Indiana Tribüne, Volume 22, Number 235, Indianapolis, Marion County, 14 May 1899 — Page 3
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driminal-Koman von M. E.Braddon. (5. Fortsetzung.) Chlodwig Wilmot erkrankte unterweqs, wie sem Bruder mir erzählte. Josef ließ den armen alten Mann irgendwo zurück." Sagte er nicht, wo?" .Nein, und seltsamerweise vergaß ich, ihn danach zu fragen. Der arme Mensch unterhielt mich auf dem öege .wischen Southampton und Winchester mit Erinnerungen aus der Vergangen heit, so daß wir der Gegenwart kaum gedachten. Der alte Wilmot muß sehr krank sein," rief Balder, sonst wäre er unfehlbar nach St. Gundolph zurückgekehrt, um mir von dem Vorgefallenen Äencht zu erstatten. Dawson lächelte. Wenn er zu krank war. nachSouthl ampton weiter zu fahren, war er na türlich auch außer Stande, nach 2ondon zurückzukehren." Balder, ein sehr gutmüthiger Mttijch, war sehr betrübt bei dem Gedanken an die Verlassenheit des armen Alten, der allem unter Fremden krank zurückgeblieben war. Arthur Lowell beobachtete schweigeno den Bankier. Um 3 Uhr begann das Todtenschau erricht. Di: Zeugen, die vernommen wurden, waren die beiden Jrländer, Zorn Mackenzie und Philipp Murtock, welche die Leiche in dem Flüßchen nahe bei St. Croß aufgefunden hatten, Dr. Sanders, der Kirchendiener, der mit den beiden Fremden gesprochen und später Alfred Dawson das Münster gezeigt hatte, der Wirth zum Goldenen Adler und der Kellner, der die beiden Reisenden empfangen und die Befehle des Bankiers für das Abendessen entgegcngenommen hatte, und endlich AI frei) Dawson selbst. In dem Verhandlungszimmer hatien sich sehr viele Zuhörer eingefunden. unter Anderen auch der Richter, Baron Stefan Arden. Arthur Lowell. Roderich Balder und der Anglo - Invier saßen von den Uebrigen etwas en!fernt. Ehe die Vernehmung der Zeugen beaann, wurden die Geschworenen in das Zimmer geführt, in dem der Todte auf einem von den langen Schänkstubentischen lag. Arthur Lowell schloß sich den Geschworenen an, und Dr. Sanders nahm die Untersuchung der Leiche vor. um über die Todesursache Auskunst geben zu können. Das Gesicht des Todten war entstellt und infolge des Erwürgens fast schwarz. Der Kronanwalt und die Geschworenen sahen mit scheuerfüllten Blicken auf die starren Züge, welche unverkennbar die Spuren eines schweren Todeskampfes trugen. Grauen, Ueberraschung und die entsetzlichste Furcht vor drohender Todesgefahr vermischten sich in dem Ausdruck dieses Gesichts. Die Geschworenen unterhielten sich flüsternd miteinander, stellten einige Fragen an den Arzt und verließen das verdunkelte Zimmer mit kaum hörbaren Schritten. Der Fall war sehr einfach und rasch zu erledigen. Arthur Lowell. der der VerHandlung im Interesse des Bankiers aufmerksam folgte, richtete verschiedene fragen an die Zeugen. Alfred Dawson war der Erste, der an die Reihe kam. Er gab einen sehr klaren und verständlichen Bericht von Allem, was von dem Augenblick seiner Landung an geschehen war. Josef Wilmot empfing mich an der Landungsstelle," erzählte er, und theilte mir mit, daß er als Vertreter eines Anderen komme. Anfangs erkannte ich ihn nicht, aber nach und nach entsann ich mich seiner. Er hatte vor fünfunddreißig Jahren, ehe ich nach Indien ging, in meinen Diensten gestanden , war am 16. dieses Monats in London mit seinem ältern Bruder zusammengetroffen und mit ihm einen Theil des We.es nach Southampton zusammen gefahren. Sie hatten ihr Reiseziel noch nicht erreicht, als Chlodwig Wlimot einen Schlaganfall erlitt und Josef bedeutete, ihn bei mir zu vertreten." Alfred Dawson gab seinen Bericht mit vollkommener Selbstbeherrschung und sehr bedächtig. Seine Erzählung klang beinahe, als ob er etwas Auswendiggelerntes hersagte. Arthur Lowell beobachtete ihn sehr aufmerksam und wunderte sich, daß er so gleichmüthig und unbewegt und ohne jede, durch die Seltsamkeit seiner Lage gerechtfertigte Verlegenheit sprach. Er war bleich , aber die festzusammengedrückten Lippen, der selbstbewußte Blick seiner Augen und die stolze aufrechte Haltung gaben Zeugniß von der Stärke seiner Nerven und der Klarheit seines Geistes. Der