Indiana Tribüne, Volume 22, Number 220, Indianapolis, Marion County, 29 April 1899 — Page 1
0 fr A M AO st rC AA rlC ks ft 'svT? 7 j slti W V vy y y u v- - v; Office : No. 18 Gub Alabama Straße. Telephon 1171. Indianapolis, Zndiana, Samstag, den 2Z. April 1899. Jahrgang 32, mo. sso
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Danksagung.
Zllea Fttundk und Nachbarn, die unt Ihrend der Krankheit nd bei dem ZU unsern geliebten Tochter Bertha, so lieitvsll'ihr, Dheilnahm zeigt,, soit dem Herrn Paftor Peterl, dem C. E. titln, dem Ein gnchor und dem Frl. 8. denn, spreche wir hiermit unsere tises!ikltesten Tan? u. Ebensa danke lr unseren Freunden für die viele schönen Llumengaie. CbarleS T. Nottlowöki nebst Familie. MroiQNgB ixiNafi rt-O ANDCTUIUt--&3 "LOlLIULLJ irw.BgT. .i ' jjfr I Sonntag, 50. April Er.tr Züg hält nur in Rushville, ConnerSdrlle und Hamllton an. Ädfahrt 7 Uhr Lormittagö. Rückfahrt von Cincinnati 6 Uhr. Geo. V. Hayler, D. Pass. Agent. ßeo. ETerriMannrn Office: 26 Süd Delawarestr. OtaSe, 220. 222, 224, 226, 228 Ost Pearlftr. Telephon 911. Offen Tag und Nacht. Turner Bau- und Spar-Verein macht Hypotheken-Anleihen zu den niedrigsten Zinö-Raten. Abzahlungen der Schuld nach Belieben. Man erkundige sich bei den Beamten: lbert 9. Meyger. P,ftdt. Louti Cl(Itii. ice.Prlftdeat. rt olja. ekretk. tforl v. Lieber, chatzmeißn. Versammlung jeden Samstag Vbeud im Deutschen HauS. l!W Wi Paint &Yarnisli Co Einzige deutsche Farbenhandlung i 2 ndlinzxolil. Alle Sorten von Farben, Oelen, Pinseln usw. für Maler. Venstsrglss in alle (Prögen zu den mägigste Preise. 426 Oft Washington Str. Tel. 324. Aergert Dich Dein Auge s reiße ei icht au, nd werfe e nicht o Dir jondernroende Ttch a , man Dir für lein ge da nöthige Sla anfertigt, ünftltche Augen erden schmerzlo eta,eset. B s l l 1 e erden nach den besten Methoden der Augen an gepakt.. f!Zft giebt viele Leute, welche Selb aul,u vv leihen haben, aber nicht rait den betten OeschSftme,h,de', bekannt sind nd Ankanf über verschtedeae Arten von Kapitalanlagen unschea. Sie haben vieSeichr ketne Bekannte, welche sie für inverlilsig halten oder gehen nicht aerre t ihnen, Sie brauchen den Nath von er sahrenen Leute, aber roisien nicht, wo fte zu finde ftnv. Tte Union Trust Co., von Indianapolis tottt sie gerne bediene und sie können sich unurn und mit den Beamten der Gesellschaft über ihre Angelegenheiten auksprechen und el kostet tu razt, nie tue vtuhe vorzusprechen. Office: (ebäude der Gesellschaft) ttt. 118 und 122 Ost Market Str. Linbezahltes Kapital 5600,000 Ueberschuß'Zond 105,000 Verbindlichkeit der Aktio näre $600,000 -Beamte:Job v. Slltday. Präsident. Iddtsou . Harrt, 1.v!c,.Präftdet Henry Stiel, 2. Lice.PrSstdent und Echatziftr. H.Vt. Noltz. eekrelkir. Theo. F. Smither, geschickter und ,uöerlässize? MDachdeöer . Pech- und iekdächer. Dächer von Asphalt und Gilsonit. , Händler in tCe rtt C 1 4 1 1 1 1 i l Hl. 3tl(Q9ti Ul. 801 West Maryland St. CttsrfüUi tit tos issilxi b M,lb tr.
