyron, N. ., sagt in seinem Bericht über akute, tuberkulöse Kehlkopfschwindsucht : . . . . Auch kann ich mit Anerkennung von den ausgezeichneten Wirkungen deö Ge brauch von Zobann Hoff'schen Malz, Extrakt als Appetitreizer sprechen. Ich habe noch lernen Fall gesehen, in welchen es nicht den Appetit ange regt und die Besserung des Patienten beschleunigt hätte." Man verlange da? echte Aokann Hoss'sche Malz.Extrakt. Meidet Fälschungen. Alle anvereu sind werthlose' Nachahmungen.
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Slectrische Jreiberser. ' Die Menschengattung, auf welche sich obiger Titel zur Noth anwenden läßt, ist noch sehr neuen Datums und zählt noch nicht oerade viele Vertreter. Würde, ste sich, statt mit Elektricität, mit Gas befassen, so würde man auch ste Diebe" nennen, im polizeilichen Sinne des Wortes. So aber geht dies nicht an; denn die Electricität kann nicht gestohlen werden, obgleich schon öfter Nachrichten, die übe? electrische Drähte befördert wurden, gestohlen worden sind, was aber eine ganz andere Sache ist. Gas kann jederzeit durch Anzapfung" der Leitungen und Ableitung des Stromes thatsächlich gestohlen werden und wird es ziemlich häufig. Aber selbst der pfiffigste Spitzbube kann keine Electricität stehlen! Freilich kann er electrlsche BeleuchtungsDrähte anzapfen" und mit dem elecirischen Strom eine Stube oder einen Geschäftsplatz beleuchten: aber nachdem der Strom solcherart für ihn Dienste gethan bat, kehrt er vollständig, ohne irgendwelchen Verlust, zur Electricitäts - Anlage zurück. Die betreffende Gesellschaft bekommt genau so viele Volten Electricität zurück, wie sie ausgesandt hat, gleichviel, ob der Strom z. B. für 10 oder für 10,000 Glühlichter benutzt worden ist! Sie erleidet alo keinen greifbaren Verlust. Wo aber kein Verlust entstanden ist. in ann im Wortstnn des Gesetzes auch nicht von Diebstahl die Rede sein. Einen Verlust erleiden dabei vielleicht Gasgesellfchaften, sosern der eine oder andere Kunde von ihnen abfällt oder ihnen entgeht; aber dieser Verlust ist für sie nicht einklagbar. Kurzum, eS giebt keinen electrischen Diebstahl. Gleichwohl gibt es besondere Gesetze gegen unbefugte Benutzung elecirischer Leitungen als soicher, und schon in mehreren unserer Großstädte sind Personen deswegen angeklagt und' auch schuldig gesprochen worden, oder sehen noch ihrem Proceß entgegen. Als Diebe sind sie jedoch nicht gebucht. Das können sie mit dem besten Willen" nicht sein. Es ist jedoch interessant, diese elecirische Freibergerei oder Nassauerei noch etwas näher in Augenschein zu nehmen. In den meisten betreffenden Fällen, die bekannt geworden sind, waren die Gesetzes Uebertreter Schankwirthe, und ihre Helfer waren ehemalige Angestellte electrischer Gesellschaften oder vielleicht auch bankerott gewordene kleine Geschäftsleute, die mit Electricität zu thun gehabt hatten. Viele großstädtische Gebäude, besonders ganz neue, sind schon vornherein mit electrischen Leitungen versehen und erhalten alle nöthigen Einrichtungen (neben der Gasleitung), in der Erwartung, daß früher oder später das electrische Licht verlangt wird, und es dann nicht nothwendig wird, die Fußböden aufznreißen und die Wände zu verderben. So bleiben die Drähte manchmal jährelang liegen, ohne mit einer