Mensch muß aus Eisen gemacht sein." dachte Arthur Lowell. Entweder er ist ein seh? großerMann, oder ein sehr verderbter. Ich fürchte mich beinahe, zu fragen, wofür ich mich entscheiden würde." Wo hatte Josef Wilmot seinenBruder zurückgelassen. Herr Dawson?" fragte der Kronanwalt. Ich erinnere mich dessen nicht Tnehr." '' Das ist schade; die Aussagen Chlodwig Wlimots würden vielleicht etwas Licht auf dieses geheimnißvolle Ereigniß geworfen haben." Der Bankier berichtete noch über das Mahl, das er in Gemeinschaft mit dem Verstorbenen in Southampton eingenommen hatte, von der Fahrt nach Winchester und dem Spaziergang über die Wiesen bis zu dem Wäldchen. .Können Sie mir genau sagen, an
welcher Stelle Sie sich von dem Verstorbenen trennten?" Nein. Bedenken Sie gefälligst, daß ich seit meinen Knabenjahren nicht in dieser Gegend gewesen bin. Mein alter Schulkamerad Michael v. Talboys heirathete und ließ sich in Schloß
Farren während meiner Abwesenheit lN Indien nieder. In Southampton blieben mir einige Stunden Zeit, ehe ich meine Reise nach London fortsetzen konnte. Ich kam deshalb nach Wm chefter, um meinen Freund zu besuchen. und war seh? enttauscht, zu hören, daß er todt sei. Bei meinem lebhaften Interesse für den Verstorbenen, wünschte ich seiner Wittwe meine Aufwartung zu machen, und ging mit Josef Wilmot über den Munsterplatz nach St. Croß. Der Kirchendiener sah uns und sprach mit uns. Ja, ich erinnere mich dessen sehr genau," bestätigte der Küster, der sich unter den noch zu vernehmenden Zeugen befand. Um welche Zeit verließen Sie Jhren Gasthof?" Kurz nach 4 Uhr." Und wohin gingen Sie?" Ich ging Arm inArm mit Josef Wilmot in das Wäldchen, aber an so lange Spaziergange nicht gewohnt, und von der Hitze des Tages ermattet, gab ich es auf, bis nach Schloß Farren zu marschiren, und schickte Josef Wilmot dorthin, bei Frau von Talboys anzufragen, zu welcher Stunde es ihr genehm sein würde, mich zu empfangen; ich selbst kehrte inzwischen nach der Kathedrale zurück, von wo mein Begleiter mich abholen sollte." Er sollte nach dem Münster zurückkehren?" .Ja." Aber weshalb nicht gleich nach dem Goldenen Adler?" Arthur Lowells Gesicht zeigte einen seltsamen Ausdruck. Wenn der Bankier erschreckend bleich war, war sein Rechtsbeistand es noch weit mehr. Die Geschworenen starrten den Kronanwalt verwundert an, als waren sie über seine Anmaßung erschrocken, die Versicherung eines Mannes, wie Alfred Dawson einer Kritik unterziehen. Der Anao-Jndler lächelte. Er stand in gleichgiltiger Haltung, mit seiner goldenen Uhrkette spielend, von dem heißen Augustsonnenschein überfluthet, dem Kronanwalt, den Geschworenen und dem forschenden Blick Arthur Lowells gegenüber, ohne mit den Wimpern zu zucken. Ja," dachte Arthur Lowell wieder. des reichen Mannes Gesicht fort und fort beobachtend, seine Nerven müssen von Eisen sein." 12. K a p i t e l. Der Kronanwalt wiederholte seine vrage: Weshalb sagten Sie dem Verstorbenen, er solle Sie im Münster aufsuchen, Herr Dawson." Nur, weil es mir m jenem Augen blick so beliebte," erwiderte der AnglonVitx kühl. Ich hatte Lust, mir das Münster anzusehen und glaubte. Josef Wilmot würde zeitig genug zuruckseln, an der Umschau theuzunehmen." Aber der Weg nach Schloß Farren und zurück mußte doch eine geräume Zeit in Anspruch nehmen." Ich kannte die Entfernung Nicht, und sagte Wilmot nur, ich würde mir die Kathedrale ansehen, und dort auf ihn warten, er möchte sich beci-en." Das war Alles, was zwischen Ihnen vorging?" 3." Und Sie warteten im Münster auf Ihren Begleiter?" Ja. bis zu der Stunde, für welche ich unser Abendessen im Goldenen Adle?" bestellt hatte." Ich bin gezwungen, Ihnen noch eine Frage vorzulegen, Herr Dawson." Bitte sehr: ich beantworte Ihnen gern jede Frage." Standen Sie mit dem Verstorbenen auf gutem Fuße?" Ich hatte ihn gern und betrachtete ihn als Freund. Ja. zur Zelt seines Todes; aber vor dieser Zeit ?" Der Bankler lächelte. Ich bin fünfunddreißig Jahre in Indien gewesen." Ganz recht. Aber hatten Sie vor Ihrer Uebersiedeluug nach Indien nicht einen ernsten Streit mit dem Verstorbenen, hatte es zwischen Ihnen und ihm