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Lditorielles.
Daö vortrefflich redigirte Philadelphia Tagblatt" macht bezüglich der deutschen Bewegung betreff der Beziehungen zwischen den Ver. Staaten und Deutschland folgende zutress ende Bemerkungen : Die Deutsch - amerikanische Be vegung" welche in Chicago entstanden ist, hat die Aufmerksamkeit derer drüben in Deutschland erregt und sie wird von den Zeitunaen besprochen. Von den meisten beifällig, aber nicht von allen. Die abfällige oder geringschahende Aeußerung der Berliner Post", welche der Negierung nahesteht, ist neulich mitgetheilt worden. Was ist eö nun mit dieser deutschamerikanischen Bewegung und wai soll sie? 3n Chicago wurde als ihr Zweck ausgegeben: 1. Die Verhinderung eines Krieges der Ver. Staaten mit dem deutschen Reich. 2. Die Ver hinderung einer Allianz der Ver. Staaten mit Sogland. 3n KansaS City ist man schon ein guteS Stück weiter gegangen. Dort hat eine Massenversammlung von Deutschen unter vielen anderen in Anbetracht" auch daS folgende refolvirt : In Anbetracht ferner, daß infolge der jetzigen Zerfahrenheit des deutschen Elementes, daS doch einen wesentlichen Bestandtheil unserer Gesammtbürgerchaft bildet und stets für daS Wohl unseres neuen Vaterlandes opferwillig und kampfbereit war, die DeutschAmerikaner im öffentlichen Leben mehr und mehr beiseite geschoben werden und nicht die ihnen gebührende Anerkennung und Berücksichtigung finden." Wenn daS etvaS anderes heißen oll, als daß man für die deutschamerikanischen Politiker mehr Äemter haben will, so bitten wir um gefällige Auskunft. Die ganze Phraseologie äßt daS aber nicht gut wegleugnen. Die Leiter der Bewegung werden gut daran thu, die KansaS City'er nachdrücklichst zu deSavouiren, wenn ihre Bewegung nicht kompromittirt werden soll. . Aber auch davon abgesehen : diese deutsch - amerikanische Bewegung ist sinnlos, denn was sie verhindern will, dazu wird eS so wie so nie kommen. Diese DeutschAmerikaner schießen nicht nur, um Andrassy zu reden, mit Kanonen nach Spatzen, sondern schießen geradezu inS Blaue hinein. Ein Krieg zwischen. Deutschland und den Ver. Staaten ist einfach undenkbar. AllerdingS : wenn die Beiden auf Abenteuer ausgehen, dann mögen sie sich ja manchmal in die Quere kommen und sich aneinander reiben. DaS Pasfirt auch bei den anderen Raubgenossen, so neulich zwischen den Engländern und Franzosen bezüglich Faschoda'S, frühe? zwischen Engländern und Deutschen wegen der Auftheilung in Oftafrika. Da kommt eS dann, weil die Zeitungen eben Sensationen" haben wollen, zu einem großen Spektakel, aber die beheiligten Regierungen bleiben ganz kühl. Sie wissen ganz genau, daß man wegen eines Fetzens Landes zweifelhaften Werthes in einem fremden Welttheil nicht die gewaltigen Kriegsapparate der Neuzeit in Bewegung setzt. Man feilscht und handelt, giebt aus dem einen Punkt zu, um aus einem anderen zu gewinnen, giebt und nimmt Compensationen" und schließlich giebt eS ein Protokoll", welches den Conflikt beilegt. Kein Tropfen Blut ist geflossen, aber viel Tinte. Zwischen den Ver. Staaten und dem deutschen Reich ist eö aber nicht einmal zu Auseinandersetzungen dieser Art gekommen. ES handelte sich zunächst um die Thatsache, daß daS deutsche Reich höchst überflüssig, ja sogar ge radezu provokatorisch, eine große Flotte in der Bai von Manila anhäufte, während die amerikanische Flotte die Stadt blockirte. Erinnert man sich, in welcher unverhüllt räuberischen Weise daS deutsche Reich einen chinesischen Hasen wegnahm und an den Ton und Inhalt der Rede, mit welcher der Kaiser seinen Bruder nach Ostafien schickte, so war anzunehmen, daß dort eine große deutsche Aktion in Aussicht stehe und man konnte angesichts der FlottenConcentration vor Manila sich wohl der deutschen Einmischung versehen. SS war diese kolossale Thorheit, welch daS unerquickliche Verhältniß zwischen den beiden Ländern herbeiführte. 3e