Kraftversorgungs - Anstalt in Verbindung gesetzt zu werden, aber stets zu sofortiger Benutzung bereit. Oder auch, sie werden vielleicht nur theilwese benutzt. Dann kann sich beispielsweise Folgendes zutragen: Zum Wirth, der unten im Gebäude sein Geschäft hat, kommt der Versucher in Gestalt des besagten beschästigungslosen Elektrikers und setzt ihm auseinander, wie schön eö wäre, wenn er die electrische Drahtleitung deö Gebäudes in aller Stille mit dem Hauptdraht der Gesellschaft inVerbindung setzte. Ach-, meint der Wirth, von Electricität verstehe ich' nichts, und ich denke, das GaS in meiner Wirthschaft ist gut genug." Aber Sie haben doch vor der Thüre ein Bogenlicht und müssen jedenfalls dafür bezahlen," versetzt der Versucher. Ei, freilich", antwortet der Wirt. Nun wohl," setzt ihm der Versucher siegesgewiß auseinande?, warum lassen Sie sich nicht mit demselben elektrischen Strom auch Ihre Wirthschaft beleuchten, ohne der Gesellschaft einen Pfennig mehr zu zahlen? Das Bogenlicht wird darum kein Vischen schlechter brennen." Wenn dann dem Wirth dieSact ein leuchtet, läßt sich der verkrachte Electriker vielleicht 56, höchstens $10 geben oder vielleicht ist er auch mit freier Zeche auf eine Woche zufrieden, je nachdem. Dann geht er in das Kellergeschoß und stellt eine Verbindung der electrischen Hauptleitung mit der Wirthschaftsstube sachverständig her; das Wie ist ihm eine Kleinigkeit. Am U ben Abnd, sobald die Electricitä. Gesellschaft den Strom für das Bogenlicht angedreht hat, ist auch die Wirthschaftöstube brillant erleuchtet. Der Wirth bestellt sein Gas ab und reibt sich vergnügt die Hände. Wie die Umstände liegen, ist es gar nicht leicht, solcher Freibergerei auf die Spur zu kommen; denn die Jnspectionsderhältnisse sind ganz anders, als bei der Gasbeleuchtung. Wo. eine Entdeckung erfolgt, geschieht dies entweder durch Zufall oder vielleicht durch einen entlassenen Wirthschafts - Angestellten, w.elch,?.LUyi Vkiräth w!rd. WK
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schasst Fleisch und Blut jener Helfer verstehen es, die ExtraVerbindung so gut zu verdecken, daß es sehr schwer wird, sie zu finden, auch wenn die Inspektoren der Gesellschast bereits wegen der kleinen Rechnungen oder auS sonstigem Anlaß Verdacht geschöpft haben. Doch sind auch sie nicht ohne Gegenmittel, durch welche sie wenigstens positiv feststellen können, bafc vorsätzliche Krümmeleien im Gange sind. Es würde hier zu weit führen, die Kniffe und Gegenknisfe zu schildern, die rein technischer Art sind. Sobald dieJnspectoren wissen, daß gemogelt wird, ruhen sie nicht, bis sie die Extra - Verbindimg gefunden haben. Dann haben sich Polizei und Gerichte damit zu befassen; aber, wie gesagt, eine Diebstahlsklage kann nicht erhoben werden, sondern nur eine Beschuldigung, die Drähte zu persönlichem Gewinn" angezapft zu haben. LhermanS spanische Herzkönlgln. Unter den ersten Fragen, welche die zahlreichen Fremden, die nach Monterey, Cal., au5 allen Theilen des Landes kommen, zu stellen haben, ist meistens die: Wo wohnt Sherman'S Schatz, und wo ist der Rosenstrauch, den Sherman für sie pflanzte?" Denn wenn auch sonst verschollen, ist die Kunde von jener Liebesromanze im Lieutenants - Leben von William Tecumseh Sherman wenigstens unter