Indiana Tribüne, Volume 22, Number 235, Indianapolis, Marion County, 14 May 1899 — Page 6
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Zur Scöönyeitspssege. Rothe Flecken in der Gesichtshau!, 'besonders auf der Nase und an den unteren Wangentheilen, auch entzünietc Hautdrüschen, sogenannte Finnen und Pickeln, oder reichliche AbsondeTung des Hauttalgs mit häufiger Verftopfung ihrer Ausführungsgöige, 'Deren talgartiger Inhalt durch Staub n den Spitzen schwarz gefärbt, die Mitesser darstellt, sind in der Rege! Zeichen, daß irgend etwas im KörperHaushalt in Unordnung ist. Die alte Bezeichnung von Unreinigkeiten od:r schärfe im Blute" ist heute bei den Aerzten mit Recht verpönt, denn darunter kann man sich alles Mögliche oder auch gar nichts vorstellen, und wenn man die vermeinten Schärfen durch Kräutertränke, Abführmittel u. dgl. mehr bekämpfen wollte, so kämpfte man im Dunkeln und richtete oft mehr Schaden an, als das Uebel, das bescitizt werden soll. Und doch ist es nicht ganz Unrecht, "daß gewisse unregelmäßige Störungen im Äerdauungs-Canal, wo sich neben den, oder statt der normalen Verände?ungen der genossenen Speisen und Getränke Fäulnißvorgänge bilden, dcren Erzeugnisse theilweise in das Vlut tibergehen und sogenannte Selbstvergiftung hervorbringen, nicht nurHautUnreinheiten, sondern auch schlechtes befinden. Schwindel, Kopfschmerzen und andere Krankheitserscheinungen zeugen können. Um die Folgen solcher und anderer, vom Arzte selber oft nur mit Mühe sicher zu erkennenden .Vorgänge aufzuheben, ist selbstverständlich zunächst deren Ursache zu beZeitigen, da sonst das Uebel, wenn es auf irgend eine Art zum Schwinden gebracht sein sollte, doch immer von neuem sich einstellen würde. Das ist natürlich Sache des Arztes, wobei die Regelung der Lebensweise die Hauptsache ist: was an Nahrungs- und (Jenußmitteln zu viel eingeführt wird, -?nuß vermindert, was zu wenig, muß -vermehrt werden, was falsch zubereitet sder in falscher Verbindung genossen wird, muß geändert werden. So 'wird bekanntlich oft zu viel, oder auch .zu wenrg Fleisch und Fett genossen, .der es fehlt an 'Gemüsen, namentlich an qriinen, oder es werden zuviel Mehl- und Süßstoffe. Kartoffeln u. s. w. verzehrt. Gewijje Speisen bringen bei manchem Menschen unmittcl:&ar gewisse Hautkrankheiten hervor: so die Krebse ::nd andere Krustenthier: Äen stark juckenden und brennenden 'Nesselausschlag: Erdbeeren erzeugen zuweilen Gürtelrose, ein ärztlicher College bekam nach dem Genuß von N'ase, besonders von altem, den er sehr liebte, regelmäßig Finnen im Gesichte 'aind auf dem Rücken; andere bekominen nach gewissen Speisen oder zu reichlichen kulinarischen Genüssen 5topfweh, sogar halbseitiges, oder Migräne, und was dergleichen Abson'derlichkeiten mehr sind. Das bleiben freilich Ausnahmen, wer aber eine solche bildet, muß selbstverständlich den
verderblichen Genuß meiden, wenn er ihm nicht etwa doch höher steht, als die darauf folgende Strafe. Zu reichliche 'Fleischkost, sowie auch zu reichliche 'Pflanzenkost kann Verdauungs-Stö-' rungen nach sich ziehen, als deren Fola in Z C f a 1 iXI 71 i ytu luiuicn uuu juyicuic Viciuiäiuuc, Hautunreinigkeiten u. dgl. m. auftrei. ICH. ' . D5s muß also geregelt, die Nah"rungszusuhr in Menge und Beschaffenbeit dem Rahrungsbedürfniß gernäß eingerichtet, unter Umständen uch letzteres nebst dem inneren Stoff'Wechsel durch Muskelthätigkeit (Man- ' dern, Turnen, Radfahren), durch Ba? 