denfallö ist sie ausschließlich auf die Rechnung seiner Majestät zu setzen, der ja bei solchen Sachen seine Minister nicht zu fragen braucht. Wenn Hohenlohe, Miquel und Bülov da etwas zu
sagen gehabt hätten, so würden sie diese Thorheit sicher verhindert haben. Dann wäre eS zu den Reibungen über Haupt nicht gekommen. Die Sache kam zum besten Abschluß, als die deut schen Schiffe zurückgezogen wurden auch hat die amerikanische Regierung erst jetzt wieder'in dem Fall Coghlan gezeigt, daß sie keine Händel mit Deutschland will. WaS Samoa betrifft wer da mehr oder weniger Schuld an den Wirren trägt, bleibe dahingestellt. Die amerikanische Regierung hat aber auch in diesem Falle gezeigt, daß sie kein Zerwürfniß mit Deutschland will. Sie hat ihr Bedauern über daß Vorgehen des Admirals Kautz erklärt; sie hat dann England genöthigt den Vorschlag Deutschlands über den ModuS der Schlichtung der Wirren anzunehmen. Nichts liegt vor auf beiden Seiten, vaS rechtfertigen könnte, den Teufel eines amerikanifch-deutfchen Krieges an die Wand zu malen. Und wenn Reibungen über dergleichen Geschichten auch noch in der Zukunft vorkommen sollten, was wohl möglich ist, so kann eS sich doch nur um Objekte handeln, wegen welcher zwei Großmächte nicht zum Krieg schreiten. Der amerikanischdeutsche Krieg ist eine Ausgeburt der tollsten Phantasie. imi m MMMWn. Wetterbericht. Kühleres, schönes Wetter heute Nacht und morgen. Höchste Temperatur innerhalb der. letztens Stunden 84 Grad, niedrigst, 62 Grad. - Frau George f r e i g esprechen. Canton, O, 2. April. Heute Morgen um 10 Uhr 27 betraten die Geschworenen im Prozesse gegen Frau Annie George wegen deS Sazton'fchen Mordes den Gerichtssaal und gleich darauf trat die Angeklagte in Begleitung ihrer Schwester, Frau St. Clair und ihrer Freundin, Frau Milligan, ein. DaS Verdikt lautete auf Nichtfchulbig. Vor Abgabe desselben war das Publikum vor jeder Demonstration gewarnt worden, aber trotzdem wurde lauter Beifall kundgegeben. Sine ganze Anzahl Frauen gingen zu Frau George und drückten ihr die Hand. Auch ihr Vertheihiger beglückwünschte sie. grau George schritt zur Geschworenenbank und brückte jedem Geschworenen mit einem Worte deS DankeS die Hand. Dann erklärte daS Gericht sie für entlassen und die Sitzung für geschlössen. Sind am Leben. Manila, 29. April. Berichte aus Baler bestätigen, daß Lieut. Gilmore und die vermißten Mannschaften deS Kanonenbootes Forktown sich als Gefangene in den Händen deS FilippinoS befinden. Lieut. Gilmore und einige Makrosen deS öorktown wurden bekanntlich am 12. April in der Nähe von Baler an der Ostküste von Luzon von den Filipinos angegriffen, als jeneS Kanonenboot eine umzingelte spanische Garnison entsetzen wollte. Noch kein Resultat. Manila, 28. April. Die UnterHandlungen zwischen den Ofsizieren der FilippinoS und Gen. OtiS haben vorlSnsig noch zu keinem Resultat geführt, indem Gen. OtiS sich weigerte, die Regierung der FilippinoS anzuer kennen. Die Offiziere kamen zu Fuß daS Eisenbahngeleise herab bis zu den amerikanischen Vorposten, dort wurden ihnen Pferde zur Verfügung gestellt und sie wurden zu Gen. MaeArthur ge leitet. Dieser lud sie zu einem Lunch ein, woraus sie nach Manila befördert wurden. Gen. OtiS hatte für ihren Smpfang Kutschen nach dem Bahnhose geschickt. Sine lange Besprechung folgte und edete resultatloS. Sine weitere Besprechung wird morgen statt finden. SS ist möglich, daß Aguinaldo bloß durch einen Oaffenftillftand Zeit ge vinnen will. Die FilippinoS sagen,
sie könnten ohne Einwilligung ihreS CongresseS keinen Frieden schließen.