nicht ein Zerwürfniß gegeben?" Dawson's Gesicht färbte sich plötzlich mit glühendem Roth und seine Brauen zogen sich finster zusammen, als ob seine erprobte Selbstbeherrschung gegen so unangenehme Erinnerungen doch nicht Stand zu halten vermöchte. New," erwiderte er mit großer Entschiedenheit, ich hatte niemals einen Streit mit ihm." Gab es auch kernen Veranlassung zu einem Streit?" Ich verstehe Ihre Frage rncht, ich sagte Ihnen bereits, daß ich niemals einen Streit mit ihm hatte." Das mag sein: aber es bestand vielleicht eine verborgene Feindschaft zwischen Ihnen und ihm, stärker als jeder offen zur Schau getragene Zorn. Lebte ein solches Gesühl in Ihrer Bn?" Ich war ihm Niemals selndllch ge sinnt." Aber trug der Verstoßene vielleicht Haß gegen Sie im Herzen?" Dawson blickte verstohlen aus Roderiß? Balder. dessen Augen sich unter diesem Blick senkten. Es war klar, bah er die Geschichte der gefälschten Wechsel kannte. Ware der Kronanwalt für Wlnchester ein scharfer Beobachter gewesen, so würde er diesen Blick Dawsons bemerkt und begriffen haben, daß Roderich alver etwas über dle Veraanaenbeit des Ermordeten wußte. Ja," erwiderte der Anglo-Jndier,
Josef Wilmot hegte einen Groll gegen mich, ehe ich nach Calcutta absegelte, aber wir verständigten und einigten uns in Southampton, und ich bewilligte ihn eine jährliche Rente." Sie bewilligten ihm eine Rente?" Ja, keine sehr große, nur fünfzig Pfund jährlich, aber er war ganz zufrieden damit." Er hatte also Ansprüche an Sie?" O nein, er hatte keine wie immer geartete Forderung an mich geltend zu machen." erwiderte der Bankier hochmllthig. Ein solches Kreuzverhör konnte dem Millionär kaum angenehm sein.. Die Geschworenen sympathisirten Mit ihm. Wenn der Verstorbene keine Ansprüche an Sie hatte, weshalb setzten Sie ihm ein Jahrgeld aus?" forschte der Kronanwalt. Um alter Zeiten willen. Wir waren in der Jugend befreundet gewesen und ich hatte ihn immer sehr gern." Wie lange waren Sie mit Wilmot im Wäldchen zusammen?" Nicht länger als zehn Minuten." Können Sie die Stelle beschreiben, wo Sie ihn verließen?" Nicht leicht, aber ich könnte sie auffinden, wenn ich hingeführt würde." Wieviel Zeit verstrich, seit Sie das Münster mit dem Verstorbenen verlie-
tzen. Ins Sie ohne ihn wieder zurückkehrten?" Eine halbe Stunde ungefähr." Nicht mehr?" Ich glaube kaum D?r Bankier lehrte auf seinen Platz zurück. Arthur Lowell, ihn nock immer unausgesetzt beobachtend, sah. daß seine weiße Hand zitterte, als sie mit dem Medaillon an der Uhrkette spielte. Der Küster war der nächste Zeuge, der vernommen wurde. Er sagte aus. daß die beiden Herren Arm jn Arm, lachend an ihm vorübergegangen wären. ..Wie viel Zeit verstrich zwischen dem Fortgehen des Herrn Dawson mit seinem Begleiter und seiner Rückkehr ohne ihn?" . Der Kirchendiener kratzte sich verlegen den Kopf und blickte aus Alfred Dawson. Der Bankier, der gerade vor sich hinsah, schien den Blick des Küsters nicht zu bemerken. Ich kann es nicht genau sagen," erwiderte der alte Mann nach einer Pause. Weshalb nicht?" : ---!-;- Mein Gedächtniß ist schon schwach; ich glaube, Herr Dawson war wenigstens eine Stunde fort." Arthur Lowell zuckte zusammen. Die Geschworenen blickten alle auf den Bankier. Aber der Anglo - Jndier blieb unbewegt. Er sah mit dem ruhigen Blick eines Mannes, der nichts zu fürchten hat und sich in dem Gefühl seiner Unschuld ganz, sicher fühlt, auf den alten Mann. , Wir wollen nicht hören, was Sie glauben," rief der Kronanwalt. Sie sollen uns sagen, was Sie bestimmt wissen." Bestimmt kann ich es nicht behaupten. aber mir ist, als ob der Herr eine Stunde oder darüber weg gewesen wäre." Eine Stunde oder darüber?" Ja, das denke ich." Arthur Lowell hatte sein Notizbuch aus der Tasche genommen und die Aussagen des Küsters stenographirt. Der alte Mann beschrieb, wie er den Bankier durch das ganze Münster geführt und ihm Alles gezeigt, und wie der Herr vor der Thür der Kathedrale auf seinen Begleiter gewartet hatte. Von der Ohnmachtsanwandlung erwähnte er nichts. Die beiden nächsten und vielleicht die wichtigsten Zeugen waren die beiden irischen Arbeiter Tom