'den, kalte Abreibungen u. a. m. gestei.ert Werden. Auch kann es nothig .sein, den Magen und Darm gründlich -zu reinigen, die Verdauungs-Organe .zu kräftiger Thätigkeit zu bringen, der irgend welchen lästigen Erscheinungen, wie z. V. regelmäßig sich wieverholenden Kopfschmerzen, durch ge eignete Mittel entgegenzutreten; man darf aber dabei niemals vergessen, daß 'durch die Beseitigung einzelner FolgeErscheinungen das Uebel selbst nicht beseitigt ist. und daß manche dazu gebrauchte Mittel, namentlich die schmerzstillenden, trotz aller VersicheZungen der Fabrikanten und Händler .keineswegs ohne schädliche Folgen ge--jiontfiun werden. 'Daß auch andere Absonderungen 'vom gesunden Zustande abweichen und dadurch theils innere UnregelmäßigZeiten verrathen, theils ihrerseits veranlassen, ist zu allgemein bekannt, als la& es weiter ausgeführt zu werden brauchte. Endlich kann auch unregelmäßige Älutvertheilung im Körper, besonders gesteigerter Zufluß oder erschwerter 'Abfluß des Blutes zum und vom Kopfe in Veränderungen der Gesichts.'haut Ausdruck finden. Bei gewohnheitsmäßig zu kalt gehaltenen Füßen 3. B. kann das Blut, wie man sagt, zu icopf steiqen; oder ein enges Corset. welches tiefes Einathmen verhindert. oder enge Einbindung des Halses erschwert den Blutabfluß: je nach den sonstigen Umständen stellt sich dann -rothe, bläuliche oder blasse Schwellung 'des Gesichtes ein, worunter am meisten Vit Nasenspitze zu leiden pflegt. Das uxqedunsene Gesicht pflegt dann auch dickere Oberhaut zu erzeugen, die das Durchschimmern des Blutes erschwert; nicht selten stellen sich Gesichtsschweiß ein, die Schweißdrüsen und die Talgdrüsen sondern stärker ab. wodurch ihre Ausführungsgänge erweitert werden, mit Mitessern sich füllen und der Qaut das bekannte fettglänzende und poröse Aussehen geben. Auch hier find zuerst die Ursachen, zu beseitigen; die im Gesicht sich entwickelnden und bleibenden Folgen bedürfen aber noch
besonderer Behandlung.
Aritisch-Weflittdien.
Die Ereignisse des letzten Jahres haben in den Ver. Staaten ein lebhaftes Interesse nickit blos für Euba und Vortorico. über denen jetzt die Sterne und Streifen weyen, sondern auch sur alle Gruppen jener amerikanischen Inseln, welche noch unter der Botmäßigkeit europacye: Herrscher steyen. yervorgerufen. Und dieses Interesse ist durch den Vorschlag, Britisch - Westindien für den Philippinen - Archipel einzutausch::. i:? ein noch actuelleres Stadium getreten, t-ft i?selbe von den Unterthanen der Königin Victoria in den Antillen sowie keiner geringen Anzahl einflußreicher Männer in unserem Lande und in England mit günstigen Augen angesehen wird. Bis zum Ausbruch des spanisch - amerikanischen Krieges hatten wohl nur sehr, wenige Amerikaner auch nur eine annähernd richtige Vorstellung von der Lage, Ausdehnung und Bedeutung der westindischen Inseln. Man stellte sich ungefähr vor. daß sie irgendwo im Süden lägen, einst zahlreichen Seeräubern einen Unterschlupf gewährten und mehr oder .minder blutige Revolutiönchen dort aa der Tagesordnung waren. Als im verflossenen Jahre die Feindseligkeiten begannen und namentlich als Eervera's Flotte auf dem Kriegsschauplatze erschien, wurde die geographische Lage der westindischen Inseln im ganzen Lande zum Gegenstand eifriger Studien und aus dem Nebel der Romantik traten sie in ihrer wirklichen Gestalt hervor. Die englischen Besitzungen ir Gordontown. jenem Theile der Welt erstrecken sich in einem Halbkreis fast von der Küste Florida's bis zur Mündung