Gen. OtiS fertigte dieS damit ab. daß er sagte, wenn Aguinaldo ohneCongreß Krieg führen konnte, dann, kann er auch ohne Congreß Frieden schließen. .,,. Antwort an Coghlan. Berlin, 28. April. Nach einer Depesche der Vossischen Zeitung auS Kiel lächeln die dortigen Seeoffiziere über Capt. 3oS. B. CoghlanS vehauptungen in seiner Rede im Union League Club in New Jork von voriger Woche. Sie erklären, Admiral Diederichs Antwort aus Admiral DeweyS Drohung habe nur gelautet : Klar zum Gefecht und langsam durch dieamerikanischen Linien in den Hafen dampfen." .. . Wieder nicht. M a n i l a, 29. April. Die zweite Konferenz zwischen Gen. OtiS und den Filippino-Ossizieren verlief auS dem gleichen Grunde, wie die erste resultatloS. Die FilippinoS geben zu, daß sie geschlagen find, aber sie sagen, sie könnten nichts ohne Einwilligung ihreS CongresseS thun. Gen. OtiS hat den 3nsurgenten im Falle der Unterwerfung volle Amnestie versprochen. Deutschland und der Dreys u S - P r o z e ß. London, 28. April. 3n einem Artikel der Weftminster Gazette von Erneft Bizetelly heißt eS, der deutsche Botschafter Graf Münster habe' der französischen Regierung eine Note überreicht, worin die deutsche Regierung Ueberraschung und Verdruß über die Publikationen deS Figaro auS den DreyfuS-Vertsandlungen im . KassationShofe auSspricht. Die Note soll sagen,' unter'gewissen Umständen werde die deutsche Regierung nicht umhin können, zur Rechtfertigung ihrer eigene Beamten, welche oft die Erlaubniß verlangt haben, zu sprechen, die Thatfachen zu veröffentlichen. Die Note betont energisch, daß daS 3nteresse beider Länder einen baldigen Abschluß der herrschenden Agitation fordere. Den Premier Dupuy veranlaßte diese Note, Druck auf den Kassation?Hof zu üben, dessen Majorität jedoch beschloß, die Verhandlungen ungestört fortzusetzen, welche jedoch jetzt beendet ist. Setzt sollen 18 Richter für und 15 gegen die Revision sein und die Revifioniften werden bei der Abstimmung im Plenum wahrscheinlich eine Majorität von 8 Stimmen habe. Entsetzlicher Irrthum. Montreal, 28. April. Vor einigen Jahren erhielt der damals zehnjährige Thomas Newart einen Stich ins Auge. Kürzlich rieth Dr. Proudfoot zur Rettung des gesunden AugeS daS durchstochene Auge auSzunehmen. Die Operation wurde vollzogen. - Nachdem dieselbe beendet war, fand sich, daß der Arzt daS gesunde Auge statt deS geschädigten auSgenommcn hatte, so daß der Knabe jetzt vollständig erblindet ist. Allerlei auS Deutschland. B erlin, 28. April. Vor dem BezirkS - Ausschuß für den Stadtkreis Berlin fand die Verhandlung im VerwaltungS - Streitverfahren statt, daS der Magistrat bei dem Ober-Prösiden-ten der Provinz Brandenburg gegen die Entscheidung deS Polizei-Prösidi-umS, durch welches die Srlaubniß zum Bau eines FriedhofS-PortalS für die März - Gefallenen verweigert wurde, beanlragt hat. Der Präsident deS Bezirks-Ausschusses, Kayser, rieth zu einem Vergleiche, indem er ausführte, daß Niemand gegen ein würdiges Portal etvaS einzuwenden habe, aber die Inschrift übe? dem Portal Friedhos der Märzgefallenen" enthalte etwaS Demonstratives, denn an keinem Fried-hofS-Singang werde, angegeben, wer dort ruhe. 3n ähnlicher Weise sprach sich der Vertreter