Mackenzie und Philipp Murtock, die die Leiche des Ermordeten gefunden hatten. Tom Mackenzie wurde aus dem Zimmer geschickt, während Murtock seine Aussage machte, aber die Aussagen Beider stimmten genau überein. Sie waren Schnitter, die am vorhetgehenden Abend von einem Erntefest auf einem Gute in der Nähe von St. Croß heimkehrten. Tom war am Rande des Flüßchens niedergekniet, um sich in seinem Hut einen Trunk Wassers zu schöpfen, war aber erschrocken zurückgefahren, als er im Mondlicht das Gesicht des Todten aus dem Wasser hervorblicken sah. Die beiden Arbeiter hatten die Leiche aus dem Wasser gezogen und Philipp Murtock bei ihr Wache gehalten, während Tom fortgelaufen war, Beistand zu holen. Die Kleider des Todten waren ihm bis auf die Beinkleider und die Stiefeln ausgezogen worden und die obere Hälfte des Körpers war ganz nackt. Es lag eine emporende Rohheit in dieser Thatsache. Der Mörder schien sich die Kleider des Opfers angeeignet und das Verbrechen aus gemeiner Habgier, nicht aus Rache begangen zu haben. Arthur Lowell athmete freier auf. Bis zu diesem Augenblick hatte er, von Zweifeln durchwühlt, . Folterqualen ausgestanden. Ein dunkler Verdacht hatte in seiner Brust gearbeitet. Er hatte gefürchtet, der 2lnglo - Jndier habe seinen alten Diener ermordet, um den Hauptzeugen des Verbrechens seiner Jugend aus dem Wege zu räumen. Wäre das der Fall gewesen, so würde der Mörder sich sicher nicht damit aufgehalten haben, seinem Opfer die Kleider abzuziehen. Die Beraubung des Todten zeigte den Mord in einem neuen Licht. Die Sache war zetzt klar genug und Arthur Lowell fühlte sich glücklich, Alfred Dawson nicht mehr beargwöhnen zu müssen. Die Poln war schon m eifrlgei Tbätiakeit gewesen und hatte den Ort. an dem das Äerbrechen begangen worden war, sorgfältig abgesucht, aber von
den Kleidern des Todten und seinem sonstigen Besitz nichts aufgesunden. Die Aussage des Arztes war sehr kurz. Der Verstorbene schien schon seit mehreren Stunden todt gewesen zu sein, als man ihn nach der Grünen Tanne" brachte. Nach den Hautabschürfungen und verschiedenen Zeichen an der Kehle und im Nacken, und anderen Spuren am Körper, die der Sachverständige genau beschrieb, mußte ein Kampf zwischen dem Verstorbenen und seinem Angreifer stattgefunden haben, der sein Opfer von einer Anhöhe heruntergestürzt und erwürgt hatte. Die Aussagen des Kellners und des Wirthes zum Goldenen Adler" gaben nur Lluskunft darüber, wann die beiden Fremden eingetroffen, daß sie in sehr heiterer Stimmung und unverkennbar in bestem Einvernehmen gewesen waren, und der Bankier in größter Unruhe und Besorgniß auf feinen t cdtxttx gewartet und sich geweigert hatte, das bestellte Mahl vor neun Uhr auftragen zu lassen. Die Geschworenen zogen sich zur Berathung zurück. ' Eine Viertelstunde später verkündete der Obmann den Wahrspruch. Er lautete auf vorbedachten Mord, begangen von einem oder mehreren Unbekannten. Alfred Dawson. Arthur Lowell und Roderich Balder begaben sich in ihren Gasthof. Es war sieben Uhr. als sie sich zum Abendessen niedersetzten. .Es war kein heiteres Mahl. Das Gemüth der drei Herren war sehr bedrückt. Das grauenvolle Ereigniß vom Tage vorher warf seinen düsteren Schatten auf sie. Der junge Rechtsanwalt hatte mit Erstaunen bemerkt, daß der Bankier noch nicht ein einziges Mal von seiner Tochter gesprochen hatte. Und doch war das kaum auffallend. Seines Kindes Nanien zu einer solchen Zeit zu erwähnen, mochte dem Va:r zu schmerzlich sein. Sie werden wahrscheinlich noch heute Ihrer Fräulein Tochter schreiben," sagte der Anwalt endlich. Ich fürchte, die junge Dame wird sich den ganzen Tag sehr um Sie geängstigt haben. Ihre Depesche an Herrn Balder hat sie außerordentlich beunruhigt." Nein, ich werde nicht schreiben," erwiderte der Bankier, denn ich hoffe,