den Touristen immer wieder von Mund zu Mund gegangen. Es verhält sich mit dieser Herzensgeschichte folgendermaßen: Zur Zeit, als Californien daran war, aus seinem Territorialverhältniß in den Staatenrang überzugehen, wurde Monterey, die behagliche alte Hauptstadt von Obercalifornien" schon in den mexikanischen Tagen, noch immer von amerikanischen Bundestruppen besetzt gehalten, und unter den Officieren der Garnison war auf der scbmucke Lieutenant W. T. Sherman. Obgleich noch sehr jung, hatte derselbe sich schon bei verschiedenen Gelegenheiten durch soldatischen Muth ausgezeichnet und war fticht blos bei seinen Kameraden sehr beliebt, sondern mehr noch bei der dunkeläugigen Damenwelt von Monterey. . Das anerkannt schönste Mädchen der Stadt aber war Frl. Maria Bonifacio, eine jungeSpanierin, und zu ihr fühlte stch auch der amerikanische Lieutenant am allermeisten hingezogen. Auch sie war bald verschossen" in ihn, und wie das Nachfolgende zeigt, war ihre Neigung eine weit tiefere; bis zum heutigen Tage hat kein Anderer mehr in ihrem Herzen Quartier erhalten. In der ganzenStadt sprach man von dem Verhältniß Beider, welche die blumigen Tage der Liebe, in der auch von Natur aus herrlichen Umgebung, in vollen Zügen genossen. Der junge Lieutenant scheint zwar dabei nie sehr ernstlich an die Zukunft gedacht zu haben; aber für die Gegenwart wenigstens ging er ganz in dieser Liebe auf, soweit dies in seinem dienstlichen Verhältniß irgend möglich war. Doch eS kam, schneller als er es wünschte, für ihn der Augenblick, da es hieß: Die schönen Tage von Monterey sind nun vorüber," und ein Machtspruch seiner Vorgesetzten ihn wegberief. Am Abend vor seiner Abreise, die auf eine frühe Morgenstunde anberäumt war. stattete er seiner kleinen spanischen, Dulcinea den letzten Besuch ab, und wie das Pärchen Arm in Arm durch den mondscheinerhellten Garten wandelte, nahm Sherman eine Prachtvolle Rose, welche sich Maria in's Haar gesteckt hatte, in die Hand und pflanzte sie neben dem Pfad in die Erde, die er mit seiner Degenspitze aufwühlte; dabeifügte er, ganz seinen augenblicklichen Gefühlen hingegeben: Ehe diese Rose wächst und auf's Neue blüht, werde ich wiederkehren und mein schönes Bräutchen holen." Und Maria glaubte ihm auf's Wort. Die Rose wuchs zu einem Strauch heran und blühte, aber Maria wartet noch immer vergeblich auf ihreö Geliebten Wiederkehr. Jahr um Jahr schwand dahin; ab und zu hörte Maria, die sehr wenig mit der Außenwelt verkehrte und noch bis heute kein Wort englisch spricht oder liest, auf Umwe gen, wie berühmt ihrGeliebter in neuen Kämpfen geworden; daS war aber Alles! Sie blieb ihm treu und hoffte noch immer aus die Rückkehr desMarsJüngers, der stch wahrscheinlich dieser Liebe nur noch gelegentlich als einer hübschen, aber für immer abgeschlossenen Episode seines Lebens erinnert. Das ist Soldatentreu'". Erst als Maria die Nachricht von seinem Tod bekam, da war es mit ih rem schönen Traum zu Ende, doch nein, sie pflegte ihn in der Erinnerung erst recht, und jenen Rosenstrauch nennt sie seitdem ihren einzigen Schatz". Der Strauch ist zu einem förmlichen Baum geworden, unter welchem sie fast ihre ganze, Zeit verbringt, während deren sie überhaupt im Freien ist. Hoch in den Sechzigern stehend, sieht Frl. Vonlsacio mit ihren funkelnden schwarzenAugen und ihrem, noch größtentheils dunklen üppigen Haar, eber wie eine Vierzigjährige aus. Sie ist icrnan zu einer regelrechten . .SebenS