deS Polizei-Präsidi-umS auS. 3ustizrath Kleinholz, der Vertreter deS Magistrats, erklärte, er sei nicht ermächtigt, einen Vergleich einzugehen und schließlich einigte man sich dahin, die Sache zu vertagen, bis der Magistrat den Vergleichsvorschlag in Erwägung gezogen hat. Der Zar von Rußland wird der Prinzessin 3utta von MecklenburgOtrelitz ein HochzeitSgeschenk von eine? Million Rubel und eine vollständige Aussteuer schenken. Jutta hatte bekanntlich Pech in LiebeSangelegen-
heiten und ist die Mutter eineö Prin-
zen, dessen Vater der Reitknecht Hecht ist. Der Prinz Danilo von Montenegro fand das jedoch nicht soweit an stößig, daß er die Hand der Prinzessin verschmäht hätte, namentlich, da ihr Vetter, der Zar, sie mit einer Million vergoldet. DaS ist eine schwere Menge Geld für einen Prinzen von Montenegro. Die Hochzeit findet nächsten Monat in Berlin statt. Der Kaiser befindet sich seit vier Tagen aus der Wartburg. Anstatt aber, wie sonst, jeden Tag auf die Jagd zu gehen, arbeitet er die ganze Zeit mit den Räthen Wolff und Metternich vom auswärtigen Amt. WaS dabei vorgeht, ist unbekannt. 3n der Kanal-Commifsion deS preußischen Landtags machte Finanzminifter Dr. von Miquel gegen die Agrarier Front, indem er mit größter Energie für die Ausdehnung deö Ka-nal-SystemS eintrat. Viermal ergriff er im Laufe der Verhandlung daö Wort und ftrtigte besonders energisch den Grafen Limburg-Stirum und den schlefischen Abgeordneten Grasen Strachwitz ab, zwei erbitterte Gegner der Kanalproje5te. Miquel soll aus direkte Anweisung deS Kaisers gehandelt haben. Die philosophische Fakultät der Universität Berlin, welche von dem Minister deS Innern aufgefordert wurde, in der Angelegenheit deS wegen seiner sozialdemokratischen Ansichten bei der Regierung mißliebig gewordenen Privatdozenten Dr. AronS Stellung zu nehmen, wird wahrscheinlich ablehnen, einen Dozenten, der über physikalische Themata liest, wegen seiner politischen Gesinnung zu beseitigen. allerlei. Auf eigenthümliche Weise beging B. Haga inMontevideo, Minn., Selbstmord. Er befestigte ein Seil an der Einfassung des Brunnens, band seine Füße zusammen, zog einen Sack über seinen Kopf, ergriff das Seil, hielt sich einen Augenblick schwebend über dem Wasser und ließ sich dann fallen. Haga war etwa 25 Jahre alt und unverheirathet. Er war den ganzen Winter hindurch krank. Obwohl die Sklaverei aufgehoben ist, wurden im Staate Kentucky in den letzten 20 Jahren noch viele Neger auf gesetzlichem Wege in eine Art Sklaverei verkauft. Die Schwarzen, die sich landstreichend um hertrieben, wurden einfach .aufgegrisfen und meistbietend an einen DienstHerrn versteigert, dem sie auf gewisse Zeit Frohndienste leisten mußten. Dieses Gesetze welches aus den Verur theilten Sklaven machte, ist jetzt endlich durch gerichtliche Entscheidung als ver fassungswidril erklärt worden. Die Sonntags - Gesetz Hetzereien, welche unter einer neuen, lax abgefaßten Congreßacte in Wash'rngton, D. C.. lebhaften Aufschwung genommen hatten, sind infolge einer vernünftigen Auslegung des neuen Gesetzes durch den juristischen Beistand der Districtscommissäre wieder beseitigt worden, und in Hotels wie in Clubs dürfen Sonntags wieder zu den Mahlzeiten