des Orinocco und bestehen aus einer Unzahl von Inseln, die in Größe vom Umfange des Staates Connecticut bis zu inem bloßen Felsenriff variiren. Für administrative Zwecke hat England diesen ungeheueren Archipel in eine Anzahl von Gruppen getheilt, von denen Jamaica mit den Nachbarinseln die größte sein dürfte. Dann kommen die Turk's und Caicos - Inseln, die Bahamas, die Leeward - Inseln, St. Christophcr, Dominica, Montserrat, die Virgin-, die Windward - Inseln, Barbados und Trinidad, Alles in Allem sieben Regierungsgruppen. Jamaica ist die größte und in n,anchen Beziehungen die bedeutendste englische Beschung in Westindien. Die Insel liegt etwa 100 Meilen südlich von dem Ostende von Euba und wird aus dem Norden durch die Windward - Passage erreicht. Wahrscheinll) vulkanischen Ursprungs, hat die Insel einen entschieden gebirgigen Charakter und im Innern Berggipfel von 7000 Fuß Hohe. Zahllose Wanerlaufe strömen von den Bergen und ergießen sich in das Meer, nachdem sie herrlichen Thälern, deren Schönheit und Fruchtbarkeit an den Garten Eden erinnert, ihr belebendes und befruchtendes Naß gespendet haben. Die Flora ist tropisch in K i n g s t 0 w n. ihrem Charakter und ihrer ??ülle: Valmen, Bananen. Mangos, Platanen, drangen und Eocosnußoaume wechsein mit einander ab und die herrlichsten Blumen schmücken die Landschaft überall. Die reichen Schätze der Natur sind durch die geschickte Hand des Menschen noch zu größerer Vollkommenheit gebracht und verständige Cultur zeigt überall, daß der überaus ergiebige Boden voll ausgenutzt wird. Jamaica ist thatsächlich ein einziger, ungeheuerer Garten, dessen Bewohner sich eines fortwährenden Sommers erfreuen. Die Insel kam im Jahre 1655 in englischen Besitz, als die Urbewohner beinahe vollständig ausgerottet waren und deren geringe Reste in den Gebirgen Zufluchtsstätten gesucht hatten. Viele Jahre war Jamaica ein Rendezvous von Seeräubern, bis die englischen Kriegsschiffe dem Piratenunwesen ein Ende machten. Die Colonialregierung datirt aus dem Jahre 1661 und das anfänglich sehr eng begrenzte Selbstverwaltungsrecht wurde allmalig erweitert. Zur Zeit wird die Bewohnerzahl auf 700.000 geschätzt, unter denen sich nur 16,000 Weiße und etwa 20.000 asiatische Kulis befinden; die ungeheuere Mehrzahl bilden die Nachkommen der einstmals als Sklaven imporiirten afrikanischen Neger. Die Hauptstadt Kingston, mit 40.000 Einwohnern, liegt an der Südseite der Insel und nicht weit davon Spanish Town, die alte Hauptstadt; andere Plätze von Bedeutung sind Port Maria, Montego Bay. Falmoutte, Port Antonio und Port Morant. Jndustrie und Handel, die einst viel versprechend waren, sind in Folge der von England auferlegten Tarif-Restrictio-nen in den letzten Jahren zurückgegangen und Folgen der allgemeinen DePression sind die jüngsten regierungsfeindlichen Demonstrationen. Zu den bestehenden Schwierigkeiten mag auch die Abschaffung der Sklaverei daö
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Ihrige beigetragen haben. Von der Einfuhr im Werthe von $12.000,000 im Jahre kommt etwa die Hälfte aus den Ver. Staaten; die Ausfuhr hat einen Werth von 510.000.000. nimmt aber stetig ab. Früher spielte die Zuckerindustrie eine gewaltige Rolle, aber seit Verdrängung des Rohrzuckers durch den Rübenzucker ist dies anders geworden. Zu den wichtigsten Au& fuhrartikeln gehört Rum und neuerdings hat auch die Südfruchtcultur durch eine amerikanische Gesellschaft lebhaft: Förderung erfahren.