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we?ße AdobenhäuS. ver llufttge Garten und selbstverständlich der ShermanRosenbaum. Ganz allein im Leben
stehend (denn ste ist die Letzte ihrer Familie, welche das Schicksal so vieler anderen spanisch - kalifornischen Familien hatte, d. h. verarmte) erwirbt Maria durch kunstvolle Handarbeiten ihren bescheidenen Lebensunterhalt; nie wird sie müde. Fremde artig zu empfangen und, wenn sie besonders gut ausgelegt ist, sie in Haus und Garten herumzufuhren, und bis zu ihrem letztenAthemzug wird sie stolz auf den Titel bleiben: Sherman's spanische Geliebte!" Die verlooste Braut. Auf welche sonderbaren Ideen in den Tagen der preußischen Freiheitskriege patriotische Jungfrauen kamen, zeigt ein merkwürdiges Schreiben, das man unter den Papieren des Staatskanzlers Fürsten Haudenberg fand. In dem seltsamen Briefe, der außer dem Namen der Absenderin weder Datum noch Ortsbezeichnung trägt. bittet Kathinla Balmy, Tochter cinä Ofsicianten und gebürtig in denen königlich preußischen Staaten" den Fürsten, sie mit ihrem ziemlich großen Vermögen, 60.000 Thalern, zu Gunsten eines invalid gewordenen Freiheitskämpfers in der Berliner Lotterie ausspielen zu lassen. Wenn Euer Durchlaucht die Bedingungen, die ich mache, prüfen, werden Sie finden, daß ich kein leichtsinniges Wesen bin, Sie werden hoffentlich ahnden, daß nur ein schuldlos moralisch denkendes Mädchen so zu handeln vermag", schreibt die Bittstellerin und ersucht ihr zusagende oder ablehnende Antwort durch die Berliner Zeitung unter dem Namen Eathinka Valmy gnädig bekannt zu machen"; falls sie in der Zeitung keine Antwort fände, würde sie glauben, ihr Brief sei verloren gegangen, und sie würde dem Fürsten mit einem zweiten Schreiben desselben Inhalts beschwerlich fallen." Da die Schreiberin ihre Adresse nicht angab, konnte ihr nicht direkt geantwortet werden. Hardenberg versah das Schreiben mit der Randbemerkung: Zu den Akten, bis sich die Bittstellerin wieder meldet. Hbg." Sie hat sich nicht wieder gemeldet, wohl aber sind ihre Bedingungen zur Lotterie-Ausspielung einer deutschen Jungfrau an einen deutschen Krieaer. der für's Vaterland eine Hand oder einen Fuß verlor", neben ihrem Briefe erhalten geblieben. Zu nächst will sie von dem Preise 60,000 Thaler" zehntausend zum Besten einer bedürftigen Familie verwenden. Gewinnt ein Nichtinvalide das große Loos". soll er mit 10.000 Thalern abgesunden werden, ebenso soll ein.Gewinner. der dem Trunk oder Spiel er. geben, nur 10.000 Thaler erhalten. Gewann ein Invalide den Preis, der aber der Braut an Charakter und Allduna nickt oefiel. so wollte sie ihn mit 20.000 Thalern abfertigen; mit ihrer Person und mit dem Rest des Geldes aber innerhalb dreier Jahre einen anderen Krieaer nach eigner Wahl" bealücken. Das Capital sollte so lange durch einen vom Fürsten bestimmten Mann verwaltet, xqx aber nach. der Trauuna ausbezahlt und als spezielles Eigenthum zuerkannt werden, das der Mann mcht ohne iyre Bewilligung angreifen dürfe. Ihren Namen und ihre Vaterstadt wünscht sie zu verschweigen, auch wäre es ganz gegen ihr