meine Tochter noch heute zu fehen." So verlassen Sie Winchester diesen Abend?" Ja, mit dem nächsten Eilzug." Arthur Lowell sah den Bankier erstaunt an. Sie scheinen überrascht?" Ich dachte. Sie würden bleiben. bis " ' Bis was?" fragte der Anglo-Jn-dier. Die Verhandlung ist beendigt. Für die Beerdigung meines armen ?reundes werde ich die nothigen. AnWeisungen geben und eine ausreichende Summe zurücklassen. Ich sprach schon heute Nachmittag mit dem Kronanwalt über die Sache. Was kann ich noch mehr thun?" Nichts," erwiderte Arthur Lowell zögernd, aber ich dachte, daß es unter den obwaltenden Umständen besser wäre, wenn Sie hier blieben, bis Schritte zur Auffindung des Moders gethan sein werden." Es widerstrebte ihm, dem Gedanken Ausdruck zu geben, daß einige Leute Dawson selbst beargwöhnen könnten und es rathsam für ihn wäre, auf dem Schauplatz des Mordes zu verweilen, bis jeder Verdacht durch die Verhaftung des wirklichen Mörders beseitigt sein werde. Der Bankier schüttelte den Kopf. Ich bezweifle sehr, daß man den Schuldigen entdecken wird," sagte er. Und was sollte ihn verhindert haben, zu entfliehen?" Vielleicht die Feigheit und Unentschlossenheit, die den meisten Verbrechern nach vollbrachter That eigen ist. Die geraubten Sachen, die er wahrscheinlich zu verkaufen suchen wird, können ihn verrathen und manche andere unbedachten Schritte, die er in seiner Beschränktheit unternehmen mag." Ich hoffe, die Polizei wird den Elenden nicht entkommen lassen," sagte Balder, sein Glas mit Rothwein füllend. Von dem Opfer des Verbrechens, jenem Wilmot, habe ich nie etwas Gutes gehört. Nachdem Sie England verlassen hatten, gerieth er vollständig auf Abwege." Ja. Er wurde Falschmünzer, in der Anfertigung von falschen Banknoten soll er namentlich eine große Geschicklichkeit besessen haben und das Ende vom Liede war die Verurtheilung zu mehrjährigem Zuchthaus." Das Alles wußte ich nicht." Erzählte er es Ihnen nicht?" Es war kaum zu erwarten, daß er mir davon Mittheilung machen würde.". Kurz vor zehn Uhr fuhren die drei Herren nach dem Bahnhof. BaZder begab sich an den Schalter, um die Fahrkarten zu besorgen. Alfred Dawson und Arthur Lowell gingen Arm in Arm auf dem Bahnsteig auf und ab. Als die Glocke zum Abgang des Zuges geläutet wurde, kam ein Mann auf den Bahnsteig, der sich hastigen Sehnttes dem Bankier näherte und, den Hut abnehmend,, sich vor ihm verneigte. Ich bedauere, Sie zurückhalten zu müssen," sagte er, aber ich habe den Befehl. Ihre Abreise von Winchester zu verhindern." Von wem?" Von dem Richter, Herrn Baron Stefan Arden. Ich bin auftragt, Sie ihm sofort vorzuführen." Auf welche Anschuldigung hin?" rief Arthur Lowell. Auf Grund des Verdachtes, an der Ermordung Joseph Wilmots betheiligt zu sein." Der Millionär richtete sich stolz in die Höhe uud fcliiU den Polizeibeam
ten mit einem hochmüthigen Lächeln
an. "Das ist zu ungereimt," sagte er, aber Sie finden mich vollkommen bereit. Sie zu begleiten. Haben Sie die Güte, meiner Tockier zu telearavbiren. Herr Anwalt," wendete er sich an den zungen Mann, daß unvorhergesehene Umstände mich noch eine Woche lang in Winchester festhalten." Dawson, der Schutzmann und Balder fuhren ungesäumt nach dem Hause des obersten Richters. Balder bot Bürgschaft in jeder Höhe an. aber der Anglo-Jndier b:deutete ihm mit stolzer Bewegung, zu schweigen. . Ich danke Ihnen. Herr Balder." rief er. aber ich will meine Freiheit nicht als eine Vergünstigung annehmen. Dem Herrn Baron beliebte es, mich verhaften zu lassen und ich werde ruhig den Ausgang dieser Maßregel abwarten." Vergebens erhob Balder Einspruch gegen diese Entscheidung des Bankiers. Alfred Dawson blieb unbeugsam. Ich hoffe und wage zu glauben, daß Sie an diesem grauenvollen Verbrechen so unschuldig sind, wie ich selbst. Herr Dawson," sagte der Baron freundlich, und ich nehme aufrichtigen Antheil an Ihrer schrecklichen Lage, aber nach dem mir gewordenen Bericht erachte ich es als meine Pflicht, Sie hier zurückzuhalten, bis die Angelegenheit noch weiter aufgeklärt sein wird. Sie waren die letzte Person, die mit dem Verstorbenen gesehen wurde." Und aus diesem Grunde verdächtigt man mich, meinen ehemaligen Diener erwürgt zu haben," rief Dawson bitter. , So wurde Alsred Dawson, der Ehef des weltberühmten Bankhauses, am zweiten Abend nach seiner Ankunft in England gezwungen, im Gefängniß von Winchester zu übernachten. 