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Dominica. Die Vahama - Gruppe, welche nahezu 700 Inseln und über 3000 Felsenrisse umfaßt, erstreckt sich 780 Meilen weit nördlich von Cuba und bedeckt mit ihren schier unzähligen Meeresarmen 5600 Quadratmcilen. Aeußerlich haben die Inseln dieser Gruppe mit der Küste von Florida und den derselben vorgelagerten Keys eine größere Achnlichkeit als mit Westindien. Nach dem Dafürhalten der Geologen sind die BaHamas Haufen von Muscheln und Korallensand, die der Wind zusammengetrieben hat. Mit der einzigen Ausnähme von Andros hat keine Insel dieser Gruppe fließendes Wasser und ihre Flora gleicht der von Florida. Ursvrünglich Schlupfwinkel von Piraten, Zamen die Bahamas im Jahre 1713 unter englische Herrschaft. Die heutige Hauptstadt ist Nassau auf dem Eiland New Providence. wo die Seeräuber sich zuerst einnisteten. Der Boden ist nicht reich, aber zum Anbau zahlreicher Ge-müse-und Fruchtarten, wie Ananas, Orangen u. s. w., wohl geeignet. Der von den Ver. Staaten eingeführte Zoll ans die Producte der Bahamas hat deren Ausfuhr erheblich beeinträchtigt, da sie kein anderes Absatzgebiet haben. Von der Caicos- und Turk - Gruppe abgesehen, wo sich Salz in bedeutenden Quantitäten findet, besteht der HauptBridgetom n. erwerb in der Schwamm- und Perlmutterindustrie und die Ausfuhr hatte im verflossenen Jahr einen Werth von $900,000, während die Einfuhr etwas geringer war. Nur 31 Inseln der Bahamagruppe sind bewohnt und zwar meistens von Negern; die GesammtEinwohnerzahl beträgt 50.000. Die Hauptstadt Nassau mit 10.000 Einwohnern bildet einen beliebten Winteraufenthalt für reiche Amerikaner. Außer New Providence sind Alaco. Harbor Island, Elcuthera, Ragged Island. Rum Keg, Long Island, Long Key, Great Bahama, Cat Island. Turk's, Acklin und Caicos die bedeutendsten Inseln der Bahamas. Die englischen Besitzungen in der Inselkette, welche die kleinen Antillen bilden, können an Schönheit mit allen Ländern unseres Planeten wetteifern. Die bedeutendsten Inseln sind St. Lucia, St. Vincent, St. Christopher, die Grenadinen, Grenada, Barbados und Trinidad. Welcher der erste Schönheitspreis gebührt, ist schwer zu sagen. Alle haben ein romantisch - pittoreskes Aussehen, hoch ragende Berge mit ewigem Grün und reizende Häsen mit kleinen Städtchen, deren Häuschen sich an das zwischen dem Meere und den Hügeln liegende Gelände schmiegen. Alle sind wohl cultivirt und von anscheinend zufriedenen Menschen bewohnt. St. Lucia gilt allgemein als eine der schönsten, wenn nicht die schönste der ganzen 5ESB t 1 1 är7llM7lJ7 . AS.' c TPVW'' . mSLfr & :m. it Hotel in B e r m u d a. Gruppe; sie hat eineLängt. von 42 Meilen bei einer Breite von 20 Meilen. Korallenriffe halten das Meer zurück, aus dem sich die steilen Ufer stellenweise bis in die Wolken erh:b:n. Der höchste Berg mißt 4000 Fuß und die Spitzen der Gebirgskette sind gewöhnlich in dichten Nebeldunst gehüllt, der die Hitze der Sonne mildert. Die Bewohner zählen 40.000 und bestehen fast ausschließlich aus französisch sprechenden Negern. Die Hauptstadt Castries, welche innerhalb vonHügeln liegt, wird zur Zeit von den Engländern in eine gewaltige Marinestation umgewandelt. An dem südlichsten Ende der Inselkette liegt Grenada und gerade nördlich von Süd - Amerika befindet sich Trinidad, welche Insel ein Stück von Venezuela zu sein scheint und einen durchaus südamerikanischen Charakter hat. Ihre Hauptstadt, Port of Spain, hat einen herrlichen Hafen und ihr Ausfuhrhandel. meistens in Zucker und Asphalt bestehend, ist sehr bedeutend. Auch Barbados hat eine hübsch und lebhaste