Gefühl", sich einer gerichtlichen Commission oder einem größeren Publikum persönlich 31 zeigen. pariser ZlZodenbörZcht. Bet Wahl und Ausführung der mo dernrn Toiletten wird auch der bescheide'nste Schmuck einer sorgfältigen Prüfung unterzogen, denn nur hierdurch kann die Toilette so harmonisch gestaltet werden, wie es die letzten Neu heiten dieser Saison verlangen. Die glatten Taillen in der Form eines Kürasses, mit denen man die Kleider aus Tuch, Covertcoat u. s. w. ausstattet, sind nicht für :ede Figur ge eignet. Deshalb tragen überschlanke Damen über dem Corsett ein sögenanntes Plastron Ideal" aus feinem Batist mit Fischbeinstäben, das die Büste verschönt und doch der Taille die Feinheit und Biegsamkeit bewahrt. Demselben Zweck dient daö Corsett Plastron", dessen hoch hinaufgehende Form eine allzu schlanke Figur voller erscheinen laßt. Viel Anhänger hat sich die Tunika erobert; sie erscheint in den verschiedensten Formen, mit spitzen Zacken, runden Bogen oder geschlitzt und, wie die Röcke, vielfach hinten ohne Falten. Ihr Schluß ist wie neuerdings auch bei den Röcken unsichtbar; der bisher hinten oft angebrachte 'Knopfschluß wird möglichst gemieden. Sollen Rock und Tunika hinten geschlossen werden, so geschieht dies durch dicht aneinandergesetzte Haken und Oesen; gewöhn .lich schließt man sie jedoch seitlich, zuweilen auch vorn unter Besatz oder auch unsichtbar. Die noch immer sehr beliebten Bolerojäckchen sind meist kurz, doch sieht man sie auch mit kleinem Schößchen; fast alle aber sind für elegantere Toiketten Ton in Ton mit Seide, Chenille, Bisen oder Applikation bestickt. Etwas ältere Damen tragen die läckcken in
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lki&t. Grau und Scbwarz. iunae
Mäbchen dagegen wählen Roth ode? Weiß.
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Obgleich, oder vielleicht gerade weil die Aermelsorm durchaus einfach, d. h. eng und anschließend ist, macht die Mode die Aermel zu Trägern der verschiedensten Neuheiten. Man schmückt sie vertikal und horizontal mit dem der Toilette entsprechenden Besatz, schlitzt sie am Handgelenk u. dergl. m. Neu ist es, ste nur aus einem Stück zu arbeiten und bis auf einen kurzen Theil oben unter dem Arm durch flache Knöpfchen und Schnürschlingen zu schließen, wobei die eine Seite mit einer feinen Schnur begrenzt wird, die zum Zuknöpfen dient. Auch die Taillen der Taffet- und Foulardkleider sind häufig glatt und haben runde oder eckige, von einem zackigen oder bogenförmigen Volant begrenzte, passenartige Einsätze aus Spitzen, plissirter Seide, gauffrirter Gaze oder Tüll in gleichen und abstechenden Farben. Die Gürtel sind selten abstechend; sie werden nur sehr.schmal aus dem Stoff des Kleides getragen. Ungemein beliebt sind noch immer Taillen in abstechen den, hellen Farben und solche aus but tergelber, auf glänzender, farbiger Seide ruhender Guipurespltze. Zu den hohen Halskragen trägt man vtel große Krawattenschleifen, deren Enrn jetzt mit zierlichen Fransen besetzt sind. Die hohen Kragen sind un mer reich geschmückt. Man ordnet sie leicht faltig, bestickt sie und stattet sie mit Garniturtheuen und Ruschen aus. Bezüglich der Hüte hat man sich für runde und Toqueformen entschieden. und nur alte Damen tragen die Kapotten. Die runden