13. K a p ! t e l. Um zehn Uhr am Morgen nach seiner Verhaftung wurde Alfred Dawson dem Richter, Baron Stefan Arden vorgeführt. Die vorgeladenen Zeugen blieben bei der Aussage, die sie schon bei ihrer ersten Vernehmung abgegeben hatten. Arthur Lowell war erschienen, um im Interesse des Bankiers der VerHandlung beizuwohnen. Xxt leere Brieftasche, die wenige Schritte von der Leiche aufgefunden wurde, wie der Strick, mit dem der Ermordete erwürgt worden war, lagen vor und wurden untersucht. Es war eine That, die nur ein Mann von unerschütterlicherEntschlossenheit und eisernen Nerven ausgeführt haben konnte, denn sie mußte das Werk eines Augenblicks gewesen sein, in welchem der erste Schrei der Ueberraschung des unglücklichen Opfers erstickt war, ehe er nur halb hervorgestoßen wurde. Der Hauptzeuge an 'diesem Tage war der Kirchendiener und die Verhaftung des Bankiers die Folge gewisser Bemerkungen des Alten. Jn seiner Unterhaltung mit Leuten auf der Straße, nach dem Verhör vor dem Kronanwalt, hatte er der einen Thatfache erwähnt, deren er während der Verhandlung nicht gedacht hatte, der plötzlichen Ohnmacht des Bankiers. Der arme Herr," sagte er. ich habe noch niemals eine so plötzliche VerWandlung gesehen. Jn militärischer Haltung, den Kopf stolz erhoben, ging er neben mir her und in der nächsten Minute taumelte er wie ein Betrunkener und er würde gefallen sein, wenn nicht eine Bank zur Hand gewesen ioäre. Wie ein Klotz plumpste er nieder und schwere Schweißtropfen bedeckten seine Stirn. Er war so bleich, als ob er einenGeist gesehen hätte, aber bald lächelte er wieder und meinte, die Hitze hätte ihn überwältigt." Merkwürdig, daß ein Mensch, der eben erst aus Indien zurückkam," 'sagte einer der Umstehenden, sich über die Hitze eines Tages wie der gestrige, beklagte." Der Kirchendiener mußte imWesentlichen diese Aussage wiederholen. Ein Knabe bekundete noch, den Versterbenen und Alfred Dawson in der Nähe der Stelle getroffen zu haben, wo später die Leiche gefunden wurde. Es hatten sich noch mehrere Zeugen gemeldet, die an jenem Abend im Wäldchen gewesen waren, aber nicht einer von ihnen hatte Josef Wilmot gesehen, noch einen Hilferuf noch einen Angstschrei gehört. Auch Balder wurde vernommen und vereidigt. Er bekundete, daß Alfred Dawson als Chef des weltberühmten Bankhauses eine hohe gesellschaftliche, Stellung einnehme und sehr reich sei.' Damit schloß das Verhör und der Bankier wurde wieder in's Gefängniß zurückgebracht, obgleich Arthur Lowell gegen diese verlängerte Haft entzchieden Verwahrung ernlegte. Alfred Dawson lehnte von Neuem das Anerbieten einer Bürgschaft ab. und erklärte wieder, lieber in Haft zu. bleiben, als mit dem Mackel eines Verdacktes in die Welt zurückzukehren. Er war von den Gesängnißbeamten mit der größten Ehrerbietung behan-, delt worden, und sein Anwalt und Balder wurden so oft vorgelassen, wie er sie zu empfangen wünschte. Die öffentliche Meinung in Winchester sprach sich zu Gunsten d:s Bankiers aus. der eben erst aus Indien heimgekehrt, sich darnach sehnte, sein einziges Kind zu umarmen, aber unbegreiflicherweise dem Gefängniß überantwortet wurde. Arthur Lowell ließ nichts unversucht, den Vater Laura's von jedem Verdacht zu reinigen. Er drängte die Polizei, auch die leiseste Spur zu verfolgen, die zu der Entdeckung des Mörders führen konnte, und übernahm selbst die Aukaabe. den kranken Cblod wig Wilmot aufzufinden, der vielleicht
im Stande sein würde, über die Vergangenheit und den Verkehr des Verstorbenen werthvolle Auskunft zu geben. Der junge Anwalt hielt auf jeder Station. Jn Basing erfuhr er. daß ein alter Mann, der mit seinem Bruder gereist war, erkrankt, gestorben und auf dem Gemeindefriedhof beerdigt worden sei. Der alte Mann war wenige Stunden, nachdem sein Bruder ihn verlassen hatte, gestorben, nhne die Sprache wiedergefunden zu haben. Der Tod hatte die Lippen dieses Zeugen geschlossen. Gegen Alfred Dawson lag nichts vor als die Thatsache, daß er die letzte Person gewesen war. die man in Begleitung des Ermordeten gesehen hatte, und die Verschiedenheit seiner und der Angabe des Kirchendieners in Bezug auf die Zeit, während welcher er von der Kathedrale abwesend gewesen war.