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Hauptstadt, Vrid'getswn, und unterhält umfangreiche Handelsbeziehungen. Die Bermudas gehören zwar im strengen Sinne nicht zu Britisch -West-indien, aber sie sollen in den vorgeschlagenen Tausch mit einbezogen werden. Viele tausend Amerikaner besuchen diese Inseln in jedem Winter und deshalb sind sie auch besser bekannt. Vorzügliche Hotels finden sich in derHauptstadt Hamilton, wo viele reiche Engländer ansässig sind und in deren Hafen stets eine Anzahl englischer Kriegsschiffe ankert. Daß die große Mehrzahl der Bewohner von Britisch - Westindien ' einen Anschluß an die Ver. Staaten wünscht, ist mit Rücksicht auf die bestehenden Handelsbeziehungen wohl erklärlich, aber zwischen dem bloßen Wunsch und seiner Ausführung liegt eine gar gewaltige Kluft.
Der Sprccunnel. Ein Werk, das lange Zeit, für unmöglich, oder wenigstens für kaum ausführbar gehalten wurde, das aber mit Rücksicht auf die steigenden Verkehrsverhältnisse Berlins dringend geboten war, ist vor kurzer Zeit von der Gesellschaft für den Bau von Untergrundbahnen" beendet worden. Es ist das der.unter der Spree durchgeführte Tunnel 'zwischen den beiden im Osten von Berlin gelegenen Vororten Stralau und Treptow. Daß die Anlage eines Tunnels fast unmöglich erschien, hatte seinen Gründ in den BodenverHältnissen, da der Untergrund Berlins fast nur aus Triebsand, mit Wasser versetzt, besteht. Die Herstellungsweise war deshalb auch eine ganz eigene. Unter Anwendung von Preßluft, welche das Eindringen von Wasser verhindern sollte, wurde ein Brustschild mit einem Druck von 350 400 Atmosphären vorgedrückt. Die Entfernung des vor dem Brustschilde lagernden Bodens geschah in der Weise, daß durch vier in der vorderen Abschlußwand angebrachte Klappen derselbe in den Vortriebapparat hereingeholt und nach rückwärts durch den bereits fertig gestellten Theil des Tunnels transportirt wurde. Nach Entfernung des vorlagernden Bodens konnte dann der Schild soweit vorgedrückt werden, wie zum Einbauen eines Tunnelringes Platz erforderlich war. Eingang zum Tunnel. d. h. um ca. 50 Centimeter Breite, die durch Schrauben aneinandergefügt und dann von innen mit einem Cementputz von ca. 12 Centimeter Stärke versehen wurden. Die Tunnelanlage hat eine Gesammtlänge von 581,71 Meter, wovon nach Abzug der Rampen 454.17 Meter auf den eigentlichen Tunnel entfallen. Der lichte Durchmesser des Tunnels ist 3.80 Meter. Der Verkehr durch den Tunnel soll durch eine elektrische B2.hn vermittelt werden. Besonders ist hervorzuheben, daß dieser unterirdische Tunnel der erste in Europa ist. de? in derartigem Gelände hergestellt, und überhaupt der erste ist, der scharfe