Hüte haben den hübschesten und reizvollsten Schmuck in prächtigen, der Natur abgelauschten Blumenkränzen. Besonders beliebt sind große, farbensprühende Mohnblüthen. Flieder, Veilchen oder farbige Blätter; Tcquehüte dagegen, die stets an der linken Seite hochgeschlagen sind, gar nirt man gern mit drei flachen, doch sehr großen Rosen ohne Laub und einer schönen Federaigrette. Auch an den runden Huten, die oft einen hohen, spitzen Kopf im Direktoirestil haben, ist die Krempe vielfach seitlich ausgeschla gcn. Großen Erfolg verspricht man sich von Hüten, deren Krempen mit schwarzem oder weißem Tüll mit einem großen Knoten in der Mitte gearbeitet sind. Durchaus einfach und chic ist die Toilette aus rothem, leichtem Cheviot mit schwarzem Sammet- und Sou tachebesatz, Figur 1. Der Rock ist vorn zu beiden Seiten mit Sammetröllchen besetzt, von denen sich kleine Soutache schlingen mit je einem Similiknopf ab zweigen. Die hinten glatte Taille hat vorn einen passenartigen Einsatz aus Sammet, der mit Rollchen umrandet ist. die vorn blö zum Gürtel hinabrei chen und unterhalb des Einsatzes mit Soutacheschlmgen und Klopfen . be grenzt sind. Die Aermel haben am Handgelenk gleichen Besatz. Sehr geschmackvoll ist die auS einem theegrünen, gestreiften Taffetrock und einem silbergräuen Tuchjäckchen bestehende Toilette, Figur 2. Das Jäckchen tritt vorn mit breiten, gestickten Aufschlägen, an die sich ein MediciSkragen fügt, über einer gleichen Weste auseinander. Diese ist mit einfachen Herrenaufschlagen versehen, mit einer Doppelreihe von Crystallknöpfen besetzt und durch ein mit einerKrawatte geschmücktes Batistchemisett vervollständigt. Den unteren Rand begrenzt ein Gürtel mit einer schönen Schnalle. Die mit einer Zacke geschnittenen Aermel sind mit einem 2ulZstre.iken' geziert. ...
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Neglllinn Im Frühlinge muß
Zustand ersetzt werden, dieses geschieht am testen durch . . , A.AWrBUottnsd Hamburger Tropfen.
Sie regullren und spornen Thätigkeit an.
A Sr. Louis paper hanger and contractor, in enumerating some of bis past troables, said : ' My wife and I swear by Ripans Tabules. Many a morning I have gone to work on a job and had to quit. I can't begin to teil you all the suffering I have gone through. I lost my appetite and nearly stanred myself in trying to work up a relish for food ; but Indigestion, dyspepsia, constipation, biliousness and beadache constantly attended me. I took bitters, tonics. pills, but they didn't eure me. My wlfe had also some trouble with her stomach and it was a friend of hers who first told her to try
uwm We started in together to take tbem. began to feel bully, and my wife ia as Das llosiüm aus rett und rocifj gemustertem Foulard, Figur 3, ist am Rock, eine Schürzentunika imitirend, mit einer, mit kleinen Schnallen zusammengesaßten, rothen Seidenwindung garnirt. Die glatte Taille begrenzen gürtelartig zwei schmale, vorn unter je einer kleinen Schnalle endende Seidenstreifen. Der Tülleinsatz ist in flache Puffen gezogen, mit rothem Seidenband besetzt und unten durch einen Spitzenvolant mit Stoffwindung und Schnallengarnitur, oben durch einen mit Spitze bedeckten Stehkragen begrenzt. Die halblangen Aermel enden mit Spitz:nvo'mtS und Stoffwindung. .An