Getränke servirt werden, zum großen Herzeleid der Wassersimpel. So lange die Hetze aber dauerte, haben sich in den leiten den Hotels allsonntäglich recht ergötzliche Scenen abgespielt, ergötzlich allerdings mehrschtendheels nur für die nicht näher Betheiligten. Senator Bäte von Tennessee ist einer der Senatoren, welche für die betreffende Bill gestimmt hatten, als dieselbe dem Senat vorlag. Der Senator wohnte in einem der größeren Hotels, und da er ein Kenner ist, so hält er sich stets einige Kisten auserlesener Weine in dem Keller seines Hotels für besondereGelegenheiten. Eine solche bot sich an einem der letzten Sonntage, da er ein paar distinguirte Gäste eingeladen hatte, mit ihm zu speisen. Man hatte sich an dem für den Senator reservirten Tisch im
Speisesaal niedergelassen. Herr Bäte gab Ordre ein paar Flaschen von Dem" zu bringen und machte seinen Gästen den Mund wässerig mit der Bemerkung, es sei dies eine ganz feine Sorte, die ihm ein Freund besorgt habe, als der schwarze Ganymed wieder erschien und sagte: Bitte um Berzeihung. Herr Senator, aber der Manager sagt, es darf kein Wein servlrt werden. Es ist Sonntag und gegen daS Gesetz." Was", fuhr der Senator auf, wollen Sie mir sagen, ich kann meinen eigenen Wein nicht bekommen, wann ich will?" Schicken Sie mir den Manager her." Dieser kam, und bestätigte die Meldung des Schwarzen. Er war höflich, aber entschieden. Senator Bäte war sehr emphatisch, aber nicht höflich. Er drückte sich im kräftigsten Tennessee Englisch auL. Nichtsdestoweniger mußten er und seine Gäste sich mit Eiswaffel die Mahlzeit hinabspülen. So waltete die Gerechtigkeit. . '
Jndenländlichen Gegenden des Berner Gebietes war es vordem der Kiltgang", das schweizerische Fensterln", bei dem sich der Bursch sein Meitschi" suchte. Heute hat die Kultur auch jene Bauernburschen schon bedenklich beleckt und statt zum Kiltgang nehmen sie zum Inserat ihre Zuflucht. Nachtstehende Heirathsannonce aus dem Emmenthaler Blatt" sei als Probe solch einer bäuerlichen Werbung fin de siöcle angeführt. Der Heirathslustige inserirt: Ein infolge Todesfalls alleinstehender Bursche von 20 Jahren, mit schönem, schuldenfreiem Bauerngut, nebst Jahresgehalt von 3000 Franken, sucht sich in kommender Saison mit eine? gleichgesinnten, jugendfrischen, schönen, braven Tochter der deutschen Schweiz zu verheirathen. Vermögen ist nicht unumgänglich nothwendig. Bitte daher um Zutrauen und Liebe der vielleicht früher hintergangenen Personen von gut- und ernstgemeinten Gesinnungen, indem diese Ausschreibung in allem Ernst gemeint ist. Bitte höflichst um Einsendung vollständiger, richtiger Adresse für die Rückantwort nebst einer antlitzgetreuen Photographie .jener gleichgesinnten Tochter." . Vor zwei Jahren starb in einem Lyoner Hotel ein gewisser Dubois, der sich als Botschafter" Meneliks ausgab und der nach seinem Abscheiden als Maurer aus dem CreuseDepartement Namens Monteils ag noscirt wurde, der nach dem fernen Abessinien verschlagen worden war. Die Eltern desselben erhoben Anspruch auf die bei ihm vorgefundene Summe von 8000 Francs, die indeß mit seinen Papieren zusammen fürs Erste unter Siegel gelegt wurde. Wegen der Geschichte wurden lange diplomatische