14. K a p i t e l. Während dieser Vorgänge in Winehester hatte Ursula in Angst und Sorge auf ihren Vater gewartet. Er hatte ihr versprochen, am Abend des 16. August gegen 10 Uhr nach Hause zu kommen; aber er war nicht der Mann, ein gegebenes Wort gewissenhaft zu halten. Schon oft hatte er sie in derselben Weise verlassen und war Wochen und Monate fortgeblieben. Seine Abwesenheit war also nichts Ungewöhnliches. Was seine Tochter beängstigte, war nicht das Ausbleiben ihres Vaters, sondern die Furcht, daß ihn ein lichtscheues Werk fernhalte: Sie wußte, daß er ein unehri'.ches Leben führe; sein eigener Mund hatte ihr die grausame Wahrheit enthüllt. Aber trotz seiner beklagenswerthen Verirrungen hatte sie ihn geliebt und ihn mit dem von Alfred Dawsou an ihm begangenen Unrecht entschuldigt. Wenn mein Vater sich strafbar machte, ist jener Mann für seine Schuld verantwortlich," dachte sie beständig. Eine Woche verging, eine neue begann, und noch kam er nicht, aber sie fürchtete nichts für seine persönliche Sicherheit, und sie erwartete seine Heimkehr jede Stunde. Aber über ihren Sorgen und Befürchtungen durfte sie ihre Arbeit nicht vernachlässigen, durfte sie, während sie ihre Schülerinnen unterrichtete, in Blick und Miene ihre Kümmerniß nicht verrathen. Nur eine Person bemerkte, daß Ursula Wenk noch ernster war, als gewöhnlich, Leonor Austin, der es verstand, in ihrem schönenGesicht zu lesen. Sie hörte ihm freundlich-zu, wenn er über Bücher und Musik mit ihr plauderte, aber ihre Züge hellten sich nicht auf, und oft hörte er sie seufzen, währcnd sie mit seiner kleinen Nichte am Klavier saß. Sie scheinen Kummer zu haben. Fräulein," sagte er ihr eines Tages. Bitte, halten Sie mich nicht für zudringlich oder anmaßend, aber mir ist fo. als ob Etwas Ihr Gemüth bedrückte." Ursula schüttelte verneinend d:n Kopf. Ich irre mich also, Fräulein?" Ja, ich bin nur etwas beunruhigt über meinen Vater, der schon seit beinahe zwei Wochen von Hause fort ist. aber das ist nlchts Seltenes, doch ich bin immer so kindisch, mich um ihn zu änastiaen. Mein Vater wird mich wieder tüchtig ausschelten, wenn er es hört." Am Abend des 27. August gab Ucsula der kleinen Lizzie ihren Klavierunterricht und als sie damlt sertlg war, plauderte sie wie gewöhnlich mit Frau Austin, die der jungen Musiklehrerin eine aufrichtige Freundin geworden war. .öaben Sie schon von dem schrecklichen Mord gehört, der so großes Aussehen macht. Fraulem Wenir Nein, gnädige Frau, ich lese nur selten die Zeitung." .5ta. aber alle Welt spricht von dieser grauenvollen Geschichte., weil der millionenreiche Bankier Dawson in die Angelegenheit verwickelt ist." Dawson!" wlederholte Ursula mn weit aufgerissenen Augen. . Ja. Kind, der reiche Bankier. Ich interessire mich für diese Angelegenheit so sehr, weil mein Sohn in dem Dawson'sckien Bankhaus anaestellt ist. Es scheint, daß ein ehemaliger Sekretär des Herrn Dawson in Winchester eri t e: a c 1 x . ' moroer wuroe uno anfangs yauz nwu den Bankier selbst in Verdacht, das Verbrechen begangen zu haben. Herr Dawson wurde sogar veryasier. vui Werbör bat bereits stattgefunden und für heute ist wieder eine Vernehmung anberaumt, deren Ergebniß wir erst morgen erfahren werden." ' Mit todtesbleickem Gesicht hörte Ursula, diesen Mittheilungen ihrer Gönnerin u. Und wer ist der Ermordete?" fragte sie. Josef Wilmot." . Josef Wilmot!" wiederholte Ursula langsam. Sie hatte immer ihren Vater unter dem Namen Peter Wenk gekannt, aber was war wahrscheinlicher, als daß Wilmot sein wirklicher Name war?" Ich werde Ihnen das Zeitungsblatt mitgeben. Sie finden die ganze Geschichte in allen ihren Einzelheiten darin." sagte Frau Austin, das Blatt zusammenfaltend und ihr Ll-rrei-chend. ' I (Fortsetzung folgt.) Aus der Schule. Lehrer: Wer kann mir ein Wort sagen, das mit o" endigt?" Fritz: Casino!" Lehrer: Gut!. . . Aber wie kommst Du gerade auf Casino?" Fritz: Weil r mein' Vater gestern dort 'nausg'worsen haben!"