dem eleganten Paletot aus rothem' Tuch, Figur 4, ist ber kurze Säooß vorn und hinten auf beiden Selten, sowie auf den Hüften geschlitzt, sodaß er ilefn, abgerundete und. am Rande drrcu'tepvte Patten bildet. Die langen Aufschläge und der mäßig breite MediciSkragen sind mit weißer Seide und darüber mit schwarzem Paillettentüll bedeckt. Am Kragen befindet sich eine Krawattenschleife aus weißem Tüll mit schwarzen Pailleiten; auS gleichem Material besteht der aus weißer Seke gearbeitete Einsatz, den der Paletot einsckliekt. Die auS zwei Theilen bestehenden Oberärmel haben runde, durckftevvte Bogen. Der Paletot ist zu einem schwarzen Seiden oder hellen wolle mn Rock au traaen. Das sehr vornebm wirkende , Cade aus grauer, reich gestickter Seide, Figur 5, ist mit silbergrauen Gazepllffös gckrnirt und mit Hellrosa Seidenfutter versehen. Der kurze, vorn abgerundete, unten bogenförmig geschnittene Capetheil ist mit Seidenlltze und Jettperlen besttckt und mit schmalen Seidenpliss6s besetzt. Sie umgeben den Rand und den aufliegenden, hinten kragenartig geformten Garniturtheil. Dem unteren Rand schließen sich drei mit Rüschen besetzte, plissirte Gazevolants an, die an dem Ansatz des obersten Volantö mit einer gleichen Rüsche-ge-schmückt sind. Der unterste Volant zieht sich vorn jabotartia bis u dem breiten, bestickten und mit Rüschen umrandeten Medtclskragen hinaus. Wirkungsvoll ist auck das Toauebütchen auS Pailletentüll mit einerKrempe auS rosa Phantasiegeflecht. Die Garnitur besteht aus schwarzem Seidenband, langen, schmalen ffedcrn und einer schönen Straßschnalle. ' üzkzzt Cayi .Ok.2 C10
die Leber.
die Leber in einen gute die Leber i frischer My appetite soon came back and I well as ever she was in her life." LAXIR BONBONS KURIEREN VERSTOPFUNG SPÜTT KtzssdsV Stein, Abstractsr of Title?, Lcke Market und Pennsylvania Stt. Ths Lkmcke, Suite 2V, eine Trevpe hoch. Telephon 1750. Jndianavoli. Coke. Coke. Vn Vilurnpen u. zerkleinert. Xkfitl könnt Et btkommt in der Osftc, dir ffnd'polis Oa Co. So. 68 Süd Pennsylvania Str. Cincinnati Züge! C. H. & D. R. R. Abfahrt Indianapolis bfahrt 458m . , 8 0533m , 10 45m i 4öm , 4 4!m , 7 VON Dayton Züge, Abfahrt Indianapolis isalzrt 8 05 in 10 4555m . ! 4591m . 4 4SNm . 7 0091m Ankunft Cincinnati Nkllnft 7 80 . 112035m , 5iSNm 6 0091m 7 45Nm 10 bONm C. H. & D. N. N. Ankunft Dayton nkunft 12 03m 1 259!m 6 20-Km 7 559km 11 009;m Toledo & Detroit Züge. C. H. Sz D. R. R. Abfahrt Ankunft Ankunft Inb'vlS : Toledo : Detroit l,fahrt10 45m Sne'ft6 4Nm nk'stS40Nm , 7 00 4 0fim . 01533m ) Kni genommen Sonntag. Ticket-Offien : Union Station und No. 25 WefiWashington Straße, Ecke vcenvtan. Die populäre (!0!MiüUfl i .: - . .. . ... ... ..j :. iiHjr iir.ru tk die beste Linie nach G lk! I A G. Vier Züge! "laffen Jndtanapolt, ,j gj g Wz M.p.,.,. UJOOSU , 55 end, . ,. , j8 40 d 7 238m ZS...ffe..te, ei.... jjgj- jgjg Xfi,U4 aussen ntag,. Die neuesten verbessertenOefttbuls 3acn, Wngner Schlafwagen elegante yarlorQagennnd Sßvagen. KofaNdfilftfttaacn In ?!dian5i m bkd berett. ' erläßt htcago , 45 Morgen,. Sann jeder öcw nais 8u euiencf oenttfi erbt. 5 9Rlt Tnnrfilnflfnif JU-OfüctS : ÄrÄÄ VIVOB. Rnal h. aenl. Kaff. Kamt. l. A. frT nt f. RlrftrM unl ffl?r
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