Krümmungen z. V. mir einem Radius von 35 und 50 Mete? ausweist. Ein Vorschlag. Beraubter: Das Portefeuille, welches Sie mir geraubt haben, enthält mein ganzes Vermögen. Jetzt kann ich betteln gehen." Räuber: .Wissen Sie was. ich werde mit dem Gelde ein neues Leben anfangen und da können Sie dann ja meine Praxis in diesem Walde übernehmen." Vielsagend. Was. der Meier veranstaltet einen Ausverkauf wegen Kränklichkeit, was fehlt ihm denn?" Wechselfieber!" Moderne Dienstboten. Kathi (zu ihrer Freundin am Markte): Sag' mal. Sydonie,' warum wechselst Du eigentlich so oft Deine Herrschaft)" Sydonie: Ja 'weißt Du, bleibt man länger in einem 5)ause. so tritt eine gewisse Intimität ein, und die vertrag' ich nicht!" Schlechter Kunde. Herr: Ist der kunstliebende Rentier eigentgentlich ein quter Kunde von Ihnen?" Antiquitätenhändler: Bewahre! Der Mensch handelt mir ja immer von jeder Antiquität ein paar hundert Jahre ab" Er st er Gedanke. Assessor: Fräulein Helene, bewundern Sie doch diese reizende Gegend mit den vielen hübschen Blumen!" Fräulein: Das ist noch gar nichts, Herr Assessor! Da sollten Sie erst einmal meinen neuen Sommerhut sehen!-
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Pfingsten in Hyüringen. Gleichsam durchwoben mit dem Grün, das in unerschöpflicher Fülle und Pracht die hochzeitliche Erde schmückt und dem armseligsten Fleckchen einen stillen Schimmer von Glück verleiht, sind die uralten Pfingstgebräuche. welche in den meisten Gegcnden Deutschlands, besonders aber in Thüringen beobachtet werden. Eine der lieblichsten Sitten, im Thüringer Walde ist das Ausschmücken der öffentchen Laufbrunnen. Daß das Götzendienst und Heidenbrauch einst war wer denkt heute noch daran? Welches von den Kindern, die diesen Cultus heute noch alljährlich üben, weiß etwas von den Quellnympheir und segenspendcnden Göttern der Erde, denen die alten Germanen einst zur Frühlingsfeier an den Brunnen opferten, damit ihnen das köstliche Naß niemals versiege?! Schon wochenlang vorher gehen Kinder von Haus zu Haus, um mittels Einschreiblisten kleine Beiträge einzusammeln, die nöthigen Kosten des Vrunncnschmuckes damit bestreiten zu können. Ausgeblasene Eier werden zierlich bemalt. Ketten von buntem Pa vier geklebt. Gewinde von Fichtenlaub hergestellt. Kränze gebunden und solche mit Bildern oder einem Bogen Papier ausgefüllt, auf dem ein kurzer Pfingstgrüß, wohl auch ein selöstgereimtes Gedicht seinen Platz findet. Bandschleisen. Fähnchen vollenden dann den Schmuck. Am Pfingstheiligabcnd bilden sich um die öffentlichen Brunnen
,,-M. A Ji J .T y?, tr 53 wmkt i:,--ZZ-5.: im p u wmwk Ci to '-!&ß Brunnenbekränzung. starke Gruppen von Kindern und Erwachsenen. Vier schlanke Lärchenb'äume, ihrer unteren Zweige beraubt, werden zu Seiten der Brunnen im Viereck eingerammt. An und zwischen ihnen werden dann die Ketten und Gewinde von Grün. Eiern und Papier angebracht, die schwebenden Kränze befestigt. die Fahnen festgebunden.. Und man steht herum, freut sich der vollendeten Arbeit und hält dann eine Wanderung von Brunnen zu Brunnen. Zu den echt thüringer Pfingstgebräuchen zählen ferner die auch sonst vielverbreiteten