Zur die Mlyc. Z w ! e b e l s u p p e. Man schneide! einige Zwiebeln in kleine Würfel, dürn stet diese in reichlich Butter flelb, rühri dann einen bis zwei Löffel Mehl hinzu, läßt dies hellgelb schwitzen und ver. kocht es mit etwas Wasser. Nach und nach füllt man so viel Wasser auf, so, viel man Suppe braucht, gibt das nö thige Salz, zwei bis drei Gewürzkörner und noch ein Stückchen frische Butter hinein und läßt die Suppe eint Stunde langsam kochen, wodurch dn Geschmack sehr erhöht wird. Zuletzt wird die Suppe mit einem oder zwei Eigelb, welche in einer kleinen Tasst voll Milch oder Sahne verquirlt sind, gebunden. Geröstete Semmelwürfe! reicht man dazu. Gedämpfter Hecht. Man streicht den Boden einer Kasserolle did mitButter aus. legt den geputzten Fisch ganz oder in Stücke geschnitten darauf fügt etwas Suppenkräuter. Wurzeln. Citronensaft, Salz, ein Lorbeerblatt und einige Pfefferkörner zu, gießt eine Flasche Weißwein darüber und läßt den Fisch langsam gardämpfen. Jnzwischen schwitzt man etwas Mehl in Butter hellgelb, füllt mit der Fischbrühe auf. legirt mit einigen Eigelben und fügt den etwa noch nöthigen Eitronensaft. sowie eine Messerspitze Liebig's Fleisch - Extract hinzu. Rühreier mit Spargel. Man braucht für sechs Personen neun Eier und eine Pfundbüchse Brechspargel. Die Eier quirlt man zusammen
und gibt dann die auf einem Sieb abgetropften Spargel hinzu. Man kann auch zwei Eßlöffel von ihrem in der Büchse befindlichen Safte und zwei Eßlöffel voll süße Sahne hinzugeben. Diese Mischung gibt man in 2 Unzen Butter, welche man steigend gemacht hat und rührt sie so lange, bis alles eine flockige noch nicht feste Masse bil det. Man reicht fein Z?.viegtenSchnittlauch und geriebenen Parmesankäse extra dazu. Im Frühjahr kocht man frische Spargel in Salzwasser nicht zu weich und gibt sie dann zum Rührei. Eiergebackenes. Man ver rührt drei Dotter mit drei Löffeln Milch oder Nahm, gibt den Schnee der dreiEiweiß dazu, salzt ein wenig, gießt die leichte Masse in ein kleines Pfännlein, mit wenig frischer Butter erhitzt, und bäckt die kleinen Fladen auf einer Seite zwei Minuten. Nun rollt man das Gebackene zusammen und gibt es mit Spinat oder grünen Erbsen. Ist für Magenkranke eine leichte, rasch zubereitete Beispeise zu den Gemüsen. Lamm auf Wildpretart. Das zugerichtete Lamm wird enthäutet und gespickt und mit einer gekochten Marinade Übergossen, in welcher man das Fleisch einige Stunden mariniren läßt. In einem Bratgeschirr mit Wurzelwerk.Gewürz, Butter und Salz bratet man das Lamm im Ösen an. gießt etwas von der Marinade daran, ebenso einige Löffel sauren Rahm und Fleischbrühe und gibt durch öfteres Begießcn demBraten eine schöne Farbe. Nach einer Stunde etwa ist der Braten fertig; man tranchirt ihn in schöne Stücke, legt ihn in seiner ursprünglichen Form auf die Platte und gießt von der mit etwas saurem Rahm aufgekochten Sauce über das Fleisch, während man die übrige Sauce extra gibt. Hackbraten mit Eierscheiben. Ein Pfund Schweinefleisch, ein Pfund Ochsenfleisch und ein Pfund Kalbfleisch wird mit einer Zwiebel durch die Fleischmaschine getrieben, tüchtig mit Salz, Pfeffer und Ciiro nenschale gewürzt und wie ein Wecken geformt. Nun hebt man mit einem breiten Messer die Hälfte des Fleisches ab, belegt die untere Hälfte der Breite nach mit in Viertel geschnittenen hartgekochten Eiern und legt die obere Hälfte wieder darüber. Man achte aber darauf, die Ränder der beiden Hälften gut zusammen zu drücken, da der Braten sonst aufspringt. Kalt und warm servirt, sieht der aufgeschnittene Hackbraten mit den Eierscheiben sehr hübsch aus und schmeckt besonders zu Endiviensalat sehr gut. WeißeKalbsbratenspe ise. Kalbsbratenreste sowie hartgekochte geschälte .Eier werden in Scheiben geschnitten und eingemachte Essiggurken würflig zertheilt. Man richtet Braten und Eierscheiben schichtweise in Kranzform an. bestreut jede Schicht mit Gurkenwürfeln und Perlzwiebeln. Man verquirlt dicke saure Sahne mit etwas Essig, Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker, gießt sie über das Gericht und bestreut die Oberfläche entweder mit gehacktem Schnittlauch oder Kresse. Kohlpudding. Ein Weißkohlkopf wird gebrüht und aus einander genommen, auch die starken Rippen aus den Blättern entfernt. Man macht zugleich eine Fleischfarce aus drei Viertel Pfund derbem Schweinefleisch und ebensoviel Rindfleisch, mengt dieselbe mit gewiegter Zwiebel, Salz und Pfeffer und wenn man will, einem ganzen Ei und bestreicht nun eine Puddingsform dick mit Butter. Jn diese bringt man, mit Kohl anfangend und alles fest eindrückend, immer eine Lage mit Kümmel gewürzten Weißkohles und eine Lage Farce, bis die Form bis zu zwei Finger breit vom Rande voll ist und Weißkohl den Schluß macht. Man gibt Vuttcrflöckchen oben darauf und schraubt die Form zu. Zwei Stunden muß dies Gericht gekocht werden, dann stürzt man es und bringt es mit eine? pikanten, braunen Kapernsauce und Salzkartoffeln auf den Tisch. Ungarischer Rostbraten. Für ein halbes Pfund Fleisch dünste man zwei mittelgroße Zwiebeln rn Schweinefett (oder Speck) hellbraun s.ebe eine gute Messerspitze voll Pa prika dazu, rühre schnell um. thue fünf Eßlossel Wasser hlnzu. lege alsdann den vorher weich geklopften und in Mehl gestaubten Rostbraten hinein und lasse ihn unter mehrmaligem Wenden eine Stunde dunsten. ....