Verhandlungen mit Menelik eingeleitet, der behauptete, seinem seitsamen Botschafter die bei diesem vorgefundene Summe zu Ankäufen in Europa ausgehändigt zu haben. Das Civilgericht von Lyon erachtete diese Behauptung des Negus für nicht genügend begründet und sprach deshalb den Eltern Monteils den Nachlaß desselben zu. Zwei junge Burschen, Stefan Skocsin und Stefan Petrik, unterhielten sich in einem Gasthause zu Kaschau, wobei - Skocsin sich damit brüstete, daß er einen halben Liter Branntwein in einem Zuge austrinken könne. Da Petrik dies nicht glauben wollte, proponirte ihm SkocSin eine Wette, die Petrik auch annahm. Petrik bestellte nun einen halben LiterBranntwein, den sein Genosse auch thatsächlich auf einmal austrank. Die Wette hatte Skocsin nun allerdings gewonnen, aber konnte ihrer nicht froh werden. Kaum hatte der übermüthige Bursche den Branntwein getrunken, als er einen brennendenSchmerz fühlte. Er wollte ins Freie eilen, doch brach er in der Thür besinnungslos zusam men. Skocsin wurde nunmehr von zwei Freunden in seine Wohnung gebracht, wo er zwei Stunden nach seiner vermeintlichen Heldenthat unter gräßlichen Schmerzen starb. I n einer Straße in Budapest, in der nur ärmere Leute wohnen, hat ein Mann Namens Hermanuß Selbstmord begangen. Die bei dem Todten gefundenen Documente erzählen eine ganze Liebestragödie. Hermanuß war in den achtziger Jahren einer der reichsten Gutsbesitzer. Da sah er ein bildschönes Zigeunermädchen, in das er sich sterblich verliebte. Er heirathete das Mädchen. Er konnte aber die braune Schönheit auf die Dauer nicht fesseln und diese entwich eines Tages mit Leuten ihres Stammes. Länger als zehn Jahre suchte Hermanutz seine Gattin. Er bereiste ganz Ungarn, und es gab vielleicht keine Zigeunerkarawane, die er nicht aufgesucht hätte. Alle Bemühungen blieben indeß vergebens. Der Verzweifelte ergab sich schließlich dem Trunke und beschloß, von eigener Hand gerichtet, als Bettler sein Leben in einer kümmerlichen Arbeiterwohnung. Bei der Haussuchung, die in den Redaktionsräumen des Pariser Figaro" aus Anlaß von dessen Veröffentlichungen aus dem DreyfusProzeß stattfand, ereignete sich ein interesiantes Intermezzo. Der Polizeicommissär fand die Untersuchung schriften, nach denen er fahndete, zwar nicht, aber er hatte seine Zeit dennoch nicht verloren, und keinen vergeblichen Gang gethan. Er kam nämlich gerade dazu, als eine spanische Tänzerin, die nächstens m den Folies Bergeres oder auf einer andern Spezialitätenbühne auftreten wird, den Redakteuren des Figaro" ein flottes Privatissimum tanzte. Der Beamte, der zu leben weiß, nahm dankbar die Einladung an, dem prickelnden Schauspiel zuzusehen, er klatsche der feurigen Spanierin lebhaft Beifall, trank vergnügt den ihm gereichten Sekt und entfernte sich mit allseitigen Händedrücken. ES war ei? Zwischenspiel im besten Figarostil. . ,, . Waö dieLeute überHoodS Qarsaparilla sagen, ist, daß eS kurirt, wenn alle anderen Mittel nichts helfen. Darum sollten Oie HoodS Sarfaparilla allen anderen Mitteln vorziehen. HoodS Pillen lurirea Hartleibigkeit. DurS die Post für 25c zu beziehen voa C. s. Hood ä Co., Lovell, Nass.
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