Maeinfeste, welche sicherlich ein Ueberbleibsel der fröhlichen Veranstaltungen altheidnischer Frühlingsfeier darstellen. Vor der Dorfschenke oder auf dem Gemeindeanger wird der gewaltig und schlank wie ein Mastbaum aufragende Maienbaum aufgepflanzt. Er bilde! nicht nur e:n lockendes Ziel für alle kühnen Kletterer, die droben in de? Krone des fast spiegelglatt abgeschälten Baumes hängenden Gewinne zu erringen Taschentücher Tabakspfeifen, mit geringem Inhalt gefüllte Geldkatzen er ist auch der MittelPunkt der Stätte, auf der, periodisch wiederkehrend, die bäurischen Kunstle? irgend ein Volksstllck mit Heimathlichem Inhalte zur Aufführung bringen. Irgend ein dörflicher Dichter hat in seinen Mußestunden dieses Drama" einmal zurechtgezimmert. Mit dem Pfingstfeste tauchen auch die sogenannten Laubmänner auf. 6t beleben für die nächsten paar Wochen das öffentliche Bild. Es sind zumeist halbwüchsige Burschen, die vom Kops bis zu den Füßen vollständig in frisches Laub gehüllt erscheinen, so dicht vermummt, daß weder Gesicht noch Hände sichtbar werden. In der Rechten halten sie eine Gerte, mit der sie DerMaibaum. nach allen Seiten in die lachend auseinanderweichende. jugendliche Menge tapfer Schläge austheilen. Hinter irgend einer Hecke, irgend einer Thür purzeln sie plötzlich hervor, wie aus der Erde gewachsen. Kaum sind sie in die Erscheinung getreten, so beginnt die wilde Jagd. Laubmann! Laubmann!" tönt es von allen Seiten. Dann tollt der immer mehr anwach sende Haufen über Markt und Gassen, bis der müde gewordene grüne Unhold irgendwo wieder den Blicken entschwindet. In einigen Walddörfern herrscht noch die Sitte der Pfingstbraute". Am zweiten Pfingstmorgcn machen sich die Mädchen der Dorfschule auf und
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ziehen in kleinen Trupps, fünf bis sechs Kameradinnen gewöhnlich, singend von Haus zu Haus, freundlich verabreichte Gaben einsammelnd. Vor jedem Hause schließen die Mädchen dann einen Kreis um die Pfingstbraut und lassen dabei ihre Lieder ertönen.
m wml -rt ",.'4 DerLaubmann. Althergebracht ist auch ein Spaziergang zu Pfingsten in aller Morgenfrühe. Man will da gleichsam die Natur in ihren ersten Athemzügen des ErWachens belauschen. Oft wenn es noch graut, wandert man in die grünen Berge hinein. Wen es aber zu Pfingsten doch etwa daheim hielt: acht Tage später, am Trinitatisfeste, da '.äßt es keinen echten Thüringer in seinen vier Psählen, da zieht es ihn magnetisch hinaus in die prangende Natur. Der Himmel blaut.es duftet und grünt und blüht und übn Alles schüttet die Sonnc Ströme goldigen Lichtes aus. Pfingstzcit selige Tage des Hoffens! Eine Hochbahn für Nadlcr. Die gebirgige Umgegend von Los Angelos undPasadena im südlichenCalifornia ist alles Andere nur kein Radlerparadies. Fehlt es schon an guten Wegen für gewöhnliches Fuhrwerk, so kann der Radfahrer in dem gebirgigen Terrain, wo zur Regenzeit unergründlicher Schmutz das Fortkommen unmöglich mächt, während Sonnengluth fürchterlichen Staub erzeugt, nur unter ungewöhnlichen Anstrengungen seinem Sport huldigen. Dies soll nun anders werden. Unternehmende Männer haben die California Cycleway Company in's Leben gerufen, welche die Schwesterstädte Pasadena und Los Angelos mit einer ausschließlich dem Radsport bestimmten Hochbahn zu verbinden ,beDieHochbahn. absichtigt. Die Entfernung beträgt ca. neun Meilen. Säulen werden auf der ganzen Strecke errichret und die ca. 10 Fuß breite Bahn wird aus einem glatten Brctterbelage gebildet werden; um das Abstürzen in die Tiefe zu verhüten, wird die Bahn auf beiden Seiten mit einer durchbrochenen Brustwehr von 4 Fuß Höhe eingefaßt. Abends wird die Bahn mit Laternen erleuchtet. Um jedem Radfahrer die Benutzung dieser Bahn zu ermöglichen, wird nur ein minimales Wegegeld erhoben werden. Inder Kneipe. A. (zu seinemFreund, der sich soeben entfernen will): Halt, Du nimmst ja meinen Hut!" B. : Bitte sehr, das ist mein Hut!" A. (aufspringend): Donnerwetter,' dann sitz' ich auf meinem eigenen . . . und ich dachte, es wär' der Deinige!" Doppelsinnig. A: . . . Stehen Sie mit Ihrer Schwiegermutter in Verkehr?" V.: Jawohl in fortlaufendem!" Zielbewußt. L)err Schulze war wohl von jeher sehr zielbewußt?" Und ob! Der ist ja schon als Sohn eines 'Millionärs auf d:e Welt gekommen." Mißverstanden. Fräulein (auf dem Polizeiamte): Ich habe ein goldenes Herz gefunden." Schutzmann: Nun. hoffentlich sind Sie mit ihm glücklich!" Beider Schmiere. Hamletdarsteller (bei der Schmiere): Ach. Herr Direktor, ich bin plötzlich heiser geworden!" Direktor: Macht nichts, da soufflieren Sie einfach und der Souffleur wird den Hamlet spielen!"
5 f . Szz. QööW- -
. fir I r UM et
t . IV v V w . . . Was, Frau Nachbarin, Ihr Mann kommt immer so spät vom Wirthshaus heim? Das hab' ich meinem Mann längst abgewöhnt. Jedesmal, wenn er nach halb elf Uhr heimgekommen, hab'-ich ihn mit einem großcn Glas Wasser empfangen, das er Zur Strafe trinken mußte! JetzMommt er nie mehr später als um zehn Uhr' nach Hause!" Natürliches Spiel. Sommerfrischler (in einem WirthsHaus, in dem sich ein Bauerntheater befindet): Was ist's, Herr Wirth, wann wird wieder einmal das Stück: Der blutige Geldbeutel auf der Ochsenalm" gegeben, in dem die Bauern so natürlich raufen?"' Wirth: Ja wissen S', das" Stück kann nur alle 14 Tag" aufg'führt werden, weil's halt immer so lang braucht, bis die Hauptspieler wieder H'sund sind." Jllnstration zu Shakes p e are. O du zertrümmert' Meisterstück de? Schöpfung! (König Lear. 4. Aufz. 6. Scene.) Zur Mode. A: Donnerwetter. Iicbrr Freund, hast Du eine Halsoperation überstanden. weil Du so verbunden bist?" B.: Dummheit! Das ist doch meine neueste Cravatte!" ErsterGedanke. Arzt: . . .Für Ihren angegriffenen Hals wäre entschieden feuchte Wärme gut!" Studiosus: Sie meinen aljo. ich soll' das Biertrinken lassen und mich an den Grogg halten?!" Unerfülltes Versprechen. Schneider: Ich kann nicht länger warten; vor sechs Monaten hab'n's mir schon g'sagt, Ihre reiche Tante wird sterben, hab'n aber bis jetzt noch nicht Wort g'halten." Stoßseufzer. Junger Porträtmaler: Ich habe den Herrn Baron auf dem bestellten Bilde so gut getroffen doch wenn ich jetzt mein Hono rar haben will, ist er nie zu tief styl- ... -
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